Miese Zeiten: Woher „schlechte Gefühle“ kommen und was man gegen sie tun kann

Wie man seine Emotionen kontrollieren kann und sich weniger angegriffen und verletzt fühlt


Man­che Tage füh­len sich an wie eine per­sön­li­che Belei­di­gung in Dau­er­schlei­fe.

Über “schlech­te” Gefüh­le, erlern­te Hilf­lo­sig­keit, unse­re emo­tio­na­len blau­en Fle­cken und Albert Ellis’ ratio­na­le Therapie.

Erlernte Hilflosigkeit

Die Ursa­che für das blö­de Gefühl, dem Schick­sal, der Regie­rung, bös­wil­li­gen Mit­men­schen oder rück­sichts­lo­sen BMW-Fah­rern schutz- und hilf­los aus­ge­lie­fert zu sein, ist eine Kon­di­tio­nie­rung, die Fach­leu­te als erlern­te Hilf­lo­sig­keit bezeichnen.

Wie wir die­se (gefühl­te) Hilf­lo­sig­keit ler­nen und was sie aus­löst, hat der Psy­cho­lo­ge und spä­te­re “Vater” der Posi­ti­ven Psy­cho­lo­gie, Mar­tin Selig­man, in den 1960er Jah­ren in einem ein­drucks­vol­len Expe­ri­ment mit Labor­hun­den gezeigt:

Mar­tin Selig­man, 2009 
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Erlernte Hilflosigkeit

Für die­ses Expe­ri­ment setz­te Selig­man sei­ne Hun­de in Käfi­ge, auf deren Boden Dräh­te harm­lo­se, aber unan­ge­neh­me Strom­schlä­ge abga­ben.
Es gab zwei Grup­pen: Die Tie­re der ers­ten Grup­pe konn­ten die elek­tri­schen Schlä­ge abschal­ten, indem sie mit dem Kopf gegen einen Schal­ter drück­ten.
Für die Hun­de der zwei­ten Grup­pe gab es die­sen Schal­ter nicht. Sie hat­ten kei­nen Ein­fluss und waren damit den Strom­stö­ßen hilf­los aus­ge­setzt.

Nach einer Wei­le brach­te Selig­man sei­ne Hun­de in neu­en Käfi­gen unter; die­ses Mal ohne Schal­ter, aber alle konn­ten sich durch einen Sprung über ein nied­ri­ges Mäu­er­chen den Strom­schlä­gen ent­zie­hen.

Die Tie­re der ers­ten Grup­pe, die gelernt hat­ten, dass sie gegen die Strom­stö­ße etwas tun konn­ten,
ent­deck­ten den Flucht­weg schnell und ent­zo­gen sich der unan­ge­neh­men Situa­ti­on, indem sie über das Mäu­er­chen aus dem Käfig spran­gen.

Die Hun­de der hilf­lo­sen zwei­ten Grup­pe blie­ben dort — und resi­gnier­ten. Sie hat­ten im ers­ten Käfig gelernt, dass sie dem Schick­sal der Strom­schlä­ge schutz­los aus­ge­lie­fert waren, und über­tru­gen die­se Erfah­rung auf die neu­en Käfi­ge, obwohl es hier einen Aus­weg gege­ben hät­te, und zeig­ten alle Anzei­chen einer Depres­si­on, wie man sie auch bei Men­schen kennt: Appe­tit- und Lust­lo­sig­keit, Träg­heit und kei­ne Freu­de am Spiel.

Die Welt ist schlecht, weil wir mies drauf sind

Die glei­chen Sym­pto­me wie Selig­mans Hun­de haben auch wir, wenn wir uns hilf­los füh­len und resignieren. 

Wenn wir glau­ben, dass wir sowie­so nichts ändern kön­nen, emp­fin­den wir unser Leben als span­nungs­lo­se und lang­wei­li­ge Anein­an­der­rei­hung unan­ge­neh­mer Auf­ga­ben und Verpflichtungen.

Wenn man Menschen Angst und Stress ersparen würde heißt das noch nicht dass sie dann glücklich wären

Wir erwar­ten vom Leben und unse­ren Mit­men­schen nichts Posi­ti­ves, also wider­fährt uns auch nichts Positives.

