Die Geschichte der Mode von 1900 bis 1930

Zeit­zeu­gen

Humpelrock und Vatermörder: Die Geschichte der Mode von 1900 bis 1930


Die Geschich­te der Mode von 1900 bis 1930: Wie Krieg, Eman­zi­pa­ti­on und gesell­schaft­li­cher Wan­del die Mode vom gro­tes­ken Hum­pel­rock und stei­fen Vater­mör­der­kra­gen zur trag- und tanz­ba­ren Flap­per-Mode der Gol­de­nen Zwan­zi­ger Jah­re veränderten.

Die Geschichte der Mode von 1900 bis 1930 mit Korsett, Humpelrock und Flapper-Mode der Goldenen Zwanziger

Ohnmachtsanfälle und Riechfläschchen: Die Mode im „nervösen Zeitalter” 

Die Mode von 1900 bis 1930 ent­stand in einer Zeit vol­ler Hek­tik, Umbrü­che und wach­sen­der Ner­vo­si­tät.
Ende des 19. Jahr­hun­derts begann das, was His­to­ri­ker heu­te oft als das „ner­vö­se Zeit­al­ter“ bezeich­nen — eine Epo­che, in der Fort­schritt, Indus­tria­li­sie­rung und gesell­schaft­li­cher Wan­del vie­le Men­schen kör­per­lich und see­lisch an ihre Gren­zen brach­ten.

Vor allem Frau­en fie­len damals rei­hen­wei­se in Ohn­macht und muss­ten mit soge­nann­ten Riech­fläsch­chen — häu­fig gefüllt mit ste­chend rie­chen­dem Ace­ton — wie­der ins Hier und Jetzt zurück­ge­holt werden.

Dame im roten Kleid mit Wagenradhut und Korsett in der Mode um 1900 während der Belle Époque

Bel­le Epo­que: Dame im roten Kos­tüm mit Wagenradhut

Lan­ge hielt man die­se Ohn­machts­an­fäl­le für eine modi­sche Marot­te der fei­nen Gesell­schaft — eine thea­tra­li­sche Insze­nie­rung weib­li­cher Zart­heit und Empfindsamkeit.

Heu­te geht man dage­gen davon aus, dass vie­le Frau­en — und auch man­che Män­ner — kei­nes­wegs simu­lier­ten. Hin­ter den plötz­li­chen Black­outs steck­ten oft ech­ter Stress, Über­for­de­rung und die enor­men kör­per­li­chen Belas­tun­gen jener Zeit.

Mode um 1900: Fest verschnürt mit Mieder und Korsett

Denn beson­ders die sen­si­ble­ren Men­schen der soge­nann­ten Bel­le Épo­que (1884–1914) stan­den wirk­lich unter Stress.

Vie­le ver­kraf­te­ten die neue Geschwin­dig­keit die­ser Epo­che schlicht nicht mehr.
Die Eisen­bahn hat­te den All­tag bereits revo­lu­tio­niert, nun rat­ter­ten auch noch die ers­ten Auto­mo­bi­le mit damals atem­be­rau­ben­den 30 km/h durch die Städ­te — ein Tem­po, das vie­len Zeit­ge­nos­sen gera­de­zu unheim­lich erschien.

Als die Indus­tria­li­sie­rung Ende des 19. und Anfang des 20. Jahr­hun­derts end­gül­tig Fahrt auf­nahm, geriet die Welt für vie­le aus dem Gleich­ge­wicht. Tech­ni­scher Fort­schritt, Lärm, Hek­tik und gesell­schaft­li­che Umbrü­che raub­ten vie­len Men­schen im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes den Atem.

Und dann war da noch die Mode — allen vor­an das unver­meid­li­che Kor­sett. Für vie­le Frau­en wur­de es zur zusätz­li­chen Belas­tung.

Seit Jahr­hun­der­ten galt die schma­le Tail­le über wei­tem Rock — oben schmal und unten bau­schig — als Ide­al eines anmu­ti­gen weib­li­chen Kör­pers. Doch um die Jahr­hun­dert­wen­de trieb man die­ses Schön­heits­ide­al auf die Spit­ze.

Busen, Bauch und Hüf­ten wur­den ein­ge­schnürt, zurecht­ge­drückt und model­liert, bis die gewünsch­te Sil­hou­et­te ent­stand. Kei­ne Frau, die etwas auf sich hielt, kam zu Beginn des 20. Jahr­hun­derts ohne Kor­sett oder Mie­der aus — selbst wenn ihr dabei buch­stäb­lich die Luft wegblieb.

Eine kurze Geschichte des Korsetts

Erfun­den“ hat­te man die Ver­schnü­run­gen im Mit­tel­al­ter als Stüt­ze, um hoch­wohl­ge­bo­re­nen Män­nern und Frau­en das Tra­gen ihrer schwe­ren Män­tel, Schlep­pen und Schlei­er aus Samt, Bro­kat und ande­ren schwe­ren, oft mit Gold und Edel­stei­nen besetz­ten Stof­fe wäh­rend lang­wie­ri­ger Hof­ze­re­mo­nien im Ste­hen zu erleichtern.

