Zwischen Drill und Misshandlung: Johanna Haarers „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“

640px-Bundesarchiv_Bild_146-1973-010-31,_Mutter_mit_Kindern

Mut­ter mit Kin­dern, SS-Leit­heft 9/2 Febru­ar 1943, unbe­kann­ter Foto­graf, Bun­des­ar­chiv, Bild 146‑1973-010–31 / CC-BY-SA 3.0

 

… Die „Bibel“ jeder jun­gen Mut­ter der dama­li­gen Zeit war das Buch „Die deut­sche Mut­ter und ihr ers­tes Kind“ von Dr. Johan­na Haa­rer. Die­se Frau scheint mir eine rech­te Preußin gewe­sen zu sein, denn ihr Haupt-anlie­gen waren Sau­ber­keit, Pünkt­lich­keit, Genau­ig­keit im Mes­sen und Wie­gen, kurz ein sehr stren­ges Regle­ment …

Lesen Sie auch: Für die dama­li­ge Zeit hat­te er eine ganz „nor­ma­le“ Kind­heit. Der Wer­de­gang Adolf Hit­lers vom geprü­gel­ten Sohn eines „erzie­hen­den“ Vaters und einer lie­be­vol­len, aber schwa­chen Mut­ter, zu einem der grau­sams­ten Dik­ta­to­ren der Mensch­heit
Vom ver­bor­ge­nen zum mani­fes­ten Grau­en: Kind­heit und Jugend Adolf Hit­lers

Das klei­ne Mäd­chen, Jahr­gang 1937, das nach dem „preu­ßi­schen“ Regle­ment der deutsch-öster­rei­chi­schen Lun­gen­fach­ärz­tin Dr. Johan­na Haa­rer groß­ge­zo­gen wer­den soll­te, hat­te Glück im Unglück: Der Kin­der­arzt griff ein.

Die lieb­lo­se Auf­zucht ihres Babys nur unter den Aspek­ten „Sau­ber­keit, Pünkt­lich­keit und Genau­ig­keit“ bekam der jun­gen Mut­ter nicht gut; der Kin­der­arzt dia­gnos­ti­zier­te weni­ge Wochen nach der Geburt eine Unter­ernäh­rung ihrer Toch­ter durch zu gerin­gen Milch­fluss. Dar­auf­hin wur­de Johan­na Haa­rers Kin­der­drill-Bibel kur­zer­hand ent­sorgt und das Mäd­chen durf­te, wie spä­ter auch ihre drei jün­ge­ren Geschwis­ter, ohne Rat­ge­ber, dafür aber mit „Lie­be und Kamil­len­tee“ auf­wach­sen.

Wehret den Anfängen!

Die­ses Glück hat­ten vie­le Kin­der der NS-Zeit nicht.
Vom Erschei­nungs­jahr 1934 bis zum Kriegs­en­de wur­den 700 000 Exem­pla­re der „Haa­rer-Bibel“ ver­kauft und eif­rig gele­sen. Doch auch nach dem Ende des „Drit­ten Rei­ches“ war der Spuk noch lan­ge nicht vor­bei:
1949
kam das Buch unter dem ent­na­zi­fi­zier­ten Titel „Die Mut­ter und ihr ers­tes Kind“ wie­der auf den Markt und blieb dort bis ins Jahr 1987.
Inhalt­lich war es von Aus­füh­run­gen zum The­ma „Ras­sen­hy­gie­ne“ und vom natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Pathos ent­rüm­pelt wor­den, doch vie­le päd­ago­gi­sche Ansät­ze blie­ben.

Weh­ret den Anfän­gen“ ist eine oft wie­der­hol­te War­nung Haa­rers, denn der vom NS-Regime pro­pa­gier­te Müt­ter­kult hielt nichts von einer lie­be­vol­len Mut­ter-Kind-Bezie­hung.
In unse­ren Augen muss der deut­sche Jun­ge der Zukunft schlank und rank sein, flink wie Wind­hun­de, zäh wie Leder und hart wie Krupp­stahl.
So klar und deut­lich wur­den die päd­ago­gi­schen Prin­zi­pi­en des „1000jährigen Rei­ches“ erst­mals im Sep­tem­ber 1935 vom „Füh­rer“ höchst­per­sön­lich in einer Rede vor 50.000 HJ-Jun­gen öffent­lich pro­pa­giert.

