Magda Goebbels (I): Aufstieg zur NS-Ikone

Joseph und Mag­da Goeb­bels (1)

Magda Goebbels: „Eine schöne, schöne Frau”


Mag­da Goeb­bels war eine der schil­lernds­ten, aber auch tra­gischs­ten Frau­en im Natio­nal­so­zia­lis­mus.
Auf­ge­wach­sen mit einem jüdi­schen Stief­va­ter, selbst nie poli­tisch inter­es­siert, wur­de sie spä­ter zur „First Lady des Drit­ten Reichs“ – und opfer­te am Ende ihre sechs Kin­der im Ber­li­ner Füh­rer­bun­ker.

Wer war die­se Frau? Fana­tisch? Lebens­mü­de? Oder etwas ganz ande­res?
Mag­da Goeb­bels Teil 1

Magda Goebbels im Porträt, 1933

Magda Goebbels (1): Eine schöne, schöne Frau – und ein düsteres Kapitel der Geschichte

Sie galt als schön, klug und stil­si­cher.

Sie war Mut­ter von sie­ben Kin­dern, reich ver­hei­ra­tet, char­mant, gebil­det – und wur­de zur fana­ti­schen Anhän­ge­rin Hit­lers. Mag­da Goeb­bels war eine der schil­lernds­ten Frau­en des NS-Regimes – und gleich­zei­tig eine der tra­gischs­ten Figu­ren der deut­schen Geschich­te.

Wie konn­te eine Frau mit jüdi­schem Stief­va­ter zur „First Lady des Drit­ten Reichs“ wer­den?

Was führ­te dazu, dass sie ihre sechs Kin­der mit in den Tod nahm, als die­ses „Drit­te Reich” am Ende war? Und wer war Mag­da, bevor sie Joseph Goeb­bels begeg­ne­te?

Die­ser ers­te Teil beleuch­tet ihre Kind­heit, ihre ers­te Ehe mit dem Indus­tri­el­len Gün­ther Quandt – und die Fas­zi­na­ti­on der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Welt.

Magda – ein Kind mit vielen Namen

Mag­da — Maria Mag­da­le­na - wur­de 1901 in Ber­lin gebo­ren, als unehe­li­ches Kind von Augus­te Beh­rend und dem Inge­nieur Oskar Rit­schel. Der hat­te zunächst kein Inter­es­se an Frau und Kind und ver­schwand. Erst vie­le Jah­re spä­ter erkann­te er Mag­da als sei­ne leib­li­che Toch­ter an.

Mag­das Mut­ter Augus­te hei­ra­te­te den jüdi­schen Kauf­mann Richard Fried­län­der. Er adop­tier­te das Mäd­chen, das von da an Mag­da Fried­län­der hieß. Als ihr Stief­va­ter Fried­län­der 1938 ins KZ Buchen­wald depor­tiert wird, rührt Mag­da, die ihm sehr zuge­tan war, kei­nen Fin­ger. Mag­da Gob­bels’ jüdi­scher Stief­va­ter starb im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger.

Mag­das Name wech­sel­te im Lau­fe ihres Lebens mehr­fach: Beh­rend, Fried­län­der, Rit­schel, Quandt, schließ­lich Goeb­bels. Ihre Iden­ti­tät war – auch im wört­li­chen Sinn – wandelbar.

Frühe Jahre: Schönheit, Ehrgeiz, Unabhängigkeit

Mag­da wuchs gut­bür­ger­lich auf, erhielt eine katho­li­sche Schul­bil­dung, sprach Fremd­spra­chen, galt als kul­ti­viert und früh­reif. Schon als Teen­ager fiel sie durch ihre beein­dru­cken­de Erschei­nung und siche­ren Stil auf. In der Schu­le wur­de sie wegen ihrer Schön­heit bewun­dert, gele­gent­lich auch beneidet.

Magda Goebbels im Porträt, 1933

Por­trät Mag­da Goeb­bels 1933
Bun­des­ar­chiv, Bild 183-R22014 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de

Mit 17 Jah­ren lernt sie Vik­tor Arlo­sor­off ken­nen, einen jun­gen Zio­nis­ten, der sie in die jüdi­sche Stu­den­ten­be­we­gung ein­führ­te. Er ist ihre ers­te gro­ße Lie­be.

Doch die Bezie­hung zer­bricht; Mag­da ent­schei­det sich gegen ein Leben mit ihm in Paläs­ti­na, wie sie es einst wohl erträumt hat­te.

Statt­des­sen ent­schei­det sie sich für ein bür­ger­li­ches Leben mit Reich­tum und Ansehen.

Ehe mit Günther Quandt: Glanz und Schatten

1921, mit gera­de 20 Jah­ren, hei­ra­te­te Mag­da den fast 20 Jah­re älte­ren Indus­tri­el­len Gün­ther Quandt.

Die Ehe galt als sen­sa­tio­nell: Die schö­ne, jun­ge Frau und der rei­che Wit­wer – Besit­zer eines auf­stre­ben­den Indus­trie­im­pe­ri­ums, dar­un­ter Antei­le an AFA (spä­ter Var­ta) und BMW.

Günther Quandt im Porträt, 1941

Gün­ther Quandt, 1941
Bun­des­ar­chiv, Bild 183-B03534 / Dor­neth / CC-BY-SA 3.0

Sie hat­te sich auf einer Zug­fahrt ken­nen­ge­lernt: Er auf Geschäfts­rei­se, sie auf dem Weg ins Pen­sio­nat für höhe­re Töch­ter.

Quandt, dop­pelt so alt wie Mag­da, gera­de ver­wit­wet und Vater zwei­er Söh­ne, ist fas­zi­niert von Mag­das Schön­heit und ihren ange­neh­men Umgangs­for­men; sie von sei­nen maß­ge­schnei­der­ten Anzü­gen und den opu­len­ten Blu­men­sträu­ßen, die er im Mäd­chen­pen­sio­nat vor­bei­bringt, wenn er auf der Durch­rei­se ist.

