Sissis ‚Franzl‘ und der große Knall: Krieg oder Frieden?

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Photo of Franz Josef, Emperor of Austria (1830-1916), ca. 1915, Scanned from the book The Imperial House of Hapsburg by Johann Kaufmann. Published by Braxton

 

Ein alter Kaiser, ein Vielvölkerstaat, von vielen auch als „Völkerkerker“ bezeichnet, und jugendliche Verschwörer, die bereit sind, für ihre Überzeugung zu morden. Das ist der Stoff, aus dem Albträume sind. Oder Weltgeschichte.
Ein Hintergrundbericht über die Auslöser des Ersten Weltkrieges.

Seine k. u. k. (kaiserliche und königliche) apostolische Majestät Franz Joseph I, Kaiser von Österreich und König von Ungarn, scheint eigentlich ein netter Mensch gewesen zu sein; zumindest wenn man dem jungen Karlheinz Böhm als „Franzl“ in Ernst Marischkas „Sissi“-Filmtrilogie aus den 1950er Jahren Glauben schenken mag.

In der Realität des Jahres 1914 ist Franz Joseph ein alter, verbitterter Mann, der die Zeichen seiner Zeit schon lange nicht mehr versteht, oder sie möglicherweise auch noch nie verstanden hat.
Im Jahr 1914 regierte der 83jährige schon mehr als ein halbes Jahrhundert sein Riesenreich Österreich-Ungarn, einen Vielvölkerstaat, der gelegentlich auch als „Völkerkerker“ bezeichnet wird.

An der schönen blauen Donau

Fast noch täglich lässt sich der alte Kaiser in seiner vergoldeten Kutsche von acht Schimmeln in sein Büro in der Wiener Hofburg ziehen, um dort zu regieren und alles beim Alten zu halten.

Während Franz Joseph bei seinen Geschäften vielleicht gelegentlich von der schönen blauen Donau oder seiner geliebten Frau Sissi träumt, die 1898 in Genf von einem Attentäter erstochen wurde, braut sich in Wien und andernorts einiges zusammen.
Denn anders als der Kaiser sind vieler seiner Untertanen vom enormen technologischen Fortschritt der vergangenen Jahrzehnte beflügelt; das Bürgertum ist selbstbewusst geworden, neue Ideen und Lebenskonzepte sind entstanden, zu denen die staubige Bürokratie der 640 Jahre währenden Herrschaft der Habsburger nicht mehr so recht passt.

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Kaiserin Elisabeth von Österreich mit ihrem Lieblingshund Shadow

Es fahren nicht mehr nur vergoldete Kutschen, Droschken und Radfahrer auf Wiens Alleen, sondern auch moderne und gefährliche Neuheiten wie das Automobil. Die Moderne macht sich in Architektur, Malerei, Musik und Literatur breit, auch wenn das beim Wiener Establishment nicht immer gut ankommt:
Im März 1913 muss beispielsweise ein „Watschenkonzert“ abgebrochen werden – empörend moderne Werke zeitgenössischer Komponisten unter der Leitung von Arnold Schönberg wurden im Wiener Musikvereinssaal aufgeführt – , denn nach Tumulten und handgreiflichen Auseinandersetzungen konnte nicht mehr für die Sicherheit des Orchesters garantiert werden.

Alles wird anders“ liegt in der Luft.
Besonders in Wien, aber auch in anderen Haupt- und Großstädten Europas, herrscht Aufbruchs-, Umbruchs- und auch ein bisschen Weltuntergangsstimmung. Vieles ist neu, unbekannt, spannend – und auch ein bisschen morbide.

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Der Wiener Graben, fotografiert von August Stauda um 1890

Eine Merkwürdigkeit ist, dass sich ausgerechnet ein Jahr vor Kriegsbeginn, im Jahr 1913, in der Donaumetropole gleichzeitig die beiden kommenden Tyrannen des 20. Jahrhunderts aufhalten:
Iosseb Wissarionowitsch Dschugaschwili, der sich seit einem Jahr „Stalin“ nennt, ist im Auftrag Lenins vor Ort, um einen grundlegenden Aufsatz über Marxismus und die nationale Frage zu verfassen. Lenins „Mann für’s Grobe“ lebt in seiner Wiener Zeit im hochherrschaftlichen Appartement seines Gastgebers, des Aristokraten, Heeresoffizier und Marxisten Alexander Trojanowski in der Schönbrunner Schlossstraße 30.

