9. November 1938: Die Reichspogromnacht und ihre Folgen

Das 20. Jahrhundert

9. November 1938: „Kristallnacht“

Am 7. Novem­ber 1938 ver­übt der 17jährige pol­ni­sche Jude Her­schel Grynszpan in Paris ein Atten­tat auf den deut­schen Diplo­ma­ten Ernst Edu­ard vom Rath.
Rath ist das Opfer, auf das man als Beweis für die jüdi­sche Welt­ver­schwö­rung schon lan­ge war­tet, um end­lich den geplan­ten „Volks­zorn“ zu ent­fes­seln.

Der 9. Novem­ber 1938 und sei­ne Hintergründe.

Herschel Grynszpan nach seiner Verhaftung am 7. November 1938 in Paris

Was geschah am 9. November 1938?

In der Nacht vom 9. auf den 10. Novem­ber 1938 orga­ni­sier­ten die Natio­nal­so­zia­lis­ten reichs­weit mas­si­ve anti­se­mi­ti­sche Gewalt. Syn­ago­gen und jüdi­sche Geschäf­te wur­den zer­stört und in Brand gesetzt, Woh­nun­gen ver­wüs­tet, Men­schen miss­han­delt und ermor­det. Rund 30.000 jüdi­sche Män­ner wur­den anschlie­ßend in Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger ver­schleppt.

Bis zum 9. Novem­ber 1938 wur­den die etwa 1 Mil­li­on Jüdin­nen, Juden und Men­schen jüdi­scher Abstam­mung in Deutsch­land sys­te­ma­tisch aus dem Berufs- und öffent­li­chen Leben gedrängt.

Die Men­schen waren rat­los und ver­zwei­felt und sich schmerz­haft bewusst, dass sie in ihrer Hei­mat inner­halb weni­ger Jah­re sämt­li­che Bür­ger­rech­te ver­lo­ren hat­ten. Ihr All­tag war geprägt von tota­ler Recht­lo­sig­keit. Und doch hoff­ten und glaub­ten vie­le, dass sich die Lage sta­bi­li­sie­ren und man sie in ihrer Zurück­ge­zo­gen­heit in klei­nen pri­va­ten Nischen in Ruhe las­sen wür­de. Was soll­te denn jetzt noch kom­men?

Die „Reichs­kris­tall­nacht”, vom Volks­mund wegen der vie­len Glas­scher­ben von zer­bro­che­nen Fens­ter­schei­ben so benannt, zer­schlug die­se letz­te Hoffnung.

Schleichender Antisemitismus: Von der Ausgrenzung zur Verfolgung

Nach Hit­lers Macht­er­grei­fung” im Febru­ar und März 1933 machen sich die Natio­nal­so­zia­lis­ten auch dar­an, den Anti­se­mi­tis­mus in Deutsch­land mehr und mehr zum guten Ton wer­den zu las­sen.

Bereits in ihrer Auf­stiegs- und „Kampf”-Phase in den 1920er und 1930er Jah­ren hat die NSDAP ver­sucht, alt­ein­ge­ses­se­ne Vor­ur­tei­le und Res­sen­ti­ments zu schü­ren. Für die meis­ten Deut­schen ist Anti­se­mi­tis­mus zu die­sem Zeit­punkt aller­dings kein The­ma.

Vie­le haben Res­sen­ti­ments; man macht anti­jü­di­sche Wit­ze — aber von Hit­lers Juden­hass füh­len sich vie­le sogar abge­sto­ßen, wes­halb die Natio­nal­so­zia­lis­ten am Ende der Wei­ma­rer Repu­blik bis zur Macht­er­grei­fung auf Hetz­kam­pa­gnen gegen Juden weit­ge­hend ver­zich­ten.

Den jüdi­schen Nach­barn gleich­zei­tig für den ‘jüdi­schen inter­na­tio­na­len Finanz­ka­pi­ta­lis­mus’ und die ‘jüdisch-bol­­sche­­wis­­ti­­schen Welt­ver­schwö­rung’ ver­ant­wort­lich zu machen, geht vie­len zu weit.

Auf sol­che Ideen kom­men nur ein­ge­fleisch­te Nazis.
Und das ist die Mehr­heit der Deut­schen 1933 (noch) nicht.

Boykott jüdischer Geschäfte am 1. April 1933 durch Nationalsozialisten

Boy­kott jüdi­scher Geschäf­te am 1. April 1933: Ein SA-Mann und ein SS-Mann brin­gen an einem jüdi­schen Geschäft ein Schild mit der Auf­schrift „Deut­sche! Wehrt euch! Kauft nicht bei Juden!“ an.
Bun­des­ar­chiv, Bild 102–14468 / Georg Pahl / CC-BY-SA 3.0

1. April 1933: Der erste Boykott jüdischer Geschäfte

Der ers­te Boy­kott jüdi­scher Geschäf­te beginnt am 1. April 1933. Er soll eine Woche dau­ern — wird aber bereits nach einem Tag wie­der abge­bla­sen, weil er von gro­ßen Tei­len der Bevöl­ke­rung nicht getra­gen wird und es außer­dem schar­fe Pro­tes­te und Sank­ti­ons­an­dro­hun­gen aus dem Aus­land hagelt.

