Storytelling: 7 Tricks für bessere Geschichten

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Storytelling: 7 Tricks für bessere Geschichten


Wie man mit 7 ein­fa­chen Tricks span­nen­de Inhal­te schreibt, durch Sto­rytel­ling Ver­trau­en schafft und ohne Wer­bung Leser und Kun­din­nen für sich gewinnt.

Storytelling lernen: Mit diesen 7 Tipps schreibst du spannendere Geschichten, gewinnst das Vertrauen deiner Leser und verbesserst dein Content Marketing.

Was ist Storytelling überhaupt?

Mal ange­nom­men, Aschen­put­tel hät­te den Mär­chen­prin­zen auf einem Ball ken­nen­ge­lernt und ein­fach gehei­ra­tet. Ohne Weg­ren­nen, Schu­he ver­lie­ren und bös­wil­li­ge Schwes­tern.

Was pas­siert wäre? Nichts.
Aschen­put­tel wäre ver­hei­ra­tet und kein Mensch wür­de sich für ihr Mär­chen inter­es­sie­ren.

Denn glat­te Erfolgs­ge­schich­ten inter­es­sie­ren nie­man­den.
Men­schen wol­len Geschich­ten und Gefüh­le — wir ver­ste­hen dra­ma­ti­sche Geschich­ten nun mal viel bes­ser als tro­cke­ne Erklä­run­gen und Ana­ly­sen und kön­nen sie uns auch viel bes­ser mer­ken.

Das ist übri­gens seit den Gebrü­dern Grimm bekannt: Groß­ar­ti­ge Sto­rytel­ler, die mit Rot­käpp­chen, Aschen­put­tel und Rapun­zel nichts ande­res als mär­chen­haf­te Lebens- und Ver­hal­tens­an­lei­tun­gen auf­ge­schrie­ben haben.

Genau das tut Sto­rytel­ling auch.

Infografik: Was ist Storytelling? Wie Märchen und gute Geschichten mit einer vertrauten Ausgangssituation beginnen, Vertrauen aufbauen, Höhen und Tiefen zeigen und mit einem Happy End enden.

Mär­chen und ande­re gute Con­­tent-Sto­rys gehen von einer bekann­ten Aus­gangs­si­tua­ti­on aus und bau­en Nähe und Ver­trau­en auf.

Im Ver­lauf der Geschich­te sind vor allem die Höhen und Tie­fen wich­tig, die ein sym­pa­thi­scher Held oder eine sym­pa­thi­sche Hel­din (posi­ti­ves Vor­bild) auf dem Weg zum Glück durch­le­ben muss.

Zum Schluss gibt es dann das Hap­­py-End; es darf auch gehei­ra­tet wer­den. Aber kei­ne Minu­te frü­her, denn glat­te Erfolgs­sto­rys sind langweilig.

Wie schreibt man spannende Geschichten?

Gute Geschich­ten gehen genau dahin, wo Ent­schei­dun­gen getrof­fen wer­den: in den Bauch.

Sie stel­len nicht Pro­duk­te oder Dienst­leis­tun­gen in den Mit­tel­punkt, son­dern den Men­schen, der die Geschich­te liest. Was hält die­sen Men­schen nachts wach? Wovon träumt er, was sind sei­ne Bedürf­nis­se?

Kun­den kau­fen nicht die Bohr­ma­schi­ne, son­dern das Loch in der Wand.
Das heißt: Sie kau­fen die Lösung für ein Pro­blem. Und das Pro­blem besteht dar­in, dass eines ihrer Grund­be­dürf­nis­se nicht aus­rei­chend erfüllt ist. Es fehlt etwas. Bei­spiels­wei­se das Loch in der Wand, um die Gar­di­nen­stan­ge end­lich auf­hän­gen zu kön­nen.

Wir ken­nen Dich, wir ver­ste­hen Dich und wir wis­sen, was Du brauchst”, lau­tet die ein­fa­che Bot­schaft, die gute Geschich­ten-Erzäh­ler ihren Lesern ver­mit­teln. Das ver­packt in eine gute Sto­ry mit vie­len „Auf-und-Abs” und sym­pa­thi­schen Cha­rak­te­ren, die emo­tio­nal berührt und fes­selt.

