Der 2. Weltkrieg: Kriegsende, Zusammenbruch und Befreiung

Der Zwei­te Weltkrieg

Der 2. Weltkrieg: Kriegsende 1945


4474 Tage dau­er­te das „1000-jäh­ri­­ge Reich” auf deut­schem Boden. Dann brach es am 8. Mai 1945 in einem Infer­no aus Blut, Trä­nen und Mil­lio­nen Toten zusam­men.

Der 2. Welt­krieg: Eine Chro­nik des fürch­ter­lichs­ten Krie­ges in der Weltgeschichte.

Zerstörungen in Heilbronn nach dem Kriegsende 1945 – historisches Foto zum 2. Weltkrieg.

Der 2. Weltkrieg: Kriegsende, Zusammenbruch und Befreiung

Am 8. Mai 1945 ende­te der Zwei­te Welt­krieg in Euro­pa mit der bedin­gungs­lo­sen Kapi­tu­la­ti­on der deut­schen Wehr­macht. Zwölf Jah­re natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Dik­ta­tur und fast sechs Jah­re Krieg hat­ten Euro­pa ver­wüs­tet. Mil­lio­nen Men­schen waren ermor­det wor­den, dar­un­ter sechs Mil­lio­nen Jüdin­nen und Juden im Holo­caust. Städ­te lagen in Trüm­mern, Mil­lio­nen Men­schen waren auf der Flucht oder hat­ten ihre Hei­mat ver­lo­ren.

Wie konn­te es so weit kom­men?
War­um folg­ten so vie­le Men­schen Hit­ler, obwohl sein Regime Gewalt, Ver­fol­gung und Krieg sys­te­ma­tisch vor­an­trieb? Und was bedeu­te­te das Ende des NS-Staa­tes für die Deut­schen und die vom Natio­nal­so­zia­lis­mus unter­wor­fe­nen Völ­ker?

Die­se Chro­nik zeich­net den Weg vom Auf­stieg Hit­lers über den Zwei­ten Welt­krieg bis zum Zusam­men­bruch des Regimes 1945 nach. Sie beleuch­tet mili­tä­ri­sche Wen­de­punk­te eben­so wie Pro­pa­gan­da, gesell­schaft­li­che Anpas­sung, Wider­stand und die psy­cho­lo­gi­schen Mecha­nis­men, die eine Dik­ta­tur sta­bi­li­sie­ren können.

Der 2. Weltkrieg: Wie alles begann

Sebas­ti­an Haff­ner schil­dert in sei­nen ‚Anmer­kun­gen zu Hit­ler‘ (1978) einen Zeit­raum vom Früh­jahr 1938 bis zum Früh­jahr 1939, in dem bis zu 90 Pro­zent aller Deut­schen Hit­ler-Anhän­ger gewe­sen sein sol­len.

In die­ser Zeit scheint dem „Füh­rer” alles zu gelingen.


„… Wenn Hit­ler Ende 1938 einem Atten­tat zum Opfer gefal­len wäre, wür­den nur weni­ge zögern, ihn einen der größ­ten Staats­män­ner der Deut­schen zu nen­nen.”

Joa­chim Fest, Hit­ler: Eine Bio­gra­phie*


Dass Hit­ler Krieg will, ist den meis­ten zunächst nicht klar. Sei­nen Wahn vom deut­schen „Lebens­raum” kann zwar seit 1925 jeder in „Mein Kampf“ nach­le­sen, aber fast nie­mand glaub­te das, was da zu lesen ist.

Schlim­mer noch: Bis auf Sta­lin hat auch fast kei­ner der Poli­ti­ker und Mäch­ti­gen ande­rer Staa­ten Hit­lers Pam­phlet gelesen.

Gebrauchsanweisung für die deutsche Volksgasmaske von 1937 aus der NS-Zeit

Die Aus­ga­be der ers­ten „Volks­gas­mas­ken“ ab Herbst 1937 schü­ren Kriegs­ängs­te in der Bevöl­ke­rung.
Mehr lesen: Deutsch­land 1937: Der Weg in den 2. Weltkrieg

Doch Hit­ler meint es ernst.
Seit der „Macht­er­grei­fung“ im Jahr 1933 wird die deut­sche Außen- und Innen­po­li­tik, die Wirt­schafts- und Finanz­po­li­tik sys­te­ma­tisch auf ‘Krieg’ aus­ge­rich­tet.

Ab 1936/37 ist Hit­lers Krieg nicht nur gewollt, son­dern auch mili­tä­risch und vor allem auch wirt­schaft­lich nicht mehr zu ver­mei­den.

Am 5. Novem­ber 1937 erklärt Hit­ler sei­nem engs­ten Kreis in einer mehr­stün­di­gen Rede sei­nen Zeit­plan, pro­to­kol­liert im soge­nann­ten „Hoß­bach-Pro­to­koll“.

Die Ouvertüre: Appeasement 1938

Der eigent­li­che Irr­sinn ist, dass außer Hit­ler (und sei­ne Entou­ra­ge) im Jahr 1939 — gera­de mal 20 Jah­re nach dem Ende des 1. Welt­krie­ges — fast nie­mand einen neu­en Krieg will.

Die Bri­ten und Fran­zo­sen nicht, die Sowjets nicht und auch nicht die meis­ten Deut­schen.

Hoch­ran­gi­ge deut­sche Mili­tärs schmie­den wäh­rend der Sude­ten­kri­se 1938 sogar Putsch­plä­ne gegen Hit­ler, soll­te er das Sude­ten­land gewalt­sam beset­zen.
Offi­zier der Wehr­macht war­ten nur noch auf ein posi­ti­ves Zei­chen aus Groß­bri­tan­ni­en und Frank­reich, dann hät­ten sie — im Fal­le einer mili­tä­ri­schen Beset­zung des Sude­ten­lands — los­ge­schla­gen, um Hit­lers Kriegs­plä­ne durch einen Putsch zu stop­pen.

Sie war­ten ver­geb­lich: Am Abend des 29. Sep­tem­ber 1938 wird das Münch­ner Abkom­men ver­kün­det, das die Sude­ten­kri­se been­det.

Das Auf­at­men im Reich und in ganz Euro­pa ist uner­mess­lich groß.
Einen Krieg soll es nicht geben.

Hit­ler hat­te ein wei­te­res sei­ner Vaban­que­spie­le gewonnen.

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Buchcover von „München: Das Abkommen“ von Robert Harris

München 1938

Robert Har­ris ver­wan­delt die dra­ma­ti­schen Stun­den der Münch­ner Kon­fe­renz 1938 in einen hoch­span­nen­den Polit­thril­ler, der psy­cho­lo­gisch tief geht und gleich­zei­tig his­to­risch fun­diert ist. Sehr span­nend und lesenswert!