Das Nazi-Regime lässt sich davon nicht beir­ren. Am 7. April 1933 ver­hängt die Reichs­re­gie­rung mit dem „Gesetz zur Wie­der­her­stel­lung des Berufs­be­am­ten­tums” und dem „Gesetz über die Zulas­sung zur Rechts­an­walt­schaft“ ein Berufs­ver­bot für jüdi­sche und regime­kri­ti­sche Beam­te.

Etwa 37.000 Men­schen ver­lie­ren ihre beruf­li­che Exis­tenz.
Nach einer Inter­ven­ti­on Hin­den­burgs wer­den jüdi­sche Vete­ra­nen des Welt­kriegs 1914 bis 1918 vom Berufs­ver­bot aus­ge­nom­men.

Fünf Jah­re spä­ter ist der alte Reichs­prä­si­dent tot und es hat sich alles geän­dert.
Wer sich zur deut­schen ‘Volks­ge­mein­schaft’ zählt, unter­stützt in der Regel auch die sys­te­ma­ti­sche Aus­gren­zung von Men­schen jüdi­schen Glau­bens (oder Her­kunft) aus dem sozia­len und wirt­schaft­li­chen Leben.

Grafik mit dem historischen Zitat über das Wesen der Propaganda: Einfachheit und Wiederholung als Mittel zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung.

Der Dau­er­be­schus­s aus Goeb­bels’ Pro­­pa­­gan­­da-Maschi­­ne­rie und ‘Stür­mer’-Het­ze zei­gen Wir­kung: Die meis­ten Deut­schen fol­gen dem knall­har­ten Abstam­­mungs-Anti­­se­­mi­­tis­­mus Hit­lers und sind bereit, die wil­den Ver­schwö­rungs­er­zäh­lun­gen des “Drit­ten Rei­ches” zu glau­ben.

Beschimp­fun­gen, Benach­tei­li­gun­gen und auch Gewalt gegen Juden waren für die meis­ten zur Nor­ma­li­tät geworden.

Die Ökonomie hinter Hitlers Judenhass: Jüdisches Vermögen zur Kriegsfinanzierung

Es sind vor allem Neid, Pro­fit­gier und Geld, die den Anti­se­mi­tis­mus der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Obrig­keit ab 1933 prä­gen.

Hit­lers Juden­hass und sei­ne Ideo­lo­gie, die er bereits in ‘Mein Kampf’ mit sämt­li­chen Fol­gen beschreibt, spie­len zwar auch eine Rol­le, aber eine deut­lich gerin­ge­re als häu­fig ver­mu­tet.

Juden wer­den zu den Sün­den­bö­cken sti­li­siert, die für alles, was schief­läuft, ver­ant­wort­lich gemacht wer­den. Aber der eigent­li­che Grund ist ein ande­rer.

Es geht um Geld. Um viel Geld.

Denn das NS-Regime braucht das jüdi­sche Ver­mö­gen für das gigan­ti­sche Rüs­tungs­pro­gramm, mit dem der bevor­ste­hen­den Krieg — längst eine beschlos­se­ne Sache — vor­be­rei­tet wird.

Wohl­ha­ben­de jüdi­sche Fami­li­en und Unter­neh­mer sol­len dabei die Rol­le des „Ass im Ärmel“ zur Finan­zie­rung von Hit­lers Kriegs­plä­nen spielen.

Reichs­wirt­schafts­mi­nis­ter Hjal­mar Schacht ist ein erklär­ter Geg­ner von anti­jü­di­schen Boy­kot­te, weil er fürch­tet, dass sie der Wäh­rungs­sta­bi­li­tät der Reichs­mark scha­den und die Devi­sen­ein­nah­men in Gefahr brin­gen. 

Zeit­wei­se wer­den jüdi­sche Unter­neh­men aus­drück­lich nicht benach­tei­ligt, weil man nega­ti­ve Aus­wir­kun­gen auf das Wirt­schafts­le­ben befürch­tet.

Zudem sind beson­ders in der ers­ten Pha­se nach der „Macht­er­grei­fung” vie­le Deut­sche noch nicht auf Linie; es gibt zwar kei­nen offe­nen Wider­stand, aber die Unzu­frie­den­heit mit dem natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Regime ist spür­bar.

