Szenen einer arrangierten Ehe: Prinzregent George & Caroline

Histo­ry 18. und 19. Jahrhundert

Szenen einer arrangierten Ehe


Der Prin­ce of Wales, der spä­te­re König Geor­ge IV., kann sei­ne Finan­zen nicht in Ord­nung hal­ten. Von sei­nem auf­wän­di­gen Lebens­stil fast rui­niert, wil­ligt er in einen Hei­rats­han­del mit dem Par­la­ment ein und hei­ra­tet sei­ne Cou­si­ne Caro­li­ne von Braun­schweig.

Das ein­zi­ge Pro­blem: Das Braut­paar kann sich nicht ausstehen. 

Szenen einer arrangierten Ehe: George IV. von England und Caroline von Braunschweig in der Regency-Zeit

Die Briten und ihr Dandy-Prinz

Mit die­sem Prin­ce of Wales, der wegen sei­ner Lei­bes­fül­le auch als „Prin­ce of Wha­les“ − Prinz der Wale – ver­spot­tet wird, ist kein Staat zu machen. Der eng­li­sche Thron­fol­ger Geor­ge (1762 – 1830) ist fett, eitel, exzen­trisch und ego­zen­trisch.

Für dynas­ti­sche Zwe­cke ist die­ser Prinz völ­lig unge­eig­net.

Er selbst sieht das natur­ge­mäß anders und bezeich­net sich ger­ne als füh­ren­den Gen­tle­man Euro­pas.
Beson­ders stolz ist er dar­auf, zum inner cir­cle des legen­dä­ren Lon­do­ner Dan­dys Geor­ge „Beau“ Brum­mell zu gehören.

Karikatur von Beau Brummell aus dem Jahr 1805 – berühmter Dandy der Londoner Regency-Gesellschaft

Kar­ri­ka­tur von Geor­ge Beau” Brum­mell (1805) Vor­zei­ge-Dan­dy der fei­nen Lon­do­ner Gesellschaft

Brum­mells wich­tigs­te Lebens­leis­tung besteht dar­in, sich beson­ders sorg­fäl­tig zu klei­den

Er ver­lässt das Haus erst nach einer mehr­stün­di­gen Pro­ze­dur in per­fekt sit­zen­der und auf­ein­an­der abge­stimm­ter Gar­de­ro­be und ern­tet dafür in der fei­nen Lon­do­ner Gesell­schaft viel Auf­merk­sam­keit und Bewun­de­rung.

Einer sei­ner glü­hends­ten Ver­eh­rer ist Prinz Geor­ge, der, wie vie­le ande­re Gen­tle­men sei­ner Zeit, eif­rig bemüht ist, Brum­mells Dan­dy-Style zu kopieren.

Aller­dings ist Kron­prinz Geor­ge auch für ande­re Lebens­ge­nüs­se offen, was dazu führt, dass er ab sei­nem drei­ßigs­ten Lebens­jahr unter sei­ner fei­nen Gar­de­ro­be ein Kor­sett aus Fisch­bein tra­gen muss, das sei­ne Die­ner takt­voll als „Gür­tel“ bezeich­nen.

Auch die flot­ten Hals­tü­cher, das Mar­ken­zei­chen aller Dan­dys, sind für Geor­ge viel mehr als ein modi­sches Acces­soires.
Sie die­nen dazu, sein Dop­pel­kinn zu ver­ber­gen. Mit den Jah­ren auch das drit­te und das vier­te Kinn, das sich mit der Zeit bil­det.

Sei­nem Selbst­be­wusst­sein konn­ten all die­se Unbil­de nichts anha­ben.

Auch nicht, dass er als Kron­prinz, Prinz­re­gent und spä­ter König Geor­ge IV. beim Volk völ­lig unten­durch war und sein Leben lang mit Hohn, Spott und schlech­ter Pres­se zu kämp­fen hatte.

Die Briten und ihr Parlament: König ja — aber das Parlament hat immer das letzte Wort

Geor­ges schlech­tes Ver­hält­nis zu Pres­se und Volk bringt das Königs­haus immer wie­der in Bedräg­nis.
Denn anders als im rest­li­chen Euro­pa regie­ren bri­ti­sche Köni­ge schon längst nicht mehr allei­ne.

Die Bri­ten waren in Sachen Revo­lu­ti­on ihren Nach­barn weit vor­aus und hat­ten die Macht ihrer Mon­ar­chen schon viel frü­her als alle ande­ren zurecht­ge­stutzt.

