Die Äquatortaufe

Von Andre­as See­li­ger

Die Äquatortaufe von Andreas Seeliger

Bild: Archiv Andre­as See­li­ger

Die Äqua­tor­tau­fe ist ein alter Ini­tai­ti­ons­ri­tus für See­leu­te, der noch aus der Zeit der Ent­deck­er­rei­sen stammt. Damals fürch­te­te man die lebens­ge­fäht­li­che Pas­sa­ge über den Äqua­tor. Gegen die töd­li­chen Gefah­ren soll­ten Mut und Gläu­big­keit hel­fen, bekräf­tigt wur­de bei­des durch eine Tau­fe. Mit der Zeit ver­lo­ren die Äqua­to­ren­fahr­ten ihren Schre­cken; getauft wur­de trotz­dem. Zur Belus­ti­gung der Mann­schaft, aber auch um die Men­ge an Genuss­mit­teln für Nep­tun, sei­ne Gat­tin The­tes und für ihre Gehil­fen —  Pas­tor, Ster­nen­gu­cker, Arzt, Fri­seur und “Neger” — zu erhö­hen.

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Hamburg auf den Barrikaden

Hafen­ar­bei­ter an einer Anle­ge­stel­le im Ham­bur­ger Hafen im Jahr 1900. Von Johann Hamann (1859–1935), Gemein­frei

1923. Fünf Jah­re sind seit dem Ende des Welt­krie­ges ver­gan­gen, aber Deutsch­land kommt nicht zur Ruhe. In Ham­burg üben die Kom­mu­nis­ten Welt­re­vo­lu­ti­on und für weni­ge Stun­den gibt es eine „Sowjet­re­pu­blik Stor­marn“. Ernst Thäl­mann, Ham­burgs cha­ris­ma­ti­scher KPD-Füh­rer, bringt sich für sei­ne wei­te­re Kar­rie­re in Stel­lung, Sta­lin und Hit­ler mischen auch schon irgend­wie mit.

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Die Welt ist friedlos geworden. Albert Ballin, der „Reeder des Kaisers“

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Albert Bal­lin, Sport & Salon August 26, 1917, p.9

Er war das 13. Kind eines däni­schen Juden in Ham­burg und hat sich mit nur weni­gen Schul­jah­ren und ohne Stu­di­um zum Gene­ral­di­rek­tor der größ- ten Ree­de­rei der Welt, der Hapag, hoch­ge­ar­bei­tet.
Mit Geschick und Fleiß wird er schließ­lich zum „Ree­der des Kai­sers“, der ihm, den „jüdi­schen Par­ve­nü“, wie ihn nei­di­sche Höf­lin­ge nen­nen, freund­schaft­lich ver­bun­den ist. In vie­lem sind sich der Kai­ser und sein Ree­der einig, aber in der Fra­ge über Krieg oder Frie­den schei­den sich ihre Geis­ter. Nach­dem der ers­te Welt­krieg auch sein Lebens- werk zer­stört hat, nimmt Albert Bal­lin Gift und stirbt am 9. Novem­ber 1918 im Alter von 61 Jah­ren.

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