Autobahn und Mefo-Wechsel: Adolf Hitler, die deutsche Wirtschaft und der Weg in den 2. Weltkrieg

Autobahn und Mefo-Wechsel: Hitlers Weg in den Krieg und die Wirtschaft www.generationengespräch.de


Wirtschaftlich stand das Dritte Reich nie auf stabilen Beinen. Die Ökonomie im Nationalsozialismus war von Anfang an auf Täuschung und Expansion – Krieg – gebaut.

Über Hitlers Autobahnen, MeFo-Wechsel, Lügen und Täuschungen – ohne die Hitlers Weg in den Krieg nie funktioniert hätte.

Deutschland im Frühjahr 1933

Nach den Flitterwochen kam der Kater.
Als sich die Deutschen im Frühjahr 1933 an den neuen Reichskanzler Adolf Hitler gewöhnten (oder gewöhnen mussten), hatte sich ihre katastrophale wirtschaftliche Situation, Massenverarmung und Arbeitslosigkeit ausgelöst durch die Weltwirtschaftskrise nach 1929, in keiner Weise verbessert.

Die erste Zeit des Nazi-Regimes nach der „Machtergreifung“ war, anders als oft dargestellt, eine schwierige Phase für Adolf Hitler.

Die Unzufriedenheit in der Bevölkerung wuchs, denn der, den viele von ihnen vor 1933 als eine Art Messias und Heilsbringer bejubelt und herbeigesehnt hatten, schien nicht in der Lage zu sein, ihr Elend wie versprochen zu beseitigen.

„… Im Frühjahr 1933 zählte die offizielle Arbeitslosenstatistik rund sechs Millionen Menschen – fast zehn Prozent der Bevölkerung. Hinzu kamen Kurzarbeiter und jene Erwerbslose, die sich schon gar nicht mehr bei den Ämtern meldeten, weil sie jede Hoffnung aufgegeben hatten. Mittel ein Drittel der erwerbsfähigen Deutschen war ohne Arbeit.“

GEO Epoche, Deutschland unter dem Hakenkreuz, Teil 1: 1933 – 1936. Die ersten 1000 Tage der Diktatur*

Der „Führer“, dessen Macht von Hindenburgs Gnaden und Vizekanzler Papens kurzsichtiger Dummheit noch keinesfalls gesichert war, nahm die unheilvolle Stimmung im Land wahr und reagierte.

In seiner ersten Radioansprache als Reichskanzler bat er um vier Jahre Zeit für die „Rettung des deutschen Arbeiters“.
Und machte sich ans Werk.

Als Adolf Hitler die Autobahn baute

Um den NS-Wirtschaftsaufschwung massentauglich und propagandawirksam in Szene zu setzen, wurden alte Konzepte der Weimarer Zeit aus der Schublade gekramt.

Als offizielles Aushängeschild der neuen, nationalsozialistischen Zeitenwende sollte der Autobahnbau dienen, dessen Start mit viel Getöse eingeläutet wurde.

Dass die Idee und konkret ausgearbeitete Pläne noch von Hitlers Vorgänger als Kanzler, Kurt von Schleicher, und damit aus der verachteten Weimarer „Systemzeit“ stammten – und vor 1933 von führenden Nationalsozialisten als „Luxusstraßen für Reiche“ beschimpft wurden – stört dabei nicht.

Ebenso wenig wie die Tatsache, dass der Kölner Oberbürgermeister und Nazi-Gegner Konrad Adenauer bereits 1932 die erste 18 Kilometer Autobahn zwischen Köln und Bonn eingeweiht hatte.

Adenauers Autobahnteilstück wurde kurzerhand zur „Landstraße“ degradiert, damit Hitler am 21. März 1934 als „Erfinder der Autobahnen“ den ersten Spatenstich für das neue nationalsozialistische Zeitalter setzen kann.