Das sind trü­be Aus­sich­ten, die, wenn wir ehr­lich sind, der Rea­li­tät nicht gerecht werden.

Denn meis­tens ist die Waag­scha­le zwi­schen freu­di­gen und ärger­li­chen Erfah­run­gen und Ereig­nis­sen bei jedem von uns ganz gut austariert.

Die Welt, die voll von Men­schen ist, die uns Böses wol­len, bloß­stel­len, zurück­wei­sen oder mit büro­kra­ti­schem Irr­sinn quä­len, begeg­net uns immer dann, wenn wir sowie­so schon sau­er sind.

Dann ist näm­lich mit u n s nicht gut Kir­schen essen. 

Unse­re Mit­men­schen wol­len uns in der Regel kei­nen Scha­den zufü­gen, denn dazu sind die meis­ten viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt.

… „Men­schen und Din­ge regen uns nicht auf.
Wir ver­ur­sa­chen unse­re Auf­re­gung selbst, weil wir glau­ben, sie könn­ten uns aufregen.“

Albert Ellis zitiert aus: Das Psy­cho­lo­gie-Buch. Wich­ti­ge Theo­rien ein­fach erklärt*

Immer mit dem Schlimmsten rechnen?

Nein, schön ist die Nach­richt nicht, dass wir nicht nur mies drauf sind, son­dern oft auch noch selbst “schuld” an der schlech­ten Stim­mung sein sollen.

Schön ist es nicht, aber hilfreich.

Zurück­zu­füh­ren ist das auf den ame­ri­ka­ni­schen Psy­cho­lo­gen Albert Ellis, der in den 1950er Jah­ren bei vie­len sei­ner Pati­en­ten die Beob­ach­tung gemacht hat, dass sie trotz The­ra­pie beim gerings­ten Anlass immer wie­der in ihren per­sön­li­chen Kata­stro­phen­mo­dus zurückfielen:

Die Par­ty­be­kannt­schaft, die sich nach dem ers­ten Date nicht mehr mel­de­te, deu­te­ten sie als siche­res Zei­chen, dass sie prin­zi­pi­ell unat­trak­tiv wären und sich nie jemand in sie ver­lie­ben würde.

Das ver­mas­sel­te Bewer­bungs­ge­spräch bestä­tig­te ihre Befürch­tung, beruf­lich nie etwas auf die Bei­ne zu bekommen.

… Wenn ein Mensch, der zu irra­tio­na­len Den­ken neigt, sei­ne Arbeit ver­liert, ist das für ihn nicht nur miss­lich, son­dern eine Kata­stro­phe. Er hält sich für wert­los und ist über­zeugt, nie wie­der eine ande­re Arbeit zu finden.“

Aus: Das Psy­cho­lo­gie-Buch. Wich­ti­ge Theo­rien ein­fach erklärt*

Objek­tiv war abso­lut nichts darn an dem, was sich sei­ne Pati­en­ten in tief­schwar­zen Far­ben an die Wand mal­ten, und es sprach nichts dage­gen, dass sie sich glück­lich ver­lie­ben oder im Berufs­le­ben erfolg­reich sein könnten.

Des­we­gen bezeich­ne­te Ellis ihre düs­te­ren Ver­mu­tun­gen und Annah­men als irra­tio­nal.

Sein gro­ßer Ver­dienst war die Erkennt­nis, dass es nicht aus­reicht, Pati­en­ten in Freud’scher Manier auf die Couch zu legen und Ursa­chen für ihren Pes­si­mis­mus zu analysieren.

Ech­te The­ra­pie­er­fol­ge stell­ten sich erst ein, wenn man den Betrof­fe­nen durch ein ent­spre­chen­des Trai­ning hilft, alte und krank­ma­chen­de Denk- und Ver­hal­tens­mus­ter zu hin­ter­fra­gen und durch neue, bes­se­re zu ersetzen.

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Raus aus dem Katastrophenmodus:
Mit rationaler Therapie gegen irrationale Gefühle 

Auf der Basis sei­ner Beob­ach­tun­gen ent­wi­ckel­te Ellis ein neu­es The­ra­pie­ver­fah­ren, das er Ratio­na­le (emo­ti­ve) Ver­hal­tens­the­ra­pie nannte. 

