Was heißt schon Mutterliebe?

Wie Mutterliebe entsteht


Mut­ter­lie­be sorgt dafür, dass Frau­en über sich hin­aus­wach­sen und Din­ge tun, die sie nor­ma­ler­wei­se für ande­re Men­schen nicht tun wür­den.
Fehlt Mut­ter­lie­be, muss ein Kind also „mut­ter­see­len­al­lein“ auf­wach­sen, wird es die­sen Man­gel ein Leben lang spü­ren.

Aber was ist Mut­ter­lie­be, und wie lässt sie sich erklä­ren?

Aus wis­sen­schaft­li­cher Sicht ist Mut­ter­lie­be ein bio­lo­gi­scher Trick, um Frau­en bei der Stan­ge zu hal­ten und sie dazu zu brin­gen, sich per­ma­nent um ihren Nach­wuchs zu küm­mern.

Sie ist ein genia­ler Ein­fall der Natur, der uns und unse­re zwi­schen­mensch­li­chen Bezie­hun­gen ent­schei­dend prägt: Mit­leid, Mit­emp­fin­den, roman­ti­sche Lie­be und Gesel­lig­keit wür­de es ohne Mut­ter­lie­be nicht geben.

Aber was ist Mut­ter­lie­be und wie ent­steht sie?

Der Luxus der großen Gehirne

Men­schen­ba­bys wer­den wegen ihres gro­ßen Köpf­chens in einem sehr unrei­fen Zustand gebo­ren.
Wären sie län­ger im Mut­ter­leib, wäre die Geburt wegen ihres Kopf­um­fangs unmög­lich.
Das gro­ße Köpf­chen des Babys wür­de Mut­ter und Kind in höchs­tem Maß gefähr­den.
(Gefähr­lich ist es trotz­dem: Vie­le Jahr­hun­der­te lang war jede Geburt hoch­ris­kant und der zöger­li­che Ein­satz neu­er Metho­den wie bei­spiels­wei­se die Zan­gen­ge­burt bei schwe­ren Gebur­ten kos­te­te unzäh­li­gen Müt­tern und Kin­dern das Leben.)

Was hei0t schon Mutterliebe

Den „Luxus der gro­ßen Gehir­ne“, nennt das die US-ame­ri­ka­ni­sche Anthro­po­lo­gin Sarah Hdry, denn der Kopf von neu­ge­bo­re­nen Men­schen­kin­dern ist eigent­lich viel zu groß für den rest­li­chen Kör­per.

Bei ihrer Geburt brin­gen Babys des­halb zwar viel Hirn, aber nur weni­ge Fähig­kei­ten zum Über­le­ben mit auf die Welt.

Bis aus einem zar­ten Men­schen­kind eine halb­wegs über­le­bens­fä­hi­ge Per­sön­lich­keit wird, braucht es viel Zeit und Für­sor­ge. Im Tier­reich gibt es kei­ne ver­gleich­bar lan­ge Kind­heit wie bei Men­schen.

Noch bis weit ins 18. Jahr­hun­dert wur­de die­sem Umstand wenig Beach­tung geschenkt und die Wie­gen die­ser Welt eher neben­bei bewegt.
Der Preis dafür: Eine immens hohe Kin­der­sterb­lich­keit; nur etwa jedes zwei­te Kind über­leb­te sei­ne Kind­heit und erreich­te das Erwach­se­nen­al­ter.

Dass Kind­heit ein beson­ders wich­ti­ger Lebens­ab­schnitt ist, wur­de erst in der Epo­che der Auf­klä­rung ent­deckt, dann aber ziem­lich schnell zur Lebens­auf­ga­be (und wenig spä­ter: ein­zi­gem Lebens­sinn) von Frau­en sti­li­siert.

Drogenflash und positive Vorbilder: Wie Mutterliebe entsteht

So selbst­ver­ständ­lich die meis­ten Müt­ter ihre Babys nach der Geburt anneh­men und lie­ben, so groß ist die Bür­de, die ihnen von Gesell­schaft und Wis­sen­schaft mit auf den Weg gege­ben wird.
An den Müt­tern hängt das Wohl und Wehe des wei­te­ren Lebens­we­ges ihres Kin­des, sie sind “schuld”, wenn etwas schief­läuft.