Autobahnbau und Mefo-Wechsel: Adolf Hitler, die deutsche Wirtschaft und der Weg in den 2. Weltkrieg - Generationengespräch
Bundesarchiv, Bild 183-R27373 / CC-BY-SA 3.0, Reichsautobahn, Adolf Hitler beim 1. Spatenstich, bei Frankfurt, Unknown authorZentralbild Original-Untertitel: Adolf Hitler am 23. September 1933 beim ersten Spatenstich zum Reichsautobahnbau der Strecke Frankfurt/Main – Darmstadt-Mannheim, als Mittel zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit. Hinter Hitler Gauleiter Jakob Sprenger, NSKK-Korpsführer Adolf Hühnlein und der Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen Ing. Fritz Todt. [Scherl Bilderdienst]

Wenig Federlesen machte man auch bei der Rekrutierung der Arbeiter für das neue Prestige-Projekt.

Und so konnte es passieren, dass man sich als arbeitsloser Büroangestellter plötzlich auf einer der vielen Baustellen wiederfand.
Ein kräftezehrender Knochenjob, denn um möglichst viele Menschen zu beschäftigen, wurden so wenige Maschinen wie möglich eingesetzt.

„… Die größte Unwahrheit aber betrifft die angebliche Senkung der Arbeitslosenzahlen: Geschickt unterlegt das Regime seine Statistiken mit Bildern der Autobahnbaustellen, dabei sind selbst 1936, auf dem Höhepunkt der Kampagne, nicht mehr als 125.000 Männer an den Trassen beschäftigt.

Die Propaganda feiert sie als stolze „Volksgenossen,“, die an den „Lebensadern der Nation“ mitarbeiten. Die Arbeiter aber verfluchen die Schnellstraßen hinter vorgehaltener Hand als „Elendsbahnen“. Eingepfercht in engen Unterkünften, leben sie kaum besser als Strafgefangene. Wer von den Autobahnen desertiert, dem droht das Internierungslager.“

GEO Epoche, Deutschland unter dem Hakenkreuz, Teil 1: 1933 – 1936. Die ersten 1000 Tage der Diktatur*

Frauen an den Herd und abkindern

Frauen, die rauchten, sich schminkten oder eine eigene Meinung hatten, waren dem „Führer“ ein Gräuel. Ausgenommen von diesem strengen Urteil waren lediglich ausgewählte und strategisch wichtige Damen aus seinem näheren Umfeld wie beispielsweise Magda Goebbels oder Unity Mitford.

Ebenso wenig wie Raucherinnen kann Hitler Frauen leiden, die einem deutschen Mann und Familienvater den bezahlten Arbeitsplatz „wegnehmen“.

Die Aufgabe einer Frau sei schließlich „schön zu sein und Kinder zur Welt zu bringen“, hämmert Propagandaminister Joseph Goebbels in unzähligen Reden deutschen Männern und Frauen in die Köpfe.

Den Reden folgten Taten: Ab Sommer 1933 wird frisch verheirateten Paaren ein sogenanntes „Ehestandsdarlehen“ angeboten, das dem frischgebackenen Ehemann einen Gutschein von bis zu 1000 Reichsmark verspricht, wenn seine Frau nach der Hochzeit ihre Berufstätigkeit aufgibt.

Mit diesen Gutscheinen konnten Haushaltsgegenstände aus deutscher Produktion gekauft werden, und man konnte sie „abkindern“: Für jedes Kind wurde ein Viertel des Darlehens erlassen.

Das NS-Ideal der deutschen Frau und Mutter am Herd, die rotbackig, Hitler-treu und glücklich ihre Vier-Kinder-Familie versorgte, bekam durch Hitlers Darlehen einen geldwerten Vorteil.

Viele Jungverheiratete folgten den Verlockungen aus finanziellen Vorteilen, Goebbel’scher Propaganda und nicht zuletzt weit verbreiteter Häme gegen Frauen, die auch nach ihrer Hochzeit berufstätig bleiben wollten.

Bis Ende 1935 verließen eine halbe Millionen Frauen „freiwillig“ den Arbeitsmarkt – und die Geburtenrate stieg.