Zum Ent­set­zen sei­ner Fami­lie macht Quandt der schö­nen Mag­da kur­ze nach dem ers­ten Ken­nen­ler­nen einen Hei­rats­an­trag.

Nach eini­gem Hin und Her nimmt sie Quandts Antrag an.
Am 4. Janu­ar 1921 fin­det die Hoch­zeit in Bad Godes­berg statt. 

Langeweile am Griebnitzsee

Doch das gla­mou­rö­se Leben, das sich Mag­da an der Sei­te eines rei­chen Ehe­manns erträumt hat, fin­det nicht statt.

Quandt parkt sei­ne blut­jun­ge Ehe­frau in sei­ner weit abge­le­ge­nen Vil­la am Grieb­nitz­see, wo sie den Haus­halt führt und Quandts Söh­ne aus ers­ter Ehe ver­sorgt. Die sind nur wenig jün­ger als ihre Stief­mut­ter.

Ihr frisch­ge­ba­cke­ner Ehe­mann wid­met sich der­weil mit preu­ßisch-pedan­ti­scher Dis­zi­plin der Meh­rung sei­nes damals schon beträcht­li­chen Ver­mö­gens: Er ver­lässt um 7.30 Uhr das Haus, kommt abends um 19.30 Uhr zurück, um dann, nach dem Abend­essen, bei der Lek­tü­re der „Ber­li­ner Bör­sen­zei­tung“ ein­zu­ni­cken.

Im Novem­ber 1921 bringt Mag­da den gemein­sa­men Sohn Harald zur Welt und hält ver­mut­lich auch sei­net­we­gen noch ein paar Jah­re im gol­de­nen Quandt’schen Käfig am Grieb­nitz­see aus. 

Erste Rebellion: Der Ausbruch aus der Ehe mit Quandt

Nach acht Jah­ren Ehe­le­ben mit Quandt reicht es ihr.

Sie legt sich einen Lieb­ha­ber namens „Ernst“ zu, angeb­lich ein Stu­dent aus gutem Hau­se. His­to­ri­ker ver­mu­ten, dass „Ernst” Mag­das Jugend­lie­be Vik­tor Arlo­sor­off ist, der zu die­ser Zeit als zio­nis­ti­scher Poli­ti­ker aus Paläs­ti­na nach Ber­lin zurück­ge­kehrt war.

Auch der cha­ris­ma­ti­sche Arlo­sor­off ist zu die­sem Zeit­punkt ver­hei­ra­tet – mit einer Jüdin und kei­ner „Schick­se“ wie Mag­da. Er lebt haupt­säch­lich in Paläs­ti­na, wo er Kar­rie­re gemacht hat und eine Art Außen­mi­nis­ter der Jewish Agen­cy ist. (Arlo­sor­off wird 1933 unter selt­sa­men Umstän­den am Strand von Tel Aviv erschos­sen. Sei­ne Mör­der konn­ten offi­zi­ell nie ermit­telt wer­den.)

Zum Leid­we­sen ihres gehörn­ten Gat­ten ver­steckt Mag­da ihre Affä­re nicht, son­dern besucht mit „Ernst“ in aller Öffent­lich­keit Thea­ter­auf­füh­run­gen und Bäl­le; ein­mal über­nach­tet sie sogar mit ihm in einem Hotel, was dem empör­ten Quandt schnell zuge­tra­gen wird.

WERBUNG

DVD-Collection der Serie „Babylon Berlin“ über die Weimarer Republik und den Börsencrash 1929

Die wilden 1920er Jahre

Der Tanz auf dem Vul­kan, die Wir­ren der Poli­tik: Das ist das The­ma von Vol­ker Kut­schers Gere­on-Rath-Kri­mi­rei­he, die Vor­la­ge für die­se genia­le ver­film­te Mischung aus Kri­mi und Histo­ry-Dra­ma.
Abso­lut sehenswert!

Magdas Unabhängigkeit: Luxus, Leere und Langeweile

Wer auch immer „Ernst“ gewe­sen sein mag – Quandts Geduld mit sei­ner jun­gen Frau ist begrenzt.

Ent­nervt von ihren Eska­pa­den reicht er 1929 die Schei­dung ein, ver­bie­tet Mag­da das Betre­ten sei­ner Vil­la und den Umgang mit ihrem gemein­sa­men Sohn.

Die Tren­nung ist öffent­lich, schmerz­haft, und mit einem erbit­ter­ten Streit ums Sor­ge­recht für Harald ver­bun­den. Doch Mag­da hat vor­ge­sorgt: Sie droht dem schei­dungs­wil­li­gen Quandt mit kom­pro­mit­tie­ren­den Brie­fen, die nicht an die Öffent­lich­keit gelan­gen dür­fen.

Quandt lenkt ein, bil­ligt ihr schließ­lich eine groß­zü­gi­ge Apa­na­ge zu, von der sie sich eine luxu­riö­se Sie­ben-Zim­mer-Woh­nung in Ber­lin am Reichs­kanz­ler­platz 2 leis­ten kann. Außer­dem darf Harald bis zu sei­nem 14. Lebens­jahr (oder ihrer Wie­der­ver­hei­ra­tung) bei ihr blei­ben.

So sitzt sie nach der Schei­dung im Som­mer 1929 mit Kind, Köchin und Dienst­mäd­chen und allen Annehm­lich­kei­ten, von denen die meis­ten Deut­schen zu jener Zeit nur träu­men kön­nen, in ihrer pracht­vol­len Sie­ben-Zim­mer-Woh­nung im Zen­trum Ber­lins – und lang­weilt sich.

Mag­da lei­det an jener Form der Müßig­gangs, die Bau­de­lai­re im aus­ge­hen­den 19. Jahr­hun­dert bei den Schö­nen und Rei­chen so tref­fend als ennui beschrie­ben hat: Ein fades Leben, weil es kei­ne Auf­ga­be, kei­ne Lei­den­schaft und kei­ne offe­nen Wün­sche mehr gibt, für die sich das Auf­ste­hen am Mor­gen lohnt.