Patentzeichnung eines Korsetts aus dem Jahr 1913 zur Modegeschichte von 1900 bis 1930

Patent­zeich­nung für ein Kor­sett, 1913

In der Her­ren­mo­de ver­schwan­den die künst­li­chen Stüt­zen mit­samt wal­len­den Gewän­dern nach und nach und wur­den von den wesent­lich prak­ti­sche­ren Hosen als Bein­be­klei­dung ersetzt.

Zurück blieb das Kor­sett für den Her­ren nur als soge­nann­ter „Bauch­gür­tel“, der sich vor allem bei beson­ders Wohl­be­leib­ten gro­ßer Beliebt­heit erfreu­te. Bei­spiels­wei­se beim bri­ti­schen König Geor­ge IV., der damit sei­ne über­quel­len­de Lei­bes­fül­le zu kaschie­ren versuchte.

Eingeschnürt für Schönheit und Anstand: Die Macht des Korsetts

In der Damen­mo­de hiel­ten sich Kor­setts aus Fisch­bein, Leder und Metall jahr­hun­der­te­lang hart­nä­ckig. Mal soll­ten sie Busen und Dekol­le­té beson­ders wir­kungs­voll in Sze­ne set­zen, mal sämt­li­che weib­li­chen Run­dun­gen sitt­sam ver­ste­cken und den Kör­per unter Kon­trol­le brin­gen.

Was Frau­en­kör­per form­te und dis­zi­pli­nier­te, ver­schwand oft unsicht­bar unter den Roben der jewei­li­gen Epo­che. Manch­mal durf­te das Kor­sett jedoch auch her­vor­blit­zen oder wur­de als reich ver­zier­tes Mie­der sogar offen und aus­ge­spro­chen ver­füh­re­risch getra­gen.

Doch egal, ob ver­steckt oder demons­tra­tiv prä­sen­tiert — eines hat­ten Kor­setts, Tur­nü­ren und Mie­der gemein­sam: Sie schnür­ten ein.

Schon 1788 warn­te der deut­sche Ana­tom Samu­el Tho­mas von Söm­me­ring in sei­ner Schrift Über die Schäd­lich­keit der Schnür­brüs­te vor den gesund­heit­li­chen Fol­gen der extre­men Ver­schnü­run­gen. Doch sei­ne Kri­tik ver­hall­te eben­so unge­hört wie die Mah­nun­gen ande­rer Ärzte.

Prinzessin Victoria mit ihrem Spaniel Dash im Kensington Palace 1833

Por­trät der jun­gen Prin­zes­sin Vic­to­ria, die spä­te­re Queen Vic­to­ria, im Empire-Kleid ohne Korsett

Nur wäh­rend der von der Anti­ke, der Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on und Napo­le­on inspi­rier­ten Modee­po­chen Direc­toire und Empire (1795 bis etwa 1815/20, in Groß­bri­tan­ni­en: Regen­cy) durf­ten Frau­en für kur­ze Zeit auf­at­men.

Unter den flie­ßen­den Empire-Klei­dern trug man statt kör­per­ver­for­men­der Kor­setts ledig­lich leich­te Brustbänder.

Doch die locke­ren Zei­ten waren bald vor­bei und das Kor­sett kam zurück: Ab 1820 wur­de es wie­der ein­ge­führt — auch als Zei­chen dafür, dass mit den nach­läs­si­gen Sit­ten der fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on ein für alle Mal Schluss sein soll­te.

Fast wie zur Stra­fe wur­de das Kor­sett von nun an immer län­ger und model­lier­te die Tail­le und die Hüf­ten schließ­lich zur Kür­ass­tail­le, die idea­ler­wei­se auf einen Umfang von 43 bis 53 cm geschnürt wer­den soll­te.

Die Fol­gen waren deut­lich sicht­bar: Der Ober­kör­per wur­de nach vor­ne gedrückt, der Rücken ins Hohl­kreuz gezwun­gen und das Gesäß stär­ker betont. Die kor­set­tier­te Frau beweg­te sich dadurch auto­ma­tisch in jener künst­li­chen S‑förmigen Hal­tung, die bis heu­te als typi­sches Schön­heits­ide­al der Bel­le Épo­que gilt.

Humpelrock statt Freiheit: Mode mit „Geschwindigkeitsbeschränkung“

Aus­ge­rech­net in einer Zeit, in der Frau­en zuneh­mend selbst­be­wuss­ter wur­den, nicht mehr län­ger nur die zar­te und anmu­ti­ge Zier­de eines (Ehe-)Mannes sein woll­ten und sogar sport­li­che Akti­vi­tä­ten wie bei­spiels­wei­se Ten­nis­spie­len, Fahr­rad- oder sogar Auto­fah­ren für sich ent­deck­ten, gewähr­ten Mode und Klei­der­ord­nung immer weni­ger Beinfreiheit.

Satirische Postkarte von 1911 über den Humpelrock mit „Geschwindigkeitsbeschränkung“ – enge Damenmode der Belle Époque

Sati­ri­sche Post­kar­te von 1911: Der Hum­pel­rock wur­de wegen sei­ner extrem engen Schnitt­form als „Rock mit Geschwin­dig­keits­be­schrän­kung“ verspottet.

1910 sorg­te der vom damals ton­an­ge­ben­den Pari­ser Mode­schöp­fer Paul Poi­ret kre­ierte Hum­pel­rock für Furo­re — ein extrem eng geschnit­te­ner knö­chel­lan­ger Rock, des­sen Rock­saum durch eine enge Bor­dü­re zusätz­lich ver­stärkt wurde.

