1932 — Das Ende der Republik. Papen und Schleicher

Wie Hitler an die Macht kam www.generationengespräch.de

Was will die­ser Schlei­cher? Wäh­rend Brü­ning als Hun­ger­kanz­ler und Papen als Steig­bü­gel­hal­ter Hit­lers in die Geschich­te ein­ge­gan­gen sind, ist Schlei­chers Rol­le beim Ende der Wei­ma­rer Repu­blik bis heu­te nicht klar.

Ist er die dunk­le Macht, die hin­ter den Kulis­sen der Repu­blik absicht­lich den Todes­stoß ver­setzt — oder ver­sucht er zu ret­ten, was noch zu ret­ten ist?

Fränzchen” Franz von Papen und die große Politik

Franz Joseph Her­mann Micha­el Maria von Papen, Erb­säl­zer zu Werl und Neu­werk, stammt aus einem alten west­fä­li­schen Adels­ge­schlecht, das mit Salz­ge­win­nung (des­we­gen „Erb­säl­zer“) zu Geld und Titel gekom­men ist.

Fränz­chen” wird 1879 als drit­tes von fünf Kin­dern gebo­ren, besucht ab sei­nem 11. Lebens­jahr die Kadet­ten­schu­le und dient eini­ge Zeit lang als Page am Kai­ser­hof in Berlin.

Was bereits den jun­gen Papen aus­macht, ist ein gewis­ser Hang zur poli­ti­schen Schus­se­lig­keit.

1913, kurz vor Beginn des Welt­kriegs, erhält er dank der guten Kon­tak­te sei­nes Vaters zu Wil­helm II. den Pos­ten des Hee­res­at­ta­chés an der deut­schen Bot­schaft in den USA, und beginnt dort, sich kon­spi­ra­tiv zu betätigen.

Er will die Pro­duk­ti­on kriegs­wich­ti­ger Indus­trie­gü­ter in den USA unter­lau­fen, indem er über eine Schein­fir­ma sämt­li­che Bestän­de der Aus­gangs­ma­te­ria­li­en auf­zu­kau­fen ver­sucht, in der Hoff­nung, dass dadurch für Deutsch­lands Kriegs­geg­ner in Euro­pa nichts mehr für die Pro­duk­ti­on von Waf­fen übrigbleibt.

Franz von Papen als Heeresattache - das Ende der Republik
Franz von Papen als deut­scher Mili­tär­at­ta­ché in Washing­ton, D.C. (1914), gemeinfrei

Aller­dings gelingt ihm die Kon­spi­ra­ti­on als eine Art kai­ser­li­cher 007 nur mäßig; er fliegt auf und wird 1916 des Lan­des verwiesen.

Dank sei­nes Diplo­ma­ten-Sta­tus‘ kann er die USA unbe­hel­ligt ver­las­sen und erhält frei­es Geleit zurück ins Deut­sche Kai­ser­reich.
In der fal­schen Annah­me, dass der Diplo­ma­ten-Sta­tus auch für sein Gepäck gel­ten wür­de, reist er mit hoch­bri­san­tem Mate­ri­al, denn Quit­tun­gen, Rech­nungs­bü­cher und ande­re Doku­men­te über sei­ne Spio­na­ge-Tätig­keit will er mit nach Hau­se nehmen. 

Es ist ein fata­ler Irr­tum, denn die Bri­ten durch­su­chen sei­ne Kof­fer und fin­den die hoch­ver­trau­li­chen Unter­la­gen. Das sorgt dafür, dass zahl­rei­che Spio­ne in den USA, die für ihn gear­bei­tet haben, auf­flie­gen und ver­haf­tet werden.

Zurück im Kai­ser­reich ori­en­tiert sich Papen neu und macht im Heer Karriere.

Und wich­ti­ge Bekannt­schaf­ten: Gene­ral­feld­mar­schall Paul von Hin­den­burg, damals Welt­kriegs­held und Chef der Obers­ten Hee­res­lei­tung, ist ein alter Bekann­ter aus Kai­sers Zei­ten, eben­so wie Kurt von Schlei­cher und Joa­chim Rib­ben­trop, die beim Papen-Hit­ler-Deal im Janu­ar 1933 zwar unter­schied­li­che, im Ergeb­nis aber unse­li­ge Rol­len spie­len werden.

Aber zunächst geht 1918 der Welt­krieg für das Kai­ser­reich unrühm­lich ver­lo­ren und Franz von Papen schei­det im Früh­jahr 1919 als hoch­de­ko­rier­ter Oberst­leut­nant aus der Armee aus. Dem 100.000-Mann Heer, das gemäß des Ver­sail­ler Ver­trags den Deut­schen noch übrig­bleibt, will er nicht dienen.

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Franz von Papen

Anders als vie­le ande­re sei­ner ehe­ma­li­gen Kame­ra­den, die nach ihrer Ent­las­sung aus der Armee in den Nachkriegsjahren1918/1919 weder beruf­lich noch exis­ten­ti­ell wei­ter­wis­sen, fällt er weich, denn zu sei­nem Ver­mö­gen kommt noch das sei­ner Ehe­frau Mar­tha von Boch-Gal­hau, einer mil­lio­nen­schwe­ren Erbin der Vil­leroy & Boch Kera­mik­dy­nas­tie, mit der er seit 1905 ver­hei­ra­tet ist.