Auch Lan­ge­wei­le kann müde und tod­un­glück­lich machen, wenn die ein­zi­ge Zer­streu­ung im Leben aus Mode, Lie­be und gesell­schaft­li­chem Amü­se­ment besteht. Mag­da raucht und trinkt zu viel — und lang­weilt sich.


Tödliche Langeweile

Wie­der ein­mal klagt Mag­da, nach reich­li­chem Genuss von Alko­hol, ihren Freun­den, dass sie es nicht mehr aus­hal­te, dass sie Angst habe, ver­rückt zu wer­den, dass ihr Leben sie anwi­de­re und dass sie vor Lan­ge­wei­le ster­ben kön­ne.“

Aus Anja Kla­bun­de: Mag­da Goeb­bels – Annä­he­rung an ein Leben*


Auf der Suche nach Sinn: Die ersten Berührungen mit dem Nationalsozialismus

Auf Anra­ten ihres guten Bekann­ten Prinz „Auwi“ (Prinz August-Wil­helm von Preu­ßen, ein Sohn des abge­dank­ten Kai­sers Wil­helm II.) wen­det sich Mag­da der Poli­tik zu.

Eigent­lich inter­es­siert sie sich nicht dafür, aber in ihrer Ver­zweif­lung ist ihr jedes Mit­tel gegen Lan­ge­wei­le recht.

Sie schließt sich dem „Nor­di­schen Ring“ an, einem kon­ser­va­ti­ven, eli­tä­ren Zir­kel für völ­ki­sche Adli­ge, Unter­neh­mer und Intel­lek­tu­el­le, die von der Demo­kra­tie der Wei­ma­rer Repu­blik ent­täuscht sind.

Man dis­ku­tiert natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Idea­le und besucht gemein­sam Wahlkampfveranstaltungen.

Joseph Goebbels mit Zitat zur Demokratie und zum Reichstag, 1928

Nach­dem sie an einem Som­mer­abend des Jah­res 1930 im Ber­li­ner Sport­pa­last die Rede des Ber­li­ner Gau­lei­ters Joseph Goeb­bels besucht, ist sie wie elek­tri­siert: vom Mann, sei­ner Ener­gie und sei­ner Radikalität.

Joseph Goebbels, Gauleiter Berlin

Der „Dok­tor“, Dr. Paul Joseph Goeb­bels, Gau­lei­ter von Ber­lin, hat von sei­nem „Füh­rer“ die Her­ku­les-Auf­ga­be bekom­men, die „rote“ Haupt­stadt für die Natio­nal­so­zia­lis­ten so auf­zu­mi­schen, dass sie braun wird.

Eine Bewäh­rungs­pro­be, die Goeb­bels sehr ernst nimmt.
Denn sein Ziel ist es, im kom­men­den natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Deutsch­land, an das er fest glaubt, einer der wich­tigs­ten Män­ner neben „sei­nem“ Hit­ler zu wer­den.

So oft es geht, lässt er außer­dem “sei­ne” SA von der Lei­ne, die sich für ihn und „die Sache“ in mög­lichst vie­len blu­ti­gen Stra­ßen- und Saal­schlach­ten mit Kom­mu­nis­ten und sons­ti­gen Fein­den prü­gelt. Die Ber­li­ner sol­len den Ein­druck bekom­men, dass Bür­ger­krieg herrscht.

Auf den Stra­ßen für Unru­he sor­gen — und im Reichs­tag laut­stark die Unru­he auf den Stra­ßen bekla­gen. Die NSDAP soll als die Par­tei daste­hen, die für “Ruhe und Ord­nung” sor­gen kann, als neue Ord­nungs­macht, die das voll­bringt, was die alten “Sys­tem­par­tei­en” angeb­lich nicht leis­ten können.

Joseph Goebbels, Gauleiter von Berlin, 1933

Joseph Goeb­bels als Gau­lei­ter von Ber­lin, 1933
Bun­des­ar­chiv, Bild 146‑1968-101–20A / Hein­rich Hoff­mann / CC-BY-SA 3.0

Bad news are good news: Das hat auch Joseph Goeb­bels aus Rheydt in der Nähe von Düs­sel­dorf schon längst ver­stan­den.

Mit „bad” kennt er sich aus, denn im Leben von Joseph Goeb­bels ist — sei­ner Mei­nung nach — vie­les schlecht.

Von der sprich­wört­li­chen rhein­län­di­schen Lebens­freu­de ist die­ser Paul Joseph Goeb­bels unge­fähr so weit ent­fernt wie Adolf Hit­ler vom Friedensnobelpreis.

Auf der Suche nach Erlösung

Goeb­bels ist einer, der hoch hin­aus will und nach Aner­ken­nung und Grö­ße giert, sich dabei aber immer wie­der in sei­ner eigen­ar­ti­gen Mischung aus Selbst­zwei­feln und Grö­ßen­wahn ver­hed­dert.

Er ist ein Mann mit einer deut­li­chen nar­ziss­ti­schen Per­sön­lich­keits­stö­rung, wie Goeb­bels-Bio­graph Peter Lon­ge­rich anmerkt.

Goeb­bels ist in klein­bür­ger­lich-katho­li­schen Ver­hält­nis­sen groß­ge­wor­den, war ein bril­lan­ter Schü­ler und hat­te einen gro­ßen Freun­des­kreis. Der seit sei­ner Kind­heit durch eine Erkran­kung ver­küm­mer­te Fuß, der ihn für alle deut­lich sicht­bar hin­ken lässt, zwingt ihn ein Leben lang eine ortho­pä­di­sche Stütz­mon­tur zu tra­gen.

Aber das scheint ihn kaum zu beein­träch­ti­gen.

