Ihr Flüchtlinge! Flucht und Vertreibung 1944 — 1950

Ost­preu­ßen, Flücht­ling­treck“ von Bun­des­ar­chiv, Bild 146‑1976-072–09 / CC-BY-SA 3.0. Lizen­ziert unter CC BY-SA 3.0 de

Von ‚Will­kom­mens-Kul­tur‘ kann kei­ne Rede sein, als in den Jah­ren zwi­schen 1944 und 1950 rund 12 Mil­lio­nen Deut­sche und Deutsch­stäm­mi­ge aus Ost­preu­ßen, Pom­mern, Schle­si­en und dem Sude­ten­land in den Wes­ten flie­hen. In den Augen vie­ler Ein­hei­mi­scher sind sie die „Pola­cken“, die ihnen das Weni­ge, das sie nach dem ver­lo­re­nen Krieg noch haben, weg­neh­men wol­len. Heu­te hal­ten Wirt­schafts­his­to­ri­ker den “Brain­gain”, also den Gewinn an Talen­ten durch die Flücht­lings­wel­le, für eine der wich­tigs­ten Grund­la­gen des  „Wirt­schafts­wun­ders“ — wich­ti­ger als Mar­shall-Plan und Lud­wig Erhard. Wei­ter­le­sen

Der Junge mit der roten Mütze

Von Ger­hard Siel­horst

RIAN_archive_137811_Children_during_air_raidSicher weiß ich vie­les bis zu mei­nem 4. – 5. Lebens­jahr von mei­ner Mut­ter.
Aber das meis­te, was danach pas­sier- te, ist mir optisch, akus­tisch und ge- fühls­mä­ßig sehr gut in Erin­ne­rung und prä­sent. Ich höre heu­te noch die Sire­nen heu­len und die her­an-nahen­den US-Pan­zer dröh­nen, sehe die grau­en deut­schen Sol­da­ten, die Men­schen mit Haken­kreuz-Arm- bin­den, den feu­er­ro­ten Him­mel am west­li­chen Ruhr­ge­biets­ho­ri­zont nach den Bom­ben­an­grif­fen und die Obdach­lo­sentrecks. Ich rie­che den Brand­ge­ruch nach den Flie­ger­an­grif­fen und füh­le noch bis heu­te die Angst im Bauch, wenn die Bom­ben ein­schlu­gen und die Luft­schutz­kel­ler­tür hef­tig vibrier­te.

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