Appeasement: Wie Hitler Großbritannien täuschte

Das 20. Jahrhundert

Appeasement: Hitler und die Briten


Ein abge­dank­ter König, sei­ne ehr­gei­zi­ge Frau und ein gefähr­li­cher Flirt mit dem Faschis­mus: Wie Edward VIII. und Wal­lis Simpson in den Bann Hit­lers gerie­ten – und war­um Groß­bri­tan­ni­en lan­ge hoff­te, den Dik­ta­tor durch Appease­ment und Zuge­ständ­nis­se besänf­ti­gen zu kön­nen.

Eine Geschich­te über Macht, Ver­blen­dung und die fata­le Hoff­nung, den Frie­den durch Beschwich­ti­gung ret­ten zu können.

Edward VIII. und Wallis Simpson bei Adolf Hitler auf dem Berghof 1937 – Beitragsbild zu Appeasement

Appeasement: Vom Charme des Diktators und der Macht der Beschwichtigung

Appease­ment bedeu­tet wört­lich „Beschwich­ti­gung“.
His­to­risch bezeich­net der Begriff vor allem die bri­ti­sche Außen­po­li­tik der 1930er-Jah­re: Lon­don und Paris ver­such­ten, Adolf Hit­ler mit poli­ti­schen Zuge­ständ­nis­sen zu beschwich­ti­gen – in der Hoff­nung, einen wei­te­ren Welt­krieg zu ver­hin­dern.

Die Moti­ve für ihre Appease­ment-Poli­tik waren viel­fäl­tig und beruh­ten kei­nes­wegs nur auf Sym­pa­thie oder einer nai­ven Fehl­ein­schät­zung der wah­ren Absich­ten Hit­lers.

Aber die Erin­ne­rung an die Mil­lio­nen Toten des Ers­ten Welt­kriegs saß tief, die Welt­wirt­schafts­kri­se hat­te Groß­bri­tan­ni­en und Frank­reich geschwächt, und die mili­tä­ri­sche Vor­be­rei­tung auf einen neu­en Krieg berei­te­te erheb­li­che Pro­ble­me. Vie­le Men­schen woll­ten den Frie­den bewah­ren – und hoff­ten, dass Ver­hand­lun­gen und Kom­pro­mis­se einen wei­te­ren euro­päi­schen Krieg ver­hin­dern könn­ten.

Doch Hit­ler ver­stand Zuge­ständ­nis­se nicht als Ein­la­dung zu einer dau­er­haf­ten Ver­stän­di­gung, son­dern als Zei­chen der Schwä­che.

Er nutz­te die Beschwich­ti­gungs-Poli­tik, um sei­ne Posi­ti­on aus­zu­bau­en und wei­te­re For­de­run­gen durch­zu­set­zen. Was als Ver­such begann, einen Krieg zu ver­hin­dern, ent­wi­ckel­te sich zu einer fol­gen­schwe­ren Fehl­ein­schät­zung.

Die Geschich­te der Appease­ment-Poli­tik erzählt des­halb nicht nur von diplo­ma­ti­schen Irr­tü­mern. Sie han­delt auch von Macht, Selbst­täu­schung und der Fra­ge, war­um Men­schen Warn­zei­chen über­se­hen, wenn sie an eine ver­meint­lich ver­nünf­ti­ge Lösung glau­ben wollen.


Der Weg zur Hölle

„ … Der Weg zur Höl­le, sagt das Sprich­wort, ist mit guten Vor­sät­zen gepflas­tert.
Freund­li­cher lässt sich nicht bewer­ten, wie die west­li­chen Demo­kra­tien ver­su­chen, mit Hit­ler umzu­ge­hen. Ihre fehl­ge­lei­te­ten Ver­su­che, Deutsch­lands expan­sio­nis­ti­schen Drang ent­ge­gen­zu­tre­ten, ver­schaff­ten Hit­ler die Mög­lich­keit, Ereig­nis­se zu dik­tie­ren, auf die sie nur kraft­los reagie­ren konn­ten.

Auf ihre Zuge­ständ­nis­se ant­wor­te­te er wie ein Erpres­ser, er ver­lang­te mehr. Das übri­ge Euro­pa schau­te immer ängst­li­cher zu. Über­all wur­den Vor­be­rei­tun­gen auf einen Krieg getrof­fen, der sehr gefürch­tet, doch mehr erwar­tet wur­de.“

Aus: Ian Kers­haw, Höl­len­sturz: Euro­pa 1914 bis 1949*


Hitlers Werben um Großbritannien: Pilgerreisen und ein britischer Ex-König

Das bri­ti­sche Estab­lish­ment hat in den 1930er Jah­ren gro­ße Schwie­rig­kei­ten, eine pas­sen­de Hal­tung zum Drit­ten Reich zu fin­den. 

Das liegt auch an Hit­lers umfas­sen­der Charme-Offen­si­ve, denn nach der „Macht­er­grei­fung“ wirbt er hart­nä­ckig für ein umfas­sen­des deutsch-bri­ti­sches Bünd­nis. Die bri­ti­sche Ober­schicht – und nur die – ist in sei­nem Welt­bild dem deut­schen „Her­ren­men­schen“ „ras­sisch“ eben­bür­tig.

