1932 — Das Ende der Republik. Papen und Schleicher

Wie Hitler an die Macht kam www.generationengespräch.de

Das Ende der Repu­blik: Was will eigent­lich die­ser Schlei­cher? Wäh­rend Brü­ning als Hun­ger­kanz­ler und Papen als Steig­bü­gel­hal­ter Hit­lers in die Geschich­te ein­ge­hen, ist Schlei­chers Rol­le beim Ende der Wei­ma­rer Repu­blik bis heu­te nicht klar.

Papen und Schlei­cher: Eine Feind­schaft, über die die Wei­ma­rer Repu­blik am Ende stürzte?

Papen und Schleicher

Selbst Franz von Papen war über­rascht, als Hin­den­burg ihn im Juni 1932 plötz­lich zum neu­en Reichs­kanz­ler der gefähr­lich schlin­gern­den Wei­ma­rer Repu­blik ernennt. Selbst einem wie Papen muss klar gewe­sen sein, dass er die­ses Amt nicht sei­nem begrenz­ten Talent als Poli­ti­ker ver­dankt, son­dern sei­nem alten Kriegs­ka­me­ra­den Kurt von Schlei­cher.

Die Zahl ech­ter Papen-Fans ist über­schau­bar, das weiß jeder in der Wei­ma­rer Repu­blik. Und auch Kurt von Schlei­cher hält nicht beson­ders viel von sei­nem Fränz­chen, wie er ihn zu nen­nen pflegt:

… Auf die erstaun­te Bemer­kung, Papen sei doch kein Kopf, soll Schlei­cher erwi­dert haben: „Das soll er ja auch nicht sein. Aber er ist ein Hut.“

Aus: Rüdi­ger Barth, Hau­ke Fried­richs, Die Toten­grä­ber: Der letz­te Win­ter der Wei­ma­rer Repu­blik *

In den letz­ten Jah­ren der Wei­ma­rer Repu­blik ist Kurt von Schlei­cher der star­ke Mann hin­ter den Kulissen.

Er ist nie gewählt wor­den und lan­ge Zeit kennt ihn außer­halb des poli­ti­schen Ber­lins kaum jemand.
Er war es, der Papens Vor­gän­ger im Kanz­ler­amt, Hein­rich Brü­ning, bei Reichs­prä­si­dent Hin­den­burg dis­kre­di­tiert und dadurch zu Fall gebracht hat — um Papen als neu­en Reichs­kanz­ler zu instal­lie­ren? Warum?

Wäh­rend das his­to­ri­sche Urteil über Franz von Papen ein­deu­tig ist: eitel, Hit­lers Steig­bü­gel­hal­ter, kurz­sich­ti­ger Reak­tio­när, poli­ti­scher Dilet­tant, „ich dien‘ – egal wem“ (Alfred Pol­gar), schei­den sich an Kurt von Schlei­cher die Geister.

Was will die­ser Schlei­cher mit sei­nem Kanz­ler-Rou­lette errei­chen — er, der begab­tes­te Intri­gant einer an begab­ten Intri­gan­ten nicht armen Zeit?

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Hit­lers Weg an die Macht
Ein sehr lesens­wer­ter Geschichts-Thril­ler über das zähe Rin­gen aller Akteu­re — Hin­den­burg, Hit­ler, Papen, Schlei­cher, Goeb­bels — um die Macht und das kata­stro­pha­le Ende der Wei­ma­rer Repu­blik. Emp­feh­lens­wert!

Rüdi­ger Barth, Hau­ke Fried­richs, Die Toten­grä­ber: Der letz­te Win­ter der Wei­ma­rer Repu­blik*, S. FISCHER Ver­lag, 2018 , das Leben und das kata­stro­pha­le Ende der Wei­ma­rer Republik. 

Fränzchen als Spion des Kaisers

Franz Joseph Her­mann Micha­el Maria von Papen, Erb­säl­zer zu Werl und Neu­werk, stammt aus einem alten west­fä­li­schen Adels­ge­schlecht, das mit Salz­ge­win­nung (des­we­gen „Erb­säl­zer“) zu Geld und Titel gekom­men ist.

Er wird 1879 als drit­tes von fünf Kin­dern gebo­ren, besucht ab sei­nem 11. Lebens­jahr die Kadet­ten­schu­le und dient eini­ge Zeit lang als Page am Kai­ser­hof in Berlin.

Was bereits den jun­gen Papen aus­macht, ist ein gewis­ser Hang zur poli­ti­schen Schusseligkeit.

1913, kurz vor Beginn des Welt­kriegs, erhält er dank der guten Kon­tak­te sei­nes Vaters zu Wil­helm II. den Pos­ten des Hee­res­at­ta­chés an der deut­schen Bot­schaft in den USA, und beginnt dort, sich kon­spi­ra­tiv zu betätigen.

Er will die Pro­duk­ti­on kriegs­wich­ti­ger Indus­trie­gü­ter in den USA unter­lau­fen, indem er über eine Schein­fir­ma sämt­li­che Bestän­de der Aus­gangs­ma­te­ria­li­en auf­zu­kau­fen ver­sucht, in der Hoff­nung, dass dadurch für Deutsch­lands Kriegs­geg­ner in Euro­pa nichts mehr für die Pro­duk­ti­on von Waf­fen übrigbleibt.

Franz von Papen als Heeresattache - das Ende der Republik
Franz von Papen als deut­scher Mili­tär­at­ta­ché in Washing­ton, D.C. (1914), gemeinfrei

Aller­dings gelingt ihm die Kon­spi­ra­ti­on als eine Art kai­ser­li­cher 007 nur mäßig; er fliegt auf und wird 1916 des Lan­des ver­wie­sen. Dank sei­nes Diplo­ma­ten-Sta­tus‘ kann er das unbe­hel­ligt tun und erhält frei­es Geleit zurück ins Deut­sche Kaiserreich. 

