Queen Victoria: Die Großmutter Europas (I)

Queen Vic­to­ria (1819 – 1901) drück­te dem 19. Jahr­hun­dert ihren Stem­pel auf und bestimm­te als „Groß­mutter Euro­pas“ auch die Geschich­te des 20. Jahr­hun­derts.

Ihr Leben fing mehr als beschei­den an, vater­los und mit einer Mut­ter, die sie als eine Art Faust­pfand für die eige­ne Zukunft betrach­tet.
Zwei Onkel bestim­men Vic­to­ri­as Schick­sal: Ihr selt­sa­mer Onkel Geor­ge, von dem sie über­ra­schend den bri­ti­schen Thron erbt, und Onkel Leo­pold, der sich um ihr Lebens­glück und ihre Zukunft küm­mert.

Queen Victoria, 1847, Ölgemälde von Franz Xaver Winterhalter
Queen Vic­to­ria, 1847, Ölge­mäl­de von Franz Xaver Win­ter­hal­ter

Eine seltsame Familie

Es ist eine eigen­ar­ti­ge Fami­lie, in die Alex­an­dri­na Vic­to­ria am 24. Mai 1819 als Toch­ter von Edward, Duke of Kent and Stra­thearn, und sei­ner deut­schen Frau Vic­toire von Sach­sen-Coburg-Saal­feld hin­ein­ge­bo­ren wird.

Man könn­te auch sagen: son­der­bar und hoff­nungs­los über­al­tert.
Ihr Groß­va­ter, König Geor­ge III. lei­det an einer Erb­krank­heit und ist geis­tig völ­lig umnach­tet, als er ein Jahr nach ihrer Geburt, 1820, stirbt.

Die Regie­rungs­ge­schäf­te führt des­halb schon seit vie­len Jah­ren Vic­to­ri­as Onkel, Prinz­re­gent Geor­ge, der nach dem Tod sei­nes Vaters als König Geor­ge IV. den Thron besteigt.

Die­ser Geor­ge — in sei­ner Jugend wegen sei­ner Lei­bes­fül­le auch als Prince of Wha­les (Prinz der Wale) bezeich­net — ist vor allem mit sich selbst, sei­nen zahl­rei­chen Affä­ren und dem Bau­en schö­ner Gebäu­de, Parks und Plät­ze beschäf­tigt.

Soweit ihn sein enger Ter­min­plan Zeit lässt, ver­sucht er, sich von sei­ner deut­schen Frau Caro­li­ne von Braun­schweig schei­den zu las­sen. Sei­ne Schei­dungs­plä­ne zie­hen sich hin und ver­är­gern sei­ne Unter­ta­nen bis an den Rand eines Volks­auf­stan­des.

George IV von England Lithographie 1821
Geor­ge IV (1821) by G. Atkin­son, Brigh­ton, (UK Imme­dia­te source: Samm­lung de Salis), Public Domain

Der Tod der Thronerbin

Die arran­gier­ten Ehe zwi­schen Geor­ge und sei­ner Braut Caro­li­ne von Braun­schweig stand unter einem unglück­li­chen Stern — man könn­te auch sagen, dass es Anti­pa­thie auf den ers­ten Blick war, als sich das Braut­paar weni­ge Tage vor ihrer Hoch­zeit das ers­te Mal per­sön­lich ken­nen­ge­lernt haben.
Trotz ihrer tie­fen gegen­sei­ti­gen Abnei­gung hat­ten sie es zu einer gemein­sa­men Toch­ter und Thron­er­bin gebracht, Kron­prin­zes­sin Char­lot­te Augus­te.

Doch das Unglück ver­lässt das unglück­li­che Paar nicht: 1817 stirbt ihre ein­zi­ge Toch­ter und Hoff­nungs­trä­ge­rin der Bri­ten, mitt­ler­wei­le selbst glück­lich ver­hei­ra­tet, qual­voll im Wochen­bett.
Die Bri­ten sind am Boden zer­stört — es sei, als ob jeder Haus­halt Groß­bri­tan­ni­ens ein Kind ver­lo­ren hät­te, schreibt eine auf­ge­wühl­te bri­ti­sche Tage­buch­schrei­be­rin.