Um den engen Rock­saum nicht zu zer­rei­ßen, wur­de der Hum­pel­rock oft mit einer soge­nann­ten Fuß­fes­sel getra­gen, einem brei­ten Band, mit denen die Waden zusam­men­ge­bun­den wur­den, damit die mode­be­wuss­te Dame bloß nicht aus Ver­se­hen einen gro­ßen Aus­fall­schritt machen und ihren fei­nen Rock zur Explo­si­on brin­gen konnte.

Vatermörderkragen und Matrosenlook: Wenn Mode Haltung erzwingt

Aber auch die Her­ren der Schöp­fung hat­ten es modisch nicht gera­de bequem.

Zwar blie­ben Män­nern Kor­setts, kunst­voll ondu­lier­te Hoch­steck­fri­su­ren und rie­si­ge Wagen­rad­hü­te mit Feder­be­satz erspart, doch von ech­tem Tra­ge­kom­fort konn­te auch in der Her­ren­mo­de um 1900 kaum die Rede sein.

Beson­ders gefürch­tet war der soge­nann­te Vater­mör­der­kra­gen: ein extrem stei­fer, vor­ne offe­ner Steh­kra­gen, der ans Ober­hemd geknöpft wur­de und weit über Kinn und Kra­wat­te hin­aus­rag­te.

Bereits in den 1820er- und 1830er-Jah­ren hat­te er sei­ne ers­te Blü­te­zeit erlebt, hielt sich in leicht abge­wan­del­ter Form aber hart­nä­ckig vor allem bei offi­zi­el­len Anläs­sen bis weit ins 20. Jahr­hun­dert hinein.

Familie um 1900 mit Korsett, Uniform und Matrosenanzügen – typische Mode der Belle Époque

Fami­lie Münz­berg, ca. 1899, Kin­der im Matrosenanzug

Beson­ders im Som­mer wur­de der Vater­mör­der für Män­ner eine mör­de­risch schweiß­trei­ben­de und krat­zi­ge Tor­tur. Der star­re Kra­gen scheu­er­te am Hals, schränk­te jede Bewe­gung ein und zwang sei­nen Trä­ger buch­stäb­lich zur Haltung.

Steif, unbe­quem und unprak­tisch – je mehr das begin­nen­de 20. Jahr­hun­dert sei­ne Fas­sung zu ver­lie­ren droh­te, des­to stär­ker muss­ten Mode und Klei­der­ord­nung dafür sor­gen, dass Män­ner, Frau­en und sogar Kin­der ihre Façon behiel­ten.

Zwar ver­such­ten Künst­ler und Reform­be­we­gun­gen bereits seit Mit­te des 19. Jahr­hun­derts, beson­ders Frau­en mit locke­ren Reform­klei­dern vom Kor­sett zu befrei­en, doch die­se Ideen blie­ben zunächst Rand­er­schei­nun­gen.

Ein neu­er Trend setz­te sich dage­gen erstaun­lich erfolg­reich durch: der Matro­sen­look.
Kai­ser Wil­helm II., lei­den­schaft­li­cher Bewun­de­rer von Schif­fen und Mari­ne, mach­te die mari­ti­me Mode popu­lär. Zunächst erober­te der Matro­sen­an­zug die Kin­der­zim­mer des Bür­ger­tums, spä­ter fand der Look auch Ein­gang in die Damenmode.

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Auch ohne Humpelrock ist das Leben manchmal ganz schön anstrengend …

Für alle, die weder ihren Fokus noch ihre gute Lau­ne ver­lie­ren wol­len, gibt es hoch­wer­ti­ge äthe­ri­sche Öle zum Ent­span­nen für Kör­per, Geist und Seele.

Kriegskrinoline und Frauen in Hosen: Wie der Erste Weltkrieg die Mode veränderte

Wäh­rend in der Her­ren­mo­de zu Beginn des 20. Jahr­hun­derts Groß­bri­tan­ni­en den Ton angab — um 1900 mit dem ele­gan­ten Edward VII., spä­ter mit dem stil­prä­gen­den Prin­ce of Wales, dem spä­te­ren Kurz­zeit-König Edward VIII. — ori­en­tier­ten sich die Damen, die es sich leis­ten konn­ten, vor allem an den berühm­ten Mode­schöp­fern von Paris.

Mit dem Aus­bruch des Ers­ten Welt­kriegs am 1. August 1914 wur­de das ein Pro­blem, denn Deutsch­land führ­te Krieg mit genau jenen Län­dern, die bis­lang als Vor­bil­der in Sachen Stil und Ele­ganz gal­ten.

Ende 1914 wur­de des­halb sogar ein Reichs­aus­schuss gebil­det, in dem über eine eige­ne deut­sche Mode, eine „teut­sche Tracht, dis­ku­tiert wer­den soll­te. Viel kam dabei aller­dings nicht her­aus. Die Dis­kus­si­on ver­lief im Sand, denn schon bald bestimm­ten ganz ande­re The­men den All­tag: Ver­dun, Hun­ger­win­ter und die bri­ti­sche See­blo­cka­de, die im Deut­schen Kai­ser­reich schnell zu Not und Elend führte.

