Hitlers It-Girl

Bundesarchiv, Bild 183-S33882, Porträtaufnahme vom 20.4.1937.

Unity Valkyrie Mitford ist in den 1930er Jahren ein exzentrisches It-Girl der feinen Londoner Gesellschaft. Vermutlich mehr aus Langeweile schließt sie sich den britischen Faschisten an, wird zur glühenden Verehrerin Adolf Hitlers, reist nach München, schafft es, den „Führer“ kennenzulernen und in den „inner circle“ der neuen nationalsozialistischen High-Society im Dritten Reich aufzusteigen.

Ein deutsch-britisches Techtelmechtel – mit Folgen?

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Die Großmutter Europas (II): Onkel Leopold

Leopold I., König der Belgier, Gemälde von Franz Xaver Winterhalter

Manchmal sind Männer einfach die besseren Mütter.
Onkel Leopold, seit 1831 gewählter König von Belgien, hilft der zukünftigen britischen Königin Victoria durch ihre einsame und trostlose Jugend. Jetzt sitzt sie als 18jährige Queen auf dem britischen Thron, strotzt vor Selbstbewusstsein und weigert sich zu heiraten.
Wieder ist es Onkel Leopold, der dafür sorgt, dass seine störrische Nichte endlich unter die Haube kommt. Mit ihrem Cousin Albert findet sie dank ihres Onkels nicht nur den passenden Prinzgemahl, sondern auch – und das ist keine Schmonzette – die große Liebe ihres Lebens. 

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Pains and Penalities: Scheidung auf britisch

George IV von England Lithographie 1821

George IV (1821) by G. Atkinson, Brighton, UKImmediate source: Sammlung de Salis

Viel mehr als die Mode, keine gepuderten Perücken mehr zu tragen, die Stilepoche ‚Regency‘ und einige Gebäude und Parks in London hat der britische Prinz-regent und spätere König George IV. nicht zustande gebracht. Das ist kaum verwunderlich, schließlich hat er sein halbes Leben lang versucht, sich scheiden zu lassen. Er setzt alle Hebel in Bewegung, um seine deutsche Ehefrau Caroline von Braunschweig endlich loszuwerden, bringt das britische Parlament ins Schwitzen und verscherzt es sich endgültig mit seinen Untertanen. Es nützt nichts: Das sorgfältig vorbereitet Scheidungsgesetz Pains and Penalties Bill (in etwa: Sorgen und Sanktionen Gesetz) scheitert in der Anhörung vor dem Oberhaus und George bleibt verheiratet.

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Die Marquise de Pompadour

Die Marquise de Pompadour

Madame de Pompadour, détail du visage (1721-1764), Wallace Collection

Nach Jahrhunderten mit arrangierten Hochzeiten, lieblosen Versorgungsehen, Heiraten aus politi-schen, wirtschaftlichen oder dynastischen Gründen und der „Mätressenwirtschaft“ stellt das Scheidungsrecht, das die Französische Revolution in Europa mit sich bringt, sowohl Ehefrauen als auch Ehemänner vor neue Herausforderungen.
Es ist auch ein politischer Umbruch, denn die Geliebten einflussreicher Männer hatten ihrerseits viel Macht und Einfluss. Eine der berühmtesten offiziellen Mätressen war Jeanne Antoinette de Pompadour (1721 – 1764), „maîtresse en titre“ des französischen Königs Ludwig XV.

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Mätressenwirtschaft, Revolution und die große Liebe

Bonaparte beim Überschreiten der Alpen am Großen Sankt Bernhard Gemälde von Jacques-Louis David, 1800

Bonaparte beim Überschreiten der Alpen am Großen Sankt Bernhard, Von Jacques-Louis David – The Yorck Project.