15. März 1939: Die Besetzung der „Rest-Tschechei”

Dies sei nun die letz­te For­de­rung, die ich an die Welt zu stel­len habe, ver­kün­det der Hit­ler in einer Rede kurz nach dem Abkom­men im Sep­tem­ber 1938. Es ist wie so oft eine Lüge

Nach der Beset­zung des Sude­ten­lan­des lau­fen die Kriegs­vor­be­rei­tun­gen auf Hoch­tou­ren.

Die soge­nann­te „Rest-Tsche­chei” sei kein lebens­fä­hi­ger Staat, heißt es in der deut­schen Pro­pa­gan­da, die deut­sche Gene­ra­li­tät mache sich Sor­gen über die geo­po­li­ti­sche Lage die­ses Staa­tes.

Auf der Land­kar­te betrach­tet säße er wie „ein Pfahl im Fleisch des groß­deut­schen Rei­ches”.

Goeb­bels’ Pro­pa­gan­da­mi­nis­te­ri­um lässt in den Zei­tun­gen und über den Rund­funk fast täg­lich Berich­te über angeb­li­che Gräu­el­ta­ten ver­brei­ten, die Tsche­chen an harm­lo­sen Sude­ten­deut­schen ver­übt haben sol­len.

Immer wie­der heißt es, dass Böh­men für die Rus­sen eine idea­le Flug­ba­sis bil­de.
Wer will, kann ahnen, dass Hit­lers Macht­hun­ger noch lan­ge nicht gestillt ist.

Konrad Henlein und die Sudetenkrise 1938: Einwohner von Eger begrüßen deutsche Truppen

Die „Sude­ten­kri­se”: Ursa­chen und Fol­gen Mehr lesen: Kon­rad Hen­lein: Bie­der­mann oder Brandstifter?

Ein knap­pes hal­bes Jahr nach dem Münch­ner Abkom­men, im März 1939, mar­schiert die Wehr­macht in Prag ein.

Die rei­che und hoch­ent­wi­ckel­te Tsche­cho­slo­wa­kei, die einst als die „zwei­te Schweiz Euro­pas” gegol­ten hat, ver­schwin­det von der Landkarte.

Die „britischen Gouvernanten” zieren sich

Seit Mit­te der 1930er Jah­re wirbt Hit­ler bei den Bri­ten für ein gemein­sa­mes Bünd­nis. Denn die bri­ti­sche Ober­schicht — und nur die Ober­schicht — hält er für den Ari­ern eben­bür­tig.

Ab dem Jahr 1934 fin­den soge­nann­te „Pil­ger­rei­sen“ bri­ti­scher Poli­ti­ker, Jour­na­lis­ten, Adli­ger und Indus­tri­el­ler statt.

In Ber­lin oder auf dem Ober­salz­berg wer­den sie vom „Füh­rer” per­sön­lich emp­fan­gen, um sie vom Sinn eines sol­chen Bünd­nis­ses zu über­zeu­gen. Lan­ge Zeit scheint man auf der Insel den Plä­nen eines deutsch-bri­ti­schen Tech­tel­mech­tels nicht abge­neigt zu sein.
Aber die „bri­ti­schen Gou­ver­nan­ten” (Hit­ler) zie­ren sich.

Porträt von Unity Mitford, aufgenommen 1937 von einem unbekannten Fotografen für Bassano Ltd

Hit­lers bri­ti­sche Affä­re Mehr lesen: Unity Mit­ford: Hit­lers It-Girl

Nach dem Ein­marsch der Wehr­macht in Prag im März 1939 geben sie ihm end­gül­tig einen Korb.

Die bri­ti­schen Appeaser sind tief ent­täuscht über Hit­lers erneu­tem Wort­bruch, wen­den sich ab und ver­hän­gen Sank­tio­nen gegen die Deutschen.

Freie Bahn für den 2. Weltkrieg: Der Hitler-Stalin-Pakt

Danach geschieht das Unfass­ba­re.
Nach meh­re­ren Mona­ten Geheim­ver­hand­lun­gen schlie­ßen im August 1939  „Unmensch” und „Bes­tie”, wie sich die Dik­ta­to­ren Hit­ler und Sta­lin gegen­sei­tig zu bezeich­nen pfle­gen, einen Nicht­an­griffs­pakt.

Die Unter­schrif­ten unter den Ver­trä­gen und dem „gehei­men Zusatz­pro­to­koll” (die Neu­auf­tei­lung Ost­eu­ro­pas, wenn es zu “ter­ri­to­ria­len Ver­schie­bun­gen” kommt) ist kaum tro­cken, als die deut­sche Wehr­macht am 1. Sep­tem­ber 1939 ohne Kriegs­er­klä­rung das mit Frank­reich und Groß­bri­tan­ni­en ver­bün­de­te Polen angreift.

Der Zwei­te Welt­krieg hat begonnen.

1. September 1939: Der 2. Weltkrieg beginnt

Als die Deut­schen am 1. Sep­tem­ber 1939 über die Rund­funk­ge­rä­te immer wie­der die Pas­sa­ge hören, mit der Hit­ler vor dem Reichs­tag den Über­fall auf Polen recht­fer­tigt, ahnen vie­le, dass der angeb­li­che Kriegs­grund wie­der eine Lüge ist.


„Seit 5 Uhr 45 wird zurückgeschossen” …

„… Polen hat heu­te Nacht zum ers­ten Mal auf unse­rem eige­nen Ter­ri­to­ri­um auch mit bereits regu­lä­ren Sol­da­ten geschos­sen. Seit 5:45 Uhr wird jetzt zurück­ge­schos­sen! Und von jetzt ab wird Bom­be mit Bom­be ver­gol­ten! Wer mit Gift kämpft, wird mit Gift­gas bekämpft. Wer selbst sich von den Regeln einer huma­nen Kriegs­füh­rung ent­fernt, kann von uns nichts ande­res erwar­ten, als dass wir den glei­chen Schritt tun. Ich wer­de die­sen Kampf, ganz gleich, gegen wen, so lan­ge füh­ren, bis die Sicher­heit des Rei­ches und bis sei­ne Rech­te gewähr­leis­tet sind.“

Adolf Hit­ler am 1. Sep­tem­ber 1939 vor dem Reichstag


Anders als im August 1914 gibt es auf den Stra­ßen weder hys­te­ri­schen Jubel noch patrio­ti­sche Kund­ge­bun­gen oder Gesän­ge. Auf den Stra­ßen sieht man im Sep­tem­ber 1939 nur erns­te Gesich­ter und zusam­men­ge­bis­se­ne Zäh­ne.

Die Erin­ne­run­gen an den ers­ten Welt­krieg mit Mil­lio­nen von Opfern und der chao­ti­schen Nach­kriegs­zeit sind noch frisch. Im August 1939 hat­te man gera­de an den Aus­bruch des Welt­kriegs 25 Jah­re zuvor erin­nert.

Hit­ler weiß das.
„Ein Novem­ber 1918 wird sich nie­mals in der deut­schen Geschich­te wie­der­ho­len!”, ver­kün­det er.

