1932 — das Ende der Weimarer Republik: Brüning, der Hungerkanzler
Nicht die Wahlerfolge der NSDAP zerstören die Weimarer Republik, sondern politische Fehlentscheidungen, Machtspiele und fatale Fehleinschätzungen der regierenden Eliten.
Mit Sparpolitik, Intrigen und Regieren am Parlament vorbei treiben sie Deutschland immer tiefer in die Krise — und in die Arme Adolf Hitlers.

Das Ende der Weimarer Republik
Es ist nicht das Wählervotum, das Adolf Hitler und seiner NSDAP den roten Teppich ausrollt.
Das Ende der Weimarer Republik wird durch politische Intrigen und eine katastrophale Krisenpolitik herbeigeführt.
Im Jahr 1932 verschärfen Weltwirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit, Deflation und Heinrich Brünings rigoroser Sparkurs die soziale Not im Land dramatisch. Während Millionen Menschen verarmen, regieren Reichspräsident Paul von Hindenburg und seine Kanzler Brüning zunehmend am Parlament vorbei — mit fatalen Folgen für die Demokratie.

Arbeitslose Hafenarbeiter bei der Straßen-Arbeitsvermittlung am Baumwall in Hamburg, 1931. Die Folgen der Weltwirtschaftskrise treibt Millionen Menschen in Armut und Hoffnungslosigkeit.
Bundesarchiv, Bild 102–11008 / CC-BY-SA 3.0
Der „Hungerkanzler“ Brüning wollte Deutschland retten.
Stattdessen beschleunigte seine Politik den Zusammenbruch der Weimarer Republik und machte Hitlers Aufstieg erst möglich.
Die Kaufkraft sinkt, Preise fallen, Löhne werden gekürzt, eine Entlassungswelle folgt der nächsten. Deutschland gerät in einen gefährlichen Strudel aus Armut, Angst und Orientierungslosigkeit.
Heinrich Brüning: Reichskanzler von Hindenburgs Gnaden
Im März 1930 kommt zur Wirtschaftskrise noch eine politische Krise in Deutschland: Die SPD-geführte Große Koalition unter dem schwer erkrankten Reichskanzler Hermann Müller zerbricht.
Der unmittelbare Auslöser wirkt fast banal – die Parteien können sich nicht auf die Höhe der Arbeitslosenunterstützung einigen. Doch hinter diesem Streit steckt ein tiefer Bruch, der die GroKo endgültig zu Fall bringt.
Reichspräsident Paul von Hindenburg, 83 Jahre alt, Weltkriegsheld und ehemaliger Oberbefehlshaber des Kaisers, betrachtet diese Entwicklung mit Genugtuung. Die Sozialdemokraten sind für ihn, dem Erfinder der „Dolchstoßlegende”, verantwortlich für die deutschen Niederlage 1918.

Paul von Hindenburg, Generalfeldmarschall im Ersten Weltkrieg und Reichspräsident der Weimarer Republik.
Bundesarchiv, Bild 183-S51620 / CC BY-SA 3.0.
Denn die „Sozis“ tragen seiner Dolchstoßlegenden-Meinung nach die Schuld an der deutschen Niederlage 1918.
Er misstraut den Sozialdemokraten als „vaterlandslose Gesellen” zutiefst und hält sie für nicht regierungsfähig. Dass sie aus der Regierung gedrängt werden, erscheint ihm folgerichtig.
In Hindenburgs Verständnis ist es gut, dass sie nicht mehr an der Macht sind.
Nur drei Tage nach dem Ende der Großen Koalition ernennt Hindenburg den Vorsitzenden der katholischen Zentrumspartei, Heinrich Brüning, zum neuen Reichskanzler.
Formal ist diese Ernennung am Parlament vorbei durch die Weimarer Verfassung gedeckt – politisch jedoch ein Affront gegenüber dem Parlament. Es ist ein deutliches Signal, was der Reichspräsident von der „Quasselbude“ Reichstag hält: Nichts.