In der fal­schen Annah­me, dass der Diplo­ma­ten-Sta­tus auch für sein Gepäck gel­ten wür­de, reist er mit hoch­bri­san­tem Mate­ri­al, denn Quit­tun­gen, Rech­nungs­bü­cher und ande­re Doku­men­te über sei­ne Spio­na­ge-Tätig­keit will er nach Hau­se mitnehmen. 

Ein fata­ler Irr­tum, denn die Bri­ten durch­su­chen sei­ne Kof­fer und fin­den die hoch­ver­trau­li­chen Unter­la­gen. Das sorgt dafür, dass zahl­rei­che Spio­ne in den USA, die für ihn gear­bei­tet haben, auf­flie­gen und ver­haf­tet werden.

Zurück im Kai­ser­reich ori­en­tiert sich Papen neu und macht im Heer Karriere.

Und wich­ti­ge Bekannt­schaf­ten: Gene­ral­feld­mar­schall Paul von Hin­den­burg, damals Welt­kriegs­held und Chef der Obers­ten Hee­res­lei­tung, ist ein alter Bekann­ter aus Kai­sers Zei­ten, eben­so wie Kurt von Schlei­cher und Joa­chim Rib­ben­trop, die beim Papen-Hit­ler-Deal im Janu­ar 1933 zwar unter­schied­li­che, im Ergeb­nis aber unse­li­ge Rol­len spie­len werden.

Franz von Papen und die große Politik

Aber zunächst geht 1918 der Welt­krieg für das Kai­ser­reich unrühm­lich ver­lo­ren und Franz von Papen schei­det im Früh­jahr 1919 als hoch­de­ko­rier­ter Oberst­leut­nant aus der Armee aus. 

Dem 100.000-Mann Heer, das gemäß des Ver­sailler Ver­trags den Deut­schen noch übrig­bleibt, will er nicht dienen.

Anders als vie­le ande­re sei­ner ehe­ma­li­gen Kame­ra­den, die nach ihrer Ent­las­sung aus der Armee in den Nach­kriegs­jah­ren 1918/1919 weder beruf­lich noch exis­ten­ti­ell wei­ter­wis­sen, fällt er weich, denn zu sei­nem eige­nem Ver­mö­gen kommt noch das sei­ner Ehe­frau Mar­tha von Boch-Gal­hau, einer mil­lio­nen­schwe­ren Erbin der Vil­leroy & Boch Kera­mik­dy­nas­tie, mit der er seit 1905 ver­hei­ra­tet ist.

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Als guter west­fä­li­scher Katho­lik mit viel Frei­zeit schließt er sich der katho­li­schen Zen­trums­par­tei an, hat aller­dings für Demo­kra­tie und Repu­blik nicht viel übrig. Trotz sei­ner Zuge­hö­rig­keit zu einer demo­kra­ti­schen Par­tei tritt er offen für die Wie­der­her­stel­lung der Mon­ar­chie ein, wes­halb es häu­fig Ärger mit der Par­tei­spit­ze gibt, die im Reichs­tag mit der „athe­is­ti­schen“ SPD koope­riert und manch­mal auch koaliert.

1925 ent­geht Papen nur knapp einem Par­tei­aus­schluss­ver­fah­ren, denn bei der Prä­si­dent­schafts­wahl unter­stützt er nicht den Kan­di­da­ten sei­ner eige­nen Par­tei, Wil­helm Marx, son­dern sei­nen „alten Kame­ra­den“ Gene­ral­feld­mar­schall a.D. Paul von Hin­den­burg. Der Par­tei­aus­schluss wird gestoppt, weil er kurz zuvor ein gro­ßes Akti­en­pa­ket der zen­trums­ei­ge­nen Par­tei­zei­tung Ger­ma­nia gekauft hat.

Alles in allem mischt Papen wegen sei­nes Stan­des, sei­ner „alten“ Bekannt­schaf­ten und sei­nes Ver­mö­gens immer in der Poli­tik der Wei­ma­rer Repu­blik mit, poli­ti­sche Glanz­leis­tun­gen gelin­gen ihm aller­dings nie. Umso über­ra­schen­der ist es, dass er im Früh­som­mer 1932 plötz­lich als neu­er deut­scher Reichs­kanz­ler und Nach­fol­ger sei­nes Par­tei­kol­le­gen Hein­rich Brü­ning im Gespräch ist.

Schlim­mer noch: Reichs­kanz­ler wird.

Intrigant oder Retter der Republik? Der Bürogeneral Kurt von Schleicher

Für die einen ist er die dunk­le Macht, die der Repu­blik den end­gül­ti­gen Todes­stoß ver­setzt. Für die ande­ren ein Prag­ma­ti­ker, der im Faden­kreuz zwi­schen dem (alters-) starr­sin­ni­gen und all­mäch­ti­gen Hin­den­burg, den anti­re­pu­bli­ka­ni­schen Bedro­hun­gen von rechts und links und einem Par­la­ment, das sich selbst lahm­ge­legt, ver­sucht, zu ret­ten, was noch zu ret­ten ist.

Auch Kurt Fer­di­nand Fried­rich Her­mann von Schlei­cher hat im 1. Welt­krieg beim Mili­tär Kar­rie­re gemacht und dort wich­ti­ge Kon­tak­te geknüpft – unter ande­rem zu Oskar von Hin­den­burg, dem Sohn von Paul von Hin­den­burg, der im wei­te­ren Ver­lauf der Dau­er-Staats­kri­se noch eine unrühm­li­che Rol­le spie­len wird.

