Stressbewältigung: Warum wir oft so gestresst sind – und was man dagegen tun kann

Stressbewältigung: Warum wir oft so gestresst sind - und was man dagegen tun kann Generationengespräch


Wir brauchen Stress, denn er bewahrt uns vor Schlimmeren: vor Säbelzahntigern, beispielsweise, oder wildgewordenen Artgenossen, die uns ans Leder wollen.

Allerdings ist unser Stresssystem nicht für den durchschnittlichen Hausgebrauch im Büro oder Homeoffice ausgestattet, was uns leider ziemlich oft Ärger, schlaflose Nächte – und Stress – einbringt.

Wie Stress entsteht

Adrenalin, Noradrenalin und Kortisol sind die Hormone, die uns am meisten stressen. Das tun sie nicht, weil sie uns ärgern wollen, sondern weil wir Stress als Antwort auf Gefahr brauchen.

Sobald wir mit einem Stressor konfrontiert werden – also einem Reiz, den wir als Gefahrenquelle identifizieren – startet unser Hirn automatisch unserer Stress-Notfall-Programm, das uns mental und körperlich darauf vorbereitet, unser Leben zu schützen und so schnell wie möglich wegzurennen oder zu kämpfen.

Flucht-oder-Kampf: Sobald wir einer echten oder vermeintlichen Gefahr für Leib und Leben gegenüberstehen, gibt es kein Halten mehr. Zeit für’s Nachdenken hat unser Stress-System nicht.

Das gilt auch heute noch.

Säbelzahntiger und die meisten anderen absoluten, das heißt: lebensbedrohlichen Stress-Auslöser sind zwar aus unserem Leben verschwunden, aber solche Feinheiten, welchem Stressor wir gerade ausgesetzt sind, können unsere Hormone nicht gut unterscheiden.

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Unser Stress-System fährt auch dann hoch, wenn wir am Sonntagnachmittag gemütlich auf der Couch liegen und uns plötzlich der Gedanke an die unangenehme Besprechung mit dem Chef oder der Chefin am nächsten Tag wie ein Blitz trifft.

Auch unsere Erwartungen und unsere Vorstellungskraft können uns stressen. Und genau darin liegt der Fehler in unserem – eigentlich – ausgezeichnet funktionierenden Stress-System.

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Die erste Stress-Welle: Adrenalin und Noradrenalin

Unsere Stress-Reaktion beginnt immer damit, dass unser Hirn dem Nebennierenmark befiehlt, die Stresshormone Adrenalin und seinen kleinen Bruder Noradrenalin in größeren Mengen auszuschütten.

Die verteilen sich im Körper wie Wollmäuse unterm Bett und sorgen dafür, dass Blutdruck, Hautwiderstand und Muskelaktivität steigen, uns die Haare zu Berge stehen und wir wach und fokussiert sind, egal, wie tiefenentspannt wir noch vor wenigen Augenblicken waren.

Physiologisch trimmen uns Adrenalin und Noradrenalin in kürzester Zeit auf „fight or flight“, also Flucht oder Kampf.

Sämtliche Körpersysteme, die nicht auf dieses Flucht-oder-Kampf-Konto einzahlen, werden abgeschaltet oder zumindest gedrosselt.

Wer braucht schon Entspannung oder Verdauung, wenn der Säbelzahntiger zum Spurt in unsere Richtung ansetzt? (Einzige Ausnahme: Der Dickdarm, dessen Aktivität nicht heruntergefahren wird …)

Die zweite Stress-Welle: Kortisol

Etwa eine halbe Stunde nach der ersten Stresswelle mit Adrenalin und Noradrenalin kommt unser drittes Stresshormon in Schwung, das Kortisol.

Im Normalzustand steuert Kortisol zusammen mit unserem Schlafhormon Melatonin unseren Tag-Nacht-Rhythmus. Die beiden sind Gegenspieler, sozusagen Ike & Tina Turner als Hormone für unser Schlafsystem.

