Hamburg auf den Barrikaden

Hafenarbeiter an einer Anlegestelle im Hamburger Hafen im Jahr 1900. Von Johann Hamann (1859-1935), Gemeinfrei

1923. Fünf Jahre sind seit dem Ende des Weltkrieges vergangen, aber Deutschland kommt nicht zur Ruhe. In Hamburg üben die Kommunisten Weltrevolution und für wenige Stunden gibt es eine „Sowjetrepublik Stormarn“. Ernst Thälmann, Hamburgs charismatischer KPD-Führer, bringt sich für seine weitere Karriere in Stellung, Stalin und Hitler mischen auch schon irgendwie mit.
Aber das eigentliche Desaster ist, dass die KPD wieder einmal von der SPD enttäuscht wird und in der Folge mit dem Begriff „Sozialfaschismus“ eine These in die Welt kommt, die brandgefährlich ist.

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Vom Ruhrkampf zum Deutschen Oktober

Einzug französischer Truppen in Essen, 1923, Von Bain News Service, publisher – Library of Congress Prints and Photographs Division Washington, D.C., Gemeinfrei

1923. Reichskanzler Wilhelm Cuno und seine „Regierung der Wirtschaft“ versuchen, die Franzosen aus dem Ruhrgebiet zu vertreiben und lassen dafür Geld drucken. Sehr viel Geld. Mit katastrophalen Folgen für die gebeutelte Weimarer Republik. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit bis zum Kollaps zu sein. Bis zum rechten oder linken Kollaps, das ist auch noch nicht so ganz klar …

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Hitlers It-Girl

Bundesarchiv, Bild 183-S33882, Porträtaufnahme vom 20.4.1937.

Unity Valkyrie Mitford ist in den 1930er Jahren ein exzentrisches It-Girl der feinen Londoner Gesellschaft. Vermutlich mehr aus Langeweile schließt sie sich den britischen Faschisten an, wird zur glühenden Verehrerin Adolf Hitlers, reist nach München, schafft es, den „Führer“ kennenzulernen und in den „inner circle“ der neuen nationalsozialistischen High-Society im Dritten Reich aufzusteigen.

Ein deutsch-britisches Techtelmechtel – mit Folgen?

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Die Erlaubnis zu hassen

Aufmarschgelände Nürnberg, nationalsozialistischer Aufmarsch

SA-Aufmarsch, Reichsparteitag 1933. Von Bundesarchiv, Bild 183-1987-0410-501

Was begeisterte Millionen Menschen an Adolf Hitler, warum folgten sie ihm und wurden zum Teil selbst zu Verfolgern? „Verfolgen beruht auf abgewehrtem Opfersein“, lautet eine der Kernthesen der Psychoanalytikerin Alice Miller: Hitler gab vielen seiner Anhängern die Opfer, die sie brauchten und die Erlaubnis zu hassen.

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Sie starben, damit Deutschland lebe

Stalingrad

Völkischer Beobachter, 29 Dezember 1943: „Das Jahr 1943 im Spiegel der Chronik“

Originalauszug aus dem „Völkischen Beobachter“ vom 29. Dezember 1943 – Das Jahr 1943 im Spiegel der Chronik -. „Das Ringen um Stalingrad beendet“ ist für den 3, Februar 1943 vermerkt.

Unter der Hakenkreuzfahne, die auf der höchsten Ruine von Stalingrad weithin sichtbar gehißt wurde, vollzog sich der letzte Kampf“, heißt es. Und weiter: Generale, Offiziere Unteroffiziere und Mannschaften fochten Schulter an Schulter bis zur letzten Patrone. Sie starben, damit Deutschland lebe.“
Sie – das waren rund 100.000 Soldaten, die starben – erschossen, von Minen zerfetzt, verhungert, erfroren. 110.000 Soldaten gerieten in Kriegsgefangenschaft, 6.000 von ihnen überlebten.