Ein tra­gi­scher ärzt­li­cher Kunst­feh­ler, so wür­de man heu­te den grau­en­vol­len Tod im Wochen­bett nen­nen, denn der ver­ant­wort­li­che Arzt, Sir Richard Croft, hat­te den Gebrauch der rela­tiv neu erfun­de­nen Geburts­zan­ge nicht erlaubt.

Die Geburts­zan­ge war seit Jahr­hun­der­ten die ers­te Erfin­dung, die bei der Geburt Leben ret­ten konn­te.
Sie war bereits im 17. Jahr­hun­dert von einem aus Frank­reich nach Eng­land emi­grier­ten huge­not­ti­schen Chir­ur­gen namens Peter Cam­ber­len erfun­den wor­den, der sein Wis­sen aller­dings für sich behielt.
Auch sei­ne Nach­fol­ger hiel­ten Cam­ber­lens Erfin­dung geheim, man wand­te die Geburts­zan­ge nur in der eige­nen Pra­xis an. Eine bekla­gens­wer­te Tra­di­ti­on, die ver­mut­lich Tau­sen­den von Frau­en und Babys das Leben kos­te­te.

Glück­li­cher­wei­se waren außer Cam­ber­len noch ande­re auf ähn­li­che Ide­en gekom­men, und ab Mit­te des 18. Jahr­hun­derts war die Zan­gen­ge­burt allen Geburts­hel­fern bekannt.

Die Zan­ge hat­te Risi­ken, wenn sie – nicht ste­ri­li­siert – tief in den emp­find­li­chen Geburts­ka­nal ein­ge­führt wur­de, um das Kind her­aus­zu­zie­hen; aber rich­tig und mit Sorg­falt ange­wandt, ret­te­te sie das Leben unzäh­li­ger Müt­ter und Kin­der.
Statt der vie­len Leben, die durch eine Zan­gen­ge­burt geret­tet wur­den, waren jedoch haupt­säch­lich Berich­te über Todes­fäl­le im Umlauf (die Geburts­zan­ge wur­de nun mal nur bei schwe­ren Gebur­ten ein­ge­setzt, bei denen sowie­so schon alles auf der Kip­pe stand); vie­len galt sie als zu ris­kant.

Die wer­den­den Müt­ter wur­den statt mit der ein­zig lebens­ret­ten­den Maß­nah­me lie­ber mit jahr­hun­der­te­al­ten Haus­mit­teln trak­tiert, mit denen man schon vie­len den letz­ten Lebens­nerv geraubt hat­te: Man ließ sie zur Ader bis sie ohn­mäch­tig wur­den (was man als Erfolg ver­buch­te) oder wickel­te sie in kochend hei­ße Brei­um­schlä­ge.
Kurz – man tat alles, um eine schwie­ri­ge Geburt noch unver­träg­li­cher mit dem Leben zu machen.

Starb das Baby ange­sichts sol­cher Pro­ze­du­ren im Mut­ter­leib, benutz­te man Haken, um das tote Kind in Stü­cken aus sei­ner Mut­ter her­aus­zu­zie­hen.

Oft bedeu­te­te eine schwe­re Geburt den Tod von Mut­ter und Kind: Thron­er­bin Char­lot­te und ihr klei­ner Sohn star­ben völ­lig erschöpft nach über fünf­zig Stun­den erfolg­lo­ser Wehen.


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Zwei Blitzhochzeiten und die Rettung der Dynastie

Mit dem Tod der Thron­er­bin sieht es plötz­lich dra­ma­tisch schlecht für das dynas­ti­sche Bestehen der Königs­fa­mi­lie aus. Es wird ver­zwei­felt nach einem Thron­fol­ger gesucht, denn Geor­ge hat kei­ne wei­te­ren offi­zi­el­len Kin­der, die nach ihm den bri­ti­schen Thron bestei­gen könn­ten.

Bei Geor­ges Brü­dern sieht es in Sachen Nach­wuchs schlecht aus: Sein nächst­jün­ge­rer Bru­der, Fre­de­rick, Her­zog von York und Alba­ny, ist zwar ver­hei­ra­tet, hat aber mit Mit­te 50 zusam­men mit sei­ner Ehe­frau kei­ne leben­den Kin­der. Außer­dem ist Fre­de­rick als Ober­be­fehls­ha­ber des Hee­res in den sehr unap­pe­tit­li­chen Skan­dal sei­ner Gelieb­ten ver­wi­ckelt: Ohne sein Wis­sen aber mit sei­ner (unbe­ab­sich­tig­ten) Hil­fe hat­te sie über Jah­re einen schwung­vol­len Han­del mit Offi­ziers­stel­len betrie­ben.