Es gibt unter den Deut­schen kei­ne Begeis­te­rung für die­sen Krieg, aber auch kei­nen Wider­stand oder offen geäu­ßer­te Angst.

„Der Füh­rer wird’s schon rich­ten“ wird zum geläu­fi­gen Spruch, mit dem man sich zu trös­ten ver­sucht. Die Wehr­macht, die Beam­ten­schaft, die Par­tei und nicht zuletzt die Deut­schen neh­men die­sen Krieg hin und funktionieren.


Gespenstische Stille

„… Die NS-Füh­rung sorgt dafür, dass es ver­gleichs­wei­se still im Land ist. Es gibt im August kei­ne Mas­sen­ver­an­stal­tun­gen, kei­ne direk­ten Anspra­chen an das Volk, in denen Hit­ler oder sein Pro­pa­gan­da­mi­nis­ter die Stim­mung auf­hei­zen, und aus den Volks­emp­fän­gern erklingt in den letz­ten August­ta­gen auf­fal­lend häu­fig Musik statt mobi­li­sie­ren­der Anspra­chen.”

Aus: Till­mann Ben­di­kow­ski, Hit­ler­wet­ter: Das ganz nor­ma­le Leben in der Dik­ta­tur: Die Deut­schen und das Drit­te Reich 1938/39*


Der Sitzkrieg 1939 — 1940

Schock­star­re in ganz Euro­pa.
Spa­ni­en 1936, die Sude­ten­kri­se 1938 und die „Erle­di­gung” der mit den Fran­zo­sen ver­bün­de­ten „Rest-Tsche­chei” im März 1939. Das alles hat­te man hin­ge­nom­men, um den Frie­den zu ret­ten. Oder zumin­dest, um einen Krieg zu ver­mei­den.

Doch die­ses Mal ist Hit­ler zu weit gegan­gen.
Nach dem Über­fall auf Polen erklä­ren Bri­ten und Fran­zo­sen dem deut­schen Reich den Krieg.

Aber sie unter­neh­men — wie­der ein­mal — nichts. Man hält die hoch­ge­rüs­te­te Wehr­macht für zu über­mäch­tig und traut sich nicht, die Deut­schen anzu­grei­fen.

Kei­ner wagt es, den ers­ten Schuss abzu­ge­ben.

Wie erstarrt sehen Bri­ten und Fran­zo­sen zu, wie Hit­lers Wehr­macht im Osten freie Bahn hat, den pol­ni­schen Feld­zug als „Blitz­krieg“ füh­ren kann und nach weni­gen Wochen Polen — wie­der ein­mal — von der Land­kar­te ver­schwun­den ist.

Im Wes­ten herrscht wäh­rend­des­sen ein eigen­ar­ti­ger Sitz­krieg — Drô­le de guer­re, der komi­sche Krieg.

Eine his­to­ri­sche Chan­ce geht ver­lo­ren, denn im Wes­ten ste­hen nur weni­ge Wehr­macht-Ein­hei­ten zur Ver­tei­di­gung zur Ver­fü­gung.
Hät­ten Frank­reich und Groß­bri­tan­ni­en wäh­rend des Polen­feld­zugs das Deutsch­land im Wes­ten ange­grif­fen, hät­te nach Mei­nung vie­ler His­to­ri­ker die­ser Krieg ver­mut­lich schon im Keim erstickt wer­den können.

1940: Blitzkrieg in Frankreich und Luftschlacht um England

Die fata­lis­ti­sche Stim­mung der Deut­schen schlägt nach dem raschen Kriegs­er­folg in Polen schließ­lich doch noch in eine Art ver­trau­ens­vol­ler Zuver­sicht um.

Die Wehr­macht scheint unbe­sieg­bar zu sein.
Nach Polen wer­den in kur­zen kon­zer­tier­ten Feld­zü­gen Däne­mark, Nor­we­gen, Bel­gi­en, die Nie­der­lan­de, Luxem­burg, ein Groß­teil Frank­reichs, Jugo­sla­wi­en und Grie­chen­land erobert und besetzt.

Nach der Kapi­tu­la­ti­on Frank­reichs am 22. Juni 1940 sind die Bri­ten ein Jahr lang Deutsch­lands ein­zi­ger ver­blie­be­ner Kriegsgegner.

Rauch steigt nach einem deutschen Luftangriff am 7. September 1940 über den Londoner Docks an der Themse auf.

Im Früh­som­mer und Som­mer 1940 steht Groß­bri­tan­ni­en am Abgrund. Der bri­ti­sche Wider­stand hält … aber es ist knapp. Mehr lesen: Hit­lers Krieg 1940: Luft­schlacht um England

Aber auch die Bri­ten ste­hen mit dem Rücken zur Wand: Knapp einen Mona­te nach der Kapi­tu­la­ti­on der Fran­zo­sen befiehlt Hit­ler die Ope­ra­ti­on See­lö­we, die Lan­dung in Groß­bri­tan­ni­en.

Als Vor­be­rei­tung beginnt im August 1940 der “Batt­le of Bri­tain”, die Luft­schlacht um Eng­land.

Am 9. Mai 1940 hat­te Win­s­ton Chur­chill das Amt des Pre­mier­mi­nis­ters von Cham­ber­lain über­nom­men.

Es ist ein Schleu­der­sitz.
Nie­mand weiß, ob Chur­chill sei­nen unbeug­sa­men Kurs gegen­über dem deut­schen Dik­ta­tor durch­hal­ten kann oder ange­sichts der kata­stro­pha­len Lage Groß­bri­tan­ni­ens doch noch klein bei­geben muss.

Chur­chill kann sich gegen den Wunsch nach Appease­ment in sei­nem Kabi­nett durch­set­zen, lehnt jeg­li­che Ver­hand­lun­gen mit Hit­ler und den Natio­nal­so­zia­lis­ten an und schwört die Bri­ten auf „Blut, Schweiß und Trä­nen” im Krieg gegen die Deut­schen ein. 

Das Durch­hal­ten der Bri­ten ret­tet Euro­pa. Für den wei­te­ren Kriegs­ver­lauf ist es uner­mess­lich wichtig.

22. Juni 1941: Das „Unternehmen Barbarossa”

Es ist ein Trep­pen­witz der Geschich­te, dass aus­ge­rech­net der sonst bis an die Gren­ze zur Para­noia miss­traui­sche Sta­lin die Zei­chen der Zeit nicht erkennt.

Ab März 1941 berich­ten immer mehr sowje­ti­sche Spio­ne von einem nicht enden wol­len­den Strom deut­scher Trup­pen, die Rich­tung Osten mar­schie­ren. Täg­lich bräch­ten bis zu vier Züge deut­sche Sol­da­ten und Pan­zer in die Auf­marsch­räu­me in Polen.

Anfang Mai 1941 mel­det auch Sta­lins Top-Spi­on Richard Sor­ge nach Mos­kau, dass ein Angriff der Deut­schen mit 150 Divi­sio­nen unmit­tel­bar bevor­stün­de. Geplan­ter Ter­min: der 20. Juni 1941.
Doch Sta­lin wie­gelt ab.

