Ihr Flüchtlinge! Flucht und Vertreibung 1944 — 1950

Ost­preu­ßen, Flücht­ling­treck“ von Bun­des­ar­chiv, Bild 146‑1976-072–09 / CC-BY-SA 3.0. Lizen­ziert unter CC BY-SA 3.0 de

Von ‚Will­kom­mens-Kul­tur‘ kann kei­ne Rede sein, als in den Jah­ren zwi­schen 1944 und 1950 rund 12 Mil­lio­nen Deut­sche und Deutsch­stäm­mi­ge aus Ost­preu­ßen, Pom­mern, Schle­si­en und dem Sude­ten­land in den Wes­ten flie­hen. In den Augen vie­ler Ein­hei­mi­scher sind sie die „Pola­cken“, die ihnen das Weni­ge, das sie nach dem ver­lo­re­nen Krieg noch haben, weg­neh­men wol­len. Heu­te hal­ten Wirt­schafts­his­to­ri­ker den “Brain­gain”, also den Gewinn an Talen­ten durch die Flücht­lings­wel­le, für eine der wich­tigs­ten Grund­la­gen des  „Wirt­schafts­wun­ders“ — wich­ti­ger als Mar­shall-Plan und Lud­wig Erhard.

“Hil­de­gard von Kam­cke hat­te kei­ner­lei Talent für die Opfer­rol­le. Den ver­laus­ten Kopf erho­ben, drei­hun­dert Jah­re ost­preu­ßi­schen Fami­li­en­stamm­baum im Rücken, war sie in die eis­kal­te Gesin­de­kam­mer neben der Die­le gezo­gen, die Ida Eck­hoff ihnen als Unter­kunft zuge­wie­sen hat­te.
Sie hat­te das Kind auf die Stroh­ma­trat­ze gesetzt, ihren Ruck­sack abge­stellt und Ida mit ruhi­ger Stim­me und der kor­rek­ten Arti­ku­la­ti­on einer Sän­ge­rin den Krieg erklärt: ‘Mei­ne Toch­ter bräuch­te dann bit­te etwas zu essen.’
Und Ida Eck­hoff, Alt­län­der Bäue­rin in sechs­ter Gene­ra­ti­on, Wit­we und Mut­ter eines ver­wun­de­ten Front­sol­da­ten, hat­te sofort zurück­ge­feu­ert: ‘Von mi gift dat nix!”
Aus: Altes Land von Dör­te Han­sen

Überrollt

Lan­ge Zeit war den Bewoh­nern Ost­preu­ßens unter Andro­hung schwe­rer Stra­fen die Flucht aus ihrer Hei­mat ver­bo­ten wor­den.
An den “End­sieg” glaubt schon lan­ge nie­mand mehr, aber Hit­ler will der vor­rü­cken­den Roten Armee einen mensch­li­chen „Schutz­wall“ ent­ge­gen­stel­len. Natür­lich hat­ten sich die Par­tei­obe­ren schon längst abge­setzt, und da die Män­ner im Krieg sind, ste­hen für Hit­lers ost­preu­ßi­schen Schutz­wall Frau­en, Kin­der und Alte zur Ver­fü­gung.

Als schließ­lich die sowje­ti­sche Groß­of­fen­si­ve ab dem 12. Janu­ar 1945 in kür­zes­ter Zeit die deut­sche Front ent­lang der Memel und der Weich­sel an vie­len Stel­len durch­bricht, gibt es trotz aller Ver­bo­te kein Hal­ten mehr: die Frau­en, Kin­der und Alten zie­hen in gro­ßen und klei­nen Trecks mit über­la­de­nen Pfer­de­kar­ren, Klein­kin­dern und Gepäck im Bol­ler­wa­gen oder zu Fuß mit einem Kof­fer in der Hand Rich­tung Wes­ten.

Die Bedin­gun­gen sind denk­bar schlecht, als es end­lich los­geht: Es ist tiefs­ter Win­ter und die Rote Armee erreicht noch vor den meis­ten Flücht­lings-Trecks das Fri­sche Haff bei Elbing und ver­sperrt ihnen den Land­weg. Für vie­le hat­te die Flucht viel zu spät begon­nen, sie wer­den von der Ost­front ein­fach „über­rollt“.

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U.S. Depart­ment of Sta­te, Kar­te vom 10. Janu­ar 1945: Ger­ma­ny – Poland Pro­po­sed Ter­ri­to­ri­al Chan­ges – Secret („Vor­schlag zur Gebiets­ver­än­de­rung – Geheim“)

Nach­dem der Land­weg abge­schnit­ten ist, lei­tet Groß­ad­mi­ral Karl Dönitz im Janu­ar 1945 immer­hin das Unter­neh­men „Han­ni­bal“ ein, die größ­te Eva­ku­ie­rungs­maß­nah­me der Welt­ge­schich­te, bei dem mit 700 Schif­fen der Kriegs­ma­ri­ne über zwei Mil­lio­nen Men­schen aus dem Osten nach Meck­len­burg und Schles­wig-Hol­stein gebracht wer­den.