Einige Straßenzüge weiter haust in einem Männerwohnheim in der Meldemannstraße der dreiundzwanzigjährige Adolf Hitler, der sich ziemlich glücklos als Kunstmaler versucht und vom Verkauf seiner handgemalten Postkarten über Wasser hält.
Beide Männer, die zwei Jahrzehnte später als die grausamsten Diktatoren aller Zeiten Millionen von Menschen in Angst und Schrecken versetzen werden, gehen gerne im Park des kaiserlichen Schlosses Schönbrunn spazieren.
Ob sie sich dort jemals begegnet sind, ist nicht bekannt.


Die Serben und der Balkan

Neben solchen Petitessen haben der Kaiser und sein Hofstaat aber ganz andere und wirklich ernsthafte Probleme: Tschechen, Slowaken, und Ungarn, Kroaten, Serben, Rumänen, Albaner, Italiener, Ukrainer und Polen –  von Amts wegen allesamt Untertanen seiner k. u. k. apostolische Majestät Franz Joseph I. – sind mit den Herzen ganz woanders.

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Austria-Hungary 1914, physical/Mapa fizyczna Austro-Węgier 1914. Quelle: Mariusz Paździora, own work, 2008


Nationalismus ist das Zauberwort, das in jener Zeit viele Menschen in Europa bewegt: die Vorstellung, dass jedes Volk einen eigenen Staat haben sollte.
Viele Jahrhunderte lang war dynastisch geheiratet worden, es wurde politisch um Länder und Gebiete geschachert und Kriege geführt. An die Menschen unterschiedlicher Nationalitäten, die dabei hin- und hergeschachtert wurden, dachte man dabei nie – die einfachen Leute waren die Untertanen mal dieser und mal jener Herrscher; sie waren die Bauern auf dem globalen Schachbrett der Könige und Kaiser.

Mit zunehmendem Selbstbewusstsein hatten viele genug von Fremdbestimmung und fremden Herrschern, die ihre Familien auseinanderrissen und sie zwangen, eine für sie fremde Amtssprache zu sprechen.
Besonders der „Völkerkerker“ Österreich-Ungarn, der unter der Habsburger Vorherrschaft viele unterschiedliche und verschiedensprachige Nationalitäten über Jahrhunderte aneinandergekettet hatte, kämpft mit großen Problemen gegen Nationalisten, Freiheitskämpfern, Rebellen, Freischärlern und Verschwörern.

„Ein Krieg zwischen Österreich und Russland“, schrieb Lenin 1913 an Maxim Gorki, „würde der Revolution in Westeuropa sehr nützlich sein. Allerdings kann man sich kaum vorstellen, dass Franz Joseph und Nikolaus uns diesen Gefallen tun werden.“
Florian Illies, 1913. Der Sommer des Jahrhunderts

Franz Joseph als „Mehrer des Reiches“

Es brodelt im Riesenreich der k.u.k. Monarchie und fordert enorme Anstrengungen, den Nationalitäten-Dampfdruckkessel Österreich-Ungarn unter Kontrolle zu halten.
Doch Kaiser Franz Joseph gefällt sich in der Rolle als „Mehrer des Reiches“, und verleibt sich im Jahr 1908 die von den Türken befreiten Länder Bosnien und Herzegowina ein, statt lang bestehende Probleme zu lösen.
Anderen Balkanstaaten gefällt das weit weniger, denn man hat dort durchaus eigene Pläne. Ohne Habsburger.

Die Welt in jenen Tagen gleicht einem Pulverfass und das hatte seine Gründe.
Im Zeitalter des Imperialismus gilt in ganz Europa die Gleichung „groß gleich gut“; alle wollen mehr Macht, mehr Einfluss und mehr Land.

Mit dieser Strategie war Ärger war vorprogrammiert: Wenn alle „mehr“ wollen, wird es irgendwann eng. Bereits im Vorfeld des Jahres 1914 jagte eine Krise die nächste, und nicht nur Militärs und Politiker hatten sich schon längst an den Gedanken gewöhnt, dass es irgendwann zum großen Knall kommen würde.

Geschichte wird immer von den Siegern geschrieben, daher scheint die „Kriegsschuldfrage“ oft eindeutig geklärt zu sein. Für die Frage, wer Schuld am Ausbruch des Ersten Weltkrieges gehabt hat, gibt es keine abschließende Antwort, keine „rauchenden Colts“, und niemanden, der die „Ur-Katastrophe“ des 20. Jahrhunderts bewusst herbeigeführt hätte.