Vor­sät­ze die­ser Art lie­ßen sich natür­lich nicht mit einem Nach­wuchs ver­ein­ba­ren, der durch all­zu viel Mut­ter­lie­be „ver­weich­licht“ und „ver­zär­telt“ wor­den ist.
Und dass „Affen­lie­be“ Kin­der, ja sogar schon Babys, ver­zö­ge, war einer der fes­ten Glau­bens­ät­ze Haa­rers und vie­ler ande­rer vor und nach ihr auch:


Vor allem mache sich die gan­ze Fami­lie zum Grund­satz, sich nie ohne Anlaß mit dem Kin­de abzu­ge­ben. Das täg­li­che Bad, das regel­mä­ßi­ge Wickeln des Kin­des und Stil­len bie­ten Gele­gen­heit genug, sich mit ihm zu befas­sen, ihm Zärt­lich­keit und Lie­be zu erwei­sen und mit ihm zu reden. Die jun­ge Mut­ter hat dazu natür­lich kei­ne Anlei­tung nötig. Doch hüte sie sich vor all­zu lau­ter Bekun­dung müt­ter­li­cher Gefüh­le.“
Johan­na Haa­rer, Die deut­sche Mut­ter und ihr ers­tes Kind

Preis: EUR 4,97

Micha­el Han­ekes bewe­gen­der Film über Erzie­hung, die vie­le Jahr­hun­der­te lang vor allem ein Ziel hat­te: Kin­der “im Griff” zu haben. Micha­el Han­eke, Das weis­se Band*, 2010. DVD
FSK: ab 12 Jah­ren

Ein richtig gepflegtes Kind riecht nicht!

In Haa­rers Anlei­tung zu früh­kind­li­cher Dres­sur dreht sich viel um Ord­nung, Sau­ber­keit und Pünkt­lich­keit.
Nur wenig hat sie zu sagen über die För­de­rung der kör­per­li­chen und geis­ti­gen Ent­wick­lung von Babys, obwohl bereits seit den 1920er Jah­ren wich­ti­ge wis­sen-schaft­li­chen Erkennt­nis­se von Ent­wick­lungs­psy­cho­lo­gen und Päd­ago­gen vor­la­gen.

Haa­rers Kon­zept beruht auf ihren eige­nen Erfah­run­gen und Vor­stel­lun­gen als Mut­ter. Eine päd­ia­tri­sche Aus­bil­dung hat­te die Ärz­tin für Lun­gen­krank­hei­ten nicht, den­noch galt sie auch lan­ge nach der Nazi­zeit als Kapa­zi­tät auf dem Gebiet früh­kind­li­cher Päd­ago­gik.

Es scheint ein ste­ter Kampf zu sein, den die deut­sche Mut­ter mit ihrem ers­ten Kind zu füh­ren hat­te. Von „förm­li­chen Kraft­pro­ben zwi­schen Mut­ter und Kind“ ist die Rede, und selbst das Füt­tern wird zur Schlacht, bei der nur eine gewin­nen darf — die Mut­ter:


Das Baby soll mit fes­tem Griff bewe­gungs­los gehal­ten wer­den, so daß es nur noch den Mund öff­nen und schlie­ßen kann und schlu­cken muß, was der Erwach­se­ne ihm zuteilt, und zu einem Zeit­punkt, den die­ser bestimmt.“
Johan­na Haa­rer, Die deut­sche Mut­ter und ihr ers­tes Kind


Dis­zi­plin, Gehor­sam und Füg­sam­keit als ers­te Kin­der­pflicht: Kin­der soll­ten so früh wie mög­lich ler­nen, sich pas­siv den Wün­schen ande­rer zu unter­wer­fen und das zu schlu­cken, was man ihnen zuteilt; nichts ande­res lehrt Haa­rers schwar­ze Päd­ago­gik.
Ihr wich­tigs­ter Kampf galt aller­dings dem „berüch­tig­ten Klein­kin­der­ge­ruch“, den sie in ihrem Rat­ge­ber aus­führ­lich beschreibt:


Stel­len wir ihnen die Durch­näs­sung mit Harn, die Beschmut­zung mit Stuhl und schlech­ten Gerü­chen als etwas Abscheu­li­ches hin, und zei­gen wir ihnen, daß der­ar­ti­ges immer sofort ent­fernt, beschmutz­te Klei­dung gewech­selt wer­den muß. Wenn wir dies uner­müd­lich tun, bekeh­ren wir das Kind bald zu unse­rem Stand­punkt. Es wird zuneh­mend unglück­lich und unbe­hag­lich, wenn es naß und schmut­zig ist. Es ver­langt nach Sau­ber­keit. Haben wir es soweit, dann ist der Kampf schon bald gewon­nen.“
Johan­na Haa­rer, Die deut­sche Mut­ter und ihr ers­tes Kind