Anders als Papen bleibt Schlei­cher nach 1918 in der Reichs­wehr und arbei­tet dort an sei­ner Karriere.

Kurt von Schleicher Weimarer Republik
Reichs­wehr­mi­nis­ter Kurt von Schlei­cher, Von Bun­des­ar­chiv, Bild 136-B0228 / CC-BY-SA 3.0

Er gilt als flei­ßig, char­mant und ist ein aus­ge­zeich­ne­ter Netz­wer­ker. Mit Wil­helm Groe­ner, seit 1928 Reichs­wehr­mi­nis­ter, hat er zudem einen lang­jäh­ri­gen Men­tor, Freund und poli­ti­schen Zieh­va­ter (… den er dann aller­dings ziem­lich kalt abser­viert, um selbst Reichs­wehr­mi­nis­ter zu werden).

Schlei­cher wird Gene­ral, ohne jemals ein Trup­pen­kom­man­do geführt zu haben.
Das bringt ihm den hämi­schen Bei­na­men „Büro­ge­neral“ ein: Er ist der ers­te Gene­ral in der Geschich­te, der sei­nen Rang durch poli­ti­sche (Büro-)Arbeit erreicht.

Anders als Papen ist Schlei­cher ein vor­aus­schau­en­der Stra­te­ge.
Bereits nach der Sep­tem­ber­wahl 1930, als klar wird, dass die NSDAP kei­ne Split­ter­par­tei mehr ist, beginnt er, Kon­tak­te zu füh­ren­den Natio­nal­so­zia­lis­ten zu knüp­fen und sei­ne Fäden zu spinnen.

Kann das funk­tio­nie­ren – die Nazis durch Umar­men entschärfen?

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Zaris­ten, Trotz­kis­ten, Sta­li­nis­ten - und die Zer­ris­sen­heit der Wei­ma­rer Repu­blik zwi­schen Links und Rechts ist die Hin­ter­grund­ge­schich­te der packen­den Gere­on-Rath-Kri­mi­rei­he von Vol­ker Kut­scher, die im Ber­lin der 1920er Jah­re spielt. Der ers­te Band spielt vor dem Hin­ter­grund der blu­ti­gen Mai-Unru­hen in Ber­lin 1929 — die Vor­la­ge für Tom Tykwers groß­ar­ti­ge Film­se­rie Baby­lon Ber­lin Staf­fel 1–3*
Sehr lesens­wert bzw. auch als Pod­cast sehr hörens­wert!
Vol­ker Kut­scher, Der nas­se Fisch*, Piper Taschen­buch; 2. Auf­la­ge, 2020

Schlei­cher scheint fest dar­an zu glau­ben.
Von ihm – und nicht von Papen – stammt die Idee, Hit­ler in die Regie­rung ein­zu­bin­den, in der Hoff­nung, ihn dadurch „abnut­zen“ und bla­mie­ren zu kön­nen. Die 450.000 mili­tä­risch aus­ge­bil­de­ten Män­ner der SA will er in die Reichs­wehr ein­glie­dern, sobald das erlaubt ist, um das 100.000-Mann-Heer der Wei­ma­rer Repu­blik zu ver­grö­ßern, Schlei­cher rech­net damit im Jahr 1934.

Es ist sein Plan, der 1933 der Wei­ma­rer Repu­blik den Todes­stoß ver­set­zen wird. Aller­dings anders umge­setzt und mit ande­rem Personal.

Oder sieht Schlei­cher in Hit­ler und den Natio­nal­so­zia­lis­ten das Roh­ma­te­ri­al, mit deren Hil­fe er die Wei­ma­rer Repu­blik zur rechts­ge­rich­te­ten Mili­tär­dik­ta­tur umbau­en kann? Was die­ser Büro­ge­neral wirk­lich will, bleibt oft im Verborgenen.

17. Juli 1932: Altonaer Blutsonntag

Es ist ein gefähr­li­ches Spiel, das Schlei­cher treibt, um Reichs­kanz­ler Brü­ning durch Papen zu erset­zen.
Denn Fränz­chen ist den demo­kra­ti­schen Par­tei­en der Wei­ma­rer Repu­blik als Kanz­ler nicht ver­mit­tel­bar; nicht mal sei­ner eige­nen Par­tei, dem Zentrum. 

Des­halb braucht das neue Kabi­nett im Reichs­tag die Tole­rie­rung durch Abge­ord­ne­te nicht-demo­kra­ti­scher Par­tei­en.

Das läuft zunächst nach Plan: Die Natio­nal­so­zia­lis­ten tole­rie­ren Papen und sein neu­es Kabi­nett und ver­hin­dern, dass die neue Regie­rung sofort durch ein Miss­trau­ens­vo­tum wie­der aus dem Amt gejagt wird. Als Gegen­leis­tung hebt Schlei­chers Mario­net­ten-Kanz­ler Papen ver­ein­ba­rungs­ge­mäß das seit April 1932 gel­ten­de Ver­bot von SA und SS auf und setzt Neu­wah­len für den Som­mer an.

Kaum wer­den die natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Schlä­ger­trup­pen wie­der von der Lei­ne gelas­sen, pro­vo­zie­ren sie über­all im Land blu­ti­ge Krawalle.

Man zet­telt bür­ger­kriegs­ähn­li­che Zustän­de an, um der Regie­rung dann laut­stark vor­wer­fen zu kön­nen, dass sie die Gewalt auf den Stra­ßen nicht unter Kon­trol­le bekommt.
Das ist die Strategie.

Beson­ders schlimm wird es am 17. Juli 1932, dem soge­nann­ten „Blut­sonn­tag“ in der damals preu­ßi­schen Arbei­ter­stadt Alto­na, wo bei Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen SA und SS, Kom­mu­nis­ten und der Poli­zei 18 Men­schen sterben.