Er droht sei­nen Mili­tärs und Bera­tern sogar, es wür­den „Köp­fe rol­len“, wenn sie ohne sei­ne Erlaub­nis Trup­pen in Marsch setzen.

Hitlers Krieg - Überfall auf die Sowjetunion Deutsche Truppen beim Vormarsch vor Moskau im November 1941

1941: Der ver­spä­te­te Beginn des “Unter­neh­men Bar­ba­ros­sa” und der rus­si­sche Win­ter. Mehr lesen: Hit­lers Krieg: 1941

Als am 22. Juni 1941 das Infer­no des „Unter­neh­men Bar­ba­ros­sa“, der deut­sche Über­fall auf die Sowjet­uni­on, beginnt, ist der sowje­ti­sche Dik­ta­tor am Boden zer­stört.

Über­rum­pelt und rat­los zieht er sich auf sei­ne Dat­scha zurück und ist für meh­re­re Tage für nie­man­den zu sprechen..

Siegesfanfaren: Von der „Wacht am Rhein” bis zur „Russland-Fanfare

Der Krieg gegen die Sowjet­uni­on macht den Deut­schen Angst. Unmut – wenn auch sehr lei­se geäu­ßert – brei­tet sich aus.

Um den Wahn­sinn einer zwei­ten Front plau­si­bel zu machen, ver­kauft man „dem Volk” den Krieg gegen den eins­ti­gen Bünd­nis­part­ner Sowjet­uni­on als Aggres­si­on der „Bol­sche­wis­ten“: Der „rus­si­sche Auf­marsch gegen die deut­sche Gren­ze“ sei in vol­lem Gan­ge, heißt es in der Pro­pa­gan­da.

Es sieht fast so aus, als ob Hit­ler auch die­ses Spiel gewin­nen könn­te.

Die von den sta­li­nis­ti­schen Säu­be­run­gen in den 1930er Jah­ren dezi­mier­ten sowje­ti­schen Trup­pen erlei­den schwe­re Ver­lus­te und wer­den von der Wehr­macht Rich­tung Osten getrie­ben.

In den Wochen­schau­en und im Rund­funk jagt eine Sie­ges­mel­dung die nächs­te.
Zur „Die Wacht am Rhein” als „Son­der­mel­dungs­fan­fa­re” für den Frank­reich-Feld­zug kommt „Les Pré­ludes“ von Franz Liszt als „Russ­land­fan­fa­re”.

Weil Sta­lin sei­nen Trup­pen einen Rück­zug unter Andro­hung der Todes­stra­fe ver­bie­tet, ster­ben in grau­en­haf­ten Kes­sel­schlach­ten Hun­dert­tau­sen­de sowje­ti­sche Sol­da­ten oder gera­ten in deut­sche Kriegs­ge­fan­gen­schaft — was oft dem Tod gleichkommt.

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Vaterland von Robert Harris – Thriller über ein Europa nach Hitlers Sieg im Zweiten Weltkrieg

Was wäre gewesen,

wenn Hit­ler den Krieg gewon­nen hät­te und Groß­deutsch­land vom Rhein bis zum Ural rei­chen wür­de?

Ein groß­ar­ti­ges und span­nen­des Buch zwi­schen Fic­tion, Kri­mi und vie­len his­to­risch inter­es­san­ten Hin­ter­grün­den und Fakten.

Winter 1941: Der deutsche Vormarsch friert ein und Hitler erklärt den USA den Krieg

Dann setzt im Okto­ber 1941 der Herbst­re­gen ein, die deut­sche Inva­si­on bleibt nach wochen­lan­gem Vor­marsch im Matsch vor Mos­kau ste­cken.

Im Novem­ber 1941 gelingt es eini­gen weni­gen deut­schen Ein­hei­ten noch, die Außen­be­zir­ke Mos­kaus zu errei­chen, dann beginnt der gefürch­te­te rus­si­sche Win­ter. Die Sowjets eva­ku­ie­ren Mos­kau und brin­gen sogar den ein­bal­sa­mier­ten Leich­nam Lenins in Sicher­heit. Dann kommt ihnen der rus­si­sche Win­ter zu Hil­fe. Der Wet­ter­wech­sel ist mäch­ti­ger als alle ihre Armeen.


Mit Sommerausrüstung im russischen Winter

Maschi­nen und Waf­fen der Deut­schen ver­sa­gen in der klir­ren­den Käl­te.
Vie­le Sol­da­ten erfrie­ren, weil man sie im Ver­trau­en auf einen schnel­len Sieg in Som­mer­aus­rüs­tung nach Russ­land geschickt hat. Die feh­len­de Win­ter­aus­rüs­tung soll nun – viel zu spät – durch Samm­lun­gen in der Hei­mat beschafft werden.


Der deut­sche Vor­marsch an der Ost­front friert gera­de im rus­si­schen Win­ter fest, als am 7. Dezem­ber 1941 das mit Deutsch­land und Ita­li­en ver­bün­de­te Japan ohne Kriegs­er­klä­rung den ame­ri­ka­ni­schen Mari­ne­stütz­punkt Pearl Har­bour bom­bar­diert.

Am 11. Dezem­ber erklä­ren die mit Japan ver­bün­de­ten Ach­sen­mäch­te Deutsch­land und Ita­li­en den USA den Krieg.

Das ist die Wen­de.
Der ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­dent Roo­se­velt hat bereits lan­ge Zeit die bedräng­ten Bri­ten und die Sowjet­uni­on mit Waf­fen und Mate­ri­al unter­stützt; offi­zi­ell in den Krieg ein­tre­ten konn­te er gegen den Wil­len einer Mehr­heit der Ame­ri­ka­ner nicht.
Pearl Har­bour und die Kriegs­er­klä­rung der Ach­sen­mäch­te ändern alles.

Der 2. Weltkrieg und die „Endlösung”

Aus dem euro­päi­schen Krieg ist end­gül­tig ein Welt­krieg gewor­den, der mit nie gekann­ter Grau­sam­keit und zuneh­men­der Bru­ta­li­tät auf allen Sei­ten geführt wird.

Nie­mand schert sich mehr um die nach dem ers­ten Welt­krieg müh­sam errun­ge­nen Regeln und Kon­ven­tio­nen. Ein Men­schen­le­ben – sei es das eines Sol­da­ten oder eines Zivi­lis­ten – ist nichts mehr wert.

Sowjetische Soldaten kämpfen im Januar 1943 in den Ruinen von Stalingrad.

Hit­lers Ras­sen­wahn ist sein eigent­li­ches Kriegs­ziel. Die Gleich­zei­tig­keit von Kriegs­wen­de und Wann­see-Kon­fe­renz am 20. Janu­ar 1942 ist kein his­to­ri­scher Zufall.
Mehr lesen: Hit­lers Krieg Kriegs­wen­de 1942

Es ist kein his­to­ri­scher Zufall, dass am 20. Janu­ar 1942 auf der Wann­see-Kon­fe­renz 14 eif­ri­ge Büro­kra­ten unter Lei­tung von Rein­hard Heyd­rich die sys­te­ma­ti­sche Ermor­dung von 11 Mil­lio­nen euro­päi­scher Juden pla­nen und orga­ni­sie­ren.

