9. November 1938: „Kristallnacht“


Der 9. November 1938 war kein plötzlicher Ausbruch des „Volkszorns“ als spontane Reaktion auf das Attentat des 17jährigen polnischen Juden Herschel Grynszpan auf den deutschen Diplomaten Ernst Eduard vom Rath.

Sie war eine lang geplante und akribisch vorbereitete Gewaltaktion gegen Juden – zur Finanzierung des längst beschlossenen Weltkrieges.

Kristallnacht am 9. November 1938 www.generationengespräch.de

Schleichender Antisemitismus

Nach der „Machtergreifung“ im Januar 1933 machten sich die Nationalsozialisten daran, Antisemitismus in Deutschland mehr und mehr zum guten Ton werden zu lassen.

Bereits in ihrer Aufstiegs- und „Kampf“-Phase in den 1920er und 1930er Jahren hatte es die NSDAP verstanden, alteingesessene Vorurteile und Ressentiments zu schüren.

Für die meisten Deutschen ist Antisemitismus allerdings kein Thema.

Viele fühlen sich von den antijüdischen Hetzreden Hitlers sogar abgestoßen, weshalb man bis 1933 weitestgehend auf diesen Teil der Propaganda verzichtet.

Weit verbreitet in der Gesellschaft sind vor 1933 allerdings Witzemachen und bei manchen ein „schlechtes Gefühl“.

Dank des Dauerbeschusses durch Goebbels‘ Propaganda-Maschinerie über den jüdischen internationalen Finanzkapitalismus und der jüdisch-bolschewistischen Weltverschwörung sind die Deutschen weichgekocht und bereit für den knallharten Abstammungs-Antisemitismus und die wilden Verschwörungstheorien des Regimes.

Fünf Jahre nach der Machtergreifung haben sich viele Deutsche an die systematische Ausgrenzung von Menschen jüdischen Glaubens (oder Herkunft) aus dem sozialen und wirtschaftlichen Leben der neuen deutschen ‚Volksgemeinschaft‚ gewöhnt.

Beschimpfungen, Benachteiligungen und auch Gewalt gegen Juden waren für die meisten zur Normalität geworden.

SA - Mitglieder kleben an das Schaufenster eines Berliner jüdischen Geschäfts ein Schilder mit der Aufschrift "Deutsche, wehrt euch, kauft nicht bei Juden" Bundesarchiv, Bild 102-14468 / Georg Pahl / CC-BY-SA 3.0
SA – Mitglieder kleben an das Schaufenster eines Berliner jüdischen Geschäfts ein Schilder mit der Aufschrift „Deutsche, wehrt euch, kauft nicht bei Juden“ Bundesarchiv, Bild 102-14468 / Georg Pahl / CC-BY-SA 3.0

Die Ökonomie hinter Hitlers Judenhass

Es sind vor allem Neid, Profitgier und Geld, die den Antisemitismus der nationalsozialistischen Obrigkeit ab 1933 prägen.

Hitlers Judenhass und seine Ideologie, die er bereits in ‚Mein Kampf‚ mit sämtlichen Folgen beschreibt, spielen zwar auch eine Rolle, aber eine deutlich geringere als häufig vermutet.

Juden sind die Sündenböcke für alles, was schief läuft – ja.
Aber der eigentliche Grund ist ein anderer.

Es geht um Geld – um viel Geld.

Man braucht das jüdische Vermögen für das gigantische Rüstungsprogramm, mit dem der bevorstehenden Krieg – längst eine beschlossene Sache – vorbereitet wird.

Wohlhabende jüdische Familien und Unternehmer sollen dabei die Rolle des „Ass im Ärmel“ zur Finanzierung von Hitlers Kriegsplänen spielen.

„ … Es gibt wohl kaum ein zuverlässigeres Bindeglied unter den Völkern Europas als den Judenhass. Er ist seit jeher ein geschätztes Manipulationsmittel der Regierenden und eignet sich offenbar vorzüglich zur Verschleierung von sehr verschiedenen Interessen, so dass auch extrem miteinander verfeindete Gruppierungen sich über die Gefährlichkeit oder Gemeinheit der Juden völlig einig sein können.
Der erwachsene Hitler wusste das und sagte einmal zu Rauschning, dass, „ …wenn es den Juden nicht gäbe, man ihn erfinden müsste“.