Schlech­te Stim­mung bei Pres­se und Volk kann sich das bri­ti­sche Königs­haus des­halb schon seit Jahr­hun­der­ten nicht mehr so ein­fach leis­ten.

Der bri­ti­sche Bür­ger­krieg zwi­schen König und Par­la­ment hat­te rund 150 Jah­re vor Beginn der fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on, im Jahr 1642, statt­ge­fun­den. Danach gab es ein merk­wür­di­ges Hin und Her zwi­schen Demo­kra­tie und Diktatur.

Der Weg zur Volks­sou­ve­rä­ni­tät gestal­te­te sich auf der Insel mehr als “work in pro­gress.

Das blu­ti­ge Hau­ruck-Ver­fah­ren und „Kopf ab!“ der fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on 1789 gefiel den Bri­ten offen­bar nicht (geköpft wur­de trotz­dem, aber sel­te­ner und diskreter).

1660 zog man einen Schluss­strich unter das Kapi­tel Bür­ger­krieg, indem man den Puri­ta­ner Oli­ver Crom­well köp­fen ließ und Karl II. zum König krön­te.

Mit des­sen Nach­fol­ger Wil­helm III. von Ora­ni­en kehr­te dann end­lich Ruhe auf der Insel ein.
Man fand einen Kom­pro­miss, mit den bis heu­te alle gut leben kön­nen: König ja, aber das Par­la­ment hat immer das letz­te Wort.

Seit 1669 garan­tie­ren die Bills of Right den bri­ti­schen Unter­ta­nen wich­ti­ge Bür­ger­rech­te, bei­spiels­wei­se die Immu­ni­tät der Par­la­men­ta­ri­er, unab­hän­gi­ge Gerich­te und freie Wah­len.

Anfangs natür­lich nur für Män­ner und nur für die fünf Pro­zent der Bevöl­ke­rung, die über ein ent­spre­chend hohes Ein­kom­men ver­füg­ten.

Aber immer­hin.
Die abso­lu­tis­ti­schen Mon­ar­chien auf der ande­ren Sei­te des Ärmel­ka­nals waren noch Licht­jah­re von sol­chen Errun­gen­schaf­ten entfernt.

George III. kommt nicht zur Ruhe

König Geor­ge III. (1738 – 1820), Vater des dicken Geor­ge und Groß­va­ter der spä­te­ren Queen Vic­to­ria, saß also nicht allein auf dem Thron, son­dern regier­te gemein­sam mit einem Par­la­ment.

Dort geben zwei Par­tei­en den Ton an: die Whigs, die Par­la­ments­par­tei (und spä­te­ren Libe­ra­len), und die Torys, die Königs­treu­en (heu­te die Konservativen).

König George III. von Großbritannien im Porträt von Johan Zoffany aus den Jahren 1771/1772

König Geor­ge III. (1738 – 1820), auch bekannt als „Far­mer George”

Pri­vat mag es Geor­ge III. lie­ber ruhig.
Er ist am liebs­ten auf dem Land und baut an sei­nen Schlös­sern und Park­an­la­gen, was ihm den Bein­na­men „Far­mer Geor­ge” ein­bringt.

Doch zum ruhi­gen Land­le­ben kommt er nicht oft, denn aus­ge­rech­net in dem hal­ben Jahr­hun­dert sei­ner Regent­schaft machen sich ande­re­re dar­an, die Welt kom­plett umzukrempeln.

Zunächst zie­hen die Bri­ten an der Sei­te Fried­rich des Gro­ßen in den Sie­ben­jäh­ri­gen Krieg (1756 – 1763).

Ein kräf­te­zeh­ren­der Krieg — his­to­risch der inof­fi­zi­el­le ers­te Welt­krieg”, weil so vie­le Län­der dar­an betei­ligt sind. Aber immer­hin kön­nen die Bri­ten ihren alten Feind Frank­reich emp­find­lich schwä­chen und ihnen die hei­ßes­te Neu­erwer­bung jener Zeit, die Kolo­nien in Nord­ame­ri­ka, abja­gen.

Die Freu­de über die neu­ge­won­ne­nen Kolo­nien währt aller­dings kurz, denn schon zehn Jah­re spä­ter schmei­ßen auf­rüh­re­ri­sche Nord­ame­ri­ka­ner bei der Bos­ton Tea Par­ty fei­nen eng­li­schen Tee, für den sie kei­nen Zoll zah­len wol­len, ins Meer.