Für Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten war die­se neue The­ra­pie­form ein gewal­ti­ger Fort­schritt, aber auch alle ande­ren, die nur gele­gent­lich in den tie­fen Topf schlech­ter Gefüh­le bli­cken, pro­fi­tie­ren von Ellis’ Erkenntnissen.

Wer zum Bei­spiel ver­las­sen wur­de oder unglück­lich ver­liebt ist, tut gut dar­an, das minu­tiö­se und schmerz­haf­te Sezie­ren der geschei­ter­ten Bezie­hung nicht aus­ufern zu las­sen (was man in sol­chen Situa­tio­nen ger­ne mal tut …).

Statt­des­sen soll­te man sich bewusst die schö­nen Momen­te, die man im Lauf sei­nes Lebens in Lie­bes­din­gen erlebt hat, vor Augen füh­ren: Kom­pli­men­te und Cand­le­light-Din­ner, roman­ti­sche Aus­flü­ge, tie­fe Bli­cke und Flirts, an die man schon lan­ge nicht mehr gedacht hat — und am bes­ten aufschreiben.

Der Sinn dahin­ter ist, einer­seits den Schmerz übers Ver­las­sen­wer­den und Allein­sein als nor­ma­len Teil des Lebens zu akzep­tie­ren, und gleich­zei­tig zu ler­nen, dass sich nichts schick­sal­haft wie­der­holt und nie­mand auf Ewig zur Ein­sie­de­lei ver­dammt ist, auch, wenn es sich im Moment viel­leicht so anfühlt. Denn ratio­nal betrach­tet, ist es das nicht.

In Albert Ellis‘ ratio­na­ler The­ra­pie geht es n i c h t dar­um, nega­ti­ve Gefüh­le zu unter­drü­cken oder sie zwang­haft ins Posi­ti­ve zu drehen.

Ärger, Angst, Frust, Wut, Ent­täu­schung oder Resi­gna­ti­on: Auch unse­re „schlech­ten“ Gefüh­le gehö­ren zu uns, sind legi­tim und sol­len weder unter­drückt noch durch ganz viel „posi­ti­ves“ Den­ken um 180 Grad in Wohl­fühl­mo­men­te umge­deu­tet werden.

Aber wir soll­ten auch nicht dar­in ver­sin­ken, son­dern uns klar­ma­chen, dass das Leben eben nicht nur Schwarz und Weiß bereit­hält und dass wir — wie Selig­mans Hun­de — oft die Wahl haben, über unse­re inne­ren und äuße­ren Mäu­er­chen zu springen.

Irra­tio­na­les Den­ken kennt nur Schwarz und Weiß.
Es hin­dert Men­schen dar­an, Erfah­run­gen in ihrer gan­zen Band­brei­te zu erfas­sen. Wenn wir jede Situa­ti­on nega­tiv inter­pre­tie­ren, kön­nen wir kei­ne posi­ti­ven Erfah­run­gen machen.“

Aus: Das Psy­cho­lo­gie-Buch. Wich­ti­ge Theo­rien ein­fach erklärt*

Unsere blauen und blinden Flecken

Glück­li­cher­wei­se sind die Mie­se Zei­ten für die meis­ten von uns nur eine kur­ze Epi­so­de, in der wir uns gestresst, erschöpft und hilf­los fühlen. 

Irgend­wann ver­schwin­det unse­re nega­ti­ve Grund­hal­tung von selbst und mit ihr die Resi­gna­ti­on und die Wut auf andere.

Aber wir alle reagie­ren auf bestimm­te Trig­ger wie der Paw­low­sche Hund aufs Glöck­chen: Wenn unser Kind weint, bekom­men wir ein schlech­tes Gewis­sen, die gerun­zel­te Stirn eines Kun­den berei­tet uns Sor­gen und wer an Flug­angst lei­det, gerät oft schon beim Anblick eines Flug­zeugs ins Schwitzen. 

