Hamburg auf den Barrikaden

Hafenarbeiter an einer Anlegestelle im Hamburger Hafen im Jahr 1900. Von Johann Hamann (1859-1935), Gemeinfrei

1923. Fünf Jahre sind seit dem Ende des Weltkrieges vergangen, aber Deutschland kommt nicht zur Ruhe. In Hamburg üben die Kommunisten Weltrevolution und für wenige Stunden gibt es eine „Sowjetrepublik Stormarn“. Ernst Thälmann, Hamburgs charismatischer KPD-Führer, bringt sich für seine weitere Karriere in Stellung, Stalin und Hitler mischen auch schon irgendwie mit.
Aber das eigentliche Desaster ist, dass die KPD wieder einmal von der SPD enttäuscht wird und in der Folge mit dem Begriff „Sozialfaschismus“ eine These in die Welt kommt, die brandgefährlich ist.

Lesen Sie im ersten Teil: Die Vorgeschichte – „Ruhrkampf“ – Hyperinflation – Umsturzversuche von rechts und von links – Die Weimarer Republik vor dem Kollaps
Vom Ruhrkampf zum Deutschen Oktober

Der Aufstand in Hamburg beginnt am Morgen des 23. Oktober 1923 um 5 Uhr mit einem Sturm auf die Polizeireviere, um den eklatanten Mangel der Revolutionäre an Waffen zu beheben.

„Neben Hamburg waren (das damals noch preußische) Altona und der Kreis Stormarn Schauplatz des Umsturzversuches. So wurden die Polizeidienststellen in den stormarnischen Gemeinden Bramfeld und Schiffbek überfallen und die Dienstwaffen erbeutet. In Bad Oldesloe, Ahrensburg und Rahlstedt wurden Eisenbahn- und Straßenblockaden durchgeführt. In Bargteheide wurde der Gemeindevorsteher von den Aufständischen festgenommen und eine „Sowjetrepublik Stormarn“ ausgerufen.
Bis auf Barmbek, Eimsbüttel und den stormarnischen Ort Schiffbek waren die Aufstandsversuche innerhalb weniger Stunden niedergeschlagen. Einzig in Barmbek, wo bei der vorigen Wahl etwa 20 Prozent der Wähler für die KPD gestimmt hatten, erhielten die Aufständischen Unterstützung aus der Bevölkerung, die sich beim Barrikadenbau beteiligte und die Aufständischen mit Lebensmitteln versorgte. Hier konnten diese sich unter dauerndem Gewehrfeuer den Tag über halten. In der Nacht verließen sie, von der Aussichtslosigkeit der Lage überzeugt, heimlich ihre Stellungen, so dass der Großangriff der Hamburger Polizei am nächsten Tag ins Leere lief.“
(Wikipedia, „Hamburger Aufstand“)

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Michael Schaper
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Hamburg Auf den Barrikaden

Warum 1923 der monatelang geplante und wieder abgeblasene KPD-Aufstand, der „Deutsche Oktober“, ausgerechnet und außerplanmäßig in Hamburg stattfindet, ist bis heute ungeklärt.

Vielleicht haben die Hamburger Genossen um Ernst Thälmann und Hugo Urbahns tatsächlich nicht mitbekommen, dass eine Konferenz kommunistischer Arbeiter- und Betriebsräte die proletarische Revolution zwei Tage zuvor abgeblasen hat.
Vielleicht wollten sie aber auch mit einem persönlichen revolutionären Akt in der Hansestadt – damals nach Berlin die zweitgrößte Stadt Deutschlands – den zögerlichen Genossen in Mitteldeutschland und vor allem in der Hauptstadt zeigen, dass die Zeit für die zweite, wirkliche proletarische Revolution reif ist und sie doch noch in den „Deutschen Oktober“ zwingen.

