Tipps für den Einstieg ins kreative Schreiben

Warmmachen für's Schreiben: Tipps und Tricks, mit denen Sie trotz Schreibblockade ins Schreiben KommenWer schreibt, muss nach­den­ken, aus­wäh­len, sam­meln, gewich­ten. Eine Anstren­gung, die sich lohnt: Je lau­ter der Krach um uns her­um wird, des­to not­wen­di­ger ist ein stil­ler Rück­zugs­ort nur für uns selbst, um einen kla­ren Kopf zu behal­ten.

Lesen Sie noch oder schrei­ben Sie schon?
Schrei­ben ent­las­tet die See­le und kann Hei­lungs­pro­zes­se för­dern.
In der Psy­cho­lo­gie gilt bio­gra­fi­sches, the­ra­peu­ti­sches oder poe­ti­sches Schrei­ben als bewähr­te The­ra­pie­un­ter­stüt­zung.

Aber auch ohne psy­cho­lo­gi­sche Hin­ter­ge­dan­ken bleibt Auf­schrei­ben das, was es ist: eine wun­der­ba­re Art des inne­ren Mono­lo­ges, des Nach­den­kens und des Erin­nerns: Goe­the ver­trau­te ihm minu­ti­ös sei­ne Spa­zier­we­ge an und Beet­ho­ven sei­ne Her­zens­an­ge­le­gen­hei­ten. Anne Frank hat sich mit ihm unsterb­lich in unser Geden­ken geschrie­ben.

Schrei­ben ent­las­tet die See­le. Tage­buch­schrei­ben ist auch in unse­rer Zeit bei wei­tem nicht so ange­staubt, wie es klingt. Für vie­le Men­schen ist es ein fes­ter Bestand­teil ihres Lebens, ande­re fin­den immer wie­der dann zur Klad­de zurück, wenn es ihnen so rich­tig schlecht geht.


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Ich schrei­be so lan­ge, wie der Leser davon über­zeugt ist, in den Hän­den eines erst­klas­si­gen Wahn­sin­ni­gen zu sein.“ Der erst­klas­si­ge Wahn­sin­ni­ge mit einer erst­klas­si­gen Mischung aus Bio­gra­fie und Schreib­rat­ge­ber. Für alle, für die gutes Schrei­ben ein­fach zum Lebens­stil dazu­ge­hört: Sehr lesens­wert!
Ste­phen King: Das Leben und das Schrei­ben*, Wil­helm Hey­ne Ver­lag Mün­chen, 2011


Das Tage­buch ist gedul­di­ger Hüter unse­rer Lebens­ba­na­li­tä­ten, hilft aber auch beim Sor­tie­ren intims­ter Gedan­ken und Gefüh­le.

Das stil­le „Für-sich-selbst-Schrei­ben wirkt im Zeit­al­ter sozia­ler Netz­wer­ke viel­leicht ein biss­chen alt­ba­cken und retro, aus der Mode gekom­men ist es trotz­dem nicht. Im Gegen­teil: Je lau­ter und hek­ti­scher es um uns her­um wird, des­to not­wen­di­ger ist ein stil­ler Rück­zugs­ort nur für uns selbst, um einen kla­ren Kopf zu behal­ten.

Erinnern — Wiederholen — Durcharbeiten

Was ver­sier­te Schrei­ber schon lan­ge wis­sen, wird jetzt mehr und mehr auch Gegen­stand wis­sen­schaft­li­cher For­schung: Psy­cho­lo­gie und Medi­zin ent­de­cken das Auf­schrei­ben als „neue“ The­ra­pie­form, die hilft, Schmerz­haf­tes erträg­li­cher zu machen oder Unge­dach­tes und Unaus­ge­spro­che­nes für sich selbst fest­zu­hal­ten.

Erin­nern – wie­der­ho­len – durch­ar­bei­ten“ ist das, was dem Schrei­ben sei­ne beson­de­re Kraft ver­leiht. Gedan­ken allein sind meis­tens flüch­tig – vor allem dann, wenn sie unan­ge­nehm oder schmerz­haft sind –; wenn wir sie zu Papier brin­gen, set­zen wir uns noch ein­mal in beson­de­rer Wei­se mit dem aus­ein­an­der, was uns im Kopf her­um­schwirrt und unser Herz bewegt.