Wir alle besit­zen einen gro­ßen Vor­rat an blau­en und blin­den Fle­cken, auf denen man nur ein biss­chen her­um­drü­cken muss, um uns immer wie­der zu den glei­chen Gedan­ken- und Ver­hal­tens­mus­tern zu bringen.

Wenn wir alles Nega­ti­ve, das wir wahr­neh­men, immer auf uns bezie­hen oder sogar ein „Ich kann ein­fach nie … dar­aus machen, soll­ten wir uns bewusst sein, dass wir uns gera­de selbst Fake Facts erzäh­len, die uns runterziehen.

Bes­ser ist es, sei­ne schlech­ten Erfah­run­gen und Stim­mun­gen auf einen ratio­na­len Prüf­stein zu stel­len und zu über­le­gen, ob die­se Medail­le bei ande­rer Betrach­tung viel­leicht eine weni­ger schwar­ze Kehr­sei­te haben könnte:

  • Die Sor­gen­fal­ten des beküm­mert drein­bli­cken­den Kun­de haben ver­mut­lich über­haupt nichts mit uns zu tun, son­dern mit sei­nen Zahn­schmer­zen oder dem Krach, den er mit sei­ner Frau beim Früh­stück hatte.
  • Unser Kind weint nicht, weil es sich ver­nach­läs­sigt fühlt, son­dern weil es hin­ge­fal­len ist und sich weh­ge­tan hat. 

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Resi­li­enz kann man üben:
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Isa­bel­le Fil­lio­z­at, Das klei­ne Übungs­heft: Stark durch Resi­li­enz*, Tri­ni­ty Ver­lag, 2016

Erste Hilfe für Miesen Zeiten

Albert Ellis hat gezeigt, dass vie­les, was uns ärgert, quält oder Sor­gen berei­tet, nur dadurch ent­steht, weil wir Mit­men­schen und Umstän­de mit unse­ren eige­nen nega­ti­ven Maß­stä­ben bewer­ten und inter­pre­tie­ren (… beson­ders oft dann, wenn wir mies gelaunt sind). 

Mit sei­ner Ratio­na­len emo­ti­ven Ver­hal­tens­the­ra­pie hat er außer­dem mit dem Mythos auf­ge­räumt, dass wir unse­ren Stim­mun­gen und Emo­tio­nen hilf­los aus­ge­lie­fert wären und nicht in der Lage sein sol­len, sie bis zu einem bestimm­ten Grad zu regu­lie­ren und zu kontrollieren. 

Tat­sa­che ist, dass wir uns selbst sehr gut beru­hi­gen und posi­tiv beein­flus­sen können.

Wenn wir bereit sind, unser Leben in die Hand zu neh­men, und wie Selig­mans glück­li­che Hun­de gele­gent­lich über Mäu­er­chen sprin­gen, gibt uns das Leben — ratio­nal gese­hen — kei­nen Grund zur Resignation.

Wer sich selbst als stän­di­ger Pech­vo­gel und hilf­lo­ses Dau­er-Opfer fühlt, hat ein Pro­blem.
In der Regel keins mit dem Schick­sal, das gna­den­los zuschlägt, son­dern mit der Wahr­neh­mung und Beur­tei­lung von Lebenssituationen.

1) Negative Gefühle nicht unterdrücken oder Schönreden

Einem Betrof­fe­nen (oder sich selbst) ein “Wird schon wie­der”, „Stell‘ dich nicht so an“ oder “Ist doch alles halb so schlimm” an den Kopf zu wer­fen, hilft nicht wei­ter.
Die nega­ti­ven Gefüh­le sind da und sie sind erlaubt.

Gefüh­le zu unter­drü­cken ist unge­fähr so sinn­voll wie einen auf­ge­pump­ten Ball unter Was­ser hal­ten zu wol­len. Das mag eine Zeit­lang funk­tio­nie­ren, ist aber anstren­gend und kei­ne Dauerlösung. 

Men­schen, die ihre Gefüh­le unter­drü­cken, las­sen sich schnel­ler auf die Pal­me brin­gen, haben weni­ger Selbst­ver­trau­en als ande­re und reagie­ren auf neue und unbe­kann­te Situa­tio­nen ängstlicher.