Die Reak­ti­on der Reichs­re­gie­rung auf den Gewalt­aus­bruch ist eigen­wil­lig: Anstatt die Pro­vo­ka­teu­re der Aus­schrei­tun­gen – SA und SS – erneut zu ver­bie­ten, wirft man der preu­ßi­schen Lan­des­re­gie­rung unter dem SPD-Minis­ter­prä­si­dent Otto Braun vor, sie sei nicht in der Lage, für „Ruhe und Ord­nung“ zu sor­gen, und setzt sie ab. Papen setzt zum soge­nann­ten „Preu­ßen­schlag” an.

Der Aus­nah­me­zu­stand in Ber­lin! Die von der Mili­tär­be­hör­de ver­haf­te­ten und ihres Amtes ent­ho­be­nen preus­si­schen Poli­zei­mi­nis­ter Seve­ring, Grzes­in­sky, Dr. Weiss und Kom­man­deur Heimanns­berg Die Ver­ord­nung des Reichs­prä­si­den­ten von Hin­den­burg über den Aus­nah­me­zu­stand an den Lit­fas­säu­len in den Stras­sen Ber­lins.
Von Bun­des­ar­chiv, Bild 102–13680 / Georg Pahl / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de 

Papens Preußenschlag und ein Erdrutschsieg der NSDAP

Reichs­kanz­ler Papen wird anstel­le der abge­setz­ten preu­ßi­schen Regie­rung Reichs­kom­mis­sar für Preu­ßen und erhält damit die Macht über eines der letz­ten demo­kra­ti­schen Boll­wer­ke der Wei­ma­rer Republik.

Die SPD reagiert auf den ver­fas­sungs­recht­lich frag­wür­di­gen „Preu­ßen­schlag“ wie gewünscht und erwar­tet: Sie ruft ihre Mit­glie­der zu Ruhe und Beson­nen­heit auf und bit­tet sie instän­dig, auf Streiks und Mas­sen­pro­tes­ten gegen den Staats­streich von oben zu ver­zich­ten und zieht vor Gericht.

Im tie­fen Glau­ben an Ver­fas­sung und Repu­blik schlägt man den Rechts­weg ein und klagt vor dem Staats­ge­richts­hof gegen den Willkürakt.

Papens Putsch von oben und der all­ge­gen­wär­ti­gen brau­nen und rote Ter­ror auf den Stra­ßen ver­un­si­chert die Bevöl­ke­rung noch mehr; der Wunsch nach einer „Ord­nungs­macht” wird immer grö­ßer, denn man hofft, dass sie tat­säch­lich für Ruhe und Ord­nung sor­gen kann.

Dank Hit­lers uner­müd­li­chen Wahl­kampf­ein­satz und der per­fi­den Pro­pa­gan­da sei­nes Chef-Dem­ago­gen Joseph Goeb­bels, die dar­auf abzielt, Ängs­te zu schü­ren und mit Panik­ma­che immer mehr Öl ins Feu­er zu gie­ßen, kann die NSDAP bei den Juli­wah­len 1932 ihren Wäh­ler­an­teil ver­dop­peln und erringt einen Erd­rutsch-Sieg.

Nach der Wahl am 31. Juli 1932 zieht die NSDAP mit 37,4 Pro­zent der Wäh­ler­stim­men als die mit Abstand stärks­te Frak­ti­on in den neu­en Reichs­tag ein. 

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Ber­lin, Juli 1932, der vier­te Fall von Gere­on Rath.
Die­ses Mal soll er einen mys­te­riö­sen Mord im Las­ten­auf­zug von Haus Vater­land, dem legen­dä­ren Ver­gnü­gungs­tem­pel am Pots­da­mer Platz, auf­klä­ren und gerät dabei in die Wir­ren des „Preu­ßen­schlags”. Rath ist froh, dass ihn sei­ne Ermitt­lun­gen in in eine masu­ri­sche Klein­stadt füh­ren, aber dort ver­sinkt er noch tie­fer in der auf­ge­wühl­ten Stim­mung die­ser Zeit.
Wie immer ein erst­klas­si­ger Kri­mi — und ein detail­ge­nau­es Stim­mungs­bild der Wei­ma­rer Repu­blik. Lesens­wert!

Vol­ker Kut­scher: Die Akte Vater­land*, Piper Taschen­buch, 2023 

Hindenburg und Hitler

NSDAP und KPD, zwei Par­tei­en, die nichts so sehr wol­len wie das Ende der Repu­blik, ver­fü­gen im neu­en Par­la­ment über eine soge­nann­te „nega­ti­ve Mehr­heit“: Sie haben gemein­sam mehr Abge­ord­ne­te als sämt­li­che demo­kra­ti­sche (und halb­de­mo­kra­ti­sche) Par­tei­en zusammen. 

Her­mann Göring wird neu­er Prä­si­dent des Reichstags

Und Hit­ler?
Der eilt am 13. August 1932 gemein­sam mit Papen zur Audi­enz beim Reichskanzler. 

Ver­mut­lich vol­ler Vor­freu­de, denn eigent­lich muss Hin­den­burg ihn, Hit­ler, als ein­deu­ti­gen Wahl­sie­ger mit der Regie­rungs­bil­dung beauftragen.

Aber dann kommt der Tief­schlag.
Hin­den­burg lässt sich nicht bequat­schen, beharrt auf „sei­nem“ Kanz­ler Papen und bie­tet Hit­ler, der im Früh­jahr 1932 auch noch gegen ihn, dem Hel­den von Tan­nen­berg, bei der Reichs­prä­si­den­ten­wahl ange­tre­ten ist, die Vize­kanz­ler­schaft an.