Morgens trompetet uns Kortisol sein hormonelles ‚Im Frühtau zu Berge‚ ins Ohr und macht uns munter, abends flötet Melatonin ‚Eine kleine Nachtmusik‚ und wiegt uns in den Schlaf.

Die Konzentration von Kortisol im Blut sinkt normalerweise im Laufe des Tages, während die von Melatonin steigt, um uns auf die Schlafenszeit vorzubereiten.

Es senkt Blutdruck, Atemfrequenz und außerdem unsere Körpertemperatur, eines unserer wichtigsten Einschlafsignale.

Haben wir abends noch zu viel Kortisol im Blut – beispielsweise weil wir gestresst sind – kommt Melatonin mit seiner Wirkung nicht dagegen an und wir liegen wach im Bett und zählen Schäfchen.

Kortisol ist also ein Hormon, das uns wach macht, weshalb es auch beim Thema Stress eine gewichtige Rolle spielt.

Sobald die erste Stress-Welle mit Adrenalin und Noradrenalin läuft, befiehlt der Hypothalamus als Hormon-Chef den Nebennierenrinden eine Extraportion Kortisol herzustellen.

Das dauert ungefähr so lange wie die Extra-Portion Ketchup, die man im Restaurant bestellt: nach etwa 20 bis 30 Minuten ist es da.

Das Mehr an Kortisol im Blut hat die Aufgabe, uns noch besser mit Energie zu versorgen und uns dadurch noch leistungsfähiger zu machen, also den Kampf oder die Flucht besser auszuhalten, wenn uns der Säbelzahntiger immer noch auf den Fersen ist.

Kortisol ist damit kein klassischer Ersthelfer bei Stress wie Adrenalin und Noradrenalin, hat aber viele andere interessante Eigenschaften:

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Stresshormon Kortisol

bremst Insulin, so dass mehr Zucker im Blut bleibt.
Das ist wichtig, damit die Muskeln fürs Fliehen oder Kämpfen mit ausreichend Energie versorgt werden

macht unempfindlicher gegen Schmerz
(das ist der Grund für die Kortisol-Spritze, die der Orthopäde verabreicht, wenn man ganz schlimm Rücken hat)

hemmt große Teile der Immunabwehr (bis auf wenige Entzündungsfaktoren als Wachpersonal, falls man sich bei Flucht oder Kampf verletzt und dadurch Keime ins Blut geraten )

Negative Rückkopplung: Wie wir uns nach Stress selbst wieder beruhigen

Kortisol verursacht aber nicht nur Stress, sondern leitet gleichzeitig auch die Stress-Wende ein, denn irgendwann brauchen wir wieder einen Ruhepuls.

Damit der sich nach einem stressigen Ereignis wieder einstellt, bringt Kortisol bei seinem Auftritt in Stress-Situationen schon mal Besen und Schaufel fürs Aufräumen mit, letztendlich um sich selbst wieder zu beseitigen.

Diese Aufgabe verrichtet es an einem winzigen Hirnbereich namens Hippocampus (… sieht aus wie ein Seepferdchen und heißt deshalb auch so …).

Dort gibt es Kortisol-Rezeptoren, an die das Kortisol aus unserem Blut bindet.
Auf diese Weise wird unsere aktuelle Kortisol-Konzentration im Blut gemessen und sehr genau überwacht. Ist viel Kortisol im Blut, gibt der Hippocampus den Nebennieren Bescheid, dass es jetzt genug ist und die Ausschüttung gedrosselt werden kann.

Kortisol ist also nicht nur ein Wachmacher, sondern es beruhigt auch unser Stress-System durch eine negative Rückkopplung.

Stressbewältigung: Kortisol bremst sich selbst www.generationengespräch.de
Negative Rückkopplung durch Kortisol

Gedrosselte Kortisol-Spiegel im Blut signalisieren Hirn, Nerven und Körper, dass die Gefahr vorbei ist und der Organismus langsam wieder auf Normalbetrieb heruntergefahren werden kann.