Damit beginnt der ame­ri­ka­ni­schen Unab­hän­gig­keits­krieg, in dem Ame­ri­ka — das übri­gens vom abso­lu­tis­ti­schen Frank­reich unter­stützt wur­de — für Groß­bri­tan­ni­en sehr schmerz­haft und ein für alle­mal wie­der ver­lo­ren geht.

Kur­ze Zeit spä­ter revol­tier­ten die Fran­zo­sen und als die Revo­lu­ti­on in Frank­reich sich ver­selbst­stän­digt und ihre Kin­der gefres­sen hat­te, putscht sich ein Kor­se namens Napo­le­on an die Macht, über­rennt mit sei­nen Armeen die hal­be Welt und wird auch für Groß­bri­tan­ni­en zur ernst­haf­ten Bedrohung.

Wahnsinn auf dem Thron: George III. verliert den Verstand

Zwei Jahr­zehn­te lang ‚von 1792 bis 1814, bie­ten die Bri­ten Napo­le­on und sei­ner Armee in kost­spie­li­gen Krie­gen die Stirn.
Wenigs­tens eine Nati­on muss­te Napo­le­on und Frank­reich davon abhal­ten, ganz Euro­pa und den Rest der Welt zu über­ren­nen — und das waren die Bri­ten und ihr König Geor­ge III.

Als der Kampf gegen Napo­le­on end­lich been­det ist, ist der bri­ti­sche König nicht mehr bei Sin­nen.

Dar­an ist aller­dings nicht sei­ne auf­rei­ben­de Regent­schaft schuld, son­dern eine Erb­krank­heit: Der alte König ist geis­tig völ­lig umnach­tet, und stirbt lang­sam an Por­phy­rie, einer sel­te­nen erb­li­chen Erkran­kung des Blut­sys­tems, die unbe­han­delt zu Hirn­schä­den und Stö­run­gen bei der Blut­ge­rin­nung führt.

Far­mer Geor­ge däm­mert vor sich hin und bekommt von sei­ner Umwelt so gut wie nichts mehr mit.

(Queen Vic­to­ria wird die­se Krank­heit als Trä­ge­rin an ihre zahl­rei­chen Nach­kom­men wei­ter­ge­ben. Unter ande­rem lei­det des­halb einer ihrer Enkel­söh­ne, der rus­si­sche Zare­witsch, an der Blu­ter­krank­heit.)

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Bridgerton

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Bridgerton in echt: Georges Regency-Zeit zwischen Luxus und Krise

Nach­dem König Geor­ge III. nicht mehr zurech­nungs­fä­hig ist, über­nimmt 1811 sein ältes­ter Sohn Geor­ge die Regie­rungs­ge­schäf­te und wird Prinz­re­gent.

Da er nicht nur ein begeis­ter­ter Dan­dy ist, son­dern auch ger­ne und viel baut, erin­nert der Name der Stil­epo­che Regen­cy an Geor­ges Prinzregentenzeit.

George IV. von England als Prinzregent und Dandy der Regency-Zeit, Lithographie von 1821

Geor­ge IV von Eng­land
Litho­gra­phie 1821

Von der länd­li­chen Idyl­le sei­nes Vaters hat der Prinz­re­gent noch nie viel gehal­ten.

Als er 1780 end­lich voll­jäh­rig ist, bin­det er sich sein Hals­tüch­lein um und stürzt sich als Dan­dy und Lebe­mann ins mun­te­re Lon­do­ner Trei­ben.

Nach meh­re­ren skan­da­lö­sen und kost­spie­li­gen Lieb­schaf­ten hei­ra­te­te er 1785 im Alter von 23 Jah­ren eine jun­ge Frau. Sie ist ermut­lich die unpas­sends­te Par­tie, die er fin­den konn­te: eine Bür­ger­li­che, Irin und auch noch Katholikin.

Sein Vater, König Geor­ge III., zu die­sem Zeit­punkt noch im Voll­be­sitz sei­ner geis­ti­gen Kräf­te (zumin­dest offi­zi­ell), hät­te die­ser Ehe­schlie­ßung nie­mals zuge­stimmt.

Des­we­gen infor­miert der Kron­prinz vor­sichts­hal­ber weder König noch Par­la­ment über sei­ne Hei­rat und ver­stößt damit gegen sämt­li­che Regeln, an die sich ein bri­ti­scher Thron­fol­ger bis heu­te hal­ten muss.