Der­weil expe­ri­men­tiert Rudolf Höß im Lager Ausch­witz-Bir­ken­au mit Zyklon B, einem Schäd­lings­be­kämp­fungs­mit­tel, und „pro­biert” sei­ne töd­li­che Wir­kung an rus­si­schen Kriegs­ge­fan­ge­nen aus.

Es ist nicht nur die Bana­li­tät, son­dern auch die Büro­kra­tie des Bösen.

Je schlech­ter sich der Front­ver­lauf für die Wehr­macht ent­wi­ckelt, des­to mehr bar­ba­ri­sche Anstren­gun­gen steckt man in die „End­lö­sung”.

Ende 1942 kämp­fen in Nord­afri­ka das ers­te Mal ame­ri­ka­ni­sche gegen deut­sche Trup­pen. Gemein­sam mit Bri­ten und Exil-Fran­zo­sen gelingt es ihnen, den deut­schen „Wüs­ten­fuchs’ Erwin Rom­mel aus Nord­afri­ka zu ver­trei­ben.

Von dort als Brü­cken­kopf gelingt es ihnen am 10. Juli 1943 in der Ope­ra­ti­on Hus­ky auf Sizi­li­en zu landen.

Der Luftkrieg im 2. Weltkrieg

Bereits seit Mai 1940 hat­te die bri­ti­sche Roy­al Air Force (RAF) Luft­an­grif­fe gegen Zie­le in Deutsch­land geflo­gen, aber die Ent­fer­nung ist rie­sig und für die bri­ti­schen Bom­ber kaum zu bewäl­ti­gen.

Trotz der gerin­gen Aus­sich­ten, dem deut­schen Kriegs­geg­ner ernst­haft zu scha­den, flie­gen sie. Für die Deut­schen sind die RAF-Bom­bar­de­ments mehr psy­cho­lo­gi­sche Nadel­sti­che und kei­ne ernst­haf­te Bedro­hung.

Das ändert sich mit dem offi­zi­el­len Kriegs­ein­tritt der Ame­ri­ka­ner im Dezem­ber 1941.
Für die Bri­ten bedeu­tet der neue, nun auch offi­zi­el­le Ver­bün­de­te, die immens wich­ti­ge Ver­stär­kung an Men­schen und Material.

Hamburg im Zweiten Weltkrieg - die Operation Gomorrha 1943 Gnerationengespräch

Die Ope­ra­ti­on Gomor­rha: Eine Stadt wird ange­zün­det.
Mehr lesen: Ham­burg 1943: Die Ope­ra­ti­on Gomorrha

Auch die Stra­te­gie der Bom­ben­an­grif­fe ändert sich: Es geht nicht mehr nur dar­um, kriegs­wich­ti­ge Indus­trie­an­la­gen und die deut­sche Infra­struk­tur lahm­zu­le­gen, son­dern um die Demo­ra­li­sie­rung der Zivil­be­völ­ke­rung.

Seit dem 14. Febru­ar 1942 gilt die bri­ti­sche “Area Bom­bing Direc­ti­ve”, also das Flä­chen­bom­bar­de­ment von Sied­lungs­ge­bie­ten. Im Klar­text geht es von nun an um das Zer­stö­ren von Wohn­häu­sern.
Und ums Töten.

Die deut­sche Zivil­be­völ­ke­rung, die den Krieg bis­lang haupt­säch­lich aus den Son­der­mel­dun­gen im Radio und durch die Bil­der der Wochen­schau im Kino kennt, bekommt ihn jetzt spü­ren.

In Lübeck bei­spiels­wei­se am 29. März 1942, in Ham­burg am 28. Juli 1943 mit 30.000 Toten in einer ein­zi­gen Nacht.

1943: Der totale Krieg

„Wollt Ihr den tota­len Krieg?“ hat­te Pro­pa­gan­da­mi­nis­ter Joseph Goeb­bels in sei­ner Sport­pa­last­re­de vom 18. Febru­ar 1943 in die Men­schen­mas­se gebrüllt und fre­ne­ti­schen Jubel geern­tet.

Trotz­dem: Für vie­le Deut­schen ist die Schlacht bei Sta­lin­grad mit 700.000 Toten und die Kapi­tu­la­ti­on der 6. Armee Ende Janu­ar 1943 die psy­cho­lo­gi­sche Wen­de.
Ab die­sem Zeit­punkt glau­ben vie­le nicht mehr, dass die­ser Krieg zu gewin­nen ist.

Aber die Angst vor der „rasen­den Rach­sucht“ der Bol­sche­wis­ten und die Wut über den „anglo­ame­ri­ka­ni­schen Bom­ben­ter­ror“ las­sen sie durchhalten.

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Buchcover von Oliver Hilmes’ Schattenzeit über Alltag, NS-Diktatur und Terror in Deutschland 1943

Das Leben in Deutschland 1943

Goeb­bels’ und Görings Pri­vat­krieg um Edel­re­stau­rants, der Kampf nor­ma­ler Men­schen mit dem Bom­ben­krieg und der Angst, etwas Fal­sches zu sagen, der „Volks­ge­richts­hof”, Sophie und Hans Scholl, Denun­zi­an­ten und Opfer des Nazi-Ter­rors.

Der His­to­ri­ker Oli­ver Hil­mes erzählt span­nend und wort­ge­wandt die Geschich­te des Jah­res 1943 mit Geschich­ten. Sehr lesens- bzw. hörenswert.

Seit Sta­lin­grad treibt die Roten Armee die Deut­sche Wehr­macht in Rich­tung Wes­ten.

Im Früh­jahr 1944 errei­chen sowje­ti­sche Kampf­ver­bän­de die Gren­ze Rumä­ni­ens, der Tsche­cho­slo­wa­kei und des ehe­ma­li­gen Polen.
Die natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Pro­pa­gan­da beschö­nigt den ein­set­zen­den Rück­zug deut­scher Trup­pen an allen Fron­ten als „Front­be­gra­di­gun­gen“.


„Frontbegradigungen“

Im Radio — vom Volks­mund mitt­ler­wei­le in „Goeb­bels­schnau­ze“ umge­tauft — wird über Mit­tel- und Lang­wel­le ver­kün­det, dass die Sol­da­ten der deut­schen Wehr­macht erst Hei­mat­bo­den erreicht haben müss­ten, um „das Reich” bes­ser ver­tei­di­gen und die Fein­de zurück­schla­gen zu können.