Auch sei­ne für einen Mann rela­tiv klei­ne Kör­per­grö­ße von 1 Meter 65, sein schmäch­ti­ger Ober­kör­per, auf dem der Kopf viel zu groß wirkt, sind schein­bar kein Pro­blem (brin­gen ihm aber spä­ter die gehäs­si­gen Bei­na­men „Schrumpf­ger­ma­ne“ und „Hum­pel­stilz­chen“ ein).

Nach der Schu­le ermög­li­chen ihm sei­ne Eltern unter gro­ßen finan­zi­el­len Mühen ein Geschichts- und Ger­ma­nis­tik-Stu­di­um.

Das wird aller­dings fast zum Deba­kel, weil er sich Hals über Kopf in Anka Stal­herm ver­liebt, einer Jura­stu­den­tin aus gutem Hau­se. Statt sich sei­nen Vor­le­sun­gen zu wid­men, schreibt er Lie­bes­ge­dich­te oder ver­traut sei­nen Kum­mer mit der flat­ter­haf­ten Gelieb­ten sei­nem Tage­buch an.

Das hat­te ihm einst sei­ne Mut­ter geschenkt, damit er sich „sei­ne Bit­ter­keit vom Her­zen schrei­ben“ kann.

WERBUNG

Höhenrausch – Das kurze Leben zwischen den Kriegen von Harald Jähner, Buch über die Weimarer Republik und die 1920er Jahre

Das kurze und aufregende Leben in den 1920er Jahren

Ein groß­ar­ti­ges Pan­ora­ma einer Zeit, in der alles neu und auf­re­gend war: Demo­kra­tie, Kör­per­kult, Lie­be, Archi­tek­tur, Mode und Eman­zi­pa­ti­on.
Span­nend erzählt, sehr lesens- bzw. hörenswert!

Als Anka ihn nach einer kräf­te­zeh­ren­den On-Off-Bezie­hung, für die er mehr­mals die Uni wech­selt, ver­lässt und einen ande­ren hei­ra­tet, bricht für ihn eine Welt zusam­men.

Zu Beginn der 1920er Jah­re ist Goeb­bels – ähn­lich wie Hit­ler in sei­nen Wie­ner Jah­ren vor dem 1. Welt­krieg – eine ziem­lich ver­krach­te Exis­tenz. Er schließt sein Stu­di­um ab, pro­mo­viert und ver­sucht sich danach als Dich­ter, Jour­na­list und schließ­lich, weil er Schul­den hat, als Ange­stell­ter eines jüdi­schen Bank­hau­ses.

Aber er schei­tert, egal was er anpackt.

Auch mit sei­nen zahl­rei­chen Arti­keln, Thea­ter­stü­cken und Buch­ma­nu­skrip­ten blitzt er bei Zei­tun­gen und Ver­la­gen immer wie­der ab.

Weltschmerz und Weltverschwörung

Anders ist es bei Frau­en.

Die feh­len­den beruf­li­chen und schrift­stel­le­ri­schen Erfol­ge und den noch vie­le Jah­re schmer­zen­den Lie­bes­kum­mer wegen Anka ver­sucht er durch sei­nen „Schlag bei Frau­en“ zu kom­pen­sie­ren, den er zwei­fel­los hat:


Elselein und Elisabeth

War­um emp­fin­de ich kei­nen inne­ren Kon­flikt, da ich von Eli­sa­beth schei­de und zu Else gehe‘, frag­te er sich, als er kurz vor Weih­nach­ten nach Rheydt auf­brach. Doch sol­che Gewis­sens­bis­se ver­trieb er schnell: ‚Mein Herz ist so weit, daß zwei Frau­en dar­in Platz haben kön­nen.‘
Und so ver­brach­te er das Weih­nachts­fest und Sil­ves­ter mit Else und zwi­schen­durch einen sehr lan­gen Abend mit Eli­sa­beth in Elber­feld. ‚Mor­gen sehe ich Else­lein! Frei­tag Eli­sa­beth! Bei­de freu­en sich auf mich! Und ich freue mich auf sie bei­de! Bin ich ein Betrü­ger?‘ …“


Joseph Goeb­bels Tage­buch
Aus Vol­ker Ull­rich: Adolf Hit­ler, Bio­gra­phie – Die Jah­re des Auf­stiegs*


Doch weder Else­lein noch Eli­sa­beth kön­nen ihn vor sei­ner Per­spek­tiv­lo­sig­keit ret­ten: Im Som­mer 1924, in dem nach Jah­ren der Unru­he auch in Deutsch­land sehr zag­haft die Gol­de­nen Zwan­zi­ger Jah­re begin­nen, sitzt er depri­miert und mut­los zuhau­se in Rheydt – „ich kom­me nicht aus dem Kaff her­aus“ –, pflegt sei­nen Welt­schmerz und ist zor­nig.

Zor­nig auf die „jüdisch-kapi­ta­lis­ti­sche Welt­ver­schwö­rung“, die in Form von Ver­le­gern und Zei­tungs­ma­chern sei­ne schrift­stel­le­ri­sche Bril­lanz nicht erkennt und sei­ne Manu­skrip­te nicht dru­cken will.

Zor­nig auf das Wei­ma­rer Estab­lish­ment und alle ande­ren Eta­blier­ten.
Die Kapi­ta­lis­ten, Katho­li­ken, Juden und Kom­mu­nis­ten hasst er sowie­so.

Es ist die Stim­mungs­la­ge eines „Zu-kurz-Gekom­me­nen“. Für die hat man bei den Natio­nal­so­zia­lis­ten tiefs­tes Ver­ständ­nis und vor allem: Verwendung.

Hitler als Retter

Geret­tet“ wird der depri­mier­te Goeb­bels schließ­lich in jenem Som­mer 1924, als er einen Freund zu einem Par­tei­tag der Völ­ki­schen nach Wei­mar beglei­tet.

Zu die­sem Zeit­punkt ist Adolf Hit­ler schon längst der unan­ge­foch­te­ne Super­star unter den rechts­extre­men Red­nern, der mit sei­ner Het­ze gegen Juden und die „Novem­ber­ver­bre­cher“ der Wei­ma­rer Repu­blik gro­ße Hal­len mit eksta­ti­schen Anhän­gern füllt.