Gesunder Stress und Stress, der krank macht

Unser Stress-System will, dass wir überleben, was sehr ritterlich von ihm ist. Allerdings ist es auch schon ziemlich alt, weshalb es nicht gut zwischen absoluten, also lebensbedrohlichen, und relativen Stressoren unterscheiden kann.

Ob wir dem Säbelzahntiger direkt ins aufgerissene Maul schauen oder am Sonntagnachmittag auf der Couch „nur“ an das unangenehme Gespräch am Montag denken, ist ein Finetuning, das es nicht gut hinbekommt.

Zeitdruck, Prüfungen, der Stau auf der Autobahn vor einem wichtigen Termin oder Beziehungsstress sind, wenn wir ehrlich sind, nicht wirklich lebensbedrohend.

Trotzdem können sie massive Stressreaktionen auslösen: Immer, wenn der Puls steigt, sich Nacken- und Kiefernmuskulatur verspannen, wir vor lauter Stress nichts essen können oder uns Heißhungerattacken plagen, können wir sicher sein, dass unsere Stresshormone am Werk sind.

Vor allem Kortisol.

Kortisol sorgt dafür, dass aus normalem Alltagsstress chronischer Stress wird. Wenn unser Körper und Geist im Dauer-Alarmzustand sind, dann hat es garantiert seine hormonellen Finger im Spiel, weshalb chronischer Stress auch häufig als Kortisolstress bezeichnet wird.

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Chronischen Stress durch zu viel Kortisol

Dauerstress macht uns krank.
Denn wenn sich unser Stress-System nie komplett beruhigen kann, sondern der nächste Stress-Auslöser schon wie ein Fischreiher in den Koi-Teich sticht, bevor der vorhergehende Stress vollständig abgearbeitet ist, rutschen wir in Richtung „chronischer Stress„.

Das hat mit einem Mechanismus zu tun, der als Plastizität des Hirns bekannt ist, das heißt, die Fähigkeit unseres Gehirns zum Lernen.

Wir „lernen“ Stress.

Für die neurowissenschaftliche Erklärung müssen wir wieder zurück an den Hippocampus gehen, der Seepferdchen-Struktur in unserem Hirn, die die Kortisolmenge in unserem Blut überwacht und sie drosselt, wenn der Stress vorbei ist.

Chronischer Stress entsteht dann, wenn die Kortisol-Ausschüttung durch die Nebennierenrinden nicht mehr gebremst wird.

Denn auf ständigen Stress reagiert unser Hirn mit dem Abbau der Kortisol-Rezeptoren am Hippocampus, die eigentlich für die negative Rückkopplung und damit für die Selbstberuhigung zuständig sind.

Wenn wir ständig mit Stressauslösern konfrontiert sind, lohnt sich diese Rückkopplung nicht mehr, weil sie nie zum Einsatz kommt (und wir nie zur Ruhe).

Die Natur verschwendet nichts – also weg mit den überflüssigen Kortisolrezeptoren.

Chronischer Stress ist Nebennierenstress - ständig zu viel Kortisol im Blut www.generationengespräch.de
Chronischer Stress: Ständig zu viel Kortisol im Blut

Die Folgen: Die Nebennieren können machen, was sie wollen, was nichts anderes als Kortisol-in-rauen-Mengen-ausschütten bedeutet.
Der Hippocampus greift nicht mehr ein, weil er die Konzentration von Kortisol im Blut ohne Rezeptoren nicht mal mehr messen kann.

Die Folgen von chronischem Stress

Keine Frage, wir brauchen Stress.
Nicht nur, um auf Gefahren und Stressoren adäquat reagieren zu können, sondern auch zum Lernen und um Veränderungen anzuschieben.

Wer nicht wenigstens gelegentlich Stress hat, lernt nichts dazu und hält auch nichts aus, wenn’s drauf ankommt.