Aus: Alice Miller, Am Anfang war Erziehung*

Jüdisches Vermögen zur Kriegsfinanzierung

Bereits zwei Monate nach Hitlers Machtergreifung, am 1. April 1933, wurde in einer ersten Welle antijüdischer Hetze deutschlandweit zum Boykott jüdischer Geschäfte aufgerufen.

Kurze Zeit später verloren mit dem „Berufsbeamtengesetz“ und dem „Gesetz über die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft“ etwa 37.000 Menschen ihre berufliche Existenz.

Danach flaute die ökonomische Diskriminierung von Deutschen jüdischer Herkunft ab.

Vor allem in den Städten hatten viele Menschen äußerst reserviert auf diese ersten Boykottmaßnahmen reagiert und aus dem Ausland hagelte es scharfe Proteste.

Auch Reichswirtschaftsminister Hjalmar Schacht ist ein erklärter Gegner jeglicher antijüdischen Boykotte, weil sie seiner Meinung der Währungsstabilität der Reichsmark schaden und die Deviseneinnahmen in Gefahr bringen. 

Zeitweise wurden jüdische Unternehmen ausdrücklich nicht benachteiligt, weil man negative Auswirkungen auf das Wirtschaftsleben befürchtete.

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Berlin 1933: Gereon Raths fünfter Fall führt seine Leser direkt in die Zeit der ‚Machtergreifung‘: Reichstagsbrand, Kommunistenhetze, die letzte Reichstagswahl im März 1933. Hitler-Gegner, seine Befürworter und die große schweigende Mehrheit, die hofft, dass dieser Spuk bald vorbei sein wird. Ein großartiger Kriminalroman vor historischem Hintergrund – sehr lesenswert!

Volker Kutscher, Märzgefallene*, KiWi-Taschenbuch, März 2016 (Märzgefallene Gratis-Download im Audible-Probemonat)

Anders, als häufig dargestellt, wuchs in der ersten Zeit nach der Machtergreifung die Unzufriedenheit mit dem nationalsozialistischen Regime.

Viele Deutsche, Juden ebenso wie Nicht-Juden, hoffen in den ersten Jahren des Regimes auf ein baldiges Ende des braunen Spuks und harren aus.

Entjudung und Mobilisierung des Volkszorns

Im September 1935 fühlt sich das Regime wieder sattelfest genug, um mit den Nürnberger Gesetzen“ zur Rassentrennung den Druck zu verstärken.

Unternehmer jüdischer Herkunft haben nach ihrer Verkündung auf dem Nürnberger ‚Reichsparteitag‚ keine Option mehr. Viele geben auf, verkaufen ihre Betriebe weit unter Wert oder scheiden aus der Geschäftsleitung aus.

Ab 1937 wird die Ausgrenzung weiter zur existenziellen Bedrohung ausgebaut.

Man braucht dringender denn je das jüdische Vermögen zur Finanzierung des längst beschlossenen Zweiten Weltkrieges. Die rechtmäßigen Besitzer dieses Vermögens braucht man nicht.

Ausstellung "Der ewige Jude" im Deutschen Museum, 7.-8.11.1937, Bundesarchiv, Bild 119-04-29-38 / CC-BY-SA 3.0
Ausstellung „Der ewige Jude“ im Deutschen Museum, 7.-8.11.1937

Im November 1937 entlässt Hitler den moderaten Reichswirtschaftsminister und Reichsbankchef Hjalmar Schacht nach heftigen Auseinandersetzungen über die deutsche Autarkiepolitik zwischen ihm und Göring, Hitlers neuen Beauftragten für den Vierjahresplan.

Die Ablösung Schachts macht sich sofort bemerkbar.

Bereits für das Weihnachtsgeschäft 1937 wird ein Boykott gegen jüdische Betriebe und Läden organisiert.

Mehr und mehr veränderte sich die Strategie von der schleichenden „Entjudung“ des deutschen Wirtschaftslebens in Richtung Zwangsenteignung.

Die – so „Reichsführer-SS“ Heinrich Himmler – am besten durch Mobilisierung des „Volkszorns“ und Ausschreitungen erreicht werden könne.