Verhaftung eines Mitglieds der Proletarischen Hundertschaften durch Reichswehr-Truppen.Bundesarchiv, Bild 102-00191 / CC-BY-SA 3.0

Denn in Hamburg, in dem es statt Adelshäusern immer nur die Tradition der einfachen Hafenarbeiter, Seeleute und reichen Pfeffersäcke gegeben hat, ist vieles anders.
Oder – wie es die sowjetische Schriftstellerin Larissa Reissner in ihrer Reportage „Hamburg auf den Barrikaden“ formuliert: „… nach dem offiziellen bürgerlichen Berlin riecht allein schon die Luft von Hamburg mit seiner Einfachheit und seinen freien Sitten nach Revolution.

„Die Häuser der Patrizier spüren in ihrem Nacken den unsauberen, erregten Atem der Vorstädte. Der Ring der elektrischen Bahnen spannt die gedrängten Vorstädte eng um die eleganten Viertel; zweimal am Tage saust der trübe Strom der Arbeiter, die Stadt nach den Docks zu durchquerend, die Wagen mit dem Geruch von Schweiß, Teer und Alkohol erfüllend, um ihre Villen.
Auf diese Weise gehorcht ganz Hamburg ebensosehr der Mittagssirene der Werften, dem morgendlichen und abendlichen Namensaufruf an den Ufern der Elbe, wie die kleinste Pfütze, ein armseliger Froschteich, dem fernen Pulsschlag des Ozeans gehorcht, der Hamburg seine Reichtümer und seine unermüdlichen Winde schickt. Der Bourgeois, der ehrbare Bürger, ist ebensowenig wie seine Wohnung gegen die Berührung und die Nachbarschaft der Proletarier gesichert. Die Dame, die abends ins Theater fährt, sitzt zwischen zwei Dockarbeitern eingezwängt, die ihre öligen Säcke in aller Gelassenheit auf die weichen Sitzbänke niederlegen.

Die Dirne aus Sankt Pauli sitzt neben der Gattin eines Beamten, zwinkert den Nachbarn zu und steigt an der nächsten Haltestelle aus – schon am Arm irgendeines von ihnen; der Arbeiter umarmt seine Frau oder seine Freundin; der Löscharbeiter umwölkt seine Nächsten mit seinem unmöglichen Tabak; Freunde schleppen einen betrunkenen Matrosen nach Hause, und der ganze Wagen amüsiert sich mit ihnen, denkt, spricht und lacht im reinsten Hamburger Platt, das geeignet ist, jeden beliebigen Ort sofort in eine lustige Hafenkneipe zu verwandeln. Von unserem Gesichtspunkt aus betrachtet, scheint das alles nicht sehr wichtig. Aber nach Berlin, wo der Arbeiter mit seinen Instrumenten nur in einem besonders schmutzigen und unsauberen Wagen fahren darf, wo das Vorrecht der Ersten und Zweiten Klasse nahezu- mit polizeilichem Aufgebot verteidigt wird; wo der Arbeitslose, sich seine vor Kälte violetten Ohren reibend, es kaum wagen darf, sich auf einer der zahllosen, stets leeren Bänke des Tiergartens auszuruhen; nach dem offiziellen bürgerlichen Berlin riecht allein schon die Luft von Hamburg mit seiner Einfachheit und seinen freien Sitten nach Revolution.“
Larissa Reissner: Hamburger Oktober 1923 / Hamburg auf den Barrikaden


Stalins Mann in Deutschland: Ernst Thälmann

Der „Hamburger Aufstand“ scheitert kläglich, was auch daran gelegen haben mag, dass sich nur 300 der 14.000 eingetragenen KPD-Mitglieder der Hansestadt beteiligt haben.
Die „Barrikadenkämpfe von Barmbek“ wären heute nicht mehr als eine winzige Randnotiz in der deutschen Geschichte, hätten sie nicht erstmals national und international ein Schlaglicht auf die kommende Lichtgestalt der tief zerstrittenen KPD geworfen: Ernst Thälmann.