 

Das 18. Jahrhundert entdeckt die Liebe. 1762 erfindet der französische Philosoph Jean-Jacques Rousseau versehentlich die Mutterliebe, rund 30 Jahre später fegt die französische Revolution das „Ancien Régime“ aus seinen Palästen. Damit hat auch die Mätressenwirtschaft ausgedient, denn ab sofort können Ehepaare sich scheiden lassen. Angesichts solcher Aussichten entdecken viele ein bislang unbekanntes Gefühl: die „wahre“ Liebe.
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Die Erlaubnis zu hassen

Aufmarschgelände Nürnberg, nationalsozialistischer Aufmarsch

SA-Aufmarsch, Reichsparteitag 1933. Von Bundesarchiv, Bild 183-1987-0410-501

In ihrem Buch Am Anfang war Erziehung beschreibt Alice Miller die Kindheit und Jugend Adolf Hitlers als Sohn eines ‚erziehenden‘ und prügelnden Vaters und einer liebenden, aber hilflosen Mutter. Aber was begeisterte Millionen Menschen an Adolf Hitler, warum folgten sie ihm und wurden zum Teil selbst zu Verfolgern? „Verfolgen beruht auf abgewehrtem Opfersein“, lautet eine von Millers Kernthesen: Hitler gab vielen seiner Anhängern die Opfer, die sie brauchten – und die Erlaubnis zu hassen.

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Die Großmutter Europas (I)

Queen Victoria, 1847, Ölgemälde von Franz Xaver Winterhalter – Original painting owned by the Royal Collection.

Queen Victoria (1819 – 1901) drückte dem 19. Jahrhundert ihren Stempel auf und bestimmte als „Großmutter Europas“ auch die Geschichte des 20. Jahrhunderts. Ihr Leben fängt mehr als bescheiden an, ohne Vater und mit einer Mutter, die sie als eine Art Faustpfand für die eigene Zukunft betrachtet. Zwei Onkel be- stimmen Victorias Schicksal: Ihr seltsamer Onkel George, den sie auf dem britischen Thron beerben wird, und Onkel Leopold, der sich um ihr Lebensglück und ihre Zukunft kümmert.

 

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Szenen einer arrangierten Ehe

Queen Victoria (1819 - 1901) anlässlich ihres Thronjubiläums 1887

Königin Victoria am Tag ihres goldenen Thronjubiläums 1887, von Alexander Bassano – http://www.royalcollection.org.uk/collection/2105818/portrait-photograph-of-queen-victoria-1819-1901

Queen Victoria, die legendäre britische Königin (1819 – 1901), landete eigentlich aus Versehen auf dem englischen Thron. Der Grund für ihren Aufstieg in der britischen Thronfolge war ihr dicker Onkel George, der sein Leben nicht in den Griff bekam und mit einer Frau verheiratet war, die er nicht leiden konnte.

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Sie starben, damit Deutschland lebe

Stalingrad

Völkischer Beobachter, 29 Dezember 1943: „Das Jahr 1943 im Spiegel der Chronik“

Originalauszug aus dem „Völkischen Beobachter“ vom 29. Dezember 1943 – Das Jahr 1943 im Spiegel der Chronik -. „Das Ringen um Stalingrad beendet“ ist für den 3, Februar 1943 vermerkt.

Unter der Hakenkreuzfahne, die auf der höchsten Ruine von Stalingrad weithin sichtbar gehißt wurde, vollzog sich der letzte Kampf“, heißt es. Und weiter: Generale, Offiziere Unteroffiziere und Mannschaften fochten Schulter an Schulter bis zur letzten Patrone. Sie starben, damit Deutschland lebe.“
Sie – das waren rund 100.000 Soldaten, die starben – erschossen, von Minen zerfetzt, verhungert, erfroren. 110.000 Soldaten gerieten in Kriegsgefangenschaft, 6.000 von ihnen überlebten.

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Vor 100 Jahren: Die Hölle von Verdun

Verdun, east bank of the Meuse, 21–26 February 1916, Staff writers – The Times History of the War VI. London: The Times. 1914–1921. OCLC 642276. Diagram showing the east bank of the Meuse at Verdun, 21–26 February 1916, Public Domain

Verdun ist eine kleine Stadt ohne große Bedeutung. Es ist eine Festungsstadt in Lothringen mit noch nicht einmal 20.000 Einwohnern, an einer Flussschleife der Maas (Meuse) gelegen und mit einer schmalen Durchgangsstraße als einziger Verbindung zum Rest der Welt. Eigentlich ist sie kaum der Rede wert. Doch dann beginnt am Morgen des 21. Februar 1916 die deutsche Operation „Gericht“ und lässt die beschauliche Kleinstadt Verdun –  wie 27 Jahre später auch Stalingrad – zum Synonym für die Grausamkeit und Sinnlosigkeit von Kriegen werden.

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