Die meis­ten Frau­en kön­nen dem Anblick eines Babys kaum wider­ste­hen; die meis­ten Müt­ter sind schlicht­weg über­wäl­tigt, wenn sie ihren eige­nen klei­nen Säug­ling das ers­te Mal in den Armen hal­ten.

Aus neu­ro­bio­lo­gi­scher Sicht beginnt die Initi­al­zün­dung für eine intak­te Mut­ter-Kind-Bezie­hung wäh­rend der Geburt: Sobald die Wehen ein­set­zen, wird unter ande­rem das soge­nann­te Lie­bes­hor­mon Oxy­to­cin in sehr hoher Kon­zen­tra­ti­on aus­ge­schüt­tet, damit die wer­den­de Mama die Schmer­zen der Nie­der­kunft über­haupt über­le­ben kann.

Mütter halten ihrer Kinder Hände für eine Weile und ihre Herzen für immer

Eine zwei­te Hor­mondo­sis ver­passt Mut­ter Natur der frisch­ge­ba­cke­nen Mama, sobald sie ihr Neu­ge­bo­re­nes das ers­te Mal stil­len darf.
Die jah­re­lan­ge Pra­xis, Mut­ter und Kind zu tren­nen, sobald die Nabel­schnur durch­ge­schnit­ten war, ist vor die­sem Hin­ter­grund völ­lig absurd und unmensch­lich und dürf­te eine Ursa­che für postpar­ta­le Bin­dungs­stö­run­gen sein.

Wie wich­tig vor allem das ers­te Anle­gen des Babys gleich nach der Geburt ist, wuss­te man übri­gens schon in den 1920er Jah­ren. In eini­gen weni­gen fort­schritt­li­chen Geburts­kli­ni­ken wur­den bereits vor 100 Jah­ren ers­te For­men von ‘Roo­m­ing-In’ ange­bo­ten.

Für die Mehr­heit von jun­gen Müt­tern galt das nicht. Die Bedeu­tung des ers­ten Stil­lens wur­de eben­so igno­riert wie die Trag­wei­te einer intak­ten Bezie­hung zwi­schen Mut­ter und Kind. In Deutsch­land, aber auch anders­wo, hielt man statt­des­sen lan­ge Zeit am Prin­zip “Ruhe und Ord­nung” fest.

Auch in der Wie­ge.
Johan­na Haa­rers Kin­der­drill-Bibel “Die deut­sche Mut­ter und ihr ers­tes Kind”, ein Best­sel­ler wäh­rend der Nazi-Zeit, war nur eine von vie­len Anlei­tun­gen, wie man Kin­der zu funk­tio­nie­ren­den Men­schen “erzie­hen” soll­te.

Erfun­den haben Natio­nal­so­zia­lis­ten und Haa­rer die “Erzie­hung mit har­ter Hand” aller­dings nicht. Babys und Kin­der auf Abstand zu hal­ten, sie nicht mit “Affen­lie­be” zu “ver­zär­teln”, war vie­le Jahr­hun­der­te lang gebräuch­lich und das vor­herr­schen­de Prin­zip in den Köp­fen der meis­ten Erwach­se­nen. Die Tren­nung von Mut­ter und Kind gleich nach der Geburt wur­de in Deutsch­land bis weit in die 1970er Jah­re prak­ti­ziert.

” … Eltern, die ihre Kin­der über einen län­ge­ren Zeit­raum emo­tio­nal nicht rich­tig ver­sor­gen kön­nen, sind ent­we­der psy­chisch krank oder aber selbst als Kind nicht aus­rei­chend ver­sorgt wor­den. Die­se Stö­rung in einer Eltern-Kind-Bezie­hung hat dra­ma­ti­sche Aus­wir­kun­gen auf die Fol­ge­ge­nera­tio­nen, denn das emo­tio­nal nicht aus­rei­chend ver­sorg­te Kind wird Schwie­rig­kei­ten haben, spä­ter als Erwach­se­ner sei­ne eige­nen Kin­der ent­spre­chend zu ver­sor­gen.”

