Die Vermessung des Glücks

Kann man Glück messen

Kann man Glück mes­sen? Einer­seits sind Glücks­de­fi­ni­tio­nen so unter­schied­lich wie die Men­schen selbst, ande­rer­seits gibt es vie­le Hin­wei­se dar­auf, dass “Glück” nach sehr ähn­li­chen Mus­tern “funk­tio­niert”. Der “European Soci­al Sur­vey” (ESS) wagt den muti­gen Ver­such, Glück in Zah­len zu packen und lie­fert neue Erkennt­nis­se, was uns im Leben glück­lich und zufrie­den macht. Oder machen könn­te.

Glück und Zufrie­den­heit sind die zen­tra­len The­men unse­res Lebens und doch so schwer fass­bar. Und so rela­tiv: Wer hat noch nie die Erfah­rung gemacht, dass das, was man sich sehn­lichst her­bei­ge­wünscht hat – „wenn xy ein­tritt, dann bin ich glück­lich!“ – im Nach­hin­ein, nach einer kur­zen Pha­se der Freu­de, zum All­täg­li­chen wird, und den Glücks­le­vel nicht nach­hal­tig erhöht.

Oder wie es Geor­ge Ber­nard Shaw in sei­nem berühm­ten, oft pla­gi­ier­ten Apho­ris­mus aus­drück­te: „Im Leben gibt es zwei Tra­gö­di­en. Die eine ist die Nicht­er­fül­lung eines Her­zens­wun­sches. Die ande­re sei­ne Erfül­lung.

Was also ist Lebens­glück? Und wie kann man es errei­chen?
Eine ein­heit­li­che Defi­ni­ti­on scheint kaum mög­lich zu sein, trotz allem wis­sen wir per Bauch­ge­fühl, dass es glück­li­che­re (oder zufrie­de­ne­re) Men­schen gibt und unglück­li­che­re.

Dem trägt seit den 1990er Jah­ren die “Posi­ti­ve Psy­cho­lo­gie” Rech­nung, die psy­chi­sche Gesund­heit nicht als Abwe­sen­heit von Krank­hei­ten oder Stö­run­gen defi­niert, und statt nach Ursa­chen und Aus­lö­sern für Erkran­kun­gen nach posi­ti­ven — glück­lich­ma­chen­den — Fak­to­ren sucht: Die Ener­gie folgt der Auf­merk­sam­keit.

Mitt­ler­wei­le wur­den drei unter­schied­li­che Model­le für ein glück­li­ches Leben defi­niert, bei denen Gesel­lig­keit eine zen­tra­le Rol­le spielt, bis zu einem gewis­sen Grad aber auch “Flow” — und eine Lebens­auf­ga­be.

Die drei Arten eines glücklichen Lebens:

  • 1) Das ange­neh­me Leben, bei dem Spaß, Genuss und Gesel­lig­keit im Vor­der­grund ste­hen.
  • 2) Das gute Leben, in dem Men­schen ihre Fähig­kei­ten und Kräf­te erfolg­reich in ihre Arbeit und ihre zwi­schen­mensch­li­chen Bezie­hun­gen ein­brin­gen, nach per­sön­li­chem Wachs­tum stre­ben und häu­fig den soge­nann­ten „Flow“-Zustand errei­chen.
  • 3) Das sinn­vol­le Leben, in dem sich Men­schen für ande­re oder eine Sache enga­gie­ren, die grö­ßer ist als sie selbst. Die­ses Enga­ge­ment ist eben­falls mit dem häu­fi­gen Errei­chen eines „Flows“ ver­bun­den.

Neben inne­ren Fak­to­ren — auch das ist klar — spie­len auch äuße­re Ein­flüs­se für unser per­sön­li­ches Glück oder Unglück eine gro­ße Rol­le: Kör­per­li­che und geis­ti­ge Gesund­heit vor­aus­ge­setzt (ohne sie ist alles nichts) gibt es Lebens­um­stän­de, die zumin­dest Vor­aus­set­zun­gen schaf­fen kön­nen, um uns glück­lich zu machen.
Oder eben unglück­lich.

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Kann man das mes­sen?
Man kann! Das behaup­ten zumin­dest die Initia­to­ren des Ende Juni 2015 publi­zier­ten European Soci­al Sur­vey, einer groß ange­leg­te Stu­die, für die seit dem Jahr 2002 das Glück von 350.000 Men­schen in 36 Län­dern erfasst, aus­ge­wer­tet und ana­ly­siert wor­den ist.

Nichts ist span­nen­der und lehr­rei­cher als der Ver­gleich, und so fin­det sich in der Ana­ly­se der Daten ein rei­cher Fun­dus an — zumin­dest — Hin­wei­sen über Lebens­um­stän­de, die Men­schen glück­lich machen. Oder eben nicht.