Die Affä­re fliegt auf und kommt wie erwar­tet beim Volk nicht gut an.
Fre­de­rick bekommt sei­nen Pos­ten als Ober­be­fehls­ha­ber nach einer mora­li­schen ‘Aus­zeit’ zwar wie­der, sei­nen Platz in der Thron­fol­ge muss er aller­dings räu­men (was kei­ne Aus­wir­kung hat, da er wenig spä­ter stirbt).

Außer Fre­de­rick gibt es noch zwei jün­ge­re Brü­der, wobei „jung“ rela­tiv ist; bei­de sind gestan­de­ne Her­ren mitt­le­ren Alters. Aber immer­hin sind bei­de unver­hei­ra­tet.

Man beginnt, für die schon etwas in die Jah­re gekom­me­nen könig­li­chen Jung­ge­sel­len fie­ber­haft und euro­pa­weit nach pas­sen­den Bräu­ten im gebär­fä­hi­gen Alter zu suchen. Die euro­pa­wei­te Braut­schau ist von Erfolg gekrönt, man wird fün­dig: In einer Dop­pel­hoch­zeit wer­den im Juli 1818 bei­de Brü­der an die jeweils pas­sen­de Ehe­frau gebracht.

Wil­liam – der spä­te­re Kurz­zeit-König Wil­helm IV. – hei­ra­tet eine Prin­zes­sin Adel­heid von Sach­sen-Mei­nin­gen, sein jün­ge­rer Bru­der Edward führt die ver­wit­we­te Fürs­tin Vic­toire von Lei­nin­gen zum Altar, eine gebo­re­ne Prin­zes­sin von Sach­sen-Coburg-Saal­feld, die aus ers­ter Ehe bereits zwei Kin­der hat.

Kur­ze Zeit spä­ter ver­zeich­nen bei­de Blitz­hoch­zei­ten auch schnel­le dynas­ti­sche Erfol­ge: Bereits ein Jahr nach ihrer Hoch­zeit wer­den die frisch­ver­hei­ra­te­ten Brü­der im Alter von 53 und 52 Jah­ren zum ers­ten Mal offi­zi­ell Väter.

Doch Wil­liams und Adel­heids klei­ne Toch­ter über­lebt ihre Geburt nur kurz, eben­so eine wei­te­re Prin­zes­sin, die im dar­auf­fol­gen­den Jahr gebo­ren wird.
Als Wil­liam 1837 als König Wil­helm IV. stirbt, hin­ter­lässt er zwar zehn unehe­li­che Kin­dern aus einer lang­jäh­ri­gen außer­ehe­li­chen Bezie­hung, aber kei­nen ein­zi­gen legi­ti­men Thron­er­ben mit sei­ner deut­schen Ehe­frau Adel­heid.

Prince Edward, Duke of Kent, Commander-in-Chief, North America, 1791–1802 By George Dawe - Royal Collection, Public Domain

Sein jün­ge­rer Bru­der Edward, der bis zu sei­ner Hei­rat vie­le Jah­re lang mit sei­ner fran­zö­si­schen Gelieb­ten Julie in einer Art wil­der Ehe gelebt hat­te, hat mehr Erfolg, kann sein spä­tes Vater­glück aller­dings nicht lan­ge genie­ßen:

Sei­ne und Vic­toires klei­ne Toch­ter Alex­an­dri­na Vic­to­ria lebt, aber er stirbt ein drei­vier­tel Jahr nach ihrer Geburt an einer Lun­gen­ent­zün­dung.

Das Kensington-System

Vic­to­ri­as vater­lo­se und unglück­li­che Kind­heit ent­behrt viel, vor allem aber Her­zens­wär­me und eine geeig­ne­te Aus­bil­dung zur Köni­gin.

Die strik­te Abnei­gung, die Vic­to­ria spä­ter als jun­ge Frau und Köni­gin gegen Hei­rat und Ehe­mann hat, dürf­te ihren Ursprung im soge­nann­ten Ken­sing­ton Sys­tem gehabt haben, eine Art gol­de­ner Käfig, den ihre Mut­ter und deren Rat­ge­ber (man­che sagen auch: Lieb­ha­ber) John Conroy nach dem frü­hen Tod ihres Vaters Edward eta­blie­ren.