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Schrei­ben sei „Mög­lich­keits­raum“, „Schutz­raum“ oder „Frei­raum“, heißt es in der Exper­ten­spra­che, was nichts ande­res bedeu­tet, als dass wir uns beim Schrei­ben neu erfin­den. Wir kön­nen Umstän­de und Per­spek­ti­ven wech­seln, Für und Wider abwä­gen und vor allem: Wir müs­sen so ehr­lich wie sel­ten zu uns selbst sein.

Der Rück­zug in den eige­nen inne­ren Mono­log tut gut — wann sonst im Leben kön­nen wir unse­ren eige­nen Rhyth­mus und unse­re eige­ne Melo­die fin­den?

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Schrei­ben löst kei­ne Pro­ble­me, lässt sie aber oft in einem ande­ren Licht erschei­nen. Abstand gewin­nen und Gedan­ken neu sor­tie­ren — dar­in liegt die größ­te Magie des (Auf-)Schreibens.


Einstieg ins kreative Schreiben

Nicht für jeden ist ein lee­res Blatt Papier oder ein blin­ken­der Cur­sor auf jung­fräu­lich wei­ßem Bild­schirm Anlass zu ech­ter Freu­de, schließ­lich haben Genera­tio­nen ambi­tio­nier­ter “Lehr­meis­ter” ver­sucht, uns ihre Vor­stel­lun­gen davon ein­zu­trich­tern, wie ein guter Text aus­zu­se­hen hat.

Die gute Nach­richt ist, dass die Freu­de am Schrei­ben wie­der­kommt, wenn man sich über­win­det, anfängt und erst ein­mal nur sich selbst und kei­nen Nobel­preis im Sinn hat.

Schreib­coa­ches emp­feh­len allen, die für sich das Schrei­ben wie­der­ent­de­cken möch­ten, wie beim Sport mit klei­nen Auf­wärm- und Locke­rungs­übun­gen anzu­fan­gen.

Mäßig aber regel­mä­ßig“ ist wie so oft im Leben die ziel­füh­rends­te Devi­se.

Das bedeu­tet, dass sich nie­mand stun­den­lang mit lee­ren Blät­tern her­um­schla­gen soll­te, son­dern sei­ne Schreib­zeit zunächst auf 15 bis 20 Minu­ten begren­zen kann. Das Schreib-Vier­tel­stünd­chen — ger­ne auch in Form eines Tage­bu­ches — ist dann aber regel­mä­ßig ein­zu­hal­ten, am bes­ten täg­lich.

Freewriting

Für die­je­ni­gen, die Mühe haben, über­haupt in den Schreib­fluss zu kom­men, emp­fiehlt sich als Ein­stieg die Metho­de des „Free­wri­ting“ (auto­ma­ti­sches Schrei­ben): Eine bestimm­te Zeit lang (fünf bis 20 Minu­ten) wird nur geschrie­ben, ohne abzu­set­zen, ohne Pau­se und ohne über For­mu­lie­run­gen oder Inhalt nach­zu­den­ken.

Wer sich dar­auf ein­lässt, wird in kür­zes­ter Zeit sei­nen inne­ren Zen­sor ver­ab­schie­det haben und sich spä­ter wun­dern, was da so alles her­vor­ge­spru­delt ist.

Clustering

Wer sein The­ma, über das er schrei­ben möch­te, prin­zi­pi­ell kennt, aber noch auf der Suche nach Ide­en und Zusam­men­hän­gen ist, wird von der Metho­de des „Clus­te­ring“ (Grup­pie­rung) pro­fi­tie­ren:
Aus­gangs­wort oder -satz wer­den als „Clus­ter-Kern“ in der Mit­te eines Blat­tes geschrie­ben, anschlie­ßend wer­den alle Asso­zia­tio­nen dazu und deren Asso­zia­tio­nen notiert und durch Stri­che mit­ein­an­der ver­bun­den.

Alles wird auf­ge­schrie­ben, eine Zen­sur fin­det nicht statt. So ent­steht nach und nach ein Netz­werk aus Ide­en, mit Ver­bin­dun­gen und Ver­knüp­fun­gen, an die man vor­her viel­leicht gar nicht gedacht hat­te.

Umschreiben, Haiku & Nonsense-Sätze

Wei­te­re Übungs­va­ri­an­ten sind: Lieb­lings­pas­sa­gen aus frem­den Tex­ten umzu­schrei­ben, sie bei­spiels­wei­se aus einer ande­ren Per­spek­ti­ve dar­zu­stel­len, oder auch das „Leben“ und die „Gedan­ken“ eines Gegen­stan­des — zum Bei­spiel die Ihrer Sitz­ge­le­gen­heit — zu schil­dern.

