Da röhrt der Hirsch. Über die unmögliche Kommunikation zwischen Männern und Frauen

Was-Frauen-noch-lernen-müssen Agentur für BildbiographienMän­ner sind seit Jahr­tau­sen­den dar­auf getrimmt, die Bes­ten zu sein, und ande­ren — auch unge­fragt — die Welt zu erklä­ren. Frau­en wol­len tief in ihrem Inne­ren vor allem eins: bloß nicht anecken. Alles nur blö­de Kli­schees? Oder ist der ‘Dia­log der Geschlech­ter’ doch ein ‘Kampf der Geschlech­ter’?

Lesen Sie auch: Geben sich Frau­en als Müt­ter selbst ein “Lebens­läng­lich”? Opfern sie sich auf, wer­den dadurch unglück­lich und nör­geln schließ­lich ihre Män­ner aus dem Haus? Über den schwie­ri­gen Spa­gat zwi­schen Kind und Kegel, Auf­op­fern, Haus­ar­beit, Oro­pax und die müt­ter­li­chen Qua­li­tä­ten von Vätern.
Der Mann in der Kri­se?

Vor rund 70.000 Jah­ren war es noch nicht abzu­se­hen, dass sich Männ­chen und Weib­chen der Gat­tung Homo sapi­ens außer Feu­er­stel­le und Höh­le auch Chef­eta­gen und Haus­halt tei­len wür­den.

Die Evo­lu­ti­on tickt manch­mal erschre­ckend lang­sam. Wir den­ken zwar modern, aber unse­re Bio­che­mie ist uralt: Unse­re Gefühls­welt steckt an vie­len Stel­len immer noch in der Stein­zeit fest.

Oder anders aus­ge­drückt: Wir haben zwar ein ziem­lich fort­schritt­li­ches Gehirn, aber unser Ver­hal­ten ist in den letz­ten 70.000 Jah­ren nicht sehr viel moder­ner gewor­den.

Noch ein­fa­cher: Manch­mal sind wir ech­te Nean­der­ta­ler.

Dialog oder Kampf der Geschlechter?

Män­ner und Frau­en haben’s oft schwer schwer mit­ein­an­der.

Das hat nichts mit Erzie­hung zu tun, son­dern mit Evo­lu­ti­on, einem uralten psy­cho­lo­gi­schen Pro­gramm, das eigent­lich über vie­le tau­send Jah­re gut funk­tio­niert hat.

Heut­zu­ta­ge führt es zu Miss­ver­ständ­nis­sen und Rei­be­rei­en, denn wir ver­su­chen, in einer moder­nen Welt mit den glei­chen archai­schen Grund­prin­zi­pi­en zurecht­zu­kom­men, mit denen unse­re Vor­fah­ren in grau­er Vor­zeit schon unter­wegs waren.
Damals hat es bes­ser geklappt als heu­te.


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Opfer — Ret­ter — Ver­fol­ger. In Stres­si­tua­tio­nen fal­len wir oft in alte Rol­len-Mus­ter, die wir in der Kind­heit gelernt haben. Wie man Psy­cho­spiel­chen durch­schau­en und durch­bre­chen kann — ein sehr lesens­wer­tes Buch für alle, die das Gefühl haben, sich immer wie­der an der glei­chen Stel­le zu ver­ha­ken. Cor­ne­lia und Ste­phan Schwarz: Schluss mit Psy­cho­spiel­chen*, dtv Ver­lags­ge­sell­schaft, Janu­ar 2018


Fazit: Unse­re emo­tio­na­les Rüst­zeug ist unend­lich alt und unter­schei­det sich nicht wesent­lich von dem der Tier­welt.
Für ein biss­chen Know-how und gute Manie­ren müs­sen wir schon selbst sor­gen. Egal, wel­chem Geschlecht wir ange­hö­ren.

Warum Männer angeben

Um bei den Urmen­schen und damit in der archai­schen Tier­welt zu blei­ben: Ein Hirsch ist bei­spiels­wei­se nur dann ein erfolg­rei­cher Hirsch wenn er sein Ziel – Erhal­tung und Ver­brei­tung sei­ner Art – durch­set­zen kann.


