Epigenetik und Mutterliebe: Wie Trauma Generationen prägt

Kind­heit & Erziehung

Epigenetik und transgenerationale Vererbung: Wenn Mütter nicht lieben


Ist es ein Natur­ge­setz, dass schlech­te Müt­ter oft Töch­ter groß­zie­hen, die selbst kei­ne glück­li­che Hand bei ihren Kin­dern haben?

Epi­ge­ne­tik und Mut­ter­lie­be: Wenn Müt­ter nicht lie­ben, haben wir trotz­dem eine Wahl. Es ist nie zu spät für eine glück­li­che Kindheit!

Epigenetik und Mutterliebe wie Trauma über Generationen weitergegeben wird

Epigenetik und transgenerationale Vererbung

War­um wie­der­ho­len wir als Erwach­se­ne Ver­hal­tens­mus­ter, die uns selbst gescha­det haben? Und war­um fällt es man­chen Müt­tern schwer, ihre Kin­der lie­be­voll zu beglei­ten?

Die Ant­wort liegt oft tie­fer, als wir glau­ben: in der Epi­ge­ne­tik und in der trans­ge­ne­ra­tio­na­len Ver­er­bung, also in jenen unbe­wuss­ten Mecha­nis­men, mit denen Fami­li­en ihre Erfah­run­gen, Trau­ma­ta und Über­zeu­gun­gen wei­ter­ge­ben.

Doch so belas­tend die­ses Erbe manch­mal ist – es ist ver­än­der­bar.
Wer ver­steht, wie Bin­dungs­mus­ter ent­ste­hen und wie Emo­tio­nen über Gene­ra­tio­nen wei­ter­ge­ge­ben wer­den, kann alte Mus­ter durch­bre­chen. Und ja: Es ist nie zu spät für eine glück­li­che Kindheit.

Transgenerationale Vererbung: Das unsichtbare Erbe unserer Kindheit

Unser Platz in der Welt, unser Selbst­wert­ge­fühl und alles, was uns wich­tig ist, hat sehr viel mit dem zu tun, was wir als Kind in unse­rer Her­kunfts­fa­mi­lie erlebt haben.

Wir neh­men die Sprü­che und Ver­hal­tens­mus­ter mit, die wir in unse­rer Kind­heit gelernt haben, und wie­der­ho­len sie als Erwach­se­ne bei jeder Gele­gen­heit, die uns pas­send erscheint. Meis­tens ohne es über­haupt zu bemer­ken.

Trans­ge­ne­ra­tio­na­le Ver­er­bung, also das — oft unbe­wuss­te — Wei­ter­ge­ben von Ver­hal­tens­wei­sen, kommt nicht mit Pau­ken und Trom­pe­ten, son­dern lei­se und sub­til.

Zum Bei­spiel mit einem harm­lo­sen Satz, der von Gene­ra­ti­on zu Gene­ra­ti­on wei­ter­ge­ge­ben wird — und unbe­wusst Wer­te, Erwar­tun­gen und emo­tio­na­le Erpres­sung transportiert:

Transgenerationale Vererbung Zitat Wenn du deine Schuhe nicht putzt kommt der Weihnachtsmann nicht emotionale Erpressung

Wenn du dei­ne Schu­he nicht putzt, kommt der Niko­laus nicht!”
„Wenn du dein Zim­mer nicht auf­räumst, darfst du nach­her nicht an den Com­pu­ter!”
… „Wenn du mich ver­lässt, tue ich mir etwas an!“

Es ist der Weg, wie Erwar­tun­gen, Wer­te­vor­stel­lun­gen, Tra­di­tio­nen und Ver­hal­tens­wei­sen von einer Gene­ra­ti­on an die nächs­te wei­ter­ge­ge­ben wer­den. Auch an unse­re eige­nen Kin­dern.

Das kann uns beflü­geln.
Oder ein Päck­chen sein, an dem man als Toch­ter oder Sohn ein Leben lang schwer zu tra­gen hat.

Es sei denn, es gelingt uns, frag­wür­di­ges Ver­hal­ten wie zum Bei­spiel sub­ti­le emo­tio­na­le Erpres­sung zu erken­nen und aktiv aus dem eige­nen Ver­hal­tens­re­per­toire zu entfernen.


