Mätressenwirtschaft, Revolution und die große Liebe

Bonaparte beim Überschreiten der Alpen am Großen Sankt Bernhard Gemälde von Jacques-Louis David, 1800

Bonaparte beim Überschreiten der Alpen am Großen Sankt Bernhard, Von Jacques-Louis David – The Yorck Project.

 

Das 18. Jahrhundert entdeckt die Liebe. 1762 erfindet der französische Philosoph Jean-Jacques Rousseau versehentlich die Mutterliebe, rund 30 Jahre später fegt die französische Revolution das „Ancien Régime“ aus seinen Palästen. Damit hat auch die Mätressenwirtschaft ausgedient, denn ab sofort können Ehepaare sich scheiden lassen. Angesichts solcher Aussichten entdecken viele ein bislang unbekanntes Gefühl: die „wahre“ Liebe.
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Die Erlaubnis zu hassen

Aufmarschgelände Nürnberg, nationalsozialistischer Aufmarsch

SA-Aufmarsch, Reichsparteitag 1933. Von Bundesarchiv, Bild 183-1987-0410-501

In ihrem Buch Am Anfang war Erziehung beschreibt Alice Miller die Kindheit und Jugend Adolf Hitlers als Sohn eines ‚erziehenden‘ und prügelnden Vaters und einer liebenden, aber hilflosen Mutter. Aber was begeisterte Millionen Menschen an Adolf Hitler, warum folgten sie ihm und wurden zum Teil selbst zu Verfolgern? „Verfolgen beruht auf abgewehrtem Opfersein“, lautet eine von Millers Kernthesen: Hitler gab vielen seiner Anhängern die Opfer, die sie brauchten – und die Erlaubnis zu hassen.

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Die Kunst, auch sich selbst gegenüber ehrlich zu sein

Die Kunst auch sich selbst gegenüber ehrlich zu sein-Ich habe keine Zeit mich zu beeilenAls „sunk cost effect“ wird in der Psychologie die menschliche Neigung bezeichnet, an Dingen festzuhalten, die nicht funktionieren, und sie irgendwie doch noch zum Laufen zu bringen.
So sehr Durchhaltevermögen und manchmal auch Sturheit erforderlich sind – gelegentlich ist es sinnvoll, sich einen Schwachpunkt einzugestehen und Zeit, Energie und Ressourcen für Stärken einzusetzen, anstatt Schwächen zu optimieren.

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Erinnern Sie sich?

Es gibt unzählige Erinnerungs- und „Erzähl-Mal“-Bücher für Familien, Großeltern und Eltern – leider stehen sie häufig ungenutzt und verstaubt im Bücherregal.

Erinnern Sie sich

Denn für die, die besonders viel zum Festhalten von Geschichten und (Familien-) Geschichte beitragen könnten, ist es trotz der Ratgeber oft nicht einfach, ihre Erinnerungen zu Papier zu bringen. Wo beginnen? Was ist wichtig und interessant für nachfolgende Generationen? Was muss erzählt werden – und was nicht?

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Die Großmutter Europas (I)

Queen Victoria, 1847, Ölgemälde von Franz Xaver Winterhalter – Original painting owned by the Royal Collection.

Queen Victoria (1819 – 1901) drückte dem 19. Jahrhundert ihren Stempel auf und bestimmte als „Großmutter Europas“ auch die Geschichte des 20. Jahrhunderts. Ihr Leben fängt mehr als bescheiden an, ohne Vater und mit einer Mutter, die sie als eine Art Faustpfand für die eigene Zukunft betrachtet. Zwei Onkel be- stimmen Victorias Schicksal: Ihr seltsamer Onkel George, den sie auf dem britischen Thron beerben wird, und Onkel Leopold, der sich um ihr Lebensglück und ihre Zukunft kümmert.

 

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Was tun mit alten Familienfotos und Dokumenten?

Alte Fotografien und Dokumente finden sich oft an den unmöglichsten Stellen; in jedem Fall häufig dort, wo man sie niemals vermutet hätte.

Unterlagen ordnen Agentur für BildbiographienEin kleiner Tipp für alle, die immer mal wieder zufällig über schöne und besondere Fundstücke stolpern: ein Ordner, ein paar Einsteckfolien, Trennblätter und ein winziges Plätzchen im Regal oder Bücherschrank.

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Szenen einer arrangierten Ehe

Queen Victoria (1819 - 1901) anlässlich ihres Thronjubiläums 1887

Königin Victoria am Tag ihres goldenen Thronjubiläums 1887, von Alexander Bassano – http://www.royalcollection.org.uk/collection/2105818/portrait-photograph-of-queen-victoria-1819-1901

Queen Victoria, die legendäre britische Königin (1819 – 1901), landete eigentlich aus Versehen auf dem englischen Thron. Der Grund für ihren Aufstieg in der britischen Thronfolge war ihr dicker Onkel George, der sein Leben nicht in den Griff bekam und mit einer Frau verheiratet war, die er nicht leiden konnte.

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Das Zeitalter der Narzissten?

 

Das Zeitalter der Narzissten:Die Selbstsucht besteht nicht darin, dass man lebt, wie man will, sondern dass man von anderen verlangt, sie sollen leben, wie man will.

Narziss, der altgriechische Unglücks- rabe, der schön und selbstverliebt beim Versuch sein Spiegelbild zu küssen, ertrinkt, ist angeblich das Vor- bild unseres Zeitalters. Auch im Hier und Jetzt sind Narzissten meistens Männer, wobei in der Regel nicht sie selbst, sondern die die Menschen, die das Pech haben, sich in einen Narziss zu verlieben, baden gehen.
Kann man Narziss entkommen?

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