10 Tipps gegen Aufschieberitis

Warum Aufschieben manchmal besser als machen ist

Mor­gen, mor­gen, nur nicht heu­te, sagen alle …“.
Schön ist anders, denn ‚eigent­lich‘ möch­te und müss­te man drin­gend vor­an­kom­men.
Doch die „Auf­schie­be­ri­tis“ greift eben­so wie ihre nahe Ver­wand­te, die  „Schreib­blo­cka­de“, ger­ne um sich. Wenn sie da ist, geht nichts mehr. Zumin­dest schein­bar.
Pro­kras­ti­na­ti­on kann aber auch ihr Gutes haben. Sie kann sogar nütz­lich sein: Bei­spiels­wei­se für’s Anlauf­neh­men.

Nein, stun­den­lang vor einem lee­ren Bild­schirm zu brü­ten  dem Cur­sor beim Blin­ken zu- zugu­cken, ist kein bedau­er­li­ches Ein­zel­schick­sal.
Es ist auch nicht bedau­erns­wert, wenn man schließ­lich ent­nervt auf­gibt und die typi­schen Ver­zö­ge­rungs­tak­ti­ken zum Ein­satz bringt, die bei Schreib- und sons­ti­gen Blo­cka­den bewährt sind: Fens­ter put­zen, Kaf­fee kochen, auf­räu­men oder zum zehn­ten Mal im Email-Post­fach nach­se­hen, ob nicht doch eine wich­ti­ge Nach­richt drin­gend beant­wor­tet wer­den muss.

Stu­den­ten­bu­den sind nicht ohne Grund in Prü­fungs­pha­sen am ordent­lichs­ten!
Von ‚Ein­zel‘ oder ‚Schick­sal‘ kann nicht die Rede sein.
Und immer­hin ist die Post erle­digt und die Fens­ter sind geputzt.

Wer aufschiebt, arbeitet oft schon am Problem

Die „Auf­schie­be­ri­tis“, latei­nisch auch nicht hüb­scher als „Pro­kras­ti­na­ti­on“ bezeich­net (cras bedeu­tet „mor­gen), ist ein scheuß­li­ches Wort für den scheuß­li­che Zustand, in dem nichts vor­an­geht.
Zumin­dest schein­bar nichts.
Denn eigent­lich arbei­ten wir wäh­rend Pro­kastri­na­ti­ons-Pha­sen oft schon längst am Pro­blem, ohne es zu mer­ken.
Wäh­rend wir mit schlech­tem Gewis­sen Fens­ter put­zen oder sons­ti­ge Rou­ti­ne­auf­ga­ben bear­bei­ten, läuft unser Kopf­ki­no, das die Blo­cka­de lösen wird.

Und außer­dem: Wenn (schein­bar) nichts vor­an­geht, brau­chen wir viel­leicht ein­fach eine Pau­se?

Mäßig aber regelmäßig ist der beste Tipp gegen AufschieberitisPau­sen machen
Das fällt vie­len Selb­stän­di­gen schwer, mir auch, seit­dem ich selb­stän­dig bin.
Als ich “noch gear­bei­tet habe” (das meint: Als ich noch fest­an­ge­stellt war — mein Lieb­lings­spruch, den ich zu Beginn mei­ner Selb­stän­dig­keit oft gehört habe), war ich zwar auch schon ziem­lich per­fek­tio­nis­tisch, aber Wochen­en­den und Urlaub waren hei­lig (meis­tens zumin­dest). Mit der Selb­stän­dig­keit hat­te sich dann lei­der ziem­lich flott die 6- bis 7-Tage-Woche ein­ge­schli­chen.
Und das ist Mist.
Heu­te den­ke ich, ich wäre viel schnel­ler vor­an­ge­kom­men, wenn ich mir mehr Zeit gelas­sen hät­te. Ohne Pau­sen wird Akti­on schnell zum Aktio­nis­mus und man dreht Extrarun­den, die gar nicht not­wen­dig sind.
Des­we­gen gilt seit Kur­zem wie­der Omas alte Weis­heit: Mäßig, aber regel­mä­ßig.