Als guter west­fä­li­scher Katho­lik mit viel Frei­zeit schließt er sich der katho­li­schen Zen­trums­par­tei an, hat aller­dings für Demo­kra­tie und Repu­blik nicht viel übrig. Trotz sei­ner Zuge­hö­rig­keit zu einer demo­kra­ti­schen Par­tei tritt er offen für die Wie­der­her­stel­lung der Mon­ar­chie ein, wes­halb es häu­fig zum Knatsch mit der Par­tei­spit­ze kommt, die im Reichs­tag mit der „athe­is­ti­schen“ SPD koope­riert und manch­mal auch koaliert.

1925 ent­geht Papen nur knapp einem Par­tei­aus­schluss­ver­fah­ren, denn bei der Prä­si­dent­schafts­wahl unter­stützt er nicht den Kan­di­da­ten sei­ner eige­nen Par­tei, Wil­helm Marx, son­dern sei­nen „alten Kame­ra­den“ Gene­ral­feld­mar­schall a.D. Paul von Hin­den­burg. Er ent­geht dem Par­tei­aus­schluss nur knapp, weil er kurz zuvor ein gro­ßes Akti­en­pa­ket der zen­trums­ei­ge­nen Par­tei­zei­tung Ger­ma­nia gekauft hat.


Alles in allem mischt Papen wegen sei­nes Stan­des, sei­ner „alten“ Bekannt­schaf­ten und sei­nes Ver­mö­gens immer in der Poli­tik der Wei­ma­rer Repu­blik mit, poli­ti­sche Glanz­leis­tun­gen gelin­gen ihm aller­dings nie.

Umso über­ra­schen­der ist es, dass er im Früh­som­mer 1932 plötz­lich als neu­er deut­scher Reichs­kanz­ler und Nach­fol­ger sei­nes Par­tei­kol­le­gen Hein­rich Brü­ning im Gespräch ist.
Schlim­mer noch: Reichs­kanz­ler wird.

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Intrigant oder Retter der Republik?
Der “Bürogeneral” Kurt von Schleicher

Selbst Papen wird klar gewe­sen sein, dass er sei­ne Kanz­ler­schaft sei­nem alten Kriegs­ka­me­ra­den und “Freund” Kurt von Schlei­cher zu ver­dan­ken hat. Schlei­cher selbst hält übri­gens nicht beson­ders viel von sei­nem “Fränz­chen”, wie er ihn zu nen­nen pflegt, zumin­dest nicht auf poli­ti­scher Ebene:

” … Auf die erstaun­te Bemer­kung, Papen sei doch kein Kopf, soll Schlei­cher erwi­dert haben: „Das soll er ja auch nicht sein. Aber er ist ein Hut.“

Aus: Rüdi­ger Barth, Hau­ke Fried­richs, Die Toten­grä­ber: Der letz­te Win­ter der Wei­ma­rer Repu­blik *

Schlei­cher ist der star­ke Mann hin­ter den Kulis­sen. Er ist nie gewählt wor­den und zu die­ser Zeit kennt ihn außer­halb des poli­ti­schen Ber­lins kaum einer.
Er war es, der Brü­ning erst dis­kre­di­tiert und dann zu Fall gebracht hat, um Papen als neu­en Reichs­kanz­ler zu instal­lie­ren.

Was will die­ser Schlei­cher mit sei­nem Kanz­ler-Rou­let­te errei­chen — er, der begab­tes­te Intri­gant einer an begab­ten Intri­gan­ten nicht armen Zeit?

Wäh­rend das his­to­ri­sche Urteil über Franz von Papen klar und ein­deu­tig ist – eitel, Hit­lers Steig­bü­gel­hal­ter, kurz­sich­ti­ger Reak­tio­när, poli­ti­scher Dilet­tant, „ich dien‘ – egal wem“ (Alfred Pol­gar) – schei­den sich an Kurt von Schlei­cher die Geister.

Kurt von Schleicher Weimarer Republik
Reichs­wehr­mi­nis­ter Kurt von Schlei­cher, Von Bun­des­ar­chiv, Bild 136-B0228 / CC-BY-SA 3.0,

Für die einen ist er die dunk­le Macht, die hin­ter den Kulis­sen der Repu­blik den end­gül­ti­gen Todes­stoß versetzt.

Für die ande­ren ist er ein Prag­ma­ti­ker, der im Faden­kreuz zwi­schen dem (alters-)starrsinnigen und all­mäch­ti­gen Hin­den­burg, der Bedro­hung von rechts und links für die Repu­blik und einem Par­la­ment, das sich selbst lahm­ge­legt, ver­sucht, zu ret­ten, was noch zu ret­ten ist. 

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Kurt von Schleicher

Auch Kurt Fer­di­nand Fried­rich Her­mann von Schlei­cher hat im 1. Welt­krieg beim Mili­tär Kar­rie­re gemacht und dort wich­ti­ge Kon­tak­te geknüpft – unter ande­rem zu Oskar von Hin­den­burg, dem Sohn von Paul von Hin­den­burg.