AUS: San­dra Kon­rad, Das bleibt in der Fami­lie: Von Lie­be, Loya­li­tät und uralten Las­ten*

Die ersten Wochen entscheiden (fast) alles

Der kör­per­ei­ge­ne Dro­gen­flash wäh­rend und kurz nach der Ent­bin­dung reicht für das Ent­ste­hen ech­ter und lebens­lan­ger Mut­ter­lie­be aller­dings bei Wei­tem noch nicht aus.
Das Wich­tigs­te ist: Nach der Geburt brau­chen Mut­ter und Baby Zeit für­ein­an­der.
Und Gele­gen­heit.

Nach der Geburt: Baby da, Mama high!
Dro­gen­flash und Lie­be auf den ers­ten Blick: Wer nach der kör­per­li­chen und see­li­schen Aus­nah­me­si­tua­ti­on einer Ent­bin­dung sein Baby das ers­te Mal sieht, kann wahr­schein­lich gar nicht anders, als es ein Leben lang zu lie­ben.

Oxy­to­cin und Co. machen nur den Anfang, um eine Mut­ter und ihr Baby posi­tiv auf­ein­an­der zu spu­ren. Für wirk­li­che und bedin­gungs­lo­se Mut­ter­lie­be sind vie­le wei­te­re Pro­zes­se not­wen­dig, die sich erst in den Tagen und Wochen nach der Ent­bin­dung ent­wi­ckeln.

Wer­den Mut­ter und Kind in der ers­ten Zeit nach der Ent­bin­dung getrennt, bleibt die Mut­ter­lie­be oft auf der Stre­cke: Nimmt man bei­spiels­wei­se einer Schaf­mut­ter gleich nach der Geburt ihr Lamm weg und bringt es ihr eini­ge Zeit spä­ter wie­der zurück, ver­scheucht sie es wie einen klei­nen Fremd­ling.

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Denn: Nur eine glück­li­che Mut­ter ist für die Kin­der lehr­rei­cher als hun­dert Lehr­bü­cher über Erzie­hung!

Wie wich­tig die ers­ten Wochen nach der Geburt für eine inten­si­ve Mut­ter-Kind-Bin­dung auch bei Men­schen­kin­dern sind, hat der Kin­der­arzt Mar­shall Klaus anhand eines sehr tra­gi­schen Zufalls­be­fun­des beschrie­ben: In einem israe­li­schen Kran­ken­haus ereig­ne­te sich der Alb­traum aller Eltern, Babys wur­den ver­tauscht.

Die Müt­ter hat­ten die fal­schen Kin­der etwa zwei Wochen bei sich, bevor die Ver­wechs­lung bei einer Nach­un­ter­su­chung auf­fiel, und die Säug­lin­ge eilig wie­der zurück­ge­tauscht wer­den soll­ten.

Doch dann kam die Über­ra­schung: Die bei­den betrof­fe­nen Müt­ter tausch­ten nur sehr wider­wil­lig das frem­de Baby gegen ihr eige­nes. Zwei Wochen hat­ten genügt, um eine inten­si­ve Mut­ter-Kind Bin­dung zum „fal­schen“ Säug­ling auf­zu­bau­en.

Man ver­mu­tet, dass sich eine Mut­ter und ihr Baby durch immer wie­der­keh­ren­de schö­ne gemein­sa­me Momen­te gegen­sei­tig (hor­mo­nell) beloh­nen und dadurch posi­tiv ver­stär­ken. Doch nur wenn die­ser Kreis­lauf gut und unge­stört ver­läuft, kann sich „ech­te“ Mut­ter­lie­be ent­wi­ckeln, die ein Leben lang hält.