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Erschütternd aktuell: BAP – Kristallnaach

Wolfgang Niedecken, Autor und Sänger von BAP, siedelt seinen Song in der Gegenwart an (also zu Beginn der 1980er Jahre), in der Neonazis europaweit großen Zulauf haben und wieder salonfähig zu werden drohen – und warnt vor einer Wiederholung der Geschichte. „Neid“, „Profitgier“ und „Geld“ werden im Text als Ursachen von Gewalt und Verfolgung benannt.

In dem 1982 veröffentlichten Lied „Kristallnaach“ heißt es:
https://www.youtube.com/watch?v=NKcu1iMHjJA

Lyrics – Kristallnaach:
https://www.bap.de/start/musik/songtexte/titel/kristallnaach

Mefo-Wechsel und der Anschluss Österreichs

Zu Beginn des Jahres 1938 geht es großen Teilen der deutschen Bevölkerung wirtschaftlich so gut wie nie, während das Dritte Reich kurz vor der Staatspleite steht.

Das offizielle staatliche Haushaltsdefizit liegt bei zwei Milliarden Reichsmark, tatsächlich fehlen aber 10 Milliarden. Die Möglichkeit zur Schuldenaufnahme stößt an ihre Grenzen und viele der sogenannten Mefo-Wechsel zur Finanzierung der Aufrüstung werden fällig.

Sogar die Kriegsvorbereitungen werden durch die desolate wirtschaftliche Situation im Reich gefährdet.

Um das zu verhindern, übernimmt Hitler persönlich das Oberkommando der Wehrmacht und lässt sie am 4. März 1938 in Österreich einrücken.

Mit dem „Anschluss“ Österreichs vergrößert sich das Reich nicht nur, sondern es kommen auch weitere 192.000 Menschen jüdischer Herkunft zu den noch 350.000 im „Altreich“ verbliebenen.

Besonders in Wien mit einem jüdischen Bevölkerungsanteil von neun Prozent verstehen viele Hitler-Anhänger die Zeichen aus Berlin falsch und schlagen los: In wochenlangen Ausschreitungen werden jüdischen Ladenbesitzer in unorganisierten Aktionen aus ihren Geschäften geprügelt und von mittelständischen NSDAP-Mitgliedern de facto zwangsenteignet.

Göring tobt angesichts der anarchischen österreichischen Raubzüge.

Das sei schließlich kein „Versorgungssystem untüchtiger Parteigenossen“, poltert er. Der bankrotte NS-Staat braucht das jüdische Geld selbst.

Ende April 1938 erlässt Göring ein Gesetz, das alle Juden im Reich zunächst zwingt, ihre Vermögensverhältnisse beim Finanzamt detailliert offen zu legen.

Das geschätzte Gesamtvermögen von etwa 8,5 Milliarden Reichsmark soll das Haushaltsdefizit verringern und die Beraubten ins Ausland vertreiben.

Die Konferenz von Evian: Keine Chance für jüdische Flüchtlinge

Auf Betreiben des amerikanischen Präsidenten  Theodore Roosevelt findet im Juli 1938 im französischen Städtchen Evian eine internationale Konferenz statt, um die Möglichkeiten der Auswanderung von Juden aus Deutschland und Österreich zu verbessern.

Die europäischen Nachbarn Deutschlands befürchten eine Flüchtlingswelle und versuchen, sie abzuwenden.

Jedoch ist keiner der 32 Teilnehmerstaaten von Evian bereit, jüdische Flüchtlinge in größerem Maßstab aufzunehmen.
Die Konferenz scheitert, man trennt sich ergebnislos.

Die Schweiz protestiert stattdessen gegen die drohende „Verjudungdurch Flüchtlinge aus dem an das Deutsche Reich angeschlossene Österreich und droht mit einer allgemeinen Visumspflicht.

Und auch die Vereinigten Staaten sehen keine Möglichkeit, den jüdischen Flüchtlingen aus Europa Zuflucht zu gewähren.
Sie halten an ihrer normalen Quote von jährlich 27.370 Einwanderern aus Deutschland und Österreich fest.

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„Juden“ hatten in den meisten europäischen Staaten kein großes Ansehen.