Aber Dauerstress macht uns krank.
Chronischer Stress ist die Ursache für sehr viele unserer sogenannten Zivilisationskrankheiten:

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Die Folgen von chronischem Stress

Bei ständig erhöhten Kortisol-Werten im Blut gerät unser Tag-Nacht-Rhythmus aus dem Takt oder geht sogar ganz über Bord, es kommt zu Einschlaf- und Durchschlafproblemen. Schlafstörungen sind nicht nur die Ursache von Müdigkeit am Tag, sondern sehr häufig auch ein Symptom für chronischen Stress.

Kortisol blockiert die Insulinrezeptoren, die eigentlich die Aufgabe haben, Zucker aus dem Blut in unsere Körperzellen zu bringen. Die Folgen: Obwohl wir viel Zucker im Blut haben, hungern unsere Zellen. Es ist, als ob man mit knurrendem Magen vor einem gefüllten, aber leider versiegelten Kühlschrank steht.

Wir reagieren deshalb auf chronischen Stress oft mit Heißhungerattacken und der Gier nach Süßem inklusive Gewichtszunahme. Hält der Dauerstress über Jahre an, werden die Insulinrezeptoren schlapper und reagieren immer weniger auf Insulin. Die Folge ist zunächst eine Erkrankung, die als „Metabolisches Syndrom“ bezeichnet wird, und unbehandelt zu Diabetes II führen kann.

Das Metabolische Syndrom verbunden mit stressbedingt erhöhtem Blutdruck ist eine katastrophale Mischung, die den Weg für Herzkreislauf-Erkrankungen bereitet

Kortisol legt einerseits große Teile unseres Immunsystems lahm, erhöht aber gleichzeitig die Konzentration bestimmter Entzündungsfaktoren im Blut. Dadurch steigt unsere Anfälligkeit für Infekte und Entzündungen.

Den größten Teil unseres Intellekts und unseres Gedächtnisses können wir unter permanenten Kortisol-Beschuss übrigens auch vergessen. Im Stress-Zustand sind wir zwar wach und fokussiert, aber das bezieht sich nur auf den Stressor.
Kreativ denken können wir nicht. Schon gar nicht kompliziert.

Für ein erfülltes Leben brauchen wir eine gesunde Mischung aus Anspannung und Entspannung. Wenn sich Entspannung wegen hoher Kortisol-Werte im Blut nicht mehr auf natürliche Weise einstellt, werden wir versuchen, sie auf andere Weise herbeizuzwingen: Durch Suchtmittel wie Alkohol oder andere Drogen, die uns zumindest kurzfristig das Gefühl von Entspannung geben, oder schlichtweg durch Betäubung wie stundenlanges Netflixen Tag für Tag.

Ohne echten Ausgleich steigt das Risiko für Burn-Out, depressive Verstimmungen und Depressionen.

5 effektive Tipps gegen chronischen Stress

Die richtige Dosis Stress – und damit Kortisol – macht uns munter und lässt uns zu neuen Ufern aufbrechen.

Tatsächlich ist Kortisol kein „böses“ Hormon, sondern eins, das wir für unseren Tag-Nacht-Rhythmus, zum Lernen und vielem mehr brauchen.

Das Problem ist also nicht der Stress, sondern unsere moderne Art, mit ihm umzugehen. Um aus der Stressfalle herauszukommen (… oder gar nicht erst hinein …), liegen genau hier die Ansatzpunkte:

1) Sport gegen Stress

Stressabbau durch Sitzenbleiben klappt überhaupt nicht: Unser Stress-System bereitet uns auf Flucht oder Kampf vor, also auf Bewegung.

Deswegen sollte man sich regelmäßig bewegen – und zwar so, dass man das Bedürfnis hat, Sportbekleidung zu tragen, weil man – moderat – ins Schwitzen und aus der Puste kommt. 150 Minuten schweißtreibende Bewegung pro Woche empfehlen Experten, zusätzlich zum regelmäßigen Spazierengehen (vor allem bei Tageslicht, das wir für die Bildung anderer Hormone wie beispielsweise Serotonin brauchen).

