10 Tipps gegen Aufschieberitis

Warum Aufschieben manchmal besser als machen ist

„Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle …“.
Schön ist anders, denn ‚eigentlich‘ möchte und müsste man dringend vorankommen.
Doch die „Aufschieberitis“ greift ebenso wie ihre nahe Verwandte, die  „Schreibblockade“, gerne um sich. Wenn sie da ist, geht nichts mehr. Zumindest scheinbar.
Prokrastination kann aber auch ihr Gutes haben. Sie kann sogar nützlich sein: für’s Anlaufnehmen, zum Beispiel.

Stundenlang vor einem leeren Bildschirm zu brüten  dem Cursor beim Blinken zu- zugucken, ist kein bedauerliches Einzelschicksal.

Es ist auch nicht bedauernswert, wenn man schließlich entnervt aufgibt und die typischen Verzögerungstaktiken zum Einsatz bringt, die bei Schreib- und sonstigen Blockaden bewährt sind: Fenster putzen, Kaffee kochen, aufräumen oder zum zehnten Mal im Email-Postfach nachsehen, ob nicht doch eine wichtige Nachricht dringend beantwortet werden muss.

Studentenbuden sind nicht ohne Grund in Prüfungsphasen am ordentlichsten!
Von ‚Einzel‘ oder ‚Schicksal‘ kann nicht die Rede sein.
Und immerhin ist die Post erledigt und die Fenster sind geputzt.

Mäßig aber regelmäßig ist der beste Tipp gegen AufschieberitisPausen machen.
Das fällt mir schwer, seitdem ich selbständig bin.
Als ich „noch gearbeitet habe“ (das meint: als ich noch festangestellt war – mein Lieblingsspruch, den ich zu Beginn meiner Selbständigkeit oft gehört habe) war ich zwar auch schon ziemlich perfektionistisch, aber Wochenenden und Urlaub waren heilig (meistens zumindest).
Mit der Selbständigkeit hatte sich dann leider ziemlich flott die 6- bis 7-Tage-Woche eingeschlichen.
Und das ist Mist.
Heute denke ich, ich wäre viel schneller vorangekommen, wenn ich mir mehr Zeit gelassen hätte. Ohne Pausen wird Aktion schnell zum Aktionismus und man dreht Extrarunden, die gar nicht notwendig sind.Deswegen gilt seit Kurzem wieder Omas alte Weisheit: Mäßig, aber regelmäßig.

Wer aufschiebt, arbeitet oft schon am Problem

Die „Aufschieberitis“, lateinisch auch nicht hübscher als „Prokrastination“ bezeichnet (cras bedeutet „morgen), ist ein scheußliches Wort für den scheußliche Zustand, in dem nichts vorangeht.
Zumindest scheinbar nichts.

Denn eigentlich arbeiten wir am Problem.
Während wir mit schlechtem Gewissen Fenster oder sonstige Routineaufgaben bearbeiten, läuft doch schon längst unser Kopfkino, das die Blockade lösen wird.

Der echte Aufschieberitis-Profi kennt die spannungsgeladene Situation zu Beginn eines neuen Projekts (manchmal leider auch mittendrin).

Bestes Mittel dagegen: Putzen (oder was sonst anliegt) und sich bei seinen Ausreiß-manövern für alle Fälle Stift und Papier neben dem Putzeimer bereitlegen.
Bei Bedarf alles fallen, stehen oder liegen lassen und die Geistesblitze, die möglicherweise ganz plötzlich und zwischendurch kommen, aufschreiben.
(Wirklich aufschreiben! Man sollte nie glauben, man könnte sich die genialen Gedanken oder Formulierungen, die einem im Moment durch den Kopf schießen, merken.
Man kann es nicht!)