Anders als Papen bleibt er nach 1918 in der Reichs­wehr und ver­folgt sei­ne Lauf­bahn. Er ist flei­ßig, char­mant, ein aus­ge­zeich­ne­ter Netz­wer­ker und hat mit Wil­helm Groe­ner, seit 1928 Reichs­wehr­mi­nis­ter, einen lang­jäh­ri­gen Men­tor, Freund und poli­ti­schen Zieh­va­ter (… den er dann aller­dings ziem­lich kalt abser­viert, um selbst Reichs­wehr­mi­nis­ter zu wer­den).

Schlei­cher wird Gene­ral, ohne jemals ein Trup­pen­kom­man­do geführt zu haben, was ihm den hämi­schen Bei­na­men „Büro­ge­ne­ral“ ein­bringt: Er ist der ers­te Gene­ral in der Geschich­te, der sei­nen Rang durch poli­ti­sche (Büro-)Arbeit erreicht.


Bereits nach der Sep­tem­ber­wahl 1930, als klar wird, dass die NSDAP kei­ne Split­ter­par­tei mehr ist, beginnt Schlei­cher, Kon­tak­te zu füh­ren­den Natio­nal­so­zia­lis­ten auf­zu­bau­en und sei­ne Fäden zu spin­nen.

Von ihm – und nicht von Papen – stammt die Idee, Hit­ler in die Regie­rung ein­zu­bin­den, in der Hoff­nung, ihn dadurch „abzu­nut­zen“ und zu bla­mie­ren.
Außer­dem sol­len die 450.000 mili­tä­risch aus­ge­bil­de­ten Män­ner der SA in die Reichs­wehr ein­ge­glie­dert wer­den, sobald das erlaubt ist, um das 100.000-Mann-Heer der Wei­ma­rer Repu­blik zu ver­grö­ßern. Schlei­cher rech­net damit bereits 1934.

Kann das funk­tio­nie­ren – die Nazis durch Umar­men ent­schär­fen?
Oder sieht Schlei­cher in Hit­ler und den Natio­nal­so­zia­lis­ten das Roh­ma­te­ri­al, mit deren Hil­fe er die Wei­ma­rer Repu­blik zur rechts­ge­rich­te­ten Mili­tär­dik­ta­tur umbau­en kann?

Was die­ser Büro­ge­ne­ral wirk­lich will, bleibt oft im Verborgenen.

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Ein Geschichts-Thril­ler
über die letz­ten 10 Wochen der Wei­ma­rer Repu­blik. Was haben die Men­schen gedacht und gefühlt und wel­che Intri­gen wur­den hin­ter ver­schlos­se­nen Türen gespon­nen? Das zähe Rin­gen aller Akteu­re — Hin­den­burg, Hit­ler, Papen, Schlei­cher, Goe­b­bels — um die Macht. Und das kata­stro­pha­le Ende der Wei­ma­rer Repu­blik. Lesens­wert!

Rüdi­ger Barth, Hau­ke Fried­richs, Die Toten­grä­ber: Der letz­te Win­ter der Wei­ma­rer Repu­blik*, S. FISCHER Ver­lag, 2018 

Der Sommer 1932: Altonaer Blutsonntag, Papens Preußenschlag und der Erdrutschsieg der NSDAP

Es ist ein gefähr­li­ches Spiel, das Schlei­cher treibt, um Reichs­kanz­ler Brü­ning durch Papen zu erset­zen. Er braucht dafür die Unter­stüt­zung der NSDAP, denn den demo­kra­ti­schen Par­tei­en ist Papen als Kanz­ler nicht vermittelbar. 

Zunächst läuft alles nach Plan: Die Natio­nal­so­zia­lis­ten tole­rie­ren im Reichs­tag Papen und sein neu­es Kabi­nett und ver­hin­dern, dass die­se neue Regie­rung sofort durch ein Miss­trau­ens­vo­tum wie­der aus dem Amt gejagt wird.

Als Gegen­leis­tung hebt Schlei­chers Mario­net­ten-Kanz­ler Papen ver­ein­ba­rungs­ge­mäß das seit April 1932 gel­ten­de Ver­bot von SA und SS auf und setzt Neu­wah­len für den Som­mer an.

Kaum wer­den die natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Schlä­ger­trup­pen wie­der von der Lei­ne gelas­sen, pro­vo­zie­ren sie über­all im Land blu­ti­ge Kra­wal­le – man zet­telt bür­ger­kriegs­ähn­li­che Zustän­de an, um der Regie­rung dann laut­stark vor­wer­fen zu kön­nen, dass sie die Gewalt auf den Stra­ßen nicht unter Kon­trol­le bekommt.
Das ist die Strategie.

Beson­ders schlimm wird es am 17. Juli 1932, dem soge­nann­ten „Blut­sonn­tag“ in der damals preu­ßi­schen Arbei­ter­stadt Alto­na, wo bei Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen SA und SS, Kom­mu­nis­ten und der Poli­zei 18 Men­schen sterben.

Die Reak­ti­on der Regie­rung auf den Gewalt­aus­bruch ist eigen­wil­lig: Anstatt die Pro­vo­ka­teu­re der Aus­schrei­tun­gen – SA und SS – erneut zu ver­bie­ten, wirft man der preu­ßi­schen Lan­des­re­gie­rung unter dem SPD-Minis­ter­prä­si­dent Otto Braun vor, sie sei nicht in der Lage, für „Ruhe und Ord­nung“ zu sor­gen, und setzt sie ab.

