Die Geschichte vom verlorenen Schlüssel

Der in Kärnten geborene Kommunikationswissenschaftler, Psychotherapeut und Philosoph Paul Watzlawick hat mit seinem 1983 erschienenen Buch „Anleitung zum Unglücklichsein“ einen der besten Anti-Ratgeber geschrieben und gleichzeitig die beste Anleitung zum Glücklichsein überhaupt. Er legt die Finger genau dorthin, wo Menschen sich gelegentlich selbst über’s Ohr hauen. Seine Anleitungen nicht zu befolgen, ist der erste Schritt zum Glück.


Der verlorene Schlüssel oder „mehr desselben“
Unter einer Straßenlaterne steht ein Betrunkener und sucht und sucht. Ein Polizist kommt daher, fragt ihn, was er verloren habe, und der Mann antwortet: „Meinen Schlüssel.“
Nun suchen beide. Schließlich will der Polizist wissen, ob der Mann sicher ist, den Schlüssel gerade hier verloren zu haben, und jener antwortet: „Nein, nicht hier, sondern dort hinten – aber dort ist es viel zu finster.“

Aus:
„Anleitung zum Unglücklichsein“ von Paul Watzlawick; Piper Verlag GmbH, München, 1983


‚Mehr desselben‘ ist laut Watzlawick eines der erfolgreichsten und wirkungsvollsten Katastrophenrezepte, das sich über Jahrmillionen herausgebildet und zum Aussterben ganzer Gattungen geführt hat.
Stures Festhalten an Anpassungen und Lösungen, die irgendwann mal gut funktioniert haben, kann prima unglücklich machen.

Extra-Tipp: In vielen Bücherregalen steht der „Watzlawick“ noch und von Zeit zu Zeit lohnt es sich, einen Blick hineinzuwerfen:


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Über Paul Watzlawick:

„Jeder kann glücklich sein, aber sich unglücklich machen, muss man lernen“, ist das Credo des österreichischen Psychotherapeuten und Kommunikations-wissenschaftlers Paul Watzlawick (1921 – 2007). Watzlawick war einer der ersten Verfechter der Kurzzeittherapie, bei der das Problem direkt angegangen wird, um eine schnelle Lösung herbeizuführen. Er widersprach der Auffassung, man müsse die Wurzeln und emotionalen Muster kennen, um ein Leid zu überwinden. Watzlawick sagte einmal, ihm sei kein einziger Fall bekannt, in dem ein tieferes Selbstverständnis einen Menschen tatsächlich verändert habe. Ihm zufolge basiert das menschliche Verhalten nicht auf dem Prinzip von Ursache und Wirkung, Einsicht könne sogar zu Blindheit gegenüber dem Problem und der Lösung führen.


Weiterführende Links zum Thema Glück und Unglück:


Menschen haben einen besonderen Hang zur Tragik. Wir alle besitzen einen sehr sensiblen Nerv für schlechte Gefühle – unser Unglück liegt uns viel näher als unser Glück. Was für ein Pech: Unsere Natur ist auf ein halbleeres Glas gepolt, und nicht auf ein halbvolles. Besonders mit unserer Erinnerung, beim „Spiel mit der Vergangenheit“, stehen wir uns selbst viel zu oft im Weg.
Das Spiel mit der Vergangenheit


Sei spontan! Paul Watzlawick über die Absurdität der Forderungen „Sei spontan!“ oder „Sei fröhlich!“. Denn die Erwartungen der anderen sind die Erwartungen der anderen …
Sei spontan!


Wer seine Ziele in unerreichbare Höhe hängt, erspart sich zum einen Ärger und Anstrengung, zum anderen den Katzenjammer des Ankommens. Denn spätestens seit George Bernard Shaw wissen wir, dass es im Leben zwei Tragödien gibt: Die Nichterfüllung eines Herzenswunsches – und seine Erfüllung.
Vor Ankommen wird gewarnt!


Der „Flow“ macht‘s! Die drei Formen des glücklichen Lebens und die Geschichte der positiven Psychologie:
Die Energie folgt der Aufmerksamkeit


Mit erlernter Hilflosigkeit und selbsterfüllenden Prophezeiungen kann man sich selbst sehr wirkungsvoll sabotieren.Noch ein Watzlawick über die Stolperfallen auf dem Weg zum Lebensglück:
Selbsterfüllende Prophezeiungen


Wenn dunkle Geheimnisse ans Licht kommen, stellen sie alles infrage. Nichts kann so bleiben, wie es war, weder für den Geheimnisträger noch für den Belogenen. Aber Entdeckung und Enthüllung zerstören nicht nur, sie bieten auch eine Chancen zur Neuordnung. Man muss sie nur ergreifen.
Dunkle Geheimnisse


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