Kleines Mädchen in Kriegskrinoline um 1916 – Kindermode während des Ersten Weltkriegs

Klei­nes Mäd­chen ca. 1916 in einer schlich­ten Kriegs­kri­no­li­ne. Der belieb­te Matro­sen-Look ver­schwand wäh­rend des Ers­ten Welt­kriegs zuneh­mend aus der Kindermode.

Auch die Mode änder­te sich unter dem Druck des Krie­ges radi­kal.

Ab 1915 wur­de euro­pa­weit die soge­nann­te Kriegs­kri­no­li­ne popu­lär: ein wei­ter, schlich­ter Rock aus ein­fa­chem Stoff, getra­gen mit meh­re­ren Unter­rö­cken.

Ent­wor­fen wur­de die­se Mode nicht von Pari­ser Cou­turiers, son­dern von prak­ti­schen Schnei­de­rin­nen als Ant­wort auf Stoff­man­gel und Kriegs­wirt­schaft — und zugleich als nost­al­gi­scher Rück­griff auf ver­meint­lich bes­se­re Zeiten.

Immer­hin: Die Röcke wur­den kür­zer und reich­ten nun nur noch bis zur Wade. Trotz­dem sorg­ten hohe Schnür­stie­fel dafür, dass wei­ter­hin mög­lichst wenig Bein sicht­bar blieb.

Für vie­le Frau­en spiel­te die Fra­ge „Was zie­he ich heu­te an?“ aber ohne­hin nur noch eine Neben­rol­le. Wäh­rend Mil­lio­nen Män­ner an der Front kämpf­ten, muss­ten Frau­en im All­tag ein­sprin­gen: in Fabri­ken, Stra­ßen­bah­nen, Kran­ken­häu­sern und Büros.

Die neue Rea­li­tät ver­lang­te prak­ti­sche Klei­dung statt modi­scher Zwän­ge.
Frau­en tru­gen plötz­lich Schür­zen­ho­sen, Arbeits­blu­sen oder gleich die Klei­dung ihrer Män­ner. Selbst die lan­ge Hose für Damen — mit der Mode­schöp­fer Paul Poi­ret weni­ge Jah­re zuvor noch einen Skan­dal aus­ge­löst hat­te — wur­de nun all­tags­taug­lich.

Der Ers­te Welt­krieg ver­än­der­te damit nicht nur Euro­pa, son­dern auch das Frau­en­bild — und die Mode von Grund auf.

Coco Chanel, Bubikopf und Flapper: Die Mode der Goldenen Zwanziger Jahre

Bereits vor dem Krieg hat­te sich eine jun­ge Hut­ma­che­rin namens Coco (Gabri­el­le) Cha­nel einen Namen gemacht und in Paris und im fran­zö­si­schen Bade­ort Deau­ville ihre ers­ten eige­nen Mode­sa­lons eröff­net, in denen sie ihre revo­lu­tio­när schlich­ten Ent­wür­fe verkaufte.

Hutmodell von Coco Chanel aus dem Jahr 1912 – frühe Mode der späteren Designerikone

Schau­spie­le­rin Gabri­el­le Dor­zi­at trägt 1912 eines der frü­hen Hut­mo­del­le von Coco Cha­nel. Foto: Tal­bot, ver­öf­fent­licht in Les Modes.

Die­sem Stil blieb sie wäh­rend und nach dem Krieg treu und ent­warf ein­fa­che, gera­de geschnit­te­ne und waden­lan­ge Klei­der aus Baum­wol­le.

Tail­le, Busen und Hüf­te wur­den igno­rier­ten, wes­halb das Kor­sett über­flüs­sig wur­de. Die gera­den Etui­klei­der und lose fal­len­de Hemd­blu­sen­klei­der waren eben­so prak­tisch wie ange­nehm zu tra­gen und stoffsparend.


Das endgültige Aus für das Korsett

…Es deu­te­te sich an, dass die Herr­schaft des Kor­setts sich eben­so ihrem Ende näher­te wie die extra­va­gan­ten Sil­hou­et­ten mit ihren hoch getürm­ten Hin­ter­tei­len, flach gepress­ten Bäu­chen und ragen­den Busen …

Aus: Ger­trud Leh­nert, Frau­en mit Stil: Mode­träu­me aus drei Jahr­hun­der­ten*


Die rie­si­gen Wagen­rad-Hüte als weib­li­che Kopf­be­de­ckung waren bereits in den Kriegs­jah­ren einen stil­len Mode-Tod gestor­ben, doch nun, nach den Jah­ren des ver­hee­ren­den Krie­ges und in einer Zeit vol­ler Unru­hen, Arbeits­lo­sig­keit und Not, ging es auch ande­ren alten Zöp­fen an den Kra­gen.

Bereits vor 1920 sah man Coco Cha­nel und ande­re Trend­set­te­rin­nen mit einer Kurz­haar­fri­sur in der Art eines Pagen­kopfs: der Bubi­kopf war gebo­ren. Er trat in rasen­der Geschwin­dig­keit sei­nen Sie­ges­zug unter den Frau­en auf der gan­zen Welt an.

Auch wenn der Bubi­kopf noch bei vie­len ver­pönt ist — noch 1928 wer­den zwei Kran­ken­pfle­ge­rin­nen im jüdi­schen Kran­ken­haus Köln ent­las­sen, weil sie sich einen Bubi­kopf haben schnei­den las­sen. Und trotz­dem: Andro­gy­nie heißt das Zau­ber­wort der Stun­de.