Das Regime ist noch nicht so fest im Sat­tel, dass es dem „Volk” sein kom­plet­tes Arse­nal an Radi­ka­li­tät zuzu­mu­ten wagt.

Vie­le, Juden eben­so wie Nicht-Juden, hof­fen auf ein bal­di­ges Ende des brau­nen Spuks.

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Buchempfehlung „Märzgefallene“ von Volker Kutscher – Gereon Raths fünfter Fall während der Machtergreifung 1933

Berlin 1933

Gere­on Raths fünf­ter Fall führt sei­ne Leser direkt in die Zeit der ‘Macht­er­grei­fung’: Reichs­tags­brand, Kom­mu­nis­ten­het­ze, die letz­te Reichs­tags­wahl im März 1933.
Hit­ler-Geg­ner, sei­ne Befür­wor­ter und die gro­ße schwei­gen­de Mehr­heit, die hofft, dass die­ser Spuk bald vor­bei sein wird.

Ein span­nen­der Kri­mi­nal­ro­man vor his­to­ri­schem Hin­ter­grund. Sehr lesens- bzw. hörenswert!

Entjudung“ und die Mobilisierung des „Volkszorns

Erst im Sep­tem­ber 1935 fühlt sich das Regime sat­tel­fest genug, um mit den Nürn­ber­ger Geset­zen“ zur Ras­sen­tren­nung den Druck zu ver­stär­ken.

Unter­neh­mer jüdi­scher Her­kunft haben nach ihrer Ver­kün­dung auf dem Nürn­ber­ger Reichs­par­tei­tag 1935 kei­ne Opti­on mehr. Vie­le geben auf, ver­kau­fen ihre Betrie­be weit unter Wert oder schei­den aus der Geschäfts­lei­tung aus.
Ab 1937 wird die Aus­gren­zung wei­ter zur exis­ten­zi­el­len Bedro­hung aus­ge­baut.

Denn das Regime braucht drin­gen­der denn je das jüdi­sche Ver­mö­gen zur Finan­zie­rung des längst beschlos­se­nen Zwei­ten Welt­kriegs. Die recht­mä­ßi­gen Besit­zer die­ses Ver­mö­gens braucht man nicht.

Im Novem­ber 1937 kommt es zwi­schen Reichs­wirt­schafts­mi­nis­ter Hjal­mar Schacht und Göring, seit kur­zem auch der neu­en Beauf­trag­te für den Vier­jah­res­plan, zu einem hef­ti­gen Streit über die deut­sche Aut­ar­kie­po­li­tik.

Hit­ler lässt die bei­den strei­ten, aber schließ­lich wirft der eher mode­ra­te Schacht hin und wird aus sei­nem Amt ent­las­sen.

Schachts Aus­schei­den macht sich sofort bemerk­bar.

Bereits für das Weih­nachts­ge­schäft 1937 wird ein Boy­kott gegen jüdi­sche Betrie­be und Läden orga­ni­siert. Mehr und mehr ver­än­der­te sich die Stra­te­gie von der schlei­chen­den „Ent­ju­dung“ des deut­schen Wirt­schafts­le­bens in Rich­tung Zwangs­ent­eig­nung.

Die – so „Reichs­füh­rer-SS“ Hein­rich Himm­ler – am bes­ten durch Mobi­li­sie­rung des „Volks­zorns und Aus­schrei­tun­gen erreicht wer­den könne.


Erschütternd aktuell: BAP — Kristallnaach

Wolf­gang Nie­de­cken, Autor und Sän­ger von BAP, sie­delt sei­nen Song in der Gegen­wart an (also zu Beginn der 1980er Jah­re), in der Neo­na­zis euro­pa­weit gro­ßen Zulauf haben und wie­der salon­fä­hig zu wer­den dro­hen – und warnt vor einer Wie­der­ho­lung der Geschich­te. „Neid“, „Pro­fit­gier“ und „Geld“ wer­den im Text als Ursa­chen von Gewalt und Ver­fol­gung benannt.

In dem 1982 ver­öf­fent­lich­ten Lied „Kris­tall­naach“ heißt es:
https://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​N​K​c​u​1​i​M​H​jJA

Lyrics — Kris­tall­naach:
https://​www​.bap​.de/​s​o​n​g​t​e​x​t​/​k​r​i​s​t​a​l​l​n​a​a​ch/


Mefo-Wechsel und der Anschluss Österreichs

Zu Beginn des Jah­res 1938 geht es gro­ßen Tei­len der deut­schen Bevöl­ke­rung wirt­schaft­lich so gut wie nie, wäh­rend das Drit­te Reich kurz vor der Staats­plei­te steht.

Das offi­zi­el­le staat­li­che Haus­halts­de­fi­zit liegt bei zwei Mil­li­ar­den Reichs­mark, tat­säch­lich feh­len aber 10 Mil­li­ar­den.