Dabei kommt es zu furcht­ba­ren Kata­stro­phen.
Am 30. Janu­ar wird der zum Flücht­lings­schiff umfunk­tio­nier­te ehe­ma­li­ge Trup­pen­trans­por­ter Wil­helm Gust­loff von 3 sowje­ti­schen Tor­pe­dos getrof­fen und ver­sinkt inner­halb kur­zer Zeit, 5000 bis 9000 Men­schen ertrin­ken.
Es ist die schlimms­te Schiffs­ka­ta­stro­phe in der Geschich­te der Mensch­heit.

Das Laza­rett­schiff Wil­helm Gust­loff im Oslo­er Hafen By Bun­des­ar­chiv, Bild 121‑0665 / CC-BY-SA 3.0

Die­se Geschich­te fing lan­ge vor mir, vor mehr als hun­dert Jah­ren an, und zwar in der meck­len­bur­gi­schen Resi­denz­stadt Schwe­rin. Hier wird 1895 jener Mann gebo­ren, der spä­ter als »Blut­zeu­ge« gefei­ert und einem Schiff den Namen geben wird, des­sen Unter­gang am 30. Janu­ar 1945 die größ­te Kata­stro­phe in der Geschich­te der See­fahrt dar­stellt. Das ehe­ma­li­ge Kraft-durch-Freu­de-Kreuz­schiff »Wil­helm Gust­loff« mit Tau­sen­den von Flücht­lin­gen und Sol­da­ten an Bord wird von den Tor­pe­dos eines sowje­ti­schen U-Boots ver­senkt, schät­zungs­wei­se fünf- bis neun­tau­send Men­schen fin­den in der eisi­gen Ost­see den Tod.“
Gün­ther Grass, Im Krebs­gang


Die neue Reichshauptstadt: Flensburg

Gemes­sen an sei­ner Ein­woh­ner­zahl hat die Pro­vinz und – spä­ter – das neu gegrün­de­te Bun­des­land Schles­wig-Hol­stein die meis­ten Flücht­lin­ge und Hei­mat­ver­trie­be­nen aus dem Osten auf­ge­nom­men.

Ein Grund für den Flücht­lings­an­sturm in den Nor­den ist der intak­te Wohn­raum, den es dort trotz des Luft­an­griffs auf Lübeck am 29. März 1942 und der Bom­bar­de­ments Kiels noch gibt.
Vie­le Ham­bur­ger waren nach der Ope­ra­ti­on Gomor­rha aus ihrer zer­stör­ten Stadt ins Umland geflo­hen, aber auch aus den zer­bomb­ten Städ­ten im Wes­ten des Deut­schen Rei­ches sind seit 1943 über 200.000 Men­schen in die Land­ge­bie­te nörd­lich der Unter­el­be gebracht wor­den. Nun kom­men die Men­schen aus dem Osten noch dazu.


Für weni­ge Tage ist Flens­burg hoch im Nor­den sogar die neue Reichs­haupt­stadt.
Ber­lin ist von der Roten Armee ein­ge­kes­selt, und so benennt der neue Reichs­prä­si­dent Karl Dönitz nach Hit­lers Selbst­mord am 30. April 1945 in Flens­burg-Mür­wik sei­ne geschäfts­füh­ren­de Reichs­re­gie­rung.
Dönitz ist ein Hard­li­ner und treu­er Gefolgs­mann Hit­lers, der wei­sungs­ge­mäß des­sen Erbe antritt und wei­ter­kämp­fen lässt. Er will so lan­ge durch­hal­ten, bis Ame­ri­ka­nern, Bri­ten und Fran­zo­sen einem Sepa­rat­frie­den zustim­men — das hofft er zumin­dest.
Sei­ne Hoff­nun­gen wer­den ent­täuscht: Am 8. Mai 1945 muss er über einen Flens­bur­ger Radio­sen­der die bedin­gungs­lo­se Kapi­tu­la­ti­on der Wehr­macht ver­kün­den, am 9. Mai 1945 unter­zeich­net Gene­ral­feld­mar­schall Wil­helm Kei­tel die bedin­gungs­lo­se Kapi­tu­la­ti­on gegen­über der Sowjet­uni­on.

Der Krieg ist zu Ende, das Elend nicht.
In der ers­ten Not weiß man sich kaum zu hel­fen.
Neu­an­kom­men­de Flücht­lings-Trecks aus dem Osten und zurück­keh­ren­de Wehr­macht-sol­da­ten wer­den zunächst in Lagern unter­ge­bracht, wo sie immer­hin ein Dach überm Kopf haben, um Nah­rung und Klei­dung muss sich jeder selbst küm­mern.
Die Ratio­nen, die es laut Lebens­mit­tel­kar­ten geben soll, rei­chen für’s Über­le­ben bei wei­tem nicht aus, oft gibt es auf Mar­ken aber ein­fach auch gar nichts.
Man ver­teilt des­halb alle Neu­an­kömm­lin­ge so schnell wie mög­lich auf länd­li­che Gebie­te, wo man durch Schre­ber­gär­ten, Ern­te­ar­beit und “Nach­stop­peln” auf eine bes­se­re Ernäh­rungs­si­tua­ti­on hofft. Beson­ders den Flücht­lin­gen bleibt oft nur der Schwarz­markt, um sich irgend­wie durch­zu­schla­gen.