Ernst Thälmann als Kandidat bei der Reichspräsidentenwahl 1932. Bundesarchiv, Bild 102-12940 / CC BY-SA 3.0

Thälmann, 1886 als Sohn armer Gemischtwarenhändler in Hamburg geboren, muss seine Schulzeit nach sieben Jahre Volksschule aus Geldmangel verlassen.
Er schlägt sich als Gelegenheitsarbeiter durch, tritt mit 17 Jahren in die SPD ein und macht sich bald als Gewerkschafter bei den Hamburger Hafenarbeitern einen Namen. Während des Ersten Weltkriegs kämpft er als Soldat an der Westfront, als er nach dem Krieg in seine Heimatstadt zurückkehrt, ist sie in der Hand von Arbeiter- und Soldatenräten, für die er sich begeistert. Er verlässt die SPD und tritt der Konkurrenz bei, der USPD, für die er 1920 ins Stadtparlament einzieht.

Er ist nur einer der Organisatoren des Hamburger Aufstands, aber im Gegensatz zu seinem direkten Konkurrenten, dem eher nüchternen Volksschullehrer Hugo Urbahns, versteht er es, mit seiner lauten, polternden Art die Herzen der Menschen zu gewinnen.
Vor allem gelingt es ihm, Stalins Vertrauen zu gewinnen – ein Unterfangen, an dem schon viele gescheitert sind.
Nach dem Hamburger Aufstand macht Thälmann eine erstaunliche Karriere: Zunächst wird er 1924 in das neue KPD-Zentralkomitee um die streitbare Ruth Fischer gewählt, das einen eigenen, von Moskau unabhängigen Weg einschlägt. Ein Jahr später sind Fischer und ihre „Linksabweichler“ bei Stalin so in Ungnade gefallen, dass das gesamte ZK (Zentralkomitee) der KPD nach Moskau zitiert und entmachtet wird. Nur Thälmann wird vom Vorwurf, ein „Ultralinker“ zu sein, freigesprochen und auf Stalins Wunsch zum neuen KPD-Führer ernannt.
Eine Wahl, die den „Woschd“ – Führer – nicht enttäuschen wird.

Beschwingte Atempause zwischen zwei Katastrophen

Im Jahr 1924 ist dem Kabinett Stresemann das gelungen, was kaum jemand für möglich gehalten hat: Die Währungsreform und die Einführung der „Rentenmark“ als Übergangswährung zeigen Wirkung, die deutsche Wirtschaft erholt sich, die politische Situation im Land beruhigt sich.

Wirtschaftlich geht es das erste Mal seit 1918 wieder aufwärts.
Konzerne wie IG Farben, Siemens und AEG sind auf dem Weltmarkt erfolgreich wie nie und ab August 1924 regelt der sogenannte Dawes-Plan (benannt nach dem US-Vize Charles G. Dawes) den Dauerbrenner Reparationszahlungen neu und – wie es scheint – zur Zufriedenheit aller Beteiligten.
Auch politisch wird es ruhiger. Trotz der Aufhebung der Parteienverbote im März 1924 sind KPD und NSPAP keine Bedrohung mehr, denn beide Parteien verlieren scharenweise Anhänger. Viele Deutschen spüren die ersten Anzeichen des wirtschaftlichen Aufschwungs, es geht ihnen besser. Nach vielen Jahren Krieg und Bürgerkrieg tanzen sie jetzt lieber Tango, Shimmy oder Charleston, statt zu demonstrieren.
1924 beginnen die „Goldenen Zwanziger Jahre“ auch in der Weimarer Republik.