Hin­den­burg, der Ersatz­kai­ser der Deut­schen, mag Hit­ler ein­fach nicht.

Das Ende der Republik www.generationengespräch.de
Hin­den­burg- Pla­kat wäh­rend der Reichs­prä­si­den­ten­wahl im Früh­jahr 1932
Von Bun­des­ar­chiv, Bild 183-R99203 / CC-BY-SA 3.0

Der „Füh­rer“ schäumt vor Wut und wit­tert Verrat.

Durch Papen. Dass Schlei­cher hin­ter Hin­den­burgs Stur­heit ste­cken könn­te, geht ihm erst sehr viel spä­ter auf.

Wut­ent­brannt kün­digt Hit­ler die Tole­rie­rung der Regie­rung Papen im Par­la­ment auf.
Mit der Fol­ge, dass die kon­sti­tu­ie­ren­de Sit­zung des neu gewähl­ten Par­la­ments am 6. Sep­tem­ber 1932 mit Tumul­ten und einem von der NSDAP unter­stütz­ten Miss­trau­ens­vo­tum der KPD gegen Papen beginnt, das mit einer über­wäl­ti­gen­den Mehr­heit von 512 Stim­men ange­nom­men wird.

Zitat Hindenburg Adolf Hitler eignet sich am besten für das Amt eines Postmeisters Generationengespräch

Papen ist dar­auf vor­be­rei­tet.
Er hat die von Hin­den­burg bereits unter­schrie­be­ne Auf­lö­se-Order in der Tasche, die er dem neu­en Reichs­tags­prä­si­den­ten Göring aufs Pult knallt. 

Der neu­ge­wähl­te Reichs­tag ist somit gleich wie­der auf­ge­löst und die Deut­schen wer­den – nach der Reichs­prä­si­den­ten­wahl im Früh­ling und der Reichs­tags­wahl im Juli – für den 6. Novem­ber 1932 ein wei­te­res Mal an die Urnen geru­fen. Bis zur Wahl im Novem­ber blei­ben Papen und sein Kabi­nett der Baro­ne” im Amt und regie­ren ohne Par­la­ment und mit Not­ver­ord­nun­gen, die Reichs­prä­si­dent Hin­den­burg bereit­wil­lig unterzeichnet.

Bei der NSDAP hofft man bei der Novem­ber­wahl auf einen wei­te­ren Erd­rutsch­sieg, viel­leicht sogar mit der abso­lu­ten Mehr­heit im Reichs­tag. Die Wei­ma­rer Repu­blik scheint im frei­en Fall ihrem Ende entgegenzustürzen

Abwärts mit Hitler: Die Novemberwahlschlappe der NSDAP 1932

Doch es kommt anders.
Die Stim­mung bei vie­len Wäh­le­rin­nen und Wäh­lern hat sich gedreht. Der har­te Spar­kurs Brü­nings hat­te immer­hin dazu geführt, dass der Ver­sailler Ver­trag als Lieb­lings-Zünd­stoff brau­ner Wahl­kampf­rhe­to­rik nicht mehr her­hal­ten kann, denn die Repa­ra­ti­ons­zah­lun­gen wer­den im Juli 1932 ersatz­los gestrichen.

Deutsch­land ver­lässt Schritt für Schritt den Kat­zen­tisch der Welt­po­li­tik; in Genf ver­han­delt man bereits mit den ehe­ma­li­gen Kriegs­geg­nern Groß­bri­tan­ni­en und Frank­reich über eine Wie­der­auf­rüs­tung. Der Schand­ver­trag von Ver­sailles“ ver­liert für die Rech­ten sei­ne rhe­to­ri­sche Schlag­kraft. Dazu kommt, dass auch die Wirt­schafts­kri­se ihre Tal­soh­le durch­schrit­ten hat und sich die öko­no­mi­schen Aus­sich­ten für das kom­men­de Jahr 1933 aufhellen.

Trotz pau­sen­lo­sem Wahl­kampf­ein­satz bis an den Rand der Erschöp­fung ver­lie­ren Hit­ler, Goeb­bels und die NSDAP 2 Mil­lio­nen Wäh­ler­stim­men. Zwar stellt sie nach der Novem­ber­wahl immer noch die stärks­te Frak­ti­on im Reichs­tag, aber ihren Nim­bus, „unbe­sieg­bar“ zu sein, ist weg.

Schlap­penotiert ein tief ent­täusch­ter Joseph Goeb­bels nach der Novem­ber­wahl 1932 frus­triert in sein Tage­buch, „Abwärts mit Hit­ler“ jubelt die SPD-Par­tei­zei­tung Vor­wärts.

Ist der „Zau­ber der Unwi­der­steh­lich­keit gebro­chen“, wie die Deut­sche All­ge­mei­ne Zei­tung schreibt, — und Hit­ler am Ende?
Hat er sei­ne ein­ma­li­ge Chan­ce, legal an die Macht zu kom­men, im Som­mer 1932 ver­spielt, indem er sich wei­ger­te, als Vize­kanz­ler in Papens Regie­rung einzutreten?

Fast sieht es so aus, denn nach der Wahl im Novem­ber gehen für die Natio­nal­so­zia­lis­ten noch wei­te­re Wah­len ver­lo­ren, auch die wich­ti­ge Kom­mu­nal­wahl in Thü­rin­gen.

Nach den auf­wän­di­gen Wahl­kämp­fen steht die Par­tei außer­dem mit rund 14 Mil­lio­nen Mark in der Krei­de. Und nicht nur Lie­fe­ran­ten und Dru­cke­rei­en mah­nen zuneh­mend unge­dul­dig ihre Bezah­lung an, auch 450.000 SA-Män­ner war­ten auf ihren Sold. Und auf Macht, Pöst­chen und Pos­ten, die vie­le sich aus­rech­nen, wenn sie auf den kom­men­den Mann, für den sie Hit­ler bis­lang hiel­ten, setzen.