Der ech­te Auf­schie­be­ri­tis-Pro­fi kennt die span­nungs­ge­la­de­ne Situa­ti­on zu Beginn eines neu­en Pro­jekts (manch­mal lei­der auch mit­ten­drin). Bes­tes Mit­tel dage­gen: Put­zen (oder was sonst anliegt) und sich bei sei­nen Aus­reiß­ma­nö­vern für alle Fäl­le Stift und Papier für plötz­li­che Geis­tes­blit­ze neben dem Put­zei­mer legen.


• Tipp 1: Auf­räu­men  Solan­ge sich Rech­nun­gen, unbe­ant­wor­te­te E-Mails oder sons­ti­ge „TO DOs“ auf dem Schreib­tisch sta­peln, wird es schwer sein, den Kopf für ein neu­es Pro­jekt frei zu bekom­men. Ent­rüm­peln und Platz für Neu­es schaf­fen, wirkt auch men­tal befrei­end.
(Das darf durch­aus einen gan­zen Arbeits­tag kos­ten, denn die Zeit zählt schon zur neu­en Auf­ga­be.)

Der innere Wächter

Wich­ti­ge Auf­ga­ben und geis­ti­ges Neu­land brau­chen eine men­ta­le Vor­be­rei­tungs­zeit.
Lan­ge Zeit, viel­leicht sogar wochen- und mona­te­lang, haben wir in Gedan­ken an einer Idee gefeilt und den Moment vor­be­rei­tet, in dem sie end­lich auf dem Papier steht.

Men­tal sind wir gut vor­be­rei­tet. Glau­ben wir.
Aber jetzt müs­sen wir lie­fern.

Und aus­ge­rech­net jetzt grüßt nicht, wie oft fälsch­li­cher­wei­se ange­nom­men wird, der „inne­re Schwei­ne­hund“, son­dern unser all­ge­gen­wär­ti­ger „Wäch­ter“; der­je­ni­ge also, der immer so schön auf­passt, dass wir kei­nen Unsinn pro­du­zie­ren.

• Tipp 2: Sam­meln und Recher­chie­ren Ohne den Anspruch schon irgend­et­was pro­du­zie­ren zu müs­sen, soll­ten wir zu Beginn eines Pro­jek­tes das Eich­hörn­chen in uns ent­de­cken, und in einer vir­tu­el­len oder ech­ten Box Zita­te, Zei­tungs­ar­ti­kel, Fotos und Noti­zen zu sam­meln und auf­be­wah­ren.
Und zwar alles, was Ihnen gefällt und spä­ter für Ihr The­ma nütz­lich sein könn­te. Das Schö­ne ist, dass sich im Lau­fe der Zeit nicht nur die Recher­che­box füllt, son­dern auch Ihr Kopf. Ist man mit Inter­es­se und Enthu­si­as­mus bei der Sache, dau­ert es nicht lan­ge, bis sich dort alles Gele­se­ne, Mar­kier­te und Notier­te selb­stän­dig macht, zu „gären“ beginnt und nach und nach zu einem Gesamt­bild zusam­men­fügt – eine fei­ne Sache, wenn man spä­ter die Quint­essenz ein­fach nur noch destil­lie­ren muss.

Wer etwas Gro­ßes vor­hat – einen groß­ar­ti­gen Text schrei­ben oder eine Auf­ga­be erfolg- reich lösen –, muss sich erst ein­mal mit sei­nem inne­ren Wäch­ter aus­ein­an­der­set­zen, dem oft genug nichts gut genug ist.

Zumin­dest nicht gut genug für unse­re eige­nen hohen Ansprü­che – es soll ja, wie gesagt, groß­ar­tig wer­den.
Als Faust­re­gel gilt: Je grö­ßer die Auf­ga­be, des­to grö­ßer der Wäch­ter.

