Hitlers It-Girl

Bundesarchiv, Bild 183-S33882, Porträtaufnahme vom 20.4.1937.

Unity Valkyrie Mitford ist in den 1930er Jahren ein exzentrisches It-Girl der feinen Londoner Gesellschaft. Vermutlich mehr aus Langeweile schließt sie sich den britischen Faschisten an, wird zur glühenden Verehrerin Adolf Hitlers, reist nach München, schafft es, den „Führer“ kennenzulernen und in den „inner circle“ der neuen nationalsozialistischen High-Society im Dritten Reich aufzusteigen.

Ein deutsch-britisches Techtelmechtel – mit Folgen?

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Die Erlaubnis zu hassen

Aufmarschgelände Nürnberg, nationalsozialistischer Aufmarsch

SA-Aufmarsch, Reichsparteitag 1933. Von Bundesarchiv, Bild 183-1987-0410-501

In ihrem Buch Am Anfang war Erziehung beschreibt Alice Miller die Kindheit und Jugend Adolf Hitlers als Sohn eines ‚erziehenden‘ und prügelnden Vaters und einer liebenden, aber hilflosen Mutter. Aber was begeisterte Millionen Menschen an Adolf Hitler, warum folgten sie ihm und wurden zum Teil selbst zu Verfolgern? „Verfolgen beruht auf abgewehrtem Opfersein“, lautet eine von Millers Kernthesen: Hitler gab vielen seiner Anhängern die Opfer, die sie brauchten – und die Erlaubnis zu hassen.

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Sie starben, damit Deutschland lebe

Stalingrad

Völkischer Beobachter, 29 Dezember 1943: „Das Jahr 1943 im Spiegel der Chronik“

Originalauszug aus dem „Völkischen Beobachter“ vom 29. Dezember 1943 – Das Jahr 1943 im Spiegel der Chronik -. „Das Ringen um Stalingrad beendet“ ist für den 3, Februar 1943 vermerkt.

Unter der Hakenkreuzfahne, die auf der höchsten Ruine von Stalingrad weithin sichtbar gehißt wurde, vollzog sich der letzte Kampf“, heißt es. Und weiter: Generale, Offiziere Unteroffiziere und Mannschaften fochten Schulter an Schulter bis zur letzten Patrone. Sie starben, damit Deutschland lebe.“
Sie – das waren rund 100.000 Soldaten, die starben – erschossen, von Minen zerfetzt, verhungert, erfroren. 110.000 Soldaten gerieten in Kriegsgefangenschaft, 6.000 von ihnen überlebten.

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Vor 100 Jahren: Die Hölle von Verdun

Verdun ist eine kleine Stadt ohne große Bedeutung. Es ist eine Festungsstadt in Lothringen mit noch nicht einmal 20.000 Einwohnern, an einer Flussschleife der Maas (Meuse) gelegen und mit einer schmalen Durchgangsstraße als einziger Verbindung zum Rest der Welt. Eigentlich ist sie kaum der Rede wert. Doch dann beginnt am Morgen des 21. Februar 1916 die deutsche Operation „Gericht“ und lässt die beschauliche Kleinstadt Verdun –  wie 27 Jahre später auch Stalingrad – zum Synonym für die Grausamkeit und Sinnlosigkeit von Kriegen werden.

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Vom verborgenen zum manifesten Grauen: Kindheit und Jugend Adolf Hitlers

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Bundesarchiv, Bild 183-S33882, Hitler, Adolf: Reichskanzler, Deutschland, 20 April 1937

„Auch Mörder fallen nicht einfach vom heiteren Himmel“, schreibt die Schweizer Autorin (und Psychoanalytikerin) Alice Miller in ihrem Buch Am Anfang war Erziehung. Oder doch?
Der Werdegang Adolf Hitlers vom geprügelten Sohn eines „erziehenden“ Vaters und einer liebevollen, aber schwachen Mutter zu einem der grausamsten Diktatoren der Menschheit.

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Ihr Flüchtlinge! Flucht und Vertreibung 1944 – 1950

Bild 146-1976-072-09, Ostpreußen, Flüchtlingtreck“ von Bundesarchiv

Von ‚Willkommens-Kultur‘ konnte keine Rede sein als sich in den Jahren zwischen 1944 und 1950 rund 12 Millionen Deutsche und Deutschstämmige aus Ostpreußen, Pommern, Schlesien und dem Sudetenland auf die Flucht Richtung Westen machten oder vertrieben wurden. In den Augen vieler Einheimischer waren sie die „Polacken“, die ihnen das Wenige, das sie nach dem verlorenen Krieg noch hatten, wegnehmen wollten. Heute halten Wirtschaftshistoriker den „Braingain“, also den Gewinn an Talenten durch die Flüchtlingswelle, für eine der wichtigsten Grundlagen des in den 1950er Jahren einsetzenden „Wirtschaftswunders“ – wichtiger als Marshall-Plan und Ludwig Erhard. Weiterlesen

Vom It-Girl zur Walküre

Bundesarchiv Bild 102-10460, Adolf Hitler, Rednerposen“

Unity Valkyrie Mitford ist in den 1930er Jahren eines der angesagtesten „It-Girls“ der feinen Londoner Gesellschaft, verwandt mit jedem, der in Großbritannien Rang und Namen hat. Sie ist schön, exzentrisch und wild, wird dann aber zur glühenden Faschistin und fasst den Plan, Adolf Hitler kennen zu lernen. Der Plan gelingt, doch Hitlers „Gunst“ stürzt auch sie – wie viele andere — ins Verderben. Weiterlesen

Zwischen Drill und Misshandlung: Johanna Haarers „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“

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„… Die „Bibel“ jeder jungen Mutter der damaligen Zeit war das Buch „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“ von Dr. Johanna Haarer. Diese Frau scheint mir eine rechte Preußin gewesen zu sein, denn ihr Haupt-anliegen waren Sauberkeit, Pünktlichkeit, Genauigkeit im Messen und Wiegen, kurz ein sehr strenges Reglement …“
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Biedermann oder Brandstifter: Konrad Henlein

Bundesarchiv_Bild_183-H13160,_Beim_Einmarsch_deutscher_Truppen_in_Eger

Besetzung der Tschechoslowakei durch die deutschen Truppen, Oktober 1938, UBz: Einwohner von Eger beim Einrücken deutscher faschistischen Verbände. Herausgabedatum: 5. Oktober 1938, Scherl / Weltbild, Bundesarchiv, Bild 183-H13160

Zu den schillerndsten Figuren der Weltgeschichte zählt Konrad Henlein, der Mann, mit dessen Hilfe Adolf Hitler die Sudetendeutschen im Herbst 1938 „heim ins Reich“ holte.
Henlein, Sudetendeutscher mit tschechischem Großvater, war Turnlehrer und wollte nach eigenem Bekunden nichts anderes sein. Er wurde zum Aushängeschild einer Bewegung, die in den 1930er Jahre kräftig am Weltfrieden zündelte.
War Konrad Henlein nur Marionette und Brandstifter, ein verblendeter Nationalsozialist? Oder auch Biedermann mit einem eigentlich ernsthaften Anliegen?
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