Familiäre Lasten

… Oft wird die­se fami­liä­re Last erst deut­lich, wenn wir dro­hen, unter deren Gewicht zusam­men­zu­bre­chen. Wenn schmerz­li­che und unge­lös­te Lebens­the­men der Ahnen mas­siv im eige­nen Leben auf­tau­chen und uns belas­ten: Opas Exis­tenz­ängs­te, Omas Ver­lus­te, und Papas Ver­sa­gens­ängs­te wer­den genau­so trans­por­tiert wie Mamas tie­fe Selbst­zwei­fel oder ihr Hang zur Melan­cho­lie. …
Egal, wie gra­vie­rend die unver­ar­bei­te­ten The­men sind, jede Fami­lie gibt ein indi­vi­du­el­les Päck­chen wei­ter, unter des­sen Last die Nach­kom­men unter­schied­lich stark lei­den.“


AUS: San­dra Kon­rad, Das bleibt in der Fami­lie: Von Lie­be, Loya­li­tät und uralten Las­ten*


Wie die Erfahrungen unserer Vorfahren in uns weiterleben

Es sind aber nicht nur die Ver­hal­tens­mus­ter unse­rer Eltern, die wir als Erwach­se­ne oft ein Leben lang unbe­wusst wie­der­ho­len, son­dern auch epi­ge­ne­ti­sche Ver­än­de­run­gen auf der DNA, die Stress und Trau­ma von einer Gene­ra­ti­on auf die nächs­te wei­ter­ge­ben kön­nen.

Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­ler haben an vie­len Bei­spie­len erforscht, wie sich Mut­ter­lie­be ver­erbt: Die Töch­ter schlech­ter, das heißt nach­läs­si­ger Müt­ter, gehen mit ihren eige­nen Kin­dern selbst oft nach­läs­sig um.

Zum Leid­we­sen der Kin­der, denn wer ohne oder mit zu wenig Mut­ter­lie­be auf­wach­sen muss, zahlt dafür als Erwach­se­ner oft ein Leben lang einen hohen Preis.

Aber war­um tut Mut­ter der Natur das, die ja bekannt­lich kei­ne Ver­schwen­de­rin ist?
Wel­chen Sinn hat es, wenn Müt­ter nicht lieben?

Bindungsmuster: Wie Mutterliebe entsteht – oder fehlt

Mamas Hand (oder die der wich­tigs­ten Bezugs­per­son in den ers­ten Mona­ten nach der Geburt) ent­schei­det schon im ers­ten Baby­jahr mit dar­über, ob wir uns in unse­rem spä­te­ren Leben ange­nom­men und sicher füh­len und wel­che Bezie­hun­gen wir füh­ren.

Denn Babys kom­men mit einem ange­bo­re­nen ‚Bin­dungs­re­flex‘ zur Welt.

Die Bin­dung an ihre Mama (oder an eine ande­re Bezugs­per­son) ist für sie über­le­bens­wich­tig, wes­halb sie instink­tiv alles tun, um eine Bin­dung ein­zu­ge­hen und auf­recht zu erhal­ten.

Vor allem die ers­ten sechs Mona­te ihres jun­gen Lebens sind dabei entscheidend.

Hat die frisch­ge­ba­cke­ne Mut­ter selbst posi­ti­ve – siche­re – Bin­dungs­er­fah­run­gen, ist die Wahr­schein­lich­keit sehr hoch, dass sie schnell ein fei­nes Gespür für ihr Baby ent­wi­ckelt und adäquat auf sei­ne Bedürf­nis­se ein­ge­hen kann.

Ist die Mut­ter in ihrem Bin­dungs­ver­hal­ten dage­gen selbst unsi­cher, kann es sein, dass sie die Signa­le ihres Kin­des nicht rich­tig inter­pre­tiert, weil sie sie durch eige­ne Wün­sche und Bedürf­nis­se nur ver­zerrt wahrnimmt. 

Es kann dann bei­spiels­wei­se sein, dass sie ihr wei­nen­des Baby nicht trös­tet, son­dern mit der Begrün­dung schrei­en lässt, dass es „nur“ trot­zig wäre oder sie ärgern wol­le.