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Sehr lesens­wert!
Gil­li­an Flynn: Gone Girl*, FISCHER Taschen­buch, 2014


Das erklärt auch, war­um uns anti­ke und mit­tel­al­ter­li­che Müt­tern aus unse­rer heu­ti­gen Sicht wie kalt­her­zi­ge Raben­müt­ter vor­kom­men.
Tat­säch­lich hat­ten sie in der Regel weder Zeit noch Gele­gen­heit, sich um ihre Babys zu küm­mern, und dadurch die nächs­te Stu­fe müt­ter­li­cher Gefüh­le zu errei­chen.

Wenn Mutterliebe fehlt

Mut­ter­lie­be ent­steht nicht nur durch Hor­mo­ne, neu­ro­na­le Net­ze und Instinkt, sie muss zum Teil auch gelernt wer­den.

Ers­te Hin­wei­se auf die­ses Ler­nen lie­fer­ten Beob­ach­tun­gen von Affen­müt­tern im Zoo: Uner­fah­re­ne Goril­l­a­müt­ter, die als Jung­tie­re gefan­gen wur­den und des­halb nicht von ihren Müt­tern ler­nen konn­ten, wie man mit Babys umgeht, sprin­gen nach der Ent­bin­dung vor Panik fast an die Decke, wenn sich ihr Jun­ges nach Goril­la­ba­by­art an ihnen fest­kral­len will. Ande­re las­sen sich ihr Baby weg­neh­men und sehen teil­nahms­los zu, wenn es von ande­ren Affen aus der Grup­pe als Fuß­ball miss­braucht wird.

Kaum vor­stell­bar, denn in frei­er Wild­bahn sind Goril­la­weib­chen sehr zärt­li­che und für­sorg­li­che Müt­ter.
Doch Instinkt und Hor­mo­ne allein rei­chen nicht aus, um ohne posi­ti­ve eige­ne Erfah­run­gen und Vor­bil­der lie­be­voll mit den Nach­kom­men umge­hen zu kön­nen.

Das trau­ri­ge Fazit die­ser Beob­ach­tun­gen ist: Wer als Kind ohne oder mit nur wenig Mut­ter­lie­be auf­wach­sen muss­te, wird es mit der eige­nen Mut­ter­rol­le schwer haben und nicht so ohne Wei­te­res eine enge Bin­dung zu den eige­nen Kin­dern auf­bau­en kön­nen.

Das ist der tra­gi­sche Weg, auf dem der Man­gel an Mut­ter­lie­be von Genera­ti­on zu Genera­ti­on wei­ter­ge­ge­ben wer­den kann.

Kei­ne Lie­be ohne Mut­ter­lie­be
Zärt­lich­kei­ten zwi­schen Erwach­se­nen gibt es nur bei Arten, die sich um ihre Kin­der küm­mern. Die The­se, dass Mut­ter­lie­be der Ursprung für alle ande­ren For­men von Lie­be ist, stüt­zen For­scher dar­auf, dass sich vie­le Ver­hal­tens­mus­ter zwi­schen Müt­tern und ihren Kin­dern bei Erwach­se­nen wie­der­fin­den — meis­tens im Zusam­men­hang mit Lie­be und Sex: Bei­spiels­wei­se das Flü­gel­zit­tern von Spat­zen – als Küken zum Bet­teln um Nah­rung, spä­ter beim Wer­ben um ein Weib­chen – oder die höhe­re Ton­la­ge der Stim­me, die Müt­ter beim Spre­chen mit ihrem Baby ein­neh­men, vie­le Erwach­se­ne aber auch unbe­wusst beim Umschmei­cheln des oder der Liebs­ten ein­set­zen

Mütter ohne Liebe

Frau­en, die ihre Babys auf Auto­bahn­toi­let­ten lie­gen­las­sen, sie in Müll­ei­mer wer­fen, in Blu­men­käs­ten ver­schar­ren oder in Tief­kühl­tru­hen ver­ste­cken, han­deln ver­mut­lich in höchs­ter Not und sind wahr­schein­lich nur die Spit­ze eines Eis­ber­ges, über den in der Regel nicht gespro­chen wird: Müt­ter, die ihre Kin­der nicht lie­ben kön­nen, die sie ver­let­zen oder sogar töten.

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In der Regel ist Mut­ter­lie­be ein­fach da, dafür sorgt Mut­ter Natur.