• Tipp 1: Aufräumen  Solange sich Rechnungen, unbeantwortete E-Mails oder sonstige „TO DOs“ auf dem Schreibtisch stapeln, wird es schwer sein, den Kopf für ein neues Projekt frei zu bekommen. Entrümpeln Sie erst einmal und schaffen Sie Platz für Neues! Das darf durchaus einen ganzen Arbeitstag kosten, denn die Zeit zählt schon zu Ihrer neuen Aufgabe, die Sie demnächst mit großem Erfolg abschließen werden!

Der innere Wächter

Wichtige Aufgaben und geistiges Neuland brauchen eine mentale Vorbereitungszeit.
Lange Zeit, vielleicht sogar wochen- und monatelang, haben wir in Gedanken an einer Idee gefeilt und den Moment vorbereitet, in dem sie endlich auf dem Papier steht.

Mental sind wir gut vorbereitet. Glauben wir.
Aber jetzt müssen wir liefern.

Und ausgerechnet jetzt grüßt nicht, wie oft fälschlicherweise angenommen wird, der „innere Schweinehund“, sondern unser allgegenwärtiger „Wächter“; derjenige also, der immer so schön aufpasst, dass wir keinen Unsinn produzieren.

• Tipp 2: Sammeln und Recherchieren Ohne den Anspruch schon irgendetwas produzieren zu müssen, sollten wir zu Beginn eines Projektes das Eichhörnchen in uns entdecken, und in einer virtuellen oder echten Box Zitate, Zeitungsartikel, Fotos und Notizen zu sammeln und aufbewahren.
Und zwar alles, was Ihnen gefällt und später für Ihr Thema nützlich sein könnte. Das Schöne ist, dass sich im Laufe der Zeit nicht nur die Recherchebox füllt, sondern auch Ihr Kopf. Ist man mit Interesse und Enthusiasmus bei der Sache, dauert es nicht lange, bis sich dort alles Gelesene, Markierte und Notierte selbständig macht, zu „gären“ beginnt und nach und nach zu einem Gesamtbild zusammenfügt – eine feine Sache, wenn man später die Quintessenz einfach nur noch destillieren muss.

Wer etwas Großes vorhat – einen großartigen Text schreiben oder eine Aufgabe erfolg- reich lösen –, muss sich erst einmal mit seinem inneren Wächter auseinandersetzen, dem oft genug nichts gut genug ist.

Zumindest nicht gut genug für unsere eigenen hohen Ansprüche – es soll ja, wie gesagt, großartig werden.
Als Faustregel gilt: Je größer die Aufgabe, desto größer der Wächter.

In ihrem wunderbaren Essay „The Watcher at the Gate“ (Der Wächter am Tor) schreibt die Schriftstellerin Gail Godwin sehr treffend:

„Es ist erstaunlich, was der Wächter alles auf sich nimmt, um jemanden davon abzuhalten, dem Fluss seiner Fantasie zu folgen. Wächter sind berüchtigte Bleistiftspitzer, Farbbandwechsler, Blumengießer, Heimwerker und Hasser von unordentlichen Zimmern und unordentlichen Seiten. Sie sind zwanghafte Nachschlager. Sie kultivieren selbstgefällige Macken, die angeblich zu „Schriftstellern“ passen. Und sie würden lieber sterben (und die Inspiration gleich mit in den Tod reißen), als zu riskieren, einen Narren aus sich zu machen.“
Gail Godwin


(Gail Godwin veröffentlichte ihr Essay 1977, also zu einer Zeit, als Farbbandwechseln noch dazugehörte. Ersetzen Sie Farbband doch einfach durch … Twitter? Facebook? WhatsApp? Die Liste ist unendlich lang!)

Wir alle proben ganz selbstverständlich Vorträge, Streitgespräche oder Heiratsanträge im Kopf, manchmal sogar laut in Selbstgesprächen.
Warum sollte diese bewährte Methode bei anderen Aufgaben nicht funktionieren?

Schließlich geht es jetzt um alles oder nichts.

Erzwingen sollte man nichts, Anlauf nehmen schon: beim Bleistiftspitzen, Putzen oder Aufräumen; beim Füllen der Recherchebox und beim Notieren von Geisteblitzen, Ideen und Zitaten.