Besonders nach einem stressigen Tag sollte man sich zwecks Kortisolabbau nicht sofort erschöpft aufs Sofa fallen lassen, sondern erst eine Runde schweißtreibenden Sport machen.

Wer das regelmäßig tut, schützt sich vor chronischem Stress, schläft besser und schafft außerdem noch viele positive Effekte auf andere Hormonsysteme.
Nicht zuletzt auf Körpergewicht und Fettverteilung.

2) Öfter „Nein“ sagen

Wir können es nicht allen recht machen.
Deshalb: Klare Prioritäten setzen und so planen, dass immer genug Zeit für eigene Interessen (Sport, Entspannung, Meditation oder einfach „Faulenzen“ bleibt).

Mehr das tun, was man liebt – also nicht ausgerechnet Joggen als neuen Sport wählen, wenn man nicht gerne joggt. Lieblingsmusik an und eine halbe Stunde tanzen, bis der Schweiß kommt, ist auch völlig ok.

Wichtig ist, dass man sich regelmäßig Zeit für sich nimmt und sie auf angenehme Art für sich nutzt, um den körpereigenen Kortisol-Spiegel wieder ins Lot zu bringen: mit Yoga oder Meditation, Briefmarken sammeln, Bücher lesen, die Vögel im Park beobachten oder einem Entspannungsbad am Abend.

Auf Netflix Serien gucken, ist zwischendurch auch ok, aber keine Dauerlösung, um wirklich zu entspannen.

3) Menschen, denen wir vertrauen

Wir alle verfallen gelegentlich in eine Art Machbarkeitswahn, in dem wir glauben, alles schaffen zu können, wenn wir uns nur genügend Mühe geben.

Das – und das Gefühl, alles alleine machen zu müssen, ist ein großer Stress-Auslöser, der uns auf Dauer fertig machen wird.

Der beste Schutz gegen Machbarkeitswahn, Dauer-Anstrengung und das Gefühl, alleine zu sein, sind enge Beziehungen zu Menschen, denen wir vertrauen:

„… Wer einsam ist, wälzt sich mehr im Bett rum, bis er Schlaf findet, und tendiert am Morgen zu freundschaftsabweisenden Bürotassen. (‚Erst Kaffee, dann sprechen.‘) Ein Teufelskreis. Schon wer jung, erwachsen und einsam ist, hat viel zu viele Stresshormone und außerdem die ersten Vorboten von hohem Blutdruck. ‚Zu Hause‘ sollte es also idealerweise jemanden geben – ob PartnerInnen, FreundInnen oder MitbewohnerInnen, bleibt Ihnen überlassen.
Allerdings sind Beziehungen kein Selbstzweck … Unglückliche Beziehungen sind schlechter für Schlaf und Gesundheit als gar keine …“

Aus: Franca Parianen: Hormongesteuert ist immerhin selbstbestimmt. Wie Testosteron, Endorphine und Co. unser Leben beeinflussen*

4) Glaubenssätze hinterfragen und Perspektivwechsel

Bin ich nur etwas „wert“, wenn ich arbeite und für andere gut funktioniere?
Bin ich für das Glück anderer verantwortlich?

Oft stecken hinter Dauerstress alte Glaubenssätze aus der Kindheit, die beispielsweise Entspannung mit Faulheit gleichsetzen oder den Wert eines Menschen in Leistung messen.

Man sollte hier unbedingt genauer nachforschen, wenn man chronisch gestresst ist. Welche Glaubenssätze stecken hinter Perfektionismus oder der Schwierigkeit, einfach mal „Nein“ zu sagen? Gibt es einen Grund, weshalb man andere loben kann, nur sich selbst nicht? Und woher kommt das Gefühl, „nicht gut genug“ zu sein?