Babys sind klei­ne Über­le­bens­künst­ler mit enor­mer Anpas­sungs­fä­hig­keit.
Sie brau­chen die Bin­dung zu ihrer wich­tigs­ten Bezugs­per­son, um über­le­ben zu kön­nen, und pas­sen sich des­halb dem Bin­dungs­ver­hal­ten ihrer Mut­ter an.

Schon bei Ein­jäh­ri­gen las­sen sich des­halb unter­schied­li­che Bin­dungs­mus­ter — sicher, unsi­cher oder sogar des­or­ga­ni­siert — beobachten.

Epigenetik: Wie Trauma im Erbgut gespeichert wird

Zu wenig oder feh­len­de Mut­ter­lie­be liegt aber nicht nur an dem, was wir als Kin­der gelernt haben, son­dern auch in unse­ren Genen. Denn auch win­zi­ge Ver­än­de­run­gen in unse­rem Erb­gut ent­schei­den mit dar­über, ob wir als Müt­ter für­sorg­lich sein kön­nen.

Vor allem trau­ma­ti­sche Erleb­nis­se und Stress kön­nen sich in unse­rer DNA ein­bren­nen wie hei­ßes Plas­tik in die Haut und dadurch an die Nach­kom­men wei­ter­ge­ge­ben wer­den. Die — noch jun­ge — Wis­sen­schaft, die das unter­sucht, ist die Epi­ge­ne­tik.

Stresst man bei­spiels­wei­se wer­den­de Mäu­se­müt­ter in der Schwan­ger­schaft, las­sen sich epi­ge­ne­ti­sche Ver­än­de­run­gen noch in der DNA der Enkel­töch­ter nach­wei­sen.

Wie viel erlern­tes und wie viel ange­bo­re­nes Ver­hal­ten steckt also in Müt­tern, die nicht lie­ben (kön­nen)?

Wie die Ver­er­bung von Mut­ter­lie­be abläuft, wur­de sehr genau bei Rat­ten­weib­chen unter­sucht, die in der Regel sehr für­sorg­li­che Müt­ter sind. Aller­dings gibt es auch bei Rat­ten Müt­ter, denen ihr Nach­wuchs ziem­lich egal ist.

Wie bei Men­schen­kin­dern haben auch ver­nach­läs­sig­te Rat­ten­ba­bys schlech­te­re Start­chan­cen als ihre betüd­del­ten Art­ge­nos­sen und sind als erwach­se­ne Tie­re viel ängst­li­cher und anfäl­li­ger für Stress.

Das hat übri­gens nichts mit der Zeit zu tun, die die Müt­ter mit ihren Jun­gen ver­brin­gen, son­dern mit der Inten­si­tät, mit der Müt­ter sich kümmern:


Mutterliebe: Auf die Intensität kommt es an

… Inter­es­san­ter­wei­se ist das Lecken und die inten­si­ve Fell­pfle­ge durch die Mut­ter nicht mit der zeit­li­chen Dau­er kor­re­liert, die die Weib­chen mit ihren Jun­gen ver­brin­gen.

Es gibt also Rat­ten­müt­ter, die lan­ge bei ihren Babys ver­wei­len, ohne sich um sie zu küm­mern, und ande­re, die viel unter­wegs sind, die rela­tiv kur­ze Zeit im Nest aber dazu ver­wen­den, die Jun­gen aus­gie­big zu lecken und zu put­zen. Und nur dar­auf kommt es an.“


AUS: Bern­hard Kegel, Epi­ge­ne­tik: Wie unse­re Erfah­run­gen ver­erbt wer­den*


Die Vererbung mütterlicher Fürsorge

Ist es ein Natur­ge­setz, dass unglück­li­che, über­for­der­te oder ver­nach­läs­si­gen­de Müt­ter oft Töch­ter groß­zie­hen, die ihrer­seits kei­ne glück­li­che Hand bei ihren Kin­dern haben?

Ende der 1990er Jah­re mach­te sich ein kana­di­sches For­scher­team dar­an, die Ursa­chen für die unter­schied­li­chen Bemut­te­rungs-Stra­te­gien bei Rat­ten und deren Ver­er­bung von einer Gene­ra­ti­on auf die nächs­te zu unter­su­chen.