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Vor 100 Jahren: Die Hölle von Verdun

Verdun, east bank of the Meuse, 21–26 February 1916, Staff writers – The Times History of the War VI. London: The Times. 1914–1921. OCLC 642276. Diagram showing the east bank of the Meuse at Verdun, 21–26 February 1916, Public Domain

Verdun ist eine kleine Stadt ohne große Bedeutung. Es ist eine Festungsstadt in Lothringen mit noch nicht einmal 20.000 Einwohnern, an einer Flussschleife der Maas (Meuse) gelegen und mit einer schmalen Durchgangsstraße als einziger Verbindung zum Rest der Welt. Eigentlich ist sie kaum der Rede wert. Doch dann beginnt am Morgen des 21. Februar 1916 die deutsche Operation „Gericht“ und lässt die beschauliche Kleinstadt Verdun –  wie 27 Jahre später auch Stalingrad – zum Synonym für die Grausamkeit und Sinnlosigkeit von Kriegen werden.

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Vom verborgenen zum manifesten Grauen: Kindheit und Jugend Adolf Hitlers

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Hitler, Adolf: Reichskanzler, Deutschland, 20 April 1937. Bundesarchiv, Bild 183-S33882/CC BY-SA 3.0

 

„Auch Mörder fallen nicht einfach vom heiteren Himmel“, schreibt die Schweizer Autorin (und Psychoanalytikerin) Alice Miller in ihrem Buch Am Anfang war Erziehung. Oder doch?
Der Werdegang Adolf Hitlers vom geprügelten Sohn eines „erziehenden“ Vaters und einer liebevollen, aber schwachen Mutter zu einem der grausamsten Diktatoren der Menschheit.

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Ihr Flüchtlinge! Flucht und Vertreibung 1944 – 1950

Bild 146-1976-072-09, Ostpreußen, Flüchtlingtreck“ von Bundesarchiv

Von ‚Willkommens-Kultur‘ konnte keine Rede sein als sich in den Jahren zwischen 1944 und 1950 rund 12 Millionen Deutsche und Deutschstämmige aus Ostpreußen, Pommern, Schlesien und dem Sudetenland auf die Flucht Richtung Westen machten oder vertrieben wurden. In den Augen vieler Einheimischer waren sie die „Polacken“, die ihnen das Wenige, das sie nach dem verlorenen Krieg noch hatten, wegnehmen wollten. Heute halten Wirtschaftshistoriker den „Braingain“, also den Gewinn an Talenten durch die Flüchtlingswelle, für eine der wichtigsten Grundlagen des in den 1950er Jahren einsetzenden „Wirtschaftswunders“ – wichtiger als Marshall-Plan und Ludwig Erhard. Weiterlesen

Opas Krieg

Von Christian Mack

Opas Krieg_1Heute, für ein Menschenleben unendlich lange erscheinende 100 Jahre später, findet der Erste Weltkrieg zum „Jubiläum” wieder Beachtung. Dabei gibt es ein Problem: Die Lebenswelt der Menschen vor 100 Jahren ist uns fremd geworden. Und somit auch die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts” (George F. Kennan). Der Zweite Weltkrieg scheint uns dagegen lebendig: An Hollywoodfilmen oder Fernsehdokumentationen zum Thema herrscht kein Mangel, ebenso wenig an Zeitzeugen. Mit dem Ersten Weltkrieg sieht es da etwas anders aus: Wie war das damals?

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Vom It-Girl zur Walküre

Bundesarchiv Bild 102-10460, Adolf Hitler, Rednerposen“

Unity Valkyrie Mitford ist in den 1930er Jahren eines der angesagtesten „It-Girls“ der feinen Londoner Gesellschaft, verwandt mit jedem, der in Großbritannien Rang und Namen hat. Sie ist schön, exzentrisch und wild, wird dann aber zur glühenden Faschistin und fasst den Plan, Adolf Hitler kennen zu lernen. Der Plan gelingt, doch Hitlers „Gunst“ stürzt auch sie – wie viele andere — ins Verderben. Weiterlesen