Wer an einem grö­ße­ren Pro­jekt arbei­tet und sich ver­hed­dert hat, dem ist oft gehol­fen, wenn er einen kom­ple­xen Inhalt bei­spiels­wei­se in ein Hai­ku ver­pa­cken muss.
Die Vor­ga­be ist ledig­lich, drei Zei­len mit fünf, sie­ben und fünf Sil­ben zu fül­len. Ein nicht ganz ein­fa­ches Schreib­pro­jekt, aber eins, mit dem sich Unwich­ti­ges sehr ein­fach von Wich­ti­gem tren­nen lässt, und Schreib­blo­cka­den sich wie von selbst lösen
.

Non­sen­se-Sät­ze mit Wör­tern, die alle mit dem glei­chen Buch­sta­ben begin­nen, —  à la “Wer will was wis­sen” — sind eben­falls ein gutes Warm-up, um den Kopf frei und die eige­ne Schreib­stim­me locker zu machen.

Es geht dabei vor allem um Spaß.
Dar­um, die Lust am Schrei­ben (wie­der-) zu fin­den und Blo­cka­den abzu­bau­en.
Und zu guter Letzt: Wem Tage­buch und stil­les Käm­mer­lein zu still sind, der hat die Wahl zwi­schen Schreib­werk­stät­ten, die es fast über­all gibt, vie­len tol­len Inter­net­fo­ren oder natür­lich auch einem per­sön­li­chen Ghost­wri­ter … 😉

Fazit:

Man muss kein ver­kann­ter Goe­the, Brecht oder Joy­ce sein, um sei­ne Erleb­nis­se, Gedan­ken und Gefüh­le zumin­dest gele­gent­lich zu Papier zu brin­gen.

Denn bei allem wohl­be­grün­de­ten ger­ma­nis­ti­schen Respekt vor bedeu­ten­den Dich­tern und Den­kern ist Schrei­ben vor allem eine grund­le­gen­de Fähig­keit, mit der fast jeder Mensch sich mit­tei­len kann. UND: Fähig­kei­ten soll­ten trai­niert wer­den, egal, ob sie zur Meis­ter­schaft füh­ren oder nicht.

Schließ­lich stellt auch nie­mand das Kochen ein, nur weil er in der Küche kein Mäl­zer oder Lafer ist.

Noch nicht! Denn Übung macht bekannt­lich den Meis­ter …

Lesen Sie im nächs­ten Bei­trag: Es reicht nicht mehr aus, die geerb­ten Foto­al­ben und Stamm­bü­cher zu hegen und zu pfle­gen, denn ihr Inhalt wird für nach­fol­gen­de Genera­tio­nen sinn­los, wenn das Wis­sen dazu ver­lo­ren gegan­gen ist.
11 Tipps, die Sie beim bio­gra­fi­schen Schrei­ben beach­ten soll­ten

Copy­right: Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en, 2015: www.bildbiographien.de

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“Krea­ti­ves Schrei­ben” ist eine sehr emp­feh­lens­wer­te Rei­he aus dem Duden-Ver­lag, für alle, die sich inten­siv mit Schrei­ben beschäf­ti­gen. Für den Ein­stieg ins bio­gra­fi­sche Schrei­ben ist die­ser Rat­ge­ber des Schrift­stel­lers und Dreh­buch­au­tors Hanns-Josef Ortheil bes­tens geeig­net: Hanns-Josef Ortheil: Schrei­ben über mich selbst. Spiel­for­men des auto­bio­gra­fi­schen Schrei­bens*, Duden Ver­lag Ver­lag, 2013


Das “Must-Have” für alle, die nicht nur schrei­ben, son­dern auch gele­sen wer­den wol­len. Egal in wel­cher Alters­klas­se.
Wolf Schnei­der: Deutsch für jun­ge Pro­fis. Wie man gut und leben­dig schreibt*, Rowolth Taschen­buch Ver­lag, 2010

Freund­schaft schlie­ßen mit unse­rem „inne­ren Kind“ , Glau­bens­sät­ze erken­nen – und sie ver­än­dern, wenn es not­wen­dig ist. Ein hilf­rei­ches Buch, gut und ver­ständ­lich geschrie­ben, mit vie­len Bei­spie­len und Übun­gen, die hel­fen, inne­re Sack­gas­sen zu ver­las­sen. Ste­fa­nie Stahl, Das Kind in dir muss Hei­mat fin­den*, Kailash Ver­lag, 2015