In ihrem wun­der­ba­ren Essay „The Wat­cher at the Gate“ (Der Wäch­ter am Tor) schreibt die Schrift­stel­le­rin Gail God­win sehr tref­fend:

Es ist erstaun­lich, was der Wäch­ter alles auf sich nimmt, um jeman­den davon abzu­hal­ten, dem Fluss sei­ner Fan­ta­sie zu fol­gen. Wäch­ter sind berüch­tig­te Blei­stift­spit­zer, Farb­band­wechs­ler, Blu­men­gie­ßer, Heim­wer­ker und Has­ser von unor­dent­li­chen Zim­mern und unor­dent­li­chen Sei­ten. Sie sind zwang­haf­te Nach­schla­ger. Sie kul­ti­vie­ren selbst­ge­fäl­li­ge Macken, die angeb­lich zu „Schrift­stel­lern“ pas­sen. Und sie wür­den lie­ber ster­ben (und die Inspi­ra­ti­on gleich mit in den Tod rei­ßen), als zu ris­kie­ren, einen Nar­ren aus sich zu machen.“
Gail God­win


(Gail God­win ver­öf­fent­lich­te ihr Essay 1977, also zu einer Zeit, als Farb­band­wech­seln noch dazu­ge­hör­te. Erset­zen Sie Farb­band doch ein­fach durch … Twit­ter? Face­book? Whats­App? Die Lis­te ist unend­lich lang!)

Wir alle pro­ben ganz selbst­ver­ständ­lich Vor­trä­ge, Streit­ge­sprä­che oder Hei­rats­an­trä­ge im Kopf, manch­mal sogar laut in Selbst­ge­sprä­chen.
War­um soll­te die­se bewähr­te Metho­de bei ande­ren Auf­ga­ben nicht funk­tio­nie­ren?

Schließ­lich geht es jetzt um alles oder nichts.

Erzwin­gen soll­te man nichts, Anlauf neh­men schon: beim Blei­stift­spit­zen, Put­zen oder Auf­räu­men; beim Fül­len der Recher­che­box und beim Notie­ren von Geis­te­blit­zen, Ide­en und Zita­ten.

Von dummen und von klugen Schülern

Der ers­te wun­de Punkt der Schreib- oder sons­ti­gen Blo­cka­de ist gelöst, Fens­ter put­zen ist nicht gleich Fens­ter put­zen. Meis­tens sind schein­bar ner­vi­ge Über­sprungs­hand­lun­gen nichts ande­res als geis­ti­ges Anlauf­neh­men, um den inne­ren ‚Wäch­ter‘ zu über­ren­nen.

• Tipp 3: Lesen Klau­en darf man nicht, sich inspi­rie­ren las­sen schon.
Beson­ders beim Schrei­ben schla­gen Stil, Spra­che und Tem­po der Lite­ra­tur, die Sie für Ihre Arbeit oder auch nur zum Spaß lesen, direkt auf Ihre eige­nen Tex­te durch.
Lesen Sie, aber lesen Sie rich­tig! Lesen Sie Bücher und Tex­te, die Ihnen gefal­len, ver­su­chen Sie zu ana­ly­sie­ren, was Ihnen dar­an gefällt, und machen Sie es nach.
Mei­den Sie so gut es geht Tex­te und Auto­ren, die Sie nicht mögen, auch wenn das The­ma inter­es­sant ist. Es ist erlaubt, ein Buch nach zehn Sei­ten weg­zu­le­gen.

Eine ent­schei­den­de Rol­le beim Anlauf­neh­men spielt der Fak­tor ‚Zeit‘.