Von dummen und von klugen Schülern

Der erste wunde Punkt der Schreib- oder sonstigen Blockade ist gelöst, Fenster putzen ist nicht gleich Fenster putzen. Meistens sind scheinbar nervige Übersprungshandlungen nichts anderes als geistiges Anlaufnehmen, um den inneren ‚Wächter‘ zu überrennen.

• Tipp 3: Lesen Klauen darf man nicht, sich inspirieren lassen schon.
Besonders beim Schreiben schlagen Stil, Sprache und Tempo der Literatur, die Sie für Ihre Arbeit oder auch nur zum Spaß lesen, direkt auf Ihre eigenen Texte durch.
Lesen Sie, aber lesen Sie richtig! Lesen Sie Bücher und Texte, die Ihnen gefallen, versuchen Sie zu analysieren, was Ihnen daran gefällt, und machen Sie es nach.
Meiden Sie so gut es geht Texte und Autoren, die Sie nicht mögen, auch wenn das Thema interessant ist. Es ist erlaubt, ein Buch nach zehn Seiten wegzulegen.

Eine entscheidende Rolle beim Anlaufnehmen spielt der Faktor ‚Zeit‘.

Eine Vorbereitung ohne oder mit möglichst wenig Termindruck sollte man sich gönnen – „Je weniger Zeit bleibt, umso destruktiver wird der Abgabetermin“, schreibt Roy Peter Clark in seinem lesenswerten Buch „Die 50 Werkzeuge des guten Schreibens“.
Und setzt fort:


„Der Redaktionsschluss zwingt Autoren zum Handeln, eine Situation, die Schüler jeder Jahrgangsstufe nur allzu gut kennen. Referate oder Hausarbeiten sind nur eine besondere Form von Texten auf Abruf. Selbst wenn man für die Arbeit zwei Wochen Zeit hat, wartet ein typischer Schüler (ich war nicht anders) bis zum letzten Abend, um damit anzufangen. Kluge Lehrer beraten sich mit dem Schüler, um zur Recherche und Vorbereitung anzuregen. Kluge Schüler beginnen die Arbeit am Tag der Aufgabenstellung zu „schreiben“. Dumme Schüler warten so lange, bis der Druck des Abgabetermins zu stark und destruktiv wird.“
Roy Peter Clark


Der rote Faden

Nicht nur Schüler wissen, dass es meistens gewaltig schief geht, wenn man auf den letzten Drücker irgendwas irgendwie zusammenschreibt und als ‚fertig‘ abgibt; die Zahl echter Genies, die so etwas können, ist begrenzt.
Auch das, was als leicht dahingeworfener Geniestreich daherkommt, ist in der Regel das Resultat konsequenter und ernsthafter Vorbereitungen.

Soll ein Projekt wirklich gut werden, sollte man rechtzeitig beginnen, auch wenn man noch gar keine Lust hat.
Und sich – zumindest mental – mit dem dicksten Brocken eines jeden Projekts be- schäftigen, dem „rote Faden“.
Das geht übrigens auch nebenbei beim Fensterputzen und Aufräumen.

Die Kunst auch sich selbst gegenüber ehrlich zu sein-Ich habe keine Zeit mich zu beeilen• Tipp 4 Möglichst ohne Termindruck: Niemand kann locker und entspannt an eine Aufgabe herangehen, wenn ihm die Zeit im Nacken sitzt. Seien Sie ein „kluger Schüler“, und beginnen Sie mit den Vorarbeiten zu Ihrem nächsten Projekt schon viel früher, als Sie zu können glauben.

Wofür und für Wen mache ich das eigentlich?“, ist eine banale aber entscheidende Frage, die man sich zu Beginn eines (Schreib-)Projektes und auch zwischendurch stellen sollte.