Eine gute Geschich­te gibt den Lese­rin­nen und Lesern das Gefühl, mit ihren Bedürf­nis­sen und Pro­ble­men ver­stan­den zu wer­den. Und wer sich ver­stan­den fühlt, ist ger­ne bereit, den Tipps und Emp­feh­lun­gen zu fol­gen — auch sol­chen, die Geld kosten.

Storytelling-Zitat von John Hegarty: Wir kaufen nicht, was wir haben möchten, sondern konsumieren, was wir sein wollen. Illustration über Emotionen, Identität und Marketing.

Wie Storytelling unsere Kaufentscheidungen beeinflusst

Gutes Sto­rytel­ling ist weit mehr als eine span­nen­de Geschich­te. Es beginnt damit, die Bedürf­nis­se der eige­nen Ziel­grup­pe zu ver­ste­hen.

Denn wir kau­fen Pro­duk­te oder Dienst­leis­tun­gen nur sel­ten wegen ihrer tech­ni­schen Eigen­schaf­ten. Viel häu­fi­ger ent­schei­den wir uns für das Ange­bot, das uns emo­tio­nal am stärks­ten anspricht und das ver­spricht, eines unse­rer wich­tigs­ten Grund­be­dürf­nis­se zu erfül­len.

Des­halb ist erfolg­rei­ches Sto­rytel­ling immer ein Dia­log mit den Men­schen, die wir errei­chen möchten.

Welche Grundbedürfnisse hat deine Zielgruppe?

So unter­schied­lich wir Men­schen auch sind – unse­re wich­tigs­ten Moti­ve sind erstaun­lich ähn­lich. Hin­ter nahe­zu jeder Kauf- oder Lese­ent­schei­dung steckt eines oder meh­re­re die­ser Grundbedürfnisse:


Was Menschen beschäftigt:
Unsere 7 Grundbedürfnisse

Sicher­heit
Anse­hen
Neu­gier
Gewinn
Gesund­heit
Selbst­ver­wirk­li­chung
Bequem­lich­keit
Geselligkeit/Dazugehören


Wer die­se Bedürf­nis­se ver­steht, ver­steht auch, war­um Men­schen sich für bestimm­te Pro­duk­te, Mar­ken oder Geschich­ten begeis­tern.

Ein Auto ist bei­spiels­wei­se kein Grund­be­dürf­nis. Nie­mand kauft ein­fach irgend­ein Auto — des­halb ist „Ein Auto kau­fen” kein ech­tes Ziel für Sto­rytel­ling.

Statt­des­sen suchen wir uns ein Auto­mo­dell aus, das zu unse­ren per­sön­li­chen Moti­ven passt.
Die einen ent­schei­den sich für eine Mar­ke, die für maxi­ma­le Sicher­heit steht. Ande­re legen Wert auf Nach­hal­tig­keit und Umwelt­be­wusst­sein. Wie­der ande­re möch­ten mit einem beson­ders leis­tungs­star­ken oder exklu­si­ven Fahr­zeug Sta­tus und Erfolg aus­drü­cken.

Das Auto ist also nur das Mit­tel zum Zweck. Gekauft wird das Gefühl, das damit ver­bun­den ist.

Genau des­halb erzählt gutes Sto­rytel­ling für jede Ziel­grup­pe eine ande­re Geschich­te.
Natür­lich besitzt jeder Mensch alle die­se Grund­be­dürf­nis­se. Auch der Fah­rer eines gro­ßen SUVs möch­te sicher unter­wegs sein, und die jun­ge Fami­lie freut sich über Kom­fort und Aner­ken­nung.

Ent­schei­dend ist jedoch die Gewich­tung. Meist bestim­men ein bis drei Grund­be­dürf­nis­se unse­re Ent­schei­dun­gen beson­ders stark. Genau dort soll­te gutes Sto­rytel­ling ansetzen.

Trick 1: Kenne die Bedürfnisse deiner Zielgruppe besser als sie selbst

Die meis­ten Men­schen kön­nen gar nicht genau erklä­ren, war­um sie sich für ein bestimm­tes Ange­bot ent­schei­den.