Eine Vor­be­rei­tung ohne oder mit mög­lichst wenig Ter­min­druck soll­te man sich gön­nen — “Je weni­ger Zeit bleibt, umso destruk­ti­ver wird der Abga­be­ter­min”, schreibt Roy Peter Clark in sei­nem lesens­wer­ten Buch „Die 50 Werk­zeu­ge des guten Schrei­bens“.
Und setzt fort:


Der Redak­ti­ons­schluss zwingt Auto­ren zum Han­deln, eine Situa­ti­on, die Schü­ler jeder Jahr­gangs­stu­fe nur all­zu gut ken­nen. Refe­ra­te oder Haus­ar­bei­ten sind nur eine beson­de­re Form von Tex­ten auf Abruf. Selbst wenn man für die Arbeit zwei Wochen Zeit hat, war­tet ein typi­scher Schü­ler (ich war nicht anders) bis zum letz­ten Abend, um damit anzu­fan­gen. Klu­ge Leh­rer bera­ten sich mit dem Schü­ler, um zur Recher­che und Vor­be­rei­tung anzu­re­gen. Klu­ge Schü­ler begin­nen die Arbeit am Tag der Auf­ga­ben­stel­lung zu „schrei­ben“. Dum­me Schü­ler war­ten so lan­ge, bis der Druck des Abga­be­ter­mins zu stark und destruk­tiv wird.“
Roy Peter Clark


Der rote Faden

Nicht nur Schü­ler wis­sen, dass es meis­tens gewal­tig schief geht, wenn man auf den letz­ten Drü­cker irgend­was irgend­wie zusam­men­schreibt und als ‚fer­tig‘ abgibt; die Zahl ech­ter Genies, die so etwas kön­nen, ist begrenzt.
Auch das, was als leicht dahin­ge­wor­fe­ner Genie­streich daher­kommt, ist in der Regel das Resul­tat kon­se­quen­ter und ernst­haf­ter Vor­be­rei­tun­gen.

Soll ein Pro­jekt wirk­lich gut wer­den, soll­te man recht­zei­tig begin­nen, auch wenn man noch gar kei­ne Lust hat.
Und sich — zumin­dest men­tal — mit dem dicks­ten Bro­cken eines jeden Pro­jekts be- schäf­ti­gen, dem „rote Faden“.
Das geht übri­gens auch neben­bei beim Fens­ter­put­zen und Auf­räu­men.

Die Kunst auch sich selbst gegenüber ehrlich zu sein-Ich habe keine Zeit mich zu beeilen• Tipp 4 Mög­lichst ohne Ter­min­druck: Nie­mand kann locker und ent­spannt an eine Auf­ga­be her­an­ge­hen, wenn ihm die Zeit im Nacken sitzt. Sei­en Sie ein „klu­ger Schü­ler“, und begin­nen Sie mit den Vor­ar­bei­ten zu Ihrem nächs­ten Pro­jekt schon viel frü­her, als Sie zu kön­nen glau­ben.

Wofür und für Wen mache ich das eigent­lich?“, ist eine bana­le aber ent­schei­den­de Fra­ge, die man sich zu Beginn eines (Schreib-)Projektes und auch zwi­schen­durch stel­len soll­te.

Soll­te Ihnen Ihr Wäch­ter auf die Fra­ge “Wofür und für Wen?” ein „Alles-für-Alle“ ein­flüs­tern, strei­chen Sie die­sen Anspruch ersatz­los.
Er wird nicht funk­tio­nie­ren.
„Alles“ ist nicht wün­schens­wert, denn wer “Alles” sagen, schrei­ben oder tun will, wird kei­ne neu­en Erkennt­nis­se brin­gen, son­dern nur Ver­wir­rung stif­ten.
“Alles” ist zudem der Ver­such, sich um den “roten Faden” her­um­zu­mo­geln — das geht schief.
“Alle” wird man nie glück­lich machen kön­nen.
Auch “Alle” kann man des­halb getrost strei­chen.

Don’t make me think“ ist eigent­lich eine Stra­te­gie aus dem Mar­ke­ting, denn nie­mand möch­te über Wer­be­bot­schaf­ten auch noch nach­den­ken müs­sen.
KISS – Keep It Short and Simp­le“, ist ein wei­te­rer Rat­schlag.
Beson­ders bei kom­ple­xen Inhal­ten soll­te man sich so kurz und ein­fach wie mög­lich hal­ten.

