Magda Goebbels (2): Der Bock von Babelsberg

Wer war Magda Goebbels


Bis heu­te ist nicht klar, ob Mag­da Goe­b­bels ihre Kin­der selbst umge­bracht hat oder ein ande­rer das für sie tun muss­te.

Viel wich­ti­ger als die Fra­ge, wie die Kin­der star­ben, ist das War­um. Wer war Mag­da Goe­b­bels — der zwei­te Teil ihrer Lebens­ge­schich­te.

Magda weint noch immer”

Mag­da raucht, trinkt Alko­hol, schminkt sich und liebt ele­gan­te und teu­re Klei­der – alles Gewohn­hei­ten, mit denen sie nicht so rich­tig ins „neue“ – rück­wärts­ge­wand­te – Frau­en­bild der NS-Ideo­lo­gie passt.
Trotz­dem soll sie Aus­hän­ge­schild und „ers­te Frau im Reich“ wer­den. Das ist Hit­lers Plan, nach­dem er Goe­b­bels‘ neue Freun­din ken­nen­ge­lernt hat und von ihr hin­ge­ris­sen ist.


Nach den ers­ten Tref­fen spricht der „Füh­rer“ gegen­über sei­nen Adju­tan­ten über sei­ne gro­ßen Gefüh­le für Mag­da; von für­sorg­li­cher Freund­schaft ist die Rede, die er zwar ein­mal zu sei­ner Nich­te Geli Rau­bal, aber nie bei ande­ren Frau­en emp­fun­den habe.
(Hit­lers Nich­te Geli Rau­bal ist kurz zuvor, im Sep­tem­ber 1931, erschos­sen in Hit­lers Münch­ner Woh­nung in der Prinz­re­gen­ten­stra­ße auf­ge­fun­den wor­den. Ver­mut­lich hat sie Selbst­mord began­gen.)

Mag­da und Hit­ler?
Der noto­risch eifer­süch­ti­ge und miss­traui­sche Goe­b­bels tobt. In sei­nem Tage­buch beklagt er sich, dass Mag­da in ihrem Ver­hal­ten gegen­über Hit­ler „nicht ganz Dame“ sei.

Ob Mag­da tat­säch­lich ger­ne – wie so vie­le vor und nach ihr – „Frau Hit­ler“ gewor­den wäre, lässt sich im Nach­hin­ein nicht mehr fest­stel­len.
Es fällt aber auf, wie schnell sie genau wie Goe­b­bels von Hit­lers Zuwen­dung oder Zurück­wei­sung abhän­gig ist.

Der „Füh­rer“ äußert sich der­weil dar­über, dass „die­se Frau in mei­nem Leben eine gro­ße Rol­le spie­len“ und ihn als „weib­li­cher Gegen­pol“ in sei­ner Arbeit unter­stüt­zen kön­ne.
Scha­de, daß sie nicht ver­hei­ra­tet ist.

Weil er aus tak­ti­schen Grün­den unver­hei­ra­tet blei­ben will (unter ande­rem, um sei­ne weib­li­chen Anhän­ger nicht zu ver­schre­cken), soll Mag­da, sobald sie ver­hei­ra­tet ist, an sei­ner Sei­te Reprä­sen­ta­ti­ons­auf­ga­ben bei Staats­be­su­chen und Emp­fän­gen über­neh­men und die Gast­ge­be­rin spie­len.

Goe­b­bels und Mag­da ver­neh­men die Stim­me ihres Her­ren und hei­ra­ten pflicht­ge­mäß am 19. Dezem­ber 1931.
Die Hoch­zeit fin­det auf Gut Seve­rin in Meck­len­burg statt, dem Land­gut von Mag­das Ex-Ehe­mann Quandt, der sei­ner Ex-Frau zwar zuge­stan­den hat, sein Land­gut zusam­men mit ihrem gemein­sa­men Sohn Harald zu Erho­lungs­zwe­cken zu nut­zen, aber bit­te nicht ihre neu­en Nazi-Freun­de mit anzu­schlep­pen.

Hochzeit J. Goebbels: auf dem Wege zur Kirche.
Trau­ung von Joseph und Mag­da Goe­b­bels auf Gut Seve­rin bei Par­chim (Meck­len­burg), auf dem Weg zur Kir­che. Im Hin­ter­grund der Trau­zeu­ge Hit­ler
Von Bun­des­ar­chiv Bild 183-R32860, / Autor unbe­kannt / CC-BY-SA 3.0,

Aber sei’s drum.
Quandts Guts­ver­wal­ter ist ein „Mann der Bewe­gung“ und arran­giert die Fei­er­lich­kei­ten; Hit­ler ist Trau­zeu­ge und Mag­das zehn­jäh­ri­ger Sohn Harald folgt dem glück­li­chen Paar in NS-Pimpf-Uni­form durch das Spa­lier aus den „Deut­schen Gruß“ ent­bie­ten­den SA-Män­nern, die man vor­sorg­lich aus Ber­lin mit­ge­bracht hat.

Zwar ent­spricht Mag­da mit ihren pri­va­ten Lebens­ge­wohn­hei­ten nicht der „deut­schen Frau“, aber immer­hin wird sie schnell schwan­ger.
Pünkt­lich 9 Mona­te nach der Hoch­zeit, am 1. Sep­tem­ber 1932, bringt sie ihr ers­tes Kind von Goe­b­bels zur Welt, ein klei­nes Mäd­chen, das auf den Namen Hel­ga Susan­ne getauft wird.

Ihr Gat­te ist in Fei­er­lau­ne, zumal der „Füh­rer“ seit ihrer Hoch­zeit zusam­men mit sei­ner Entou­ra­ge fast jeden frei­en Abend in ihrer Woh­nung am Reichs­kanz­ler­platz 2 ver­bringt.
Dort bleibt er oft bis tief in die Nacht (oder in die frü­hen Mor­gen­stun­den), ent­spannt sich und lässt sich von Mag­da, die ihm eigen­hän­dig sei­ne vege­ta­ri­schen Lieb­lings­spei­sen zube­rei­tet, umsor­gen.