Am 6. Juni 1944 beginnt schließ­lich die lan­ge geplan­te „Ope­ra­ti­on Over­lord“ – der „längs­te Tag“: die Lan­dung eng­li­scher, ame­ri­ka­ni­scher, fran­zö­si­scher und pol­ni­scher Sol­da­ten in der Nor­man­die.

Hit­ler­jun­gen und alte Män­ner wer­den zum „Volks­sturm“ ein­ge­zo­gen, dem letz­ten Auf­ge­bot.
War bis weit in den Krieg hin­ein die Ver­sor­gung mit Lebens­mit­teln und Klei­dung gut, so wird jetzt bemerk­bar, dass immer mehr ehe­mals besetz­te Gebie­te nicht mehr aus­ge­beu­tet wer­den können.

Ihr Flüchtlinge Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg Generationengespräch

Im Krebs­gang: Flucht und Ver­trei­bung 1944 bis 1950
Mehr lesen: Ihr Flücht­lin­ge!

Flucht ist der Zivil­be­völ­ke­rung unter Andro­hung schwers­ter Stra­fen ver­bo­ten. Beson­ders in Ost­preu­ßen, denn Hit­ler will der vor­rü­cken­den Roten Armee als letz­tes Auf­ge­bot einen mensch­li­chen „Schutz­wall“ ent­ge­gen­stel­len.

Aber die Deut­schen sind schon längst kriegs­mü­de und haben Angst. „Heil Hit­ler“ — der „Deut­sche Gruß” — ver­schwin­det als Begrü­ßungs­for­mel.

Hit­ler for­dert den Kampf bis zum Untergang.

1945: Der Untergang

Als am 12. April 1945 US-ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­dent Frank­lin D. Roo­se­velt über­ra­schend stirbt, froh­lockt Hit­ler für kur­ze Zeit und hofft auf den Zer­fall der alli­ier­ten Koali­ti­on sei­ner Kriegs­geg­ner.

Zu sei­nem Geburts­tag am 20. April emp­fängt er Gäs­te im Füh­rer­bun­ker. Hit­ler wird 56 Jah­re alt und ist geis­tig und kör­per­lich ein Wrack.

Als er erfährt, dass SS-Ober­grup­pen­füh­rer Felix Stei­ner den befoh­le­nen Ent­satz­an­griff sei­ner Armee­grup­pe in der Schlacht um Ber­lin als undurch­führ­bar ver­wei­gert hat, erlei­det er am 22. April einen Ner­ven­zu­sam­men­bruch.

Am 25. April 1945 rei­chen sich auf der zer­stör­ten Elb­brü­cke bei Tor­gau Sol­da­ten der 90. US-Infan­te­rie­di­vi­si­on und der sowje­ti­schen Gard­e­di­vi­si­on die Hand. Ost- und West­front sind jetzt ver­eint, Ber­lin von der Roten Armee eingekesselt.

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Filmcover von „Der Untergang“ über die letzten Tage des NS-Regimes im Führerbunker

Die letzten Tage im Führerbunker

Der gan­ze Irr­witz des natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Sys­tems in einem Film nach einem Tat­sa­chen­ro­man von Joa­chim Fest.

Mit Bru­no Ganz als Hit­ler, die bril­lan­te Corin­na Har­fouch als Mag­da Goeb­bels und Alex­an­dra Maria Lara als Traudl Jun­ge.

Auch als Prime Video*


Himmler fällt in Ungnade

Am 28. April 1945 wird Hit­ler zuge­tra­gen, dass Himm­ler Geheim­ver­hand­lun­gen mit den Alli­ier­ten über einen Sepa­rat­frie­den führt — er bie­tet an, das Leben von KZ-Häft­lin­gen im Aus­tausch für Frie­dens­ver­hand­lun­gen mit den West­mäch­ten zu schon. Hit­ler lässt dar­auf­hin Himm­lers Kon­takt­mann Herr­mann Fege­lein, den Schwa­ger sei­ner Gelieb­ten Eva Braun, ver­haf­ten und erschießen.


Am 29. April ver­brei­tet sich die Nach­richt von der Erschie­ßung des ita­lie­ni­schen „Duce“ Beni­to Mus­so­li­ni und der Miss­hand­lung sei­ner Lei­che.

Am 30. April hei­ra­tet Hit­ler sei­ne Lebens­ge­fähr­tin Eva Braun.
Danach dik­tiert er sein poli­ti­sches Tes­ta­ment.

Er ernennt sei­nen treu­en Gefolgs­mann und Hard­li­ner, den Ober­be­fehls­ha­ber der deut­schen Kriegs­ma­ri­ne, Groß­ad­mi­ral Karl Dönitz, zu sei­nem Nach­fol­ger als Reichs­prä­si­den­ten und Ober­be­fehls­ha­ber der Wehr­macht.
Joseph Goeb­bels soll neu­er Reichs­kanz­ler wer­den. Göring und Himm­ler wer­den aus der NSDAP aus­ge­schlos­sen.

Die Deut­schen ruft er zur unbe­ding­ten Fort­set­zung des Krie­ges, zur Ein­hal­tung der Nürn­ber­ger Ras­sen­ge­set­ze und zur wei­te­ren „Ver­nich­tung“ der Juden auf.

Er ver­teilt Ampul­len mit Zyan­ka­li und ver­gif­tet sei­ne Schä­fer­hün­din.

Am Nach­mit­tag zieht sich Hit­ler mit Eva Braun zurück.
Sie schluckt Gift, er erschießt sich.

Einen Tag spä­ter, am 1. Mai 1945, ver­gif­tet Mag­da Goeb­bels im Füh­rer­bun­ker ihre sechs klei­nen Kinder.

Die sechs getöteten Kinder von Magda und Joseph Goebbels im Mai 1945

Foto aus der sowje­ti­schen Wochen­schau 1945: Die sechs getö­te­ten Goeb­bels-Kin­der Mai 1945

1945: Wolfszeit

Exak­te Schät­zun­gen gibt es nicht, aber es wird ver­mu­tet, dass etwa 60 Mil­lio­nen Men­schen ihr Leben ver­lo­ren haben. Unge­zählt blei­ben die Mil­lio­nen, die ver­letzt, obdach­los, ver­trie­ben, depor­tiert oder inhaf­tiert wur­den.

4474 Tage dau­er­te das „1000-jäh­ri­ge Reich” auf deut­schem Boden. Dann brach es am 8. Mai 1945 in einem Infer­no aus Blut, Trä­nen und Mil­lio­nen Toten zusam­men.