Victoire mit ihrer Tochter Victoria, Von Henry Bone, https://www.telegraph.co.uk/culture/donotmigrate/3560626/Queen-Victoria-the-original-peoples-princess.html, Gemeinfrei
Vic­toire mit ihrer Toch­ter Vic­to­ria, Von Hen­ry Bone, Gemein­frei

Edward, Duke of Kent, hin­ter­lässt der Duch­esse außer der klei­nen Prin­zes­sin nichts als Schul­den.

Viel zu vie­le Schul­den, die dazu füh­ren, dass sie sein Erbe sogar aus­schla­gen muss. So hockt sie nach sei­nem plötz­li­chen Tod allein und mit­tel­los mit der klei­nen Vic­to­ria und ihrer älte­ren Toch­ter Feo­do­ra aus ers­ter Ehe im Ken­sing­ton Palace, den sie von der win­zi­gen Apa­na­ge, die man ihr als Edwards Wit­we zuge­steht, kaum unter­hal­ten kann.

Am Königs­hof wer­den die Duch­esse und ihre Toch­ter nicht gern gese­hen.
Vic­to­ri­as dicker Onkel König Geor­ge IVwar gegen die Hei­rat sei­nes jün­ge­ren Bru­ders mit der Deut­schen und kann jetzt, nach dem Tod sei­nes Bru­ders, sei­nem Unmut frei­en Lauf las­sen. War­um das so ist, weiß kei­ner genau, ver­mut­lich mag er sie ein­fach nicht.

Ohne Geld für ein stan­des­ge­mä­ßes Leben, ohne Bezie­hun­gen und ohne Fami­lie steht Duch­esse Vic­toire ziem­lich ver­zwei­felt da und spielt mit dem Gedan­ken, mit der klei­nen Vic­to­ria und Feo­do­ra die Heim­rei­se nach Deutsch­land anzu­tre­ten.


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Es ist Vic­toires Bru­der Leo­pold – jener Leo­pold von Sach­sen-Coburg, mit dem die ver­stor­be­ne Thron­er­bin Char­lot­te ver­hei­ra­tet war – der sie über­re­det, in Eng­land zu blei­ben.
Dafür gibt es einen guten Grund: Die klei­ne Vic­to­ria ist weit und breit als ein­zi­ge Thron­er­bin der nächs­ten Genera­ti­on in Sicht.

Die­ser Sta­tus soll erhal­ten blei­ben. Wür­de Vic­toire mit ihr ins klei­ne Fürs­ten­tum Lei­nin­gen zurück­keh­ren, wäre Vic­to­ri­as Thron­an­spruch schnell dahin.

Im goldenen Käfig

Die Duch­esse of Kent bleibt.
Mit ihr auch John Conroy, Sol­dat, dubio­ser Freund des Hau­ses und Edwards Nach­lass­ver­wal­ter, der sich nach und nach zur unent­behr­li­chen Stüt­ze Vic­toires macht, nicht zuletzt weil er einen gro­ßen Teil sei­nes eige­nen Ver­mö­gens zur Haus­halts­füh­rung zuschießt.

Prinzessin Victoria im Alter von vier Jahren, 1823, von Stephen Poyntz Denning (1795–1864) - Dulwich College Picture Gallery, Gemeinfrei,
Prin­zes­sin Vic­to­ria im Alter von vier Jah­ren, 1823, von Ste­phen Poyn­tz Den­ning (1795–1864) — Dul­wich Col­le­ge Pic­tu­re Gal­le­ry, Gemein­frei,

Das ver­mut­lich weni­ger aus Zunei­gung oder purer Men­schen­freund­lich­keit, son­dern mit Hin­ter­ge­dan­ken: Genau wie Leo­pold rech­net er fest damit, dass Vic­to­ria die nächs­te bri­ti­sche Köni­gin sein wird.

Ange­sichts des maro­den All­ge­mein­zu­stands und der unge­zü­gel­ten Lebens­wei­se von König Geor­ge IV. und sei­nes letz­ten ver­blie­be­nen Bru­ders Wil­helm geht er sogar davon aus, dass die klei­ne Vic­to­ria noch vor ihrer Voll­jäh­rig­keit den bri­ti­schen Thron bestei­gen wird.
Damit könn­ten ihre Mut­ter, die Duch­esse of Kent,– und er – die tat­säch­li­che Regent­schaft über­neh­men.