Prinz­re­gent Geor­ges ers­te heim­lich Ehe wird Geschich­te schrei­ben — und ihn erpress­bar machen.

Eine Braut gegen Schulden: Der teuerste Heiratshandel Englands

Zehn Jah­re spä­ter — es ist das Jahr 1795, auf der ande­ren Sei­te des Ärmel­ka­nals tobt die Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on mit Guil­lo­ti­ne und blu­ti­gem Ter­ror — hat Kron­prinz Geor­ge ein gro­ßes Pro­blem: Er ist plei­te.

Der Prin­ce of Wales hat sein beträcht­li­ches Ver­mö­gen abge­wirt­schaft und steht so in der Krei­de, dass er ange­sichts sei­ner Schul­den nicht mehr wei­ter weiß.

Schließ­lich lässt er sich in sei­ner Not auf einen Hei­rats­han­del ein – das Was­ser steht ihm wirk­lich bis zum Hals­tuch – , um sei­nen finan­zi­el­len Ruin abzu­wen­den.

Das Par­la­ment ver­spricht, sei­ne ers­te Ehe zu ver­tu­schen, für die Til­gung sei­ner Schul­den zu sor­gen und sei­ne Apa­na­ge kräf­tig zu erhö­hen, wenn er sich im Gegen­zug bereit erklärt, stan­des­ge­mäß zu hei­ra­ten.

Geor­ge wil­ligt in die arran­gier­te Ehe ein und eine pas­sen­de Braut wird für ihn gesucht.

Caroline von Braunschweig-Wolfenbüttel im Porträt von Sir Thomas Lawrence aus dem Jahr 1804

Por­trait Caro­li­ne von Braun­schweig-Wol­fen­büt­tel, 1804
Sir Tho­mas Law­rence, Natio­nal Por­trait Gallery

Die pas­sen­de Braut ist schnell gefun­den: Geor­ge soll sich mit sei­ner Cou­si­ne Caro­li­ne von Braun­schweig-Wol­fen­büt­tel ver­mäh­len, der selbst­be­wuss­ten Toch­ter einer Schwes­ter von Geor­ge III.

Caro­li­nes Vater ist ein Kriegs­held und der Lieb­lings­nef­fe Fried­richs des Gro­ßen.

Eine pas­sen­de und stan­des­ge­mäß hoch­ade­li­ge Braut also, per­fekt für eine arran­gier­te Ehe.

Aller­dings ist Caro­li­ne mit 27 Jah­ren für die­se Zeit eine ziem­lich alte Braut.
Und eine, das wird Geor­ge schnell fest­stel­len müs­sen, die sich nichts gefal­len lässt.

Der Prinzregent und Caroline: Abneigung auf den ersten Blick

Es wird zum Desas­ter.
Als sich die Braut­leu­te im April 1795 drei Tage vor der geplan­ten Hoch­zeit das ers­te Mal sehen, erfasst bei­de sofort eine tie­fe Abnei­gung.

Nach einer kur­zen Begrü­ßung lässt Geor­ge sei­ne Braut ste­hen und ver­langt nach einem Bran­dy.

Caro­li­ne ist pikiert und begeht im Eifer des Gefechts den ver­mut­lich kata­stro­phals­ten Feh­ler ihrer lan­gen und unglück­li­chen zukünf­ti­gen Ehe: Sie mäkelt in Hör­wei­te einem Ver­trau­ten gegen­über, dass ihr Bräu­ti­gam auf Por­träts wesent­lich bes­ser aus­se­hen wür­de als in natu­ra.

Das ist ein har­ter Schlag unter die Gür­tel­li­nie für einen eit­len Mann wie Geor­ge.
Eine Bemer­kung, die für ihn Grund genug für lebens­lan­gen Hass ist.

Die töd­lich belei­dig­te Ant­wort Geor­ges kommt post­wen­dend: Er fin­det sei­ne Braut unat­trak­tiv, bemän­gelt ihre wenig zurück­hal­ten­de Art, moniert nach der Hoch­zeits­nacht ihre man­geln­de Hygie­ne und hält spä­ter schrift­lich fest, dass er mit ihr nur drei Mal Geschlechts­ver­kehr gehabt habe.