Durch die Umver­tei­lung steigt die Ein­woh­ner­zahl der nord­deut­schen Gemein­den und Klein­städ­te rapi­de an:  In den Krei­sen Eckern­för­de und Stor­marn ver­dop­pelt sie sich, in Groß­hans­dorf zählt man kurz nach Kriegs­en­de 1.500 Ein­hei­mi­schen und 3.500 Flücht­lin­ge, in Rends­burg beträgt der Bevöl­ke­rungs­zu­wachs 65 Pro­zent.

Bei der ers­ten gesamt­deut­schen Volks­zäh­lung im Okto­ber 1946 leben in Schles­wig-Hol­stein 2,6 Mil­lio­nen Men­schen, das sind rund eine Mil­li­on Ein­woh­ner mehr als vor Kriegs­be­ginn im Jahr 1939.
In Zah­len “kom­men” nach Kriegs­en­de in Schles­wig-Hol­stein drei Flücht­lin­ge auf auf vier Ein­hei­mi­sche, in Nie­der­sach­sen ist das Ver­hält­nis 1:2, in Bay­ern 1:3.

Von mi gift dat nix!

Mit der räum­li­chen Ver­tei­lung der Flücht­lin­ge wird für die Ein­hei­mi­schen auch der Man­gel ver­teilt: Zim­mer und Woh­nun­gen müs­sen abge­ge­ben, Küchen und Toi­let­ten gemein­sam genutzt wer­den.
Da vie­le Not­un­ter­künf­te unge­heizt sind, wer­den pri­mi­tiv zusam­men­ge­zim­mer­te Brenn­he­xen auf­ge­stellt, oft ist Torf das ein­zi­ge erschwing­li­che Heiz­ma­te­ri­al — wenn es über­haupt etwas zum Hei­zen gibt.
War­me Klei­dung ist knapp, man sam­melt hän­gen­ge­blie­be­ne Schafs­wol­le von den Zäu­nen, um sie zu spin­nen, neue Anzü­ge und Klei­der ent­ste­hen aus alten Uni­for­men, Decken und Bett­zeug.

Preis: EUR 10,00

Ein Roman über Fami­lie, Flucht und Ver­trei­bung und ihre Nach­we­hen, über ges­tern und heu­te, die Sehn­sucht nach Hei­mat, Aus­stei­ger­phan­ta­si­en und das Alte Land bei Ham­burg, groß­ar­tig und mit fei­ner Iro­nie geschrie­ben. Ein wun­der­ba­res Buch, das man erst schwe­ren Her­zens aus der Hand legt, wenn man “durch” ist. Dör­te Han­sen, Altes Land*, Ver­lags­grup­pe Ran­dom Hou­se GmbH, 2015

Mit der Zeit ver­bes­sert sich die mate­ri­el­le Ver­sor­gung, aber der ekla­tan­te Man­gel an Wohn­raum, Nah­rung und Arbeits­plät­zen wird noch über vie­le Jah­re bestehen.

Was bleibt und für vie­le Flücht­lin­ge schlim­mer als alles ande­re wiegt, ist die emo­tio­na­le Lücke, die nicht geschlos­sen wer­den kann: Ihre alte Hei­mat haben sie ver­lo­ren, will­kom­men sind sie in ihrer neu­en aber nicht.
12 Mil­lio­nen haben sich kurz vor und nach dem Ende des Zwei­ten Welt­krie­ges aus Ost­preu­ßen, Pom­mern, Schle­si­en und dem Sude­ten­land auf die gefähr­li­che Flucht Rich­tung Wes­ten gemacht oder sind von den neu­en Macht­ha­bern im Osten ver­trie­ben wor­den.

Die, die Flucht und Ver­trei­bung über­le­ben, kom­men aus­ge­zehrt, trau­ma­ti­siert und oft mit nichts mehr als den Klei­dern am Leib – zunächst die Frau­en, Kin­der und Alten, spä­ter fol­gen die Män­ner, die nicht im Krieg geblie­ben oder in Gefan­ge­schaft sind.
Zwölf Jah­re lang hat­te man die „Volks­ge­mein­schaft“ der Deut­schen pro­pa­giert und gefei­ert, jetzt ist sie kei­nen Pfif­fer­ling mehr wert.

Für die meis­ten Ein­hei­mi­schen sind die Flücht­lin­ge aus dem Osten die „Habe­nicht­se“, die unein­ge­la­den gekom­men sind, um von dem Weni­gen, das noch übrig ist, zu neh­men; die “Pola­cken” und „Aso­zia­len“, die in Not­un­ter­künf­ten und Bara­cken hau­sen.
Sie sind die “Ande­ren” — die 
out­group — der 1950er und 1960er Jah­re, die sub­jek­tiv als “schlech­ter” und als “nicht dazu­ge­hö­rend” wahr­ge­nom­men wer­den.
Und das wird noch eine gan­ze Wei­le so blei­ben.

Es gibt zu vie­le Flücht­lin­ge, sagen die Men­schen.
Es gibt zu wenig Men­schen, sagen die Flücht­lin­ge.
Ernst Ferstl

Wir waren die ‚Russen‘

Als die ers­te Not vor­über ist und in Dör­fern und Gemein­den die ers­ten Tanz­ver­an­stal­tun­gen und Fes­te statt­fin­den, wird sehr genau dar­auf geach­tet, dass sich die jun­gen Män­ner nicht mit den Flücht­lings­mäd­chen abge­ben.
Man fürch­tet sie, die aus dem Osten, denn sie spre­chen einen frem­den Dia­lekt, haben ande­re Sit­ten, pfle­gen Tra­di­tio­nen und Fei­er­ta­ge, die man nicht kennt.