Dadurch ist er als gan­zer Hirsch-Kerl klar defi­niert: Er muss groß und stark wer­den, sich ein ordent­li­ches Geweih zule­gen, Mit­be­wer­ber aus dem Feld ste­chen, die Gunst der Hirsch­kü­he erobern und sich fort­pflan­zen.
Hat er das erreicht, kann er gehen und sich neu­en Auf­ga­ben und Zie­len zuwen­den.

Als Aus­rüs­tung für die Zieler­fül­lung sei­nes Hirsch­le­bens braucht er:


Hier­ar­chie – Kon­kur­renz­ori­en­tie­rung – Ziel­ori­en­tie­rung


Was für Hir­sche gut ist, gilt in abge­wan­del­ter Form auch für Men­schen:

Wel­che Frau rollt – zumin­dest inner­lich – nicht mit den Augen, wenn sich zwei Män­ner ken­nen­ler­nen und erst ein­mal alles Wesent­li­che abklop­fen: Job, Zahl der Assis­ten­tin­nen, wel­che Auto­mar­ke, wie viel PS? Mein Haus, mein Auto, mein Pferd.

Kräf­te­mes­sen und Ange­ben geht auch ohne Geweih.


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Wie groß ist unser Anteil an einer geschei­ter­ten Lie­be? Ein span­nen­der Bezie­hungs­ratge­ber, der den Blick vom “bösen” Part­ner auf unse­re eige­nen Mus­ter und Bedürf­nis­se lenkt. Eva-Maria Zur­horst, Lie­be dich selbst und es ist egal, wen du hei­ra­test*, Gold­mann Ver­lag, 2009


Warum Frauen nicht anecken

Das bio­lo­gi­sche Pro­gramm von Frau­en sieht kom­plett anders aus.

Zu dem Zeit­punkt, an dem der Hirsch sein Ziel erreicht hat und „mis­si­on accom­plished“ röh­ren könn­te (wenn er es denn könn­te), fängt für die Hirsch­kuh die Arbeit erst an.

Jede (und jeder), der sich mit Kin­der­er­zie­hung schon mal näher befasst hat, weiß, dass die Mis­si­on „Nach­wuchs groß­zie­hen“ nicht mit Ziel­ori­en­tie­rung und linea­rem Fokus klappt.

Wer den Nach­wuchs groß­zieht, braucht weder Kon­kur­renz noch Hier­ar­chi­en, son­dern einen lan­gen Atem. Und viel Geduld für einen Pro­zess, der stän­di­ge Anpas­sungs­be­reit­schaft an ver­än­der­te Rah­men­be­din­gun­gen not­wen­dig macht (Schu­le fällt aus, Kind hat Schnup­fen oder Wind­po­cken, Kin­der­gar­ten streikt).

Eine ver­ein­zel­te, weil kon­kur­renz­ori­en­tier­te Mut­ter, stün­de mit ihrem Kind auf ziem­lich ver­lo­re­nem Pos­ten, wenn sie ver­su­chen wür­de, ihre Mis­si­on allei­ne durch­zu­zie­hen.
Die Bereit­schaft von Frau­en, sich in einer Grup­pe zu inte­grie­ren, ist wegen ihres bio­lo­gi­schen Pro­gramms “Kin­der erzie­hen” viel grö­ßer als bei Män­nern.

Typisch weib­li­che Eigen­schaf­ten sind:

Fla­che Struk­tu­ren – Har­mo­nie­ori­en­tie­rung – Pro­zess­ori­en­tie­rung


Was Frauen wollen

Hier­ar­chi­sche Struk­tu­ren bei Frau­en?
Fehl­an­zei­ge, denn Hier­ar­chi­en ste­hen dem weib­li­chen Wunsch nach Grup­pen­an­pas­sung völ­lig ent­ge­gen.

Der weib­li­che Har­mo­nie-Teu­fel steckt im Detail, und so wird kein Mann jemals nach­voll­zie­hen kön­nen, war­um eine Frau ihr tod­schi­ckes und sünd­haft teu­res neu­es Kleid vor ihren bewun­dern­den Freun­din­nen als „das ist doch schon ganz alt“ her­ab­wür­digt, streng nach der weib­li­chen Devi­se: bloß nicht anecken oder Hier­ar­chi­en auf­bau­en!