2) Rationalisieren

Die nega­ti­ven Gefüh­le wahr­neh­men, aber auch einen Schritt zurück­tre­ten, damit man sie auf einer ratio­na­le­ren Ebe­ne betrach­ten kann. 

War­um bezie­he ich jede schlech­te Lau­ne mei­nes Vorgesetzten/meiner Kollegen/meines Part­ners auf mich? War­um macht mir das Angst? Gibt es einen Grund, um sich über mich zu ärgern?

Das, was uns bedrückt oder Angst macht, aus einer ande­ren Per­spek­ti­ve und im grö­ße­ren Zusam­men­hang zu betrach­ten, ändert oft schon viel!

3) Körpersprache

Unse­re Emo­tio­nen und unser Ver­hal­ten beein­flus­sen sich gegen­sei­tig: Ver­hal­tens­än­de­run­gen kön­nen ein Umden­ken her­bei­füh­ren – und umgekehrt.

Wenn wir lächeln, obwohl wir nie­der­ge­schla­gen sind, kön­nen wir uns tat­säch­lich selbst auf­mun­tern, und wer sich müde und erschöpft fühlt, kann sich selbst akti­vie­ren, indem er mit hoch erho­be­nem Kopf und bewusst ener­gie­ge­la­den durchs Büro marschiert.

Wis­sen­schaft­lich genau unter­sucht ist bei­spiels­wei­se die Bedeu­tung der Kör­per­spra­che in Situa­tio­nen, die uns unan­ge­nehm sind. Wer zum Bei­spiel vor einem Bewer­bungs­ge­spräch für zwei MInu­ten die ‘Macher­po­se’ ein­nimmt (Füße fest auf den Boden, Kopf nach oben und Hän­de in die Hüf­ten stem­men), bekommt den Job signi­fi­kant häu­fi­ger als alle anderen.

4) Das Tal der Tränen durchschreiten

Es ist nicht die eine gro­ße Ver­än­de­rung, die alles zum Bes­se­ren wen­den wird.

Wirk­li­che Ver­än­de­run­gen sind die, die uns in vie­len klei­nen Schrit­ten aus unse­rem “Tal der Trä­nen” herausführen.

Dazu gehö­ren: In Bewe­gung kom­men (durch­aus wört­lich gemeint) und klei­ne Erfolgs­er­leb­nis­se außer­halb unse­rer schein­bar siche­ren Kom­fort­zo­ne. Das sind ers­te vor­sich­ti­ge Übun­gen, mit denen wir Nie­der­ge­schla­gen­heit, Hilf­lo­sig­keit und gefühl­te “Ohn-Macht” ver­las­sen und neu­es Ver­trau­en in unse­re eige­ne Kraft gewin­nen können.

Copy­right: Agen­tur für Bild­bio­gra­phien, www​.bild​bio​gra​phien​.de, 2020 (über­ar­bei­tet 2022)

Lesen Sie im nächs­ten Bei­trag: Wir brau­chen Stress, denn er bewahrt uns vor Schlim­me­ren. Vor Säbel­zahn­ti­gern, bei­spiels­wei­se, oder wild­ge­wor­de­nen Art­ge­nos­sen, die uns ans Leder wol­len. Aller­dings ist unser Stress­sys­tem nicht für den durch­schnitt­li­chen Haus­ge­brauch im Büro oder Home­of­fice aus­ge­stat­tet, was uns lei­der ziem­lich oft Ärger, schlaf­lo­se Näch­te – und Stress – ein­bringt.
Stress­be­wäl­ti­gung: War­um wir oft so gestresst sind — und was man dage­gen tun kann

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Freund­schaft schlie­ßen mit unse­rem „inne­ren Schat­ten­kind“ ‚
Die Psy­cho­lo­gin Ste­fa­nie Stahl über Glau­bens­sät­ze und Kind­heits­mus­ter, die uns oft noch als Erwach­se­ne belas­ten — und Schatz­stra­te­gien, um die­se Mus­ter zu erken­nen und auf­zu­lö­sen. Ein sehr hilf­rei­ches Buch und gut und geschrie­be­nes Buch, das mit vie­len Bei­spie­len und Übun­gen hilft, inne­re Sack­gas­sen zu ver­las­sen.