Wer über­zeu­gen­de Sto­rytel­ling-Tex­te schrei­ben oder erfolg­reich ver­kau­fen möch­te, soll­te die­se Ant­wort dage­gen ken­nen.
Die wich­tigs­te Fra­ge lau­tet des­halb: Wel­ches Grund­be­dürf­nis erfüllt mein Ange­bot – und für wen?

Sol­len jun­ge Eltern mit klei­nen Kin­dern erreicht wer­den (Sicher­heit)? Oder Selbst­stän­di­ge, die sich mehr Frei­heit und Selbst­ver­wirk­li­chung wün­schen? Viel­leicht rich­tet sich dein Ange­bot auch an Men­schen, denen Aner­ken­nung, Kom­fort oder Gemein­schaft beson­ders wich­tig sind.

Je kla­rer dei­ne Ziel­grup­pe defi­niert ist, des­to leich­ter fällt es, Geschich­ten zu erzäh­len, die Ver­trau­en schaf­fen und im Gedächt­nis blei­ben. Der Ver­such, alle Men­schen gleich­zei­tig anzu­spre­chen, führt dage­gen meis­tens dazu, dass sich nie­mand wirk­lich gemeint fühlt.

Schließ­lich kauft — sie­he oben und bis auf weni­ge Aus­nah­men — nie­mand eine Bohr­ma­schi­ne, um eine Bohr­ma­schi­ne zu besit­zen. Son­dern weil man ein Ergeb­nis braucht: das Loch in der Wand. Und die kann von Holz bis brett­har­tem Stahl­be­ton alles sein.

Man muss sich also ent­schei­den, wel­ches Loch man mit sei­ner Sto­ry ver­kau­fen möch­te.

Ver­kau­fe nicht dein Pro­dukt, son­dern erzäh­le die Geschich­te über das Ergeb­nis, das dei­ne Ziel­grup­pe haben möchte.

Trick 2: Gutes Storytelling lässt Held*innen scheitern

Wenn Aschen­put­tel den Mär­chen­prin­zen auf dem Ball ken­nen­ge­lernt und kom­pli­ka­ti­ons­los gehei­ra­tet hät­te, wäre ihr Mär­chen schnell erzählt und alle wären gelang­weilt.

Genau des­halb gibt es die böse Stief­mut­ter, den ver­lo­re­nen Schuh und den etwas trot­te­li­gen Prin­zen, der — arg­lis­tig getäuscht — erst­mal die Stief­schwes­ter zum Hei­ra­ten mit­nimmt. Kein Mensch inter­es­siert sich für Held*innen, die los­mar­schie­ren, ihre Zie­le in Angriff neh­men — und Erfolg haben.

Gute Geschich­ten erzäh­len vom Auf­bre­chen und Hin­fal­len, von Rück­schlä­gen und Selbst­zwei­feln nach dem Auf­bre­chen, von neu­en Erfah­run­gen und neu­en Wegen. Die Struk­tur hin­ter jeder guten Geschich­te erzählt vom

- Auf­bre­chen
- Stol­pern
- Zwei­feln
- Ler­nen
- Neu ent­schei­den
- Wach­sen

Des­halb funk­tio­nie­ren auch augen­schein­lich irre­füh­ren­de Sto­rys wie „Letz­tes Jahr war ich kom­plett plei­te, dann habe ich xy ent­deckt und jetzt bin ich Mil­lio­när!” erstaun­li­cher­wei­se nach wie vor extrem gut. Denn es ist das Schei­tern und Wie­der­auf­ste­hen, das Men­schen inter­es­siert und inspi­riert. Ein­fach nur Erfolg haben, ist lebens­fremd und langweilig. 

Trick 3: Die Macht des Gründungsmythos — Erzähle deine eigene Geschichte

Zu gutem Stor­rytel­ling gehört eine gute Hel­den­ge­schich­te — das Hap­py End kommt immer erst dann, wenn fast nie­mand mehr dar­an glaubt. Das machen sich vie­le Sto­rytel­ler zunut­ze, indem sie ger­ne und oft ihren eige­nen Grün­dungs­my­thos ver­brei­ten — egal, ob alles, was da erzählt wird, zu 100% den Tat­sa­chen ent­spricht:

- Joan­ne K. Row­ling leb­te als allein­er­zie­hen­de Mut­ter von Sozi­al­hil­fe, als sie ihren ers­ten „Har­ry Pot­ter”-Roman schrieb — und nach unend­lich vie­len Absa­gen end­lich ver­öf­fent­li­chen konn­te.