Der kleine Haustyrann

Der Kampf gegen den Klein­kin­der­ge­ruch war für Haa­rer außer­or­dent­lich wich­tig und erst dann erfolg­reich been­det, wenn Kin­der „tro­cken“ waren und ihr Geschäft mög­lichst noch vor dem ers­ten Geburts­tag auf dem Töpf­chen erle­di­gen konn­ten.
Das war in einer Zeit mit Stoff­win­deln und ohne Wasch­ma­schi­ne sicher­lich auch aus prak­ti­schen Grün­den erstre­bens­wert. Aber: die Mär, ein Kind müs­se so früh wie mög­lich ohne Win­deln aus­kom­men, hielt sich, obwohl es mit dem Ein­zug von Weg­werf­win­deln und Wasch­ma­schi­nen in deut­sche Haus­hal­ten kei­ne prak­ti­schen Not­wen­dig­keit mehr für die Eile gab.
Phy­sio­lo­gisch ent­wi­ckeln Kin­der übri­gens frü­hes­tens im zwei­ten Lebens­jahr ein Gefühl für ihre Bla­sen­fül­lung.

K7 MutterkreuzAuch ande­re The­sen aus „Die deut­sche Mut­ter und ihr ers­tes Kind“ hiel­ten sich hart­nä­ckig über vie­le Jah­re: So sei es bei­spiels­wei­se not­wen­dig, dass Mut­ter und Kind nach der Geburt in getrenn­ten Zim­mern unter­ge­bracht wer­den.
Die frü­he Tren­nung von Mut­ter und Kind gleich nach der Geburt wur­de noch bis weit in die 1970er Jah­re prak­ti­ziert, obwohl sehr vie­le wis­sen­schaft­li­che Unter­su­chun­gen ein­deu­tig dage­gen spra­chen.
Stil­len gleich nach der Geburt? Für Haa­rer schon wie­der „Affen­lie­be“; Mut­ter und Kind hat­ten 24 Stun­den lang zu war­ten, bevor der Säug­ling das ers­te Mal ange­legt wer­den durf­te.

Reichsmütterschulung und BDM-Säuglingspflege

Johan­na Haa­rers Rat­ge­ber wur­de schon kurz nach sei­nem Erschei­nen zum Stan­dard­werk. Die Erkennt­nis­se aus „Die deut­sche Mut­ter und ihr ers­tes Kind“ dien­ten als Grund­la­ge für die „Reichs­müt­ter­schu­lung“ der NS-Frau­en­schaft eben­so wie für das Fach „Säug­lings­pfle­ge“ des BDM.
Mil­lio­nen jun­ger Mäd­chen und Frau­en lern­ten, dass Sau­ber­keit, Pünkt­lich­keit und Genau­ig­keit das „A und O“ im Umgang mit ihrem Baby sein soll­ten, all­zu gro­ße Nähe und „Affen­lie­be“ hin­ge­gen zu ver­mei­den wären.
Babys und Klein­kin­der hat­ten „Ruhe“ zu hal­ten, das heißt, sie soll­ten vor allem sich selbst über­las­sen blei­ben.
Freu­de, Zunei­gung oder gar Trös­ten waren in die­ser unhei­len Kin­der­welt ver­pönt.

An der Gren­ze zur psy­chi­schen Miss­hand­lung beweg­te sich Haa­rer mit ihren Emp­feh­lun­gen zum Umgang mit kind­li­chen Gefühls­äu­ße­run­gen.
War ein Baby bei­spiels­wei­se hung­rig (oder gar gelang­weilt!) und mel­de­te sich außer­halb der fest regle­men­tier­ten Essens­zei­ten um 6, 10, 14, 16 und 20 Uhr, soll­te kein Par­don gege­ben wer­den:


Dann, lie­be Mut­ter, wer­de hart! Fan­ge nur ja nicht an, das Kind aus dem Bett her­aus­zu­neh­men, es zu tra­gen, zu wie­gen, zu fah­ren oder es auf dem Schoß zu hal­ten, es gar zu stil­len. Das Kind begreift unglaub­lich rasch (…). Nach kur­zer Zeit for­dert es die­se Beschäf­ti­gung mit ihm als ein Recht, gibt kei­ne Ruhe mehr, bis es wie­der getra­gen, gewiegt oder gefah­ren wird – und der klei­ne, aber uner­bitt­li­che Haus­ty­rann ist fer­tig.”
Johan­na Haa­rer, Die deut­sche Mut­ter und ihr ers­tes Kind


Johanna Haarer und ihre Folgen

Das Baby als inne­rer Feind, des­sen tyran­ni­schen Bedürf­nis­se per­ma­nent nie­der­ge­run­gen wer­den muss­ten?
Die Schlach­ten, die zwi­schen Mut­ter und Kind geschla­gen wer­den soll­ten, waren eben­so men­schen­ver­ach­tend wie das gesam­te Men­schen­bild der NS-Ideo­lo­gie. Und kann­ten in nur einen Ver­lie­rer: das Kind.