Frau­en ver­ste­hen die­se Art der Kom­mu­ni­ka­ti­on in der Regel rich­tig, Män­ner neh­men sie für bare Mün­ze.
Das heißt, sie hal­ten das Kleid tat­säch­lich für alt.

Wenn es hart auf hart kommt, las­sen Ehe­mann oder Freund dann viel­leicht noch eine blö­de Bemer­kung über den „alten Fet­zen“ vom Sta­pel, und schon ist rich­tig Ärger wegen unter­schied­li­cher Kom­mu­ni­ka­ti­ons­wei­sen vor­pro­gram­miert.

“Stär­ker ein­ge­brannt haben sich den meis­ten Frau­en jedoch offen­bar die Zei­len, die noch in den Sieb­zi­gern in jedem weib­li­chen Poe­sie-Album stan­den: “Sei wie das Veil­chen im Moo­se, beschei­den, sitt­sam und rein. Nicht wie die stol­ze Rose, die immer bewun­dert will sein.” Lei­der sind Frau­en — neben Bri­ten — die unge­schla­ge­nen Welt­meis­ter im Veil­chen­sein und Ihr-Licht-unter-den Schef­fel-Stel­len, und die aller­meis­ten von uns wür­den lie­ber auf der Stel­le vom Blitz erschla­gen wer­den, als unse­re Kom­pe­tenz irgend­wie in den Vor­der­grund zu rücken.
Auch wenn wir ein Pro­jekt kom­plett im Allein­gang gewuppt haben, wer­den wir beim Prä­sen­tie­ren immer behaup­ten, dass es als Team­work ent­stan­den ist. Und uns nach­her in den Hin­tern bei­ßen, wenn nach­her alle glau­ben, die Arbeit sei als Team­work ent­stan­den.

aus: Nina Puri, Kar­rie­re im Eimer­chen?


Mansplaining oder Der Dialog der Geschlechter

Wenn Kon­kur­renz­ori­en­tie­rung und Har­mo­nie­teu­fel auf­ein­an­der­pral­len, kann es ordent­lich knal­len. Eini­ges ist aber auch ganz anders als erwar­tet.

Bei­spiels­wei­se sind es die Män­ner, die zu Plau­der­ta­schen wer­den, wenn es um etwas Wich­ti­ges geht: Män­ner kön­nen viel mehr reden als man annimmt. Aber nur, wenn’s dar­auf ankommt.
Frau­en fas­sen sich oft viel kür­zer, als man(n) glau­ben mag, im Geschäfts­le­ben ist das manch­mal auch ein­fach zu kurz.


Beson­ders Mee­tings kön­nen zum Rede-Schlacht­feld wer­den, auf dem der Mann gewinnt, der am längs­ten spricht und sei­ne Mei­nung am aus­führ­lichs­ten dar­le­gen kann.
Genau dar­an schei­tern vie­le Frau­en, weil sie es nicht schaf­fen, das Wort zu ergrei­fen.

Und selbst wenn sie es haben, ver­lie­ren sie es schnell wie­der — aus­spre­chen las­sen gehört nicht zu den männ­li­chen Stär­ken.
Rede­be­darf herrscht bei eini­gen Män­nern auch, wenn sie “Mans­plai­ning” (zu Deutsch etwa “Herr­klä­rer”) betrei­ben, die
(Un)-Art ande­ren unge­fragt die Welt zu erklä­ren. Mans­plai­ning fällt auch in die Kate­go­rie “hier­ar­chi­sches Den­ken” und bringt nicht nur Frau­en, son­dern auch die Kon­kur­renz auf die Pal­me.


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Die geheimsprache der Frauen

Frau­en agie­ren anders, haben aber auch ihre Tücken.