Die Mög­lich­keit zur Schul­den­auf­nah­me stößt an ihre Gren­zen und vie­le der soge­nann­ten Mefo-Wech­sel zur Finan­zie­rung der Auf­rüs­tung wer­den fällig.

1937 wichtige Ereignisse Deutschland Generationengespräch

Kriegs­vor­be­rei­tun­gen und das „Hoß­bach-Pro­to­koll”: Deutsch­land 1937: Der Weg in den Zwei­ten Weltkrieg

Sogar die Kriegs­vor­be­rei­tun­gen wer­den durch die deso­la­te wirt­schaft­li­che Situa­ti­on im Reich gefähr­det.

Um das zu ver­hin­dern, über­nimmt Hit­ler per­sön­lich das Ober­kom­man­do der Wehr­macht und lässt sie am 4. März 1938 in Öster­reich einrücken.

Mit dem „Anschluss“ Öster­reichs ver­grö­ßert sich das Reich nicht nur, son­dern es kom­men auch wei­te­re 192.000 Men­schen jüdi­scher Her­kunft zu den noch 350.000 im „Alt­reich“ ver­blie­be­nen.

Beson­ders in Wien mit einem jüdi­schen Bevöl­ke­rungs­an­teil von neun Pro­zent ver­ste­hen vie­le Hit­ler-Anhän­ger die Zei­chen aus Ber­lin falsch und schla­gen los: In wochen­lan­gen Aus­schrei­tun­gen wer­den jüdi­schen Laden­be­sit­zer in unor­ga­ni­sier­ten Aktio­nen aus ihren Geschäf­ten geprü­gelt und von mit­tel­stän­di­schen NSDAP-Mit­glie­dern de fac­to zwangs­ent­eig­net.

Göring tobt ange­sichts der anar­chi­schen öster­rei­chi­schen Raub­zü­ge.
Das sei schließ­lich kein „Ver­sor­gungs­sys­tem untüch­ti­ger Par­tei­ge­nos­sen“, pol­tert er. Der bank­rot­te NS-Staat braucht das jüdi­sche Geld selbst.

Ende April 1938 erlässt Göring ein Gesetz, das alle Juden im Reich zunächst zwingt, ihre Ver­mö­gens­ver­hält­nis­se beim Finanz­amt detail­liert offen zu legen. Das geschätz­te Gesamt­ver­mö­gen von etwa 8,5 Mil­li­ar­den Reichs­mark soll das Haus­halts­de­fi­zit ver­rin­gern und die Beraub­ten ins Aus­land ver­trei­ben.

Für die meis­ten Deut­schen sind alle die­se Maß­nah­men völ­lig in Ord­nung.

Till­mann Ben­di­kow­ski berich­tet in sei­nem lesens­wer­ten Buch Hit­ler­wet­ter: Das ganz nor­ma­le Leben in der Dik­ta­tur* dass an eini­gen Tagen die Hetz-Aus­stel­lung „Der ewi­ge Jude” vor­über­ge­hend geschlos­sen wer­den muss, weil der Andrang so groß ist.

Die Deut­schen besu­chen die Aus­stel­lung wohl­ge­merkt frei­wil­lig — nie­mand zwingt sie dazu.

NS-Propagandaausstellung Der ewige Jude im Deutschen Museum 1937

Die NS-Pro­pa­gan­da­aus­stel­lung „Der ewi­ge Jude“ im Deut­schen Muse­um in Mün­chen, Novem­ber 1937. Die anti­se­mi­ti­sche Aus­stel­lung soll­te jüdi­sche Men­schen dif­fa­mie­ren und anti­se­mi­ti­sche Feind­bil­der als schein­bar wis­sen­schaft­li­che Erkennt­nis ver­mit­teln – knapp ein Jahr vor den Novem­ber­po­gro­men 1938.
Bun­des­ar­chiv, Bild 119–04-29–38 / CC-BY-SA 3.0

Die Konferenz von Evian 1938: Keine Chance für jüdische Flüchtlinge

Auf Betrei­ben des ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten Theo­do­re Roo­se­velt fin­det im Juli 1938 im fran­zö­si­schen Städt­chen Evi­an eine inter­na­tio­na­le Kon­fe­renz statt, um die Mög­lich­kei­ten der Aus­wan­de­rung von Juden aus Deutsch­land und Öster­reich zu ver­bes­sern.

Die euro­päi­schen Nach­barn Deutsch­lands befürch­ten eine Flücht­lings­wel­le und ver­su­chen, sie abzu­wen­den. Jedoch ist kei­ner der 32 Teil­neh­mer­staa­ten von Evi­an bereit, jüdi­sche Flücht­lin­ge in grö­ße­rem Maß­stab auf­zu­neh­men.
Die Kon­fe­renz schei­tert, man trennt sich ergeb­nis­los.