Berlin, Tanztee im „Esplanade“ ADN-Zentralbild/ Archiv Berlin 1926 Im Garten des Berliner Hotels „Esplanada“ spielt zum 5 Uhr-Tee eine Jazzband. Von Bundesarchiv, Bild 183-K0623-0502-001 / CC-BY-SA 3.0,

SPD und NSDAP sind Zwillinge!
Die „Sozialfaschismustheorie“

Es ist ein Tanz auf dem Vulkan.
Die weltweite wirtschaftliche Erholung nach dem 1. Weltkrieg mündet in einer gigantische Spekulationsblase, die am 24. Oktober 1929 in den USA platzt,  der „Schwarzen Freitag„, wird die Welt zunächst wirtschaftlich, später politisch in den Abgrund reißen.
Es gibt aber noch einen zweiten großen Schönheitsfehler mit gewaltiger Sprengkraft: das Verhältnis zwischen SPD und KPD ist seit dem Scheitern des Deutschen Oktobers zerrüttet.

Gut war das Miteinander beider Arbeiterparteien noch nie, aber das sozialdemokratische Hin und Her im Krisenjahr 1923 kommt für viele KPD-Anhänger einem Verrat gleich: erst bilden sich rot-rote Landesregierungen in Thüringen und Sachsen, dann werden sie mit Billigung der Berliner SPD-Führung und dem Einsatz der Reichswehr wieder zerschlagen, gefolgt vom KPD-Parteiverbot im November 1923 durch die Regierung Stresemann, an der die SPD ebenfalls beteiligt war. Die SPD hat für viele deutsche Kommunisten ihren Ruf als unsichere Kandidatin wieder einmal bestätigt.
Nicht nur deutsche Kommunisten sind misstrauischer denn je. 1924 setzen sowohl Komintern-Führer Sinowjew als auch Stalin eine These in die Welt, die in den kommenden Jahren eine verheerende Wirkung entfalten wird:
die Sozialfaschismustheorie.

„Der Faschismus ist eine Kampforganisation der Bourgeoisie, die sich auf die aktive Unterstützung der Sozialdemokraten stützt. Die Sozialdemokratie ist objektiv der gemäßigte Flügel des Faschismus. Es liegt kein Grund zu der Annahme vor, die Kampforganisationen der Bourgeoisie könnten ohne die aktive Unterstützung durch die Sozialdemokraten entscheidende Erfolge in den Kämpfen oder bei der Verwaltung des Landes erzielen. Diese Organisationen schließen einander nicht aus, sondern ergänzen einander. Das sind nicht Antipoden, sondern Zwillingsbrüder.“
(Stalin, Werke, Band VI, S.253 Berlin 1950)

Stalin dachte damals nicht an Hitler, denn dessen NSDAP spielte nach dem gescheiterten Putsch im November 1923 zunächst keine Rolle mehr.
Stattdessen wird jede repressive Maßnahme des bürgerlichen Staates gegen Kommunisten als Faschismus bezeichnet.
Eine gefährliche Sackgasse, die in den kommenden Jahren verhindern wird, die wahre Natur des Faschismus zu begreifen.
Jeder, der gegen Kommunisten vorgeht, ist ein Faschist, ohne Unterschied und ohne Differenzierung.

Damit ist der Grundstein für die heraufziehende Katastrophe gelegt.

ADN-ZB/IML-ZPA
3. Reichstreffen des RFB vom 5.-6. Juni 1927 im Schiller-Park in Berlin-Wedding, Ernst Thälmann (l.) und Willy Leow an der Spitze des Demonstrationszuges. Bundesarchiv, Bild 183-Z0127-305 / CC-BY-SA 3.0

Zunächst spielt die Sozialfaschismustheorie keine Rolle, einige Jahre lang versucht man es trotz gegenseitigem Misstrauen mit der Einheitsfront aus SPD und KPD.
Das ändert sich mit dem sechsten Weltkongress der Komintern (Kommunistische Internationale) 1928, der für viele überraschend die „Dritte Periode des Kapitalismus“ verkündet.
Es ist die Zeit der Zwangskollektivierung in der UDSSR, die Millionen Menschen in den Hungertod treibt und Millionen Bauern – Kulaken – in Todeslager und vor Erschießungskommandos. Gerechtfertigt werden Stalins Grausamkeiten als neue Phase des Klassenkampfs, denn Stalin weiß, wie rückständig die Sowjetunion im Vergleich zu anderen Nationen – und potenziellen Kriegsgegnern – ist. „Wir sind hinter den fortgeschrittenen Ländern um 50 bis 100 Jahre zurückgeblieben. Wir müssen diese Lücke in zehn Jahren schließen oder wir werden zermalmt“ , verkündet er prophetisch.
Der neue linke Kurs schlägt sich auch auf die Außenpolitik nieder: Alle Kommunisten im Ausland sollen gegen Parteien und Politiker vorgehen, die man als Feinde der UDSSR – als Faschisten – ansieht.