Flap­per wer­den die jun­gen selbst­be­wuss­ten und berufs­tä­ti­gen Frau­en genannt, die kur­ze Haa­re und kur­ze Klei­der tra­gen, auf gutes Beneh­men pfei­fen, in der Öffent­lich­keit rau­chen, Hoch­pro­zen­ti­ges trin­ken und lei­den­schaft­lich die neu­en und scho­ckie­ren­den Tän­ze wie Charles­ton und Fox­trott oder den skan­da­lö­sen Shim­my tan­zen.

Die Mode wird nicht nur trag- und tanz­ba­rer, son­dern auch demo­kra­ti­scher.
Mit Strumpf­ho­sen aus Kunst­sei­de und ande­ren neue Mate­ria­li­en wie Kunst­wol­le und Vis­ko­se konn­ten sich auch Frau­en mit klei­nem Geld­beu­tel modi­sche Klei­dung leisten.

Flapper der 1920er Jahre in Charleston-Kleidern – Mode der Goldenen Zwanziger
Flap­per Mode der 1920er Jah­re Die Gol­de­nen Zwanziger

Stresemann, Trenchcoat und Filmstars: Die Herrenmode der Goldenen Zwanziger

Auch in der Her­ren­mo­de lockern sich nach dem Ers­ten Welt­krieg das jahr­zehn­te­lang stren­ge Kleid­erre­gle­ment.
Neue Vor­bil­der sind jetzt nicht mehr geschnie­gelt-stei­fe Patri­ar­chen des Kai­ser­reichs, son­dern ele­gan­te Büh­nen- und Film­stars wie Clark Gab­le, Richard Tau­ber oder Vic­tor de Kowa.

Sie tra­gen locke­re Sak­kos, weich fal­len­de Stof­fe und selbst­ver­ständ­lich kei­ne krat­zi­gen Vater­mör­der­kra­gen mehr. Der stei­fe Hals­zwang ver­schwin­det end­gül­tig in der Mot­ten­kis­te der Geschich­te.

Die Anzü­ge der 1920er Jah­re wer­den ins­ge­samt beque­mer und läs­si­ger. Sak­kos sit­zen nun locke­rer oder sind nur noch leicht tail­liert, wäh­rend die Hosen wei­ter und kom­for­ta­bler geschnit­ten wer­den.

Mit dem Ende der Hyper­in­fla­ti­on und dem Beginn der „Gol­de­nen Zwan­zi­ger“ setzt sich ab 1924 der soge­nann­te Stre­se­mann-Anzug durch — benannt nach dem Reichs­kanz­ler und spä­te­ren Außen­mi­nis­ter Gus­tav Stre­se­mann, der die­sen Stil bevor­zug­te.

Der „Stre­se­mann“ besteht aus einem schwar­zen Jackett, dunk­ler Wes­te und gestreif­ter Hose und war vor allem prak­tisch: Her­ren konn­ten damit direkt vom Büro zu einer Abend­ver­an­stal­tung wech­seln, ohne sich kom­plett umzie­hen zu müs­sen.

Über­haupt wird die Her­ren­mo­de moder­ner und all­tags­taug­li­cher.
Gür­tel ver­drän­gen die tra­di­tio­nel­len Hosen­trä­ger, Arm­band­uh­ren erset­zen die Taschen­uhr und wei­che Filz­hü­te aus den USA lösen zuneh­mend die stei­fen Hom­burg-Hüte des Kai­ser­reichs ab.

Wer sport­lich wir­ken will, trägt Kni­cker­bo­cker, Schirm­müt­ze und Trench­coat — ein Man­tel, der ursprüng­lich Ende des 19. Jahr­hun­derts von Bur­ber­ry und Aquas­cu­tum für bri­ti­sche Sol­da­ten ent­wi­ckelt wor­den war.

Die Her­ren­mo­de der 1920er Jah­re spie­gel­te damit den­sel­ben Wan­del wider wie die Damen­mo­de: weni­ger Zwang, mehr Bewe­gungs­frei­heit — und ein neu­es Lebens­ge­fühl zwi­schen Moder­ne, Groß­stadt und Aufbruch.

Charleston, kurze Röcke und schnelle Autos: Das neue Lebensgefühl der 1920er Jahre

Die neue Leich­tig­keit der Gol­de­nen Zwan­zi­ger macht sich nicht nur in der Mode bemerk­bar, son­dern auch in Musik, Tanz und Lebens­stil.

Aus der Ope­ret­te, die vor dem Ers­ten Welt­krieg die gro­ßen Gas­sen­hau­er gelie­fert hat, ent­wi­ckelt sich der moder­ne Schla­ger. Dank Gram­mo­phon­plat­ten und dem noch jun­gen Rund­funk ver­brei­ten sich die neu­en Ohr­wür­mer rasend schnell.

Plötz­lich sang man über­all Zei­len wie „Was macht der May­er am Hima­la­ya“, „Unter den Pini­en von Argen­ti­ni­en“ oder „Mein Onkel Bum­ba aus Kal­um­ba“. Es sind Ever­greens mit deut­lich ero­ti­schen Bot­schaf­ten: Wer bei „Vero­ni­ka, der Spar­gel wächst“ an Gemü­se denkt, liegt falsch.