Um das her­aus­zu­fin­den, nah­men die kana­di­schen For­scher einen Müt­ter-Tausch vor: Die Babys von Rat­ten-Raben­müt­ter wur­den in die Obhut inten­siv pfle­gen­der Rat­ten­müt­ter gege­ben, die Kin­der von für­sorg­li­chen Müt­tern wur­den Rat­ten­weib­chen unter­ge­scho­ben, die mit Nach­wuchs distan­ziert und nach­läs­sig umgin­gen.

Das Ergeb­nis war ver­blüf­fend, denn die ver­tausch­ten Rat­ten­kin­der blie­ben nicht bei ihrem „ange­bo­re­nen“ Ver­hal­ten, son­dern über­nah­men das ihrer Pfle­ge­müt­ter:

- Rat­ten­ba­bys, die das Glück hat­ten, von ihrer distan­zier­ten leib­li­chen Mut­ter zu einer für­sorg­lich pfle­gen­den Adop­tiv­mut­ter getauscht zu wer­den, ent­wi­ckel­ten sich zu muti­gen und resi­li­en­ten Erwach­se­nen, die sich selbst inten­siv um ihren Nach­wuchs küm­mer­ten.

- Ihre unglück­li­chen Art­ge­nos­sen, die umge­kehrt von ihren für­sorg­li­chen leib­li­chen Müt­tern zu nach­läs­si­gen Adop­tiv­müt­tern in Pfle­ge gege­ben wur­den, wuch­sen zu stress­an­fäl­li­gen Erwach­se­nen her­an und zeig­ten als Müt­ter das glei­che distan­zier­te Ver­hal­ten gegen­über ihren Jun­gen wie ihre unfreund­li­chen Pfle­ge­müt­ter.

Feh­len­de müt­ter­li­che Für­sor­ge hat also nicht nur etwas mit schlech­ten Genen und schlech­ten Vor­bil­dern zu tun, son­dern auch mit Ler­nen.

Die gute Nach­richt ist also: Die Fol­gen feh­len­der Mut­ter­lie­be sind umkehr­bar. Es ist nicht zwangs­läu­fig, dass ver­nach­läs­si­gen­de Müt­ter Töch­ter groß­zie­hen, die ihrer­seits ihre Kin­der vernachlässigen.

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Wenn Mütter nicht lieben Buch über Bindungsmuster und die Auswirkungen auf Beziehungen im Erwachsenenalter

Wenn Mutterliebe fehlt 

Die The­ra­peu­tin Sus­an For­ward über Ursa­chen und die fata­len Fol­gen feh­len­der Mut­ter­lie­be — und über die Mög­lich­kei­ten, dem Teu­fels­kreis aus Schuld­zu­wei­sun­gen und schlech­tem Gewis­sen zu ent­kom­men. Sehr lesenswert!

Warum Mütter nicht lieben

Aus der Resi­li­enz­for­schung weiß man, dass man vie­le Trau­ma­ta hei­len oder zumin­dest mil­dern kann.
Nicht nur bei Kin­dern, son­dern auch bei Erwach­se­nen.

Das ist eine gute Nach­richt für alle, die mit feh­len­der Mut­ter­lie­be auf­wach­sen muss­ten — aber es beant­wor­tet nicht die Fra­ge nach dem War­um.

War­um soll­te es für eine Rat­ten­mut­ter sinn­voll sein, ihre Kin­der zu ver­nach­läs­si­gen und so zu stress­an­fäl­li­gen Ner­ven­bün­deln groß­zu­zie­hen und ihre Töch­ter zu lieb­lo­sen Müt­tern?

Aus Sicht der Evo­lu­ti­on kann das durch­aus sinn­voll sein.
Denn Müt­ter müs­sen immer davon aus­ge­hen, dass ihre Kin­der im glei­chen Umfeld leben wer­den wie sie selbst.

Steht die Mut­ter selbst unter Stress, weil die Lebens­um­stän­de schwie­rig sind, es wenig Nah­rung und vie­le Gefah­ren gibt, sind neu­gie­ri­ge, ver­spiel­te und vor Selbst­ver­trau­en strot­zen­de Kin­der fehl am Platz. In einer lebens­feind­li­chen Umge­bung ist es bes­ser, wenn der Nach­wuchs ängst­lich ist und schnell die Flucht ergreift.

Die Vernachlässigung der Kinder ist immer die Folge von Stress bei den Müttern.