Gene­rell waren alle ele­men­ta­ren kind­li­chen Gefühls­re­gun­gen – Lachen, Laut­sein, Wei­nen oder Zorn – zu unter­drü­cken und selbst­ver­ständ­lich galt das Schla­gen von Kin­dern als Ulti­ma Ratio, soll­te der „klei­ne Haus­ty­rann“ den Ermah­nun­gen sei­ner freund­li­chen, aber distan­zier­ten Mut­ter nicht wunsch­ge­mäß Fol­ge leis­ten.
Frei nach dem Mot­to: „Schlä­ge haben noch nie einem Kind gescha­det“.

Exper­ten gehen heu­te davon aus, dass „Die deut­sche Mut­ter und ihr ers­tes Kind“ eine der fol­gen­reichs­ten Buch­ver­öf­fent­li­chun­gen des Drit­ten Rei­ches war.
Vie­le der Emp­feh­lun­gen Haa­rers ste­hen ent­wick­lungs­psy­cho­lo­gi­schen Erkennt­nis­sen (die auch zu ihrer Zeit größ­ten­teils schon bekannt waren) völ­lig ent­ge­gen und sind dar­auf ange­legt, ein Kind in sei­ner Bin­dungs- und Lie­bes­fä­hig­keit zu bre­chen, sich selbst als „nicht wich­tig“ wahr­zu­neh­men und auf emo­ti­ons­lo­ses „Funk­tio­nie­ren“ zu trim­men.
Haa­rers Emp­feh­lun­gen ent­spra­chen dem Zeit­geist und wie­der­hol­ten im Wesent­li­chen nur das, was über Jahr­hun­der­te in vie­len Eltern­häu­sern und Schu­len prak­ti­ziert — und wei­ter­ge­ge­ben — wor­den ist.

Heu­te kann nur spe­ku­liert wer­den, wie vie­le Kin­der in den Abgrund „zwi­schen Drill und Miss­hand­lung“ geführt wor­den sind.

Ver­mut­lich viel zu vie­le.


Es-war-einmal-Cover-300x250… Die­se Frau scheint mir eine rech­te Preußin gewe­sen zu sein, …“, ist ein Zitat aus der Bild­bio­gra­phie „Es war ein­mal” von Ilse Schulz, Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en, 2013. (Zum Blät­tern im Buch bit­te hier kli­cken)


Lesen Sie im nächs­ten Bei­trag: Die Ener­gie folgt der Auf­merk­sam­keit – Unse­re Geschich­te bestimmt nicht unser Schick­sal – Dem Trau­ma einen Sinn geben – Kann man Glück ler­nen?
Die Ener­gie folgt der Auf­merk­sam­keit

 Copy­right: Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en, 2015 (über­ar­bei­tet 2017), www.bildbiographien.de


Buch- und Film­emp­feh­lun­gen:
(Die mit * gekenn­zeich­ne­ten Links sind soge­nann­te Affi­la­te-Links, die hel­fen, den Blog Gene­ra­tio­nen­ge­spräch zu finan­zie­ren. Wenn Ihnen eine der ange­ge­be­nen Buch­emp­feh­lun­gen
gefällt und Sie das Buch über die­sen Link bestel­len, erhält der Blog dafür eine klei­ne Pro­vi­si­on, ohne dass für Sie Mehr­kos­ten ent­ste­hen. Für Ihren Klick: Herz­li­chen Dank im Vor­aus!)