ANZEIGE

Die Frauen der Nazigrößen – ein Buch, das spannende Einblicke hinter die Kulissen der NS-Highsociety gibt, aber auch tief in die Köpfe der Frauen blickt, die sich für „die Sache“ begeistert haben.
Ausgezeichnet recherchiert, informativ und sehr spannend zu lesen.

Anna Maria Sigmund, Die Frauen der Nazis*. Wilhelm Heyne Verlag, München, 2013

Wirtschaft unterm Hakenkreuz

Ähnlich wie die Pläne für den Autobahnbau hatte Hitler die drei Konjunkturprogramme, die er in den ersten Monaten seiner Kanzlerschaft aus der Schublade zauberte, von seinen Vorgängern Franz von Papen und Kurt von Schleicher geerbt.

Grundlage dieser Konjunkturprogramme war die damals noch neue und unerprobte Theorie des deficit spending des britischen Ökonom John Maynard Keynes, also kreditfinanzierte staatliche Investitionen, um Arbeitsplätze zu schaffen und die Rezession zu bekämpfen.

Ein irritierend neuer Gedanke, der viele konservative Banker erstmal verschreckte.

Hitlers Vor-Vorgänger in der Reichskanzlei, der Zentrumspolitiker Heinrich Brüning, hatte noch genau das Gegenteil von Keynes Theorie versucht und wollte gegen die Weltwirtschaftskrise ansparen, um den Haushalt zu sanieren: Löhne und Gehälter wurden gekürzt, Arbeitslose bekamen weniger Unterstützung, staatliche Investitionen und Ausgaben für Bildung und Wissenschaft wurden radikal gesenkt.

Der Preis für Brünings Sparmaßnahmen war erschreckend hoch – die Wirtschaft schrumpfte noch schneller und Millionen Menschen stürzten noch tiefer ins Elend, was zu einer weiteren Destabilisierung der Weimarer Republik beitrug.

Immerhin wollten Brünings Nachfolger als Reichskanzler, Franz von Papen und danach Kurt von Schleicher, Keynes neue und bahnbrechende Idee der antizyklischen staatlichen Investitionen umsetzen, scheiterten aber am Widerstand der Reichsbank.

Mit Hitler waren die Investitionen auf Kredit zum Anschieben der Konjunktur plötzlich möglich und so wurden geliehene 2 Milliarden Reichsmark in die Wirtschaft gepumpt, um den Bau von Kraftwerken, Straßen, Brücken und Deichen zu finanzieren.

Bis zum Frühjahr 1934 konnten dadurch knapp 2 Millionen neue Stellen geschaffen werden und die deutsche Wirtschaft nahm langsam Fahrt auf.

Die Autobahnen, das Ehestandsdarlehen und die aufwändig in Szene gesetzten Konjunkturprogramme zur Wiederbelebung der deutschen Wirtschaft waren allerdings nur ein schöner Schein für Propagandazwecke.

Eine glitzernde braune Augenwischerei, die man gut in den „Wochenschauen“ zeigen konnte.

Hitlers Wirtschaftsprogramm:
Arbeitsschlachten und Wiederaufrüstung

Das NS-Regime brachte seine Mythen rund um Autobahnbau und „Arbeitsschlachten“ geschickt als Feigenblatt in Stellung, um das bedeckt zu halten, was man in den ersten Jahren nach 1933 weder der deutschen Bevölkerung noch den Mächten des Versailler Vertrags – Briten und Franzosen – offen zeigen durfte.

Denn es ging von Anfang an weder um die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit noch um Wohlstand für alle.

Hitlers erklärtes Ziel war, das ganz große Rad der Geschichte drehen.

Sein eigentliches Wirtschaftsprogramm galt der schnellen Wiederaufrüstung Deutschlands und einem nachfolgenden Krieg zur Finanzierung des gigantischen Rüstungsprogramms auf Pump, das er nach seiner Machtergreifung auf den Weg brachte. Fast unbemerkt wurde die Rüstungsindustrie zum eigentlichen Treiber des wirtschaftlichen Aufschwungs ab Mitte der1930er.