- Bill Gates schmiss sein Stu­di­um, um Micro­soft in einer Gara­ge zu grün­den. (Schö­ne Sto­ry, aber nicht ganz rich­tig: In der Grün­dungs­pha­se von Micro­soft nahm der jun­ge Bill eine geneh­mig­te Aus­zeit vom Stu­di­um, wur­de von sei­nen gut­si­tu­ier­ten Eltern finan­zi­ell unter­stützt und die „Gara­ge” war das Feri­en­haus sei­ner Eltern.)

Das sind Bei­spie­le für Hel­den­ge­schich­ten, die wir uns mer­ken, weil sie mensch­lich sind und uns auch uner­reich­bar schei­nen­de Stars ver­traut — und damit sym­pa­thisch — machen.

Fazit: Jedes Unter­neh­men, egal ob groß oder klein, soll­te wie Row­ling oder Gates einen Grün­dungs­my­thos” haben, des­sen Dreh­buch die Kri­te­ri­en einer „Hel­den­ge­schich­te” erfüllt. Der Vor­tei­le: Die­se Sto­ry lässt sich gut mer­ken, wird wei­ter­erzählt, macht sym­pa­thisch, weckt Ver­trau­en — und hilft, sich von Mit­be­wer­bern abzugrenzen.

Trick 4: Vertrauen entsteht durch Wiederholung

Mit einer geni­al erzähl­ten Home­page oder einem ein­zi­gen vira­len Social Media Post, der mit Sto­rytel­ling alle vom Hocker reißt, ist aller­dings noch nicht viel gewon­nen: Erst der regel­mä­ßi­ge Kon­takt (Mere Expo­sure Effekt) kann bei uns Men­schen das Gefühl „fremd” über­win­den, das wir alle nun­mal haben.

Unse­re ange­bo­re­ne und unbe­wuss­te Angst vor Neu­em und vor Ver­än­de­run­gen ist ein altes Stein­zeit­re­likt. Die­se Angst sorgt dafür, dass wir auf alles Neue erst­mal mit Miss­trau­en reagie­ren.

Des­halb ist Wie­der­ho­lung so wich­tig: Anzei­gen­kam­pa­gnen und Wer­be­spots im Fern­se­hen wer­den nicht so oft wie­der­holt, um uns damit zu ner­ven, son­dern um Ver­trau­en in eine Mar­ke zu schaf­fen.


Groß denken, im Kleinen handeln — und wiederholen

Auch wenn wir groß den­ken, wir müs­sen im Klei­nen han­deln und leben, um unse­re Zie­le zu errei­chen.
Weil wir hand­lungs- und lern­fok­ku­s­siert sind und auf Sta­tus und Bestä­ti­gung von außen ver­zich­ten, ist unser Ehr­geiz nicht gran­di­os, son­dern fußt auf Wie­der­ho­lung — wir soll­ten einen Fuß vor den ande­ren set­zen, ler­nen und wach­sen und uns Zeit las­sen.“


Aus: Ryan Holi­day, Dein Ego ist dein Feind: So besiegst du dei­nen größ­ten Geg­ner*


Aber Vor­sicht!

Der Mere Expo­sure Effect funk­tio­niert auch umge­kehrt: Wenn wir etwas von Anfang an blöd fin­den, wird unser Wider­wil­le nach jedem Kon­takt nur noch grö­ßer. Des­we­gen gibt es für den ers­ten Ein­druck eben auch kei­ne zwei­te Chance.

Trick 5: Qualität schlägt Häufigkeit — Evergreen statt Eintagsfliege

Sto­rytel­ling schafft Kon­tak­te und ermög­licht es, poten­zi­el­len Kun­den auf den Zahn zu füh­len, ihren Bedarf genau­er ein­zu­gren­zen und damit wert­vol­le Infor­ma­tio­nen über ihre (ech­ten) Bedürf­nis­se zu gewin­nen.