Der Aus­nah­me­zu­stand in Ber­lin! Die von der Mili­tär­be­hör­de ver­haf­te­ten und ihres Amtes ent­ho­be­nen preus­si­schen Poli­zei­mi­nis­ter Seve­ring, Grzesin­sky, Dr. Weiss und Kom­man­deur Hei­manns­berg Die Ver­ord­nung des Reichs­prä­si­den­ten von Hin­den­burg über den Aus­nah­me­zu­stand an den Lit­fas­säu­len in den Stras­sen Ber­lins.
Von Bun­des­ar­chiv, Bild 102–13680 / Georg Pahl / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de 

Papen wird nun auch Reichs­kom­mis­sar für Preu­ßen und kann damit kom­mis­sa­risch die Regie­rungs­ge­schäf­te in Preu­ßen über­neh­men, einem der letz­ten demo­kra­ti­schen Boll­wer­ke der Wei­ma­rer Repu­blik.
War das Papens Idee – oder Schleichers?

Die SPD reagiert auf „Papens Preu­ßen­schlag“ wie gewünscht: Sie ruft ihre Mit­glie­der zu Ruhe und Beson­nen­heit auf und bit­tet sie instän­dig, auf Streiks und Mas­sen­pro­tes­ten gegen den Staats­streich von oben zu ver­zich­ten.
Man schlägt im tie­fen Glau­ben an Ver­fas­sung und Repu­blik statt­des­sen den Rechts­weg ein und klagt vor dem Staats­ge­richts­hof gegen den Will­kür­akt der Reichsregierung.

Gibt es für die­sen Putsch von oben und den all­ge­gen­wär­ti­gen brau­nen (und roten) Ter­ror auf den Stra­ßen bei den Reichs­tags­wah­len die ent­spre­chen­de Quit­tung?
Nein, gibt es nicht.

Ganz im Gegen­teil, für die Demo­kra­tie ist der Aus­gang der Wahl eine Kata­stro­phe: Die NSDAP erringt einen Erd­rutsch-Sieg und kann ihren Wäh­ler­an­teil verdoppeln.

Hindenburg und Hitler

Nach der Wahl am 31. Juli 1932 zieht die NSDAP mit 37,4 Pro­zent der Wäh­ler­stim­men als mit Abstand stärks­te Frak­ti­on in den neu­en Reichs­tag ein.

NSDAP und KPD, die bei­de nichts so sehr wol­len wie das Ende der Repu­blik, ver­fü­gen jetzt über eine soge­nann­te „nega­ti­ve Mehr­heit“, d.h. sie haben gemein­sam mehr Abge­ord­ne­te als sämt­li­che demo­kra­ti­sche (und halb­de­mo­kra­ti­sche) Par­tei­en zusammen. 

Her­mann Göring wird neu­er Prä­si­dent des Reichstags.

Und Hit­ler?
Der eilt am 13. August 1932 gemein­sam mit Papen zur Audi­enz beim Reichs­kanz­ler. Ver­mut­lich vol­ler Vor­freu­de, denn eigent­lich muss Hin­den­burg ihn, Hit­ler, als ein­deu­ti­gen Wahl­sie­ger mit der Regie­rungs­bil­dung beauftragen.

Aber dann kommt der Tief­schlag.
Hin­den­burg lässt sich nicht bequat­schen, beharrt auf „sei­nem“ Kanz­ler Papen und bie­tet Hit­ler, der im Früh­jahr 1932 auch noch gegen ihn, dem Hel­den von Tan­nen­berg, bei der Reichs­prä­si­den­ten­wahl ange­tre­ten ist, die Vize­kanz­ler­schaft an.

Hin­den­burg mag Hit­ler ein­fach nicht.

Das Ende der Republik www.generationengespräch.de
Hin­den­burg- Pla­kat wäh­rend der Reichs­prä­si­den­ten­wahl im Früh­jahr 1932
Von Bun­des­ar­chiv, Bild 183-R99203 / CC-BY-SA 3.0

Adolf Hit­ler eig­net sich am bes­ten für das Amt eines Post­meis­ters, dann kann er mich von hin­ten lecken.”

Zitat, das Paul von Hin­den­burg zuge­spro­chen wird (Hin­den­burg ist auf den Brief­mar­ken des Deut­schen Reichs abgebildet) 


Der „Füh­rer“ schäumt vor Wut und wit­tert Ver­rat.
Durch Papen. Dass Schlei­cher hin­ter Hin­den­burgs Stur­heit ste­cken könn­te, geht ihm erst sehr viel spä­ter auf.

Wut­ent­brannt kün­digt Hit­ler die Tole­rie­rung der Regie­rung Papen auf, mit der Fol­ge, dass die kon­sti­tu­ie­ren­de Sit­zung des neu gewähl­ten Par­la­ments am 6. Sep­tem­ber 1932 mit Tumul­ten und einem von der NSDAP unter­stütz­ten Miss­trau­ens­vo­tum der KPD gegen Papen beginnt, das mit einer über­wäl­ti­gen­den Mehr­heit von 512 Stim­men ange­nom­men wird.