Sollte Ihnen Ihr Wächter auf die Frage „Wofür und für Wen?“ ein „Alles-für-Alle“ einflüstern, streichen Sie diesen Anspruch ersatzlos.
Er wird nicht funktionieren.
„Alles“ ist nicht wünschenswert, denn wer „Alles“ sagen, schreiben oder tun will, wird keine neuen Erkenntnisse bringen, sondern nur Verwirrung stiften.
„Alles“ ist zudem der Versuch, sich um den „roten Faden“ herumzumogeln – das geht schief.
„Alle“ wird man nie glücklich machen können.
Auch „Alle“ kann man deshalb getrost streichen.

Don’t make me think“ ist eigentlich eine Strategie aus dem Marketing, denn niemand möchte über Werbebotschaften auch noch nachdenken müssen.
KISS – Keep It Short and Simple“, ist ein weiterer Ratschlag.
Besonders bei komplexen Inhalten sollte man sich so kurz und einfach wie möglich halten.

Ein gelungener „roter Faden“ ist ein klares Konzept, das anderen mit durchdachtem Inhalt anstelle überbordender Ausführungen weiterhilft.
Dahinter steckt viel Hirnschmalz, viel „Versuch und Irrtum“ und viele, viele Stunden Nachdenken.
Welche Botschaft soll eigentlich ankommen?

Was möchten Sie ausdrücken, und wo liegt der „Hase im Pfeffer“?

Wer ein Projekt bearbeitet oder einen Text schreibt, hat irgendwie versprochen, das Leben der anderen ein bisschen einfacher und bunter zu machen.
Also tun Sie es!

• Tipp 5: Nur probieren  Der „rote Faden“ ist ein flüchtiges Ereignis, das man in der Regel nicht im Sturm erobert, sondern meistens durch Anpirschen und Einkreisen für sich gewinnt. Deswegen ist es ratsam, sein Projekt als ‚Probe‘ zu beginnen: Die Erkenntnisse der Recherchebox aufschreiben und in einer groben Skizze die Kernthesen zusammenfassen, Sich in die Lage des Lesers oder Zuhörers versetzen und überlegen, welche Informationen er braucht, damit sein Leben bunter und/oder einfacher wird.
Die Probe erst ohne, mit der Zeit aber mit wachsendem Anspruch zusammenstellen.
Einige Gedanken werden Ihnen gut und ausbaufähig erscheinen – mit denen arbeiten Sie weiter –, andere sind nur Zwischenschritte, die auf dem Weg zum Gesamtergebnis irgendwann wieder gelöscht werden.
Manche Tage sind „Holzweg“-Tage mit vielleicht drei mageren Wörtern als Ausbeute (die aber durchaus wichtig sein können!), an anderen Tagen geht es super voran.
Nur nicht die Geduld verlieren, Hauptsache es tut sich was!


Ohne Mühsal wird man das Versprechen, das Leben der anderen bunter und/oder einfacher zu machen, nicht einlösen können: Man muss sich ihre Gedanken vorab machen, Fragen zum Thema vorhersehen, und sich für sie den Kopf zerbrechen.

„Wofür und für Wen?“, ist nie eine einfache Frage. Aber eine lohnenswerte!


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Anfangen!

Der „rote Faden“ ist der Dreh- und Angelpunkt eines guten Projektes.
Findet man ihn nicht, wird die Arbeit mühsam vor sich hinstolpern und das Ergebnis vermutlich niemanden Freude bereiten.
Hat man ihn dagegen gefunden, ist der Rest eigentlich nur noch Routine und man hat zudem die Chance, statt einer braven Fleißarbeit einen großen Wurf zu landen.

• Tipp 6 Anfangen! Der Sankt-Nimmerleins-Tag fällt aus. Besser ist es, man fängt sofort an. Frei nach dem Motto: „Der Mann, der den Berg abtrug, war derselbe, der anfing, kleine Steine wegzutragen.“ (Konfuzius).