Ein gelun­ge­ner „roter Faden“ ist ein kla­res Kon­zept, das ande­ren mit durch­dach­tem Inhalt anstel­le über­bor­den­der Aus­füh­run­gen wei­ter­hilft.
Dahin­ter steckt viel Hirn­schmalz, viel „Ver­such und Irr­tum“ und vie­le, vie­le Stun­den Nach­den­ken.
Wel­che Bot­schaft soll eigent­lich ankom­men?

Was möch­ten Sie aus­drü­cken, und wo liegt der „Hase im Pfef­fer“?

Wer ein Pro­jekt bear­bei­tet oder einen Text schreibt, hat irgend­wie ver­spro­chen, das Leben der ande­ren ein biss­chen ein­fa­cher und bun­ter zu machen.
Also tun Sie es!

• Tipp 5: Nur pro­bie­ren  Der „rote Faden“ ist ein flüch­ti­ges Ereig­nis, das man in der Regel nicht im Sturm erobert, son­dern meis­tens durch Anpir­schen und Ein­krei­sen für sich gewinnt. Des­we­gen ist es rat­sam, sein Pro­jekt als ‚Pro­be‘ zu begin­nen: Die Erkennt­nis­se der Recher­che­box auf­schrei­ben und in einer gro­ben Skiz­ze die Kern­the­sen zusam­men­fas­sen, Sich in die Lage des Lesers oder Zuhö­rers ver­set­zen und über­le­gen, wel­che Infor­ma­tio­nen er braucht, damit sein Leben bun­ter und/oder ein­fa­cher wird.
Die Pro­be erst ohne, mit der Zeit aber mit wach­sen­dem Anspruch zusam­men­stel­len.
Eini­ge Gedan­ken wer­den Ihnen gut und aus­bau­fä­hig erschei­nen – mit denen arbei­ten Sie wei­ter –, ande­re sind nur Zwi­schen­schrit­te, die auf dem Weg zum Gesamt­er­geb­nis irgend­wann wie­der gelöscht wer­den.
Man­che Tage sind „Holzweg“-Tage mit viel­leicht drei mage­ren Wör­tern als Aus­beu­te (die aber durch­aus wich­tig sein kön­nen!), an ande­ren Tagen geht es super vor­an.
Nur nicht die Geduld ver­lie­ren, Haupt­sa­che es tut sich was!


Ohne Müh­sal wird man das Ver­spre­chen, das Leben der ande­ren bun­ter und/oder ein­fa­cher zu machen, nicht ein­lö­sen kön­nen: Man muss sich ihre Gedan­ken vor­ab machen, Fra­gen zum The­ma vor­her­se­hen, und sich für sie den Kopf zer­bre­chen.

Wofür und für Wen?”, ist nie eine ein­fa­che Fra­ge. Aber eine loh­nens­wer­te!


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Anfangen!

Der „rote Faden“ ist der Dreh- und Angel­punkt eines guten Pro­jek­tes.
Fin­det man ihn nicht, wird die Arbeit müh­sam vor sich hin­stol­pern und das Ergeb­nis ver­mut­lich nie­man­den Freu­de berei­ten.
Hat man ihn dage­gen gefun­den, ist der Rest eigent­lich nur noch Rou­ti­ne und man hat zudem die Chan­ce, statt einer bra­ven Fleiß­ar­beit einen gro­ßen Wurf zu lan­den.

• Tipp 6 Anfan­gen! Der Sankt-Nim­mer­leins-Tag fällt aus. Bes­ser ist es, man fängt sofort an. Frei nach dem Mot­to: „Der Mann, der den Berg abtrug, war der­sel­be, der anfing, klei­ne Stei­ne weg­zu­tra­gen.“ (Kon­fu­zi­us).

Vie­les ergibt sich erst wäh­rend des Tuns, wäh­rend des Ein­ar­bei­tens, des Nach­den­kens und des Fens­ter­put­zens.
Lei­der oft auch der Spaß an der Sache.
Und selbst wenn das anste­hen­de Pro­jekt nur eine ner­vi­ge Fleiß­ar­beit ist — sie wird viel mehr Spaß machen, wenn man sie ernst nimmt und am Ende etwas her­aus­kommt, das ande­ren gefällt und hilft.