Der weib­li­che Fokus liegt gene­rell stär­ker auf Ein­be­zie­hen und weni­ger auf Gewin­nen.
Im Geschäfts­le­ben set­zen Frau­en stär­ker auf Krea­ti­vi­tät und Team, weni­ger auf kla­re Befeh­le und Kon­trol­le. Das ist gut bei kom­ple­xen Ent­schei­dungs­pro­zes­sen, und schlecht, wenn’s brennt, und schnell über­le­bens­wich­ti­ge Maß­nah­men getrof­fen wer­den müs­sen.

Frau­en füh­ren zwar kei­ne Rede­schlach­ten, kön­nen aber mit ihrer sub­ti­le­ren Art Män­ner gehö­rig aufs Glatt­ei­sen füh­ren.
Vie­le Frau­en sind nicht nur Meis­te­rin­nen des Mul­ti­tas­kings – und lau­fen stän­dig Gefahr, sich damit zu ver­zet­teln –, son­dern sie sind auch Meis­te­rin­nen einer beson­de­ren Geheim­spra­che, mit der sie For­de­run­gen stel­len, ohne zu for­dern.

Was sie sich wün­schen, sol­len die ande­ren erra­ten. Die meis­ten Män­ner sind davon über­for­dert und über­hö­ren ein­fach den Text zwi­schen den Zei­len.

Wür­dest Du ger­ne ins Kino gehen oder doch lie­ber in die Knei­pe?“ ist KEIN freund­li­ches Ange­bot zur Aus­wahl, son­dern eine ein­deu­ti­ge Auf­for­de­rung zu einem Kino­be­such.
Unter Umstän­den, bin ich bereit, Dich auch in die Knei­pe zu beglei­ten – aber ich wer­de ent­täuscht sein!“, lau­tet der Text in der Meta-Ebe­ne, den vie­le Män­ner wegen ihres linea­ren Fokus‘ nicht ein­mal mit­be­kom­men …


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… ist manch­mal ganz schön kom­pli­ziert.
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Konkurrenz versus Harmonie

Der größ­te Unter­schied zwi­schen Män­nern und Frau­en – Kon­kur­renz­ori­en­tie­rung ver­sus Har­mo­nie­ori­en­tie­rung – liegt im Umgang mit Erfolg.

Für einen typi­schen Mann gebüh­ren Erfol­ge prin­zi­pi­ell ihm selbst, an Miss­er­fol­gen sind die Ande­re schuld.

Die meis­ten Frau­en keh­ren die Erfolgs­bi­lanz um und machen sie dadurch zu einem ihrer größ­ten Han­di­caps: Miss­er­fol­ge schrei­ben sie sich oft selbst zu, die Grün­de für Erfol­ge sehen sie in güns­ti­gen Umstän­den, Glück oder der Hil­fe ande­rer.

Das ist eine Ein­stel­lung, die Män­nern nicht nur fremd ist, son­dern auch die Ursa­che, war­um sich vie­le Frau­en auf der Kar­rie­re­lei­ter per­ma­nent selbst ein Bein zu stel­len.

Wenn es um den Dia­log der Geschlech­ter geht, sind Män­ner eben doch vom Mars und Frau­en von der Venus. Dazwi­schen liegt viel Raum, der oft (und manch­mal auch ger­ne) mit Miss­ver­ständ­nis­sen und Streit gefüllt wird.
Unse­re jahr­tau­sen­de­al­te männ­li­che bezie­hungs­wei­se weib­li­che Prä­gung beein­flusst unse­re Spra­che und unser Ver­hal­ten.

Was Frauen noch lernen müssen: die schwierige Kommunikation zwischen Männern und Frauen

Foto: Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en


Aus immer wie­der­keh­ren­den Miss­ver­ständ­nis­sen ent­wi­ckelt sich Unver­ständ­nis und dar­aus schließ­lich Ärger.
Hund und Katz‘ mögen sich bis auf weni­ge Aus­nah­men auch nicht, weil sie stän­dig anein­an­der vor­bei­kom­mu­ni­zie­ren: Wenn der eine aus Freund­lich­keit mit dem Schwanz wedelt, ist der ande­re schon bedient und legt vor Ärger die Ohren an, was dann vom Gegen­über auch wie­der falsch inter­pre­tiert wird.