Nur weni­ge Wochen nach der Geburt von Hel­ga ist Mag­da wie­der schwan­ger, erlei­det aber eine Fehl­ge­burt, an deren Kom­pli­ka­tio­nen sie fast stirbt.

Am Sil­ves­ter­abend 1932 liegt sie in Ber­lin im Kran­ken­haus und ringt mit dem Tod, wäh­rend Goe­b­bels den Abend bei Hit­ler auf dem Ober­salz­berg ver­bringt und sei­nem „Füh­rer“ um Mit­ter­nacht fest die Hand drückt: „Ich wün­sche Ihnen die Macht!

Denn 1932 ist das Jahr, in dem die NSDAP fast unter­geht und vie­le nach der Wahl­schlap­pe im Novem­ber, der Zer­reiß­pro­be mit Gre­gor Stras­ser und einem erdrü­ckend hohen Schul­den­berg fest mit ihrem Ende rech­nen.

Aber es kommt anders; Mag­da stirbt nicht, son­dern erholt sich wie­der, und auch Hit­lers Par­tei geht nicht unter, son­dern kommt durch eine Intri­ge plötz­lich an die Macht und wird Koali­ti­ons­part­ner in einem Kabi­nett aus stramm rech­ten und rechts­ex­tre­men Par­tei­en.

Am 30. Janu­ar 1933 ist Hit­ler Reichs­kanz­ler von Hin­den­burgs Gna­den und die lang ersehn­te „Macht­er­grei­fung“ beginnt. Nur Goe­b­bels muss tief ent­täuscht hin­neh­men, dass sein „Füh­rer“ ihn bei der Pos­ten­ver­ga­be über­geht.
Sei­ne Vasal­len­treue der letz­ten Jah­re wird nicht belohnt, statt­des­sen beruft Hit­ler Goe­b­bels‘ Erz­ri­va­len Herr­mann Göring, macht­be­wuss­ter Welt­kriegs­held und stadt­be­kann­ter Mor­phi­nist, als „Minis­ter ohne Auf­ga­ben­be­reich“ und kom­misari­schen preu­ßi­schen Innen­mi­nis­ter ins Kabi­nett.  

Goe­b­bels ist außer sich, eben­so Mag­da, die am 2. Febru­ar 1933 end­lich aus der Kli­nik ent­las­sen wird. „Mag­da ist sehr unglück­lich. Weil ich nicht vor­an­kom­me. Man über­geht mich … Mag­da weint noch immer“, schreibt er empört in sein Tage­buch.

Familie Goebbels

Sei­ne Beloh­nung in Form eines eigens für ihn geschaf­fe­nen Minis­te­ri­ums für Pro­pa­gan­da und Volks­auf­klä­rung bekommt Goe­b­bels erst nach der nächs­ten Feu­er­pro­be, der Reichs­tags­wahl vom 5. März 1933, auf deren Vor­be­rei­tung er sich nach einer kur­zen Schock­star­re stürzt.

Die abso­lu­te Mehr­heit, also min­des­tens 50 Pro­zent der Wäh­ler­stim­men, war die Vor­ga­be für die­se letz­te, halb-freie Wahl, bevor das Regime end­gül­tig zur Dik­ta­tur wur­de.
Doch trotz aller Pro­pa­gan­da-Anstren­gun­gen, mas­si­ven Repres­sa­li­en, Reichs­tags­brand und KPD-Ver­bot ver­fehlt die NSDAP ihr Ziel; nur 42 Pro­zent der Wäh­le­rin­nen und Wäh­lern ent­schei­den sich für Hit­ler und sei­ne Par­tei.

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Ber­lin 1933: Gere­on Raths fünf­ter Fall führt sei­ne Leser direkt in die Zeit der ‘Macht­er­grei­fung’: Reichs­tags­brand, Kom­mu­nis­ten­het­ze, die letz­te Reichs­tags­wahl im März 1933. Hit­ler-Geg­ner, sei­ne Befür­wor­ter und die gro­ße schwei­gen­de Mehr­heit, die hofft, dass die­ser Spuk bald vor­bei sein wird. Ein groß­ar­ti­ger Kri­mi­nal­ro­man vor his­to­ri­schem Hin­ter­grund — sehr lesens­wert!

Vol­ker Kut­scher, März­ge­fal­le­ne*, KiWi-Taschen­buch, März 2016 (März­ge­fal­le­ne Gra­tis-Down­load im Audi­ble-Pro­be­mo­nat)


Das ist eine Ent­täu­schung, die aber nie­mand offi­zi­ell zugibt.
Goe­b­bels beju­belt tap­fer das Wahl­er­geb­nis und macht sich dann eif­rig dar­an, sein neu­es Minis­ter­amt vor allem für sich und sei­ne Selbst­dar­stel­lung zu nut­zen: Alle Welt soll jetzt von sei­ner Wich­tig­keit erfah­ren!

Aber trotz Amt bleibt er wie alle ande­ren auch von Hit­lers Gunst abhän­gig, kann sich sei­ner Posi­ti­on nicht sicher sein und muss sich sei­ne Macht mit ande­ren tei­len.
Goe­b­bels, der sich ger­ne als einer der engs­ten Ver­trau­ten des „Füh­rers“ dar­stellt, ist an den weg­wei­sen­den Ent­schei­dun­gen des „Drit­ten Rei­ches“ nie betei­ligt und oft selt­sam unein­ge­weiht. Vie­les, was Hit­ler beschließt und durch­setzt, erfährt er bei­läu­fig oder sogar erst hin­ter­her.

Es ist ein anstren­gen­des Leben, weil man immer auf der Hut sein muss. Hit­lers Pala­di­ne haben alle die Bei­spie­le der Män­ner und Frau­en vor Augen, die beim „Füh­rer“ plötz­lich in Ungna­de fal­len und in Blitz­krieg-Geschwin­dig­keit vor dem Scher­ben­hau­fen ihrer Kar­rie­re ste­hen.        

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Die His­to­ri­ke­rin Hei­ke Gör­te­ma­ker
in einem Buch über Hit­lers ‘inner cir­cle’. Wer gehör­te dazu? Wie leb­te es sich als High-Socie­ty der Natio­nal­so­zia­lis­ten? Und wel­che Seil­schaf­ten über­leb­ten den Krieg und funk­tio­nier­ten noch in der Bun­des­re­pu­blik? Span­nend zu lesen — sehr emp­feh­lens­wert!