Ab dem Jahr 1934 fin­den soge­nann­te „Pil­ger­rei­sen“ statt, bri­ti­sche Adli­ge, Poli­ti­ker, Jour­na­lis­ten und Indus­tri­el­le berei­sen auf Ein­la­dung des brau­nen Regimes das natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Deutsch­land.

Zu Besuch in Ber­lin und auf Hit­lers gelieb­ten Berg­hof bei Berch­tes­ga­den wer­den sie vom „Füh­rer” per­sön­lich emp­fan­gen, umschmei­chelt und hofiert, um sie für sei­ne Bünd­nis-Idee zu erwärmen.

Historische Außenaufnahme von Adolf Hitlers Berghof am Obersalzberg im September 1936

Der Berg­hof Pho­to of the Berg­hof from a tou­rist.
Till­mann Vogt, 22 Sep­tem­ber 1936, Till­mann Vogt, CCBY-SA 4.0

Sympathien, Konspiration und Verrat: Britische Hitler-Bewunderer

Auf der Insel scheint man zumin­dest in Tei­len der Upper­class nicht völ­lig abge­neigt zu sein, mit den neu­en Macht­ha­bern im „Reich” enger zu koope­rie­ren.

Es gibt eini­ge Hit­ler-Bewun­de­rer unter ihnen; vie­le bli­cken nach der „Macht­er­grei­fung” 1933 vol­ler Stau­nen und manch­mal auch nei­disch auf die schein­bar auf­blü­hen­de „Volks­ge­mein­schaft” in Hit­lers Deutsch­land.

Einer der pro­mi­nen­tes­ten blau­blü­ti­gen Hit­ler-Fans ist der bri­ti­sche Kurz­zeit-König Edward VIII., Uren­kel von Queen Vic­to­ria und Prinz Albert und ein Onkel der 2021 ver­stor­be­nen Queen Eliza­beth II.

Edward und Gat­tin Wal­lis waren ver­mut­lich mehr als nur fas­zi­niert: Ein FBI-Bericht von 1941 spricht von „Sym­pa­thien, Kon­spi­ra­ti­on und Ver­rat“.

Edward soll sogar gehofft haben, nach einem deut­schen Sieg als König von Hit­lers Gna­den auf den bri­ti­schen Thron zurückzukehren.

Edward VIII. und Wallis Simpson: Der Herzog und seine Herzogin bei Hitler

Der bri­ti­sche König Edward VIII. hat­te im Dezem­ber 1936 abdan­ken müs­sen, um Wal­lis Simpson hei­ra­ten zu kön­nen.

Edward wäre ger­ne trotz sei­ner Hoch­zeit mit Wal­lis — einer etwas undurch­sich­ti­gen und außer­dem zwei­fach geschie­de­nen Ame­ri­ka­ne­rin — König geblie­ben. Er hat sich kei­nes­wegs damit abge­fun­den, dass er und Wal­lis Groß­bri­tan­ni­en sogar ver­las­sen muss­ten, um hei­ra­ten zu kön­nen.

Die Miss­ach­tung sei­ner Frau bestimmt seit­dem Edwards Leben.
Seit ihrer Hoch­zeit kämpft er um ihren könig­li­chen Sta­tus. Die Royals ver­wei­gern ihn.

Nur Hit­lers Deutsch­land kommt sei­nem Wunsch nach: Bei ihrer Deutsch­land-Rei­se im Okto­ber 1937 wird Wal­lis wie eine Köni­gin empfangen.

Der Herzog und die Herzogin von Windsor mit Adolf Hitler auf dem Berghof am 22. Oktober 1937

Zum Tee bei Herrn Hit­ler: Der Her­zog und die Her­zo­gin von Wind­sor zu Besuch bei Hit­ler auf dem Berg­hof, Okto­ber 1937

Zwar fin­det die Rei­se des Dukes und der Duch­ess of Wind­sor erst ein knap­pes Jahr nach sei­ner Abdan­kung statt, ein Poli­ti­kum ist sie trotz­dem.

Die könig­li­chen Fami­lie zuhau­se in Groß­bri­tan­ni­en ist not amu­sed und fin­det Edwards Besuch bei Hit­ler in etwa so hilf­reich wie sei­ne Hoch­zeit mit Wal­lis. Näm­lich gar nicht.

Schon gar nicht, weil sich das Paar neben dem „Füh­rer“ ste­hend auch noch mit zum „Hit­ler­gruß“ erho­be­nen Armen foto­gra­fie­ren lässt.

Großbritanniens Flirt mit dem Nationalsozialismus

Edward, so heißt es, habe sei­ne erzwun­ge­ne Abdan­kung 1936 nie ver­wun­den und füh­le sich als ver­sto­ße­ner Paria der könig­li­chen Fami­lie.

Das Ver­hält­nis zu den Royals ist seit­dem mehr als ange­spannt: Sei­ne Schwä­ge­rin Eliza­beth Bowes-Lyon, bes­ser bekannt als die fröh­li­che und Gin-trin­ken­de „Queen Mum”, sprach über Wal­lis zum Bei­spiels zeit­le­bens nur von „die­se Frau“.

Zur Wahr­heit gehört aber auch, dass Edward ein „moder­ner König“ sein woll­te, wie er in einem BBC-Inter­view 1969, drei Jah­re vor sei­nem Tod, sagt.