Schlüsselergebnisse des European Social Survey:

  • Kin­der: Väter sind immer glück­li­cher als kin­der­lo­se Män­ner, für Frau­en gilt der Zusam­men­hang  “Glück durch eige­ne Kin­der” nicht unbe­dingt. Ob Frau­en durch ihre Mut­ter­schaft glück­lich wer­den, hängt davon ab, ob und mit wel­chen Ein­schrän­kun­gen es ihnen gelingt, Nach­wuchs und Berufs­tä­tig­keit unter einen Hut zu brin­gen.
  • Gleich­be­rech­ti­gung: Sowohl Frau­en als auch Män­ner sind in Gesell­schaf­ten, in denen sie gleich­be­rech­tigt mit­ein­an­der leben, glück­li­cher als in patri­ar­cha­li­schen.
    In Gesell­schaf­ten mit Gleich­be­rech­ti­gung sind die Depres­si­ons­ra­ten bei bei­den Geschlech­tern gerin­ger, und vor allem für Frau­en scheint sich gleich­be­rech­tig­tes Leben posi­tiv auf die psy­chi­sche Gesund­heit aus­zu­wir­ken. Gene­rell lei­den Frau­en häu­fi­ger als Män­ner an Depres­sio­nen (… oder spre­chen offen dar­über); je ‘gleich­be­rech­tig­ter’ eine Gesell­schaft ist, des­to deut­li­cher redu­ziert sich auch die Kluft zwi­schen den Geschlech­tern in Bezug auf Depres­si­on.  
  • Immi­gran­ten: Wirt­schafts­flücht­lin­ge?
    Laut den Ergeb­nis­sen des European Soci­al Sur­vey sind Flücht­lin­ge in wohl­ha­ben­de­ren euro­päi­schen Län­dern nicht immer glück­li­cher als die­je­ni­gen, die in ihrer Hei­mat (Ost­eu­ro­pa) blei­ben. Im Gegen­teil, sie sind häu­fig sogar unglück­li­cher.
  • Demo­kra­tie: Men­schen sind zufrie­de­ner, wenn sie die Demo­kra­tie, in der sie leben, als legi­tim emp­fin­den. Eine demo­kra­ti­sche Staats­form beein­flusst das Wohl­be­fin­den posi­tiv, in Län­dern mit gut funk­tio­nie­ren­der Demo­kra­tie ist die Lebens­zu­frie­den­heit deut­lich höher.
  • Umwelt: Schlech­te Luft­qua­li­tät kann die Lebens­zu­frie­den­heit signi­fi­kant beein­träch­ti­gen.

Alle Daten und Fak­ten des European Soci­al Sur­vey kön­nen auf der offi­zi­el­len Stu­di­en-Web­sei­te ein­ge­se­hen wer­den: www​.european​so​ci​al​sur​vey​.org

Die Aus­wer­tung des ver­mes­se­nen Glücks hat eben erst begon­nen, und es ist zu erwar­ten, dass in den kom­men­den Jah­ren noch vie­le wei­te­re Zusam­men­hän­ge zwi­schen Lebens­um­stän­den und Lebens­glück ana­ly­siert und erforscht wer­den.

Wenn man Menschen Angst und Stress ersparen würde heißt das noch nicht dass sie dann glücklich wären

Ob das reicht?
Ob man dem Glück so auf die Spur kom­men kann? Eines ist gewiss: Manch­mal nei­gen wir Men­schen auch zum Glücks­rit­ter­tum und gehen schlud­rig mit unse­rem Glück um. Manch­mal mer­ken wir gar nicht, wenn es da ist. Und von Zeit zu Zeit krie­gen wir den Hals ein­fach nicht voll.
Das nennt man dann Hybris.

Copy­right: Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en, www​.bild​bio​gra​phi​en​.de, 2015, (über­ar­bei­tet 2020)

Lesen Sie im nächs­ten Bei­trag: Resi­li­enz — Schwä­chen repa­rie­ren oder Stär­ken stär­ken? War­um es oft bes­ser ist, sich auf das zu kon­zen­trie­ren, was gut läuft.
Die Ener­gie folgt der Auf­merk­sam­keit

Wei­ter­füh­ren­de Bei­trä­ge über Glück & Unglück:

Schlaf­los: Wer pau­sen­los auf Hoch­tou­ren läuft und nie zur Ruhe kommt, lässt sei­nen natür­li­chen Bio­rhyth­mus ver­wil­dern – und das rächt sich in Form von schlech­ten Näch­ten. War­um wir schlecht schla­fen — und was wir für bes­se­ren Schlaf tun kön­nen:
War­um wir schlecht schla­fen

Erin­ne­run­gen: Immer mit dem Schlimms­ten rech­nen?
Meis­tens sind es nicht die gro­ßen „kal­ten Duschen des Schick­sals”, son­dern die klei­nen Quä­le­rei­en des All­tags, die uns unglück­lich machen. Kön­nen uns unse­re Erin­ne­run­gen beim Vor­wärts­kom­men und Glück­lich­sein hel­fen oder sind sie nur Brems­klöt­ze?
Das Spiel mit der Ver­gan­gen­heit. Erin­nern wir uns! Oder doch lie­ber nicht?