In Wei­mar tritt Hit­ler aller­dings nicht auf, denn er sitzt in Lands­berg am Lech in Fes­tungs­haft.

Dort brummt er sei­ne – sehr mil­de – Stra­fe wegen des geschei­ter­ten Putsch­ver­suchs am 8. und 9. Novem­ber 1923 in Mün­chen ab und schreibt an sei­nen Memoi­ren, die spä­ter unter dem Titel „Mein Kampf“ zum Best­sel­ler wer­den. 

Zwar ist damit der eigent­li­che Star der rechts­extre­men Sze­ne ver­hin­dert, trotz­dem fängt Goeb­bels Feu­er. Er schließt sich der Bewe­gung an, schreibt sei­ne Arti­kel jetzt für diver­se völ­kisch-natio­na­le Gazet­ten – und wird end­lich gedruckt.
Auch als Red­ner macht er sich bald einen Namen. 

Schließ­lich lernt Goeb­bels sein Idol per­sön­lich ken­nen, rückt schnell in den enge­ren Kreis von Hit­lers Vasal­len auf und scheint end­lich sei­ne Bestim­mung gefun­den zu haben.

Für Goeb­bels ist Hit­ler – wie spä­ter für die meis­ten Deut­schen – ein Heils­brin­ger, den er wie einen Mes­si­as verehrt:


Adolf Hitler, ich liebe Dich, weil du groß und einfach zugleich bist.“

Joseph Goeb­bels Tage­buch am 19.4.1926
Aus Vol­ker Ull­rich: Adolf Hit­ler, Bio­gra­phie – Die Jah­re des Auf­stiegs*


Zwei verlorene Seelen treffen sich

Die gelang­weil­te, mitt­ler­wei­le aber elek­tri­sier­te Mag­da Quandt mel­det sich als frei­wil­li­ge Hel­fe­rin bei der Orts­grup­pe ihres Stadt­teils. Dort über­trägt man ihr, erstaunt und geehrt, dass eine so fei­ne Dame sich ihnen anschlie­ßen will, sofort die Füh­rung der ört­li­chen NS-Frau­en­schaft.

Das ist kei­ne gute Idee, denn die Frau­en, die sie füh­ren soll – ein­fa­che Arbei­te­rin­nen und Ver­käu­fe­rin­nen –, begeg­nen der schö­nen, immer ele­gant und teu­er geklei­de­ten Mag­da mit Neid und Miss­trau­en. Sie gibt ihr Ehren­amt des­halb schnell wie­der auf und wird schließ­lich ans NSDAP-Haupt­quar­tier in der Hede­mann-Stra­ße ver­wie­sen, wo sie im Zei­tungs­ar­chiv mit­hel­fen soll.

Eines Abends, Mag­da ist gera­de auf dem Nach­hau­se­weg, trifft sie dort auf der Trep­pe einen klei­nen, schma­len Mann, der beim Gehen einen Fuß nach sich zieht und in sei­nem schä­bi­gen Trench­coat ziem­lich zer­knautscht aus­sieht.

Es ist der „Dok­tor“, der auf den ers­ten Blick für die „schö­ne Frau Quandt“ ent­flammt.

Goeb­bels lässt bei attrak­ti­ven Frau­en grund­sätz­lich nie etwas anbren­nen, wes­halb er sie nach einem kur­zen Gespräch sofort für den nächs­ten Tag in sein Büro bestellt. Er macht Mag­da den Vor­schlag, ab sofort als sei­ne „Pri­vat­ar­chi­va­rin“ zu arbei­ten.

Sie soll, so Goeb­bels Plan, Arti­kel und Berich­te, die ihn, aber auch die rest­li­che NSDAP-Füh­rungs­spit­ze betref­fen, aus in- und aus­län­di­schen Zei­tun­gen sam­meln und archi­vie­ren.
Mag­da wil­ligt ein.

Hitlers Hofstaat

Das Pri­vat­ar­chiv, das Mag­da jetzt zusam­men­stellt, ist eine raf­fi­nier­te Idee, denn es lie­fert Goeb­bels im par­tei­in­ter­nen Geran­gel um Hit­lers Gunst immer genü­gend Muni­ti­on gegen poli­ti­sche Riva­len und Widersacher.

Heinrich Brüning, der „Hungerkanzler“, und das Ende der Weimarer Republik

Der Anfang vom Ende der Wei­ma­rer Repu­blik: 1932 Brü­ning der Hungerkanzler

Goeb­bels ist nicht Hit­lers Mann in Ber­lin, son­dern auch „Reichs­pro­pa­gan­da­lei­ter der NSDAP“.

Als sol­cher ver­ant­wor­tet er den äußerst erfolg­rei­chen Sep­tem­ber­wahl­kampf 1930, bei der die NSDAP kome­ten­gleich von einer klei­nen Split­ter­par­tei zur zweit­größ­ten Frak­ti­on im Reichs­tag auf­stei­gen.

Das hat sei­ne Posi­ti­on inner­halb der Par­tei enorm gestärkt — aber sicher sein kann man sich beim „Füh­rer“ nie.

Die stän­di­ge Unsi­cher­heit ist Pro­gramm.
„Tei­le und herr­sche“ ist Hit­lers Devi­se, mit der er sei­nen Hof­staat mani­pu­liert und gefü­gig hält.

In Hit­lers Hof­staat gab es nie kla­re Kom­pe­tenz- und Auf­ga­ben­ver­tei­lung, wes­halb sich Par­tei­obe­re und ‑orga­ni­sa­tio­nen stän­dig ins Gehe­ge kamen. Man arbei­tet mehr gegen­ein­an­der als mit­ein­an­der.

Ein cle­ve­rer Schach­zug, durch den sich nie­mand sei­ner Stel­lung in der NS-Hier­ar­chie sicher sein konn­te und alle im Dunk­len tapp­ten. Nur der “Füh­rer” war all­mäch­tig — und das soll­te auch so blei­ben.