Hei­ke B. Gör­te­ma­ker: Hit­lers Hof­staat. Der inne­re Kreis im Drit­ten Reich und danach*, C.H.Beck Ver­lag, 2019


Auch zu Hau­se läuft nicht mehr alles rund: „Krach mit Mag­da“ steht jetzt häu­fig in sei­nem Tage­buch: Mag­da ist wider­bors­tig, pocht auf ihre eige­ne Mei­nung, will kein Heim­chen am Herd sein, son­dern ihre Pflich­ten als „ers­te Frau im Reich“ wahr­neh­men, wäh­rend er ger­ne eine anschmieg­sa­me­re Gat­tin hät­te.
Und einen Sohn.

Nach der Geburt ihrer zwei­ten Toch­ter Hil­de im April 1934 ist Goe­b­bels so ent­täuscht, dass er sich nicht bei Frau und Baby im Kran­ken­haus bli­cken lässt.
Erst als Hit­ler mit Blu­men und – wie üblich – in Beglei­tung sei­ner Entou­ra­ge zum Gra­tu­lie­ren an Mag­das Wochen­bett eilt, muss Goe­b­bels sich wohl oder übel der Pro­zes­si­on anschlie­ßen. Er ver­lässt am Ende des Besuchs als Letz­ter den Raum, dreht sich beim Hin­aus­ge­hen noch ein­mal um und zischt Mag­da ein belei­dig­tes „das nächs­te Mal wird es aber ein Sohn!“ zu.

Auch die­ser Wunsch geht in Erfül­lung. Im Okto­ber 1935 bringt Mag­da end­lich den ersehn­ten Stamm­hal­ter Hel­mut zur Welt, den Goe­b­bels aller­dings spä­ter als zu ver­träumt, wei­bisch und wei­ner­lich emp­fin­det.

Nach allem was man weiß, ist Goe­b­bels ein lie­be­vol­ler Vater.
Wenn er nach dem bru­ta­len Gleich­schal­ten von Pres­se, Rund­funk, Kunst und Kul­tur, Hetz­re­den hal­ten, Bücher­ver­bren­nun­gen und Reichs­par­tei­ta­ge orga­ni­sie­ren oder Pogro­me anzet­teln nach Hau­se kommt, nimmt er sich Zeit für sei­ne Kin­der und spielt mit ihnen oder liest ihnen vor.

Ab 1936 lebt die Fami­lie haupt­säch­lich in ihrer neu­en Vil­la auf der exklu­si­ven Insel Schwa­nen­wer­der im Wann­see, die zum Teil mit Mag­das Abfin­dung von Quandt finan­ziert wird.
In Schwa­nen­wer­der und auch spä­ter in Lan­ke, das die Stadt Ber­lin dem Pro­pa­gan­da­mi­nis­ter und sei­ner Gat­tin mit ein biss­chen Nach­druck schenkt, schaf­fen die Goe­b­bels‘ für ihre Kin­der ein Para­dies mit Ponys, Hüh­nern und Kat­zen.

Bundesarchiv Magda und Joseph Goebbels mit ihren Kindern Hildegard, Helmut, Helga (v. l. n. r.), 1937 Von Bundesarchiv, Bild 183-1987-0724-503 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de
Mag­da und Joseph Goe­b­bels mit ihren Kin­dern Hil­de­gard, Hel­mut, Hel­ga (v. l. n. r.), 1937
Von Bun­des­ar­chiv, Bild 183‑1987-0724–503

Die Gro­ßen wer­den mit dem Pony­wa­gen zur Schu­le gefah­ren, denn bemer­kens­wer­ter­wei­se besu­chen sie ganz nor­ma­le öffent­li­che Schu­len.
Noch bemer­kens­wer­ter ist, dass kei­nes der Kin­der einer NS-Orga­ni­sa­ti­on ange­hört, obwohl dem „Jung­volk“ zu die­ser Zeit fast kein Kind in Deutsch­land mehr ent­kom­men kann, sobald es dem Krab­bel­al­ter ent­wach­sen ist.

Der Bock von Babelsberg

Zu Beginn ihrer Bezie­hung hat­te sich der ver­lieb­te Goe­b­bels eigent­lich vor­ge­nom­men, „die Frau­en­geschich­ten“ zu las­sen und sich „einer ein­zi­gen ganz zunei­gen“.
Vor­sichts­hal­ber hat er aber trotz­dem noch vor der Hoch­zeit eine Art Abkom­men mit Mag­da geschlos­sen, in der er ihr ver­si­chert, dass sie immer „sei­ne Köni­gin“ sein wer­de, aber es durch­aus mal pas­sie­ren kön­ne, dass er den Rei­zen einer ande­ren erliegt.

… Auch auf die­sen Han­del läßt Mag­da sich ein, läßt sich im Augen­blick noch nicht beun­ru­hi­gen und ver­zich­tet auf eine Aus­ein­an­der­set­zung. Zu Ello äußerst sie sich ver­ständ­nis­voll, fast bewun­dernd: ‚Ein so genia­ler Mensch, der drei­mal so inten­siv lebt, kann eben nicht mit dem gewohn­ten Maß­stab bür­ger­li­cher Moral gemes­sen wer­den.‘ …“

Aus Anja Kla­bun­de: Mag­da Goe­b­bels – Annä­he­rung an ein Leben*

Spä­tes­tens ab 1934 wird die­ser Han­del fäl­lig.
Mag­da weiß davon. Sie schweigt, nimmt es hin und greift zur Kognak-Fla­sche – gegen Erkäl­tung, wie sie ihrer Mut­ter Augus­te ver­si­chert.

Zunächst ist Goe­b­bels dis­kret und trifft sich mit neu­en Freun­din­nen und alten Flam­men in sei­ner Dienst­woh­nung in Ber­lin, nimmt sie dann aber auch nach Schwa­nen­wer­der mit, wo er und Mag­da getrenn­te Schlaf­zim­mer, spä­ter sogar getrenn­te Häu­ser haben (Goe­b­bels drängt sei­nen jüdi­schen Nach­barn aus des­sen Vil­la, kauft das Objekt zum ‚ari­sier­ten‘ Preis und lässt es zu „sei­ner Burg“ umbau­en, in die er sich zurück­zieht, wenn er genug von Frau und Kin­dern hat).