Mein Mann ist eine Null“: Der Ehe-Krieg der Frischvermählten

Immer­hin hält die Ehe lan­ge genug, um eine klei­ne Thron­er­bin zu zeu­gen.
Pünkt­lich neun Mona­te nach der Hoch­zeit, im Janu­ar 1796, wird die Thron­fol­ge­rin, Prin­zes­sin Char­lot­te Augus­ta, gebo­ren.

Weni­ge Wochen nach der Geburt der klei­nen Prin­zes­sin, teilt der Prin­ce of Wales sei­ner Ehe­frau Caro­li­ne schrift­lich mit, dass er die Absicht habe, sich von ihr zu tren­nen.

Nach der Geburt der klei­nen Thron­er­bin weist Geor­ge dar­auf hin, dass er auf die Aus­übung sei­ner ehe­li­chen Rech­te zukünf­tig auch dann ver­zich­ten wer­de, wenn ihrer gemein­sa­men Toch­ter Char­lot­te Augus­ta etwas zusto­ßen soll­te.

Er ver­fasst sein Tes­ta­ment und ver­macht sein Ver­mö­gen sei­ner ers­ten „inof­fi­zi­el­len“ Frau.
Caro­li­ne als offi­zi­el­le Gat­tin soll im Fal­le sei­nes Todes einen ein­zi­gen Schil­ling erhal­ten.

Caro­li­ne stört das wenig, denn sie ist von ihrem Ehe­mann und sei­nen nar­ziss­ti­schen Allü­ren alles ande­re als begeis­tert: „Mon père etait un héros, mon mari est un zéro” (Mein Vater war ein Held, mein Mann ist eine Null), ist ihre Mei­nung zum The­ma.

Sie zieht mit ihrer Toch­ter aufs Land und führt für die dama­li­ge Zeit ein uner­hört unkon­ven­tio­nel­les Leben als allein­er­zie­hen­de Mut­ter.

Besu­cher berich­ten ver­stört, dass sie von der Gemah­lin des Thron­fol­gers auf dem Boden lie­gend emp­fan­gen wur­den, weil sie dort mit ihrer Toch­ter spiel­te. Die bri­ti­sche Aris­to­kra­tie rümpft die Nase, aber die ein­fa­chen Leu­te sind begeis­tert von der ver­sto­ße­nen Ehe­frau ihres unge­lieb­ten Prin­ce of Wales.

Szenen einer arrangierten Ehe: Carolines Unglück

Doch Caro­li­nes Mut­ter­glück währt nur kurz.

Irgend­je­mand bei Hofe muss auf­ge­fal­len sein, dass die klei­ne Thron­er­bin — Geor­ges ein­zi­ges legi­ti­mes Kind — viel zu kost­bar ist, um sie einer Mut­ter zu über­las­sen, die vor Gäs­ten auf dem Boden her­um­kriecht und des­halb allen Anschein nach ein lie­der­li­ches Leben führt.

George IV. im Krönungsornat bei seiner Krönung 1821 in Westminster Abbey

Geor­ge IV im Krö­nungs­or­nat 1821
Von Tho­mas Lawrence

Geor­ge lässt sei­ne Toch­ter zu sich holen, um sie stan­des­ge­mäß zu erzie­hen, Caro­lin darf ihr Kind nur noch zwei Mal im Monat besu­chen.

Kur­ze Zeit spä­ter ver­langt Geor­ge die Schei­dung. Er will die arran­gier­te Ehe mit Caro­li­ne end­lich been­den.

Das Unglück am bri­ti­schen Königs­haus nimmt sei­nen Lauf …

Mehr lesen:

Die arran­gier­te Ehe zwi­schen Prinz­re­gent Geor­ge und sei­ner Cou­si­ne Caro­li­ne von Braun­schweig ist von Anfang an unglück­lich. Jetzt, als König, will Geor­ge sei­ne Frau end­lich los­wer­den. Und muss fest­stel­len, dass sich in sei­nem König­reich Kre­ti und Ple­thi schei­den las­sen kön­nen — nur er nicht.
Pains and Pen­al­ties: Schei­dung auf britisch

Copy­right: Agen­tur für Bild­bio­gra­phien, www​.bild​bio​gra​phien​.de 2016, über­ar­bei­tet 2026


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Wenn nach der Mär­chen­hoch­zeit nicht mehr viel übrig bleibt …

Arran­gier­te Ehen gibt es heu­te (glück­li­cher­wei­se!) nur noch sel­ten, trotz­dem schei­tern vie­le Bezie­hun­gen.
Die­ses Buch zeigt klug und ehr­lich, war­um Bezie­hun­gen oft nicht am „fal­schen Part­ner“, son­dern an unge­lös­ten inne­ren Kon­flik­ten schei­tern — und wie ech­te Nähe trotz­dem mög­lich wer­den kann.