Freund­schaft schlie­ßen mit unse­rem „inne­ren Kind“ , Glau­bens­sät­ze erken­nen – und sie ver­än­dern, wenn es not­wen­dig ist. Ein hilf­rei­ches Buch, gut und ver­ständ­lich geschrie­ben, mit vie­len Bei­spie­len und Übun­gen, die hel­fen, inne­re Sack­gas­sen zu ver­las­sen. Ste­fa­nie Stahl, Das Kind in dir muss Hei­mat fin­den*, Kailash Ver­lag, 2015

Resi­li­enz kann man üben: Ein sehr lie­be­voll gestal­te­tes Heft aus der Rei­he “Biblio­thek der guten Gefüh­le” , mit kur­zen prä­gnan­ten Tex­ten über unse­re Fähig­keit zur Resi­li­enz und vie­len ein­fach zu befol­gen­den Übun­gen. Für alle, die gera­de mit einem The­ma beschäf­tigt sind, oder zum Ver­schen­ken. Isa­bel­le Fil­lio­z­at, Das klei­ne Übungs­heft: Stark durch Resi­li­enz*, Tri­ni­ty Ver­lag, 2016

Preis: EUR 4,97

Ein bewe­gen­der Film über die “Schwar­ze Päd­ago­gik”, die vie­le Jahr­hun­der­te lang Kind­heit und Erzie­hung präg­te:
Micha­el Han­eke, Das weis­se Band*, 2010. DVD
FSK: ab 12 Jah­ren

Ali­ce Mil­lers Klas­si­ker “Am Anfang war Erzie­hung” ist heu­te aktu­el­ler denn je — gesell­schaft­lich, für vie­le aber auch sehr per­sön­lich. Nicht immer ganz ein­fach geschrie­ben, aber ein groß­ar­ti­ges Por­trät einer Erzie­hungs­phi­lo­so­phie, die sich bis in unse­re Zeit aus­wirkt. Ali­ce Mil­ler, Am Anfang war Erzie­hung*, Suhr­kamp Ver­lag, Frank­furt am Main, Taschen­buch, unge­kürz­te Ausgabe,1980

Wei­ter­füh­ren­de Links zu den The­men Kind­heit und Erzie­hung:


Selbst­wert oder gelern­ter Hass? Ein sehr lesens­wer­ter Bei­trag von Deutsch­land­funk Kul­tur — auch zum Nach­hö­ren:
http://www.deutschlandfunkkultur.de/selbstwert-oder-gelernter-hass-wie-uns-die-fruehe-kindheit.976.de.html?dram%3Aarticle_id=392425


Mut­ter­lie­be sorgt dafür, dass Frau­en über sich hin­aus­wach­sen und Din­ge tun, die sie nor­ma­ler­wei­se für ande­re Men­schen nicht tun wür­den. Fehlt Mut­ter­lie­be, muss ein Kind also „mut­ter­see­len­al­lein“ auf­wach­sen, wird es die­sen Man­gel ein Leben lang spü­ren. Aber was ist Mut­ter­lie­be, und wie lässt sie sich erklä­ren?
Was heißt schon Mut­ter­lie­be?


Geschwis­ter sind die Men­schen, zu denen wir die längs­te Bezie­hung unse­res Lebens haben.
Egal, ob wir ewi­ge Riva­li­tät oder immer­wäh­ren­de Lie­be pfle­gen, nicht nur der Cha­rak­ter unse­rer Geschwis­ter­be­zie­hung, son­dern auch der Platz in der Geschwis­ter-Rei­hen­fol­ge ist von Bedeu­tung.
Klei­ne Schwes­ter, gro­ßer Bru­der: Geschwis­ter­kon­stel­la­tio­nen


Die Kind­heit ist die prä­gends­te Zeit in unse­rem Leben. Mehr über Müt­ter und Väter, Geschwis­ter­lie­be, trans­ge­ne­ra­tio­na­le Ver­er­bung und Kind­heits­mus­ter, die uns unser gesam­tes Leben beglei­ten fin­den Sie in unse­rer Blog-Kate­go­rie
Kin­der, Kin­der


Wir müssten das alles mal aufschreiben

Die Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en ver­öf­fent­licht seit 2012 hoch­wer­ti­ge Bild­bän­de und Chro­ni­ken über Fami­li­en- und Unter­neh­mens-geschich­te. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­den Sie auf unse­rer Home­page Bild­bio­gra­phi­en: Wir müss­ten das alles mal auf­schrei­ben!


Bild­nach­wei­se:
1. Mut­ter mit Kin­dern, SS-Leit­heft 9/2 Febru­ar 1943, unbe­kann­ter Foto­graf, Bun­des­ar­chiv, Bild 146‑1973-010–31 / CC-BY-SA
2. Urkun­de zum Mut­ter­kreuz, Pri­vat­ar­chiv

 

Ein Gedanke zu „Zwischen Drill und Misshandlung: Johanna Haarers „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.