Gemein­sam mit Wal­lis führt er zwar ein luxu­riö­ses Jet-Set Leben, aber die Belan­ge der Ärms­ten und sozi­al Benach­tei­lig­ten waren ihm nicht egal.

Oswald Mosley und Diana Mitford beim Marsch der Blackshirts zum Londoner East End 1936

Faschis­mus als euro­pa­wei­ter Kult — auch in Groß­bri­tan­ni­en: Hail Mos­ley! Der bri­ti­sche Flirt mit dem Nationalsozialismus

Wäh­rend sei­ner kur­zen unge­krön­ten Regent­schaft besucht er die Slums von Lon­don und die Koh­le­mi­nen in Süd­wales, wo er sieht, unter wel­chen pre­kä­ren und oft men­schen­un­wür­di­gen Bedin­gun­gen ein gro­ßer Teil sei­ner Unter­ta­nen leben und arbei­ten muss.

Bei einem die­ser Besu­che ent­fährt ihm ein „Some­thing must be done“ („Es muss etwas getan wer­den“) — eine Bemer­kung, die einem bri­ti­schen König nicht zusteht. 

Die kon­ser­va­ti­ve Regie­rung ist zutiefst besorgt und man fürch­tet, dass Edward sich in die Poli­tik des Lan­des ein­mi­schen könn­te, statt sein Amt als König wie es sich gehört neu­tral als kon­sti­tu­tio­nel­ler Mon­arch aus­zu­füh­ren.

War Edward VIII. ein Lan­des­ver­rä­ter? Oder ein ver­hin­der­ter Erneue­rer?

Denn genau das — Erneue­rung — ist die Idee, die den Faschis­mus in den 1930er Jah­ren für vie­le so anzie­hend macht.

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Buchcover von „Winter der Welt“ von Ken Follett

Winter der Welt

Ken Fol­letts packen­de Fami­li­en-Saga „Win­ter der Welt“ ist der zwei­te Teil sei­ner Jahr­hun­dert-Tri­lo­gie, in dem er den Weg in den Abgrund des Zwei­ten Welt­kriegs erzählt.

Die dra­ma­ti­schen poli­ti­schen Ereig­nis­se, das All­tags­le­ben und die gesell­schaft­li­chen Ver­än­de­run­gen die­ser beweg­ten Zeit: Zeit­ge­schich­te sehr anschau­lich in einem lesens- bzw. hörens­wer­ten Roman.

Die britische Appeasement-Politik: Provokationen, Nadelstiche und der Wunsch nach Frieden

Anders als der Rest der Welt scheint das „Drit­te Reich” nach Hit­lers Macht­er­grei­fung 1933 dage­gen wirt­schaft­lich wie ein Phö­nix aus der Asche auf­zu­stei­gen.

Was nie­mand sieht (oder sehen will), ist, dass das deut­sche Wirt­schafts­wun­der nichts ande­res als die her­auf­zie­hen­de Göt­ter­däm­me­rung eines neu­en Welt­krie­ges ist.

Unter dem Deck­män­tel­chen von Auto­bahn­bau und „Arbeits­schlach­ten“, glück­li­chen Volks­ge­nos­sen und Voll­be­schäf­ti­gung wird nach der Macht­er­grei­fung die Rüs­tungs­in­dus­trie hoch­ge­fah­ren und die Staats­ver­schul­dung in schwin­del­erre­gen­de Höhen geschraubt.

Was so gut wie nie­mand weiß: Deutsch­lands angeb­li­ches Wirt­schafts­wun­der ist auf unge­deck­ten Mefo-Wech­seln und heim­li­chen Kriegs­vor­be­rei­tun­gen gebaut.

Öko­no­misch steht Deutsch­land ab 1936 mit dem Rücken an der Wand.
Um die Staats­plei­te abzu­wen­den, gibt es in Hit­lers Augen nur einen Aus­weg: Krieg.

1937 wichtige Ereignisse Deutschland Generationengespräch

Volks­ge­mein­schaft statt But­ter, Volks­wa­gen und Aut­ar­kie: Deutsch­land 1937: Der Weg in den Zwei­ten Weltkrieg

Im Novem­ber 1937 fin­det in der Reichs­kanz­lei in Ber­lin eine Geheim­kon­fe­renz statt, bei der es eigent­lich um die Ver­tei­lung der knap­pen Roh­stof­fe gehen soll.

Aber Hit­ler kommt in Fahrt und erklärt in einem vier­stün­di­gen Mono­log sei­ne außen­po­li­ti­schen Zie­le.

Für den „Füh­rer” gibt es kein Zurück mehr.

Hit­ler hat leich­tes Spiel: Dank Appease­ment und einer bemer­kens­wer­ten Unei­nig­keit unter den Mäch­ten des Ver­sailler Ver­trags stößt er nur auf wenig Wider­stand.

Den Rest erle­digt man mit Pro­vo­ka­ti­on und poli­ti­schen Nadelstichen.

Junkers Ju 88 im Bau in einer deutschen Flugzeugfabrik

Jun­kers Ju 88 im Bau: Die indus­tri­el­le Flug­zeug­pro­duk­ti­on war ein wich­ti­ger Teil der deut­schen Auf­rüs­tung im Drit­ten Reich. Bild­nach­weis: Bun­des­ar­chiv, Bild 146‑1976–097–22 / CC BY-SA 3.0, „Flug­zeug Jun­kers Ju 88, Bau“, Foto­graf: unbekannt.