Nichts berei­tet so viel Freu­de wie eine Hür­de, die man meis­ter­haft genom­men hat!

Fazit:

Die aller­wich­tigs­ten Rat­schlä­ge gegen Blo­cka­den jeg­li­cher Art:
Sich frei­ma­chen und anfan­gen.
Sich in klei­nen Schrit­ten zum gro­ßen Ziel vor­ar­bei­ten.
Erst­mal zur Pro­be begin­nen.
Und kein „dum­mer Schü­ler“ sein, der dann, wenn’s schwie­rig wird auf­gibt und ein Pro­jekt not­falls auch bis zum Sankt-Nim­mer­leins-Tag auf­schiebt.

Und außer­dem:

• Tipp 7: Frei­schwim­men durch ‚Free­wri­ting‘ Um (Schreib-)Barrieren zu über­win­den, gibt es groß­ar­ti­ge Tech­ni­ken. Nach­dem Sie Ihre Recher­che­box ange­legt und gefüllt haben, kön­nen Sie bei­spiels­wei­se ein­fach mal fünf, zehn oder 20 Minu­ten auf­schrei­ben, was Ihnen zu Ihrem The­ma durch den Kopf geht. Ohne Abset­zen, ohne Nach­den­ken, ohne auf For­mu­lie­run­gen zu ach­ten. Ein­fach so, um in den Gedan­ken­fluss zu kom­men. Legen Sie dann Ihr ‚Freewriting‘-Ergebnis weg und lesen Sie es am nächs­ten Tag noch ein­mal durch. Gar nicht so schlecht, oder? Wahr­schein­lich stimmt die Rei­hen­fol­ge noch nicht, bei den For­mu­lie­run­gen ist ver­mut­lich noch „Luft nach oben“, aber im Gro­ßen und Gan­zen ist das, was Sie da pro­du­ziert haben, schon eine aus­ge­zeich­ne­te Basis. Glück­wunsch! Das lässt sich jetzt näm­lich aus­bau­en. (Mehr zum The­ma Schrei­ben und ‚Free­wri­ting‘ fin­den Sie auch unter: Schreib’s auf! Die wun­der­ba­re Kraft des Schrei­bens.)

• Tipp 8: Pau­sen ein­le­gen Neh­men Sie sich unge­stör­te Zeit für Ihr Pro­jekt, aber begren­zen Sie die­se Zeit auch. Nie­mand ist per­ma­nent pro­duk­tiv und krea­tiv. Wenn man sich zu sehr in sei­ne Auf­ga­be ver­beißt, kann es sein, dass sich am nächs­ten Tag die Fra­ge „Oje, was hab‘ ich denn da gemacht?“ auf­drängt. Mäßig aber regel­mä­ßig ist bes­ser als alles in einem Rutsch und im „Hauruck“-Verfahren abzu­ar­bei­ten.
Sor­gen Sie für aus­rei­chen­de Pau­sen und Ent­span­nung. Erst mit etwas Abstand kön­nen Sie die Ergeb­nis­se Ihrer Arbeit über­prü­fen, abschät­zen und gege­be­nen­falls kor­ri­gie­ren.