Wenig hilfreich ist auch, dass man in vielen Ländern, allen voran in den USA, Rassendiskriminierung kennt, toleriert oder sogar politisch erlaubt: In den Vereinigten Staaten sind „Neger“ – Menschen mit dunkler Hautfarbe – die Bürger 2. Klasse.

Außerdem glauben viele, dass die Verfolgung der Juden im Dritten Reich ihren Gipfel bereits erreicht hätte. Was sollte denn jetzt noch kommen?

Solidarität mit den Verfolgten gibt es auf dieser Konferenz nicht.

Als im Dritten Reich am 9. November 1938 die Lage eskaliert (wird) und die blutige Jagd beginnt, hält Luxemburg seine Grenzen fest verschlossen und verstärkt die Grenzkontrollen gegen Flüchtlinge.

Der 9. November 1938

Im Oktober 1938, kurz nachdem das Sudetenland mit dem Segen des „Münchner Abkommens“ vermeintlich friedlich „Heim ins Reich“ geholt worden war und Hitler intern die Vorbereitungen für die „Zerschlagung der Rest-Tschechei“ angeordnet hatte, verkündet Hermann Göring ein weiteres gigantisches Rüstungsprogramm.

Die Privatwirtschaft müsse daran mitwirken, die „Arisierung“ des jüdischen Vermögens sei nun unumgänglich, betont er.

Das Attentat des 17jährigen polnischen Juden Herschel Grynszpan am 7. November 1938 auf den deutschen Legationssekretär Ernst Eduard vom Rath kommt in dieser Situation gerade recht.

Als vom Rath zwei Tage nach dem Anschlag an seinen Verletzungen stirbt, wird er ebenso schnell wie feierlich zum „Blutzeugen“ erklärt.

Er ist das Opfer, auf das Hitler und seine Entourage als Beweis für die jüdische Weltverschwörung gewartet haben, um endlich den akribisch geplanten „Volkszorn“ zu entfesseln.

Herschel Grynspan kurz nach seiner Verhaftung am 7. November 1938, Autor: Unknown, Gemeinfrei
Herschel Grynspan kurz nach seiner Verhaftung am 7. November 1938

Die Hetzjagd beginnt bereits am späten Nachmittag des 7. November 1938 in Kurhessen und Magdeburg-Anhalt durch Angehörige der SA und SS in Zivilkleidung.

Zuvor hatte Propagandaminister Joseph Goebbels in einer Rede vor Gauleitern und SA-Führern die „jüdische Weltverschwörung“ für das Attentat verantwortlich gemacht und lobt die „spontanen“, antijüdischen Aktionen, namentlich in Kurhessen und Magdeburg-Anhalt.

Zufrieden notiert er später in seinem Tagebuch, wie die Funktionäre nach seiner Redegleich an die Telephone sausten“, um die entsprechenden Anweisungen an die Basis weiterzugeben.

Die Partei wolle nicht als Organisator solcher Aktionen in Erscheinung treten, werde sie aber dort, wo sie entstünden, nicht behindern, verspricht Goebbels.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November beginnen die mehrtägigen Exzesse, die unter dem Namen „Reichskristallnacht“ in die Geschichte eingegangen sind.

Etwa 400 Menschen werden ermordet oder in den Selbstmord getrieben, 1400 Synagogen und Versammlungsräume zerstört, tausende Wohnungen und Geschäfte verwüstet und geplündert.

Zerstörtes jüdisches Geschäft in Magdeburg, November 1938 Von Bundesarchiv, Bild 146-1970-083-44 / Friedrich, H. / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de
Zerstörtes jüdisches Geschäft in Magdeburg, November 1938, Bundesarchiv
Magdeburg, zerstörtes jüdisches Geschäft By Bundesarchiv, Bild 146-1972-033-39 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de
Magdeburg, zerstörtes jüdisches Geschäft Bundesarchiv

Ab dem 10. November werden 30.000 deutsche Juden (oder jüdischer Abstammung) verhaftet und in Konzentrationslager gebracht.
Hunderte sterben dort oder später an den Folgen der Haft. Unzählige wählen angesichts ihrer ausweglosen Lage den Freitod.