Weiterführende Beiträge zu Geschichte & Psychologie:

Nar­ziss­mus: “Dou­ble Bind” — egal was Du tust, es wird das Fal­sche sein — ist die Masche, mit der Nar­ziss­ten ihre Mit­men­schen mani­pu­lie­ren. Aber was ist Nar­ziss­mus, woher kommt er — und kann man Nar­ziss­ten hei­len, ret­ten oder ihnen ent­kom­men?
Das Zeit­al­ter der Narzissten?

Die fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on, Napo­le­on und ganz neue Gefüh­le: Das 19. Jahr­hun­dert ent­deckt die gro­ße Lie­be, die mit Napo­le­on nicht nur in Mode, son­dern über ganz Euro­pa kommt. Die Epo­chen vom Abso­lu­tis­mus zum Bie­der­mei­er
Mätres­sen­wirt­schaft, Revo­lu­ti­on und die gro­ße Liebe

Sex und Poli­tik: Den Köni­gen und Aris­to­kra­ten war das poli­ti­sche Tages­ge­schäft oft zu müh­sam — sehr zur Freu­de ihrer Gelieb­ten, die manch­mal sehr viel Ver­gnü­gen an Macht, Ein­fluss und am Regie­ren hat­ten. Die berühm­tes­te und ein­fluss­reichs­te „maî­tres­se en tit­re“ in der Geschich­te war die Mar­qui­se de Pom­pa­dour, die legen­dä­re Gelieb­te des Uren­kels des Son­nen­kö­nigs, König Lud­wig XV.
Die Mar­qui­se de Pompadour

Mut­ter­lie­be: Mut­ter­lie­be sorgt dafür, dass Frau­en über sich hin­aus­wach­sen und Din­ge tun, die sie nor­ma­ler­wei­se für ande­re Men­schen nicht tun wür­den. Fehlt Mut­ter­lie­be, muss ein Kind also „mut­ter­see­len­al­lein“ auf­wach­sen, wird es die­sen Man­gel ein Leben lang spü­ren. Aber was ist Mut­ter­lie­be, und wie lässt sie sich erklä­ren?
Was heißt schon Mutterliebe?



Bild­nach­wei­se:

Kar­ri­ka­tur von „Beau“ Brum­mell (1805) By Robert Digh­ton — Color ver­si­on scan­ned from Priestley’s The Prin­ce of Plea­su­re by H. Churchyard, Public Domain
Por­trait of Geor­ge III of the United King­dom (1771/1772), Johan Zoff­a­ny , Roy­al Coll­ec­tion object 402939, gemein­frei
Geor­ge IV (1821) by G. Atkin­son, Brigh­ton, UKIm­me­dia­te source: Samm­lung de Salis„ Public domain
Por­trait of Caro­li­ne of Bruns­wick (1804), By Sir Tho­mas Law­rence, Natio­nal Por­trait Gal­lery, Public Domain
Geor­ge IV (1816) By Tho­mas Law­rence — File:George IV coronation.jpg from Roy­al Coll­ec­tion object 405918, Public domain


Generationengespräch

Geschich­te und Psy­cho­lo­gie
Ver­gan­ge­nes ver­ste­hen, um mit der Zukunft bes­ser klar zu kommen.


Geschichte und Psychologie Vergangenheit verstehen um mit der Zukunft besser klar zu kommen
Dr. Susanne Gebert

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Geschich­te & Psy­cho­lo­gie
Die Ver­gan­gen­heit ver­ste­hen, um mit der Zukunft bes­ser klar zu kommen

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Susan­ne Autorin bei Gene­ra­tio­nen­ge­spräch & Agen­tur für Bildbiographien
Dr. Susan­ne Gebert schreibt über Psy­cho­lo­gie, Fami­li­en­ge­schich­te und emo­tio­na­le Prä­gun­gen. In ihrem Blog „Gene­ra­tio­nen­ge­spräch“ zeigt sie, wie unse­re Kind­heit uns formt – und wie wir uns von alten Mus­tern lösen können. 

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