Da er im Minis­te­ri­um nicht nur einen gan­zen Stab hüb­scher Sekre­tä­rin­nen zur Ver­fü­gung hat, son­dern auch Allein­herr­scher über das Film­un­ter­neh­men UFA mit Stu­di­os im Pots­da­mer Stadt­teil Babels­berg ist, sucht er sich sei­ne Bekannt­schaf­ten immer häu­fi­ger im Kreis von Stars und Star­lets.

Künst­ler­krei­se eben, die mag Hit­ler auch. Und Goe­b­bels ist als Pro­pa­gan­da­mi­nis­ter obers­ter Zen­sor, der vom Dreh­buch über die Beset­zung bis zum fer­ti­gen Film alles bestim­men darf. Eine Steil­vor­la­ge für den umtrie­bi­gen Reichs-Schür­zen­jä­ger.

Ufa-Logo 1917 bis 1991

1938, auf dem Höhe­punkt der Baa­ro­vá-Affä­re, spielt Goe­b­bels‘ Staats­se­kre­tär Karl Hanke der von ihm ange­be­te­ten Gat­tin sei­nes Chefs eine ‚Geliebten‘-Liste zu, auf der über 50 Namen von Freun­din­nen des Minis­ters ste­hen.
Mag­da trifft sich mit eini­gen von ihnen und erfährt zu ihrem Ent­set­zen, dass sich nicht alle frei­wil­lig mit dem „Bock von Babels­berg“ ein­ge­las­sen haben. Joseph Goe­b­bels war ein schau­ri­ger Har­vey Wein­stein des Drit­ten Rei­ches; die Frau­en, die ihm nicht zu Wil­len waren, konn­ten ihre Lauf­bahn beim deut­schen Film als been­det betrach­ten.

Als Mag­da das erfährt, ist sie am Boden zer­stört.
Spä­ter sagt sie einer Ver­trau­ten, dass Goe­b­bels ihr „beim Leben unse­rer Kin­der“ geschwo­ren habe, dass dem nicht so wäre.

Die Affäre Baarová

Lida Baarova - Joseph Goebbels Geliebte 1938
Lída Baa­ro­vá (1940), gemein­frei

… Die tsche­chi­sche Schau­spie­le­rin Lida Baa­ro­vá stammt aus Prag, strebt jedoch eine fil­mi­sche Kar­rie­re in Deutsch­land an, da sie in der bes­ser ent­wi­ckel­ten deut­schen Film­in­dus­trie grö­ße­re Chan­cen zu haben scheint. Sie ist eine schö­ne Frau: dun­kel, zier­lich, mit einem aus­drucks­vol­len Gesicht – und sie ist sehr jung. Als Goe­b­bels ihre Bekannt­schaft macht, hat sie gera­de ihren zwei­und­zwan­zigs­ten Geburts­tag gefei­ert. …“

Aus Anja Kla­bun­de: Mag­da Goe­b­bels – Annä­he­rung an ein Leben*

Mag­da hat gera­de ihren 35. Geburts­tag gefei­ert und im Febru­ar 1937 ihr vier­tes Kind von Goe­b­bels ent­bun­den, die klei­ne Hol­di­ne, kurz Hol­de genannt. Die Geburt war kom­pli­ziert und es geht Mag­da danach gesund­heit­lich nicht gut, wes­halb sie sich für meh­re­re Wochen in ein Sana­to­ri­um nach Dres­den zurück­zieht.

Freie Fahrt für Goe­b­bels, der – mal wie­der – auf Frei­ers­fü­ßen unter­wegs ist, sich die­ses Mal aber ernst­haft ver­liebt.

Die Baa­ro­vá (eigent­lich Lud­mi­la Bab­ko­vá) lebt zusam­men mit ihrem Film­part­ner und Ver­lob­ten Gus­tav Fröh­lich eben­falls in einer Vil­la in Schwa­nen­wer­der, man kennt sich also nicht nur vom Film­set, son­dern auch als Nach­barn.

Nach einer – unbe­wie­se­nen – Anek­do­te will Fröh­lich im Herbst 1937 den Gerüch­ten nach­ge­hen, dass sei­ne Lida etwas mit dem Pro­pa­gan­da­mi­nis­ter hat, lau­ert den bei­den nachts vor der Goebbels’schen Vil­la auf und zieht sei­ne Ver­lob­te unter Ver­ab­rei­chung meh­re­rer Ohr­fei­gen aus Goe­b­bels‘ Wagen, als die­ser vor­fährt und sich bei­de mit einer inni­gen Umar­mung von­ein­an­der ver­ab­schie­den.
Der Ber­li­ner Volks­mund macht dar­aus, dass Fröh­lich Goe­b­bels geschla­gen hät­te, wor­auf­hin bald das Bon­mot „Ich möch­te auch mal Fröh­lich sein“ kur­siert.

Im Herbst 1937 ist Mag­da wie­der schwan­ger, obwohl ihr die Ärz­te von wei­te­ren Schwan­ger­schaf­ten abge­ra­ten haben. Ver­mut­lich kom­men ihr in die­ser Zeit auch die Gerüch­te über ihren Mann und sei­ner neue Flam­me zu Ohren, aber sie beschließt wie üblich, auch die­se Affä­re ihres Man­nes zu igno­rie­ren.