Hindenburgs Granitgesicht
„ … Hindenburg ist ein granitgesichtiger, bassstimmiger Feldmarschall mit einem Befehlsgehabe, das kleine Unteroffiziere zittern lässt.“
Hubert Renfro Knickebocker, Korrespondent der New York Evening Post
Zitiert nach: Rüdiger Barth, Hauke Friedrichs, Die Totengräber: Der letzte Winter der Weimarer Republik*
Wer war Heinrich Brüning?
Heinrich Aloysius Maria Elisabeth Brüning, Sohn eines Essigfabrikanten aus Münster, dürfte kaum geahnt haben, dass sein Name einmal untrennbar mit dem Begriff „Hungerkanzler“ verbunden sein würde.
Ebenso wenig wollte er als einer der politischen Totengräber der Weimarer Republik gelten — und doch wird er beides.
Der neu ernannte Kanzler Brüning stellt innerhalb von zwei Tagen eine Minderheitsregierung auf die Beine — wunschgemäß ohne die SPD. Als ehemaliger Soldat kann sich Brüning dem Gehorsam gegenüber dem „großen” und greisen Generalfeldmarschall Hindenburg nicht entziehen.

Dr. Heinrich Brüning, Reichskanzler von 1930 bis 1932. Seine Politik der Sparmaßnahmen prägte die Endphase der Weimarer Republik.
Bundesarchiv, Bild 183‑1989-0630–504 / CC BY-SA 3.0 de (ADN-ZB/Archiv)
Die vom Reichspräsidenten so tief verachteten Sozialdemokraten braucht man trotzdem: Sie tolerieren das Kabinett Brüning, um die Republik nicht noch mehr in Schieflage zu bringen.
Noch wäre es für Brüning und seine Minderheitsregierung möglich gewesen, demokratisch zu regieren.
Das heißt: Gesetzentwürfe in den Reichstag einbringen und sich dafür bei anderen demokratischen Parteien Mehrheiten suchen.
Doch genau hier beginnt das Problem: Brünings Programme sind so unpopulär, dass kaum noch parlamentarische Unterstützung zu gewinnen ist.
Um die schwere Wirtschaftskrise zu bewältigen, setzt er auf strikte Sparpolitik und folgt damit dem damals vorherrschenden wirtschaftlichen Denken: „Gesundschrumpfen“ statt investieren.
In einer Zeit, in der Produktion und Nachfrage ohnehin einbrechen, setzt Heinrich Brüning den Rotstift an: Er kürzt Ausgaben, senkt Löhne und reduziert Sozialleistungen — und sorgt so dafür, dass immer mehr Menschen das Geld für’s Nötigste fehlt.
Für viele Menschen bedeutet das: weniger Einkommen, weniger Unterstützung, weniger Sicherheit.
Die Situation der „normalen Leute” wird immer schlimmer: In Berlin und in anderen Großstädten bieten sich Zwölfjährige für einen Teller Suppe auf dem Straßenstrich an.
Weltwirtschaftskrise: Brünings Sparpolitik verschärft die Not
Reichskanzler Heinrich Brüning verschärft mit seiner rigorosen Sparpolitik die ohnehin schwer angeschlagene Wirtschaftslage der Weimarer Republik und würgt in der krisengeschüttelten Wirtschaft alles ab, was noch funktioniert.
Die Folgen sind dramatisch: Die Arbeitslosigkeit steigt explosionsartig an, die Armut nimmt massiv zu – und mit ihr wachsen Verzweiflung, soziale Spannungen und Gewalt auf den Straßen.
Bereits im Februar 1932 sind über sechs Millionen Menschen ohne Arbeit. Fast jeder fünfte Deutsche hat kein eigenes Einkommen mehr.

Armenspeisung in Berlin-Niederschönhausen, 1931: Millionen Menschen leiden während der Weltwirtschaftskrise unter Arbeitslosigkeit, Hunger und sozialem Elend.
Bundesarchiv, Bild 183-T0706-501 / CC-BY-SA 3.0
Ökonomisch hätte ein staatliches Konjunktur- und Investitionsprogramm gegensteuern können – etwa durch öffentliche Aufträge, gezielte Wirtschaftsförderung und mehr Kaufkraft für die Bevölkerung.