So gesehen waren die beiden offiziellen Milliarden, die Hitler in den Autobahnbau und seine „Arbeitsschlachten“ fließen ließ, nur ein Tröpfchen auf den heißen Stein, wenn man sie mit der gigantischen Summe von 62 Milliarden Reichsmark vergleicht, die das NS-Regime bis 1939 für den Bau von Panzern, Flugzeugen und Granaten ausgibt.

Beziehungsweise erstmal nicht ausgibt, denn offiziell darf Deutschland für Rüstung solche Summen gar nicht investieren und kann es aus Steuern und Staatsanleihen auch nicht leisten.

Hjalmar Schacht und die MeFo-Wechsel

Viele Menschen unterscheiden bis heute zwischen einem vermeintlich „guten“ Vorkriegs-Hitler, der bei seinen Auftritten die Köpfe kleiner Kinder tätschelte, Autobahnen baute und die Deutschen aus ihrem Massenelend geholt hat (und bereits den Tod Tausender Menschen verantwortete …), und einem „bösen“ Kriegs-Hitler nach 1939, der Gaskammern bauen ließ und Deutschland in den Abgrund des 2. Weltkriegs stürzte.

Aber es gab immer nur den einen Adolf Hitler, der von Anfang an bis zum bitteren Ende der gleiche blieb: kalt und mitleidslos, selbstbezogen, narzisstisch und grenzenlos von seiner eigenen Genialität überzeugt.

Er hatte sein Programm – Krieg, Rassenwahn und Lebensraum im Osten – bereits 1925 in seinem Buch Mein Kampf verewigt, und auch wenn viele seiner Zeitgenossen glaubten, es handele sich um die wilden  Übertreibungen eines jungen Hitzkopfs und würde schon nicht so schlimm kommen, verfolgte er seinen Irrsinn mit psychopathischem Ernst bis zu seinem Selbstmord 1945.

Die strengen Rüstungs-Auflagen des Versailler Vertrag wurden bereits von der Weimarer Republik unterlaufen.
Man leistete sich ab Ende der 1920er Jahren eine heimliche, vom Versailler Vertrag strengstens untersagte Luftwaffe und ließ die Piloten auf geheimen Stützpunkten in der Sowjetunion das Fliegen üben.

ANZEIGE

Das Lebensgefühl der Deutschen Ende der 1920er Jahre, die Zerrissenheit der Weimarer Republik zwischen Links und Rechts und ein packender Krimi nach Volker Kutschers Gereon-Rath-Krimireihe* perfekt in Szene gesetzt. Eine sehenswerte Serie für alle, die sich für die Zwanziger Jahre begeistern – und für die, die Zeitgeschichte nicht nur durch Zahlen und Fakten verstehen, sondern auch die Menschen, die damals gelebt haben, begreifen wollen.

Tom Tykwers Babylon Berlin Staffel 1-3*, 2020, FSK 12

Weder die Aufrüstung unter der Hand noch das Anschieben der Wirtschaft durch staatliche Investitionen auf Pump waren also Erfindungen der Nationalsozialisten.
Hitler und seine Entourage nutzen nur das, was sie vorfanden, und trieben es mit ideologischer Maßlosigkeit und der wachsenden Machtfülle einer Diktatur auf die Spitze.

Auch Hjalmar Schacht, den Hitler nach der „Machergreifung“ beauftragte, einen Finanzierungsplan für seine Rüstungs-Gigantomanie zu entwerfen, war keine nationalsozialistische Neuentdeckung, sondern ein alter Bekannter und weltweit gut vernetzter und angesehener Banker.

Schacht war maßgeblich an der Bekämpfung der Hyperinflation 1923 beteiligt und 1927 nahm er als deutscher Notenbankchef an jenem unglückseligen Treffen mit den Kollegen aus Frankreich, Großbritannien und den USA teil, bei dem man versehentlich die Weichen für den Börsencrash 1929 und die darauffolgende Weltwirtschaftskrise gestellt hatte.