Die Schweiz pro­tes­tiert statt­des­sen gegen die dro­hen­de „Ver­ju­dungdurch Flücht­lin­ge aus dem an das Deut­sche Reich ange­schlos­se­ne Öster­reich und droht mit einer all­ge­mei­nen Visums­pflicht.

Und auch die Ver­ei­nig­ten Staa­ten sehen kei­ne Mög­lich­keit, den jüdi­schen Flücht­lin­gen aus Euro­pa Zuflucht zu gewäh­ren.
Sie hal­ten an ihrer nor­ma­len Quo­te von jähr­lich 27.370 Ein­wan­de­rern aus Deutsch­land und Öster­reich fest.

Wenig hilf­reich ist, dass man in vie­len Län­dern, allen vor­an in den USA, Ras­sen­dis­kri­mi­nie­rung kennt, tole­riert oder sogar poli­tisch will: In den Ver­ei­nig­ten Staa­ten sind „Neger” — Men­schen mit dunk­ler Haut­far­be — die Bür­ger 2. Klas­se.

Juden” hat­ten in den meis­ten euro­päi­schen Staa­ten kein gro­ßes Anse­hen.
Vie­le glau­ben außer­dem, dass die Ver­fol­gung der Juden im Drit­ten Reich ihren Gip­fel bereits erreicht hät­te.

Was soll­te denn jetzt noch kommen? 


Keine Juden im Golf-Club

… Der Bot­schaf­ter kam dann auf die Juden­fra­ge zu spre­chen und sag­te, daß sie natür­lich von gro­ßer Bedeu­tung für die deutsch-ame­ri­ka­ni­schen Bezie­hun­gen sei.
Dabei sei es nicht so sehr die Tat­sa­che, daß wir die Juden los­wer­den woll­ten, die uns so schäd­lich sei, als viel­mehr das lär­men­de Getö­se, das wir mit die­ser Absicht ver­bän­den. Er selbst habe durch­aus Ver­ständ­nis für unse­re Juden­po­li­tik; er stam­me aus Bos­ton und dort wür­den in sei­nem Golf-Club und in ande­ren Clubs seit 50 Jah­ren kei­ne Juden zuge­las­sen.“

US-Bot­schaf­ter in Groß­bri­tan­ni­en Joseph P. Ken­ne­dy, 1938
Zitiert nach: Robert Har­ris, Vater­land*


Als im Drit­ten Reich am 9. Novem­ber 1938 die Lage eska­liert und die blu­ti­ge Jagd beginnt, hält Luxem­burg sei­ne Gren­zen fest ver­schlos­sen und ver­stärkt die Grenz­kon­trol­len gegen Flücht­lin­ge. Hil­fe für die Ver­folg­ten gibt es nicht.

Der 9. November 1938

Im Som­mer 1938 hat Hit­ler sein Ziel fast erreicht: Deutsch­land steht kurz vor einem Krieg.

Der kann gera­de noch abge­wen­det wer­den. Mit dem Segen des „Münch­ner Abkom­mens“ im Sep­tem­ber 1938 kehrt das tsche­cho­slo­wa­ki­sche Sude­ten­land ver­meint­lich fried­lich „Heim ins Reich“.

Hit­ler ärgert sich über die­sen Frie­dens­schluss in buch­stäb­lich letz­ter Sekun­de. Intern ord­net er die „Zer­schla­gung der Rest-Tsche­chei“ an.

Her­mann Göring ver­kün­det dar­auf­hin ein wei­te­res gigan­ti­sches Rüs­tungs­pro­gramm: Die Pri­vat­wirt­schaft müs­se dar­an mit­wir­ken, die „Ari­sie­rung“ des jüdi­schen Ver­mö­gens sei nun unum­gäng­lich, betont er.

Herschel Grynszpan kurz nach seiner Verhaftung am 7. November 1938

Her­schel Grynszpan kurz nach sei­ner Ver­haf­tung in Paris am 7. Novem­ber 1938. Das Atten­tat auf den deut­schen Diplo­ma­ten Ernst Edu­ard vom Rath dien­te der NS-Füh­rung als Vor­wand für die bereits geplan­ten Novemberpogrome.

Das Atten­tat des 17jährigen pol­ni­schen Juden Her­schel Grynszpan am 7. Novem­ber 1938 auf den deut­schen Lega­ti­ons­se­kre­tär Ernst Edu­ard vom Rath kommt in die­ser Situa­ti­on gera­de recht.

Als vom Rath zwei Tage nach dem Anschlag an sei­nen Ver­let­zun­gen stirbt, wird er eben­so schnell wie fei­er­lich zum „Blut­zeu­gen“ erklärt.