„Dann kam ich nach Neu­en­dorf, einem Dorf bei Elms­horn. Man wur­de Fami­li­en zuge­wie­sen. Da waren wir dann die ‚Rus­sen‘, wir kamen ja aus dem Osten.”

In der sozia­len Hack­ord­nung sind die Flücht­lin­ge ganz unten.

Man mag ihren Dia­lekt, ihr Brauch­tum und ihre Kul­tur nicht, in eini­gen Regio­nen stört man sich auch an ihrer Reli­gi­on: Pro­tes­tan­ti­sche und „Pill­kal­ler“ trin­ken­de Ost­preu­ßen sind für katho­li­sche Dorf­ge­mein­schaf­ten in Ober­bay­ern in jener Zeit schlicht­weg eine Zumu­tung und schon allein durch den fal­schen Glau­ben von vor­ne­her­ein suspekt.

Ilse, eine jun­ge Mut­ter, die mit Kin­dern und ver­wun­de­tem Ehe­mann aus dem sude­ten-deut­schen Aus­sig ins frän­ki­sche Ster­pers­dorf zum Bru­der ihres Man­nes – einem Pas­tor – geflo­hen war, schreibt spä­ter in ihren Erin­ne­run­gen:

Lebensmittelkarte_Ihr_Fluechtlinge

Lebens­mit­tel­kar­te

Jenes Jahr ’45 wur­de das schwers­te unse­res Lebens.

Es waren nicht die vie­len Unzu­läng­lich­kei­ten im Ver­hält­nis zu unse­ren Ver­wand­ten, unter denen wir lit­ten, es war der völ­li­ge Man­gel an Ver­ständ­nis für unse­re Lage, der mein Herz fast stünd­lich wie mit klei­nen Nadel­sti­chen durch­lö­cher­te. Es ist müßig im Ein­zel­nen dar­über zu berich­ten, es war sicher vie­les nicht böser Wil­le, son­dern ein­fach mensch­li­ches Ver­sa­gen, Dumm­heit und Selbst­ge­rech­tig­keit. Mög­li­cher­wei­se war auch unse­re Hal­tung manch­mal unge­schickt. Auf alle Fäl­le wur­de das Zusam­men­le­ben und Haus­hal­ten von Tag zu Tag schwie­ri­ger.”


1948: Das Jahr der Entscheidung

Es ist kaum zu glau­ben, aber aus dem demo­lier­ten und demo­ra­li­sier­ten Deut­schen Reich wächst in erstaun­lich kur­zer Zeit eine neue Nati­on.
Nach dem ‚Hun­ger­win­ter‘ 1946/47 und vor allem ange­sichts des her­auf­zie­hen­den kal­ten Krie­ges änder­ten sich Ein­stel­lung und Poli­tik der ame­ri­ka­ni­schen Besat­zer gegen­über den Deut­schen; aus Fein­den soll­ten jetzt Freun­de wer­den, nicht zuletzt um als ‚Boll­werk‘ gegen den neu­en Feind, die Sowjet­uni­on, zu die­nen.

Nach Kriegs­en­de, Heil­bronn 1945 After the end of the war, 1945, By US Army, Public Domain

Der Mar­shall-Plan wird ins Leben geru­fen, aber vor allem der Abbau von Han­dels­be­schrän­kun­gen in den drei west­li­chen Zonen bewirk­te ab dem Spät­som­mer 1947 für die Men­schen in „Tri­zo­ne­si­en“ (die ame­ri­ka­ni­sche, bri­ti­sche und fran­zö­si­sche Besat­zungs­zo­nen unter gemein­sa­mer Ver­wal­tung) einen zag­haf­ten Wirt­schafts­auf­schwung.

Das Jahr 1948 wird dann zum Jahr der Ent­schei­dung.
Die Zwangs­wirt­schaft, also der ratio­nier­te Bezug von Nah­rung und Klei­dung auf Mar­ken, wird  abge­schafft und die D-Mark ein­ge­führt.
Bei­des ist ein abso­lu­tes Muss für ein poli­tisch sta­bi­les und wirt­schaft­lich star­kes (West-) Deutsch­land, doch Wäh­rungs­re­form und die Ein­füh­rung der D-Mark am 20. Juni 1948 mani­fes­tier­ten auch die poli­ti­sche und öko­no­mi­sche Spal­tung von Ost und West.


Die Geschich­te der Deut­schen gut, über­sicht­lich und ver­ständ­lich erklärt. Für alle  Geschichts­in­ter­es­sier­ten pri­ma zum Nach­schla­gen und Quer­le­sen geeig­net. Chris­ti­an v. Dit­furth: Deut­sche Geschich­te für Dum­mies*, Wiley-VCH Ver­lag GmbH & Co. KGaA, Wein­heim, 2012

Drei Tage nach der west­deut­schen Wäh­rungs­re­form erhält die Sowje­tisch Besetz­te Zone (SBZ) mit der „Ost­mark“ ihre eige­ne Wäh­rung.
Als die West­mäch­te in einer Art Macht­pro­be die D-Mark als Zah­lungs­mit­tel in den drei von ihnen kon­trol­lier­ten Sek­to­ren der ehe­ma­li­gen Haupt­stadt Ber­lin ein­set­zen, unter­bre­chen sowje­ti­sche Trup­pen alle Land- und Kanal­ver­bin­dung in die geteil­te Stadt.
Von Juni 1948 bis Mai 1949 flie­gen die „Rosi­nen­bom­ber“, um die Bewoh­ner der west­li­chen Sek­to­ren Ber­lins mit allem Lebens­not­wen­di­gen zu ver­sor­gen.