• Tipp 9: Lie­gen­las­sen Am Ende erwischt es einen dann doch meis­tens: „Need for clo­sure“, das Bedürf­nis, fer­tig zu wer­den. Es ist 22.00 Uhr, Sie haben wäh­rend des End­spurts viel län­ger als geplant an Ihrem Pro­jekt gear­bei­tet und alles rich­tig gemacht: der „Wäch­ter“ ist glück­lich, ein roter Faden gespon­nen, tref­fen­de For­mu­lie­run­gen gefun­den und alles ist hübsch ver­packt und rund gefeilt. Jetzt ist Schluss, jetzt wird aus­ge­druckt, gepos­tet oder ver­schickt, denn Sie sind müde und wol­len ins Bett.
Tun Sie’s nicht. Las­sen Sie es lie­gen. Gehen Sie ins Bett, schla­fen Sie noch ein­mal drü­ber und schlie­ßen Sie Ihr Pro­jekt am nächs­ten Tag so ab, wie Sie es begon­nen haben: ent­spannt und in Ruhe. So ver­ständ­lich „Need for clo­sure“ auch ist, so wich­tig Effi­zi­enz und Effek­ti­vi­tät bei jeder Auf­ga­be sind, so sehr läuft man Gefahr, das Ergeb­nis und den Erfolg durch­dach­ter Arbeit am Ende sei­ner eige­nen Unge­duld zu opfern. Ein gelun­ge­nes Pro­jekt muss fun­keln. Fun­kelt Ihres? Das wer­den Sie spü­ren. Aber erst, wenn Sie es sich aus­ge­ruht und mit Abstand noch ein­mal anse­hen. Mor­gen.

• Tipp 10: Ankom­men! Auch Fer­tig­wer­den ist Übungs­sa­che, manch­mal wird es aber auch zur Kunst. Beson­ders dann, wenn man nicht ter­min­ge­bun­den für ande­re arbei­tet, son­dern für sein eige­nes Pro­jekt, ist die Gefahr groß, dass das Ende besag­tem Sankt-Nim­mer­leins-Tag zum Opfer fällt. Natür­lich kann man sein Leben und sei­ne Arbeit auf das Ziel “es muss per­fekt sein” aus­le­gen, Spaß macht das auf Dau­er aller­dings nicht (Mehr zum The­ma fin­den Sie unter: Vor Ankom­men wird gewarnt!).
Bevor man in die größ­te aller „Aufschieberitis“-Fallen tappt und wegen Per­fek­tio­nis­mus nie fer­tig wird, soll­te man die Not­brem­se zie­hen: sich selbst ter­mi­nie­ren und das bis­he­ri­ge Arbeits-ergeb­nis wenigs­tens einem klei­nen ver­trau­ten Kreis prä­sen­tie­ren.
Nach­bes­sern kann man dann immer noch …


Immer noch nichts? Kein Grund zur Depres­si­on! Nen­nen Sie Ihre Auf­ga­be (oder Ihren unge­schrie­be­nen Text) doch lie­ber „Pro­be“ und fan­gen an.
Natür­lich nicht mit der Auf­ga­be. Mit der Pro­be!


Copy­right: Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en, www.bildbiographien.de, 2016, über­ar­bei­tet 2017


Buch­emp­feh­lun­gen:
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Auf­räu­men beginnt im Kopf. Und im Klei­der­schrank! Wit­zig, moti­vie­rend und inspi­rie­rend. Nach die­sem Buch macht sogar Auf­räu­men Spaß! Anu­sch­ka Rees, Das Klei­der­schrank-Pro­jekt: Sys­te­ma­tisch zum eige­nen Stil und zu bewuss­tem Mode­kon­sum*, DuMont Buch­ver­lag GmbH & Co. KG, 2017

Ein tol­ler Rat­ge­ber mit vie­len Text­bei­spie­len und Übun­gen. Noch ein “Must-Have” — nicht nur bei Schreib­blo­cka­den. Roy Peter Clark, Die 50 Werk­zeu­ge für gutes Schrei­ben. Hand­buch für Auto­ren, Jour­na­lis­ten und Tex­ter*, Auto­ren­haus Ver­lag GmbH 2008

Anstö­ße für eine zufrie­de­ne­res Leben. Mit vie­len Bei­spie­len und kla­ren Wor­ten die Erklä­rung dafür, wie und war­um wir uns selbst gele­gent­lich in unbe­frie­di­gen­de Lebens­si­tua­tio­nen manö­vrie­ren — und wie wir aus ihnen wie­der her­aus­kom­men. Rein­hard K. Spren­ger: Die Ent­schei­dung liegt bei dir! Wege aus der all­täg­li­chen Unzu­frie­den­heit*, Cam­pus Ver­lag GmbH, Frankfurt/Main, über­ar­bei­te­te Neu­auf­la­ge 2015, bro­schiert

