Die Erfindung der Mutterliebe

Porträt von Jean-Jacques Rousseau

Mit „Mutterliebe“ hat der französische Philosoph Jean-Jacques Rousseau nichts im Sinn, als er 1762 seinen Roman „Emile oder über die Erziehung“ publiziert. Eigentlich will er ein Zeichen gegen die festzementierte absolutistische Ständegesellschaft setzen, die ihn anwidert, und im Übrigen hält er Erziehung für viel zu wichtig, um sie Frauen zu überlassen.
Rund 40 Jahre später ist Rousseau posthum zum Helden der Französischen Revolution geworden und „Emile“ zur Grundlage moderner Erziehung.
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Mythos Mutter: Die Hand an der Wiege bewegt die Welt

Artemis, die griechische Göttin der Jagd, des Mondes, der Gebärendenen und der Mütter und KinderIn der Wiege unserer Zivilisation, im alten Griechenland, gab es keine Doppelbelastung für Mütter und von einer weiblichen Sinnkrise konnte auch keine Rede sein: Auf mütterliche Gefühle wurde schlicht und ergreifend ver- zichtet.
Das schnörkellose Verhältnis antiker Eltern zu ihrem Nachwuchs änderte sie erst langsam im Hochmittelalter; unser heutiger Begriff von „Mutterliebe“ entstand im 18. Jahrhundert.
Aber was ist der „Mythos“ Mutter? Gibt es ihn überhaupt – oder ist er nur eine Erfindung, um Frauen „bei der Stange“ zu halten?

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