Ende der 1920er Jahre war er zum glühenden Hitler-Verehrer geworden und wurde vom „Führer“ im März 1933 als Dank für seine treue Gefolgschaft zum neuen Reichsbankchef berufen.

Hitlers Weg in den Krieg

In dieser Funktion gründete er, der „geniale Finanzjongleur des Teufels“, eine Scheinfirma, die er „Metallurgische Forschungsgesellschaft“ (MeFo) nannte.

Diese Firma, genauer gesagt: ihre Wechsel (also einfach Zahlen auf Papier), sollten einzig und allein dazu dienen, die Rüstungsaufträge der Regierung bei der deutschen Schwerindustrie zu bezahlen, ohne dass dafür – zunächst – echtes Geld fließen musste.

Es ist eine Wette auf Zeit, die Schacht mit dieser Scheinwährung eingeht, denn rein theoretisch kann jeder Besitzer eines Wechsels sein Geld bei der MeFo sofort einfordern.

Das Stammkapital der von Schacht erfundenen Briefkastenfirma – rund eine Million Reichsmark, gezahlt von Firmen wie Krupp, Siemens und Rheinmetall – reicht dafür bei Weitem nicht aus, weshalb die Reichsbank – die Schacht leitet – für die Zahlungsfähigkeit der MeFo bürgen muss.

Außerdem müssen die Wechsel so lang wie möglich im Umlauf gehalten werden, ansonsten wäre die „Metallurgische Forschungsgesellschaft“ sofort pleite, weshalb man sie jährlich mit dem stattlichen Wert von vier Prozent verzinst.

Hjalmar Schacht, Hitlers Reichsbankchef und Erfinder der Mefo-Wechsel
Hjalmar Schacht, 1931. Von Bundesarchiv, Bild 102-12733 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de

Der verwegene Plan geht auf, Schachts wackeliges Finanzierungskonstrukt hält.
Die deutsche Schwerindustrie akzeptiert Schachts windige Wechsel statt echtem Geld als Zahlungsmittel und beginnt zu produzieren.

Schon bald wird mehr als die Hälfte aller staatlichen Rüstungsaufträge nicht mit Reichsmark, sondern mit MeFo-Wechseln bezahlt.

Der Anteil der Militärausgaben schießt dadurch – real gerechnet – von 1,5 Prozent auf fast 25 Prozent des Bruttosozialprodukts in die Höhe; die höchsten Ausgaben einer Nation für Rüstung in Friedenszeiten.

Bei Krupp, Siemens, Rheinmetall und anderen Firmen der Schwerindustrie brummt es. Durch die stetig anschwellende Zahl der Aufträge vom Staat entstehen Millionen neuer Arbeitsplätze.

Im Dritten Reich wurde mehr als die Hälfte der Rüstungsproduktion (hier: Flugzeuge) mit sogenannten Mefo-Wechseln bezahlt
Flugzeug Junkers Ju 88, Bau, Fotograf unbekannt, Bundesarchiv, Bild 146-1976-097-22 / CC-BY-SA 3.0, Original-Bildunterschrift: Der Einflieger erprobt „V I“ Die neue Flugzeugtype hat alle Gewaltproben, die ihr der Einflieger zumuten musste,überstanden und sich als volltauglich erwiesen. Die Fabrikation in Großserie kann erfolgen. Flugzeug um Flugzeug verläßt täglich die großen Werke, um dem Feind immer von neuem zu zeigen, daß er mit einem Geringerwerden des deutschen Rüstungspotentials nicht zu rechnen hat.

In den Bilanzen des „Dritten Reichs“ tauchen die enormen Rüstungsausgaben dank Hjalmar Schachts Paralleluniversum aus MeFo-Wechseln nicht auf.

Alle Welt – inklusive der deutschen Bevölkerung – glaubt, dass der wundersame deutsche Wirtschaftsaufschwung mit Vollbeschäftigung, auskömmlichen Löhnen und einem bescheidenen Wohlstand nach Jahren des Massenelends einzig und allein den Autobahnen und dem Genie des „Führers“ zu verdanken wäre.