Papen ist dar­auf vor­be­rei­tet.
Er hat die von Hin­den­burg bereits unter­schrie­be­ne Auf­lö­se-Order in der Tasche, die er dem neu­en Reichs­tags­prä­si­den­ten Göring aufs Pult knallt. Der neu­ge­wähl­te Reichs­tag ist somit gleich wie­der auf­ge­löst und die Deut­schen wer­den – nach der Reichs­prä­si­den­ten­wahl im Früh­ling und der Reichs­tags­wahl im Juli – für den 6. Novem­ber 1932 ein wei­te­res Mal an die Urnen gerufen.

Bis zur Wahl im Novem­ber blei­ben Papen und sein “Kabi­nett der Baro­ne” im Amt und regie­ren ohne Par­la­ment und mit Not­ver­ord­nun­gen, die Reichs­prä­si­dent Hin­den­burg bereit­wil­lig unterzeichnet.

Bei der NSDAP hofft man auf einen wei­te­ren Erd­rutsch­sieg, viel­leicht sogar mit der abso­lu­ten Mehr­heit im Reichs­tag. Die Wei­ma­rer Repu­blik scheint im frei­en Fall ihrem Ende entgegenzustürzen

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Flo­ri­an Illies’ neu­es Buch
über Lie­be und Hass in der Zeit von 1929 bis 1939.
Er bleibt sei­nem Kon­zept aus 1913: Der Som­mer des Jahr­hun­derts* treu und erzählt span­nend, nach­voll­zieh­bar und mit wun­der­bar leich­ter Hand gro­ße Geschich­te in vie­len klei­nen Geschich­ten. Sehr lesens­wert — man legt es nicht mehr frei­wil­lig zur Sei­te.
Flo­ri­an Illies, Lie­be in Zei­ten des Has­ses: Chro­nik eines Gefühls 1929 — 1939*, S. FISCHER 2021 

Hitlers Novemberwahlschlappe 1932

Doch es kommt anders.
Die Stim­mung bei vie­len Wäh­le­rin­nen und Wäh­lern hat sich gedreht. Der har­te Spar­kurs Brü­nings hat­te immer­hin dazu geführt, dass der Ver­sail­ler Ver­trag als Lieb­lings-Zünd­stoff brau­ner Wahl­kampf­rhe­to­rik nicht mehr her­hal­ten kann, weil die Repa­ra­ti­ons­zah­lun­gen im Juli 1932 ersatz­los gestri­chen wurden.

Deutsch­land ver­lässt Schritt für Schritt den Kat­zen­tisch der Welt­po­li­tik; in Genf ver­han­delt man bereits mit den ehe­ma­li­gen Kriegs­geg­nern Groß­bri­tan­ni­en und Frank­reich über eine Wiederaufrüstung.

Der Schand­ver­trag von Ver­sailles“ hat damit sei­ne rhe­to­ri­sche Schlag­kraft ver­lo­ren und auch die Wirt­schafts­kri­se hat ihre Tal­soh­le erreicht; die öko­no­mi­schen Aus­sich­ten für 1933 sind güns­tig und es geht wirt­schaft­lich lang­sam bergauf.

Die Fol­ge: Hit­lers NSDAP gewinnt nicht, son­dern ver­liert.
Zwar stellt sie nach der Novem­ber­wahl immer noch die stärks­te Frak­ti­on im Reichs­tag, aber 2 Mil­lio­nen Wäh­ler­stim­men sind weg und mit ihnen der Nim­bus „unbe­sieg­bar“ zu sein.

Ist die NSDAP auf dem abstei­gen­den Ast?
Hat Hit­ler sei­ne ein­ma­li­ge Chan­ce, legal an die Macht zu kom­men, im Som­mer 1932 ver­spielt, indem er sich wei­ger­te, als Vize­kanz­ler in Papens Regie­rung einzutreten?

Abwärts mit Hitler

Schlap­penotiert Tage­buch­schrei­ber Joseph Goe­b­bels nach der Novem­ber­wahl 1932 frus­triert in sein Tage­buch.
Abwärts mit Hit­ler“ jubelt die SPD-Par­tei­zei­tung Vor­wärts.

Ist der “Zau­ber der Unwi­der­steh­lich­keit gebro­chen“, wie die Deut­sche All­ge­mei­ne Zei­tung schreibt, und Hit­ler am Ende? 

Fast sieht es so aus, denn nach der Wahl im Novem­ber gehen trotz des uner­müd­li­chen Wahl­kampf­ein­sat­zes Hit­lers und sei­ner Par­tei-Gran­den noch wei­te­re Wah­len ver­lo­ren, bei­spiels­wei­se die wich­ti­ge Kom­mu­nal­wahl in Thüringen. 

Zudem ist die NSDAP nach den auf­wän­di­gen Wahl­kämp­fen auch noch plei­te, mit rund 14 Mil­lio­nen soll sie in der Krei­de ste­hen.
Aber nicht nur Lie­fe­ran­ten und Dru­cke­rei­en mah­nen zuneh­mend unge­dul­dig ihre Bezah­lung an, auch 450.000 SA-Män­ner war­ten auf ihren Sold.

Und auf die Macht, Pöst­chen und Pos­ten, die vie­le sich aus­rech­nen, wenn sie auf den kom­men­den Mann — Hit­ler — set­zen.
Die­se Aus­sich­ten schei­nen jetzt vor­bei zu sein.