Damit auch wirk­lich nie­mand sei­ne weit­rei­chen­den Plä­ne durch­kreu­zen kann, baut Conroy rund um die kost­ba­re Thron­er­bin das Ken­sing­ton Sys­tem als gol­de­nen Käfig auf, eine Art eli­tä­rer Zir­kel, der Vic­to­ria von der Welt abschot­ten soll, statt sie ihr zu zei­gen.

Conroy bestimmt Gou­ver­nan­te und Haus­leh­rer, legt ihre Spiel­ge­fähr­ten fest – Vic­to­ri­as älte­re Halb­schwes­ter Feo­do­ra und sei­ne eige­ne Toch­ter – und wacht über jeden Schritt, den die Prin­zes­sin tut.
Vic­to­ri­as Leben wird immer ein­sa­mer und unglück­li­cher; ihre ein­zi­ge Freu­de ist Spa­ni­el Dash, der Hund ihrer Mut­ter.

Prinzessin Victoria mit Spaniel Dash, Sir George Hayter, 1833, This version is of the copy in the British Royal Collection, Gemeinfrei

Im Jahr 1835 — Vic­to­ria ist 16 Jah­re alt, König Geor­ge tot und sein jün­ge­rer Bru­der sitzt als König Wil­helm IV. alt und gebrech­lich, aber eisern auf dem bri­ti­schen Thron — sieht Conroy ein, dass sei­ne Inves­ti­ti­on in die Zukunft bei ihrer Thron­be­stei­gung vor­aus­sicht­lich voll­jäh­rig sein wird.

Damit sein Traum von der Mit-Regent­schaft nicht völ­lig zer­platzt, ver­sucht er Vic­to­ria zu über­re­den, ein Doku­ment zu unter­schrei­ben, mit dem sie sich ver­pflich­tet, ihn zu ihrem Pri­vat­se­kre­tär zu ernen­nen, sobald sie Köni­gin ist; eine Wahn­sinns-Posi­ti­on damals im König­reich, bedenkt man sei­ne Her­kunft.

Doch obwohl er und Vic­to­ri­as Mut­ter Vic­toire gemein­sam mit Engels­zun­gen auf sie ein­re­den, argu­men­tie­ren und schließ­lich dro­hen, bleibt die jung Kron­prin­zes­sin stör­risch und ver­wei­gert ihre Unter­schrift.

Onkel Leopold

Mit allem hat­ten Conroy und Vic­to­ri­as leicht­gläu­bi­ge Mut­ter gerech­net, nur nicht mit Wider­stand.
Und Onkel Leo­pold.

Leo­pold von Sach­sen-Coburg, Vic­toires Bru­der, Wit­wer der eng­li­schen Thron­er­bin Char­lot­te und seit 1830 als Leo­pold I. gewähl­ter König der Bel­gi­er, ist nicht nur ein eif­ri­ger Brie­fe­schrei­ber, son­dern hat auch ein Herz für sei­ne unglück­li­chen Nich­ten und Nef­fen. (Mög­li­cher­wei­se war er auch ein begna­de­ter Netz­wer­ker, der vor­aus­schau­end in die kom­men­de Genera­ti­on euro­päi­scher Köni­gin­nen und Köni­ge inves­tiert hat.)

Was auch immer dahin­ter­steckt: Onkel Leo­pold unter­hält fast unbe­merkt über vie­le Jah­re einen regen Brief­wech­sel mit sei­ner trau­ri­gen und ein­sa­men Nich­te Vic­to­ria.

Per Brief ver­sucht er, ihre man­gel­haf­te Bil­dung zu ver­bes­sern, emp­fiehlt Bücher, schickt Manu­skrip­te als Lese­stoff und hat im fer­nen Bel­gi­en immer ein offe­nes Ohr für die Sor­gen und Nöte sei­ner im Ken­sing­ton Sys­tem gefan­ge­nen Nich­te.
Ihre strik­te Wei­ge­rung, den Rat­ge­ber ihrer Mut­ter schon vor ihrer Thron­be­stei­gung zu ihrem künf­ti­gen Pri­vat­se­kre­tär zu ernen­nen, könn­te durch­aus etwas mit Onkel Leo­pold zu tun gehabt haben, bewie­sen ist aller­dings nichts.