„… Im Sommer 1939 muss es den Zeitgenossen auf den ersten Blick so vorkommen, als habe Adolf Hitler tatsächlich das Unmögliche erreicht: Statt Arbeitslosigkeit herrscht Fachkräftemangel, nahezu jeder Deutsche hat einen Arbeitsplatz, und die Wirtschaft wächst jährlich um zehn Prozent. Selbst der – eher links eingestellte – John Maynard Keynes lobt das NS-Regime als gelungenes Beispiel für seine Theorie des Deficit Spending.

Doch bei näherem Hinsehen ist die deutsche Wirtschaft völlig aus dem Gleichgewicht geraten. Den Nationalsozialisten ist zwar ein Beschäftigungswunder gelungen, aber mit dem auf Pump finanzierten Aufschwung haben sie bereits die Weichen für Krieg und Zerstörung gestellt. Ein echtes Wirtschaftswunder erlebt Deutschland nicht.“

GEO Epoche, Deutschland unter dem Hakenkreuz, Teil 1: 1933 – 1936. Die ersten 1000 Tage der Diktatur*

Copyright: Agentur für Bildbiographien, www.bildbiographien.de, 2021

Lesen Sie im nächsten Beitrag: 1938 geht es den Deutschen wirtschaftlich so gut wie nie, aber das „Dritte Reich“ steht kurz vor der Staatspleite. Es ist allerhöchste Zeit für den zweiten Teil von Hitlers Plan: Krieg und Vernichtung.
Krieg, Hunger und Vernichtung: Adolf Hitler, die deutsche Wirtschaft und der 2. Weltkrieg

Buch- und Filmempfehlungen:

Die mit * gekennzeichneten Links sind sogenannte Affilate-Links, die helfen, den Blog Generationengespräch zu finanzieren. Wenn Ihnen eine der angegebenen Empfehlungen gefällt und Sie das Buch (oder ein anderes Produkt) über diesen Link bestellen, erhält der Blog dafür eine kleine Provision, ohne dass für Sie Mehrkosten entstehen. Für Ihren Klick: Herzlichen Dank im Voraus!

Berlin 1933: Gereon Raths fünfter Fall führt seine Leser direkt in die Zeit der ‚Machtergreifung‘: Reichstagsbrand, Kommunistenhetze, die letzte Reichstagswahl im März 1933. Hitler-Gegner, seine Befürworter und die große schweigende Mehrheit, die hofft, dass dieser Spuk bald vorbei sein wird. Ein großartiger Kriminalroman vor historischem Hintergrund – sehr lesenswert!

Volker Kutscher, Märzgefallene*, KiWi-Taschenbuch, März 2016 (Märzgefallene Gratis-Download im Audible-Probemonat)

Die 90 spannendsten Kapitel des beliebten Podcasts „Eine Stunde History“ von Deutschlandfunk-Nova zusammengefasst in einem Buch zum Blättern und Schmökern. Am Ende eines jeden Kapitels verweist ein QR-Code auf den jeweiligen Podcast, so dass man bei Bedarf das jeweilige Thema vertiefen kann. Ein spannendes Format und ein spannendes Buch – sehr lesens- und hörenswert!
Matthias von Hellfeld, Markus Dichmann, Meike Rosenplänter, History für Eilige: Alles, was man über Geschichte muss* Verlag Herder, 2020

Die Machtergreifung 1933, der Mythos Autobahnbau, Röhm-Putsch
und vieles mehr übersichtlich und sehr informativ beschrieben und mit tollen Bildern gezeigt. Der Werdegang Hitlers und der NSDAP und die ersten 1000 Tage des Nazi-Regimes in spannenden Texten und Fotos – sehr lesenswert!
GEO Epoche, Deutschland unter dem Hakenkreuz, Teil 1: 1933 – 1936. Die ersten 1000 Tage der Diktatur*
Gruner + Jahr, 2013

Hitlers Weg an die Macht
Ein sehr lesenswerter Geschichts-Thriller über das zähe Ringen aller Akteure – Hindenburg, Hitler, Papen, Schleicher, Goebbels – um die Macht und das katastrophale Ende der Weimarer Republik. Empfehlenswert!