Doch Brüning folgt der damals vorherrschenden wirtschaftspolitischen Lehre: sparen statt investieren, Haushaltsdisziplin statt kreditfinanzierter Impulse.
Die Not wird immer größer.
Sie ist der ideale Nährboden für Hitler, der sich und seine NSDAP als „Retter“ inszenieren kann
Finanzpolitische Orthodoxie
„ … Die Regierung beharrte auf der finanzpolitischen Orthodoxie, und die verlangte einen ausgeglichenen Haushalt.
Noch steckten Theorien über unorthodoxe Maßnahmen gegen die Rezession, die Defizitfinanzierung etwa, in den Kinderschuhen. Keynes, der, peinlich genug, kurz nach dem Crash an der Wall Street vorausgesagt hatte, das werde für London keine ernsthaften Konsequenzen haben, die Aussichten seien vielmehr entschieden positiv, hatte seine Theorie antizyklischer Wirtschaftspolitik noch nicht abgeschlossen.
Als die Krise einsetzte war es Oswald Mosley, der das ambitionierteste Modell einer geplanten Wirtschaft vorlegte; er wollte Wachstum durch Kreditaufnahme finanzieren.“
Aus: Ian Kershaw, Höllensturz: Europa 1914 bis 1949*
Das Ende der Weimarer Republik: Regieren per Notverordnung
Der Zustand der Weimarer Republik ist besorgniserregend: Wirtschaftliche Not, politische Gewalt auf den Straßen und eine verrohte politische Kultur erschüttern das Land.
Zwar sitzen im Reichstag noch mehr demokratische als antidemokratische Abgeordnete, doch KPD und NSDAP, die das Ende der Republik wollen, gewinnen an Einfluss.
Als sein unpopulärer Sparhaushalt keine Mehrheit im Reichstag findet, sucht er zusammen mit Reichspräsident Hindenburg einen anderen Weg – und greift zu einem juristischen Mittel, das zur Abrissbirne der Demokratie wird: Artikel 48 der Weimarer Verfassung.
Ursprünglich wurde Artikel 48 in die Verfassung geschrieben, um in Krisenzeiten handlungsfähig zu bleiben: Der Reichspräsident durfte bei „Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung“ den Ausnahmezustand verhängen und Notverordnungen erlassen – notfalls auch ohne Zustimmung des Reichstags.
Doch der Artikel war unpräzise formuliert und öffnete Tür und Tor für autokratisches Regieren. In den Händen des greisen Generalfeldmarschalls Hindenburg wurde er zur gefährlichen Waffe gegen die Demokratie.
Dazu kam ein weiteres Machtinstrument des Reichspräsidenten: Artikel 25 der Weimarer Verfassung. Er erlaubte dem Reichspräsidenten, das Parlament bei Bedarf aufzulösen und innerhalb einer Frist von 60 Tagen Neuwahlen anzusetzen.
Eine von Hindenburg unterschriebene Auflöse-Order reichte aus, um die gewählten Abgeordneten des Reichstags nach Hause zu schicken — Reichspräsident und Reichskanzler konnten dann bis zur Wahl ungestört mittels Notverordnungen regieren.
So wurden am Ende der Weimarer Republik Parlament und Demokratie systematisch geschwächt und an den Wählerinnen und Wählern vorbeiregiert.
Das erste Präsidialkabinett: Brüning regiert ohne Parlament
Reichskanzler Heinrich Brüning war mit Sicherheit kein Gegner der Weimarer Republik. Doch ausgerechnet er ist es, der den Geist aus der Flasche lässt und ungewollt das Ende der Weimarer Republik einleitet.
Denn statt nach Kompromissen und parlamentarischen Mehrheiten zu suchen, verlässt er sich auf das Wohlwollen Hindenburgs und regiert per Notverordnung. Noch wäre es möglich gewesen, mit demokratischen Kräften im Reichstag zusammenzuarbeiten. Doch Brüning entscheidet sich für den autoritären Weg – und wird, wenn auch unfreiwillig, zum Wegbereiter der Diktatur.