Mit Sto­rytel­ling und guten Inhal­ten kann man:
- Inter­es­se wecken
- Ver­trau­en schaf­fen
- Leser*innen oder Kund*innen gewin­nen und bin­den

Mit guten Inhal­ten und ‚Geschich­ten­er­zäh­lenals Mar­ke­ting­in­stru­ment lie­fert man sei­ner Ziel­grup­pe im Vor­aus wert­vol­le Inhalt, weckt ihr Inter­es­se und gewinnt ihr Ver­trau­en.

Poten­zi­el­le Kun­den „ken­nen” das Unter­neh­men schon, das ihre Pro­ble­me oder Bedürf­nis­se bereits benannt und mög­li­cher­wei­se auch schon in Tei­len gelöst hat.

Sobald ihr Bedarf oder auch ihr Lei­dens­druck groß genug ist, wer­den sie sich mit hoher Wahr­schein­lich­keit genau für das Unter­neh­men ent­schei­den, das durch Con­tent Mar­ke­ting und Sto­rytel­ling bereits ihr Ver­trau­en gewon­nen hat.

Eine gewis­se Häu­fig­keit von neu­en Inhal­ten ist not­wen­dig, um die Bezie­hung auf­recht zu erhal­ten, und auch eine gewis­se Regel­mä­ßig­keit: Leser war­ten oft schon auf den Bei­trag, der immer mon­tags ver­öf­fent­licht wird, oder auf den News­let­ter am Sonn­tag.

Trotz­dem gilt: Qua­li­tät schlägt Häu­fig­keit.

Es ist bes­ser, Zeit in einen Ever­green” zu inves­tie­ren, als mit der hei­ßen Nadel schnell etwas vom Mit­be­wer­ber abzu­schrei­ben. Schlam­pi­ge Inhal­te tun der bes­ten Mar­ke­ting­stra­te­gie nicht gut und kos­ten Ver­trau­en, das man gera­de müh­sam auf­ge­baut hat.

Fazit: Ein star­ker Text schafft mehr Ver­trau­en als fünf has­tig pro­du­zier­te Bei­trä­ge.

Regel­mä­ßig­keit ist wich­tig, aber Qua­li­tät ist entscheidend.


Markenbotschaft

Mar­ke ist das, was Men­schen über dich sagen, wenn du den Raum ver­lässt.

Jeff Bezos


Trick 6: Verkauf’ kein Produkt, sondern Bilder, Visionen und Träume

Jeder Mensch möch­te vor­an­kom­men.
Selbst wenn er sei­ne augen­blick­li­che Situa­ti­on als ange­nehm und zufrie­den­stel­lend emp­fin­det, wird er davon aus­ge­hen, dass die­ser Zustand noch ver­bes­sert wer­den kann.

Schließ­lich ist das Bes­se­re immer des Guten Feind.
Des­halb bie­tet jedes erfolg­rei­che Sto­rytel­ling Lösun­gen für eine Ziel­grup­pe an — auch für Pro­ble­me, die der Ziel­grup­pe mög­li­cher­wei­se noch gar nicht bekannt sind.

Ein legen­dä­res Bei­spiel dafür ist die Apple-Sto­ry von Ste­ve Jobs:


Die Welt verändern

Als Jobs auf dem Höhe­punkt der Kri­se wie­der an die Spit­ze von Apple zurück­kehr­te, beschrieb er zum Abschluss einer Prä­sen­ta­ti­on in Bos­ton sei­ne anvi­sier­te Ziel­grup­pe genau:Ich bin der Auf­fas­sung, man muss anders den­ken, um einen Apple-Com­pu­ter zu kau­fen. Ich glau­be, dass die Men­schen, die einen Apple-Com­pu­ter kau­fen, in der Tat anders den­ken. Sie sind krea­ti­ve Geis­ter die­ser Welt. Dies sind kei­ne Leu­te, die nur dar­auf aus sind, einen Job zu erle­di­gen, dies sind Leu­te, die die Welt ver­än­dern wol­len. Und sie möch­ten die Welt mit den neu­es­ten und bes­ten Werk­zeu­gen ver­än­dern, die sie bekom­men kön­nen.’“

Aus: Micha­el Brück­ner, Die Geset­ze der Erfolg­rei­chen. Von den Bes­ten ler­nen*


Gute Sto­rys sind für Leser*innen und Kund*innen wich­tig — manch­mal aber auch für den Sto­rytel­ler selbst. Denn sie erin­nern uns dar­an, wel­che Visio­nen wir mit einem Text, einem Pro­dukt oder einer Dienst­leis­tung ver­fol­gen.