Fehlt sie, hat das kata­stro­pha­le Fol­gen.
Auch das haben Psy­cho­lo­gen in den 1950er Jah­ren in Expe­ri­men­ten mit Affen­ba­bys, die man gleich nach der Geburt von ihren Müt­tern trenn­te, her­aus­ge­fun­den und doku­men­tiert.

Die Affen­ba­bys wur­den in Käfi­ge gesperrt, in denen zwei unter­schied­li­che Mut­ter­at­trap­pen vor­be­rei­tet waren: eine Attrap­pe aus Draht, an der man eine Milch­fla­sche befes­tigt hat­te, die ande­re Attrap­pe bestand aus Holz und war mit Wol­le über­zo­gen, erin­ner­te also ent­fernt an eine Affen­ma­ma; sie hat­te aber kei­ne Milch­fla­sche.

Zur Ver­blüf­fung der Wis­sen­schaft­ler hiel­ten sich die Affen­ba­bys nicht an die Attrap­pe aus Draht, die ihnen Nah­rung bot, son­dern klam­mer­ten sich die meis­te Zeit an die Stoff­pup­pe.

Stell­te man bei­de Attrap­pen dicht neben­ein­an­der, blie­ben die Äff­chen auf ihrer Ersatz­ma­ma aus Stoff hocken und tran­ken aus der Milch­fla­sche des Draht­ge­stells.

Nach­fol­ge­un­ter­su­chun­gen zeig­ten spä­ter, das die ver­wais­ten Affen­ba­bys zwar äußer­lich gesund her­an­wuch­sen, aber als Erwach­se­ne emo­tio­na­le Wracks waren, die sich nicht in eine Grup­pe ein­fü­gen konn­ten, und ein hohes Maß an Aggres­si­vi­tät und inne­ren Stress hat­ten.

Copy­right: Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en, www​.bild​bio​gra​phi​en​.de, 2017 (über­ar­bei­tet 2019)


Lesen Sie im nächs­ten Bei­trag: Mit “Mut­ter­lie­be” hat­te der fran­zö­si­sche Phi­lo­soph Jean-Jac­ques Rous­se­au über­haupt nichts im Sinn — sei­ne eige­nen Kin­der brach­te er gleich nach der Geburt in ein Fin­del­haus. Trotz­dem gilt sein Erzie­hungs­ro­man “Emi­le oder über die Erzie­hung”, als Urknall für unser heu­ti­ges Ver­ständ­nis von Mut­ter­lie­be.
Die Erfin­dung der Mut­ter­lie­be

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Die Psy­cho­lo­gin San­dra Kon­rad beschreibt anhand vie­ler Bei­spie­le aus ihrer Pra­xis wie das unsicht­ba­re Erbe längst ver­gan­ge­ner Genera­tio­nen zu Fall­stri­cken im Hier und Jetzt wer­den kann. Ein sehr lesens­wer­tes Buch für alle, die end­lich ver­ste­hen und sich lösen wol­len. Emp­feh­lens­wert! San­dra Kon­rad, Das bleibt in der Fami­lie: Von Lie­be, Loya­li­tät und uralten Las­ten*, Piper Taschen­buch, 2014

Opfer — Ret­ter — Ver­fol­ger.
In Stres­si­tua­tio­nen fal­len wir oft in alte Rol­len-Mus­ter, die wir in der Kind­heit gelernt haben. Wie man Psy­cho­spiel­chen durch­schau­en und durch­bre­chen kann — ein sehr lesens­wer­tes Buch für alle, die das Gefühl haben, sich immer wie­der an der glei­chen Stel­le zu ver­ha­ken.
Cor­ne­lia und Ste­phan Schwarz: Schluss mit Psy­cho­spiel­chen*, dtv Ver­lags­ge­sell­schaft, Janu­ar 2018