Das “Must-Have” für alle , die ein­fach immer zu wenig Zeit haben.
Lothar Sei­wert: Das Bume­rang-Prin­zip: Mehr Zeit für’s Glück*, dtv Taschen­buch, 2004

Schreib- und sons­ti­ge Blo­cka­den:


Ein groß­ar­ti­ger Blog über’s Blog­gen, Schrei­ben und das Leben an sich: Schreib­such­ti – Walt­her Epp:
http://www.schreibsuchti.de/2016/04/12/schreibstil/


 „Mor­gen, mor­gen“ aus wis­sen­schaft­li­cher Sicht. Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung, Okto­ber 2012
http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/denkfehler-die-uns-geld-kosten/denkfehler-die-uns-geld-kosten-36-morgen-morgen-nur-nicht-heute-11932932.html


 Wei­ter­füh­ren­de Links zum The­ma Lebens­glück:


Vie­le Men­schen drü­cken sich vor dem Ankom­men, indem sie das, was sie angeb­lich wol­len, in uner­reich­ba­re Höhe hän­gen. Mit gutem Grund, denn spä­tes­tens seit Geor­ge Ber­nard Shaw wis­sen wir, dass es im Leben zwei Tra­gö­di­en gibt: Die Nicht­er­fül­lung eines Her­zens­wun­sches — und sei­ne Erfül­lung. Über Zie­le und wie man sie trotz­dem errei­chen kann.
Vor Ankom­men wird gewarnt!


Publish or Perish“ – schreib’ oder ver­schwin­de – ist ursprüng­lich eine alte Uni­ver­si­täts-Weis­heit, die mitt­ler­wei­le mehr und mehr für alle gilt. Es reicht nicht mehr aus, die geerb­ten Foto­al­ben und Stamm­bü­cher zu hegen und zu pfle­gen, denn ihr Inhalt wird für nach­fol­gen­de Gene­ra­tio­nen sinn­los, wenn das Wis­sen dazu ver­lo­ren gegan­gen ist.
11 Tipps, die Sie beim bio­gra­fi­schen Schrei­ben beach­ten soll­ten


Schrei­ben ist so viel mehr als das Anein­an­der­rei­hen von Wör­tern und Satz­zei­chen.
Wer schreibt, muss nach­den­ken, aus­wäh­len, sam­meln, gewich­ten — und sich genau über- legen, was gesagt wer­den soll. Eine Anstren­gung, die sich lohnt.
Denn wer schreibt, muss auf den Punkt kom­men. Allein des­halb macht uns Schrei­ben jedes Mal auch ein biss­chen bes­ser. Ein biss­chen genau­er, ein biss­chen kon­zen­trier­ter, ein biss­chen schlau­er. Und ein biss­chen glück­li­cher!
Die wun­der­ba­re Kraft des Schrei­bens


Posi­ti­ve Psy­cho­lo­gie ist nicht gleich posi­ti­ves Den­ken! Men­schen mit schlim­men Erfah­run­gen bleibt ihr Trau­ma immer im Gedächt­nis, aber sie haben gelernt, damit umzu­ge­hen. Über Resi­li­enz und die drei For­men des glück­li­chen Lebens:
Die Ener­gie folgt der Auf­merk­sam­keit


Wir müssten das alles mal aufschreiben Die Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en fer­tigt seit 2012 hoch­wer­ti­ge Bild­bän­de und Chro­ni­ken über Fami­li­en- und Unter­neh­mens-geschich­ten an, betreibt aber auch einen Shop mit exklu­si­ven Geschenk­ide­en und einen Ghost­wri­ting-Ser­vice. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­den Sie auf unse­rer Home­page Bio­gra­phie & Ser­vice: Wir schrei­ben Geschichte(n)


 

Bild­nach­weis:
Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en, 2016

 

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