Die Marquise de Pompadour

Die Marquise de Pompadour

Madame de Pompadour, détail du visage (1721-1764), Wallace Collection

Nach Jahrhunderten mit arrangierten Hochzeiten, lieblosen Versorgungsehen, Heiraten aus politi-schen, wirtschaftlichen oder dynastischen Gründen und der „Mätressenwirtschaft“ stellt das Scheidungsrecht, das die Französische Revolution in Europa mit sich bringt, sowohl Ehefrauen als auch Ehemänner vor neue Herausforderungen.
Es ist auch ein politischer Umbruch, denn die Geliebten einflussreicher Männer hatten ihrerseits viel Macht und Einfluss. Eine der berühmtesten offiziellen Mätressen war Jeanne Antoinette de Pompadour (1721 – 1764), „maîtresse en titre“ des französischen Königs Ludwig XV.

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Mätressenwirtschaft, Revolution und die große Liebe

Bonaparte beim Überschreiten der Alpen am Großen Sankt Bernhard Gemälde von Jacques-Louis David, 1800

Bonaparte beim Überschreiten der Alpen am Großen Sankt Bernhard, Von Jacques-Louis David – The Yorck Project.

 

Das 18. Jahrhundert entdeckt die Liebe. 1762 erfindet der französische Philosoph Jean-Jacques Rousseau versehentlich die Mutterliebe, rund 30 Jahre später fegt die französische Revolution das „Ancien Régime“ aus seinen Palästen. Damit hat auch die Mätressenwirtschaft ausgedient, denn ab sofort können Ehepaare sich scheiden lassen. Angesichts solcher Aussichten entdecken viele ein bislang unbekanntes Gefühl: die „wahre“ Liebe.
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Die Erfindung der Mutterliebe

Porträt von Jean-Jacques Rousseau

Mit „Mutterliebe“ hat der französische Philosoph Jean-Jacques Rousseau nichts im Sinn, als er 1762 seinen Roman „Emile oder über die Erziehung“ publiziert. Eigentlich will er ein Zeichen gegen die festzementierte absolutistische Ständegesellschaft setzen, die ihn anwidert, und im Übrigen hält er Erziehung für viel zu wichtig, um sie Frauen zu überlassen.
Rund 40 Jahre später ist Rousseau posthum zum Helden der Französischen Revolution geworden und „Emile“ zur Grundlage moderner Erziehung.
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