” Wenn Joseph Goe­b­bels die Ana­ly­se der Poli­ti­schen Poli­zei in Mün­chen über sei­ne NSDAP lesen wür­de, wäre ihm das Alpen­pan­ora­ma egal: ‚Nicht nur, dass die Neu­auf­nah­men fast ganz aus­ge­blie­ben sind, macht sich auch eine Flau­heit unter den Mit­glie­dern bemerk­bar; zahl­rei­che Aus­trit­te sind an der Tages­ord­nung, die Bei­trä­ge gehen sto­ckend ein. …‘
Die Anschau­ung, dass der Höhe­punkt über­schrit­ten ist und viel­leicht güns­ti­ge Aus­sich­ten ver­passt wur­den, ist Gemein­gut vie­ler Natio­nal­so­zia­lis­ten geworden.“

Aus: Rüdi­ger Barth, Hau­ke Fried­richs, Die Toten­grä­ber: Der letz­te Win­ter der Wei­ma­rer Repu­blik *

Immer häu­fi­ger wer­den in der NSDAP kri­ti­sche Stim­men laut, dass Hit­ler mit sei­nem allei­ni­gen Füh­rungs­an­spruch der Par­tei schadet.

Beson­ders sein Par­tei-Vize, der mäch­ti­ge zwei­te Mann in der Par­tei, Gre­gor Stras­ser, ver­übelt es dem “Füh­rer”, dass er im Som­mer nicht ein­mal Vize­kanz­ler gewor­den ist.

Schlei­cher gießt eif­rig Öl ins Feu­er, denn nach­dem sich Hit­ler Gesprä­chen mit ihm und Hin­den­burg ver­wei­gert, spricht er eben mit Stras­ser über eine mög­li­che Regie­rungs­bil­dung oder Tole­rie­rung der Regie­rung Papen.

Dar­auf­hin kommt es zu hef­ti­gen Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen Hit­ler und Stras­ser, die auch noch öffent­lich bekannt wer­den. Für einen kur­zen Augen­blick sieht es so aus, als ob die “Hit­ler-Par­tei” zer­bre­chen könn­te, weil der “Stras­ser-Flü­gel” sich mög­li­cher­wei­se abspaltet.

Röhm Strasser Göring im Sommer 1932
Hit­ler, Stras­ser, Röhm und Göring im Som­mer 1932

Zer­legt sich die NSDAP selbst?
Für den “Füh­rer” scheint die­ses Sze­na­rio mög­lich zu sein: “Wenn die Par­tei zer­fällt, mache ich in drei Minu­ten Schluss, schreit ein bis an die Gren­ze zur Hys­te­rie auf­ge­wühl­ter Hit­ler am 8. Dezem­ber den ent­setz­ten Goe­b­bels an.

Vie­le Deut­sche atmen auf und hof­fen auf ein fried­li­ches Weih­nachts­fest.
Aber noch ist der Kampf um die Wei­ma­rer Repu­blik nicht entschieden …

Copy­right: Agen­tur für Bild­bio­gra­phien, www​.bild​bio​gra​phien​.de, 2021

Lesen Sie im nächs­ten Bei­trag: Ende 1932 scheint Hit­lers Auf­stieg zur Macht end­gül­tig gestoppt zu sein: Die „Hit­ler-Par­tei“ ist plei­te, zer­strit­ten und hat am 6. Novem­ber 1932 – das ers­te Mal seit zwei Jah­ren – Wäh­ler­stim­men ver­lo­ren. Und trotz­dem ernennt der Prä­si­dent der Wei­ma­rer Repu­blik, Paul von Hin­den­burg, Adolf Hit­ler am 30. Janu­ar 1933 zum Reichs­kanz­ler.
Wie konn­te das pas­sie­ren?
1933- Das Ende der Repu­blik. Hit­lers Auf­stieg zur Macht

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Das Ende der Repu­blik
Das zähe Rin­gen aller Akteu­re — Hin­den­burg, Hit­ler, Papen, Schlei­cher, Goe­b­bels — um die Macht, aber auch das Lebens­ge­fühl der “klei­nen Leu­te” zu Beginn der 1930er Jah­re span­nend und auf­schluss­reich mit Zeit­zeu­gen­be­rich­ten, Anek­do­ten und Epi­so­den erzählt.

Rüdi­ger Barth, Hau­ke Fried­richs, Die Toten­grä­ber: Der letz­te Win­ter der Wei­ma­rer Repu­blik*, S. FISCHER Ver­lag, 2018 


Das Lebens­ge­fühl der Deut­schen Ende der 1920er Jah­re,
die Zer­ris­sen­heit der Wei­ma­rer Repu­blik zwi­schen Links und Rechts und ein packen­der Kri­mi nach Vol­ker Kut­schers Gere­on-Rath-Kri­mi­rei­he* per­fekt in Sze­ne gesetzt. Eine sehens­wer­te Serie für alle, die sich für die Zwan­zi­ger Jah­re begeis­tern — und für die, die Zeit­ge­schich­te vor allem durch die Men­schen, die damals gelebt haben, begrei­fen wol­len.
Tom Tykwers Baby­lon Ber­lin Staf­fel 1–3*, 2020, FSK 12 


Die Geschich­te der Deut­schen gut, über­sicht­lich und ver­ständ­lich erklärt. Neben wich­ti­gen Daten und Fak­ten gibt es vie­le Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen und Anek­do­ten, die das Lesen zum Ver­gnü­gen machen und das Ver­ste­hen von his­to­ri­schen Ent­wick­lun­gen erleich­tern. Für’s Nach­schla­gen und zum Quer­le­sen pri­ma geeig­net. Sehr emp­feh­lens­wert!