Drei Mona­te nach der Geburt ihrer klei­nen Toch­ter Hed­da im Mai 1938 lässt Goe­b­bels dann end­gül­tig ihre letz­te Hoff­nung von Lie­be, Köni­gin und Fami­li­en­idyll plat­zen, wie ihre Freun­din Ello nach dem Krieg Mag­das Bio­gra­phen Otto Meiss­ner berich­tet:

… Goe­b­bels hat­te sich aus Ber­lin in Schwa­nen­wer­der ange­mel­det und gesagt, daß er Lida Baa­ro­va mit­brin­gen wer­de, was nicht so unge­wöhn­lich war, da sie schon eini­ge Male zu Besuch im Hau­se war. Mag­da war ahnungs­los und ein­ver­stan­den, Goe­b­bels zeig­te sich von sei­ner char­man­ten Sei­te, brach­te für Mag­da Blu­men mit, und auch die Baa­ro­va wirk­te sehr sym­pa­thisch. Als man gemüt­lich beim Tee zusam­men­saß, wand­te sich Goe­b­bels plötz­lich an Mag­da:
‚Ich muß etwas sehr Erns­tes mit dir bespre­chen … Frau Baa­ro­va und ich, wir lie­ben uns.‘
Lida bestä­tig­te sofort mit gro­ßer Bestimmt­heit: ‚Jawohl, wir lie­ben uns!‘
Für Mag­da kam die­se Eröff­nung trotz aller vor­an­ge­gan­ge­nen Kri­sen völ­lig uner­war­tet. Goe­b­bels fuhr fort: ‚Du bist natür­lich die Mut­ter mei­ner Kin­der und die Frau, die zu mir gehört. Aber nach so vie­len Jah­ren, wirst du ein­se­hen, daß ich eine Freun­din … ich mei­ne eine fes­te und ernst­haf­te Freun­din haben muss.‘
Mag­da war so scho­ckiert, daß sie unfä­hig war, etwas dar­auf zu erwi­dern. Er hielt ihr Schwei­gen für Zustim­mung. Mag­da erhob sich, um allein zu sein. Goe­b­bels stand eben­falls auf und nahm sie in die Arme: ‚Ich wuß­te ja, daß ich mich auf dich ver­las­sen kann, liebs­te Mag­da‘, rief er. ‚Du bist und bleibst mei­ne gute Alte.‘  …“

Aus Anja Kla­bun­de: Mag­da Goe­b­bels – Annä­he­rung an ein Leben*

Goe­b­bels‘ „gute Alte“ ist zu die­sem Zeit­punkt 36 Jah­re alt – und zunächst sogar bereit, eine „Ehe zu Dritt“ zu füh­ren. Durch­hal­ten um jeden Preis, in der Hoff­nung, dass „das mit der Baa­ro­va“ irgend­wann ein­mal vor­bei sein wird. „Im Alter gehört er dann ganz mir, sagt sie zu ihrer Freun­din Ello.

Dann erfährt sie, dass Goe­b­bels sei­ner neu­en Freun­din die Ehe ver­spro­chen haben soll, was das Maß, das sie zu ertra­gen bereit ist, voll­macht. Zudem erhält sie uner­war­te­te Unter­stüt­zung von Goe­b­bels Adju­tan­ten Karl Hanke, der Mag­da so ver­ehrt (und ver­mut­lich in sie ver­liebt ist), dass er sei­nen Chef hin­ter­geht.

Zunächst ver­sucht sie, ihren untreu­en Gat­ten mit dem Mate­ri­al, das ihr Hanke zuspielt — besag­te Lis­te mit den Namen sei­ner Gelieb­ten und kopier­te Lie­bes­brie­fe — zu erpres­sen; die­se Metho­de hat­te sich schließ­lich auch beim Ende ihrer Ehe mit Gün­ther Quandt bewährt.
Als Goe­b­bels dar­auf nicht reagiert, setzt sie ihm die Pis­to­le auf die Brust und droht mit Schei­dung.

Dar­auf­hin lenkt Goe­b­bels ein und ver­spricht ihr, sei­ne Liai­son mit der Baa­ro­vá zu been­den. Als er das trotz sei­nes Ver­spre­chens nicht tut (was der getreue Hanke ihr schnell zuträgt), hört sie sich sei­ne Aus­flüch­te und Begrün­dun­gen nicht län­ger an, son­dern flüch­tet sich zum „Füh­rer“.

Dem sind die Lebens­ver­hält­nis­se sei­nes Hof­staa­tes im im Prin­zip egal — es sei denn, sie durch­kreu­zen sei­ne Plä­ne. Und das wür­de die Tren­nung sei­nes NS-Vor­zei­ge­paa­res tun.

Denn man hat den Deut­schen die nied­li­che Kin­der­schar der Goe­b­bels’ in unzäh­li­gen Wochen­schau­en als Sym­bol für das Glück, das vie­le Kin­der mit sich brin­gen, wer­be­wirk­sam prä­sen­tiert: Die Vier-Kin­der-Fami­lie steht ganz oben auf dem Pro­gramm der Natio­nal­so­zia­lis­ten.
Hit­lers ‘Volk ohne Raum’ braucht Nach­wuchs, was man dem Volk durch Pro­pa­gan­da immer wie­der schmack­haft macht.

Und genau die­ses Ide­al hin­ter­treibt Goe­b­bels mit sei­ner Affä­re, noch dazu mit einer Frau aus einem Land, das in die­sem Herbst 1938 sowie­so viel Ärger macht: der Tsche­cho­slo­wa­kei

Der “Füh­rer” zitiert Goe­b­bels und Mag­da auf den Ober­salz­berg und lässt sei­nem Pro­pa­gan­da­mi­nis­ter eines sei­ner berüch­tig­ten “Macht­wor­te” zukom­men — bzw. brüllt es, wie sich der Ver­wal­ter des ‚Berg­hofs‘ spä­ter erin­nert:
… und da hat ihn Hit­ler in sei­nem Arbeits­zim­mer aber laut­stark abkas­siert.“

Als das geklärt ist — wer wie die Goe­b­bels-Kin­der dem net­ten „Onkel Hit­ler“ vor lau­fen­den Kame­ras zum Geburts­tag gra­tu­lie­ren und aus­län­di­schen Staats­gäs­ten Blu­men­sträu­ße über­rei­chen darf, kann kein Schei­dungs­kind sein — wird Mag­da geru­fen und man fährt gemein­sam auf den Kehl­stein, wo das Ver­söh­nungs­fo­to ent­steht, das am nächs­ten Tag im ‚Völ­ki­sche Beob­ach­ter‘ ver­öf­fent­licht wird.

Danach wird das Ehe­paar Goe­b­bels wie­der in sei­nen Ehe­all­tag ent­las­sen.