Im Tier­reich berei­ten Müt­ter ihre Nach­kom­men immer opti­mal auf das Leben vor, das sie aller Wahr­schein­lich­keit zu erwar­ten haben.

Damit ist müt­ter­li­che Nach­läs­sig­keit ein Anpas­sungs­me­cha­nis­mus an die Lebens­wirk­lich­keit, die sie vor­fin­den. Das ist auch eine Art von müt­ter­li­cher Für­sorg­lich­keit – wenn auch kei­ne, die wir als posi­tiv empfinden.

Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit

Men­schen­ba­bys wer­den in einem sehr unrei­fen Zustand gebo­ren.
Es ist der „Luxus der gro­ßen Gehir­ne“, wie es die ame­ri­ka­ni­sche Anthro­po­lo­gin Sarah Hdry nennt, denn der Kopf von Neu­ge­bo­re­nen ist eigent­lich viel zu groß für ihren rest­li­chen Kör­per.

Bei ihrer Geburt brin­gen Babys dem­entspre­chend zwar viel Hirn, aber nur weni­ge Fähig­kei­ten zum Über­le­ben mit auf die Welt. 

Trotz­dem müs­sen sie in die­sem Sta­di­um den Mut­ter­leib ver­las­sen, andern­falls wür­de ihr gro­ßes Köpf­chen nicht mehr durch den engen Geburts­ka­nal passen.

Umso mehr sind sie auf lie­be­vol­le Für­sor­ge ange­wie­sen. Im Tier­reich gibt es kei­ne ver­gleich­bar lan­ge Kind­heit wie bei Men­schen.

Für eine glück­li­che Kind­heit brau­chen Babys und Kin­der des­halb vor allem eines: Mut­ter­lie­be (oder die bedin­gungs­lo­se ver­gleich­ba­re Lie­be einer ande­ren Bezugs­per­son).

Fehlt sie oder muss ein Kind mit wenig Mut­ter­lie­be aus­kom­men und mut­ter­see­len­al­lein auf­wach­sen, kann das schwer­wie­gen­de Fol­gen für das gan­ze Leben haben.

Aber anders als unse­re Eltern, Groß­el­tern und Urgroß­el­tern, in deren Gene­ra­ti­on Erzie­hung mit har­ter Hand und schwar­ze Päd­ago­gik so ver­brei­tet waren wie Kopf­läu­se und Typhus, ken­nen wir heu­te die Mecha­nis­men und Mus­ter trans­ge­ne­ra­tio­na­ler Ver­er­bung.

Die­ses Wis­sen ist ein gro­ßes Geschenk, denn es gibt uns eine Wahl.

Acht­sam­keit, Für­sor­ge und Selbst­für­sor­ge sind kein lang­wei­li­ger Eso­te­rik-Kram und auch kei­ne lee­ren Wort­hül­sen, son­dern etwas, das wir sehr ernst neh­men soll­ten, wenn wir uns und unse­re Nach­kom­men ernst neh­men.

Wir sind nicht gezwun­gen, die unbe­wuss­ten und unaus­ge­spro­che­nen Erwar­tun­gen und Auf­trä­ge unse­rer Her­kunfts­fa­mi­lie zu erfül­len, die einen gro­ßen Teil unse­res trans­ge­ne­ra­tio­na­len Erbes aus­ma­chen.

Wenn wir wol­len, kön­nen wir ande­re Wege ein­schla­gen, die bes­ser für uns sind.

Es ist nie zu spät für eine glück­li­che Kind­heit.
Das erfor­dert Mut, Ehr­lich­keit, Selbst­re­fle­xi­on, Geduld und einen lan­gen Atem.
Aber es ist möglich.