Das Münchener Abkommen 1938: Frieden um jeden Preis?

Wäh­rend Euro­pas poli­ti­sche Eli­ten unter bri­ti­scher Füh­rung hof­fen, Hit­ler durch Zuge­ständ­nis­se besänf­ti­gen zu kön­nen, nutzt der deut­sche „Füh­rer” jede Kon­zes­si­on als Ein­la­dung für sei­ne nächs­te For­de­rung.

Im März 1935 ver­kün­det Deutsch­land die Wie­der­auf­rüs­tung und führt die Wehr­pflicht wie­der ein – bei­des Ver­stö­ße gegen den Ver­sailler Ver­trag. Die Reak­tio­nen? Ver­hal­te­ner Pro­test.

Ein Jahr spä­ter mar­schie­ren deut­sche Trup­pen ins ent­mi­li­ta­ri­sier­te Rhein­land ein. Die Reak­ti­on Groß­bri­tan­ni­ens: nichts. „Die Deut­schen gehen ja nur in ihren eige­nen Hin­ter­gar­ten“, kom­men­tiert der bri­ti­sche Poli­ti­ker Lord Lothi­an. Hit­ler ist ermu­tigt.

„Wären die Fran­zo­sen damals ins Rhein­land ein­ge­rückt”, wird Hit­ler spä­ter sagen, „dann hät­ten wir uns mit Schimpf und Schan­de wie­der zurück­zie­hen müs­sen”.

1938 folgt das Mün­che­ner Abkom­men: Groß­bri­tan­ni­en und Frank­reich über­las­sen Hit­ler das Sude­ten­land – ohne Betei­li­gung der Tsche­cho­slo­wa­kei.

Neville Cham­ber­lain, bri­ti­scher Pre­mier und bis heu­te Sym­bol der bri­ti­schen Appease­ment-Poli­tik, kehrt von den Ver­hand­lun­gen mit Hit­ler zurück und erklärt: „Peace for our time.“ Die Men­schen in ganz Euro­pa — auch in Deutsch­land — atmen auf.


Appeasement: Das Münchener Abkommen 1938

„ … Dal­adier schlug erwar­tungs­voll den Man­tel­kra­gen hoch, als er in Paris aus dem Flug­ha­fen­ge­bäu­de schritt, wegen mög­li­cher Eier­wer­fer. Doch star­ker Bei­fall kam auf. »Die Idio­ten«, zisch­te der fran­zö­si­sche Regie­rungs­chef zu einem Beglei­ter.“

Aus: SPIEGEL Poli­tik: Der Griff nach dem letz­ten Grasbüschel


Die letzten Schritte in den Zweiten Weltkrieg

Bis zum Aus­bruch des Zwei­ten Welt­kriegs im Sep­tem­ber 1939 hat­te Hit­ler es geschafft, gro­ße Tei­le Euro­pas durch Bluff, Erpres­sung und poli­ti­sche Tak­tik unter sei­ne Kon­trol­le zu brin­gen – ohne dass Groß­bri­tan­ni­en oder Frank­reich ein­schrit­ten.

Das ändert sich, als Hit­ler weni­ge Mona­te nach dem Münch­ner Abkom­men, im März 1939, die Zer­schla­gung der „Rest-Tsche­chei” anord­net und damit die letz­ten Illu­sio­nen über sei­ne angeb­li­chen Frie­dens­ab­sich­ten zerstört.

Ilse als junge Frau vor ihrem Elternhaus in Aussig in den frühen 1930er Jahren

Das Münch­ner Abkom­men und was danach kam: Münch­ner Abkom­men 1938: Trom­meln in der Nacht


In Lon­don und Paris ändert sich die Stim­mung. Und auch die Mehr­heit der bri­ti­schen und fran­zö­si­schen Bevöl­ke­rung ist jetzt nicht mehr bereit, jeden Preis für den Frie­den zu bezah­len.

Die nächs­te For­de­rung – die Rück­ga­be Dan­zigs – führt zur bri­ti­schen Garan­tie­er­klä­rung für Polen. Als Hit­ler Polen über­fällt, erklärt Lon­don dem „Drit­ten Reich” den Krieg.

Edward VIII. und Wallis Simpson: Vom Königshaus zur Gefahr für die Krone

Nur weni­ge Tage nach der bri­ti­schen Kriegs­er­klä­rung vom 3. Sep­tem­ber 1939 wird das abge­dank­te Königs­paar, der Duke und die Duch­ess of Wind­sor, in die Hei­mat zurück­be­or­dert. Doch was als sym­bo­li­scher Schul­ter­schluss in der Stun­de der Gefahr gedacht war, endet im Eklat: Nach nur drei Wochen ver­las­sen Edward und Wal­lis flucht­ar­tig Lon­don.

Sie zie­hen sich in ihre Vil­la nach Süd­frank­reich zurück – abge­schot­tet, gekränkt, und von der könig­li­chen Fami­lie wei­ter­hin kalt­ge­stellt. Vor allem Wal­lis Simpson, in Wind­sor-Krei­sen abschät­zig nur „die­se Frau“ genannt, bleibt die roya­le Außenseiterin.