Der Führer wieder auf dem Obersalzberg Bei einem Besuch auf dem Kehlstein mit seinen Gästen, Reichsminister Dr. Goebbels und Frau mit ihren Kindern Helga, Hilde und Helmut.
Der Füh­rer wie­der auf dem Ober­salz­berg. Bei einem Besuch auf dem Kehl­stein mit sei­nen Gäs­ten, Reichs­mi­nis­ter Dr. Goe­b­bels und Frau mit ihren Kin­dern Hel­ga, Hil­de und Hel­mut.
1938, Bun­des­ar­chiv, Bild 183‑1987-0724–502 / Hein­rich Hoff­mann / CC-BY-SA 3.0

Wer war Magda Goebbels?

Nach Hit­lers Macht­wort erhält Lida Baa­ro­vá in Deutsch­land Spiel­ver­bot und kehrt nach Prag zurück.
Goe­b­bels, der durch sei­ne Affä­re in Ungna­de gefal­len ist, ver­sucht mit allen Mit­teln sei­nen Her­ren wie­der güns­tig zu stim­men und insze­niert ver­mut­lich auch des­halb am 9. Novem­ber 1938 die Reichs­kris­tall­nacht. Mag­da bekommt im Okto­ber 1940 ihr sechs­tes Kind von ihm, die klei­ne Hei­di, die als Ver­söh­nungs­kind gilt.

Wer war Mag­da Goe­b­bels?
Eine eis­kal­te Fana­ti­ke­rin, die ihre Kin­der dem „Füh­rer“ geop­fert hat, oder selbst eine Ver­führ­te? Eine Frau, die ihr per­sön­li­ches Unglück über das aller ande­ren gestellt hat – und schwieg?

Porträt der Familie Goebbels 1942: Mitte Magda Goebbels, Joseph Goebbels mit ihren sechs Kindern Helga, Hildegard, Helmut, Hedwig, Holdine und Heidrun. Dahinter Harald Quandt in der Uniform eines Feldwebels der Luftwaffe (retuschierte Postkarte)
Por­trät der Fami­lie Goe­b­bels 1942: Mit­te Mag­da Goe­b­bels, Joseph Goe­b­bels mit ihren sechs Kin­dern Hel­ga, Hil­de­gard, Hel­mut, Hed­wig, Hol­di­ne und Hei­drun. Dahin­ter Harald Quandt in der Uni­form eines Feld­we­bels der Luft­waf­fe
Von Bun­des­ar­chiv, Bild 146‑1978-086–03 / CC-BY-SA 3.0

… Mag­da ent­spricht in eini­gen Punk­ten nicht dem NS-Ide­al und behält sich eine gewis­se Indi­vi­dua­li­tät vor. Sie raucht, sie trinkt, … sie schminkt sich und läßt sich ihre nach­ge­dun­kel­ten Haa­re fär­ben. Sie lächelt über natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Ein­rich­tun­gen, ver­ach­tet zahl­rei­che Unter­füh­rer der Par­tei und lehnt auch die Gleich­ma­che­rei und den Ver­lust der Indi­vi­dua­li­tät ab. ‚Wenn unse­re Genera­ti­on ver­gan­gen ist, wird es in Deutsch­land kei­ne Kul­tur, kei­ne Hei­ter­keit und kei­ne wirk­li­che Lebens­freu­de mehr geben. Statt des­sen nur noch Dis­zi­plin, blin­den Gehor­sam, Vor­schrif­ten, Befeh­le, BDM und KdF‘,  sagt sie zu ihrer Freun­din Ello Quandt.
Im Gespräch mit Ello äußert Mag­da manch­mal per­sön­li­che und kri­ti­sche Ansich­ten über den Natio­nal­so­zia­lis­mus, doch gegen­über Goe­b­bels oder ihrer übri­gen Umge­bung wagt sie es nicht, so zu spre­chen …“

Aus Anja Kla­bun­de: Mag­da Goe­b­bels – Annä­he­rung an ein Leben*

Sie schwieg auch, als ihr frü­he­rer Stief­va­ter Richard Fried­län­der, an dem sie als Kind zärt­lich hing, im Juni 1938  ins KZ Buchen­wald depor­tiert wird — genau wie im Mai 1933, als sie erfährt, dass ihr Ex-Ehe­mann Gün­ther Quandt ver­haf­tet wor­den ist und anschlie­ßend meh­re­re Mona­te ohne Rechts­grund­la­ge im Gefäng­nis schmort.

Am Ende ihres Lebens ist sie gezeich­net von ihrem Leben — und ihrem Schwei­gen. Nach 7 Gebur­ten und min­des­tens drei Fehl­ge­bur­ten zieht sie sich wegen immer wie­der­keh­ren­der Herz­at­ta­cken und Depres­sio­nen mona­te­lang in exklu­si­ve Sana­to­ri­en zurück.
Hit­lers “ers­te Frau im Reich” wirkt matro­nen­haft. Ihre eiser­ne Selbst­dis­zi­plin und Beherrscht­heit, die sie frü­her durch ihren Charme und ihre Welt­ge­wand­heit über­spie­len konn­te, wird jetzt zur Ver­bis­sen­heit.

Die sechs getöteten Goebbels-Kinder, Mai 1945
Foto aus der sowje­ti­schen Wochen­schau 1945: Die sechs getö­te­ten Goe­b­bels-Kin­der

Wer die sechs Kin­der von Joseph und Mag­da Goe­b­bels umge­bracht hat, ist bis heu­te nicht geklärt.
Ob Mag­da selbst, wie im Film „Der Unter­gang“* von Corin­na Har­fouch meis­ter­haft gespielt, ihre fünf Töch­ter und ihren Sohn im Füh­rer­bun­ker mit grau­en­haf­ter Käl­te und Beherrscht­heit ver­gif­tet hat, um danach in aller See­len­ru­he einer Par­tie Pati­ence zu spie­len, oder ob einer der ver­blie­be­nen Ärz­te im Bun­ker den Auf­trag aus­ge­führt hat, wird man nicht mehr fest­stel­len kön­nen.