Mehr lesen:

Kind­heit in den 1950er und 1960er Jah­ren: Die Wirt­schafts­wun­der­jah­re gel­ten bis heu­te als glück­li­che Zeit. Mit Pol­ka-Dots, Pet­ti­coat-Klei­dern, Nie­ren­ti­schen und viel Pas­tell sind sie auch optisch eine Zäsur zu den tris­ten Kriegs­jah­ren. Aber der schö­ne Schein trügt. Für die meis­ten Kin­der, die in den 1950er und 1960er Jah­re auf­wach­sen, ist die­se Zeit alles ande­re als glück­lich.
War­te nur, bis Vati kommt …! Kind­heit in den 1950er und 1960er Jahren

Copy­right: Agen­tur für Bild­bio­gra­phien, www​.bild​bio​gra​phien​.de 2022, über­ar­bei­tet 2026


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Buchcover „Auch alte Wunden können heilen“ von Dami Charf – Heilung von seelischen Verletzungen aus der Kindheit, innere Stabilität und Selbstverständnis

Kein Lob anneh­men kön­nen, sich immer für alles “schul­dig” fühlen,

nicht zur Ruhe kom­men und in der Lie­be unglück­lich sein — vie­les, was uns in schlech­ten Pha­sen zu schaf­fen macht, hat sei­ne Wur­zeln in längst ver­ges­se­nen Kind­heits­er­leb­nis­sen.
Die Trau­ma-The­ra­peu­tin Dami Charf beschreibt in ihrem Buch, wel­che Mecha­nis­men uns immer wie­der in alte Mus­ter zurück­fal­len las­sen. Und wie man dar­aus wie­der her­aus­kommt. Lesenswert!


Nicht ohne meine Eltern von Sandra Konrad – Buch über Ablösung von den Eltern und Prägung durch Erziehung früher

Es ist nie zu spät für eine glück­li­che Kindheit!

War­um füh­len wir uns selbst als Erwach­se­ne manch­mal wie­der wie ein klei­nes Kind, wenn wir mit unse­ren Eltern spre­chen?
Die­ses Buch zeigt, wie tief alte Prä­gun­gen wir­ken – und wie befrei­end es sein kann, sich emo­tio­nal zu lösen, ohne die Ver­bin­dung zu ver­lie­ren.
Ein klu­ger, ehr­li­cher Weg­wei­ser zu mehr Selbst­be­stim­mung und wirk­lich erwach­se­nen Beziehungen.


Epigenetik wie unsere Erfahrungen vererbt werden Buch Bernhard Kegel

Wie Erfah­run­gen, Stress und Trau­ma wei­ter­ge­ge­ben werden

Was, wenn dei­ne Erfah­run­gen nicht nur dich prä­gen – son­dern auch die nächs­te Gene­ra­ti­on?
Die­ses Buch zeigt auf fas­zi­nie­ren­de Wei­se, wie eng Gene und Umwelt wirk­lich mit­ein­an­der ver­wo­ben sind – und war­um wir unse­rem Schick­sal weni­ger aus­ge­lie­fert sind, als wir glau­ben. Sehr infor­ma­tiv für alle, die tie­fer ins The­ma Epi­ge­ne­tik ein­tau­chen wollen.


Buchcover „Wir Kinder der Kriegskinder“ – Psychologie und Familiengeschichte über die Generation der Nachkriegskinder im Schatten des Zweiten Weltkriegs

Kriegs­kin­der und Kriegsenkel

War­um füh­len sich so vie­le Men­schen belas­tet von etwas, das sie nie selbst erlebt haben?
Die­ses Buch zeigt ein­drucks­voll, wie die Trau­ma­ta des Zwei­ten Welt­kriegs bis heu­te nach­wir­ken – und wie sie das Den­ken, Füh­len und Lie­ben gan­zer Gene­ra­tio­nen prä­gen.
Ein auf­rüt­teln­des, klä­ren­des Buch, das Ver­ständ­nis schafft – und damit ech­te Ver­söh­nung mög­lich macht.


So stärken Sie Ihr Selbstwertgefühl Buch von Stefanie Stahl Selbstbewusstsein aufbauen

Wie man (wie­der) mehr Selbst­be­wusst­sein gewin­nen kann

Unser Selbst­wert ent­schei­det dar­über, wie wir lie­ben, füh­len und durchs Leben gehen.
Die­ses Buch zeigt klar und ver­ständ­lich, war­um wir uns oft selbst aus­brem­sen – und wie man Schritt für Schritt zu mehr inne­rer Stär­ke fin­det.
Ein ehr­li­cher, all­tags­taug­li­cher Beglei­ter für alle, die sich selbst nicht län­ger im Weg ste­hen wollen.