Die einen suchten ihren imperialen „Platz an der Sonne“ in Übersee, die anderen, wie etwa Österreich-Ungarn, hatten mit Schiffefahren nicht viel am Hut und suchten ihre Expansionsgebiete in ihrer unmittelbarer Nachbarschaft: auf dem Balkan.

Nicht gelegen kam den Habsburgen, dass plötzlich auch die Kleinen mitmischen wollten: Das Königreich Serbien bedient sich der ursprünglich romantischen Idee des „Panslawismus“ – Slawen aller Länder vereinigt Euch! – und verfolgt mit der nicht ganz uneigennützigen Unterstützung des Zarenreiches Russland ebenfalls aggressive und expansive Ziele in seiner Nachbarschaft – also auf dem Balkan.
Führende serbische Politiker und Militärs kennen die Anschlagspläne der „Schwarzen Hand„, jener Geheimorganisation, die mit gewaltsamen Mitteln die Vereinigung Serbiens mit Bosnien und Herzegowina erzwingen will – und unter anderem dem 19jährigen Gavrilo Princip das Schießen beibringen ließ.

Das Attentat auf Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau

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Gavrilo Princip, from raven.cc.ukans.edu

Warum sich der 19jährige Serbe Gavrilo Princip und seine Mitverschwörer und Hintermänner für den österreichischen Thronfolger, Erzherzog Franz Ferdinand, als Attentatsopfer entschieden haben, ist bis heute nicht klar.
Terroristische Anschläge auf hochgestellte Persönlichkeiten waren in dieser Zeit durchaus „en vogue“, oft wurden sie vor allem begangen, um ein Zeichen zu setzen wie beispielsweise beim eigentlich sinnlosen Messerattentat auf Kaiserin Sissi in Genf im Jahr 1898.

Der österreichisch-ungarische Erzherzog Franz Ferdinand hatte allerdings trotz seiner Unbeliebtheit bei seinem Onkel Franz Joseph und bei Hofe einigen Einfluss – und Ideen.
Am plausibelsten ist daher die Vermutung Christopher Clarks, man habe im Königreich Serbien befürchtet, Franz Ferdinand würde nach Franz Josephs Tod als Kaiser wichtige Strukturreformen durchführen, Kroatien, Bosnien und Dalmatien zu einem eigenständigen, dritten Reichsteil der k.u.k. Monarchie zusammenschließen und dadurch ihrem eigenen Projekt, der panslawistischen Vereinigung aller Serben in einem eigenen Staat, das Wasser abgrabe
n.

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Franz Ferdinand and his wife Sophie leave the Sarajevo Guildhall after reading a speech on June 28 1914. They were assassinated five minutes later. Quelle: Europeana 1914-1918, Autor: Karl Tröstl?

Was auch immer der Grund für die Wahl ihrer Opfer war – das Attentat der jugendlichen serbischen Verschwörer auf das österreichisch-ungarische Thronfolgerpaar ist lange vorbereitet, verläuft aber völlig chaotisch. Vielleicht wurde Franz Ferdinand und seiner Frau das Datum ihres Besuches in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo – der 28. Juni – zum Verhängnis, denn an diesem Tag, Vidovdan (Sankt-Veits-Tag), gedenken die Serben traditionell ihrer verheerenden Niederlage gegen die muslimischen Osmanen (Türken) in der Schlacht auf dem Amselfeld im Jahr 1389. Das Datum des Anschlags war sorgfältig geplant, der Rest eher nicht:

Als es endlich soweit ist, erkennt der erste Attentäter nicht, in welchem Auto der Wagenkolonne der Erzherzog und seine Frau Sophie sitzen und lässt seine Bombe stecken.
Ein zweiter Attentäter erkundigt sich bei einem Polizisten nach dem richtigen Fahrzeug, zündet, wirft – und rechnet nicht mit der schnellen Reaktion des Chauffeurs, der einen dunklen Gegenstand auf sich zufliegen sieht und Gas gibt.

Franz Ferdinand hebt seinen Arm, um seine Frau zu schützen, die Bombe prallt ab, fällt hinter das offene Verdeck und explodiert erst dort.
Auf dem Weg zum Rathaus fährt die Wagenkolonne noch an mehreren Attentätern vorbei, die aber nichts unternehmen.
So wäre eines der verheerendsten und folgenreichsten Attentate der Weltgeschichte fast nicht gelungen.