Und nie­mand weiß, wie es jetzt wei­ter­ge­hen soll …

Mehr lesen:

In den Augen der meis­ten Ein­hei­mi­schen sind die Flücht­lin­ge die „Pola­cken“, die ihnen das Weni­ge, das sie nach dem ver­lo­re­nen Krieg noch haben, weg­neh­men wol­len. Heu­te hal­ten Wirt­schafts­his­to­ri­ker die Flücht­lings­wel­le nach dem Krieg für eine der wich­tigs­ten Grund­la­gen des  „Wirt­schafts­wun­ders“ — wich­ti­ger noch als der Mar­shall-Plan und Lud­wig Erhard.
Ihr Flücht­lin­ge

Copy­right: Agen­tur für Bild­bio­gra­phien, www​.bild​bio​gra​phien​.de 2015, über­ar­bei­tet 2026


Buchempfehlungen

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Buchcover „Hitlerwetter“ von Tillmann Bendikowski über den Alltag im Nationalsozialismus

Die Deut­schen ver­eh­ren ihren „Füh­rer”

dafür braucht es ab Mit­te der 1930er Jah­re nicht mal mehr Pro­pa­gan­da und Stürm­er­het­ze.
Der Jour­na­list und His­to­ri­ker Till­mann Ben­di­kow­ski über das nor­ma­le Leben der Volks­ge­nos­sin­nen und Volks­ge­nos­sen, ihr All­tag zwi­schen Pro­pa­gan­da, Volks­ge­mein­schaft und Füh­rer­kult. Der All­tag in die­ser Zeit — und die Psy­cho­lo­gie, die hin­ter die­ser „Füh­rer­lie­be” steck­te. Sehr lesenswert!


Buch „Acht Tage im Mai“ über die letzte Woche des Dritten Reiches von Volker Ullrich

Als das „Drit­te Reich” unter­ging: Die letz­ten acht Tage

Die Nie­der­la­ge ist besie­gelt – doch die NS-Füh­rung klam­mert sich bis zuletzt an Macht und Illu­sio­nen.
Vol­ker Ull­rich zeigt, wie Himm­ler, Göring und Speer ihre eige­ne Haut zu ret­ten ver­su­chen, wäh­rend Mil­lio­nen Men­schen die Fol­gen des Zusam­men­bruchs erlei­den. Ein viel­schich­ti­ges Pan­ora­ma jener acht Tage, in denen das NS-Regime zer­fiel und die Nach­kriegs­zeit begann.


Buch „1945“ von Volker Heise über das Kriegsende und den Neuanfang in Deutschland

1945: Chro­nik eines Schicksalsjahres

Vol­ker Hei­ses Buch 1945 rekon­stru­iert das Jahr vom Sil­ves­ter­abend 1944 bis zum Jah­res­en­de 1945.
Tage­bü­cher, Brie­fe, Erin­ne­run­gen und Archiv­ma­te­ri­al ver­bin­den per­sön­li­che Schick­sa­le zu einem viel­stim­mi­gen Pan­ora­ma zwi­schen Kriegs­ka­ta­stro­phe, Flucht, Zer­stö­rung und einem unge­wis­sem Neuanfang.


Buch Wolfszeit von Harald Jähner über Deutschland und die Deutschen von 1945 bis 1955

Die Deut­schen nach 1945: Jen­seits der „Stun­de Null“

Der Krieg ist vor­bei – aber wie soll es jetzt wei­ter­ge­hen?
Harald Jäh­ner zeigt, wie sich im Nach­kriegs­deutsch­land neue Lebens­for­men und Macht­ver­hält­nis­se her­aus­bil­de­ten: Frau­en orga­ni­sier­ten den All­tag, Flücht­lin­ge kämpf­ten um Aner­ken­nung, wäh­rend vie­le Deut­sche ihre Schuld ver­dräng­ten.

Wolfs­zeit durch­bricht die ver­trau­ten Erzäh­lun­gen vom Neu­be­ginn und macht sicht­bar, wie wider­sprüch­lich die Gesell­schaft war, die da ent­stand — und wie sie Deutsch­land bis heu­te prägt.


GEO Epoche Deutschland unter dem Hakenkreuz Teil 2 – Hitlers Weg in den Krieg 1937 bis 1939

GEO Epo­che: Deutsch­land unter dem Haken­kreuz – Der Weg in den Krieg

Wie berei­te­te Hit­ler Deutsch­land auf den Krieg vor – und war­um reg­te sich so wenig Wider­stand?
GEO Epo­che beleuch­tet die Jah­re 1937 bis 1939 in reich bebil­der­ten, fun­dier­ten Bei­trä­gen: von Hit­lers Berg­hof und den natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Macht­fan­ta­sien über das Münch­ner Abkom­men bis zur Reichs­po­grom­nacht. Eine ein­drucks­vol­le his­to­ri­sche Doku­men­ta­ti­on über Ver­füh­rung, Gewalt und die letz­ten Schrit­te in die Katastrophe.


Buchcover von Götz Aly: Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 bis 1945

Wie konn­te das geschehen?

Götz Aly fragt, wie die natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Herr­schaft zwi­schen 1933 und 1945 gesell­schaft­li­che Zustim­mung gewin­nen und Mil­lio­nen Men­schen zu Mit­ma­chern, Mit­wis­sern oder Voll­stre­ckern machen konn­te.

Er ver­bin­det poli­ti­sche Herr­schaft, sozia­le Inter­es­sen, Pro­pa­gan­da, Krieg und Ver­bre­chen – und zeigt, wie aus Anpas­sung und Zustim­mung schließ­lich eine Gesell­schaft wur­de, die bis zum Unter­gang in das NS-Sys­tem ver­strickt blieb. Sehr lesenswert!


Von Bismarck zu Hitler von Sebastian Haffner – deutsche Geschichte von 1871 bis 1945

Die gro­ßen Lini­en in der deut­schen Geschichte

Wie konn­te aus dem deut­schen Kai­ser­reich weni­ge Jahr­zehn­te spä­ter Hit­lers Dik­ta­tur ent­ste­hen?
Sebas­ti­an Haff­ner erzählt die deut­sche Geschich­te von 1871 bis 1945 bril­lant, ver­ständ­lich und erschre­ckend aktu­ell — klug ana­ly­siert, fes­selnd geschrie­ben und vol­ler über­ra­schen­der Ein­sich­ten. Ein Klas­si­ker für alle, die die poli­ti­schen und gesell­schaft­li­chen Abgrün­de hin­ter dem deut­schen Weg ins 20. Jahr­hun­dert ver­ste­hen wollen.