5) Ordnung schaffen

Unangenehmes können wir vor uns herschieben, aber wirklich verdrängen können wir‘s nicht. Es belastet uns mental und wir schleppen die unerledigte Steuererklärung oder den ständig verschobenen Zahnarzttermin immer ein Stück weit mit uns herum.

Deswegen: Den Stier bei den Hörnern packen und mit dem Eisenhower-Prinzip (Wichtiges nie dringend werden lassen) und Salami-Taktik aus dem Weg räumen.

Eines der besten Anti-Stress-Programme ist tatsächlich Aufräumen.
Egal, ob Schreibtisch, Dachboden oder unklare Beziehungen: Unaufgeräumtes können wir zwar verdrängen, aber aus dem Kopf bekommen wir’s deshalb noch lange nicht.

Das heißt, die Kröte schlucken und nach und nach das wegarbeiten, was uns im Weg ist und wegkann.

“ … Auch wenn wir groß denken, wir müssen im Kleinen handeln und leben, um unsere Ziele zu erreichen.
Weil wir handlungs- und lernfokussiert sind und auf Status und Bestätigung von außen verzichten, ist unser Ehrgeiz nicht grandios, sondern fußt auf Wiederholung – wir sollten einen Fuß vor den anderen setzen, lernen und wachsen und uns Zeit lassen.“

Ryan Holiday,
Dein Ego ist dein Feind: So besiegst du deinen größten Gegner*

Fazit: Jedes Mal, wenn wir die Zähne zusammenbeißen, der Blutdruck steigt und die Hände schwitzen, ist unser Stress-System am Werk.

Es ist ein großartiges System, wenn es um reale Bedrohungen und machbare Herausforderungen geht, aber ein sehr anstrengendes, wenn wir uns zu sehr und vor allem: zu oft stressen lassen. Und dann auch noch auf dem Schreibtischstuhl sitzen bleiben und uns ärgern.

Deswegen: Ran an den Stress und konsequent ausmisten. Stück für Stück, aber bitte so, dass es nicht stresst. Schon wenn man sich klar wird, welchen Stress-Auslösern man Tag für Tag begegnet und welche man abräumen kann, wird eine deutliche Entlastung spüren!

Copyright: Agentur für Bildbiographien, www.bildbiographien.de, 2021

Lesen Sie im nächsten Beitrag: Gefühle sind keine Denkfehler:
Für kluge Entscheidungen ohne späte Reue, klare Prioritäten und unsere Fähigkeit, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden, brauchen wir nicht nur unseren Verstand, sondern auch unser (Bauch-)Gefühl.
Das große Zögern: Warum unser Bauchgefühl für unsere Entscheidungen so wichtig ist

Buchempfehlungen:

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Dami Charf, Auch alte Wunden können heilen: Wie Verletzungen aus der Kindheit unser Leben bestimmen und wie wir uns davon lösen können*. Kösel-Verlag, 2018

Für alle, die’s genau wissen wollen
Die Neurowissenschaftlerin und Science-Slammerin Franca Parianen beschreibt in ihrem Buch witzig und informativ die komplexe Welt unserer Hormone und ihrer Wirkung.
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Franca Parianen: Hormongesteuert ist immerhin selbstbestimmt. Wie Testosteron, Endorphine und Co. unser Leben beeinflussen*
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Oft ist es Selbstunsicherheit,
die dazu führt, dass man Konflikten aus dem Weg geht. Das funktioniert eine Zeit lang einigermaßen, aber langfristig setzt man durch unterdrückte Wut und Bitterkeit die ganze Beziehung auf’s Spiel. Stefanie Stahl, die Autorin des Bestsellers Das Kind in dir muss Heimat finden* beschreibt in ihrem neuen Buch die Ursachen und Folgen mangelnden Selbstwerts – und wie man mehr Selbstwertgefühl gewinnen und glücklicher leben kann. Empfehlenswert!
Stefanie Stahl, So stärken Sie Ihr Selbstwertgefühl: Damit das Leben einfach wird*, Kailash, 2020