Die­se Aus­sich­ten schei­nen jetzt vor­bei zu sein.

Wenn Joseph Goeb­bels die Ana­ly­se der Poli­ti­schen Poli­zei in Mün­chen über sei­ne NSDAP lesen wür­de, wäre ihm das Alpen­pan­ora­ma egal: ‚Nicht nur, dass die Neu­auf­nah­men fast ganz aus­ge­blie­ben sind, macht sich auch eine Flau­heit unter den Mit­glie­dern bemerk­bar; zahl­rei­che Aus­trit­te sind an der Tages­ord­nung, die Bei­trä­ge gehen sto­ckend ein. …‘
Die Anschau­ung, dass der Höhe­punkt über­schrit­ten ist und viel­leicht güns­ti­ge Aus­sich­ten ver­passt wur­den, ist Gemein­gut vie­ler Natio­nal­so­zia­lis­ten geworden.“

Aus: Rüdi­ger Barth, Hau­ke Fried­richs, Die Toten­grä­ber: Der letz­te Win­ter der Wei­ma­rer Repu­blik *

Wenn die Partei zerfällt, mache ich in drei Minuten Schluss …

Immer häu­fi­ger wer­den in der NSDAP kri­ti­sche Stim­men laut, dass Hit­ler mit sei­nem allei­ni­gen Füh­rungs­an­spruch der Par­tei scha­det. Beson­ders sein Par­tei-Vize, der mäch­ti­ge zwei­te Mann in der Par­tei, Gre­gor Stras­ser, ver­übelt es dem Füh­rer” unter vie­len ande­ren Kri­tik­punk­ten auch, dass er im Som­mer nicht ein­mal Vize­kanz­ler gewor­den ist.

Der Büro­ge­neral und Strip­pen­zie­her Kurt von Schlei­cher gießt der­weil eif­rig Öl ins Feu­er, denn nach­dem sich Hit­ler Gesprä­chen mit ihm und Hin­den­burg ver­wei­gert, spricht er eben mit Stras­ser über eine mög­li­che Regie­rungs­bil­dung oder Tole­rie­rung der Regie­rung Papen.

Dar­auf­hin kommt es zu hef­ti­gen Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen Hit­ler und Stras­ser, die auch noch öffent­lich bekannt werden. 

Für einen kur­zen Augen­blick sieht es so aus, als ob die Hit­ler-Par­tei” aus­ein­an­der­bre­chen könn­te, weil der Stras­ser-Flü­gel” sich mög­li­cher­wei­se abspaltet.

Zer­legt sich die NSDAP jetzt selbst, wie vie­le hoffen?

Röhm Strasser Göring im Sommer 1932
Hit­ler, Stras­ser, Röhm und Göring im Som­mer 1932

Für den Füh­rer” ein denk­ba­res Sze­na­rio; er ist völ­lig außer sich.
Wenn die Par­tei zer­fällt, mache ich in drei Minu­ten Schluss”, schreit er am 8. Dezem­ber den ent­setz­ten Goeb­bels an.

Vie­le Deut­sche atmen auf und hof­fen auf ein fried­li­ches Weih­nachts­fest. Aber noch ist der Kampf um die Wei­ma­rer Repu­blik nicht entschieden …

Copy­right: Agen­tur für Bild­bio­gra­phien, www​.bild​bio​gra​phien​.de, 2021, über­ar­bei­tet 2024

Lesen Sie im nächs­ten Bei­trag: Ende 1932 scheint Hit­lers Auf­stieg zur Macht end­gül­tig gestoppt zu sein: Die „Hit­ler-Par­tei“ ist plei­te, zer­strit­ten und hat am 6. Novem­ber 1932 – das ers­te Mal seit zwei Jah­ren – Wäh­ler­stim­men ver­lo­ren. Und trotz­dem ernennt der Prä­si­dent der Wei­ma­rer Repu­blik, Paul von Hin­den­burg, Adolf Hit­ler am 30. Janu­ar 1933 zum Reichs­kanz­ler.
Wie konn­te das pas­sie­ren?
1933 Das Ende der Repu­blik. Hit­lers Auf­stieg zur Macht

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Das Ende der Repu­blik
Das zähe Rin­gen aller Akteu­re — Hin­den­burg, Hit­ler, Papen, Schlei­cher, Goeb­bels — um die Macht, aber auch das Lebens­ge­fühl der “klei­nen Leu­te” zu Beginn der 1930er Jah­re span­nend und auf­schluss­reich mit Zeit­zeu­gen­be­rich­ten, Anek­do­ten und Epi­so­den erzählt.

Rüdi­ger Barth, Hau­ke Fried­richs, Die Toten­grä­ber: Der letz­te Win­ter der Wei­ma­rer Repu­blik*, S. FISCHER Ver­lag, 2018 

Das Lebens­ge­fühl der Deut­schen Ende der 1920er Jah­re,
die Zer­ris­sen­heit der Wei­ma­rer Repu­blik zwi­schen Links und Rechts und ein packen­der Kri­mi nach Vol­ker Kut­schers Gere­on-Rath-Kri­mi­rei­he* per­fekt in Sze­ne gesetzt. Eine sehens­wer­te Serie für alle, die sich für die Zwan­zi­ger Jah­re begeis­tern — und für die, die Zeit­ge­schich­te vor allem durch die Men­schen, die damals gelebt haben, begrei­fen wol­len.
Tom Tykwers Baby­lon Ber­lin Staf­fel 1–3*, 2020, FSK 12 

Flo­ri­an Illies Buch über Lie­be und Hass in der Zeit zwi­schen 1929 bis 1939, ist nicht nur ein indis­kre­ter Blick in die Bezie­hungs­kis­ten berühm­ter und weni­ger berühm­ter Leu­te, son­dern vor allem auch wie 1913: Der Som­mer des Jahr­hun­derts* mit wun­der­bar leich­ter Hand erzähl­te Zeit­ge­schich­te.
Ein sehr lesens­wer­ter Page­tur­ner.