Rüdiger Barth, Hauke Friedrichs, Die Totengräber: Der letzte Winter der Weimarer Republik*, S. FISCHER Verlag, 2018 , das Leben und das katastrophale Ende der Weimarer Republik.

Die Historikerin Heike Görtemaker
in einem großartigen Buch über Hitlers ‚inner circle‘. Wer gehörte dazu? Wie lebte es sich als High-Society der Nationalsozialisten? Und welche Seilschaften überlebten den Krieg und funktionierten noch in der Bundesrepublik? Spannend zu lesen – sehr empfehlenswert!

Heike B. Görtemaker: Hitlers Hofstaat. Der innere Kreis im Dritten Reich und danach*, C.H.Beck Verlag, 2019

Die Geschichte der Deutschen gut, übersichtlich und verständlich erklärt. Neben wichtigen Daten und Fakten gibt es viele Hintergrundinformationen und Anekdoten, die das Lesen zum Vergnügen machen und das Verstehen von historischen Entwicklungen erleichtern. Für’s Nachschlagen und zum Querlesen prima geeignet. Sehr empfehlenswert!

Christian v. Ditfurth: Deutsche Geschichte für Dummies*, Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim, 2019

Weiterführende Beiträge:

NS-Erziehung: Auch die „Erziehung mit harter Hand“ haben die Nationalsozialisten nicht erfunden, aber um einiges grausamer gemacht. Über die Kinderdrill-Bibel der NS-Pädagogik, der Bestseller „Die Deutsche Mutter und ihr erstes Kind“ von Johanna Haarer und seine Folgen.
Zwischen Drill und Misshandlung: Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind

Hitler und die Frauen: Adolf Hitler hatte ein sehr großes Interesse an Frauen (und umgekehrt) und war bei weitem nicht der „einsame Wolf“, als der er sich in der Öffentlichkeit gerne darstellen ließ. Adolf Hitler, die Frauen, sein deutsch-britisches Techtelmechtel und die Frage: Wäre Hitler ein guter Schwiegersohn gewesen?
Vom It-Girl zur Walküre: Die Welt der Unity Mitford

Da Goebbels nicht nur ein fanatischer Tagebuchschreiber war, sondern auch sein Liebesleben akribisch notiert (und durchnummeriert) hat, weiß man heute sehr genau über die Romanze zwischen dem Gauleiter von Berlin und der schönen Magda Quandt Bescheid.
Wie alles begann — der 1. Teil der Lebensgeschichte von Magda Goebbels:
Magda Goebbels (1): “Eine schöne, schöne Frau”

Wer waren Hitlers Anhänger? Schläge und schweigen, verdrängen und neu inszenieren, sind die Muster, die Kinderseelen brechen und das Konzept der ‘Erziehung mit harter Hand’ von einer Generation auf die nächste überträgt. Über Alice Miller, Hitlers Mitläufer und Mörder – und schwarze Pädagogik, die aus Opfern Täter machte.
Die Erlaubnis zu hassen

Hitlers „Machtergreifung“: Ende 1932 scheint Hitlers Aufstieg zur Macht endgültig gestoppt zu sein: Die „Hitler-Partei“ ist pleite, zerstritten und hat am 6. November 1932 – das erste Mal seit zwei Jahren – Wählerstimmen verloren. Und trotzdem ernennt der Präsident der Weimarer Republik, Paul von Hindenburg, Adolf Hitler am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler.
Wie konnte das passieren?
1933 – Das Ende der Republik. Hitlers Aufstieg zur Macht

Hyperinflation 1923: Reichskanzler Wilhelm Cuno und seine „Regierung der Wirtschaft“ versuchen, die Franzosen aus dem Ruhrgebiet zu vertreiben und lassen dafür Geld drucken. Sehr viel Geld. Mit katastrophalen Folgen für die gebeutelte Weimarer Republik. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit bis zum Kollaps zu sein. Ob zum rechten oder linken Kollaps, ist noch nicht so ganz klar
Vom Ruhrkampf zum Deutschen Oktober