Vom Verstand her wissen wir meistens ziemlich genau, weshalb wir uns manche „Dinge“, Menschen, Anforderungen und die Wünsche anderer nicht so zu Herzen nehmen sollten – und tun es dann doch.
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Alexandra Reinwarth: Am Arsch vorbei geht auch ein Weg: Wie sich dein Leben verbessert, wenn du dich endlich locker machst*, mvg Verlag, 2016

Eiserne Disziplin … hilft oft auch nicht weiter.
Vor allem nicht dann, wenn es gut werden soll. Sascha Lobo und Kathrin Passig witzig, klug und unkonventionell darüber, wieso Aufschieben und Nichts-Regeln manchmal mehr bringt, als sich selbst immer wieder am Riemen zu reißen. Ein sehr empfehlenswerter (und tröstlicher) Ratgeber.
Sascha Lobo, Kathrin Passig, Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin*, Rowohlt Taschenbuch Verlag, 2010

Die Kunst des „Nein-Sagens“
Ein sehr liebevoll gestaltetes Heft aus der Reihe „Bibliothek der guten Gefühle“, mit inspirierenden Texten über’s Neinsagen und vielen einfach zu befolgenden Übungen.
Für alle, die gerade mit dem Thema beschäftigt sind, oder zum Verschenken.

Anne van Stappen, Das kleine Übungsheft: Grenzen setzen, nein sagen*, Trinity Verlag, 2012

Der BMI ist schon längst nicht mehr das Maß aller Dinge, sondern die Verteilung des Fettgewebes.
Wohlproportionierte Kurven stören nicht, aber zu viel Hüftgold an Bauch und Becken kann ein Hinweis auf einen Kortisolbauch und damit auf chronischen Stress sein.
Wie man hormonelle Schwankungen und die Auslöser und Folgen von chronischem Stress durch einfache Veränderung des Lebensstils in den Griff bekommen kann, erklärt Dr. Mariza Snyder in diesem sehr lesenswerten Buch.

Dr. Mariza Snyder: Aromatherapie für die Hormonbalance*, riva Verlag, 2020

Weiterführende Beiträge:

Miese Zeiten: Manche Tage fühlen sich an wie eine persönliche Beleidigung in Dauerschleife. Über „schlechte“ Gefühle, erlernte Hilflosigkeit, unsere emotionalen blauen Flecken und Albert Ellis‘ rationale Therapie.
Miese Zeiten: Woher schlechte Gefühle kommen und was man gegen sie tun kann

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Die Art, wie wir als Erwachsene lieben, hat viel mit Bindungsmustern zu tun, die wir in unserer Kindheit gelernt haben.
Bindungsmuster: Nicht mit dir und nicht ohne dich

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Wie gefährlich ist social media für unser Leben? Helfen uns Facebook & Co. gegen Einsamkeit – oder machen sie alles noch schlimmer?
Einsam durch Facebook und Co.?

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10 Tipps gegen Aufschieberitis

Schlaflos: Deutschland ist eine Nation, die sich im Bett wälzt.
Jeder Zweite schläft mindestens einmal im Monat schlecht, rund ein Viertel aller Deutschen müssen sich zu den „Schlafgestörten“ zählen, also zu denen, die entweder schlecht einschlafen oder nachts aufwachen und nicht mehr zur Ruhe kommen, weil der Kopf einfach zu voll ist. Warum wir schlechten schlafen – und was man für besseren Schlaf tun kann:
Warum wir schlecht schlafen

Bildnachweise:

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Geschichte und Psychologie Vergangenheit verstehen um mit der Zukunft besser klar zu kommen
Geschichte & Psychologie:

Vergangenes verstehen,
um mit der Zukunft besser klar zu kommen.

Ich bringe mit meinem Team Lebens-, Familien- und Unternehmensgeschichten ins Buch und schreibe als Ghostwriterin Bücher mit den Schwerpunkten Geschichte und Psychologie.

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