Flo­ri­an Illies, Lie­be in Zei­ten des Has­ses: Chro­nik eines Gefühls 1929-1939*, FISCHER Taschen­buch, 2023

Zehn Wochen dau­ert die Höl­len­fahrt der Wei­ma­rer Repu­blik in den Abgrund,
und nur einen Febru­ar braucht es, bis Hit­ler über das Schick­sal der Deut­schen ent­schie­den hat. Der Lite­ra­tur­kri­ti­ker und Autor Uwe Witt­stock über die schick­sal­haf­ten Tage im Febru­ar 1933, in dem es Reichs­kanz­ler Hit­ler trotz natio­nal­kon­ser­va­ti­ver „Ein­rah­mung” gelingt, die Macht an sich zu rei­ßen. Hoch­ak­tu­ell und sehr, sehr lesens­wert!

Uwe Witt­stock, Febru­ar 33: Der Win­ter der Lite­ra­tur*, C.H.Beck, 2022

Die His­to­ri­ke­rin Hei­ke Gör­tema­ker
in einem groß­ar­ti­gen Buch über Hit­lers ‘inner cir­cle’. Wer gehör­te dazu? Wie leb­te es sich als High-Socie­ty der Natio­nal­so­zia­lis­ten? Und wel­che Seil­schaf­ten über­leb­ten den Krieg und funk­tio­nier­ten noch in der Bun­des­re­pu­blik? Span­nend zu lesen — sehr emp­feh­lens­wert!

Hei­ke B. Gör­tema­ker: Hit­lers Hof­staat. Der inne­re Kreis im Drit­ten Reich und danach*, C.H.Beck Ver­lag, 2019 

Die Frau­en der Nazi­grö­ßen — waren sie Opfer, Ver­führ­te oder Täte­rin­nen? Die His­to­ri­ke­rin Anna Maria Sig­mund wirft einen span­nen­den Blick hin­ter die Kulis­sen der NS-High­so­cie­ty und berich­tet sehr lesens­wert u.a. über Mag­da Goeb­bels, Geli Rau­bal, Eva Braun, Emmy Göring und Leni Rie­fen­stahl. Emp­feh­lens­wert!

Anna Maria Sig­mund, Die Frau­en der Nazis*. Wil­helm Hey­ne Ver­lag, Mün­chen, 2013 

Wei­ter­füh­ren­de Artikel: 

Das Ende der Repu­blik: Es ist nicht das Wäh­ler­vo­tum, das den roten Tep­pich für Adolf Hit­ler aus­rollt, son­dern das kata­stro­pha­le Agie­ren von mehr oder min­der demo­kra­ti­schen Poli­ti­kern, die mit einer Mischung aus Igno­ranz, Dumm­heit und Selbst­sucht die ers­te Demo­kra­tie auf deut­schem Boden gegen die Wand fah­ren. 
1932: Das Ende der Repu­blik. Brü­ning, der Hungerkanzler

Frau­en im Drit­ten Reich: Einer der schil­lernds­ten Frau­en im Natio­nal­so­zia­lis­mus war Mag­da Goeb­bels, die Frau des Pro­pa­gan­da­mi­nis­ters Joseph Goeb­bels.
Wer war die­se Frau, die bei einem jüdi­schen Stief­va­ter auf­ge­wach­sen ist, sich nie für Poli­tik inter­es­siert hat und am Ende ihre sechs Kin­der dem „Füh­rer“ opfer­te?
Eine Fana­ti­ke­rin – oder eine Lebens­mü­de?
Mag­da Goeb­bels: Eine schö­ne, schö­ne Frau

Beschwing­te Zei­ten zwi­schen zwei Kata­stro­phen: Die Gol­de­nen Zwan­zi­ger Jah­re sind ein Tanz auf dem Vul­kan, der direkt ins wirt­schaft­li­che Desas­ter des 24. Okto­ber 1929 führt. Über die Vor­ge­schich­te der Welt­wirt­schafts­kri­se vom “Jetzt-kau­fen-spä­ter-zah­len” bis zur “Gold­fal­le”
Der “Schwar­ze Frei­tag”: Vom Bör­sen­krach zur Weltwirtschaftskrise 

SPD und NSDAP sind Zwil­lin­ge! In den 1920er Jah­ren tobt ein hef­ti­ger Macht­kampf zwi­schen den bei­den Arbei­ter­par­tei­en SPD und KPD: Die Sozi­al­de­mo­kra­ten ver­su­chen, die Repu­blik zu stüt­zen, die Kom­mu­nis­ten arbei­ten an der Sowjet­re­pu­blik Deutsch­land. Eine der Fol­gen ist die soge­nann­te Sozi­al­fa­schis­mus­theo­rie”, die besagt, dass der eigent­li­che Feind der KPD die SPD und nicht die NSDAP ist. Eine wir­kungs­vol­le Koope­ra­ti­on bei­der Arbei­ter­par­tei­en, um Hit­ler zu ver­hin­dern, ist damit aus­ge­schlos­sen.
Ham­burg auf den Barrikaden 

Das Gene­ra­tio­nen­ge­spräch im Über­blick: Bio­gra­fien, Lie­be, Opfer, Mord, Krieg und ande­re Geschich­ten der letz­ten 300 Jah­re, die unse­re Welt zu dem gemacht haben, die sie heu­te ist.
Das Gene­ra­tio­nen­ge­spräch: Geschichte(n) im Überblick

