Hamburg auf den Barrikaden

Hafen­ar­bei­ter an einer Anle­ge­stel­le im Ham­bur­ger Hafen im Jahr 1900. Von Johann Hamann (1859–1935), Gemein­frei

1923. Fünf Jah­re sind seit dem Ende des Welt­krie­ges ver­gan­gen, aber Deutsch­land kommt nicht zur Ruhe. In Ham­burg üben die Kom­mu­nis­ten Welt­re­vo­lu­ti­on und für weni­ge Stun­den gibt es eine „Sowjet­re­pu­blik Stor­marn“. Ernst Thäl­mann, Ham­burgs cha­ris­ma­ti­scher KPD-Füh­rer, bringt sich für sei­ne wei­te­re Kar­rie­re in Stel­lung, Sta­lin und Hit­ler mischen auch schon irgend­wie mit.
Aber das eigent­li­che Desas­ter ist, dass die KPD wie­der ein­mal von der SPD ent­täuscht wird und in der Fol­ge mit dem Begriff “Sozi­al­fa­schis­mus” eine The­se in die Welt kommt, die brand­ge­fähr­lich ist.

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Die Welt ist friedlos geworden. Albert Ballin, der „Reeder des Kaisers“

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Albert Bal­lin, Sport & Salon August 26, 1917, p.9

Er war das 13. Kind eines däni­schen Juden in Ham­burg und hat sich mit nur weni­gen Schul­jah­ren und ohne Stu­di­um zum Gene­ral­di­rek­tor der größ- ten Ree­de­rei der Welt, der Hapag, hoch­ge­ar­bei­tet.
Mit Geschick und Fleiß wird er schließ­lich zum „Ree­der des Kai­sers“, der ihm, den „jüdi­schen Par­ve­nü“, wie ihn nei­di­sche Höf­lin­ge nen­nen, freund­schaft­lich ver­bun­den ist. In vie­lem sind sich der Kai­ser und sein Ree­der einig, aber in der Fra­ge über Krieg oder Frie­den schei­den sich ihre Geis­ter. Nach­dem der ers­te Welt­krieg auch sein Lebens- werk zer­stört hat, nimmt Albert Bal­lin Gift und stirbt am 9. Novem­ber 1918 im Alter von 61 Jah­ren.

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