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Nach meh­re­ren Ver­su­chen geben Conroy und Vic­toire schließ­lich ihre Über­re­dungs­be­mü­hun­gen auf und las­sen die stör­ri­sche Vic­to­ria schmo­ren. Mut­ter und Toch­ter spre­chen vie­le Jah­re kein Wort mehr mit­ein­an­der und Conroy erhält nach ihrer Thron­be­stei­gung kein Amt an Vic­to­ri­as Hof, nicht ein­mal ein klei­nes.

Die ersten Affären als Königin

Die Bri­ten jubeln, als 1837 ihr grei­ser “Zwi­schen­kö­nig” Wil­helm IV. stirbt und nach ihm die blut­jun­ge Vic­to­ria den Thron besteigt.

Nach Geor­ge III., der die letz­ten 20 Jah­re sei­nes Lebens im Deli­ri­um ver­bracht hat, sei­nem Sohn Geor­ge IV., der die Bri­ten mit sei­ner Arro­ganz und Maß­lo­sig­keit, aber auch durch sei­ne jahr­zehn­te­lan­ge Schei­dungs­af­fä­re zur Weiß­glut brach­te, und schließ­lich sei­nem eher rus­ti­ka­len Bru­der Wil­helm IV., der von Glanz, Eti­ket­te und vor­neh­men Beneh­men unge­fähr so weit ent­fernt war wie die stin­ken­de, mit Schmutz und Unrat über­frach­te­te Them­se der dama­li­gen Zeit von einem Trink­was­serres­ser­voir, fei­ern sie ihre jun­ge Köni­gin als Licht­blick nach einem sehr, sehr lan­gen dunk­len Tun­nel.

Ins­ge­samt 63 Jah­re, sie­ben Mona­te und zwei Tage wird sie die Köni­gin der Bri­ten sein und dabei ein Zeit­al­ter, das “vik­to­ria­ni­sche Zeit­al­ter”, prä­gen.
Ihre Regent­schaft steht sowohl für den Glanz als auch für das Elend des bri­ti­schen Empi­res. Sie ist Köni­gin (und wird die ers­te Kai­se­rin von Indi­en) eines Welt­reichs, in dem die Son­ne nie unter­geht: mit unge­ahn­tem Wohl­stand und Fort­schritt auf der einen Sei­te, blu­ti­gen Kolo­ni­al­krie­gen, Kin­der­ar­beit und nie gekann­ter Armut und Aus­beu­tung auf der ande­ren.

Sie ist nicht nur die Herr­sche­rin der Bri­ten, son­dern auch die unan­ge­foch­te­ne Köni­gin der Hei­rats­po­li­tik: Am Ende ihres Lebens hat sie alle ihrer zahl­rei­chen Kin­der mit sämt­li­chen wich­ti­gen euro­päi­schen Fürs­ten- und Königs­häu­ser ver­mählt.

Des­we­gen trägt sie auch den stol­zen Bei­na­men “Groß­mutter Euro­pas” (… eine Hoch­zeits-Poli­tik, die ihre Enkel aller­dings nicht davon abge­hal­ten hat, gegen­ein­an­der in den 1. Welt­krieg zu zie­hen, wodurch sie die “Urka­ta­stro­phe” des 20. Jahr­hun­derts aus­ge­löst haben.)

Aber noch sind Prinz­ge­mahl und Nach­wuchs nicht in Sicht und Vic­to­ria muss allei­ne ihre neue Auf­ga­be als Köni­gin bewäl­ti­gen. Zwar hat Onkel Leo­pold sein Bes­tes getan, aber vom poli­ti­schen Betrieb und den “Do’s” und “Dont’s” bei Hofe hat sie trotz­dem kei­ne beson­ders gro­ße Ahnung.

Die ers­ten zwei Jah­re als Köni­gin schlägt sie sich über­ra­schend gut, denn zu ihrem gro­ßen Glück fin­det sie in „ihrem“ ers­ten Pre­mier­mi­nis­ter, Lord Mel­bourne, einen väter­li­chen Freund und Rat­ge­ber, der sie bis hin zu Klei­der­fra­gen geschickt um poli­ti­sche und sons­ti­ge Klip­pen ihres neu­en Köni­gin­nen-Daseins manö­vriert.

