Die Geschichte mit dem Hammer

Wenn zwischenmenschliche Kommunikation so richtig in die Hose gehen soll, dann weiß man am besten schon im Voraus, was der andere sagen, denken oder meinen könnte. Wie man das am geschicktesten macht, zeigt uns Paul Watzlawick in seiner unvergleichlichen „Anleitung zum Unglücklichsein“:

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Wie kommt das Bild ins Buch?

Blicke ins Familienalbum sind zweifellos das i-Tüpfelchen jeder Biographie. Ob Schnappschuss von der ersten Italien-Reise im VW Käfer oder sorgfältig komponiertes Gruppenbild unterm Tannenbaum, ob penibel eingeklebt und liebevoll beschriftet oder nach Jahrzehnten der Vergessenheit in einem Schuhkarton auf dem Dachboden gefunden – beim Stöbern in den Fotos unserer Großeltern lassen sich echte Schätze bergen. Doch worauf kommt es an, wenn die alten Aufnahmen ihren Weg in ein modernes, digital gedrucktes Buch finden sollen?

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Im Krebsgang: Das lange Schweigen

Das Lazarettschiff Wilhelm Gustloff im Osloer Hafen

Das Lazarettschiff Wilhelm Gustloff im Osloer Hafen By Bundesarchiv, Bild 121-0665

Die ständige Angst vor dem nächsten Bombenangriff, Flucht und Vertreibung, die allgegenwärtige Konfrontation mit Tod und Trauer und  der traumatisierende Drill national-sozialistischer Erziehung wirken in der Generation der Kriegs- und Nachkriegskinder lange nach. Erst im Jahr 2002 bricht Günther Grass mit seiner Novelle „Im Krebsgang“ ein Tabu und beschreibt das Leid der Deutschen am Ende des Zweiten Weltkrieges – und die Folgen eines langen Schweigens.

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Die Geschichte vom verlorenen Schlüssel

Der in Kärnten geborene Kommunikationswissenschaftler, Psychotherapeut und Philosoph Paul Watzlawick hat mit seinem 1983 erschienenen Buch „Anleitung zum Unglücklichsein“ einen der besten Anti-Ratgeber geschrieben und gleichzeitig die beste Anleitung zum Glücklichsein überhaupt. Er legt die Finger genau dorthin, wo Menschen sich gelegentlich selbst über’s Ohr hauen. Seine Anleitungen nicht zu befolgen, ist der erste Schritt zum Glück.

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Der Junge mit der roten Mütze

Von Gerhard Sielhorst

RIAN_archive_137811_Children_during_air_raidSicher weiß ich vieles bis zu meinem 4. – 5. Lebensjahr von meiner Mutter.
Aber das meiste, was danach passier- te, ist mir optisch, akustisch und ge- fühlsmäßig sehr gut in Erinnerung und präsent. Ich höre heute noch die Sirenen heulen und die heran-nahenden US-Panzer dröhnen, sehe die grauen deutschen Soldaten, die Menschen mit Hakenkreuz-Arm- binden, den feuerroten Himmel am westlichen Ruhrgebietshorizont nach den Bombenangriffen und die Obdachlosentrecks. Ich rieche den Brandgeruch nach den Fliegerangriffen und fühle noch bis heute die Angst im Bauch, wenn die Bomben einschlugen und die Luftschutzkellertür heftig vibrierte.

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Wer war eigentlich „Stalin“? (3)

Hitler-Stalin-PaktEs ist ein Treppenwitz der Geschichte, dass aus- gerechnet der sonst bis an die Grenze zur Paranoia misstrauische Stalin die Zeichen der Zeit nicht erkennt:
Ab März 1941 berichten immer mehr sowjetische Spione von einem nicht enden wollenden Strom deutscher Truppen, die Richtung Osten marschieren, täglich bräch- ten bis zu vier Züge deutsche Soldaten und Panzer in die Aufmarschräume in Polen.
Anfang Mai 1941 meldet der Agent Richard Sorge aus Japan nach Moskau, dass ein Angriff der Deutschen mit 150 Divisionen unmittelbar bevor stünde. Geplanter Termin: der 20. Juni 1941.
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9. November 1938: „Kristallnacht“

Herschel_Grynszpan_nov_7_1938Die „Kristallnacht“ am 9. November 1938 war keine spontane Reaktion auf das Attentat des 17jährigen polnischen Juden Herschel Grynszpan auf den deutschen Legationssekretär Ernst Eduard vom Rath und kein plötzlicher Ausbruch des „Volkszorns“.
Der 9. November 1938 war
eine lang geplante und organisierte Gewaltaktion zur Finanzierung des längst beschlossenen Weltkrieges.
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Die Erfindung der Mutterliebe

Porträt von Jean-Jacques Rousseau

Mit „Mutterliebe“ hat der französische Philosoph Jean-Jacques Rousseau nichts im Sinn, als er 1762 seinen Roman „Emile oder über die Erziehung“ publiziert. Eigentlich will er ein Zeichen gegen die festzementierte absolutistische Ständegesellschaft setzen, die ihn anwidert, und im Übrigen hält er Erziehung für viel zu wichtig, um sie Frauen zu überlassen.
Rund 40 Jahre später ist Rousseau posthum zum Helden der Französischen Revolution geworden und „Emile“ zur Grundlage moderner Erziehung.
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