Herr Bürgermeister, da kommt man nach Sarajevo, um einen Besuch zu machen, und wird mit Bomben beworfen! Das ist empörend!“, unterbricht Franz Ferdinand Sarajevos Bürgermeister ärgerlich, als der im Rathaus zur Begrüßungsrede für das Thronfolgerpaar ansetzen will. Man ist peinlich berührt, doch schließlich gelingt es, den Erzherzog und seine Entourage zu beruhigen.
Alle denken, es wäre vorbei.

Es wäre vorbei gewesen, wenn man nicht wegen der Attentatsversuche den Tagesplan und die Fahrtroute der Österreicher geändert hätte.
Offenbar war Gavrilo Princip selbst überrascht, als der Wagen des Erzherzogs nach dem Termin im Rathaus gegen 11 Uhr vormittags ganz in der Nähe seines Standortes vorfährt und dann auch noch anhält. Er zieht seine Pistole und schießt aus anderthalb Metern Entfernung auf das Thronfolgerpaar. Zunächst trifft er Erzherzogin Sophie in den Bauch. Ihre Bauchschlagader ist getroffen, und in kürzester Zeit verblutet sie qualvoll in den Armen ihres Mannes. Dann zerfetzt eine weitere Kugel Franz Ferdinands Halsvene.

Die Julikrise – Frieden ist keine Option mehr

Am 28. Juni 1914 genießen die Wiener einen schläfrigen Sommersonntag im Prater und in den Kaffeehäusern, als plötzlich die Nachricht über den Anschlag auf das Thronfolgerpaar in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo die Runde macht.
Musik und Gespräche verstummen für kurze Zeit. Doch kaum ist der erste Schreck vorüber, setzt der heitere Betrieb wieder ein, so, als wäre nichts geschehen.

Der Tod des Thronfolgers wird in Österreich-Ungarn kaum betrauert. Vielen in Wien war der Erzherzog sowieso zu modern und damit suspekt. Es habe in Wien und Budapest „mehr Erfreute als Trauernde“ gegeben, bemerkte der spätere Außenminister Ottokar Graf Czernin.

Auch der leidgeprüfte Franz Joseph nimmt den Tod seines Neffen und Erben ziemlich emotionslos hin.
Mit Franz Ferdinand ist dem alten Kaiser nun schon der zweite Thronfolger auf unnatürliche Weise abhandengekommen; der erste, Franz Josephs und Sissis gemeinsamer Sohn Rudolf, hatte sich und seine Geliebte im Jahr 1889 auf Schloss Mayerling erschossen. Cousin Franz Ferdinand stand nach Rudolfs Tod auf Platz zwei der Thronfolge; große Sympathien scheint es aber zwischen Kaiser Franz Joseph und seinem Neffen nie gegeben zu haben, denn der neue Erzherzog dachte für den Geschmack des Wiener Hofstaates zu anders und zu progressiv. Außerdem wollte er sich partout nicht standesgemäß verheiraten lassen, sondern nahm sich lieber sein „Sopherl“ zur Frau.

Am 4. Juli 1914 wird das ermordete Thronfolgerpaar schmucklos und ohne ein einziges europäisches Staatsoberhaupt oder Vertreter des internationalen Hochadels als geladene Gäste auf Schloss Artstetten begraben. Mit dieser Beerdigung dritter Klasse scheint die Aufregung über den grausamen Anschlag offiziell beendet zu sein.

Doch die Ruhe täuscht. Denn es waren Serben, die das Attentat auf den unbeliebten Thronfolger und seine Frau verübt haben, und damit wird ‚Sarajevo‘ zur nationalen Frage über Bestand oder Auseinanderbrechen des k.u.k. Vielvölkerreiches und seiner Vormachtstellung auf dem Balkan.
Im Übrigen liegen die Angriffspläne gegen Serbien bereits seit dem Jahr 1911 in diversen Wiener Schubladen.