Er ist das Opfer, auf das Hit­ler und sei­ne Entou­ra­ge als Beweis für die jüdi­sche Welt­ver­schwö­rung gewar­tet haben, um end­lich den akri­bisch geplan­ten „Volks­zorn“ zu entfesseln.

Die Hetz­jagd beginnt bereits am spä­ten Nach­mit­tag des 7. Novem­ber 1938 in Kur­hes­sen und Mag­de­burg-Anhalt durch Ange­hö­ri­ge der SA und SS in Zivil­klei­dung.

Zuvor hat­te Pro­pa­gan­da­mi­nis­ter Joseph Goeb­bels in einer Rede vor Gau­lei­tern und SA-Füh­rern die „jüdi­sche Welt­ver­schwö­rung“ für das Atten­tat ver­ant­wort­lich gemacht und lobt die „spon­ta­nen“, anti­jü­di­schen Aktio­nen, nament­lich in Kur­hes­sen und Mag­de­burg-Anhalt.

Zufrie­den notiert er spä­ter in sei­nem Tage­buch, wie die Funk­tio­nä­re nach sei­ner Redegleich an die Tele­pho­ne saus­ten“, um die ent­spre­chen­den Anwei­sun­gen an die Basis wei­ter­zu­ge­ben.

Die Par­tei wol­le nicht als Orga­ni­sa­tor sol­cher Aktio­nen in Erschei­nung tre­ten, wer­de sie aber dort, wo sie ent­stün­den, nicht behin­dern, ver­spricht Goeb­bels.

In der Nacht vom 9. auf den 10. Novem­ber begin­nen die mehr­tä­gi­gen Exzes­se, bei denen etwa 400 Men­schen ermor­det oder in den Selbst­mord getrie­ben wer­den, 1400 Syn­ago­gen und Ver­samm­lungs­räu­me zer­stört, tau­sen­de Woh­nun­gen und Geschäf­te ver­wüs­tet und geplün­dert werden.

Zerstörtes jüdisches Geschäft in Magdeburg nach den Novemberpogromen 1938

Zer­stör­tes jüdi­sches Geschäft in Mag­de­burg nach der Reichs­kris­tall­nacht” am 9. Novem­ber 1938
Bun­des­ar­chiv, Bild 146‑1970-083–44 / Fried­rich, H. / CC-BY-SA 3.0

Ab dem 10. Novem­ber wer­den 30.000 deut­sche Juden (oder jüdi­scher Abstam­mung) ver­haf­tet und in Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger gebracht. Hun­der­te ster­ben dort oder spä­ter an den Fol­gen der Haft. Unzäh­li­ge wäh­len ange­sichts ihrer aus­weg­lo­sen Lage den Frei­tod.

Für die Schä­den der „Reichs­kris­tall­nacht“ for­dert man von den jüdi­schen Gemein­den die Zah­lung einer „Süh­ne­leis­tung“ von 1 Mil­li­ar­de Reichs­mark.

Was fast nie­mand ahnt: Der 9. Novem­ber 1938 ist erst der Anfang.

Heinrich Himmler in seiner Posener Rede 1943 über die Vernichtung der Juden

Hein­rich Himm­ler sprach in sei­ner Pose­ner Rede im Okto­ber 1943 offen über die Ver­nich­tung der euro­päi­schen Juden. Sei­ne Wor­te doku­men­tie­ren, dass es alle gewusst haben — und die zyni­sche Selbst­ver­ständ­lich­keit, mit der die SS über den mil­lio­nen­fa­chen Mord sprach.

Copy­right: Agen­tur für Bild­bio­gra­phien 2013, über­ar­bei­tet 2026

Mehr lesen:

Der Zwei­te Welt­krieg und die „End­lö­sung”: Hit­lers Ras­sen­wahn ist sein eigent­li­ches Kriegs­ziel. Es ist also kein his­to­ri­scher Zufall, dass am 20. Janu­ar 1942 die Wann­see-Kon­fe­renz unter Lei­tung von Rein­hard Heyd­rich statt­fin­det, bei der in weni­gen Stun­den der­sys­te­ma­ti­sche Mord, die „Ver­nich­tung” von 11 Mil­lio­nen Män­nern, Frau­en und Kin­der jüdi­schen Glau­bens oder jüdi­scher Abstam­mung orga­ni­siert wird.
Hit­lers Krieg: Kriegs­wen­de 1942


Buch- und Filmempfehlungen

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Schindlers Liste – Film von Steven Spielberg über den Holocaust

Mein per­sön­li­cher Favo­rit: ein Film, den man nie vergisst

Schind­lers Lis­te“ gehört für mich zu den wich­tigs­ten Fil­men, die je über den Holo­caust gedreht wur­den.
Er ist schwer aus­zu­hal­ten – und genau des­halb so wich­tig: Weil er die Bru­ta­li­tät der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Ver­fol­gung sicht­bar und mensch­lich erfahr­bar macht. Ein Film nach einer wah­ren Bege­ben­heit, den man gese­hen haben sollte.