War­um soll eine Frau kein Ver­hält­nis haben“, fragt ein ande­rer Schla­ger­text.
Die jun­gen und selbst­be­wuss­ten Frau­en der Gol­de­nen Zwan­zi­ger Jah­re fra­gen sich das auch.

Denn vor allem Frau­en erle­ben wäh­rend und nach dem Ers­ten Welt­krieg einen gewal­ti­gen gesell­schaft­li­chen Wan­del.
Die moder­ne Frau der 1920er Jah­re raucht, arbei­tet, tanzt Charles­ton — und sitzt selbst­be­wusst am Steu­er eines Autos.

Familiengeschichte mit viersitzigen Automobilen bei einem Sonntagsausflug in den 1920er Jahren
Sonn­tags­aus­flug mit Auto­mo­bi­len in den 1920er Jah­ren
Pupp­chen, du bist mein Augenstern

Die­ses Bild der unab­hän­gi­gen und mobi­len Frau wird zum Sym­bol einer gan­zen Epo­che.

Die Rea­li­tät vie­ler Frau­en sieht aller­dings deut­lich nüch­ter­ner aus. Ver­käu­fe­rin­nen, Tele­fo­nis­tin­nen oder Ste­no­ty­pis­tin­nen arbei­ten hart und ver­die­nen wenig. Luxus und Gla­mour kön­nen sich die meis­ten nicht leis­ten.

Trotz­dem bli­cken vie­le fas­zi­niert auf die moder­nen „It-Girls“ ihrer Zeit: Frau­en wie Eri­ka Mann oder Anne­ma­rie Schwar­zen­bach, die in Illus­trier­ten beim Ten­nis­spie­len, Auto­fah­ren oder auf ele­gan­ten Par­tys zu sehen sind.

Beson­ders das Auto­mo­bil wird zum Sym­bol weib­li­cher Frei­heit.
Es gibt unzäh­li­ge Titel­bil­der und Wer­be­il­lus­tra­tio­nen, in denen schö­ne Frau­en am Steu­er schö­ner Autos sit­zen (oft in Beglei­tung eines schö­nen Wind­hunds). Frau­en machen in den 1920er Jah­ren mobil, denn sie wol­len nicht län­ger hin­ter den „Her­ren­fah­rern” zurück­ste­hen.

Doch die neue Frei­heit hat­te manch­mal auch ihre gefähr­li­chen Sei­ten.
1927 kommt die berühm­te Tän­ze­rin Isa­do­ra Dun­can (1877 — 1927) auf tra­gi­sche Wei­se ums Leben, als sich ihr lan­ger Sei­den­schal beim Anfah­ren ihres Bug­at­ti im Hin­ter­rad ver­fängt und sie erdros­selt.

Der Unfall wird zur düs­te­ren Meta­pher einer Zeit, die zwi­schen berau­schen­der Frei­heit, tech­ni­schem Fort­schritt und unter­schwel­li­ger Gefahr schwankte.

Tanz auf dem Vulkan: Wie Weltwirtschaftskrise und Angst die Mode veränderten

Die Gol­de­nen Zwan­zi­ger Jah­re wir­ken bis heu­te wie ein rau­schen­des Fest ohne Ende — vol­ler Jazz, Charles­ton, Bubi­kopf und neu­er Frei­hei­ten. Doch hin­ter der glän­zen­den Fas­sa­de braut sich bereits eine Kri­se zusam­men.

Wäh­rend man in Ber­lin, Ham­burg oder Mün­chen tanzt und fei­ert, kämp­fen vie­le Bau­ern auf dem Land ums Über­le­ben. Zahl­rei­che Höfe arbei­ten noch mit Och­sen­ge­span­nen und Metho­den aus dem 19. Jahr­hun­dert — roman­tisch viel­leicht, wirt­schaft­lich jedoch fatal. Gegen indus­tri­ell erzeug­ten Bil­lig­im­por­te aus Über­see haben vie­le kei­ne Chan­ce.

Noch dra­ma­ti­scher wird die Lage 1929 mit dem Bör­sen­crash in den USA.
Die gigan­ti­sche Spe­ku­la­ti­ons­bla­se der „Roaring Twen­ties“ platzt mit vol­ler Wucht — und reißt die neu­ge­won­ne­ne Leich­tig­keit der Nach­kriegs­jah­re gleich mit in den Abgrund.

Eines der ers­ten Opfer der begin­nen­den Welt­wirt­schafts­kri­se ab 1929 ist die Eman­zi­pa­ti­on der Frau­en und ihre Mode.

Die Röcke wer­den wie­der län­ger, die Fri­su­ren wei­cher, der „Garconne”-Typ weicht dem „moder­ni­sier­ten Gret­chen­typ”.

Hat­ten es berufs­tä­ti­ge Frau­en auf dem Arbeits­markt sowie­so schon schwer — sie wur­den schlech­ter bezahlt und wer mit 40 immer noch unver­hei­ra­tet ist und sein eige­nes Geld ver­die­nen muss, gilt als „zu alt” und läuft Gefahr, aus dem Job gedrängt zu wer­den — , so kippt jetzt die Stim­mung: Der Ruf wird lau­ter, dass Frau­en Fami­li­en­vä­tern und Ernäh­rern nicht den Arbeits­platz weg­neh­men sol­len …

1933 heißt es in der popu­lä­ren Zeit­schrift Tem­po bezeich­nend: Weib­lich, beschei­den, hilf­los — das ist die gro­ße Mode in der Mode”.