Tipps und Tricks für die eige­ne Bio­gra­fie­ar­beit, Wis­sens­wer­tes über die digi­ta­le Bear­bei­tung alter Fami­li­en­fo­to­gra­fi­en, Fra­gen­ka­ta­lo­ge und vie­les mehr
Frag’ Oma — Wich­tige Fra­gen an Oma und Opa*, Agen­tur für Bild­bio­gra­phien, 2015, Gebun­den

Anlei­tung, Inspi­ra­ti­on und Fra­gen­ka­ta­lo­ge für’s bio­gra­fi­sche Schrei­ben spe­zi­ell für  Opas, Onkel und natür­lich auch alle ande­ren (männ­li­chen) Fami­li­en­mit­glie­der, die etwas zu erzäh­len haben.
Frag’ Opa — Wich­tige Fra­gen an Oma und Opa*, Agen­tur für Bild­bio­gra­phien, 2015, Gebun­den

Noch mehr Schreib­tipps:


Lebens­kunst & Resi­li­enz: Der „Flow“ macht‘s! Die drei For­men des glück­li­chen Lebens und die Geschich­te der posi­ti­ven Psy­cho­lo­gie:
Die Ener­gie folgt der Auf­merk­sam­keit


Krea­ti­ves Schrei­ben beginnt dort, wo du dich traust, dei­nen Kopf aus der grau­en Mas­se zu ste­cken.” Schreib­such­ti — Walt­her Epp — über:
Krea­ti­ves Schrei­ben: Die bes­ten 25 Übun­gen


Bio­gra­fi­sches Schrei­ben: Es reicht nicht mehr aus, die geerb­ten Foto­al­ben und Stamm­bü­cher zu hegen und zu pfle­gen, denn ihr Inhalt wird für nach­fol­gen­de Genera­tio­nen sinn­los, wenn das Wis­sen dazu ver­lo­ren gegan­gen ist.
11 Tipps, die Sie beim bio­gra­fi­schen Schrei­ben beach­ten soll­ten


Ein­fach gute Tex­te Schrei­ben: Mögen Sie Wör­ter wie “Gefähr­dungs­po­ten­zi­al”, “Befind­lich­keits­stö­run­gen” oder “Moti­va­ti­ons­struk­tur”? Nein? Ihre Leser auch nicht. Las­sen Sie lie­ber die Fin­ger von Wort­hül­sen, nen­nen Sie “Gefähr­dungs­po­ten­zi­al” ein­fach Gefahr und schrei­ben Sie erst­mal so, wie Ihnen der Schna­bel gewach­sen ist. Hübsch machen kann man hin­ter­her immer noch …
Ein­fach gute Tex­te schrei­ben


Tage­buch schrei­ben: Im „Erin­nern – wie­der­ho­len – durch­ar­bei­ten“ liegt die Kraft des Schrei­bens. Gedan­ken allein sind oft flüch­tig. Wer sie dage­gen zu Papier bringt, setzt sich noch ein­mal beson­ders mit dem aus­ein­an­der, was ihm im Kopf her­um­schwirrt und sein Herz bewegt. Wer schreibt, kann sein Leben ver­än­dern – und glück­li­cher wer­den.
Das Glücks-Tage­buch


Auf­schie­ben: „Mor­gen, mor­gen, nur nicht heu­te, sagen alle …“. Na, Sie wis­sen schon.
Schön ist anders, denn ‚eigent­lich‘ möch­te und müss­te man drin­gend vor­an­kom­men.
Auf­schie­be­ri­tis kann aber auch ihr Gutes haben und sogar sehr nütz­lich sein: Beim Anlauf­neh­men und fürs stra­te­gi­sche Den­ken bei­spiels­wei­se..
10 Tipps gegen Auf­schie­be­ri­tis


Wir müssten das alles mal aufschreiben Die Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en bringt seit 2012 Lebens-. Fami­li­en- und Unter­neh­mens­bio­gra­fi­en als Bild­bio­gra­phi­en ins Buch und bie­tet außer­dem einen Ghost­wri­ting-Ser­vice mit den Schwer­punk­ten Geschich­te und Psy­cho­lo­gie an.
Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­den Sie auch auf unse­rer Home­page www.bildbiographien.de


Bild­nach­wei­se: Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en


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