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Wallis Simpson

„Ich wer­de nach Eng­land zurück­keh­ren und die Sache bis zum bit­te­ren Ende aus­fech­ten”, soll Wal­lis Simpson kurz nach der Abdan­kung ihres zukünf­ti­gen Ehe­manns Edward VIII. gesagt haben.

Wer war die­se Frau, die unbe­dingt Köni­gin wer­den woll­te?
Eine span­nen­de Bio­gra­fie und ein Blick hin­ter die Kulis­sen einer gro­ßen Liebesgeschichte: 

Ein König ohne Land – und eine Frau mit großen Plänen

Als die deut­sche Wehr­macht im Mai 1940 Frank­reich über­fällt und gro­ße Tei­le des Lan­des besetzt, weilt das Her­zog­paar noch immer in Süd­frank­reich.

Nach einer stra­pa­ziö­sen Flucht gelan­gen sie schließ­lich nach Por­tu­gal, von wo aus, so Edwards Hoff­nung, eine Wei­ter­rei­se nach Groß­bri­tan­ni­en mög­lich sein soll­te.

Doch Edwards klei­ner Bru­der, König Geor­ge VI., ver­wei­gert ihnen die Rück­kehr.

Statt­des­sen beauf­tragt er den neu­en bri­ti­schen Pre­mier Win­s­ton Chur­chill, sei­nem Bru­der den Pos­ten als Gou­ver­neur und Ober­be­fehls­ha­ber der klei­nen bri­ti­schen Kolo­nie Baha­mas anzu­bie­ten, einer der ver­schla­fens­ten Win­kel des bri­ti­schen Empires.

Man hofft, dass die bei­den dort, am ande­ren Ende der Welt, kei­nen Scha­den mehr anrich­ten kön­nen.

Edward und Wal­lis emp­fin­den die­ses Ange­bot als Affront.

Von der royalen Familienkrise zur nationalen Sicherheitsfrage

Da er nicht geneigt ist, Gou­ver­neur einer „dritt­klas­si­gen bri­ti­schen Kolo­nie“ (Edward) zu wer­den, lässt sich das her­zog­li­che Paar in einem Bade­ort nörd­lich von Lis­sa­bon nie­der und wohnt in einer Vil­la, die dem als Nazi-Sym­pa­thi­sant bekann­ten por­tu­gie­si­schen Ban­kier San­to Sil­va gehört.

Im Som­mer 1940, wäh­rend Frank­reich unter deut­scher Besat­zung lei­det und Groß­bri­tan­ni­en um sei­ne Exis­tenz ringt und sogar eine deut­sche Inva­si­on befürch­tet, genie­ßen Edward und Wal­lis einen Som­mer vol­ler Golf, Par­tys und mon­dä­ner Gesell­schaft.

Mehr und mehr stellt sich her­aus, dass Edwards Schwär­me­rei für den Faschis­mus mög­li­cher­wei­se viel mehr ist als eine ärger­li­che Anek­do­te in der an ärger­li­chen Anek­do­ten rei­chen Geschich­te des bri­ti­schen Königs­hau­ses.

Ein bri­ti­scher Agent, der das Paar im Auf­trag des MI6 beschat­tet, schlägt Alarm. Sei­ne Ein­schät­zung ist ein­deu­tig: „Sie sind fünf­te Kolon­ne.“

Berich­te ver­dich­ten sich, dass Edward und Wal­lis in hoch­ran­gi­gen Krei­sen Stim­mung gegen die bri­ti­sche Kriegs­füh­rung machen – und Ver­ständ­nis für Hit­ler zei­gen.

Groß­bri­tan­ni­en habe Frank­reich in einen Krieg gezwun­gen, den es ver­lo­ren habe — und tue jetzt gut dar­an, den Krieg gegen Hit­ler schnellst­mög­lich zu been­den, so der Her­zog und die Her­zo­gin laut einem Ohren­zeu­gen­be­richt.

Sind der ehe­ma­li­ge bri­ti­sche König und Gat­tin Wal­lis also doch über­zeug­te Nazis?

Oder nai­ve Oppor­tu­nis­ten, die nach wie vor an Appease­ment glau­ben? Mög­li­cher­wei­se spielt der ver­är­ger­te Edward aber auch nur mit den Gefüh­len sei­ner alten Hei­mat, die ihn so augen­schein­lich nicht mehr haben will.

Der Fluch der Karibik: „Edwards Elba”

Kurz dar­auf tau­chen wei­te­re bri­san­te Doku­men­te auf, die eine gefähr­lich gro­ße Nähe des Her­zogs und sei­ner Frau zu Hit­ler bele­gen.

Da Wal­lis Simpson unbe­dingt Köni­gin wer­den will, schmie­den NS-Stra­te­gen angeb­lich den Plan, Edward VIII. nach einem bri­ti­schen Frie­dens­schluss als Mario­net­ten-König auf den Thron zurück­zu­brin­gen, der bri­ti­sche Faschis­ten­füh­rer Oswald Mos­ley sol­le Pre­mier­mi­nis­ter wer­den.

Die bri­ti­sche Regie­rung ver­liert end­gül­tig das Ver­trau­en.

Pre­mier­mi­nis­ter Chur­chill for­dert das Paar mit Nach­druck auf, die ihnen zuvor ange­bo­te­ne Exil-Rol­le anzu­neh­men: Edward soll Gou­ver­neur der Baha­mas wer­den.