Für die Schäden der „Reichskristallnacht“ fordert man von den jüdischen Gemeinden die Zahlung einer „Sühneleistung“ von 1 Milliarde Reichsmark.

Was kaum jemand ahnt: Der 9. November 1938 ist erst der Anfang.

Copyright: Agentur für Bildbiographien, 2013 (Überarbeitet 2022)

Lesen Sie im nächsten Beitrag: Nach der Dauer-Ehekrise im Hause Goebbels spricht Hitler eines seiner berüchtigten „Machtworte“ und stutzt seinen Propagandaminister zurecht. Der weiß, dass er bei seinem „Führer“ in Ungnade gefallen ist – und setzt auf Pogrom und Hetze, um sich Hitlers Gunst wieder zu erarbeiten.
Magda Goebbels (2): “Der Bock von Babelsberg”

Buch- und Filmempfehlungen:

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Brigitte Hamann, Hitlers Wien. Lehrjahre eines Diktators*. Piper Verlag, 2012

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GEO Epoche, Deutschland unter dem Hakenkreuz, Teil 1: 1933 – 1936. Die ersten 1000 Tage der Diktatur*, Gruner + Jahr, 2013

Die Geschichte der Deutschen gut, übersichtlich und verständlich erklärt.
Außer allen wichtigen Daten und Fakten gibt es viele Hintergrundinformationen, die das Lesen zum Vergnügen machen und das Verstehen von historischen Entwicklungen erleichtern. Für’s Nachschlagen und zum Querlesen prima geeignet.

Christian v. Ditfurth: Deutsche Geschichte für Dummies*, Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim, 2019

Ein Geschichts-Thriller
über die letzten 10 Wochen der Weimarer Republik.Das zähe Ringen aller Akteure — Hindenburg, Hitler, Papen, Schleicher, Goebbels — um die Macht. Und das katastrophale Ende der Weimarer Republik. Lesenswert!

Rüdiger Barth, Hauke Friedrichs, Die Totengräber: Der letzte Winter der Weimarer Republik*, S. FISCHER Verlag, 2018 

Wie konnte es so weit kommen?
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Ian Kershaw, Der Hitler-Mythos. Führerkult und Volksmeinung*
Pantheon Verlag, broschiert, März 2018

Alice Millers Klassiker „Am Anfang war Erziehung“ ist heute aktueller denn je –
gesellschaftlich, für viele aber auch sehr persönlich. Die Psychoanalytikerin über Kindheit, Erziehung und „schwarze Pädagogik“ und ihre Folgen.

Alice Miller, Am Anfang war Erziehung*. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main, Taschenbuch, ungekürzte Ausgabe,1980

Die Biographien von Unity Mitford, Pola Negri, Rudolf Höß und vieler anderer Zeitzeugen zusammengefasst in neuen und alten Bildern, die die Zwischenkriegszeit zwischen 1918 und 1939 zum Leben erwecken. Kein Historiker aus dem Off, sondern Spielszenen und mit bislang unveröffentlichtem Original-Filmmaterial basierend auf Tagebüchern, Briefen und Fotos erklären die Zeit, das Lebensgefühl, Träume und Schicksale.
Sehr sehenswert!
Krieg der Träume 1918-1939 [3 DVDs]*, 2018, FSK 12

Verschwörungstheorien sind nicht notwendigerweise die Meinung einer Minderheit, wie Anisemitismus und Judenverfolgung im „Dritten Reich“ zeigen.
Die Sozialpsychologin Pia Lamberty und die Politikwissenschaftlerin Katharina Nocun in ihrer spannenden und sehr lesenswerten Analyse über Verschwörungserzählungen heute, die zwar keine neue Erfindung sind, aber durch soziale Medien potenziert werden. Lesenswert!