Vieles ergibt sich erst während des Tuns, während des Einarbeitens, des Nachdenkens und des Fensterputzens.
Leider oft auch der Spaß an der Sache.
Und selbst wenn das anstehende Projekt nur eine nervige Fleißarbeit ist – sie wird viel mehr Spaß machen, wenn man sie ernst nimmt und am Ende etwas herauskommt, das anderen gefällt und hilft.

Nichts bereitet so viel Freude wie eine Hürde, die man meisterhaft genommen hat!

Fazit:

Die allerwichtigsten Ratschläge gegen Blockaden jeglicher Art:
Sich freimachen und anfangen.
Sich in kleinen Schritten zum großen Ziel vorarbeiten.
Erstmal zur Probe beginnen.
Und kein „dummer Schüler“ sein, der dann, wenn’s schwierig wird aufgibt und ein Projekt notfalls auch bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag aufschiebt.

Und außerdem:

• Tipp 7: Freischwimmen durch ‚Freewriting‘ Um (Schreib-)Barrieren zu überwinden, gibt es großartige Techniken. Nachdem Sie Ihre Recherchebox angelegt und gefüllt haben, können Sie beispielsweise einfach mal fünf, zehn oder 20 Minuten aufschreiben, was Ihnen zu Ihrem Thema durch den Kopf geht. Ohne Absetzen, ohne Nachdenken, ohne auf Formulierungen zu achten. Einfach so, um in den Gedankenfluss zu kommen. Legen Sie dann Ihr ‚Freewriting‘-Ergebnis weg und lesen Sie es am nächsten Tag noch einmal durch. Gar nicht so schlecht, oder? Wahrscheinlich stimmt die Reihenfolge noch nicht, bei den Formulierungen ist vermutlich noch „Luft nach oben“, aber im Großen und Ganzen ist das, was Sie da produziert haben, schon eine ausgezeichnete Basis. Glückwunsch! Das lässt sich jetzt nämlich ausbauen. (Mehr zum Thema Schreiben und ‚Freewriting‘ finden Sie auch unter: Schreib’s auf! Die wunderbare Kraft des Schreibens.)

• Tipp 8: Pausen einlegen Nehmen Sie sich ungestörte Zeit für Ihr Projekt, aber begrenzen Sie diese Zeit auch. Niemand ist permanent produktiv und kreativ. Wenn man sich zu sehr in seine Aufgabe verbeißt, kann es sein, dass sich am nächsten Tag die Frage „Oje, was hab‘ ich denn da gemacht?“ aufdrängt. Mäßig aber regelmäßig ist besser als alles in einem Rutsch und im „Hauruck“-Verfahren abzuarbeiten.
Sorgen Sie für ausreichende Pausen und Entspannung. Erst mit etwas Abstand können Sie die Ergebnisse Ihrer Arbeit überprüfen, abschätzen und gegebenenfalls korrigieren.

• Tipp 9: Liegenlassen Am Ende erwischt es einen dann doch meistens: „Need for closure“, das Bedürfnis, fertig zu werden. Es ist 22.00 Uhr, Sie haben während des Endspurts viel länger als geplant an Ihrem Projekt gearbeitet und alles richtig gemacht: der „Wächter“ ist glücklich, ein roter Faden gesponnen, treffende Formulierungen gefunden und alles ist hübsch verpackt und rund gefeilt. Jetzt ist Schluss, jetzt wird ausgedruckt, gepostet oder verschickt, denn Sie sind müde und wollen ins Bett.
Tun Sie’s nicht. Lassen Sie es liegen. Gehen Sie ins Bett, schlafen Sie noch einmal drüber und schließen Sie Ihr Projekt am nächsten Tag so ab, wie Sie es begonnen haben: entspannt und in Ruhe. So verständlich „Need for closure“ auch ist, so wichtig Effizienz und Effektivität bei jeder Aufgabe sind, so sehr läuft man Gefahr, das Ergebnis und den Erfolg durchdachter Arbeit am Ende seiner eigenen Ungeduld zu opfern. Ein gelungenes Projekt muss funkeln. Funkelt Ihres? Das werden Sie spüren. Aber erst, wenn Sie es sich ausgeruht und mit Abstand noch einmal ansehen. Morgen.