Wege aus der Kommunikationskrise

Wer in fer­ne Län­der reist, ist dar­auf ein­ge­stellt, dass ihm vie­ler­orts auch das gepfleg­tes­te Duden-Deutsch nicht wei­ter­hilft, son­dern nur Eng­lisch oder die jewei­li­ge Lan­des­spra­che.

Wer einen chi­ne­si­schen Gast zum Essen ein­lädt, wird nicht über­mä­ßig erstaunt sein, wenn der sei­ne Ess­stäb­chen aus­packt und Tisch­ma­nie­ren an den Tag legt, die hier­zu­lan­de schlicht als Unsit­te gel­ten (umge­kehrt ist das übri­gens genau­so).

Das Lustig­ma­chen über frem­de Sit­ten und Gebräu­che ver­knei­fen wir uns trotz­dem.
Vie­le hun­dert Jah­re Auf­klä­rung und gute Erzie­hung haben uns bei­ge­bracht, „Anders­sein“ zu tole­rie­ren und zu akzep­tie­ren. Oft emp­fin­den wir Anders­ar­tig­keit und Ein­zig­ar­tig­keit sogar als span­nend und inspi­rie­rend.

Wir müs­sen heu­te nicht mehr jedem, der unse­rer eige­nen Kul­tur „fremd“ erscheint, einen Knüp­pel auf den Kopf hau­en, um uns zu ver­tei­di­gen.
Das war Stein­zeit, dar­über sind wir weit hin­aus.

Sind wir?

Viel­leicht soll­ten wir uns von unse­rer Tole­ranz frem­den Kul­tu­ren gegen­über eine Schei­be abschnei­den und das ande­re Geschlecht mit ähn­li­cher Nach­sicht behan­deln wie einen aus­län­di­schen Geschäfts­part­ner mit eigen­ar­ti­gen Manie­ren.

Wenn bei­de Sei­ten auf­ein­an­der zuge­hen, und ver­ste­hen, war­um das ande­re Geschlecht sich manch­mal so merk­wür­dig benimmt, ist schon viel gewon­nen.
Das Ziel ist nicht tota­ler Gleich­klang, son­dern Annä­he­rung.
Denn nur dann kann das gro­ße Gan­ze mehr als die Sum­me sei­ner Tei­le sein.


Wege aus der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kri­se:

  • 1) Umde­fi­nie­ren: Beob­ach­ten aber nicht beur­tei­len
    Nichts ist span­nen­der, als Neu­es ken­nen zu ler­nen! Unse­rem chi­ne­si­schen Gast sehen wir ver­mut­lich sogar inter­es­siert zu, wie er mit sei­nen Ess­stäb­chen han­tiert oder sei­ne Sup­pe schlürft. Will er uns damit etwas Böses tun? Bestimmt nicht! War­um unter­stel­len wir das dann unse­rem Mann/Chef/Kunden/Kollegen, bei­spiels­wei­se dann, wenn er uns immer wie­der ins Wort fällt und unter­bricht?
  • 2) Sich anpas­sen, aber krea­tiv
    Wer nach Eng­land reist, wird wahr­schein­lich mehr und net­te­re Kon­tak­te haben, wenn er Eng­lisch spricht. Nur weil wir Fremd­spra­chen beherr­schen, ver­ler­nen wir nicht unse­re Mut­ter­spra­che. War­um ver­su­chen Frau­en nicht ein­fach mal, sehr ziel­ori­en­tiert einen Kino­be­such (oder eine Gehalts­er­hö­hung) vor­zu­schla­gen, anstatt ihren Wunsch hin­ter einer – für Män­ner – kom­pli­zier­ten Fra­ge zu ver­ste­cken? Lösun­gen sind bes­ser als Lamen­to, bekla­gen kann man sich ja immer noch, wenn er deut­lich „Nein“ gesagt hat.
  • 3) Sich erklä­ren (Kopf, Gefüh­le, Wer­te)
    Für die „ande­re Sei­te“ sind auch wir kein auf­ge­schla­ge­nes Buch und beneh­men uns in deren Augen gele­gent­lich selt­sam. Bes­ser ist es, auch mal für uns Selbst­ver­ständ­li­ches zu erklä­ren, mög­li­cher­wei­se sind wir näm­lich gar nicht so klar, wie wir glau­ben.
  • 4) Mit­ein­an­der ana­ly­sie­ren
    Die „hohe Schu­le“ für alle, die die Punk­te eins bis drei schon erfolg­reich abge­han­delt haben: bespre­chen und ana­ly­sie­ren Sie gemein­sam Ihre Beob­ach­tun­gen und die Schlüs­se, die aus bestimm­ten Ver­hal­tens- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­wei­sen gezo­gen wer­den könn­ten, wenn man sich miss­ver­steht (oder miss­ver­ste­hen will). Einen völ­li­gen Gleich­klang wird es nie geben. Soll es aber auch gar nicht, denn „Diver­si­ty“ und krea­ti­ve Span­nung machen ja auch Spaß …