Weiterführende Beiträge Geschichte & Psychologie

Deutsch­land 1937: Das „Drit­te Reich“ ist für vie­le Deut­sche zu einer Art „Wohl­fühl­dik­ta­tur“ gewor­den mit Voll­be­schäf­ti­gung und Volks­ge­mein­schaft. Nur die Angst vor einem mög­li­chen neu­en Krieg trübt die gute Stim­mung. Die Angst ist real: Im Novem­ber 1937 spricht der „Füh­rer” erst­mals im klei­nen Kreis über den kon­kre­ten Zeit­plan eines kom­men­den Krie­ges (auf­ge­zeich­net als „Hoß­bach-Pro­to­koll”)
Deutsch­land 1937: Der Weg in den Zwei­ten Weltkrieg

Joseph Goeb­bels: Der Reichs­pro­pa­gan­da­mi­nis­ter ver­stand es, sich selbst, sei­ne Frau und sei­ne sechs Kin­der in Sze­ne zu set­zen — und neben­bei als ‘Bock vom Babels­berg’ ein anstren­gen­des Zweit­le­ben zu füh­ren. Über eine der schil­lernds­ten und merk­wür­digs­ten Paa­re des ‘Drit­ten Reichs’ — Joseph und Mag­da Goeb­bels.
Mag­da Goeb­bels (2): “Der Bock von Babelsberg”

All­tag im „Drit­ten Reich”: Wäh­rend die Deut­schen im „Drit­ten Reich“ finan­zi­ell gera­de so über die Run­den kom­men, viel Geld für die ver­schie­de­nen NS-Orga­ni­sa­tio­nen spen­den (müs­sen) und müh­sam auf klei­ne Annehm­lich­kei­ten wie ein eige­nes Rund­funk­ge­rät spa­ren, gibt es einen Mann, der im NS-Staat immer rei­cher wird. Es ist der „Füh­rer“ selbst – Adolf Hit­ler.
Hit­lers Mil­lio­nen: Wie sich der „Füh­rer“ an Deutsch­land bereicherte

Kriegs­wirt­schaft: 1938 geht es den Deut­schen wirt­schaft­lich so gut wie nie, aber das „Drit­te Reich“ steht kurz vor der Staats­plei­te. Aller­höchs­te Zeit für die ‘Kriegs­wirt­schaft’ im Drit­ten Reich: spa­ren, plün­dern und ver­nich­ten
Krieg, Hun­ger und Ver­nich­tung: Adolf Hit­ler, die deut­sche Wirt­schaft und der 2. Weltkrieg

Adolf Hit­ler und sei­ne Anhän­ger: Schlä­ge und Schwei­gen, Ver­drän­gen und Neu-Insze­nie­ren sind die Mus­ter, mit denen die ‘Erzie­hung mit har­ter Hand’ von einer Gene­ra­ti­on an die nächs­te wei­ter­ge­ge­ben wird. Über Ali­ce Mil­ler, Hit­lers Mit­läu­fer und Mör­der — und über schwar­ze Päd­ago­gik, die aus Opfern Täter macht.
Die Erlaub­nis zu hassen

Hit­lers Krieg: Der „Gröfaz“ (größ­ter Feld­herr aller Zei­ten) war ein lau­si­ger Mili­tär­stra­te­ge. Ihm waren Wet­ter, Weg­stre­cken und Boden­be­schaf­fen­heit völ­lig egal. Im 2. Welt­krieg trifft er meh­re­re schwer­wie­gen­de Fehl­ent­schei­dun­gen und ver­zockt dadurch sein anfäng­li­ches Kriegs­glück.
Hit­lers Krieg: Größ­ter Feld­herr aller Zeiten?


Link­emp­feh­lung

Ope­ra­ti­on “Mar­ket Gar­den” 1944: Die Brü­cke von Arn­heim
Welt Geschich­te: 35.000 Fall­schirm­jä­ger soll­ten den Krieg beenden


Bild­nach­wei­se

Nach Kriegs­en­de, Heil­bronn 1945 (After the end of the war, 1945). Foto: US Army, Public Domain. Titel­ge­stal­tung: Gene­ra­tio­nen­ge­spräch
Gebrauchs­an­wei­sung für die Volks­gas­mas­ke, Herbst 1937. His­to­ri­sches Doku­ment aus der NS-Zeit. Quel­le: Gene­ra­tio­nen­ge­spräch.
Beset­zung der Tsche­cho­slo­wa­kei durch die deut­schen Trup­pen, Okto­ber 1938, Bun­des­ar­chiv, Bild 183-H13160 / unbe­kann­ter Foto­graf; Scherl / Welt­bild. Lizenz: CC BY-SA 3.0. Bear­bei­tung: Gene­ra­tio­nen­ge­spräch.
Unity Mit­ford, 9. Novem­ber 1937, Foto­graf: unbe­kannt für Bass­a­no Ltd, Natio­nal Por­trait Gal­lery, Lon­don (NPG x26625), Public Domain. Bear­bei­tung: Gene­ra­tio­nen­ge­spräch.
Lon­don am 7. Sep­tem­ber 1940: Rauch über den Docks nach einem deut­schen Luft­an­griff. Foto: New York Times Paris Bureau Coll­ec­tion, 7. Sep­tem­ber 1940. Natio­nal Archi­ves and Records Admi­nis­tra­ti­on (NARA), NAID 541917. Gemein­frei in den USA (Public Domain, U.S. Govern­ment-Mar­kie­rung); Quel­le: Wiki­me­dia Com­mons. Bear­bei­tung: Gene­ra­tio­nen­ge­spräch.
Bei Tar­go­wi Sawod, Novem­ber 1941: „Vor­marsch unse­rer Trup­pen durch die Win­ter­land­schaft vor Mos­kau. Die Wege sind gefro­ren und trotz der Käl­te geht es leicht vor­wärts.“ (Kriegs­be­rich­ter Cusi­an, 21.11.1941). Quel­le: Bun­des­ar­chiv, Bild 183-L20813 / Albert Cusi­an / CC-BY-SA 3.0. Bear­bei­tung: Gene­ra­tio­nen­ge­spräch.
Sowje­ti­sche Sol­da­ten in Sta­lin­grad (Janu­ar 1943), Bun­des­ar­chiv, Bild 183-P0613-308 / CC BY-SA 3.0 DE. Quel­le: Wiki­me­dia Com­mons. Bild­aus­schnitt bear­bei­tet und mit Titel-Over­lay ver­se­hen.
„Ost­preu­ßen, Flücht­ling­treck“ von Bun­des­ar­chiv, Bild 146‑1976–072–09 / CC BY-SA 3.0 DE. Quel­le: Wiki­me­dia Com­mons. Bild­aus­schnitt bear­bei­tet und mit Titel-Over­lay ver­se­hen.
Die sechs getö­te­ten Kin­der von Mag­da und Joseph Goeb­bels, Sowje­ti­sche Wochen­schau, 1945. Fotograf/Urheber nicht angegeben.


Generationengespräch

Geschich­te und Psy­cho­lo­gie
Ver­gan­ge­nes ver­ste­hen, um mit der Zukunft bes­ser klar zu kommen.


Geschichte und Psychologie Vergangenheit verstehen um mit der Zukunft besser klar zu kommen
Dr. Susanne Gebert

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Die Ver­gan­gen­heit ver­ste­hen, um mit der Zukunft bes­ser klar zu kommen

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Susan­ne Autorin bei Gene­ra­tio­nen­ge­spräch & Agen­tur für Bildbiographien
Dr. Susan­ne Gebert schreibt über Psy­cho­lo­gie, Fami­li­en­ge­schich­te und emo­tio­na­le Prä­gun­gen. In ihrem Blog „Gene­ra­tio­nen­ge­spräch“ zeigt sie, wie unse­re Kind­heit uns formt – und wie wir uns von alten Mus­tern lösen können. 

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