Wohlstand für alle

Nach und nach ver­sucht man, Not­un­ter­künf­te und Flücht­lings­la­ger auf­zu­lö­sen.
Als es Anfang der 1950er Jah­re wie­der Kapi­tal und Bau­stoff gibt, kommt der Woh­nungs­bau in Gang, es ent­ste­hen rei­ne Flücht­lings­sied­lun­gen, in Schles­wig-Hol­stein bei­spiels­wei­se Trap­pen­kamp.
Trotz aller Anstren­gun­gen leben aber allein im Nor­den zu Beginn der 1950er Jah­re noch mehr als 100.000 Men­schen in über 700 Flücht­lings­la­gern.

Gesell­schaft­lich bleibt die Bun­des­re­pu­blik noch in Flücht­lin­ge und Nicht-Flücht­lin­ge gespal­ten. Bezahl­te Arbeit ist knapp, bis zu Beginn des Wirt­schafts­wun­ders die Arbeits­lo­sen­quo­te hoch, Flücht­lin­ge und Ver­trie­be­nen sind von Arbeits­lo­sig­keit viel häu­fi­ger betrof­fen als Ein­hei­mi­sche. Vie­le sind über­qua­li­fi­ziert und müs­sen umler­nen, Glück haben dage­gen die Hand­wer­ker, die mit Repa­ra­tu­ren gebrauch­ter oder beschä­dig­ter Güter in der Not­zeit ein wei­tes Betä­ti­gungs­feld haben.

Der 1950 aus­bre­chen­de Korea-Krieg, der ers­te Stell­ver­tre­ter-Krieg zwi­schen Ost und West, änder­te alles: Man braucht Waf­fen, und zwar schnell.

Der neue Krieg zün­det ab 1950 ein Export­feu­er­werk in Deutsch­land, denn die moder­nen west­deut­schen Indus­trie­an­la­gen — vie­le von ihnen wur­den erst vor oder wäh­rend des Krie­ges gebaut — , sind anders als vie­le Innen­städ­te und Ver­kehrs­we­ge weit­ge­hend intakt geblie­ben; sie haben Kapa­zi­tä­ten frei und kön­nen dank nied­ri­ger Löh­ne güns­tig lie­fern: Nach Kriegs­en­de 1945 ist Deutsch­land ein armes und hung­ri­ges Land, ein unter­ent­wi­ckel­tes war es nie.

Herr Dr. Wehrenkamp (Ukon Verlag) überreicht Dr. Ludwig Erhard sein Buch "Wohlstand für Alle"

Lud­wig Erhard mit sei­nem Buch“ von Bun­des­ar­chiv, B 145 Bild-F004204-0003 / Adri­an, Doris / CC-BY-SA 3.0

Wohl­stand für alle
Nie­mand ist mit dem deut­schen Wirt­schafts­wun­der so eng ver­bun­den wie Lud­wig Erhard, der von 1949 bis 1963 Wirt­schafts­mi­nis­ter, spä­ter kur­ze Zeit auch (glück­lo­ser) Kanz­ler der Bun­des­re­pu­blik war.
Bereits ab 1942 hat­te sich der “Vater des deut­schen Wirt­schafts­wun­ders” mit der öko­no­mi­schen Nach­kriegs­pla­nung beschäf­tigt, 1944 im Auf­trag der “Reichs­grup­pe Indus­trie” eine Denk­schrift über Kriegs­fi­nan­zie­rung und Schul­den­kon­so­li­die­rung ver­fasst, in der er Über­le­gun­gen zum Neu­auf­bau der Wirt­schaft nach dem Krieg anstell­te.
Unter ande­rem emp­fahl er bereits in die­sem Papier einen Wäh­rungs­schnitt.

Wohl­stand für alle” ist sein Slo­gan, und kei­ner ver­kör­pert die­ses Prin­zip so wie er.
Damit wird er sehr bald zum Vater des Wirt­schafts­wun­ders”, für die Deut­schen ein psy­cho­lo­gi­scher Effekt, der nicht zu unter­schät­zen ist. Doch Deutsch­land ist ein besetz­tes Land, die wich­ti­gen Ent­schei­dun­gen tref­fen die Besat­zungs­mäch­te, im Wesent­li­chen die Ame­ri­ka­ner. (Sehr sehens­wert dazu: “Das Mär­chen vom Wirt­schafts­wun­der”, ein 45-minü­ti­ger Film aus der Rei­he Das Ers­te Geschich­te)


Es ist eine güns­ti­ge Mischung aus vie­len Fak­to­ren, die Deutsch­land so kurz nach dem ver­lo­re­nen Krieg einen Wirt­schafts­auf­schwung beschert, mit dem nie­mand gerech­net hat­te.
Vor allem der Woh­nungs­bau und die tra­di­tio­nell star­ke Auto­mo­bil­in­dus­trie wer­den zur Kon­junk­tur­lo­ko­mo­ti­ve der boo­men­den Wirt­schaft, der Nach­hol­be­darf ist rie­sig.
Inner­halb weni­ger Jah­re schaf­fen es die West­deut­schen von der „Stun­de Null“ zur Voll­be­schäf­ti­gung. Die Wäh­rungs­re­form, die Idee der sozia­len Markt­wirt­schaft und Lud­wig Erhard sind wich­tig, doch die wich­tigs­te Rol­le beim Wirt­schafts­wun­der dürf­te der „Fak­tor Mensch“ gespielt haben.