Auf beson­ders frucht­ba­ren Boden fällt die­ser Füh­rungs­stil bei Joseph Goeb­bels, der sei­nem „Füh­rer“ in tiefs­ter Nibe­lun­gen­treue ver­bun­den ist:


Lob und Verzweiflung

Hit­ler, der Goeb­bels‘ psy­chi­sche Abhän­gig­keit von ihm schnell erkannt hat­te, nutz­te sie in den zwei Jahr­zehn­ten ihrer Bezie­hung kon­se­quent aus. Er wuss­te, dass er Goeb­bels durch Lob zu äußers­ten Leis­tun­gen beflü­geln, durch klei­ne Distan­zie­run­gen aber in tie­fe Ver­zweif­lung stür­zen konn­te.“

Aus Peter Lon­ge­rich: Joseph Goeb­bels, Bio­gra­phie*


Eine schöne, schöne Frau!”

Goeb­bels erwar­tet viel von sei­ner neu­en Pri­vat­ar­chi­va­rin.

Er lässt sie unzäh­li­ge Über­stun­den machen und behan­delt sie mit aus­ge­such­ter Küh­le und Zurück­hal­tung – wohl­wis­send, dass er damit bei einer ver­wöhn­ten Frau wie Mag­da mehr Ein­druck schin­den kann als durch Kom­pli­men­te und offen­sicht­li­chem Wer­ben.

Sei­ne Tak­tik geht auf, Mag­da ent­wi­ckelt für ihn eine Art Mut­ter- und Für­sor­ge­kom­plex: „Der arme Mann ist so schlecht geklei­det, weil sich kei­ne Frau um ihn küm­mert, wie er das bei sei­nem auf­rei­ben­den Leben eigent­lich gebraucht hät­te“, soll sie zu ihrer Ex-Schwä­ge­rin und bes­ten Freun­din Ello (Eleo­no­re) Quandt gesagt haben.

Sie betont aber auch, dass sie sich nie in Goeb­bels ver­lie­ben könn­te.

Viel­leicht war Magd nicht ver­liebt, erobern konn­te er sie trotz­dem.
Im Febru­ar 1931 mel­det Goeb­bels Vollzug:


Berückende blonde Süßigkeit

Abends kommt Mag­da Quandt. Und bleibt sehr lan­ge. Und blüht auf in einer berü­cken­den blon­den Süßig­keit. Wie bist du mei­ne Köni­gin? (1) Eine schö­ne, schö­ne Frau! Die ich wohl sehr lie­ben wer­de. Heu­te gehe ich fast im Traum. So voll gesät­tig­tem Glück. Es ist doch herr­lich, eine schö­ne Frau zu lie­ben und von ihr geliebt zu wer­den …“

Aus Peter Lon­ge­rich: Joseph Goeb­bels, Bio­gra­phie*


Da der „Dok­tor“ nicht nur ein fana­ti­scher Tage­buch­schrei­ber war, son­dern auch sein Lie­bes­le­ben akri­bisch notiert (und durch­num­me­riert), weiß man heu­te sehr genau über den wei­te­ren Gang der Roman­ze zwi­schen dem Gau­lei­ter und der schö­nen Mag­da Quandt Bescheid.

Nach einem kur­zen ers­ten Lie­bes­rausch (2, 3, 4) wird es kom­pli­ziert, denn Mag­da hat offen­bar noch eine ande­re Affä­re — ob mit „Ernst“ oder einem ande­ren, ist bis heu­te nicht klar.

Zusätz­lich quält sie ihren eifer­süch­ti­gen neu­en Lieb­ha­ber – absicht­lich oder unab­sicht­lich? – mit Erzäh­lun­gen aus ihrem frü­he­ren Leben. Sie hat zu viel geliebt“, jam­mert Goeb­bels in sein Tage­buch, „ … und nun lie­ge ich bis in den frü­hen Mor­gen und wer­de von der Peit­sche der Eifer­sucht geschla­gen“.

Krach mit Mag­da“ lau­tet ab sofort ein häu­fig wie­der­keh­ren­der Ein­trag.
An ande­rer Stel­le schwa­dro­niert er dar­über, dass er sie „for­men“ müs­se, um mit ihr glück­lich wer­den zu können.

Goebbels’ Pompadour

Vie­le Historiker*innen gehen davon aus, dass aus Goeb­bels und Mag­da nie­mals ein Ehe­paar gewor­den wäre, wenn Hit­ler nicht ins Spiel gekom­men wäre.

Denn als der „Füh­rer“ im Herbst 1931 Goeb­bels neue Freun­din ken­nen­lernt, scheint auch bei ihm der Blitz ein­zu­schla­gen – und umge­kehrt.

Nach den ers­ten Tref­fen spricht der „Füh­rer“ gegen­über sei­nen Adju­tan­ten über sei­ne gro­ßen Gefüh­le für Mag­da; von für­sorg­li­cher Freund­schaft ist die Rede, die er zwar ein­mal zu sei­ner Nich­te Geli Rau­bal, aber nie bei ande­ren Frau­en emp­fun­den habe.
(Hit­lers Nich­te Geli Rau­bal ist kurz zuvor, im Sep­tem­ber 1931, erschos­sen in Hit­lers Münch­ner Woh­nung in der Prinz­re­gen­ten­stra­ße auf­ge­fun­den wor­den. Ver­mut­lich hat sie Selbst­mord begangen.)

Magda und Joseph Goebbels Ehe, Macht und Abgründe

Wer war Mag­da Goeb­bels? Der zwei­te Teil ihrer Lebens­ge­schich­te: Mag­da Goeb­bels (2): Der Bock von Babelsberg

Mag­da und Hit­ler?

Der noto­risch eifer­süch­ti­ge und miss­traui­sche Goeb­bels tobt. In sei­nem Tage­buch beklagt er sich, dass Mag­da in ihrem Ver­hal­ten gegen­über Hit­ler „nicht ganz Dame“ sei.