Das Generationengespräch im Überblick: Biografien, Liebe, Opfer, Mord, Krieg und andere Geschichten der letzten 300 Jahre, die unsere Welt zu dem gemacht haben, die sie heute ist.
Das Generationengespräch: Geschichte(n) im Überblick

Linkempfehlung:

Mefo-Wechsel
https://www.zeitklicks.de/nationalsozialismus/zeitklicks/zeit/propaganda/frag-doch-mal-4/was-ist-ein-mefowechsel/

Bildnachweise:

Bundesarchiv, Bild 183-R27373 / CC-BY-SA 3.0, Reichsautobahn, Adolf Hitler beim 1. Spatenstich, bei Frankfurt, Unknown author, 23 September 1933, Zentralbild Adolf Hitler am 23. September 1933 beim ersten Spatenstich zum Reichsautobahnbau der Strecke Frankfurt/Main – Darmstadt-Mannheim, als Mittel zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit. Hinter Hitler Gauleiter Jakob Sprenger, NSKK-Korpsführer Adolf Hühnlein und der Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen Ing. Fritz Todt. [Scherl Bilderdienst]
Depicted people:
Todt, Fritz Dr.: Generalinspektor für das Straßenwesen, Minister für Bewaffnung und Munition, Deutschland
Hühnlein, Adolf: Reichstagsabgeordneter (MdR), NSDAP, Korpsleiter des Nationalsozialistischen Kraftfahrerkorps (NSKK), Deutschland (GND 117046736)
Hitler, Adolf: Reichskanzler, Deutschland

Hjalmar Schacht, 1931. Von Bundesarchiv, Bild 102-12733 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de
Original-Untertitel: Der ehemalige Reichspräsident Dr. Schacht bei einem Autounfall schwer verletzt! Dr. Schacht, welcher bei einem Autounfall schwer verletzt wurde und ins Krankenhaus gebracht werden musste

Flugzeug Junkers Ju 88, Bau, Fotograf unbekannt, Bundesarchiv, Bild 146-1976-097-22 / CC-BY-SA 3.0, Original-Bildunterschrift: Der Einflieger erprobt „V I“ Die neue Flugzeugtype hat alle Gewaltproben, die ihr der Einflieger zumuten musste,überstanden und sich als volltauglich erwiesen. Die Fabrikation in Großserie kann erfolgen. Flugzeug um Flugzeug verläßt täglich die großen Werke, um dem Feind immer von neuem zu zeigen, daß er mit einem Geringerwerden des deutschen Rüstungspotentials nicht zu rechnen hat.

Geschichte und Psychologie Vergangenheit verstehen um mit der Zukunft besser klar zu kommen
Geschichte & Psychologie:

Vergangenes verstehen,
um mit der Zukunft besser klar zu kommen.

Ich bringe mit meinem Team Lebens-, Familien- und Unternehmensgeschichten ins Buch und schreibe als Ghostwriterin Bücher mit den Schwerpunkten Geschichte und Psychologie.

Weitere Informationen:
Über uns * Geschenke made for Mama * Facebook * XING * Pinterest
Kontakt * Datenschutz * Impressum

321840cookie-checkAutobahn und Mefo-Wechsel: Adolf Hitler, die deutsche Wirtschaft und der Weg in den 2. Weltkrieg

2 Kommentare zu „Autobahn und Mefo-Wechsel: Adolf Hitler, die deutsche Wirtschaft und der Weg in den 2. Weltkrieg“

  1. Sehr geehrte+r Redaktuer+in,

    Ihr Text was sehr detailiert und umfangsreich, was mir gefiel und einen guten Einblick verschaffen hat.
    Ich würde als einzigen „Kritikpunkt“ nur nennen, dass man noch die Wehrpflicht und Reichsarbeitsdienstes mit einbauen könnte.
    Trotzdem ist der Text gut gelungen.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Scroll to Top