Dann schnap­pen die Fall­stri­cke der Poli­tik zu und Vic­to­ria stol­pert kurz hin­ter­ein­an­der gleich durch zwei Affä­ren, die sie erheb­lich an Anse­hen kos­ten und beim Volk und in der Aris­to­kra­tie Stim­men laut wer­den las­sen, sie möge sich doch end­lich einen pas­sen­den Ehe­mann suchen.


Copy­right: Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en, www​.bild​bio​gra​phi​en​.de, 2016 (über­ar­bei­tet 2018)

Lesen Sie im nächs­ten Bei­trag: Manch­mal sind Män­ner ein­fach die bes­se­ren Müt­ter. Queen Vic­to­ri­as Onkel Leo­pold ist eine fast unbe­kann­te, aber nicht zu unter­schät­zen­de Grö­ße in der Welt­ge­schich­te, und hat auch in Sachen Hei­rats­po­li­tik eine geschick­te und ruhi­ge Hand
Die Groß­mutter Euro­pas (II): Onkel Leo­pold

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Nach wie vor die bes­te Emp­feh­lung für alle, die Spaß an ‘Geschich­te durch Geschich­ten’ haben. Unter­halt­sam und wit­zig geschrie­ben, mit vie­len Details, durch die man ein­fach bes­ser ver­steht, war­um “es so ist, wie es ist.“

Bill Bry­son, Eine kur­ze Geschich­te der all­täg­li­chen Din­ge*, Gold­mann Taschen­buch, 2013
Sehr hörens­wert ist übri­gens auch das Hör­buch, gele­sen von Rufus Beck.

Ein span­nen­des Buch über die Zeit,
als alle, die in Euro­pa Rang und Namen hat­ten (… und etwas zu sagen …)
mit­ein­an­der ver­wandt waren. Sehr unter­halt­sam und mit fei­ner Iro­nie geschrie­ben — sehr infor­ma­tiv und lesens­wert!

Leon­hard Horow­ski, Das Euro­pa der Köni­ge*, Rowohlt Buch­ver­lag, März 2017, 1120 Sei­ten

Das bril­lan­te Begleit­buch
der sechs­tei­li­gen ZDF-Rei­he von Hans-Chris­ti­an Huf und Gero von Boehm, wun­der­bar und augen­zwin­kernd gespro­chen von Hape Ker­ke­ling. Uner­reicht hörens­wert!

Hans-Chris­ti­an Huf, Gero von Boehm, Unter­wegs in der Welt­ge­schich­te*, Ran­dom House Audio, 2011, März 2015


Wei­ter­füh­ren­de Bei­trä­ge:

Das Dra­ma beginnt: Der Prince of Wales Geor­ge kann sei­ne Finan­zen nicht in Ord­nung hal­ten. Von sei­nem auf­wän­di­gen Lebens­stil fast rui­niert, wil­ligt er schließ­lich in einen Hei­rats­han­del mit dem Par­la­ment ein: Sei­ne Schul­den wer­den bezahlt, dafür hei­ra­tet er sei­ne Cou­si­ne Caro­li­ne von Braun­schweig. Das ein­zi­ge Pro­blem: Das Braut­paar kann sich nicht aus­ste­hen …
Sze­nen einer arran­gier­te Ehe

Das bri­ti­sche Schei­dungs­dra­ma vor Charles und Lady Di: Viel mehr als die Mode, kei­ne gepu­der­ten Perü­cken mehr zu tra­gen, die Stil­epo­che ‘Regen­cy’ und eini­ge Gebäu­de und Parks in Lon­don hat der bri­ti­sche König Geor­ge IV. nicht zustan­de gebracht. Das ist kaum ver­wun­der­lich, schließ­lich hat er sein hal­bes Leben ver­sucht, sich von Gat­tin Caro­li­ne von Braun­schweig schei­den zu las­sen. Mehr über könig­li­che Bett­la­ken und Ehe­frau­en, die man ein­fach nicht los­wird:
Pains and Pena­li­ties: Schei­dung auf bri­tisch