Der „Füh­rer“ äußert sich der­weil dar­über, dass „die­se Frau in mei­nem Leben eine gro­ße Rol­le spie­len“ und ihn als „weib­li­cher Gegen­pol“ in sei­ner Arbeit unter­stüt­zen kön­ne.

Scha­de, daß sie nicht ver­hei­ra­tet ist.

Hit­ler und die Frau­en: Weil er wegen sei­ner Wäh­le­rin­nen aus tak­ti­schen Grün­den unver­hei­ra­tet blei­ben will, soll Mag­da, sobald sie ver­hei­ra­tet ist, an sei­ner Sei­te als „ers­te Dame im Reich” Reprä­sen­ta­ti­ons­auf­ga­ben über­neh­men und die Gast­ge­be­rin spie­len.

Goeb­bels’ Intim­feind Göring ätzt der­weil gegen „Goeb­bels‘ Pom­pa­dour“.
Und der fran­zö­si­sche Bot­schaf­ter André Fran­çois-Pon­cet ist fas­zi­niert von Mag­das kal­ten Augen:


Eisige Entschlossenheit

… Heu­te abend, auf dem Ball, war Mag­da wirk­lich schön. Kei­ne Juwe­len außer einer ech­ten Per­len­ket­te um den Hals. Ihr gol­de­nes Haar ist nicht gefärbt, es ist echt. Ihre gro­ßen, schil­lern­den Augen, die die Far­be von Stahl­grau bis Dun­kel­blau ändern kön­nen, strah­len eisi­ge Ent­schlos­sen­heit und unge­wöhn­li­chen Ehr­geiz aus.

Wie gefällt sie Ihnen?‘  frag­te Fran­çois-Pon­cet. Und ohne mei­ne Ant­wort abzu­war­ten, füg­te er hin­zu: ‚Ich habe nie so eis­kal­te Augen bei einer Frau gese­hen.‘ …“

Aus dem Tage­buch der Jour­na­lis­tin Bel­la Fromm
zitiert nach Rüdi­ger Barth, Hau­ke Fried­richs, Die Toten­grä­ber: Der letz­te Win­ter der Wei­ma­rer Repu­blik*


Mehr lesen:

Nach der Hoch­zeit und der Geburt der Kin­der wird aus Goeb­bels’ eifer­süch­tig bewach­ten Mag­da sei­ne ‘gute Alte’. Er hat unzäh­li­ge Affä­ren und als er sich neu ver­liebt, bit­tet er Mag­da um eine “Ehe zu dritt”.
Wer war Mag­da Goeb­bels — der zwei­te Teil ihrer Lebens­ge­schich­te.
Mag­da Goeb­bels (2): “Der Bock von Babelsberg”

Copy­right: Agen­tur für Bild­bio­gra­phien, www​.bild​bio​gra​phien​.de 2020, über­ar­bei­tet 2026


Buchempfehlungen

Die mit * gekenn­zeich­ne­ten Links sind soge­nann­te Affi­la­te-Links, die hel­fen, den Blog Gene­ra­tio­nen­ge­spräch zu finan­zie­ren. Wenn Ihnen eine der ange­ge­be­nen Emp­feh­lun­gen gefällt und Sie das Buch (oder ein ande­res Pro­dukt) über die­sen Link bestel­len, erhält der Blog dafür eine klei­ne Pro­vi­si­on, ohne dass für Sie Mehr­kos­ten ent­ste­hen. Für Ihren Klick: Herz­li­chen Dank im Voraus!


Buchcover „Die Frauen der Nazis“ von Anna Maria Sigmund

Opfer, Ver­führ­te, Täterinnen?

Die His­to­ri­ke­rin Anna Maria Sig­mund por­trä­tiert acht Frau­en aus dem Umfeld der NS-Füh­rung – dar­un­ter Mag­da Goeb­bels, Emmy Göring, Eva Braun und Leni Rie­fen­stahl.
Ein lesens­wer­tes Buch, das hin­ter die glän­zen­de Fas­sa­de der NS-„High Socie­ty“ blickt und zeigt, wie unter­schied­lich Frau­en mit Macht, Ideo­lo­gie und dem Ter­ror­re­gime ver­bun­den waren.


Buchcover „Hitlers Hofstaat“ von Heike B. Görtemaker

Hit­lers „Hof­staat“: Wer gehör­te zum inne­ren Kreis?

Hit­ler war kei­nes­wegs der ein­sa­me Dik­ta­tor, als den ihn der Füh­rer­my­thos erschei­nen ließ.
Hei­ke Gör­tema­ker zeigt, wer zu sei­nem engs­ten Kreis gehör­te, wie die­ser „Hof­staat“ funk­tio­nier­te und war­um er für Hit­lers Selbst­in­sze­nie­rung und Herr­schaft so wich­tig war – und wel­che Ver­bin­dun­gen die­ses Netz­werk nach 1945 fortsetzte.


Buchcover „Liebe in Zeiten des Hasses“ von Florian Illies

Lie­be in Zei­ten des Hasses

Flo­ri­an Illies Buch über Lie­be und Hass in der Zeit zwi­schen 1929 bis 1939, ist nicht nur ein indis­kre­ter Blick in die Bezie­hungs­kis­ten berühm­ter und weni­ger berühm­ter Leu­te, son­dern vor allem auch wie 1913: Der Som­mer des Jahr­hun­derts* mit wun­der­bar leich­ter Hand und amü­sant erzähl­te Zeit­ge­schich­te. Sehr lesenswert!


Buchcover „Joseph Goebbels: Biographie“ von Peter Longerich

Joseph Goeb­bels: Meis­ter der Mani­pu­la­ti­on, Mann und Monster

Wie wur­de aus dem ehr­gei­zi­gen Schön­geist einer der radi­kals­ten Anti­se­mi­ten und Pro­pa­gan­dis­ten des NS-Regimes?
Peter Lon­ge­rich zeich­net Goeb­bels’ poli­ti­schen und pri­va­ten Weg nach und zeigt zugleich, wie per­sön­li­che Abhän­gig­keit, Hit­ler-Ver­eh­rung und pro­pa­gan­dis­ti­sche Mani­pu­la­ti­on zusam­men­wirk­ten. Eine der bes­ten Goeb­bels-Bio­gra­fien – sehr lesens­wert und unbe­dingt empfehlenswert.