Bild­nach­wei­se:

Kurt von Schlei­cher: Von Bun­des­ar­chiv, Bild 136-B0228 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0. Lizen­ziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wiki­me­dia Com­mons
Es folgt die his­to­ri­sche Ori­gi­nal­be­schrei­bung, die das Bun­des­ar­chiv aus doku­men­ta­ri­schen Grün­den über­nom­men hat. Die­se kann aller­dings feh­ler­haft, ten­den­zi­ös, über­holt oder poli­tisch extrem sein. Kurt von Schlei­cher Reichs­mi­nis­ter Gene­ral Kurt von Schlei­cher (erschos­sen 1934 bei Röhm-Revol­te) in Uni­form, Por­trät Abge­bil­de­te Per­so­nen: Schlei­cher, Kurt von: Reichs­kanz­ler, Reichs­wehr­mi­nis­ter, Gene­ral, 1934 ermor­det, Deutsch­land (GND 118608037)
Franz von Papen: Von Bun­des­ar­chiv, Bild 183‑1988-0113–500 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Lizen­ziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wiki­me­dia Com­mons
Es folgt die his­to­ri­sche Ori­gi­nal­be­schrei­bung, die das Bun­des­ar­chiv aus doku­men­ta­ri­schen Grün­den über­nom­men hat. Die­se kann aller­dings feh­ler­haft, ten­den­zi­ös, über­holt oder poli­tisch extrem sein. Geburts­tag des Vize­kanz­lers. Der Stell­ver­tre­ter des Reichs­kanz­lers, Vize­kanz­ler Franz von Papen, wird am 29.10. 54 Jah­re alt. Herr von Papen, der sich um die Eini­gung des natio­na­len Deutsch­land ein his­to­ri­sches Ver­dienst erwor­ben hat, ist gebür­ti­ger West­fa­le und war zunächst akti­ver Offi­zier, 1913 Haupt­mann im Gros­sen Gene­ral­stab, 1914–16 Mili­tär-Attac­hè in Washing­ton und in Mexi­ko. In den bei­den letz­ten Kriegs­jah­ren nahm Herr von Papen am Feld­zug teil und war zuletzt Oberst­leut­nant und Chef des Sta­bes der 4. Osma­ni­schen Armee. Als Mit­glied des Zen­trums hat er dem Preus­si­schen Land­tag von 1920 bis 1928 und von 1930 — 1932 ange­hört. Am 1. Juni 1932 über­nahm Herr von Papen auf Wunsch des Reichs­prä­si­den­ten das Reichs­kanz­ler­amt, das er bis zum 2. Dezem­ber inne­hat­te. Seit dem 30. Janu­ar 33 , dem Tag der Amts­über­nah­me der Regie­rung Hit­ler, ist Herr von Papen Stell­ver­tre­ter des Reichs­kanz­lers. 37161–33

Franz von Papen als deut­scher Mili­tär­at­ta­ché in Washing­ton, D.C. (1914), gemein­frei

Von Bun­des­ar­chiv, Bild 102–13680 / Georg Pahl / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Lizen­ziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wiki­me­dia Com­mons
Es folgt die his­to­ri­sche Ori­gi­nal­be­schrei­bung, die das Bun­des­ar­chiv aus doku­men­ta­ri­schen Grün­den über­nom­men hat. Die­se kann aller­dings feh­ler­haft, ten­den­zi­ös, über­holt oder poli­tisch extrem sein. Der Aus­nah­me­zu­stand in Ber­lin! Die von der Mili­tär­be­hör­de ver­haf­te­ten und ihres Amtes ent­ho­be­nen preus­si­schen Poli­zei­mi­nis­ter Seve­ring, Grzes­in­sky, Dr. Weiss und Kom­man­deur Heimanns­berg Die Ver­ord­nung des Reichs­prä­si­den­ten von Hin­den­burg über den Aus­nah­me­zu­stand an den Lit­fas­säu­len in den Stras­sen Ber­lins.

Von Bun­des­ar­chiv, Bild 183-R99203 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Lizen­ziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wiki­me­dia Com­mons
ADN-ZB-Archiv Reichs­prä­si­den­ten 1932 Im März 1932 war die Amts­zeit des Reichs­prä­si­den­ten abge­lau­fen. Der Wahl­kampf tob­te erbit­tert. Die Deutsch­na­tio­na­len stell­ten Hin­den­burg als Kan­di­da­ten auf. Rich­tig ver­kün­de­ten die Kommunisten:“Wer Hin­den­burg wählt, wählt Hit­ler! Wer Hit­ler wählt, wählt den Krieg!” UBz:Wahlplakat für Hin­den­burg [in Ber­lin] Scherl Bil­der­dienst

Gre­gor Stras­ser (2. von links) im Kreis der Füh­rungs­grup­pe der NSDAP bei einer Bespre­chung in Berch­tes­ga­den im Som­mer 1932 (Adolf Hit­ler, Gre­gor Stras­ser, Ernst Röhm and Her­mann Göring during a gathe­ring in Berch­tes­ga­den in 1932)
Von Rudolf Voll­muth (+1943) — Ber­lin Docu­ment Cent­re, Gemeinfrei

Geschichte und Psychologie Vergangenheit verstehen um mit der Zukunft besser klar zu kommen
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Ich brin­ge mit mei­nem Team Lebens‑, Fami­li­en- und Unter­neh­mens­ge­schich­ten ins Buch und schrei­be als Ghost­wri­te­rin Bücher mit den Schwer­punk­ten Geschich­te und Psy­cho­lo­gie.

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