Brüning wird zum willfährigen Helfer. Während Hindenburg zu einer Art Ersatzkaiser der Deutschen avanciert, regiert Brüning mit Notverordnungen gemäß Artikel 48 am Parlament vorbei. Die Republik zerfällt vor aller Augen — völlig legal und verfassungskonform.
Brünings Regierung wird das erste der nun folgenden Präsidialkabinette.
Er und seine Nachfolger im Amt des Reichskanzlers brauchen zum Regieren weder Volk noch Parlament. Das Wohlwollen des Reichspräsident reicht.
Was das Regieren per Präsidialmacht so verführerisch einfach macht, ist jedoch gleichzeitig der entscheidenden Haken: Wer das Vertrauen Hindenburgs verliert, ist politisch erledigt.
Brüning selbst wird das bald erfahren.
Brüning, Papen, Schleicher: Die letzten Reichskanzler der Weimarer Republik
In den 14 Jahren ihres Bestehens hatte die Weimarer Republik 12 Reichskanzler.
Die letzten drei waren:
„Hungerkanzler“ Heinrich Brüning: 28. März 1930 bis 30. Mai 1932
Franz von Papen: 1. Juni 1932 bis 2. Dezember 1932
Kurt von Schleicher: 3. Dezember 1932 bis 28. Januar 1933
Vom Rand ins Rampenlicht: Die NSDAP wird zweitstärkste Fraktion
Die Reichstagswahl vom 14. September 1930 wird zum politischen Erdbeben für die Weimarer Republik.
Die Wählerinnen und Wähler strafen Reichskanzler Heinrich Brüning und seinen harten Sparkurs ab, während extremistische Parteien, vor allem KPD und NSDAP, gewaltig zulegen.
Für Adolf Hitler und seine Nationalsozialisten bedeutet die Wahl den bis dahin größten Erfolg ihrer Parteigeschichte.
Noch 1928 waren sie unter „ferner liefen” zu finden: Mit gerade einmal 2,6 Prozent der Stimmen war die NSDAP nicht mehr als eine Splitterpartei und spielte kaum eine Rolle. Doch nun erreicht sie aus dem Stand 18,3 Prozent und steigt zur zweitstärksten Kraft im Reichstag auf — direkt hinter der SPD.
Die Zahl der NSDAP-Abgeordneten verzehnfacht sich fast von 12 auf 107.
Mit einem Schlag sitzen mehr als 100 grölende und offen demokratiefeindliche NSDAP-Abgeordneten im Reichstag.
Auch die KPD unter ihrem Chef Ernst Thälmann stramm moskau- und stalintreu und gegen die Weimarer Republik gewinnt zahlreiche Mandate hinzu.
Die Septemberwahl 1930 ist ein dramatisches Warnsignal für den Zerfall der politischen Mitte.
Und doch ändert sich nichts …
Young-Plan, Reparationszahlungen und der Absturz der Republik
Ungeachtet des desaströsen Wahlergebnisses vom September 1930 macht Brüning weiter. Schließlich braucht er zum Regieren lediglich das Vertrauen Hindenburgs und die von ihm unterschriebenen Notverordnungen.
Wählerstimmen braucht er nicht.
Die Sparpolitik geht weiter, Löhne und Preise verfallen, Sozialausgaben werden weiter gekürzt, der Sozialstaat ausgehöhlt. Die „kleinen Leute”, Arbeiter, Arbeitslose und sozial Schwächere kehren der Weimarer Demokratie endgültig den Rücken zu, aber auch die Mittelschicht hat Angst vor dem Absturz.
Während die Not wächst, beharrt Brüning weiter auf seinem wirtschaftspolitischen Kurs.
Er will den Staatshaushalt sanieren — und gleichzeitig den Siegermächten des Ersten Weltkriegs beweisen, dass Deutschland wirtschaftlich nicht mehr in der Lage ist, die Reparationsforderungen zu erfüllen.