The Zone of Interest – Film von Jonathan Glazer über Auschwitz

Ver­stö­rend

Die­ser Film erzählt vom schein­bar idyl­li­schen Fami­li­en­le­ben des Ausch­witz-Kom­man­dan­ten Rudolf Höß und sei­ner Frau Hed­wig unmit­tel­bar neben dem Ver­nich­tungs­la­ger.
Ein ver­stö­ren­der Film, denn Regis­seur Jona­than Gla­zer erzählt kon­se­quent aus der Per­spek­ti­ve der Täter und ihres schein­bar nor­ma­len Fami­li­en­all­tags. Genau die­se beklem­men­de Nor­ma­li­tät macht den Film so ein­dring­lich.

Auch als Prime Video*


Buchcover „Hitlerwetter“ von Tillmann Bendikowski über den Alltag im Nationalsozialismus

All­tag im „Drit­ten Reich”

Wie leb­te es sich im natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Deutsch­land — und wie schaff­te es der „Füh­rer” so vie­le Men­schen zu begeis­tern?
Der Jour­na­list und His­to­ri­ker Till­mann Ben­di­kow­ski geht äußerst lesens­wert der Fra­ge nach, wie Men­schen trotz Dik­ta­tur, Ver­fol­gung und Gewalt ihren All­tag mit Urlaub, Fami­li­en­le­ben, Kino, Fei­ern und ande­ren schein­bar nor­ma­len Din­gen weiterführten.


Vaterland von Robert Harris – Thriller über ein Europa nach Hitlers Sieg im Zweiten Weltkrieg

Ber­lin im April 1964, weni­ge Tage vor dem 75. Geburts­tag Adolf Hitlers

Kri­mi­nal­kom­mi­sar Xaver März wird zu einem mys­te­riö­sen Mord­fall geru­fen und kommt bei sei­nen Nach­for­schun­gen einem fürch­ter­li­chen Geheim­nis Nazi-Deut­sch­­lands auf die Spur, das den Krieg gewon­nen hat und Groß­deutsch­land Euro­pa vom Rhein bis zum Ural beherrscht.

Ein Hor­ror-Sze­na­rio — und das Set­ting für einen her­vor­ra­gen­den Polit-Thril­­ler zwi­schen Fic­tion, Kri­mi und Geschichte


Buchcover „Hitler übersetzen“ von Olivier Mannoni über Hitlers Sprache und politische Rhetorik

Hit­lers Spra­che verstehen

Oli­vi­er Man­no­ni hat sich jah­re­lang mit Hit­lers Mein Kampf aus­ein­an­der­ge­setzt und erklärt in die­sem Buch, wie Hit­lers Spra­che Hass, Aus­gren­zung und Gewalt vor­be­rei­tet.
„Hit­ler über­set­zen“ ist eine lesens­wer­te Ana­ly­se der Gedan­ken und Spra­che des zukünf­ti­gen „Füh­rers” — und eine ein­dring­li­che War­nung davor, wie leben­dig die sprach­li­chen Mus­ter des Faschis­mus bis heu­te sind.


Der Hitler-Mythos von Ian Kershaw über Führerkult und Volksmeinung

Wie wird aus einem Dik­ta­tor ein Erlöser?

Wie konn­te Hit­ler für Mil­lio­nen Deut­sche zum nahe­zu unfehl­ba­ren „Füh­rer“ wer­den – und war­um blieb die­ser Mythos selbst ange­sichts von Krieg, Ver­fol­gung und Ver­bre­chen so lan­ge erstaun­lich sta­bil?
Ian Kers­haw unter­sucht span­nend und sehr lesens­wert, wie Füh­rer­kult, Pro­pa­gan­da und Volks­mei­nung zusam­men­spiel­ten und war­um gera­de die­ser Mythos den Weg zur natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Herr­schaft und zum Völ­ker­mord erleichterte.


Weiterführende Beiträge im Generationengespräch

Kriegs­wirt­schaft: Das Drit­te Reich benö­tigt drin­gend das jüdi­sche Ver­mö­gen für sei­ne Kriegs­wirt­schaft. Die Besit­zer die­ses Ver­mö­gens benö­tigt man nicht. Außer­dem sol­len ’nutz­lo­se’ Esser besei­tigt wer­den, um die Ver­sor­gung im Reich zu gewähr­leis­ten.
Hit­lers Kriegs­wirt­schaft: spa­ren, plün­dern, mor­den.
Krieg, Hun­ger und Ver­nich­tung: Adolf Hit­ler, die deut­sche Wirt­schaft und der 2. Weltkrieg