Lesen Sie im nächs­ten Arti­kel: “Dou­ble Bind” — egal was du tust, es wird das Fal­sche sein — ist die Masche, mit der Nar­ziss­ten ihre Mit­men­schen mani­pu­lie­ren. Aber was ist Nar­ziss­mus? Und: kann man Nar­ziss hei­len, ret­ten oder ent­kom­men?
Das Zeit­al­ter der Nar­ziss­ten

Copy­right: Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en, www.bildbiographien.de, 2015


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Die See­len-Sani­tä­te­rin, mit der sich jede Pro­blem­zo­ne bes­ser ertra­gen lässt. Neben Wort­witz und schar­fen Beob­ach­tun­gen kann man sehr klu­ge Ansich­ten zu Müt­tern und dem Mama-Sein nach­le­sen. Sehr hörens­wert ist übri­gens auch das von der Auto­rin gele­se­ne Hör­buch! Ildikó von Kür­thy, Unter dem Her­zen: Ansich­ten einer neu­ge­bo­re­nen Mut­ter*, Rowohlt Taschen­buch Ver­lag, 2013

Der Klas­si­ker in Sachen Kom­mu­ni­ka­ti­on, der nicht nur bril­lant geschrie­ben ist, son­dern auch wirk­lich wei­ter­hilft. Frie­de­mann Schulz von Thun: Mit­ein­an­der Reden*. Rowohlt Taschen­buch Ver­lag; Auf­la­ge: 48, 2010

Die Kunst des “Nein-Sagens”: Ein lie­be­voll gestal­te­tes Heft aus der Rei­he “Biblio­thek der guten Gefüh­le”, mit inspi­rie­ren­den Tex­ten über’s Nein­sa­gen und vie­len ein­fach zu befol­gen­den Übun­gen. Für alle, die gera­de mit dem The­ma beschäf­tigt sind, oder zum Ver­schen­ken. Anne van Stap­pen, Das klei­ne Übungs­heft: Gren­zen set­zen, nein sagen*, Tri­ni­ty Ver­lag, 2012


Wie groß ist unser Anteil an einer geschei­ter­ten Lie­be? Ein span­nen­der Bezie­hungs­ratge­ber, der den Blick vom “bösen” Part­ner auf unse­re eige­nen Mus­ter und Bedürf­nis­se lenkt. Eva-Maria Zur­horst, Lie­be dich selbst und es ist egal, wen du hei­ra­test*, Gold­mann Ver­lag, 2009

Kar­rie­re im Eimer­chen? Nina Puris wun­der­bar geschrie­be­ne Pole­mik über Müt­ter, die Kas­ta­ni­en­männ­chen statt Kar­rie­re bas­teln. Unter­halt­sam, wit­zig, gründ­lich recher­chiert — lohnt sich!
Nina Puri: Kar­rie­re im Eimer­chen? War­um Müt­ter nicht zum Arbei­ten kom­men*, Knaur Taschen­buch, 2014

Opfer — Ret­ter — Ver­fol­ger. In Stres­si­tua­tio­nen fal­len wir oft in alte Rol­len-Mus­ter, die wir in der Kind­heit gelernt haben. Wie man Psy­cho­spiel­chen durch­schau­en und durch­bre­chen kann — ein sehr lesens­wer­tes Buch für alle, die das Gefühl haben, sich immer wie­der an der glei­chen Stel­le zu ver­ha­ken. Cor­ne­lia und Ste­phan Schwarz: Schluss mit Psy­cho­spiel­chen*, dtv Ver­lags­ge­sell­schaft, Janu­ar 2018