Katharina Nocun, Pia Lamberty, Fake Facts: Wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen*. Quadriga, 2020

Weiterführende Beiträge:

Wirtschaft im “Dritten Reich”: Wirtschaftlich stand das Dritte Reich nie auf sicheren Beinen. Die Ökonomie im Nationalsozialismus war von Anfang an auf Täuschung und Expansion – Krieg – gebaut. Über Autobahnen, Arbeitsschlachten, MeFo-Wechsel, Lügen und Täuschungen – ohne die Hitlers Weg in den Krieg nie funktioniert hätte.
Autobahn und Mefo-Wechsel: Adolf Hitlerm die deutsche Wirtschaft und der Weg in den 2. Weltkrieg 

Kriegswirtschaft: Das Dritte Reich benötigt dringend das jüdische Vermögen für seine Kriegswirtschaft. Die Besitzer dieses Vermögens benötigt man nicht. Außerdem sollen ’nutzlose‘ Esser beseitigt werden, um die Versorgung im Reich zu gewährleisten.
Hitlers Kriegswirtschaft: sparen, plündern, morden.
Krieg, Hunger und Vernichtung: Adolf Hitler, die deutsche Wirtschaft und der 2. Weltkrieg

Hitler Biografie: Der Werdegang Adolf Hitlers vom geprügelten Sohn eines „erziehenden“ Vaters und einer liebevollen, aber schwachen Mutter zu einem der grausamsten Diktatoren der Menschheit.
Vom verborgenen zum manifesten Grauen: Kindheit und Jugend Adolf Hitlers

Was begeisterte Millionen Menschen an Adolf Hitler?
Schläge und schweigen, verdrängen und neu inszenieren sind die Muster, mit denen die ‘Erziehung mit harter Hand’ von einer Generation an die nächste weitergegeben wird. Über Alice Miller, Hitlers Mitläufer und Mörder und über schwarze Pädagogik, die aus Opfern Täter macht.
Die Erlaubnis zu hassen

NS-Erziehung: Es war während des Dritten Reiches ein Bestseller und galt als d e r Leitfaden zur Kindererziehung. Über die NS-Pädagogik und Johanna Haarers Machwerk.
Zwischen Drill und Misshandlung: Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind

Das Ende der Republik: Die letzten freien Wahlen am 6. November 1932 besiegeln das Schicksal der Deutschen. Es ist aber nicht das Wählervotum, das den roten Teppich für Adolf Hitler ausrollt, sondern das katastrophale Agieren von mehr oder minder demokratischen Politikern, die mit einer Mischung aus Ignoranz, Dummheit und Selbstsucht die erste Demokratie auf deutschem Boden gegen die Wand fahren.
1932- das Ende der Republik. Brüning: Der Hungerkanzler

Linkempfehlungen:

Ole Löding, „… täglich Kristallnaach“. NS-Vergangenheit und bundesdeutsche Gegenwart in einem Song von BAP (1982), in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History, Online-Ausgabe, 9 (2012), H. 1,
https://www.zeithistorische-forschungen.de/16126041-Loeding-1-2012

Bildnachweise:

1. Herschel Grynspan kurz nach seiner Verhaftung am 7. November 1938, Autor: Unknown, Gemeinfrei – https://digitalassets.ushmm.org/photoarchives/detail.aspx?id=31253

2. Boykott der Nationalsozialisten gegen jüdische Geschäfte in Deutschland,
SA – Mitglieder kleben an das Schaufenster eines Berliner jüdischen Geschäfts ein Schilder mit der Aufschrift „Deutsche, wehrt euch, kauft nicht bei Juden“ Bundesarchiv, Bild 102-14468 / Georg Pahl / CC-BY-SA 3.0

3. Ausstellung „Der ewige Jude“ im Deutschen Museum, 7.-8.11.1937, Bundesarchiv, Bild 119-04-29-38 / CC-BY-SA 3.0

4.Zerstörtes jüdisches Geschäft in Magdeburg, November 1938 Von Bundesarchiv, Bild 146-1970-083-44 / Friedrich, H. / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5418871

5. Magdeburg, zerstörtes jüdisches Geschäft By Bundesarchiv, Bild 146-1972-033-39 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5418923

Geschichte und Psychologie Vergangenheit verstehen um mit der Zukunft besser klar zu kommen
Geschichte & Psychologie:

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1910cookie-check9. November 1938: „Kristallnacht“

1 Kommentar zu „9. November 1938: „Kristallnacht““

  1. Ich habe einen Großteil des Weltkrieges und die Nachkriegszeit als Kind im Ruhrgebiet mit all seinen Scheußlich- und Schrecklichkeiten erlebt.
    Gott sei Dank aber blieb mir das oben Beschriebene wegen der Gnade der
    späten Geburt erspart.

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