Die Jour­na­lis­tin Pau­la von Rez­nicek schreibt empört:


Die Rocklänge als Kriegserklärung gegen die Emanzipation!

Macht euch klar, auf was ihr ver­zich­ten sollt. Ihr sollt auf­ge­ben die Mode des kur­zen Klei­des, der knap­pen Lini­en. Und was emp­fiehlt man Euch dafür? Was will man Euch auf­zwin­gen? Ihr sollt wie­der eine ver­track­te, ver­steck­te, grund­er­lo­ge­ne Weib­chen­haf­tig­keit annon­cie­ren, sollt bei Eurer Arbeit in Labo­ra­to­ri­en, Büros und Fabri­ken den Staub mit wal­len­den Rock­säu­men auf­wir­beln …

Aus: Harald Jäh­ner, Höhen­rausch: Das kur­ze Leben zwi­schen den Krie­gen*


Die Zei­ten haben sich wie­der geän­dert.
Die Mode auch.

Mehr lesen:

Der „Schwar­ze Frei­tag“ ist in Wirk­lich­keit ein Don­ners­tag.
Am 24. Okto­ber 1929 begin­nen an der New Yor­ker Wall Street die Akti­en­kur­se zu rut­schen. Gegen Mit­tag wird aus Ner­vo­si­tät Panik, der Dow Jones sackt ab, der Han­del bricht mehr­mals zusam­men. Der Crash wird schließ­lich zur Wirt­schafts­kri­se, weil jeder ver­sucht zu ret­ten, was noch zu ret­ten ist — egal, zu wel­chem Preis.
Der schwar­ze Frei­tag. Vom Bör­sen­krach zur Weltwirtschaftskrise

Copy­right: Agen­tur für Bild­bio­gra­phien, www​.bild​bio​gra​phien​.de 2022, über­ar­bei­tet 2026


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Frauen mit Stil – Modeträume aus drei Jahrhunderten von Gertrud Lehnert

Zwi­schen Kor­sett, Gar­çon­ne und Femme fatale

Mode ist weit mehr als nur Klei­dung — sie erzählt von Sehn­süch­ten, Rol­len­bil­dern und gesell­schaft­li­chen Umbrü­chen.
Ger­trud Leh­nert nimmt uns mit auf eine fas­zi­nie­ren­de Rei­se durch Mode­ge­schich­te, Kul­tur­ge­schich­te und Psy­cho­lo­gie — und zeigt, war­um Frau­en vor dem Klei­der­schrank manch­mal um weit mehr rin­gen als nur um das pas­sen­de Outfit.


Geschichte der Mode vom 18. bis 20. Jahrhundert – historische Kleidung

Klei­der machen Leute

Mode ist nie­mals nur Ober­flä­che. Sie ist Aus­druck von Zeit­geist, Sta­tus, Kul­tur und Per­sön­lich­keit. Der pracht­vol­le Bild­band „Geschich­te der Mode: Vom 18. bis zum 20. Jahr­hun­dert“ zeigt anhand der ein­zig­ar­ti­gen Samm­lung des Kyo­to Cos­tu­me Insti­tu­te, wie Klei­dung über Jahr­hun­der­te hin­weg unse­re Gesell­schaft geprägt hat.
Mit beein­dru­cken­den Foto­gra­fien und kunst­voll insze­nier­ten Expo­na­ten wird Mode hier als das sicht­bar, was sie ist: eine essen­zi­el­le Mani­fes­ta­ti­on kul­tu­rel­ler Identität.


Höhenrausch – Das kurze Leben zwischen den Kriegen von Harald Jähner, Buch über die Weimarer Republik und die 1920er Jahre

Höhen­rausch – Auf­bruch, Frei­heit und Abgrund der 1920er Jahre

Die 1920er Jah­re in Deutsch­land waren ein Rausch aus Frei­heit, Expe­ri­ment und Ver­än­de­rung. Frau­en schnei­den sich die Haa­re kurz, gehen allein aus, trei­ben Sport und erobern öffent­li­che Räu­me – wäh­rend gleich­zei­tig neue sozia­le Span­nun­gen und Ängs­te ent­ste­hen.
Harald Jäh­ner zeich­net in „Höhen­rausch“ das ein­drucks­vol­le Bild einer Gesell­schaft zwi­schen Auf­bruch und Absturz.
Ein klu­ges und lesens­wer­tes Buch, das zeigt, wie modern, wider­sprüch­lich und über­ra­schend aktu­ell die­se kur­ze Epo­che wirk­lich war.


Clärenore Stinnes auf Weltreise im Auto 1927 bis 1929 – erste Autofahrt einer Frau um die Welt

Ein­mal um die gan­ze Welt

1927 wagt Clä­renore Stin­nes das Unvor­stell­ba­re: Sie star­tet als ers­ter Mensch mit dem Auto um die Welt.
Gemein­sam mit zwei Mecha­ni­kern, einem Foto­gra­fen, ihrem Hund und 128 hart­ge­koch­ten Eiern durch­quert sie Wüs­ten, Eis­land­schaf­ten und Gebir­ge – oft am Rand des tech­ni­schen und mensch­li­chen Limits.
Ein span­nen­des Buch, mit dem man Clä­reno­res aben­teu­er­li­che Rei­se haut­nah mit­er­le­ben kann.