Mätres­sen­wirt­schaft: Die Gelieb­te eines mäch­ti­gen Man­nes zu wer­den, war vie­le Jahr­hun­der­te lang die ein­zi­ge Mög­lich­keit für Frau­en, poli­ti­sche Macht und Ein­fluss zu bekom­men. Beson­ders gut funk­tio­nier­ten Sex und Poli­tik im Abso­lu­tis­mus, des­sen Mätres­sen­wirt­schaft die Welt­ge­schich­te maß­geb­lich beein­flusst hat. Die berühm­tes­te und ein­fluss­reichs­te „maî­tres­se en tit­re“ war die Gelieb­te des Uren­kels des Son­nen­kö­nigs, die Mar­qui­se de Pom­pa­dour.
Die Mar­qui­se de Pom­pa­dour

Die gro­ße Lie­be? Mut­ter­lie­be, wah­re Lie­be und das Schei­dungs­recht kamen in Kon­ti­nen­tal-Euro­pa als Fol­ge der fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on und mit Napo­le­on in Mode. Mehr über die “neu­en” gro­ßen Gefüh­le:
Mätres­sen­wirt­schaft, Revo­lu­ti­on und die gro­ße Lie­be

Kind­heit & Erzie­hung: Mit “Mut­ter­lie­be” hat­te der fran­zö­si­sche Phi­lo­soph Jean-Jac­ques Rous­se­au nichts im Sinn, als er 1762 sei­nen Roman “Emi­le oder über die Erzie­hung” ver­öf­fent­lich­te. Eigent­lich woll­te er mit sei­nem Roman ein Zei­chen gegen die abso­lu­tis­ti­sche Stän­de­ge­sell­schaft set­zen, die ihn anwi­der­te. Doch dann kommt die Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on, Mut­ter­lie­be wird zum neu­en Trend und bald zum ein­zi­gen Lebens­in­halt von Frau­en.
Die Erfin­dung der Mut­ter­lie­be

Link­emp­feh­lung:

Ein sehr emp­feh­lens­wer­ter BLOG (in Eng­lisch):
Lau­ra Pur­cell – „His­to­ri­cal fic­tion, Geor­gi­an style“
https://​lau​r​a​pur​cell​.com/​c​a​t​e​g​o​r​y​/​q​u​e​e​n​-​o​f​-​m​i​s​r​u​le/

Bild­nach­wei­se:

Queen Vic­to­ria, 1847, Ölge­mäl­de von Franz Xaver Win­ter­hal­ter — Ori­gi­nal pain­ting owned by the Roy­al Collec­tion. Source of pho­to­graph unknown., Gemein­frei

Geor­ge IV (1821) by G. Atkin­son, Brigh­ton, (UK Imme­dia­te source: Samm­lung de Salis), Public Domain

Prince Edward, Duke of Kent, Com­man­der-in-Chief, North Ame­ri­ca, 1791–1802 By Geor­ge Dawe — Roy­al Collec­tion, Public Domain

Vic­toire mit ihrer Toch­ter Vic­to­ria, Von Hen­ry Bone, https://​www​.tele​graph​.co​.uk/​c​u​l​t​u​r​e​/​d​o​n​o​t​m​i​g​r​a​t​e​/​3​5​6​0​6​2​6​/​Q​u​e​e​n​-​V​i​c​t​o​r​i​a​-​t​h​e​-​o​r​i​g​i​n​a​l​-​p​e​o​p​l​e​s​-​p​r​i​n​c​e​s​s​.​h​tml, Gemein­frei

Prin­zes­sin Vic­to­ria im Alter von vier Jah­ren, 1823, von Ste­phen Poyn­tz Den­ning (1795–1864) — Dul­wich Col­le­ge Pic­tu­re Gal­le­ry, Gemein­frei,

Prin­zes­sin Vic­to­ria mit Spa­ni­el Dash, Sir Geor­ge Hay­ter, 1833, Von nach Geor­ge Hay­ter — First upload: Scan­ned from Hib­bert, Chris­to­pher (2000) Queen Vic­to­ria: A Per­so­nal Histo­ry, Lon­don: Har­per­Col­lins, ISBN 0–00-638843–4, and then colour adjus­ted and repai­red for flaws. This ver­si­on is of the copy in the Bri­tish Roy­al Collec­tion, Gemein­frei

Leo­pold I., König der Bel­gi­er, Gemäl­de von Franz Xaver Win­ter­hal­ter, gemein­frei.


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