Schon mehrmals waren die alliierten Reparationsforderungen nach dem Ersten Weltkrieg in Höhe von 269 Milliarden Goldmark gesenkt worden, zuletzt durch den sogenannten Young-Plan, an dem sich die Rechten bis weit ins bürgerliche Lager genüsslich abarbeiten.
Deutschland müsse für einen Krieg bezahlen, den die anderen angefangen hätten, lautet ihre argumentative Allzweckwaffe, mit der sie sehr erfolgreich auf Stimmenfang gehen.
Die Reparationszahlungen aus dem „Schandvertrag von Versailles” ist eine innenpolitische Treibmine.
Und genau die will Brüning entschärfen.
Zündstoff am Ende der Weimarer Republik: Der Young-Plan
Der Young-Plan wurde 1929 als Nachfolger des Dawes-Plans entwickelt und regelte die Reparationszahlungen Deutschlands nach dem Ersten Weltkrieg neu.
- Reparationssumme: rund 112 Milliarden Reichsmark (etwa 1 Billion Euro heutiger Kaufkraft)
- Laufzeit: Zahlungen bis 1988, verteilt auf jährliche Raten
- Ziel: wirtschaftliche Entlastung Deutschlands und Stabilisierung der Weimarer Republik
- Kritik: Besonders rechte und nationalistische Kreise diffamierten den Plan als „Versklavung Deutschlands“
- Folge: Der Young-Plan wurde innenpolitisch zum Zündstoff und trug zur weiteren Radikalisierung der Weimarer Gesellschaft bei
Quelle: Bundesarchiv, R 43 I/1332, Protokoll über die Beratungen des Reichskabinetts zum Young-Plan, 1929. Online zugänglich über: Bundesarchiv, Weimarer Republik — Die erste deutsche Demokratie
Brünings Sturz und Papens Aufstieg
Doch dann unterläuft dem Hungerkanzler ein kapitaler politischen Fehler: Er setzt den Rotstift auch bei der sogenannten Osthilfe an, einem Gesetzespaket, das ostelbische Rittergutbesitzer subventioniert.
Das enttäuscht Reichspräsident Hindenburg sehr, denn auch er besitzt ein entsprechendes Rittergut.
Noch mehr verärgern ihn Brünings Sparpläne, weil sich seine Nachbarn in Ostpreußen bei ihm beschweren.
Hat er, der Reichspräsident, denn „seinen” Kanzler nicht mehr im Griff?
Hindenburg entzieht Brüning deshalb — wegen Kürzungsplänen für Subventionen und erzürnten Nachbarn — nach zwei Jahren als Reichskanzler das Vertrauen.
Ohne Hindenburgs Segen und vor allem ohne vom Reichspräsidenten unterschriebene Notverordnungen kann in Deutschland aber niemand mehr regieren.
Brüning tritt zurück.
Brünings Nachfolger ist schnell gefunden: Es ist Franz von Papen, politisch farblos und sogar in seiner eigenen Partei, dem katholischen Zentrum, äußerst unbeliebt, aber adelig und gut vernetzt
Papen übernimmt am 1. Juni 1932 die Regierungsgeschäfte.
Sein Kabinett, spöttisch das „Kabinett der Barone“ genannt, besteht fast ausschließlich aus Aristokraten und regiert — wie schon Brüning — ausschließlich per präsidialer Notverordnungen.
Ironie der Geschichte: Brünings größter außenpolitischer Erfolg kommt kurz nach seinem Rücktritt. Im Juli 1932 verzichten die Alliierten spektakulär auf alle weiteren Reparationsforderungen.
Mitte 1932 können sich die Regierungsparteien im Reichstag sogar auf ein Konjunkturprogramm einigen — das allerdings erst Mitte 1933 seine Wirkung zu entfalten beginnt.
Doch weder das Ende der Reparationszahlungen noch die beginnende Konjunkturbelebung können das Ende der Weimarer Republik verhindern.