Goeb­bels: Nach der Dau­er-Ehe­kri­se im Hau­se Goeb­bels spricht Hit­ler eines sei­ner berüch­tig­ten „Macht­wor­te” und stutzt sei­nen Pro­pa­gan­da­mi­nis­ter zurecht. Der weiß, dass er bei sei­nem „Füh­rer” in Ungna­de gefal­len ist — und setzt auf Pogrom und Het­ze, um sich Hit­lers Gunst wie­der zu erar­bei­ten.
Mag­da Goeb­bels (2): “Der Bock von Babelsberg”

Schwar­ze Päd­ago­gik: Schlä­ge und Schwei­gen, ver­drän­gen und neu insze­nie­ren sind die Mus­ter, mit denen die ‘Erzie­hung mit har­ter Hand’ von einer Gene­ra­ti­on an die nächs­te wei­ter­ge­ge­ben wird. Über Ali­ce Mil­ler, Hit­lers Mit­läu­fer und Mör­der und über schwar­ze Päd­ago­gik, die aus Opfern Täter macht.
Die Erlaub­nis zu hassen

Hit­ler Bio­gra­fie: Der Wer­de­gang Adolf Hit­lers vom geprü­gel­ten Sohn eines „erzie­hen­den“ Vaters und einer lie­be­vol­len, aber schwa­chen Mut­ter zu einem der grau­sams­ten Dik­ta­to­ren der Mensch­heit.
Vom ver­bor­ge­nen zum mani­fes­ten Grau­en: Kind­heit und Jugend Adolf Hitlers


Link­emp­feh­lun­gen

Ole Löding, „… täg­lich Kris­tall­naach“. NS-Ver­gan­gen­heit und bun­des­deut­sche Gegen­wart in einem Song von BAP (1982), in: Zeit­his­to­ri­sche Forschungen/Studies in Con­tem­po­ra­ry Histo­ry, Online-Aus­ga­be, 9 (2012), H. 1,
https://www.zeithistorische-forschungen.de/16126041-Loeding‑1–2012


Bild­nach­wei­se

Her­schel Grynszpan nach sei­ner Ver­haf­tung, Paris, 7. Novem­ber 1938. Foto: unbe­kannt, Bun­des­ar­chiv, Bild 146‑1988-078–07 / CC BY-SA 3.0 DE. Bear­bei­tung: Gene­ra­tio­nen­ge­spräch.
Boy­kott jüdi­scher Geschäf­te, 1. April 1933. Foto: Georg Pahl. Bun­des­ar­chiv, Bild 102–14468 / CC BY-SA 3.0.
Aus­stel­lung „Der ewi­ge Jude“ im Deut­schen Muse­um, Novem­ber 1937. Bun­des­ar­chiv, Bild 119–04-29–38 / CC BY-SA 3.0.
Her­schel Grynszpan nach sei­ner Ver­haf­tung, Paris, 7. Novem­ber 1938. Bun­des­ar­chiv, Bild 146‑1988-078–07 / CC BY-SA 3.0 DE.
Zer­stör­tes jüdi­sches Geschäft in Mag­de­burg, Novem­ber 1938. Foto: H. Fried­rich, Han­no­ver. Bun­des­ar­chiv, Bild 146‑1970-083–44 / CC BY-SA 3.0.


Generationengespräch

Geschich­te und Psy­cho­lo­gie
Ver­gan­ge­nes ver­ste­hen, um mit der Zukunft bes­ser klar zu kommen.


Geschichte und Psychologie Vergangenheit verstehen um mit der Zukunft besser klar zu kommen
Dr. Susanne Gebert

Gene­ra­tio­nen­ge­spräch
Agen­tur für Bild­bio­gra­phien
Geschen­ke made for Mama

Geschich­te & Psy­cho­lo­gie
Die Ver­gan­gen­heit ver­ste­hen, um mit der Zukunft bes­ser klar zu kommen

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Susan­ne Autorin bei Gene­ra­tio­nen­ge­spräch & Agen­tur für Bildbiographien
Dr. Susan­ne Gebert schreibt über Psy­cho­lo­gie, Fami­li­en­ge­schich­te und emo­tio­na­le Prä­gun­gen. In ihrem Blog „Gene­ra­tio­nen­ge­spräch“ zeigt sie, wie unse­re Kind­heit uns formt – und wie wir uns von alten Mus­tern lösen können. 

1 Kommentar zu „9. November 1938: Die Reichspogromnacht und ihre Folgen“

  1. Ich habe einen Groß­teil des Welt­krie­ges und die Nach­kriegs­zeit als Kind im Ruhr­ge­biet mit all sei­nen Scheuß­lich- und Schreck­lich­kei­ten erlebt.
    Gott sei Dank aber blieb mir das oben Beschrie­be­ne wegen der Gna­de der
    spä­ten Geburt erspart.

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