Albert Speer, einer der letz­ten, der Mag­da Goe­b­bels lebend gese­hen hat, will sie bleich und stumm wie ein Häuf­chen Elend in ihrem Bett lie­gend ange­trof­fen haben, neben ihr Goe­b­bels, der ihr nicht von der Sei­te weicht.

Laut Speers Erin­ne­run­gen will auch er sie – wie vie­le ande­re im Bun­ker – anfle­hen, die Kin­der zu ret­ten, wird aber durch Goe­b­bels‘ Anwe­sen­heit dar­an gehin­dert.
Speers Dar­stel­lung impli­ziert, dass Goe­b­bels mög­li­cher­wei­se die trei­ben­de Kraft hin­ter der Ermor­dung sei­ner Kin­der gewe­sen sein könn­te.
Aller­dings gilt Speer bei His­to­ri­kern als nicht immer glaub­haf­te Quel­le, weil er nach­weis­lich immer mal wie­der die Ver­gan­gen­heit in sei­nen Erzäh­lun­gen geschönt und glatt­ge­zo­gen hat.  

In ihrem Abschieds­brief an ihren ältes­ten Sohn Harald, schreibt Mag­da: „Die Welt, die nach dem Füh­rer und dem Natio­nal­so­zia­lis­mus kommt ist nicht mehr wert dar­in zu leben und des­halb habe ich auch die Kin­der hier­her mit­ge­nom­men. Sie sind zu scha­de für das nach uns kom­men­de Leben und ein Gnä­di­ger Gott wird mich ver­ste­hen, wenn ich selbst ihnen die Erlö­sung geben wer­de.“   

Copy­right: Agen­tur für Bild­bio­gra­phien, www​.bild​bio​gra​phien​.de, 2020


Lesen Sie im nächs­ten Bei­trag: Die “Kris­tall­nacht” im Novem­ber 1938 war kein plötz­li­cher Aus­bruch des “Volks­zorns” als spon­ta­ne Reak­ti­on auf das Atten­tat des 17jährigen pol­ni­schen Juden Her­schel Grynszpan auf den deut­schen Diplo­ma­ten Ernst Edu­ard vom Rath.
Sie war eine lang geplan­te und akri­bisch vor­be­rei­te­te Gewalt­ak­ti­on gegen Juden — zur Finan­zie­rung des längst beschlos­se­nen Welt­krie­ges.
9. Novem­ber 1938: “Kris­tall­nacht”

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Die His­to­ri­ke­rin Anja Kla­bun­de in ihrer span­nend geschrie­be­nen Roman­bio­gra­phie über den Wer­de­gang von Maria Mag­da­le­na Goe­b­bels, gebo­re­ne Beh­rend, adop­tier­te Fried­län­der, aner­kann­te Rit­schel und geschie­de­ne Quandt.
Lesens­wert!

Anja Kla­bun­de, Mag­da Goe­b­bels: Annä­he­rung an ein Leben*. Gold­mann Ver­lag, 2001

Ein lesens­wer­ter Geschichts-Thril­ler
über die letz­ten 10 Wochen der Wei­ma­rer Repu­blik. Fak­ten­reich und span­nend wird das zähe Rin­gen aller Akteu­re — Hin­den­burg, Hit­ler, Papen, Schlei­cher — um die Macht beschrie­ben.

Rüdi­ger Barth, Hau­ke Fried­richs, Die Toten­grä­ber: Der letz­te Win­ter der Wei­ma­rer Repu­blik*, S. FISCHER Ver­lag, 2018

Eine der bes­ten Goe­b­bels-Bio­gra­phien,
die den Men­schen, das Mons­ter, sein Ver­hält­nis zu Hit­ler und auch die Wirk­me­cha­nis­men sei­ner Pro­pa­gan­da-Mani­pu­la­ti­on sehr lesens­wert und gut ver­ständ­lich erklärt.
Ein sehr emp­feh­lens­wer­tes Buch für alle, die sich ein­ge­hen­der mit der NS-Dik­ta­tur beschäf­ti­gen.
Peter Lon­ge­rich, Joseph Goe­b­bels: Bio­gra­phie*, 912 Sei­ten, Pan­the­on Ver­lag, 2012

Hit­ler und die Frau­en
Ein span­nen­des Buch über die Frau­en der Nazi­grö­ßen und ein her­vor­ra­gen­der Blick hin­ter die Kulis­sen der NS-High­so­cie­ty, durch den man vie­les viel bes­ser ver­ste­hen und nach­voll­zie­hen kann.
Sehr gut geschrie­ben und sehr lesens­wert!

Anna Maria Sig­mund, Die Frau­en der Nazis*. Wil­helm Hey­ne Ver­lag, Mün­chen, 2013

Ein span­nen­des Buch, das nicht nur mit dem Bild vom “blon­den Dumm­chen” in Hit­lers Schlepp­tau Schluss macht, son­dern auch einen sehr genau­en Blick auf die Struk­tu­ren, Abhän­gig­kei­ten und Macht­spiel­chen inner­halb der Füh­rer-Cli­que wirft. Defi­ni­tiv kei­ne Strand­lek­tü­re, aber sehr emp­feh­lens­wert für alle, die mehr über das Leben mit Adolf Hit­ler wis­sen wol­len.
Hei­ke B. Gör­te­ma­ker: Eva Braun — Leben mit Hit­ler**, C.H.Beck Ver­lag, 2019

Die letz­ten Tage des Drit­ten Rei­ches.
Der gan­ze Irr­witz des natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Sys­tems in einem Film — muss man gese­hen haben! Nach einem Tat­sa­chen­ro­man von Joa­chim Fest, mit Bru­no Ganz (Adolf Hit­ler), Corin­na Har­fouch (Mag­da Goe­b­bels), Alex­an­dra Maria Lara (Hit­lers Sekre­tä­rin Traudl Jun­ge) und vie­len wei­te­ren groß­ar­ti­gen Schau­spie­lern.

Oli­ver Hirsch­bie­gel (Regie), Der Unter­gang*, Con­stan­tin Film, 2005, FSK 12

Die Macht­er­grei­fung 1933, der Mythos ‘Auto­bahn­bau’, Röhm-Putsch
- und vie­les mehr über­sicht­lich und sehr infor­ma­tiv beschrie­ben und mit tol­len Bil­dern gezeigt. Der Wer­de­gang Hit­lers und der NSDAP und die ers­ten 1000 Tage des Nazi-Regimes in span­nen­den Tex­ten und Fotos — sehr lesens­wert!