Bil­der, Träu­me, eine Visi­on und ein kla­res Bild, wem man mit sei­nen Inhal­ten und Ange­bo­ten wie hel­fen kann, sind Über­le­gun­gen, die im Tages­ge­schäft manch­mal lei­der unter­ge­hen. Sich selbst zwi­schen­durch sei­ne eige­ne Geschich­te, sei­nen Wer­de­gang und sei­ne Zie­le und Träu­me zu erzäh­len, kann beson­ders nach Rück­schlä­gen und Nie­der­la­gen enorm posi­tiv wirken.

Trick 7: Mit Storytelling sanft und ohne Druck überzeugen

Beim Sto­rytel­ling geht es nicht um die bes­ten Argu­men­te, son­dern um Bezie­hungs­auf­bau.
Es geht nicht dar­um, jeman­den zu bequat­schen, zu über­re­den oder ihn eines Bes­se­ren zu beleh­ren, son­dern ihn zu ver­ste­hen und dort abzu­ho­len, wo er gera­de steht.

Das macht die Sto­rytel­ling-Tech­nik so wir­kungs­voll.
Sie ist ist Teil des Con­tent Mar­ke­tings, hilft aber auch bei „nor­ma­len” Tex­ten ohne Mar­ke­ting-Absich­ten, um Lese­rin­nen und Leser zu fes­seln und für ein The­ma oder eine Idee zu begeis­tern.
Auch die skep­ti­schen.

Nicht mono­ton und mit dem Holz­ham­mer immer auf die glei­che Stel­le, son­dern schlau und mit ech­tem Inter­es­se fürs Gegen­über, wie der renom­mier­te Wirt­schafts­psy­cho­lo­ge Adam Grant schreibt:


Zuhören und dazulernen: Was würde Ihre Meinung ändern?

… Wenn wir uns einem skep­ti­schen Publi­kum gegen­über­wis­sen, arbei­ten wir noch stär­ker dar­an zu über­zeu­gen und kra­men noch unser letz­tes Argu­ment her­vor. Das lie­fert den Skep­ti­kern aber nur noch mehr Grün­de, nein zu sagen. Viel effek­ti­ver ist es, nur die bes­ten ein, zwei Argu­men­te zu brin­gen. Wenn das Gegen­über dann ablehnt, lie­be ich es mit der Fra­ge zu kon­tern: „Nur so aus Neu­gier­de — was wür­de Ihre Mei­nung ändern?Das soll­te das Gegen­über dazu brin­gen, sich etwas zu öff­nen.“

Adam Grant, Wirtschaftspsychologe


Fazit: Mit Storytelling Brücken bauen und bessere Geschichten schreiben

Frü­her wur­den treue Kun­den mit Kugel­schrei­bern oder bil­li­gen Taschen­ka­len­dern fürs Kau­fen belohnt, heu­te gibt es viel schö­ne­re Sachen: Infor­ma­tio­nen von Koch­re­zep­ten über Busi­ness-Tipps bis zu Enter­tain­ment vom Feins­ten.

Des­halb ist Wer­ben ohne Wer­bung und mit Sto­rytel­ling nicht nur für Nut­ze­rin­nen und Nut­zer eine gute Sache, son­dern auch für Unternehmer*innen. Denn Wer­bung durch Con­tent und gute Sto­rys schafft Ver­trau­en, baut Brü­cken und macht ein Unter­neh­men unver­wech­sel­bar und zur Mar­ke.

Und erin­ner­tuns dar­an, dass wir unse­re Welt in ers­ter Linie durch Wor­te formen.