Mehr lesen:
Zu Hindenburgs präsidialer Allmacht, Brünings Sparpolitik, Intrigen und Hinterzimmerabsprachen kommt am Ende noch verletzter Männerstolz. Papen und Schleicher: Eine Feindschaft, über die die Weimarer Republik am Ende stürzte?
1932: Das Ende der Republik. Papen und Schleicher
Copyright: Agentur für Bildbiographien, www.bildbiographien.de, 2021, überarbeitet 2026
Buch- und Filmempfehlungen
Die mit * gekennzeichneten Links sind sogenannte Affilate-Links, die helfen, den Blog Generationengespräch zu finanzieren. Wenn Ihnen eine der angegebenen Empfehlungen gefällt und Sie das Buch (oder ein anderes Produkt) über diesen Link bestellen, erhält der Blog dafür eine kleine Provision, ohne dass für Sie Mehrkosten entstehen. Für Ihren Klick: Herzlichen Dank im Voraus!
1925: Die Wahl, die Deutschlands Schicksal veränderte
Mit der Wahl Paul von Hindenburgs zum Reichspräsidenten beginnt der schleichende Niedergang der Weimarer Republik lange vor Hitlers Machtübernahme.
Wolfgang Niess zeigt spannend und detailreich, wie konservative Eliten die Demokratie aushöhlten — und warum die Wahl von 1925 zur politischen Zeitbombe wurde.
Europa auf dem Weg in die Katastrophe
Warum zerbrach Europa innerhalb weniger Jahrzehnte gleich zweimal an Krieg, Extremismus und politischem Versagen?
Ian Kershaw verbindet historische Details mit den großen politischen und psychologischen Zusammenhängen — spannend erzählt und erschreckend aktuell. Ein beeindruckendes Buch für alle, die verstehen wollen, wie Demokratien scheitern können.
Die letzten Wochen der Weimarer Republik
Die dramatischen Wochen mit Machtkämpfen, Intrigen und politischen Fehlentscheidungen, die die Weimarer Republik endgültig zerstören.
Die Totengräber erzählt, wie Hindenburg, Papen, Schleicher und Hitler im Winter 1932/33 um die Macht ringen — und wie die Demokratie Schritt für Schritt zu Grabe getragen wird.
Zwischen Hoffnung und Abgrund: Europa zwischen 1918 und 1939
Die dramatische Zwischenkriegszeit von 1918 bis 1939 in Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich und Sowjetrussland in einem sehenswerten Dokudrama mit Spielszenen und bislang unveröffentlichtem Original-Filmmaterial authentisch und sehr nachvollziehbar erzählt.
Auch als Prime Video*
Braucht Deutschland wieder einen Kaiser?
Nicht wenige wünschen sich in der Krise den Kaiser zurück. Oder noch besser: seinen Sohn!
Wie Ex-Kaiser Wilhelm II., seine Söhne und seine zweite Ehefrau die Republik bekämpften und am Ende auf eine Rückkehr auf den Thron mithilfe der Nazis hofften.
Berlin 1930
Volker Kutscher entführt uns mit Gereon Rath mitten hinein in das fiebrige Berlin der späten Weimarer Republik — zwischen Filmstudios, politischer Gewalt, Weltwirtschaftskrise und den Straßenschlachten von SA und Rotfront.
Der stumme Tod ist nicht nur ein packender Kriminalroman, sondern auch ein faszinierendes Zeitporträt einer Gesellschaft am Abgrund.
Weiterführende Beiträge Aufstieg der NSDAP
Die Weltwirtschaftskrise 1929 und ihre Folgen: Tatsächlich ist der „Schwarze Freitag“ ein Donnerstag. Am 24. Oktober 1929 beginnen an der New Yorker Wall Street die Aktienkurse zu rutschen. Gegen Mittag wird aus Nervosität Panik, der Dow Jones sackt ab, der Handel bricht mehrmals zusammen. Der Crash wird schließlich zur Wirtschaftskrise, weil jeder versucht zu retten, was noch zu retten ist — egal, zu welchem Preis.