Die­ses Mal bit­tet Chur­chill nicht, son­dern droht dem Ex-König im Fall einer Wei­ge­rung mit dem Kriegs­ge­richt.

Im August 1940 tre­ten Edward und Wal­lis ihre Ver­ban­nung an.

Die tro­pi­sche Kulis­se der Kari­bik stößt vor allem bei der anspruchs­vol­len Wal­lis auf wenig Gegen­lie­be. Spöt­tisch nennt sie die Baha­mas „Edwards Elba“ – eine Anspie­lung auf Napo­le­ons ers­tes Exil.

Auch Edward fühlt sich gede­mü­tigt, ver­bannt und entmachtet.

Glamour, Golf und abgehörte Telefone: Das FBI überwacht das Herzogspaar

Wäh­rend ihrer Zeit in Nas­sau wer­den der Her­zog und die Her­zo­gin nicht nur vom bri­ti­schen Geheim­dienst MI6 beob­ach­tet, son­dern auch vom ame­ri­ka­ni­schen FBI.

Was wie ein Tro­pen­idyll wirkt, wird mehr und mehr zur Hoch­si­cher­heits­zo­ne.

Bei einer fünf­tä­gi­gen Golf- und Par­ty­rei­se des Her­zogs und der Her­zo­gin in den exklu­si­ven Ever­glades Club in Palm Beach, Miami, ist ihre Suite ver­wanzt, ihr Tele­fon wird abge­hört und es befin­den sich Per­so­nen in ihrem enge­ren Umfeld, die ans FBI bzw. sogar direkt an Prä­si­dent Roo­se­velt berich­ten (Wil­liam Rhi­ne­lan­der Ste­wart).

Die­sen Auf­wand betreibt das FBI in der Regel nur zur Über­wa­chung von Schwerst­kri­mi­nel­len und Mafia­bos­sen.

In dem 227 Sei­ten umfas­sen­den Bericht, den das FBI wäh­rend der Rei­se anfer­tigt, ist von gro­ßen Sym­pa­thien des her­zog­li­chen Paars für Hit­ler und das Drit­te Reich die Rede, aber auch von Kon­spi­ra­ti­on und Ver­rat.

Edward VIII., einst König von Groß­bri­tan­ni­en, steht unter dem Ver­dacht der Spio­na­ge.

Schlim­mer noch: Edward bleibt poli­tisch untä­tig, als Chur­chill ihn mehr­mals instän­dig bit­tet, bei sei­nen Kon­tak­ten in den USA für einen gemein­sa­men Krieg gegen Hit­ler zu werben.

Hitler bei einer Lagebesprechung mit Generälen im Zweiten Weltkrieg

Hit­ler als Feld­herr – ein Ama­teur im Grö­ßen­wahn: Hit­lers Krieg: Größ­ter Feld­herr aller Zeiten?


Wie man heu­te weiß, tun der Her­zog und die Her­zo­gin genau das Gegen­teil.

Aus Geheim­dienst­un­ter­la­gen, die Jahr­zehn­te unter Ver­schluss waren, geht her­vor, dass sowohl Edward als auch Wal­lis gegen­über ein­fluss­rei­chen ame­ri­ka­ni­schen Golf- und Par­ty­be­kannt­schaf­ten geäu­ßert haben, es sei für die USA viel zu spät, die­sem längst ver­lo­re­nen Krieg beizutreten.

Der Streit der Wind­sors wegen Wal­lis Simpson ist für Groß­bri­tan­ni­en zur exis­ten­zi­el­len Bedro­hung geworden.

Ein royales Scheitern – und das endgültige Ende von Appeasement

Nach dem japa­ni­schen Angriff auf Pearl Har­bor im Dezem­ber 1941 tritt die USA in den Krieg ein. Das letz­te Kapi­tel der Appease­ment-Poli­tik ist damit abge­schlos­sen.

Auch Edward VIII. ist end­gül­tig geschei­tert – als Mon­arch, als Ver­mitt­ler, als Hoff­nungs­trä­ger. 1945 wird er als Gou­ver­neur abge­löst.

Der Ex-König kehrt mit Wal­lis nach Frank­reich zurück, wo sie bis zu ihrem Lebens­en­de ein luxu­riö­ses Jet­set-Leben füh­ren – weit weg von Lon­don, der bri­ti­schen Kro­ne und jeg­li­cher Ver­ant­wor­tung. Edward stirbt 1972 im Alter von 76 Jah­ren an Kehl­kopf­krebs, Wal­lis 1986 im Alter von 89 Jahren.

Appeasement: Die Hoffnung auf Frieden und die Grenzen der Beschwichtigung

Nie­mand konn­te mit letz­ter Gewiss­heit wis­sen, wie weit Hit­ler gehen wür­de – und ob sich sei­ne Zie­le auf diplo­ma­ti­schem Weg begren­zen lie­ßen.

Doch mit jedem Zuge­ständ­nis wuchs Hit­lers Hand­lungs­spiel­raum.
Was als Bemü­hen um Frie­den gedacht war, bestärk­te ihn in der Über­zeu­gung, sei­ne Zie­le ohne ent­schei­den­den Wider­stand wei­ter­ver­fol­gen zu kön­nen. Spä­tes­tens mit der Zer­schla­gung der Tsche­cho­slo­wa­kei im März 1939 war deut­lich, dass sei­ne ter­ri­to­ria­len For­de­run­gen nicht das Ende sei­ner Expan­si­ons­po­li­tik bedeu­te­ten.