Ste­fa­nie Stahl, Das Kind in dir muss Hei­mat fin­den*, Kailash Ver­lag, 2015

Ein groß­ar­ti­ges Über­sichts­buch
über alle psy­cho­lo­gi­schen Dis­zi­pli­nen, alle wich­ti­gen Theo­rien gut ver­ständ­lich im Über­blick, dazu sehr lesens­wer­te Kurz­bio­gra­fien maß­geb­li­cher Psy­cho­lo­gen und Psy­cho­ana­ly­ti­ker.

Das Psy­cho­lo­gie-Buch. Wich­ti­ge Theo­rien ein­fach erklärt*, Dor­ling Kin­ders­ley Ver­lag GmbH, Mün­chen, 2012

Kein Lob anneh­men kön­nen, sich immer für alles “schul­dig” füh­len, nicht zur Ruhe kom­men und in der Lie­be unglück­lich sein — vie­les, was uns in schlech­ten Pha­sen zu schaf­fen macht, hat sei­ne Wur­zeln in längst ver­ges­se­nen Kind­heits­er­leb­nis­sen.
Die Trau­ma-The­ra­peu­tin Dami Charf beschreibt in ihrem Buch, wel­che Mecha­nis­men uns immer wie­der in alte Mus­ter zurück­fal­len las­sen. Und wie man dar­aus wie­der her­aus­kommt. Lesens­wert!
Dami Charf, Auch alte Wun­den kön­nen hei­len: Wie Ver­let­zun­gen aus der Kind­heit unser Leben bestim­men und wie wir uns davon lösen kön­nen*. Kösel-Ver­lag, 2018

Paul Watz­la­wicks Klas­si­ker für’s Glück­lich­sein.
Ein wun­der­ba­res Buch, in dem man sich (lei­der) sehr oft wie­der­erken­nen kann.
Garan­tiert vie­le “Aha”-Erlebnisse, aber auch ein ech­tes Lese­ver­gnü­gen.

Paul Watz­la­wick: Anlei­tung zum Unglück­lich­sein*, Piper Ver­lag GmbH, Mün­chen, 2009

Vom Ver­stand her wis­sen wir meis­tens ziem­lich genau, wes­halb wir uns man­che “Din­ge”, Men­schen, Anfor­de­run­gen und die Wün­sche ande­rer nicht so zu Her­zen neh­men soll­ten — und tun es dann doch.
Die­ses Buch kommt locker daher und eig­net sich wun­der­bar als Bett- oder Strand­lek­tü­re, legt aber auch sehr klug und char­mant den Fin­ger in offe­ne Wun­den. um end­lich das eine oder ande­re see­len­ru­hig am A … vor­bei­zie­hen las­sen zu kön­nen. Lesens­wert!
Alex­an­dra Rein­warth: Am Arsch vor­bei geht auch ein Weg: Wie sich dein Leben ver­bes­sert, wenn du dich end­lich locker machst*, mvg Ver­lag, 2016

Die Kunst des “Nein-Sagens”:
Ein lie­be­voll gestal­te­tes Heft aus der Rei­he “Biblio­thek der guten Gefüh­le”, mit kur­zen prä­gnan­ten Tex­ten über’s Nein­sa­gen und vie­len ein­fach zu befol­gen­den Übun­gen.
Für alle, die gera­de mit dem The­ma beschäf­tigt sind, oder zum Ver­schen­ken.

Anne van Stap­pen, Das klei­ne Übungs­heft: Gren­zen set­zen, nein sagen*
Tri­ni­ty Ver­lag, 2012

Wenn uns etwas glück­lich macht, dann bin­det gera­de mit ziem­li­cher Sicher­heit irgend­wo ein Endor­phin an einen Opio­id-Rezep­tor …“
Die Best­sel­ler-Autorin und Sci­ence-Slam­me­rin Fran­ca Paria­nen beschreibt in ihrem zwei­ten Buch die kom­ple­xe Welt unse­rer Hor­mo­ne und ihrer Wir­kung — und zwar so, dass man’s ers­tens ver­steht und zwei­tens gele­gent­lich sogar schmun­zeln muss.
Ein sehr emp­feh­lens­wer­tes Buch für alle, die’s genau wis­sen und dabei gut unter­hal­ten wer­den wol­len!
Fran­ca Paria­nen: Hor­mon­ge­steu­ert ist immer­hin selbst­be­stimmt. Wie Tes­to­ste­ron, Endor­phi­ne und Co. unser Leben beein­flus­sen*
Rowohlt, Ham­burg 2020