Der schwarze Freitag. Vom Börsenkrach zur Weltwirtschaftskrise
SPD und NSDAP sind Zwillinge! In den 1920er Jahren tobt ein heftiger Machtkampf zwischen den beiden Arbeiterparteien SPD und KPD: Die Sozialdemokraten versuchen, die Republik zu schützen, die Kommunisten arbeiten an der ‘Sowjetrepublik Deutschland’. Über Stalin, Thälmann und die verhängnisvolle Affäre zwischen KPD und SPD in den 1920er Jahren.
Hamburg auf den Barrikaden
Sir Oswald Mosley (1896 – 1980), seines Zeichens Erbe und 6. Baronet, hat nicht nur Schlag bei den Frauen, sondern auch wechselnde politische Einstellungen, was mit einer abwechslungsreichen Berufskarriere verbunden ist. Über seine faschistische BUF, die er 1932 gründet, um sich als britische Kopie von Adolf Hitler zu versuchen, und die Attraktivität der faschistischen Ideologie der 1930er Jahre.
Hail Mosley!
Hitlers “Machtergreifung”: Ende 1932 scheint Hitlers Aufstieg zur Macht endgültig gestoppt zu sein: Die „Hitler-Partei“ ist pleite, zerstritten und hat am 6. November 1932 – das erste Mal seit zwei Jahren – Wählerstimmen verloren. Und trotzdem ernennt der Präsident der Weimarer Republik, Paul von Hindenburg, Adolf Hitler am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler.
Wie konnte das passieren?
1933- Das Ende der Republik. Hitlers Aufstieg zur Macht
Bildnachweise
Die Not unserer Zeit! Arbeitslose Hafenarbeiter auf Abruf bei der Straßen-Arbeitsvermittlung am Baumwall, Hamburg, 1931. Von Bundesarchiv, Bild 102–11008 / CC-BY-SA 3.0
Bundesarchiv Bild 183-S51620, Generalfeldmarschall Paul v. Hindenburg“ von Bundesarchiv, Bild 183-S51620 / CC BY-SA 3.0. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons
Dr. Heinrich Brüning: Reichskanzler, Zentrum, Deutschland. Von Bundesarchiv, Bild 183‑1989-0630–504 / CC BY-SA 3.0 de ADN-ZB/Archiv Heinrich Brüning Politiker des Zenrums und Staatsmann geb. 26.11.1885 in Münster gest. 30.3.1970 in Norwich (Vt.) Brüning war 1921/30 Geschäftsführer des Deutschen Gewerkschaftsbundes,1924/33 Mitglied des Reichstages. Als Führer der Zenrumsfraktion wurde er 1930 Reichskanler, regierte diktatorisch mit Notverordnungen. Brüning mußte1932 zurücktreten. 1933 emigrierte er in die USA und war 1934/52 Professor in Oxford, Boston und Cambridge, dann 1952/55 an der Universität Köln. Bis zu seinem Tod lebte er wieder in den USA.
ADN-ZB/Archiv Deutschland Berlin: Wohltätigkeitsspeisung armer Leute durch die evangelische Kirchengemeinde In Berlin Niederschönhausen werden durch die evangelische Kirchengemeinde arme Leute gespeist. Die Reichswehr hat eine Goulaschkanone und 2 Mann zur Verfügung gestellt. Die Kosten der Speisung bringt die Kirchengemeinde durch freiwillige Spenden auf. Jedes Mitglied zahlt pro Tag 10 Pfennige vorläufig für die Dauer von 3 Monaten. (Aufnahme: 1931). Von Bundesarchiv, Bild 183-T0706-501 / CC-BY-SA 3.0 (Aufnahme: 1931) 5417–31 5417–31
Generationengespräch
Geschichte und Psychologie
Vergangenes verstehen, um mit der Zukunft besser klar zu kommen.

Dr. Susanne Gebert
Generationengespräch
Agentur für Bildbiographien
Geschenke made for Mama
Geschichte & Psychologie
Die Vergangenheit verstehen, um mit der Zukunft besser klar zu kommen