Die Geschich­te der Appease­ment-Poli­tik ist des­halb mehr als die Geschich­te eines poli­ti­schen Irr­tums.
Sie erzählt von der schwie­ri­gen Grat­wan­de­rung zwi­schen Frie­dens­wil­len und Selbst­täu­schung, von der Hoff­nung auf Ver­stän­di­gung und der Fra­ge, wann Ent­ge­gen­kom­men sei­ne Gren­zen erreicht.

Viel­leicht liegt gera­de dar­in ihre blei­ben­de Bedeu­tung: Nicht jede Fehl­ein­schät­zung ent­steht aus Nai­vi­tät oder bösem Wil­len. Manch­mal erwächst sie aus dem auf­rich­ti­gen Wunsch, das Schlimms­te zu ver­hin­dern – und aus der Schwie­rig­keit zu erken­nen, wann die­ser Wunsch von der Wirk­lich­keit über­holt wird.

Die Geschich­te zeigt: Manch­mal ist es not­wen­dig, Gewalt ent­schlos­sen ent­ge­gen­zu­tre­ten, um nicht selbst zum Opfer zu wer­den. Die bri­ti­sche Appease­ment-Poli­tik der 1930er Jah­re steht exem­pla­risch für die Gefah­ren poli­ti­scher Beschwich­ti­gung. Und bleibt bis heu­te eine Mahnung.

Mehr lesen:

Nach der Kapi­tu­la­ti­on Frank­reichs im Juni 1940 ist Groß­bri­tan­ni­en Hit­lers ein­zi­ger ver­blie­be­ner Kriegs­geg­ner. Im August 1940 beginnt die Luft­schlacht um Eng­land, mit der die wider­spens­ti­gen Bri­ten zum Ein­len­ken gezwun­gen wer­den sol­len.
Aber Hit­ler ver­liert die­se Schlacht. Er schei­tert an Win­s­ton Chur­chill und dem Wider­stands­wil­len der bri­ti­schen Bevöl­ke­rung. 
Hit­lers Krieg 1940: Luft­schlacht um England

Copy­right: Agen­tur für Bild­bio­gra­phien, www​.bild​bio​gra​phien​.de, 2023, über­ar­bei­tet 2026


Buch- und Filmempfehlungen

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Buchempfehlung „Höllensturz: Europa 1914 bis 1949“ von Ian Kershaw über die Katastrophen des 20. Jahrhunderts

Höl­len­sturz: Euro­pa 1914 bis 1949

Die gewal­ti­gen Tur­bu­len­zen in der euro­päi­schen Geschich­te von 1914 bis 1949 infor­ma­tiv und span­nend erzählt.
Ein span­nen­des Buch für alle, die tie­fer in Zeit­ge­schich­te, Stim­mun­gen und Hin­ter­grün­de ein­stei­gen wol­len, und ein sehr lesens­wer­ter Über­blick über eine Epo­che, die unser Leben bis heu­te ent­schei­dend beeinflusst.


Buchcover Die Macht der Geografie von Tim Marshall über Weltpolitik und geopolitische Konflikte

Geo­gra­fie, Macht und Krieg

Der renom­mier­te BBC-Jour­na­list Tim Mar­shall beschreibt span­nend und sehr lesens­wert Zusam­men­hän­ge, his­to­ri­sche Ent­wick­lun­gen und mög­li­che kom­men­de Sze­na­ri­en der Welt­ge­schich­te auf der Basis geo­gra­fi­scher und mili­tär­stra­te­gi­scher Über­le­gun­gen.
Ein lesens- bzw. hörens­wer­tes Buch für alle, die sich für Geschich­te und Poli­tik inter­es­sie­ren — auch und beson­ders im Jahr 2026 …


Buchcover von „München: Das Abkommen“ von Robert Harris

Das Münch­ner Abkom­men 1938

Nach Vater­land* ver­wan­delt Robert Har­ris auch die dra­ma­ti­schen Stun­den der Münch­ner Kon­fe­renz 1938 in einen hoch­span­nen­den Polit­thril­ler, der psy­cho­lo­gisch tief geht und gleich­zei­tig his­to­risch fun­diert ist.
Zwi­schen Diplo­ma­tie, Ver­rat und der Fra­ge nach mora­li­scher Ver­ant­wor­tung zeigt der Roman, wie dünn die Linie zwi­schen Frie­den und Kata­stro­phe damals war. Ein fes­seln­des Buch, sehr lesenswert!


Buchcover „Deutschland unter dem Hakenkreuz 1933–1936“

Die ers­ten 1000 Tage der NS-Diktatur

Deutsch­land unter dem Haken­kreuz zeich­net die ent­schei­den­den ers­ten Jah­re der NS-Dik­ta­tur nach: von der Wirt­schafts­kri­se und den Hoff­nun­gen auf einen Neu­an­fang 1933 bis zur sys­te­ma­ti­schen Fes­ti­gung der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Herr­schaft.
GEO EPOCHE zeigt anschau­lich, wie Pro­pa­gan­da, Gleich­schal­tung, Ent­rech­tung und Ver­fol­gung inner­halb weni­ger Jah­re zum All­tag wur­den – und wie die Deut­schen dar­auf reagierten.