Chris­ti­an v. Dit­furth: Deut­sche Geschich­te für Dum­mies*, Wiley-VCH Ver­lag GmbH & Co. KGaA, Wein­heim, 2019 


Die 90 span­nends­ten Kapi­tel des belieb­ten Pod­casts “Eine Stun­de Histo­ry” von Deutsch­land­funk-Nova zusam­men­ge­fasst in einem Buch zum Blät­tern und Schmö­kern. Am Ende jedes Kapi­tels ver­weist ein QR-Code auf den jewei­li­gen Pod­cast, so dass man bei Bedarf das jewei­li­ge The­ma nach­hö­ren und ver­tie­fen kann. Ein span­nen­des For­mat und ein span­nen­des Buch — sehr lesens- und hörens­wert!
Mat­thi­as von Hell­feld, Mar­kus Dich­mann, Mei­ke Rosen­plän­ter, Histo­ry für Eili­ge: Alles, was man über Geschich­te muss* Ver­lag Her­der, 2020 


Die Frau­en der Nazi­grö­ßen — waren sie Opfer, Ver­führ­te oder Täte­rin­nen? Die His­to­ri­ke­rin Anna Maria Sig­mund wirft einen span­nen­den Blick hin­ter die Kulis­sen der NS-High­so­cie­ty und berich­tet sehr lesens­wert u.a. über Mag­da Goe­b­bels, Geli Rau­bal, Eva Braun, Emmy Göring und Leni Rie­fen­stahl. Emp­feh­lens­wert!

Anna Maria Sig­mund, Die Frau­en der Nazis*. Wil­helm Hey­ne Ver­lag, Mün­chen, 2013 

Wei­ter­füh­ren­de Artikel: 

Das Ende der Repu­blik: Es ist nicht das Wäh­ler­vo­tum, das den roten Tep­pich für Adolf Hit­ler aus­rollt, son­dern das kata­stro­pha­le Agie­ren von mehr oder min­der demo­kra­ti­schen Poli­ti­kern, die mit einer Mischung aus Igno­ranz, Dumm­heit und Selbst­sucht die ers­te Demo­kra­tie auf deut­schem Boden gegen die Wand fah­ren. 
1932: Das Ende der Repu­blik. Brü­ning, der Hungerkanzler

Beschwing­te Zei­ten zwi­schen zwei Kata­stro­phen: Die Gol­de­nen Zwan­zi­ger Jah­re sind ein Tanz auf dem Vul­kan, der direkt ins wirt­schaft­li­che Desas­ter des 24. Okto­ber 1929 führt. Über die Vor­ge­schich­te der Welt­wirt­schafts­kri­se vom “Jetzt-kau­fen-spä­ter-zah­len” bis zur “Gold­fal­le”
Der “Schwar­ze Frei­tag”: Vom Bör­sen­krach zur Welt­wirt­schafts­kri­se

SPD und NSDAP sind Zwil­lin­ge! In den 1920er Jah­ren tobt ein hef­ti­ger Macht­kampf zwi­schen den bei­den Arbei­ter­par­tei­en SPD und KPD: Die Sozi­al­de­mo­kra­ten ver­su­chen, die Repu­blik zu schüt­zen, die Kom­mu­nis­ten arbei­ten an der ‘Sowjet­re­pu­blik Deutsch­land’. Über Sta­lin, Thäl­mann und die ver­häng­nis­vol­le Affä­re zwi­schen KPD und SPD in den 1920er Jah­ren.
Ham­burg auf den Bar­ri­ka­den

Frau­en im Drit­ten Reich: Einer der schil­lernds­ten Frau­en im Natio­nal­so­zia­lis­mus war Mag­da Goe­b­bels, die Frau des Pro­pa­gan­da­mi­nis­ters Joseph Goe­b­bels.
Wer war die­se Frau, die bei einem jüdi­schen Stief­va­ter auf­ge­wach­sen ist, sich nie für Poli­tik inter­es­siert hat und am Ende ihre sechs Kin­der dem „Füh­rer“ opfer­te?
Eine Fana­ti­ke­rin – oder eine Lebens­mü­de?
Mag­da Goe­b­bels: Eine schö­ne, schö­ne Frau

Das Genera­tio­nen­ge­spräch im Über­blick: Bio­gra­fien, Lie­be, Opfer, Mord, Krieg und ande­re Geschich­ten der letz­ten 300 Jah­re, die unse­re Welt zu dem gemacht haben, die sie heu­te ist.
Das Genera­tio­nen­ge­spräch: Geschichte(n) im Überblick

Bild­nach­wei­se:

Franz von Papen: Von Bun­des­ar­chiv, Bild 183‑1988-0113–500 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Lizen­ziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wiki­me­dia Com­mons
Es folgt die his­to­ri­sche Ori­gi­nal­be­schrei­bung, die das Bun­des­ar­chiv aus doku­men­ta­ri­schen Grün­den über­nom­men hat. Die­se kann aller­dings feh­ler­haft, ten­den­zi­ös, über­holt oder poli­tisch extrem sein. Geburts­tag des Vize­kanz­lers. Der Stell­ver­tre­ter des Reichs­kanz­lers, Vize­kanz­ler Franz von Papen, wird am 29.10. 54 Jah­re alt. Herr von Papen, der sich um die Eini­gung des natio­na­len Deutsch­land ein his­to­ri­sches Ver­dienst erwor­ben hat, ist gebür­ti­ger West­fa­le und war zunächst akti­ver Offi­zier, 1913 Haupt­mann im Gros­sen Gene­ral­stab, 1914–16 Mili­tär-Attachè in Washing­ton und in Mexi­ko. In den bei­den letz­ten Kriegs­jah­ren nahm Herr von Papen am Feld­zug teil und war zuletzt Oberst­leut­nant und Chef des Sta­bes der 4. Osma­ni­schen Armee. Als Mit­glied des Zen­trums hat er dem Preus­si­schen Land­tag von 1920 bis 1928 und von 1930 — 1932 ange­hört. Am 1. Juni 1932 über­nahm Herr von Papen auf Wunsch des Reichs­prä­si­den­ten das Reichs­kanz­ler­amt, das er bis zum 2. Dezem­ber inne­hat­te. Seit dem 30. Janu­ar 33 , dem Tag der Amts­über­nah­me der Regie­rung Hit­ler, ist Herr von Papen Stell­ver­tre­ter des Reichs­kanz­lers. 37161–33

Kurt von Schlei­cher: Von Bun­des­ar­chiv, Bild 136-B0228 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0. Lizen­ziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wiki­me­dia Com­mons
Es folgt die his­to­ri­sche Ori­gi­nal­be­schrei­bung, die das Bun­des­ar­chiv aus doku­men­ta­ri­schen Grün­den über­nom­men hat. Die­se kann aller­dings feh­ler­haft, ten­den­zi­ös, über­holt oder poli­tisch extrem sein. Kurt von Schlei­cher Reichs­mi­nis­ter Gene­ral Kurt von Schlei­cher (erschos­sen 1934 bei Röhm-Revol­te) in Uni­form, Por­trät Abge­bil­de­te Per­so­nen: Schlei­cher, Kurt von: Reichs­kanz­ler, Reichs­wehr­mi­nis­ter, Gene­ral, 1934 ermor­det, Deutsch­land (GND 118608037)

Franz von Papen als deut­scher Mili­tär­at­ta­ché in Washing­ton, D.C. (1914), gemein­frei

Von Bun­des­ar­chiv, Bild 102–13680 / Georg Pahl / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Lizen­ziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wiki­me­dia Com­mons
Es folgt die his­to­ri­sche Ori­gi­nal­be­schrei­bung, die das Bun­des­ar­chiv aus doku­men­ta­ri­schen Grün­den über­nom­men hat. Die­se kann aller­dings feh­ler­haft, ten­den­zi­ös, über­holt oder poli­tisch extrem sein. Der Aus­nah­me­zu­stand in Ber­lin! Die von der Mili­tär­be­hör­de ver­haf­te­ten und ihres Amtes ent­ho­be­nen preus­si­schen Poli­zei­mi­nis­ter Seve­ring, Grzesin­sky, Dr. Weiss und Kom­man­deur Hei­manns­berg Die Ver­ord­nung des Reichs­prä­si­den­ten von Hin­den­burg über den Aus­nah­me­zu­stand an den Lit­fas­säu­len in den Stras­sen Ber­lins.

Von Bun­des­ar­chiv, Bild 183-R99203 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Lizen­ziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wiki­me­dia Com­mons
ADN-ZB-Archiv Reichs­prä­si­den­ten 1932 Im März 1932 war die Amts­zeit des Reichs­prä­si­den­ten abge­lau­fen. Der Wahl­kampf tob­te erbit­tert. Die Deutsch­na­tio­na­len stell­ten Hin­den­burg als Kan­di­da­ten auf. Rich­tig ver­kün­de­ten die Kommunisten:“Wer Hin­den­burg wählt, wählt Hit­ler! Wer Hit­ler wählt, wählt den Krieg!” UBz:Wahlplakat für Hin­den­burg [in Ber­lin] Scherl Bil­der­dienst

Gre­gor Stras­ser (2. von links) im Kreis der Füh­rungs­grup­pe der NSDAP bei einer Bespre­chung in Berch­tes­ga­den im Som­mer 1932 (Adolf Hit­ler, Gre­gor Stras­ser, Ernst Röhm and Her­mann Göring during a gathe­ring in Berch­tes­ga­den in 1932)
Von Rudolf Voll­muth (+1943) — Ber­lin Docu­ment Cent­re, Gemeinfrei


Geschichte und Psychologie Vergangenheit verstehen um mit der Zukunft besser klar zu kommen
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Ich brin­ge mit mei­nem Team Lebens‑, Fami­li­en- und Unter­neh­mens­ge­schich­ten ins Buch und schrei­be als Ghost­wri­te­rin Bücher mit den Schwer­punk­ten Geschich­te und Psy­cho­lo­gie.

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