Der wich­tigs­te Punkt ist aber: Ohne die qua­li­fi­zier­ten und gut aus­ge­bil­de­ten Arbeits­kräf­te, die hoch­mo­ti­viert und bei einem im Ver­gleich nied­ri­gen Lohn­ni­veau schaf­fen, um vor­an­zu­kom­men, wäre das Wirt­schafts­wun­der der 1950er und 1960er Jah­re nicht mög­lich gewe­sen.
Beson­ders flei­ßig sind die, die alles ver­lo­ren haben — die Flücht­lin­ge aus dem Osten — , der “Brain­gain”, der Talent­schub, tut sein Übri­ges, sagen Wirt­schafts­his­to­ri­ker.

Plötzlich waren alle Rittergutbesitzer

Man hat­te aus dem 20. Jahr­hun­dert, einem Jahr­hun­dert mit Dik­ta­tu­ren, zwei Welt­krie­gen, Mil­lio­nen Kriegs­to­ten, Ver­letz­ten, Flücht­lin­gen und Ver­trie­be­nen eini­ges gelernt.

Statt wie nach dem 1. Welt­krieg auf hohen Repa­ra­ti­ons­for­de­run­gen zu pochen, hal­biert die Lon­do­ner Schul­den­kon­fe­renz auf Druck der Ame­ri­ka­ner bereits im Febru­ar 1953 die Kriegs­schul­den der Deut­schen und nimmt dadurch eine gro­ße Last von den Schul­tern der jun­gen Nach­kriegs­wirt­schaft.
Und bereits ab 1952 gilt der Las­ten­aus­gleich, ein groß ange­leg­ter Sozi­al­aus­gleich, der die Idee ver­folgt, dass es sozia­len Frie­den nur dort geben kann, wo alle ein gutes wirt­schaft­li­ches Aus­kom­men haben – also jeder etwas zu ver­lie­ren hat.

Eine gro­ße Idee, die jedoch für neu­en Unmut zwi­schen Flücht­lin­gen und Ein­hei­mi­schen sorgt. Mit dem „Gesetz über den Las­ten­aus­gleich“, so die offi­zi­el­le Bezeich­nung des Gesetz­wer­kes, soll­ten alle Deut­schen finan­zi­ell ent­schä­digt wer­den, die „infol­ge des Zwei­ten Welt­krie­ges und sei­ner Nach­wir­kun­gen Ver­mö­gens­schä­den oder beson­de­re ande­re Nach­tei­le erlit­ten hat­ten“.
Doch da die Flücht­lin­ge die größ­te Grup­pe unter den Geschä­dig­ten sind, wird der Las­ten­aus­gleich in der Öffent­lich­keit als Umver­tei­lung nur zu ihren Guns­ten wahr­ge­nom­men, man sieht in ihm ein wei­te­res “Bon­bon” , das man den unge­be­te­nen Neu­an­kömm­lin­gen aus dem Osten in den Hin­tern schiebt.

Erneut wer­den die Flücht­lin­ge mit beson­de­rem Miss­mut und Miss­trau­en beob­ach­tet. Wenig hilf­reich ist dabei, dass in Ein­zel­fäl­len eini­ge die Gunst der Stun­de – den Ver­lust von Urkun­den und Schrift­stü­cken auf der Flucht – zu nut­zen ver­su­chen, um sich die Ent­schä­di­gung für einen Wohl­stand zu erschwin­deln, den sie in ihrer ver­lo­re­nen Hei­mat nie hat­ten: “Plötz­lich waren alle Rit­ter­gut­be­sit­zer” , sagt eine Zeit­zeu­gin.
Abfäl­li­ge Bemer­kun­gen, Stamm­tisch­dis­kus­sio­nen, Rem­pe­lei­en und gele­gent­lich auch Hand­greif­lich­kei­ten häu­fen sich.
Freund­schaft hat man man mit denen, die jetzt nach und nach in die Ost­preu­ßen­stra­ße oder den Pom­mern­ring zie­hen, noch lan­ge nicht geschlos­sen.
Über die Flücht­lin­ge, die kei­ne Hil­fe in Anspruch neh­men, weil sie es aus eige­ner Kraft schaf­fen wol­len oder auf die Rück­kehr in ihre Hei­mat hof­fen, spricht nie­mand.

Es sind sehr vie­le.

Das hört nicht auf. Nie hört das auf.