Männ­li­che Kom­mu­ni­ka­ti­on ver­sus ‘hori­zon­ta­ler’ — weib­li­cher- Kom­mu­ni­ka­ti­on.
Ein sehr lesens­wer­tes Buch für Frau­en UND Män­ner, mit tol­len Bei­spie­len aus der Pra­xis, um zu ver­ste­hen, wie die ande­re Sei­te tickt. Nicht nur für ‘AHA’-Erlebnisse, son­dern auch sehr kon­kret mit Hand­lungs­emp­feh­lun­gen für einen bes­se­ren Umgang mit­ein­an­der. Emp­feh­lens­wert! Peter Mod­ler: Das Arro­ganz-Prin­zip*, FISCHER Taschen­buch, 2. Auf­la­ge, Okto­ber 2018

Die Kunst des “Nein-Sagens”: Ein lie­be­voll gestal­te­tes Heft aus der Rei­he “Biblio­thek der guten Gefüh­le” , mit kur­zen prä­gnan­ten Tex­ten über’s Nein­sa­gen und vie­len ein­fach zu befol­gen­den Übun­gen. Für alle, die gera­de mit dem The­ma beschäf­tigt sind, oder zum Ver­schen­ken.
Anne van Stap­pen, Das klei­ne Übungs­heft: Gren­zen set­zen, nein sagen*, Tri­ni­ty Ver­lag, 2012

Schwie­ri­ge Bezie­hun­gen
sind oft das Ergeb­nis von Ver­hal­tens­mus­tern, die von Genera­ti­on zu Genera­ti­on wei­ter­ge­ge­ben wer­den. Wer immer wie­der in die glei­chen Fal­len tappt, wird in die­sem sehr lesens­wer­ten Sach­buch vie­le wert­vol­le Infor­ma­tio­nen über „trans­ge­nera­tio­na­le“ Ver­er­bung fin­den. Sehr fun­diert geschrie­ben und mit vie­len Bei­spie­len berühm­ter Fami­li­en.
Moni­ca McGold­rick, Wie­der heim­kom­men. Auf Spu­ren­su­che in Fami­li­en­ge­schich­ten*, Carl-Auer-Ver­lag, 2013

Viel mehr als ein Psy­cho­thril­ler
und ner­ven­zer­fet­zen­des Ehe-Dra­ma, son­dern auch ein meis­ter­haft erzähl­tes Buch mit vie­len klu­gen Gedan­ken über die Lie­be — dar­über, wie sie ent­steht und war­um sie wie­der geht.

Gil­li­an Flynn: Gone Girl*, FISCHER Taschen­buch, 2014

Von der See­len-Sani­tä­te­rin, mit der sich jede Pro­blem­zo­ne bes­ser ertra­gen lässt. Neben Wort­witz und schar­fen Beob­ach­tun­gen vie­le klu­ge Aspek­te über Müt­tern und dem Mama-Sein zum Nach­le­sen. Sehr hörens­wert ist übri­gens auch das von der Autorin gele­se­ne Hör­buch! Ildikó von Kür­thy, Unter dem Her­zen: Ansich­ten einer neu­ge­bo­re­nen Mut­ter*, Rowohlt Taschen­buch Ver­lag, 2013


Wei­ter­füh­ren­de Bei­trä­ge:

Män­ner und Frau­en: Geben sich Frau­en als Müt­ter selbst ein “Lebens­läng­lich”? Opfern sie sich auf, wer­den dadurch unglück­lich und nör­geln schließ­lich ihre Män­ner aus dem Haus? Über den schwie­ri­gen Spa­gat zwi­schen Kind und Kegel, Auf­op­fern, Haus­ar­beit, Oro­pax und die müt­ter­li­chen Qua­li­tä­ten von Vätern.
Der Mann in der Kri­se? 

Schwar­ze Päd­ago­gik: Es war wäh­rend des Drit­ten Rei­ches ein Best­sel­ler und galt als d e r Leit­fa­den zur Kin­der­er­zie­hung. Über die NS-Päd­ago­gik und Johan­na Haa­rers Mach­werk.
Zwi­schen Drill und Miss­hand­lung: Johan­na Haa­rers “Die deut­sche Mut­ter und ihr ers­tes Kind”

Nar­ziss­mus: Wir alle sind gebo­re­ne Mani­pu­la­to­ren und jeder Mensch trägt nar­ziss­ti­sche Züge in sich. Man­che Men­schen blei­ben aller­dings in ihrer früh­kind­li­chen nar­ziss­ti­schen Ent­wick­lungs­pha­se ste­cken und machen ande­ren das Leben schwer — vor allem denen, die sie lie­ben. Kann man Nar­ziss ent­kom­men?
Das Zeit­al­ter der Nar­ziss­ten?