Buchcover „Braunes Erbe“ von David de Jong über deutsche Unternehmerdynastien und ihre Rolle im Nationalsozialismus

Die Quandts, die Flicks, die von Fincks, die Por­sche-Piëchs, die Oetkers …

Kei­ne der deut­schen Unter­neh­mer­dy­nas­tien konn­te sich dem Sog des NS-Regimes ent­zie­hen.
In sei­nem fes­selnd geschrie­be­nen Buch deckt David de Jong die Skru­pel­lo­sig­keit auf, mit der deut­sche Unter­neh­mer mit­ge­macht haben, berich­tet, wie sie zu Pro­fi­teu­ren der Macht wur­den — und war­um in vie­len Unter­neh­mer­fa­mi­li­en die Auf­ar­bei­tung ihres „brau­nen Erbes” bis heu­te schei­tert. Sehr lesenswert! 


Buchcover „Die Totengräber: Der letzte Winter der Weimarer Republik“ über Hitlers Machtübernahme und das Ende der Weimarer Demokratie

Die letz­ten 10 Wochen der Republik 

Die Intri­gen und Rän­ke­spie­le hin­ter den Kulis­sen der Macht, die zum kata­stro­pha­len Ende der Wei­ma­rer Repu­blik führ­ten — ver­packt in einem sehr lesens­wer­ten Geschichts-Thril­ler.

Ein Lehr­stück, wie es nie wie­der pas­sie­ren soll­te … Sehr lesenswert!


Weiterführende Beiträge Geschichte & Psychologie

Hit­ler und die Frau­en: „Wir nann­ten sie die däni­sche Kuh, weil sie so groß, stark und dumm war.“ Nach­dem Unity Val­ky­rie Mit­ford den Füh­rer” ken­nen­ge­lernt hat, wird hin­ter ihrem Rücken bald über Hit­lers neu­er First Lady” getu­schelt. Und dass es da eigent­lich schon eine ande­re gibt, wird ihr auch bald zuge­tra­gen …
Vom It-Girl zur Wal­kü­re: Die Welt der Unity Mitford

Nar­ziss­mus: Beim ers­ten Ken­nen­ler­nen sind sie ein­fach umwer­fend: ein Mär­chen­prinz (oder eine Prin­zes­sin), ver­füh­re­risch, char­mant und auf­merk­sam. Doch der schö­ne Schein trügt — hin­ter der glän­zen­den Fas­sa­de ver­birgt sich emo­tio­na­le Käl­te. Sobald der Bezie­hungs­all­tag beginnt, wird es für Nar­ziss­ten schnell lang­wei­lig – oder zu eng. Dann beginnt das Macht­spiel.
Nar­ziss­mus: Mani­pu­la­ti­on, Lie­be und toxi­sche Beziehungen

All­tag im „Drit­ten Reich”: Wäh­rend das „Volk“ finan­zi­ell gera­de so über die Run­den kommt, viel Geld für die ver­schie­de­nen NS-Orga­ni­sa­tio­nen spen­den (muss) und müh­sam auf klei­ne Annehm­lich­kei­ten wie ein eige­nes Rund­funk­ge­rät spart, gibt es einen Mann im NS-Staat, der immer rei­cher wird. Es ist der „Füh­rer“ selbst – Adolf Hit­ler.
Hit­lers Mil­lio­nen: Wie sich der „Füh­rer“ an Deutsch­land bereicherte

Febru­ar 1933: Drei Kanz­ler hat die Wei­ma­rer Repu­blik inner­halb von nur sechs Mona­ten ver­schlis­sen; nie­mand rech­net damit, dass sich das neue “Kabi­nett Hit­ler” lan­ge an der Macht hal­ten wird. Doch was dann im Febru­ar 1933 im Zuge Hit­lers “Macht­er­grei­fung” pas­siert, über­rascht (fast) alle …
Macht­er­grei­fung. Febru­ar 1933: In vier Wochen zur NS-Diktatur


Bild­nach­wei­se

Por­trät Mag­da Goeb­bels 1933. Von Bun­des­ar­chiv, Bild 183-R22014 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de
Gün­ther Quandt, 1941. Von Bun­des­ar­chiv, Bild 183-B03534 / Dor­neth / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de
Joseph Goeb­bels als Gau­lei­ter von Ber­lin, 1933, Bun­des­ar­chiv, Bild 146‑1968-101–20A / Hein­rich Hoff­mann / CC-BY-SA 3.0


Generationengespräch

Geschich­te und Psy­cho­lo­gie
Ver­gan­ge­nes ver­ste­hen, um mit der Zukunft bes­ser klar zu kommen.


Geschichte und Psychologie Vergangenheit verstehen um mit der Zukunft besser klar zu kommen
Dr. Susanne Gebert

Gene­ra­tio­nen­ge­spräch
Agen­tur für Bild­bio­gra­phien
Geschen­ke made for Mama

Geschich­te & Psy­cho­lo­gie
Die Ver­gan­gen­heit ver­ste­hen, um mit der Zukunft bes­ser klar zu kommen

Autoren-Avatar
Susan­ne Autorin bei Gene­ra­tio­nen­ge­spräch & Agen­tur für Bildbiographien
Dr. Susan­ne Gebert schreibt über Psy­cho­lo­gie, Fami­li­en­ge­schich­te und emo­tio­na­le Prä­gun­gen. In ihrem Blog „Gene­ra­tio­nen­ge­spräch“ zeigt sie, wie unse­re Kind­heit uns formt – und wie wir uns von alten Mus­tern lösen können. 
Nach oben scrollen