Lie­be: “Dou­ble Bind” — egal was du tust, es wird das Fal­sche sein — ist die Masche, mit der Nar­ziss­ten ihre Mit­men­schen mani­pu­lie­ren. Aber was ist Nar­ziss­mus  — und kann man Nar­ziss­ten hei­len, ret­ten oder ändern?
Das Zeit­al­ter der Nar­ziss­ten

Der all­täg­li­che Wahn­sinn: Tipps und Tricks, psy­cho­lo­gi­sche Denk­fal­len und viel Wis­sens­wer­tes für ein bewuss­tes Leben lesen Sie in der Kate­go­rie:
Tipps für den All­tag

Buch­emp­feh­lun­gen zum The­ma Lebens­glück:

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Freund­schaft schlie­ßen mit unse­rem „inne­ren Kind“,
Glau­bens­sät­ze erken­nen – und sie ver­än­dern, wenn es not­wen­dig ist.
Ein hilf­rei­ches Buch, gut und ver­ständ­lich geschrie­ben, mit vie­len Bei­spie­len und Übun­gen, die hel­fen, inne­re Sack­gas­sen zu ver­las­sen.

Ste­fa­nie Stahl, Das Kind in dir muss Hei­mat fin­den*, Kailash Ver­lag, 2015

Resi­li­enz kann man üben:
Ein sehr lie­be­voll gestal­te­tes Heft aus der Rei­he “Biblio­thek der guten Gefüh­le” , mit kur­zen prä­gnan­ten Tex­ten über unse­re Fähig­keit zur Resi­li­enz und vie­len ein­fach zu befol­gen­den Übun­gen. Für alle, die gera­de mit einem The­ma beschäf­tigt sind, oder zum Ver­schen­ken.

Isa­bel­le Fil­lio­z­at, Das klei­ne Übungs­heft: Stark durch Resi­li­enz*, Tri­ni­ty Ver­lag, 2016

Paul Watz­la­wicks Klas­si­ker für’s Glück­lich­sein.
Ein wun­der­ba­res Buch, in dem man sich (lei­der) sehr oft wie­der­erken­nen kann.
Garan­tiert vie­le “Aha”-Erlebnisse, aber auch ein ech­tes Lese­ver­gnü­gen.

Paul Watz­la­wick: Anlei­tung zum Unglück­lich­sein*, Piper Ver­lag GmbH, Mün­chen, 2009

Wie wir uns selbst gele­gent­lich in unbe­frie­di­gen­de Lebens­si­tua­tio­nen manö­vrie­ren, die uns den Schlaf rau­ben — und wie wir aus ihnen wie­der her­aus­kom­men. Infor­ma­tiv, ver­ständ­lich und anhand vie­ler Bei­spie­le erklärt.

Rein­hard K. Spren­ger: Die Ent­schei­dung liegt bei dir! Wege aus der all­täg­li­chen Unzu­frie­den­heit*, Cam­pus Ver­lag GmbH, Frankfurt/Main, über­ar­bei­te­te Neu­auf­la­ge 2015

Kein Hokus­po­kus und Quack­sal­be­rei, son­dern unter­halt­sa­me, hilf­rei­che Wis­sen­schaft.
Der Bio­lo­ge und Schlaf­for­scher Albrecht Vors­ter infor­ma­tiv und amü­sant über unse­ren Schlaf: die neus­ten Erkennt­nis­se aus Wis­sen­schaft und For­schung, alte Mythen, die nie­mand mehr braucht, und was man ändern kann, wenn man ein schlech­ter Schlä­fer ist.
Lesens­wert!

Und hörens­wert das War­um-wir-schla­fen-Hör­buch* (Gra­tis im Audi­ble-Pro­be­mo­nat) Albrecht Vors­ter, War­um wir schla­fen*, Hey­ne Ver­lag, 2019

Wei­ter­füh­ren­de Links

Über den European Soci­al Sur­vey
https://​www​.european​so​ci​al​sur​vey​.org/

Die Ergeb­nis­se des European Soci­al Sur­vey zum Nach­le­sen:
https://​ess​well​bein​gmat​ters​.org/

Spek​trum​.de, 2016; Posi­ti­ve Psy­cho­lo­gie: Die fünf gro­ßen Fra­gen der Glücks­for­schung
https://​www​.spek​trum​.de/​w​i​s​s​e​n​/​d​i​e​-​f​u​e​n​f​-​g​r​o​s​s​e​n​-​f​r​a​g​e​n​-​d​e​r​-​g​l​u​e​c​k​s​f​o​r​s​c​h​ung

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