Wie wir uns selbst gele­gent­lich in unbe­frie­di­gen­de Lebens­si­tua­tio­nen manö­vrie­ren
- und wie­der aus ihnen her­aus­kom­men. Infor­ma­tiv, sehr gut ver­ständ­lich und anhand vie­ler Bei­spie­le super erklärt. Emp­feh­lens­wert!

Rein­hard K. Spren­ger: Die Ent­schei­dung liegt bei dir! Wege aus der all­täg­li­chen Unzu­frie­den­heit*
Cam­pus Ver­lag GmbH, Frankfurt/Main, 2015

Wei­ter­füh­ren­de Beiträge:

Resi­li­enz: Sich sei­ner Stär­ken bewusst sein, sei­ne Glücks­quel­len fin­den, gute Bezie­hun­gen zu ande­ren haben, eige­ne Wer­te defi­nie­ren und Akzep­tanz: Das sind die 7 “DOs” der Resi­li­enz, die wir brau­chen, um unser Leben posi­tiv gestal­ten zu kön­nen.
Die Ener­gie folgt der Aufmerksamkeit

Bauch­ge­fühl: Gefüh­le sind kei­ne Denk­feh­ler:
Für klu­ge Ent­schei­dun­gen ohne spä­te Reue, kla­re Prio­ri­tä­ten und unse­re Fähig­keit, Wich­ti­ges von Unwich­ti­gem zu unter­schei­den, brau­chen wir nicht nur unse­ren Ver­stand, son­dern auch unser (Bauch-)Gefühl.
Das gro­ße Zögern: War­um unser Bauch­ge­fühl für unse­re Ent­schei­dun­gen so wich­tig ist

Immer mit dem Schlimms­ten rech­nen? Meis­tens sind es nicht die gro­ßen „kal­ten Duschen des Schick­sals”, son­dern die klei­nen Quä­le­rei­en des All­tags, die uns unglück­lich machen. Kön­nen uns unse­re Erin­ne­run­gen beim Vor­wärts­kom­men und Glück­lich­sein hel­fen oder sind sie nur Brems­klöt­ze?
Das Spiel mit der Ver­gan­gen­heit. Erin­nern wir uns! Oder doch lie­ber nicht?

Die Geschich­te vom ver­lo­re­nen Schlüs­sel — Unter­ti­tel: ‘Mehr des­sel­ben’ — ist laut Paul Watz­la­wick eines der erfolg­reichs­ten und wir­kungs­volls­ten Kata­stro­phen­re­zep­te, das sich über Jahr­mil­lio­nen her­aus­ge­bil­det und zum Aus­ster­ben gan­zer Gat­tun­gen geführt hat.
Die Geschich­te vom ver­lo­re­nen Schlüssel

Bin­dungs­mus­ter: Eifer­sucht, Ver­lust­ängs­te, schein­ba­re Gleich­gül­tig­keit und emo­tio­na­le Distanz — oder die lie­be­vol­le Balan­ce zwi­schen Nähe und Unab­hän­gig­keit?
Die Art, wie wir als Erwach­se­ne lie­ben, hat viel mit Bin­dungs­mus­tern zu tun, die wir in unse­rer Kind­heit gelernt haben.
Bin­dungs­mus­ter: Nicht mit dir und nicht ohne dich

Nar­ziss­mus: “Dou­ble Bind” — egal was du tust, es wird das Fal­sche sein — ist die Masche, mit der Nar­ziss­ten ihre Mit­men­schen mani­pu­lie­ren. Aber was ist Nar­ziss­mus  — und kann man Nar­ziss­ten hei­len, ret­ten oder ändern?
Das Zeit­al­ter der Narzissten

Bild­nach­wei­se:

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Mar­tin Selig­man, 2009, Quel­le: Flickr, The_U.S._Army

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