Das bleibt in der Familie von Sandra Konrad – wie alte Lasten unserer Familie unser Leben prägen

Alte Mus­ter und fami­liä­re Las­ten erkennen

Was, wenn vie­le dei­ner Gefüh­le gar nicht wirk­lich „dei­ne“ sind?
Die­ses Buch zeigt ein­drucks­voll, wie unsicht­ba­re Fami­li­en­mus­ter unser Leben prä­gen – und wie befrei­end es ist, sie end­lich zu erken­nen und los­zu­las­sen.
Ein berüh­ren­der, leicht ver­ständ­li­cher Ein­stieg in die Fra­ge, was wir trans­ge­ne­ra­tio­nal geerbt haben – und was wir ver­än­dern können.


Weiterführende Beiträge zu Kindheit & Erziehung

Trau­ma­ti­sche Erleb­nis­se wie Krieg und Ver­trei­bung, aber auch Stress und Ernäh­rungs­ge­wohn­hei­ten wer­den nicht nur durch unser Ver­hal­ten an nach­fol­gen­de Gene­ra­tio­nen wei­ter­ge­ge­ben, son­dern auch durch unse­re DNA. Wie sich Lebens­er­fah­run­gen in unse­re Erb­infor­ma­tio­nen ein­bren­nen.
Was ist Epigenetik?

Schwar­ze Päd­ago­gik: Es war wäh­rend des Drit­ten Rei­ches ein Best­sel­ler und galt als d e r Leit­fa­den zur Kin­der­er­zie­hung. Über die NS-Päd­ago­gik und Johan­na Haa­r­ers Mach­werk.
Zwi­schen Drill und Miss­hand­lung: Johan­na Haa­r­ers “Die deut­sche Mut­ter und ihr ers­tes Kind”

Rasen­de Eifer­sucht, uner­träg­li­che Ver­lust­ängs­te, schein­ba­re Gleich­gül­tig­keit und emo­tio­na­le Distanz — oder die lie­be­vol­le Balan­ce zwi­schen Nähe und Unab­hän­gig­keit: Die Art, wie wir als Erwach­se­ne lie­ben, hat viel mit Bin­dungs­mus­tern zu tun, die wir in unse­rer Kind­heit gelernt haben.
Bin­dungs­mus­ter in der Kind­heit: Nicht mit dir und nicht ohne dich

Geschwis­ter­lie­be: Geschwis­ter sind die Men­schen, mit denen wir die längs­te Bezie­hung unse­res Lebens füh­ren. Gro­ßer Bru­der, klei­ne Schwes­ter, Nest­häk­chen oder Ein­zel­kind — nicht nur der Cha­rak­ter unse­rer Geschwis­ter­be­zie­hun­gen, son­dern auch unser Platz in der Geschwis­ter-Rei­hen­fol­ge kann von gro­ßer Bedeu­tung für unser spä­te­res Leben sein.
Klei­ne Schwes­ter, gro­ßer Bru­der. Geschwisterkonstellationen

Wir brau­chen Stress, denn er bewahrt uns vor Schlim­me­ren. Vor Säbel­zahn­ti­gern, bei­spiels­wei­se, oder wild­ge­wor­de­nen Art­ge­nos­sen, die uns ans Leder wol­len. Aller­dings ist unser Stress­sys­tem nicht für den durch­schnitt­li­chen Haus­ge­brauch im Büro oder Home­of­fice aus­ge­stat­tet, was uns lei­der ziem­lich oft Ärger, schlaf­lo­se Näch­te – und Stress – ein­bringt.
Stress­be­wäl­ti­gung: War­um wir oft so gestresst sind — und was man dage­gen tun kann


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Generationengespräch

Geschich­te und Psy­cho­lo­gie
Ver­gan­ge­nes ver­ste­hen, um mit der Zukunft bes­ser klar zu kommen.


Geschichte und Psychologie Vergangenheit verstehen um mit der Zukunft besser klar zu kommen
Dr. Susanne Gebert

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Susan­ne Autorin bei Gene­ra­tio­nen­ge­spräch & Agen­tur für Bildbiographien
Dr. Susan­ne Gebert schreibt über Psy­cho­lo­gie, Fami­li­en­ge­schich­te und emo­tio­na­le Prä­gun­gen. In ihrem Blog „Gene­ra­tio­nen­ge­spräch“ zeigt sie, wie unse­re Kind­heit uns formt – und wie wir uns von alten Mus­tern lösen können. 

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