Kom­mu­ni­ka­ti­on: Wenn eine Frau einen Mann fragt “Wür­dest Du ger­ne ins Kino gehen oder doch lie­ber in eine Knei­pe?” ist das KEIN freund­li­ches Ange­bot, son­dern eine ein­deu­ti­ge Auf­for­de­rung zu einem Kino­be­such. War­um Män­ner immer die Bes­ten sein wol­len und Frau­en in Rät­seln spre­chen. Und mög­li­che Aus­we­ge aus der täg­li­chen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kri­se zwi­schen Män­nern und Frau­en.
Da röhrt der Hirsch. Über die unmög­li­che Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen Män­nern und Frau­en

Anti­ke Müt­ter: In der Wie­ge unse­rer Zivi­li­sa­ti­on, im alten Grie­chen­land, gab es kei­ne Dop­pel­be­las­tung für Müt­ter und von einer weib­li­chen Sinn­kri­se konn­te auch kei­ne Rede sein: Auf müt­ter­li­che Gefüh­le wur­de schlicht und ergrei­fend ver­zich­tet. Das schnör­kel­lo­se Ver­hält­nis anti­ker Eltern zu ihrem Nach­wuchs änder­te sie erst lang­sam im Hoch­mit­tel­al­ter; unser heu­ti­ger Begriff von “Mut­ter­lie­be” ent­stand im 18. Jahr­hun­dert.
Mythos Mut­ter: Die Hand an der Wie­ge bewegt die Welt

His­to­ri­sche Müt­ter: Für die dama­li­ge Zeit hat­te Adolf Hit­ler eine ganz „nor­ma­le“ Kind­heit. Dis­zi­plin, Gehor­sam und Füg­sam­keit waren jahr­hun­der­te­lang nicht nur ers­te Untertanen‑, son­dern auch obers­te Kin­der­pflicht. Und so wächst Adolf Hit­ler auf wie vie­le ande­re auch: Als Sohn eines ‘erzie­hen­den’ — prü­geln­den — Vaters und einer Mut­ter, die zwar lie­be­voll, aber auch schwach ist.
Hit­lers Mut­ter Kla­ra

Histo­ry: Manch­mal sind Män­ner ein­fach die bes­se­ren Müt­ter.
Queen Vic­to­ri­as Onkel Leo­pold ist eine fast unbe­kann­te, aber nicht zu unter­schät­zen­de Grö­ße in der Welt­ge­schich­te, und hat auch in Sachen Hei­rats­po­li­tik eine geschick­te und ruhi­ge Hand
Queen Vic­to­ri­as Onkel Leo­pold

Wei­ter­füh­ren­der Link:

Tina Bai­er in „Spie­gel-Online“:
https://​www​.spie​gel​.de/​w​i​s​s​e​n​s​c​h​a​f​t​/​m​e​n​s​c​h​/​m​u​t​t​e​r​l​i​e​b​e​-​d​a​s​-​s​t​a​e​r​k​s​t​e​-​g​e​f​u​e​h​l​-​e​n​t​s​c​h​l​u​e​s​s​e​l​t​-​a​-​4​1​5​3​0​6​.​h​tml

Bild­nach­wei­se:

Archiv Buschmann/Hintsches

Archiv Buschmann/Hintsches

„Andrea Sola­rio 002“ von The Yorck Pro­ject: 10.000 Meis­ter­wer­ke der Male­rei. DVD-ROM, 2002. ISBN 3936122202. Dis­tri­bu­t­ed by DIRECTMEDIA Publi­shing GmbH.. Lizen­ziert unter Gemein­frei


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Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­den Sie auch auf unse­rer Home­page www​.bild​bio​gra​phi​en​.de

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