Es waren nicht nur Militärs und Militaristen, denen im Jahr 1914 der ‚überlange Frieden‘ zu lange dauerte, auch Intellektuelle und ein großer Teil der Bevölkerung waren einem Krieg nicht abgeneigt, von einigen wurde er sogar als „reinigendes Gewitter“ herbeigesehnt.
Einige Male war man bereits an einem Waffengang zwischen den hochgerüsteten Armeen der verschwisterten Herrscher Europas vorbeigeschrappt, denn Krieg galt in jener Zeit nicht nur als der „Vater aller Dinge“, sondern zählte auch als „verlängerter Arm der Politik“, mit dem man äußere (und innere) Konflikte lösen konnte, wenn Reden nicht mehr half.
Die verheerenden Folgen eines „industrialisierten Krieges“ mit modernen Waffen waren fast allen der romantisch angehauchten Kriegsbefürwortern nicht bewusst.

Einen Tag nach der Beerdigung von Erzherzog und Erzherzogin gewinnen schließlich die Hardliner am Wiener Hof die Oberhand. Am 28. Juli 1914, vier Wochen nach dem verhängnisvollen, fast gescheiterten Attentat auf Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau Sophie, unterzeichnet der 83jährige österreichische Kaiser Franz Joseph in seinem Urlaubsort Bad Ischl eine Kriegserklärung, um den aufmüpfigen Serben (die ein „großmütiges“ Ultimatum haben verstreichen lassen) einen „Denkzettel“  zu verpassen.
Kurz zuvor war aus dem kaiserlichen Berlin ein „Blankoscheck“ eingetroffen, der den Habsburgern die deutsche Unterstützung gegen Serben zusichert, wobei den Deutschen vor allem daran gelegen ist, die mit Serbien verbündeten Russen kleinzuhalten.
Frieden ist keine Option mehr.

Mit seiner Unterschrift setzt der greise Kaiser jedoch nicht, wie er glaubte, einen kleinen, begrenzten Feldzug gegen eine widerborstige kleine Nation in seinem Herrschaftsbereich in Gang, sondern entfesselt versehentlich eine fatale Kriegsmaschinerie, die über 14 Millionen Menschen das Leben kosten wird und heute als „Ur-Katastrophe“ des 20. Jahrhunderts gilt: Den Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918.

Copyright: Agentur für Bildbiographien, www.bildbiograhien.de, 2015


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Florian Illies, 1913. Der Sommer des Jahrhunderts*, S. Fischer Verlag GmbH, Taschenbuch, 2015

Florian Illies, „1913“ zum Hören*, Der Audio Verlag

Weiterführende Links und Artikel:


Bilder und Texte rund um die Habsburger Dynastie:
http://www.habsburger.net/de/habsburger#3


Zu den schillerndsten Figuren der Weltgeschichte zählt Konrad Henlein, der Mann, mit dessen Hilfe Adolf Hitler die Sudetendeutschen im Herbst 1938 „heim ins Reich“ holte. Henlein, Sudetendeutscher mit tschechischem Großvater, war Turnlehrer und wollte nach eigenem Bekunden nichts anderes sein. Er wurde zum Aushängeschild einer Bewegung, die in den 1930er Jahre kräftig am Weltfrieden zündelte. War Konrad Henlein nur Marionette und Brandstifter, ein verblendeter Nationalsozialist? Oder auch Biedermann mit einem eigentlich ernsthaften Anliegen?
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Ein Platz an der Sonne oder: Wilhelm das Großmaul
 


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Vor 100 Jahren: Die Hölle von Verdun


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Weltgeschichte zum Anfassen: Das 19. Jahrhundert


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Bildnachweise:

1) Photographer to the court of His Imperial Majesty, L. Schumann (1843-1912). – Scanned from the book The Imperial House of Hapsburg by Johann Kaufmann. Published by Braxton, 1968. Photo of Franz Josef, Emperor of Austria (1830-1916)
2) Kaiserin Elisabeth von Österreich mit ihrem Lieblingshund Shadow
3) Agentur für Bildbiographien

4) Der Wiener Graben, fotografiert von August Stauda um 1890, August Stauda – Ausstellungskatalog des Wien Museums: Blickfänge einer Reise nach Wien
5) Austria-Hungary 1914, physical/Mapa fizyczna Austro-Węgier 1914. Quelle: Mariusz Paździora, own work, 2008
6) Gavrilo Princip, from raven.cc.ukans.edu/~kansite/ww_one/photos/greatwar.html

7)  Franz Ferdinand and his wife Sophie leave the Sarajevo Guildhall after reading a speech on June 28 1914. They were assassinated five minutes later.Quelle: Europeana 1914-1918, Autor: Karl Tröstl?

 

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