 Wei­ter­füh­ren­de Links zum The­ma Kom­mu­ni­ka­ti­on:

Die Welt, 5.10.2015: Wie Frau­en sich füh­len, wenn Män­ner sie beleh­ren
http://www.welt.de/kultur/article147194017/Wie-Frauen-sich-fuehlen-wenn-Maenner-sie-belehren.html


Wei­ter­füh­ren­de Links zum The­ma Män­ner und Frau­en:


Geben sich Frau­en als Müt­ter selbst ein “Lebens­läng­lich”? Opfern sie sich auf, wer­den dadurch unglück­lich und nör­geln schließ­lich ihre Män­ner aus dem Haus? Über den schwie­ri­gen Spa­gat zwi­schen Kind und Kegel, Auf­op­fern, Haus­ar­beit, Oro­pax und die müt­ter­li­chen Qua­li­tä­ten von Vätern.
Der Mann in der Kri­se?


Wer kennt es nicht, wenn sich nach weni­gen Wochen gro­ßer Lie­be, in denen See­len­ver­wandt­schaf­ten ent­deckt und Zukunfts­plä­ne geschmie­det wer­den, der ange­him­mel­te Liebs­te plötz­lich rar­macht, um Bedenk­zeit bit­tet, selt­sa­me Erklä­run­gen stam­melt und schließ­lich zu einer ande­ren ent­schwin­det? Ist das Psy­cho­lo­gie oder doch wie­der nur ein mise­ra­bler männ­li­cher Hor­mon­haus­halt?
Ist Fremd­ge­hen ange­bo­ren?


Resi­li­enz: Schwä­chen repa­rie­ren oder Stär­ken stär­ken? War­um es oft bes­ser ist, sich auf das zu kon­zen­trie­ren, was gut läuft.
Die Ener­gie folgt der Auf­merk­sam­keit


Mut­ter­lie­be: Mut­ter­lie­be sorgt dafür, dass Frau­en über sich hin­aus­wach­sen und Din­ge tun, die sie nor­ma­ler­wei­se für ande­re Men­schen nicht tun wür­den.
Fehlt Mut­ter­lie­be, muss ein Kind also „mut­ter­see­len­al­lein“ auf­wach­sen, wird es die­sen Man­gel ein Leben lang spü­ren. Hängt also doch alles an den Müt­tern?
Was heißt schon Mut­ter­lie­be


Wie unse­re Stein­zeit­re­lik­te im Kopf aus Frem­den Freun­de machen und uns Vor­bil­der besche­ren, die wir nicht wol­len. Und wie die dann unser Leben beein­flus­sen, ohne dass wir es bemer­ken, geschwei­ge denn auch nur ansatz­wei­se Herr (oder Frau) der Lage sind.
Rich­ti­ge und fal­sche Vor­bil­der


Tipps und Tricks, psy­cho­lo­gi­sche Denk­fal­len und viel Wis­sens­wer­tes für ein bewuss­tes Leben fin­den Sie in unse­rer Kate­go­rie:
Tipps für den All­tag


Die Kind­heit ist die prä­gends­te Zeit in unse­rem Leben. Über Müt­ter und Väter, Geschwis­ter­lie­be, trans­ge­ne­ra­tio­na­le Ver­er­bung und Kind­heits­mus­ter, die uns unser gesam­tes Leben beglei­ten.
Kin­der, Kin­der


Wir müssten das alles mal aufschreiben Die Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en bringt seit 2012 Lebens-. Fami­li­en- und Unter­neh­mens­bio­gra­fi­en als Bild­bio­gra­phi­en ins Buch und bie­tet außer­dem einen Ghost­wri­ting-Ser­vice mit den Schwer­punk­ten Geschich­te und Psy­cho­lo­gie an.
Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­den Sie auch auf unse­rer Home­page www.bildbiographien.de


 Bild­nach­weis:
pixabay, Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en, 2015



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