Weiterführende Beiträge zu Zeitzeugen & Zeitgeschichte

Histo­ry - das 18. und 19. Jahr­hun­dert: Das 18. Jahr­hun­dert war eine Epo­che der Auf- und Umbrü­che, der Revo­lu­tio­nen und der Erfin­dung der Mut­ter­lie­be und der roma­ti­schen Lie­be, wäh­rend das 19. Jahr­hun­dert ein Jahr­hun­dert vol­ler Wider­sprü­che und Gegen­sät­ze war: auf der einen Sei­te Wohl­stand und Fort­schritt in allen Lebens­be­rei­chen, auf der ande­ren Sei­te nie gekann­te Armut und Ver­wahr­lo­sung.
Histo­ry: Das 18. und 19. Jahrhundert

Ein Kai­ser zwi­schen Pomp und Tra­gik:Es wäre bes­ser gewe­sen, Du wärest nie gebo­ren wor­den“, soll ihm sei­ne Mut­ter Vic­to­ria, die ältes­te Toch­ter der legen­dä­ren bri­ti­schen Queen Vic­to­ria, an den Kopf gewor­fen haben. Ob die­ser müt­ter­li­che Wut­aus­bruch tat­säch­lich so statt­ge­fun­den hat, ist his­to­risch nicht ein­deu­tig belegt, aber eine glück­li­che Kind­heit hat­te Kai­ser Wil­helm II. mit Sicher­heit nicht.
Wil­helm, das Großmaul

Auto-Bio­gra­fie: In alten Foto­gra­fien kann ziem­lich viel „Kri­mi“ ste­cken. Wenn man genau hin­sieht, offen­ba­ren sie manch­mal völ­lig neue Aspek­te in der Fami­li­en­ge­schich­te. Oder neue Geheim­nis­se. Wie aus einer Auto­bio­gra­fie plötz­lich eine Auto-Bio­gra­fie wur­de, denn auch unse­re Autos erzäh­len Fami­li­en-Geschich­te.
„Pupp­chen, Du bist mein Augen­stern“: Das Geheim­nis in alten Fotografien

Febru­ar 1933: Drei Kanz­ler hat die Wei­ma­rer Repu­blik inner­halb von nur sechs Mona­ten ver­schlis­sen; nie­mand rech­net damit, dass sich das neue Kabi­nett Hit­ler” lan­ge an der Macht hal­ten wird. Doch was dann im Febru­ar 1933 im Zuge Hit­lers Macht­er­grei­fung” pas­siert, über­rascht (fast) alle …
Macht­er­grei­fung. Febru­ar 1933: In vier Wochen zur NS-Diktatur


Bild­nach­wei­se

Dame im roten Kleid mit Wagen­rad­hut, Edwar­di­an, Dark­moon Art, Pix­a­bay Licen­se
Patent­zeich­nung Kor­sett (USA), 1913, Gemein­frei
Prin­zes­sin Vic­to­ria mit Spa­ni­el Dash, Sir Geor­ge Hay­ter, 1833, Von nach Geor­ge Hay­ter — First upload: Scan­ned from Hib­bert, Chris­to­pher (2000) Queen Vic­to­ria: A Per­so­nal
Sati­ri­sche Post­kar­te, ca. 1911. Bild­un­ter­schrift: „Was das ist? Ein Rock mit Geschwindigkeits­be­schränkung!“, Gemein­frei
Kin­der im Matro­sen­an­zug, Fami­lie Münz­berg, 1899, Pri­vat­ar­chiv Ilse Schulz/Heidi Marx
Hut­mo­dell von Coco Cha­nel (1912), Tal­bot (pho­to­grapher) & Gabri­el­le Cha­nel (desi­gner) — Ori­gi­nal­ly published in Les Modes no. 137 (page 8), Gemein­frei. Ori­gi­nal­ti­tel: Mlle Gabri­el­le Dor­zi­at wea­ring one of Chanel’s first hats. Pho­to­graph by Tal­bot.
1920er Jah­re, Flap­per, 6563351, Pix­a­bay Licen­se
1920er Jah­re, Flap­per, 6563351, Pix­a­bay License


Generationengespräch

Geschich­te und Psy­cho­lo­gie
Ver­gan­ge­nes ver­ste­hen, um mit der Zukunft bes­ser klar zu kommen.


Geschichte und Psychologie Vergangenheit verstehen um mit der Zukunft besser klar zu kommen
Dr. Susanne Gebert

Gene­ra­tio­nen­ge­spräch
Agen­tur für Bild­bio­gra­phien
Geschen­ke made for Mama

Geschich­te & Psy­cho­lo­gie
Die Ver­gan­gen­heit ver­ste­hen, um mit der Zukunft bes­ser klar zu kommen

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Susan­ne Autorin bei Gene­ra­tio­nen­ge­spräch & Agen­tur für Bildbiographien
Dr. Susan­ne Gebert schreibt über Psy­cho­lo­gie, Fami­li­en­ge­schich­te und emo­tio­na­le Prä­gun­gen. In ihrem Blog „Gene­ra­tio­nen­ge­spräch“ zeigt sie, wie unse­re Kind­heit uns formt – und wie wir uns von alten Mus­tern lösen können. 

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