GEO Epo­che, Deutsch­land unter dem Haken­kreuz, Teil 1: 1933 — 1936. Die ers­ten 1000 Tage der Dik­ta­tur*
Gru­ner + Jahr, 2013

Wei­ter­füh­ren­de Bei­trä­ge:

Da Goe­b­bels nicht nur ein fana­ti­scher Tage­buch­schrei­ber war, son­dern auch sein Lie­bes­le­ben akri­bisch notiert (und durch­num­me­riert) hat, weiß man heu­te sehr genau über die Roman­ze zwi­schen dem Gau­lei­ter von Ber­lin und der schö­nen Mag­da Quandt Bescheid.
Wie alles begann — der 1. Teil der Lebens­ge­schich­te von Mag­da Goe­b­bels:
Mag­da Goe­b­bels (1): “Eine schö­ne, schö­ne Frau”

Hit­ler und die Frau­en: Adolf Hit­ler hat­te ein sehr gro­ßes Inter­es­se an Frau­en (und umge­kehrt) und war bei wei­tem nicht der “ein­sa­me Wolf”, als der er sich in der Öffent­lich­keit ger­ne dar­stel­len ließ. Adolf Hit­ler, die Frau­en und sein bri­ti­sches Tech­tel­mech­tel.
Vom It-Girl zur Wal­kü­re: Die Welt der Unity Mit­ford

NS-Erzie­hung: Es war wäh­rend des Drit­ten Rei­ches ein Best­sel­ler und galt als d e r Leit­fa­den zur Kin­der­er­zie­hung. Über die NS-Päd­ago­gik und Johan­na Haa­rers Mach­werk.
Zwi­schen Drill und Miss­hand­lung: Die deut­sche Mut­ter und ihr ers­tes Kind

Sude­ten­deutsch­land: Kon­rad Hen­lein, Sude­ten­deut­scher mit tsche­chi­schem Groß­va­ter, war Turn­leh­rer und woll­te nach eige­nem Bekun­den auch nie etwas ande­res sein. Er wur­de zum Aus­hän­ge­schild natio­nal­so­zia­lis­ti­scher Sude­ten­deut­scher, die in den 1930er Jah­re kräf­tig am Welt­frie­den zün­del­ten. War Hen­lein nur Hit­lers Mario­net­te und Brand­stif­ter — oder auch Bie­der­mann mit einem eigent­lich ernst­haf­ten Anlie­gen?
Bie­der­mann oder Brand­stif­ter: Kon­rad Hen­lein

Was begeis­ter­te Mil­lio­nen Men­schen an Adolf Hit­ler, war­um folg­ten sie ihm bis in den Unter­gang? Ging es tat­säch­lich nur um Arbeit und Volks­ge­mein­schaft — oder steckt mehr hin­ter dem “Phä­no­men Hit­ler”?
Die Erlaub­nis zu has­sen

Wei­ter­füh­ren­de Links:

Wie es nach Mag­das Tod wei­ter­ging: Harald Quandt und sei­ne Töch­ter
https://​www​.cice​ro​.de/​w​i​r​t​s​c​h​a​f​t​/​d​i​e​-​e​r​b​e​n​-​d​e​r​-​m​a​g​d​a​-​g​o​e​b​b​e​l​s​/​3​6​616

59 sehens­wer­te Film­mi­nu­ten mit vie­len Wochen­schau-Aus­schnit­ten über Mag­da Goe­b­bels — die Gefolgs­frau (ORF, aus der Rei­he ‘Hit­lers Frau­en’)
https://​www​.dai​l​y​mo​ti​on​.com/​v​i​d​e​o​/​x​7​s​q​k2m

Bild­nach­wei­se:

Bun­des­ar­chiv Bild 183-R32860, Ber­lin, Trau­ung von Joseph und Mag­da Goe­b­bels / Autor unbe­kannt / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de. Trau­ung von Joseph und Mag­da Goe­b­bels auf Gut Seve­rin bei Par­chim (Meck­len­burg), auf dem Weg zur Kir­che. Im Hin­ter­grund der Trau­zeu­ge Hit­ler.
Mag­da und Joseph Goe­b­bels mit ihren Kin­dern Hil­de­gard, Hel­mut, Hel­ga (v. l. n. r.), 1937
Von Bun­des­ar­chiv, Bild 183‑1987-0724–503 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de
Logo der Uni­ver­sum-Film-AG (Ufa) von 1917 bis 1991 mit Haupt­sitz und Stu­di­os im Pots­da­mer Stadteil Babels­berg. Gemein­frei
Lída Baa­ro­vá (1940), gemein­frei
Bun­des­ar­chiv, Bild 183‑1987-0724–502 / Hein­rich Hoff­mann / CC-BY-SA 3.0
Ober­salz­berg, Besuch Fami­lie Goe­b­bels bei Adolf Hit­ler, Der Füh­rer wie­der auf dem Ober­salz­berg. Bei einem Besuch auf dem Kehl­stein mit sei­nen Gäs­ten, Reichs­mi­nis­ter Dr. Goe­b­bels und Frau mit ihren Kin­dern Hel­ga, Hil­de und Hel­mut.
1938, Autor: Hein­rich Hoff­mann
Por­trät der Fami­lie Goe­b­bels 1942: Mit­te Mag­da Goe­b­bels, Joseph Goe­b­bels mit ihren sechs Kin­dern Hel­ga, Hil­de­gard, Hel­mut, Hed­wig, Hol­di­ne und Hei­drun. Dahin­ter Harald Quandt in der Uni­form eines Feld­we­bels der Luft­waf­fe (retu­schier­te Post­kar­te, erstellt: 1. Janu­ar 1944), Von Bun­des­ar­chiv, Bild 146‑1978-086–03 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de
Foto aus der sowje­ti­schen Wochen­schau 1945: Die sechs getö­te­ten Goe­b­bels-Kin­der, gemein­frei


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295650coo­kie-checkMag­da Goe­b­bels (2): Der Bock von Babels­berg

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