Mehr lesen:

Wie uns unser Bedürf­nis nach Ein­zig­ar­tig­keit beein­flusst — und wel­che Fol­gen das wach­sen­de Stre­ben nach Indi­vi­dua­li­tät für Gesell­schaft, Unter­neh­men und Ver­käu­fer hat.
Mar­ke Ich: War­um wir ein­zig­ar­tig sein wollen

Copy­right: Agen­tur für Bild­bio­gra­phien, www​.bild​bio​gra​phien​.de 2016, über­ar­bei­tet 2026


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Dr. Susan­ne Gebert schreibt über Psy­cho­lo­gie, Fami­li­en­ge­schich­te und emo­tio­na­le Prä­gun­gen. In ihrem Blog „Gene­ra­tio­nen­ge­spräch“ zeigt sie, wie unse­re Kind­heit uns formt – und wie wir uns von alten Mus­tern lösen können. 

7 Kommentare zu „Storytelling: 7 Tricks für bessere Geschichten“

  1. Mein Onkel hat einen rela­tiv alten Laden und werbt bis­her nur ledig­lich mit einem Wer­be­schild. Er bat mich dar­um nach bes­se­ren Wegen und Mög­lich­kei­ten zu suchen. Ich wuss­te gar nicht, dass man ohne Wer­bung wer­ben kann, bei­spiels­wei­se durch Storytelling.

  2. Gemein­sam mit mei­nem Geschäfts­part­ner sind wir auf der Suche nach bes­se­ren Wer­be­tak­ti­ken. Wir sind uns der klas­si­schen Metho­den wie Zei­tungs­an­zei­gen, Bro­schü­ren, Wer­be­schil­dern usw. bereits bewusst. Ich fin­de das mit dem “Sto­rytel­ling” bis­her am inter­es­san­ten, so eine Metho­de hat­te ich noch nicht bedacht. Ich wer­de mir auch das mit dem regel­mä­ßi­gen Kon­takt merken!

  3. Gut zu wis­sen, dass gute Geschich­ten im Rah­men der Wer­bung vom Auf­bre­chen und Hin­fal­len, von Rück­schlä­gen und Selbst­zwei­feln nach dem Auf­bre­chen, von neu­en Erfah­run­gen und neu­en Wegen erzäh­len. Mein Nef­fe möch­te eines Tages ein eige­nes Busi­ness grün­den. Er wird den Tipp beher­zi­gen und im Rah­men der Wer­bung auf Geschich­ten set­zen, die von pola­ri­sie­ren­den Zustän­den wie Auf­bre­chen und Hin­fal­len erzählen.

  4. Wir möch­ten für unse­re Fir­ma mehr Wer­bung machen. Für die Außen­wer­bung für Fir­men wer­den wir uns an Pro­fis wen­den. Inter­es­sant ist auch, dass man mit der rich­ti­gen Spra­che auch schlei­chend Wer­bung machen kann.

    1. Mit der rich­ti­gen Geschich­te! 🙂 Es geht ja dar­um, aus der grau­en Mas­se her­aus­zu­ste­chen und zual­ler­erst inter­es­sier­te Leser*innen oder Zuhörer*innen zu gewinnen.

  5. In der heu­ti­gen Zeit gibt es so vie­le For­men des Mar­ke­tings, dass sich Unter­neh­men wirk­lich gut über­le­gen müs­sen, mit wel­cher Wer­be­tech­nik sie arbei­ten wol­len. Klar der Mere Expo­sure Effect ist wich­tig und schafft ver­trau­en, reicht aber allei­ne nicht aus. Dan­ke, dass Sie hier die Vor­zü­ge von Sto­rytel­ling dar­ge­stellt haben.

  6. Super Ansatz, die eige­ne Fir­ma mit posi­ti­ven Sto­ries zu ver­knüp­fen — ist zwar nicht leicht umzu­set­zen, mit jedoch aus­rei­chend Ziel­stre­big­keit und Durch­hal­te­ver­mö­gen kann mit Sicher­heit ein nach­hal­ti­ger posi­ti­ver Wie­der­erken­nungs­wert geschaf­fen werden!

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