Ohne­hin stand für sie fest, dass sowas [wie das Auf­tre­ten jugend­li­cher Neo­na­zis] nur pas­sie­ren konn­te, weil man jahr­zehn­te­lang ‘ieber die Just­loff nich reden jedurft hat. Bai ons im Osten sowie­so nich. Ond bai dir im Wes­ten ham se, wenn ieber­haupt von frie­her, denn immer­zu nur von and­re schlim­me Sachen, von Ausch­witz und sowas jere­det” , lässt Gün­ther Grass die Mut­ter sei­nes Prot­ago­nis­ten, Tul­la Pokrief­ke, in sei­ner Novel­le Im Krebs­gang sagen.

Es ist bereits 2002, als Im Krebs­gang erscheint, und obwohl Flucht und Ver­trei­bung schon vie­le Jahr­zehn­te zurück­lie­gen, ist es ein unge­heu­rer Tabu­bruch: Grass wid­met sich erst­mals dem Leid der Deut­schen am Ende des 2. Welt­krie­ges.
Mit viel Fin­ger­spit­zen­ge­fühl weist er auf die fata­len Fol­gen hin, die Deut­schen ein­sei­tig als “Immer-Schul­di­ge” dar­zu­stel­len und nie ihr Leid als  Opfer des Krie­ges sehen zu dür­fen.

Eine “poli­ti­sche Kor­rekt­heit” mit Kon­se­quen­zen für die nächs­ten Gene­ra­tio­nen:

[…] stell­te sich in deut­scher und eng­li­scher Spra­che eine Web­site vor, die als “www.kameradschaft-konrad-pokriefke.de” für jeman­den warb, des­sen Hal­tung und Gedan­ken­gut vor­bild­lich sei­en, den des­halb das ver­hass­te Sys­tem ein­ge­ker­kert habe. “Wir glau­ben an dich, wir war­ten auf dich, wir fol­gen dir …” Und­so­wei­ter und­so­wei­ter.
Das hört nicht auf. Nie hört das auf.”


Wir müs­sen uns wohl oder übel damit abfin­den, dass wir — altes Stein­zeit­re­likt — Frem­den gegen­über miss­trau­isch sind. Lesen Sie im nächs­ten Bei­trag: Zuschau­en kann töten — Gibt es fal­sche Vor­bil­der? — Lebens­lan­ges Ler­nen durch Imi­ta­ti­on — Wer sind unse­re Vor­bil­der? — “Fremd” ist uns nicht geheu­er — Ver­trau­en durch “wie­der­hol­te Dar­bie­tung”
Rich­ti­ge und fal­sche Vor­bil­der

Copy­right: Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en, www.bildbiographien.de, 2015


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Preis: EUR 10,00

Ein Buch über Fami­lie, Flucht und Ver­trei­bung und ihre Nach­we­hen, über ges­tern und heu­te, die Sehn­sucht nach Hei­mat, Aus­stei­ger­phan­ta­si­en und das Alte Land bei Ham­burg, groß­ar­tig und mit fei­ner Iro­nie geschrie­ben. Ein wun­der­ba­rer Roman, den man erst schwe­ren Her­zens aus der Hand legt, wenn man “durch” ist.Dör­te Han­sen, Altes Land*, Ver­lags­grup­pe Ran­dom Hou­se GmbH, 2015

Erst im Jahr 2002 brach Gün­ther Grass mit sei­ner Novel­le “Im Krebs­gang” ein Tabu und beschrieb das Leid der Deut­schen am Ende des Zwei­ten Welt­krie­ges — und die Fol­gen des lan­gen Schwei­gens dar­über. Eine viel­schich­ti­ge Novel­le, meis­ter­haft erzählt und nicht nur wegen der The­ma­tik sehr lesens­wert! Gün­ther Grass, Im Krebs­gang*, dtv Ver­lags­ge­sell­schaft , 2004

Ein sehr lesens­wer­tes Sach­buch über die “trans­ge­ne­ra­tio­na­le” Ver­er­bung von trau­ma­ti­schen Erleb­nis­sen, nicht immer ganz ein­fach geschrie­ben, aber sehr fun­diert und durch die vie­len Bei­spie­le berühm­ter Fami­li­en und Per­sön­lich­kei­ten sehr anschau­lich. Moni­ca McGold­rick, Wie­der heim­kom­men. Auf Spu­ren­su­che in Fami­li­en­ge­schich­ten*, Carl-Auer-Ver­lag, 2013

Freund­schaft schlie­ßen mit unse­rem “inne­ren Kind” , Glau­bens­sät­ze erken­nen — und sie ver­än­dern, wenn es not­wen­dig ist. Ein hilf­rei­ches Buch. Auch und beson­ders für Män­ner.
Ste­fa­nie Stahl, Das Kind in dir muss Hei­mat fin­den*, Kailash Ver­lag, 2015

Nach wie vor eines der bes­ten Bücher über die “ver­ges­se­ne Gene­ra­ti­on” .
Sabi­ne Bode, Die ver­ges­se­ne Gene­ra­ti­on: Kriegs­kin­der bre­chen ihr Schwei­gen.*, Klett-Cot­ta, 2015

Wei­ter­füh­ren­de Links:


Das Mär­chen vom Wirt­schafts­wun­der”: Eine sehens­wer­te Zusam­men­fas­sung von Chris­toph Weber als You­tube-Film (ca. 45min):
https://www.youtube.com/watch?v=DV8DsMmS65I