• Tipp 10: Ankommen! Auch Fertigwerden ist Übungssache, manchmal wird es aber auch zur Kunst. Besonders dann, wenn man nicht termingebunden für andere arbeitet, sondern für sein eigenes Projekt, ist die Gefahr groß, dass das Ende besagtem Sankt-Nimmerleins-Tag zum Opfer fällt. Natürlich kann man sein Leben und seine Arbeit auf das Ziel „es muss perfekt sein“ auslegen, Spaß macht das auf Dauer allerdings nicht (Mehr zum Thema finden Sie unter: Vor Ankommen wird gewarnt!).
Bevor man in die größte aller „Aufschieberitis“-Fallen tappt und wegen Perfektionismus nie fertig wird, sollte man die Notbremse ziehen: sich selbst terminieren und das bisherige Arbeits-ergebnis wenigstens einem kleinen vertrauten Kreis präsentieren.
Nachbessern kann man dann immer noch …


Immer noch nichts? Kein Grund zur Depression! Nennen Sie Ihre Aufgabe (oder Ihren ungeschriebenen Text) doch lieber „Probe“ und fangen an.
Natürlich nicht mit der Aufgabe. Mit der Probe!


Copyright: Agentur für Bildbiographien, www.bildbiographien.de, 2016


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Schreib- und sonstige Blockaden:


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http://www.schreibsuchti.de/2016/04/12/schreibstil/


 „Morgen, morgen“ aus wissenschaftlicher Sicht. Frankfurter Allgemeine Zeitung, Oktober 2012
http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/denkfehler-die-uns-geld-kosten/denkfehler-die-uns-geld-kosten-36-morgen-morgen-nur-nicht-heute-11932932.html


 Weiterführende Links zum Thema Lebensglück:


Viele Menschen drücken sich vor dem Ankommen, indem sie das, was sie angeblich wollen, in unerreichbare Höhe hängen. Mit gutem Grund, denn spätestens seit George Bernard Shaw wissen wir, dass es im Leben zwei Tragödien gibt: Die Nichterfüllung eines Herzenswunsches – und seine Erfüllung. Über Ziele und wie man sie trotzdem erreichen kann.
Vor Ankommen wird gewarnt!


„Publish or Perish“ – schreib’ oder verschwinde – ist ursprünglich eine alte Universitäts-Weisheit, die mittlerweile mehr und mehr für alle gilt. Es reicht nicht mehr aus, die geerbten Fotoalben und Stammbücher zu hegen und zu pflegen, denn ihr Inhalt wird für nachfolgende Generationen sinnlos, wenn das Wissen dazu verloren gegangen ist.
11 Tipps, die Sie beim biografischen Schreiben beachten sollten


Schreiben ist so viel mehr als das Aneinanderreihen von Wörtern und Satzzeichen.
Wer schreibt, muss nachdenken, auswählen, sammeln, gewichten – und sich genau über- legen, was gesagt werden soll. Eine Anstrengung, die sich lohnt.
Denn wer schreibt, muss auf den Punkt kommen. Allein deshalb macht uns Schreiben jedes Mal auch ein bisschen besser. Ein bisschen genauer, ein bisschen konzentrierter, ein bisschen schlauer. Und ein bisschen glücklicher!
Die wunderbare Kraft des Schreibens


Positive Psychologie ist nicht gleich positives Denken! Menschen mit schlimmen Erfahrungen bleibt ihr Trauma immer im Gedächtnis, aber sie haben gelernt, damit umzugehen. Über Resilienz und die drei Formen des glücklichen Lebens:
Die Energie folgt der Aufmerksamkeit


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Bildnachweis:
Agentur für Bildbiographien, 2016

 

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