Weiterführende Beiträge Geschichte & Psychologie

Hit­lers bri­ti­sche Affä­re: Unity Mit­ford ist in den 1930er Jah­ren eines der ange­sag­tes­ten „It-Girls“ der fei­nen Lon­do­ner Gesell­schaft, ver­wandt mit jedem, der in Groß­bri­tan­ni­en Rang und Namen hat. Sie ist schön, exzen­trisch und wild — und glü­hen­den Faschis­tin. Sie fasst den Plan, Adolf Hit­ler ken­nen zu ler­nen. Ihr Plan gelingt, aber Hit­lers „Gunst“ stürzt auch sie – wie vie­le ande­re — ins Ver­der­ben.
Vom It-Girl zur Walküre

Wirt­schaft im Drit­ten Reich: Wirt­schaft­lich stand das Drit­te Reich nie auf sta­bi­len Bei­nen. Die Öko­no­mie im Natio­nal­so­zia­lis­mus war von Anfang an auf Täu­schung und Expan­si­on – Krieg – gebaut. Über Hit­lers Auto­bah­nen, MeFo-Wech­sel, Lügen und Täu­schun­gen – ohne die Hit­lers Weg in den Krieg nie funk­tio­niert hät­te. 
Auto­bahn und Mefo-Wech­sel: Adolf Hit­ler, die deut­sche Wirt­schaft und der Weg in den 2. Weltkrieg

Sir Oswald Mos­ley (1896 — 1980), sei­nes Zei­chens Erbe und 6. Baro­net, hat nicht nur Schlag bei den Frau­en, son­dern auch wech­seln­de poli­ti­sche Ein­stel­lun­gen, die sei­ne Berufs­kar­rie­re sehr abwechs­lungs­reich machen. Nach­dem er in Groß­bri­tan­ni­en sämt­li­chen demo­kra­ti­schen Par­tei­en ange­hört hat, grün­det er 1932 die faschis­ti­sche BUF und ver­sucht sich als bri­ti­sche Kopie von Adolf Hit­ler.
Hail Mos­ley! Der bri­ti­sche Flirt mit dem Nationalsozialismus

Kon­rad Hen­lein, Sude­ten­deut­scher mit tsche­chi­schem Groß­va­ter, war Turn­leh­rer und woll­te nach eige­nem Bekun­den auch nie etwas ande­res sein. Er wur­de zum Aus­hän­ge­schild natio­nal­so­zia­lis­ti­scher Sude­ten­deut­scher, die in den 1930er Jah­re kräf­tig am Welt­frie­den zün­del­ten. War Hen­lein nur Hit­lers Mario­net­te und Brand­stif­ter — oder auch Bie­der­mann mit einem eigent­lich ernst­haf­ten Anlie­gen?
Kon­rad Hen­lein — Bie­der­mann oder Brandstifter?


Link­emp­feh­lung

Die Sude­ten­kri­se:
SPIEGEL Poli­tik: Der Griff nach dem letz­ten Grasbüschel


Bild­nach­wei­se

The Duke and Duch­ess of Wind­sor pho­to­gra­phed with Adolf Hit­ler auf dem Berg­hof, 22. Okto­ber 1937. Foto­graf unbe­kannt. Quel­le: Le Nou­vel­lis­te d’Indochine, 14. Novem­ber 1937, über Gal­li­ca, Biblio­t­hè­que natio­na­le de France. Gemein­frei (Public Domain, laut Wiki­me­dia Com­mons).
Ober­salz­berg, Berg­hof, Gro­ße Hal­le, um 1936. Foto­graf unbe­kannt / Bun­des­ar­chiv, Bild 146‑1991–077–31 / CC BY-SA 3.0 DE . Quel­le: Ori­gi­nal­auf­nah­me auf Wiki­me­dia Com­mons
Bun­des­ar­chiv, Bild 146‑1976–097–22 / CC BY-SA 3.0, „Flug­zeug Jun­kers Ju 88, Bau“, Foto­graf: unbekannt.


Generationengespräch

Geschich­te und Psy­cho­lo­gie
Ver­gan­ge­nes ver­ste­hen, um mit der Zukunft bes­ser klar zu kommen.


Geschichte und Psychologie Vergangenheit verstehen um mit der Zukunft besser klar zu kommen
Dr. Susanne Gebert

Gene­ra­tio­nen­ge­spräch
Agen­tur für Bild­bio­gra­phien
Geschen­ke made for Mama

Geschich­te & Psy­cho­lo­gie
Die Ver­gan­gen­heit ver­ste­hen, um mit der Zukunft bes­ser klar zu kommen

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Susan­ne Autorin bei Gene­ra­tio­nen­ge­spräch & Agen­tur für Bildbiographien
Dr. Susan­ne Gebert schreibt über Psy­cho­lo­gie, Fami­li­en­ge­schich­te und emo­tio­na­le Prä­gun­gen. In ihrem Blog „Gene­ra­tio­nen­ge­spräch“ zeigt sie, wie unse­re Kind­heit uns formt – und wie wir uns von alten Mus­tern lösen können. 

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