Die Deut­sche Geschich­te nach 1945 in alten Kino­wo­chen­schau­en erle­ben:
filmothek.bundesarchiv.de


Lese­emp­feh­lun­gen:


4474 Tage währ­te das 1000jährige Reich auf deut­schem Boden.
Dann brach es am 8. Mai 1945 in einem Infer­no aus Blut, Trä­nen und Aber­mil­lio­nen Toten zusam­men. Eine kur­ze Chro­no­lo­gie zum 70. Jah­res­tag des Kriegs­en­des:
Vor 70 Jah­ren: Welt­kriegs­en­de — Zusam­men­bruch — Befrei­ung


Ein Jahr­hun­dert mit Dik­ta­tu­ren, zwei Welt­krie­gen, Mil­lio­nen Kriegs­to­ten, Ver­letz­ten, Flücht­lin­gen und Ver­trie­be­nen, das uns heu­te noch in den Kno­chen steckt.
Das 20. Jahr­hun­dert


Eine ‘out­group’ kann für eine Grup­pe und ihre Grup­pen­mit­glie­der beson­ders sinn­stif­tend sein. Lesen Sie mehr über unser Bedürf­nis nach Ein­zig­ar­tig­keit auf der einen Sei­te und Grup­pen­ori­en­tie­rung und Grup­pen­nor­men auf der ande­ren:
Sei ein­zig­ar­tig! Oder lie­ber doch nicht?


Zeit.de: Unse­re Will­kom­mens­kul­tur. Ein Sze­na­rio von Tho­mas Ass­heu­er
http://www.zeit.de/2015/44/fluechtlinge-willkommenskultur-rechte-konservative


Pla­net Wis­sen zum „Wirt­schafts­wun­der“
http://www.planet-wissen.de/geschichte/deutsche_geschichte/wirtschaftswunder/index.html


Deutsch­land­funk: Das Las­ten­aus­gleichs­ge­setz — Geld für Flücht­lin­ge, Ver­trie­be­ne und ande­re Kriegs­op­fer:
http://www.deutschlandfunk.de/geschichte-aktuell-vor-50-jahren.724.de.html?dram:article_id=97439


Flucht und Ver­trei­bung aus der Sicht von Zeit­zeu­gen:
https://www.dhm.de/lemo/kapitel/zweiter-weltkrieg/kriegsverlauf/massenflucht


 Wir müssten das alles mal aufschreiben Die Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en ver­öf­fent­licht seit 2012 hoch­wer­ti­ge Bild­bän­de und Chro­ni­ken über Fami­li­en- und Unter­neh­mens-geschich­ten. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­den Sie auf unse­rer Home­page Bild­bio­gra­phi­en: Wir müss­ten das alles mal auf­schrei­ben!


 Bild­nach­wei­se:
1) „Ost­preu­ßen, Flücht­ling­treck“ von Bun­des­ar­chiv, Bild 146‑1976-072–09 / CC-BY-SA 3.0. Lizen­ziert unter CC BY-SA 3.0 de 
2) U.S. Depart­ment of Sta­te, Kar­te vom 10. Janu­ar 1945: Ger­ma­ny – Poland Pro­po­sed Ter­ri­to­ri­al Chan­ges – Secret („Vor­schlag zur Gebiets­ver­än­de­rung – Geheim“), 4 Vor­schlä­ge des ame­ri­ka­ni­schen Außen­mi­nis­te­ri­ums, genutzt wäh­rend der Kon­fe­renz von Jal­ta und der Pots­da­mer Kon­fe­renz. „Ver­trei­bungs­ge­biet“ von ame­ri­ka­ni­sches Außen­mi­nis­te­ri­um — http://digicoll.library.wisc.edu/cgi-bin/FRUS/FRUS-idx?type=turn&entity=FRUS.FRUS1945Berlinv01.p0881&isize=M http://www.deutschlanddokumente.de/. Lizen­ziert unter CC BY-SA 3.0
3) Das Laza­rett­schiff Wil­helm Gust­loff im Oslo­er Hafen By Bun­des­ar­chiv, Bild 121‑0665 / CC-BY-SA 3.0,

4) Pri­vat­ar­chiv
5) Nach Kriegs­en­de, 1945 After the end of the war, 1945, By US Army, Public Domain

6) „Bun­des­ar­chiv B 145 Bild-F004204-0003, Lud­wig Erhard mit sei­nem Buch“ von Bun­des­ar­chiv, B 145 Bild-F004204-0003 / Adri­an, Doris / CC-BY-SA 3.0. Lizen­ziert unter CC BY-SA 3.0 de

Ein Gedanke zu „Ihr Flüchtlinge! Flucht und Vertreibung 1944 — 1950

  1. ihr lie­ben men­schen die ihr das alles lest,schaut zurück auf die­se zeit,war das nicht auch traurig+grausam???? und was haben wir dar­aus gelernt ??????
    macht eure her­zen auf,seid nicht so gemein zu euren mitmenschen,schenkt ein biss­chen lie­be +frie­de eurem nächs­ten das ist doch nicht viel oder???
    “denn die freu­de die wir geben kehrt ins eige­ne herz zurück”
    ich weiss von was ich rede,mir als waisenkind,hat auch die lie­be +zunei­gung gefehlt,zum glück gibt es sie noch die “net­ten men­schen”

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