Für Stalin ist in Deutschland der Hauptfeind die SPD, die 1928 die Regierung Müller stellt und später Brüning toleriert.
Als der sozialdemokratische Polizeipräsident Zörgiebel 1929 eine kommunistische Mai-Demonstration zusammenschießen lässt und den Rotfrontkämpferbund verbietet, scheint das der Beweis für den faschistischen Charakter der SPD zu sein.

In der Folgezeit versucht die KPD eine eigene „Einheitsfront“ von unten aufzubauen, SPD-Mitglieder in ihre Organisation abzuwerben, um die SPD-Führung zu isolieren. Gleichzeitig werden bereits Brüning und Papen als faschistische Regierungen bezeichnet, da sie mit Notverordnungen regieren. Weil die SPD diese Regierungen unterstützt, müsse man vor allem die Sozialdemokratie bekämpfen, so die Logik der KPD.

Ernst-Thälmann-Denkmal in Berlin: Die rechte Hand ist zur Faust, dem Gruß des Roten Frontkämpferbundes, erhoben. Von SpreeTom – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Ernst Thälmann formuliert den neuen Kurs in einer Rede im Jahr 1928 so:

„SPD und NSDAP sind Zwillinge!
Wie steht es nun mit dem Verhältnis zwischen der Politik der Hitlerpartei und der Sozialdemokratie? Schon das XI. Plenum hat von einer Verflechtung dieser beiden Faktoren im Dienste des Finanzkapitals gesprochen. Am klarsten hat Genosse Stalin schon im Jahre 1924 die Rolle dieser beiden Flügel gekennzeichnet, indem er von ihnen als von „Zwillingen“ sprach, „die einander ergänzen.“


Historiker sind sich heute einig, dass die absurde Gleichsetzung von NSDAP und SPD den Weg in die Katastrophe bahnte. Die beiden Arbeiterparteien zerfleischen sich in den kommenden Krisenjahren bis 1933 gegenseitig, punktuell kooperiert die KPD sogar mit Nationalsozialisten, nur um der SPD zu schaden.
Die Sozialfaschismustheorie erleichterte Hitler den Aufstieg zur Macht, vielleicht hat sie ihn sogar erst möglich gemacht.
Die Wurzeln dieses Desasters liegen im Krisenjahr 1923, als der „Deutsche Oktober“ nur in Hamburg stattfand.

Im Moskauer Kreml wird am 23.8.1939 ein Nichtangriffsvertrag zwischen dem deutschen Reich und der UdSSR unterzeichnet. Nach der Unterzeichnung im Gespräch J.W. Stalin und der deutsche Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop (r.), Bundesarchiv, Bild 183-H27337/CC-BY-SA 3.0

 Appendix: Ernst Thälmann wird im März 1933 verhaftet und stirbt 1944 nach langer Gefangenschaft und schweren Misshandlungen im KZ Buchenwald.
Stalin wird selbst zum „Kollaborateur“ der Faschisten und unterzeichnet im August 1939 den Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffspakt, der den 2. Weltkrieg für Hitler möglich machte. Obwohl Stalin behauptet zu wissen, was Hitler im Schilde führt, ist er komplett überrumpelt, als am Morgen des 22. Juni 1941das „Unternehmen Barbarossa“ beginnt und das Deutsche Reich die Sowjetunion mit 3,5 Millionen Soldaten überfällt.
Josef Stalin wird zweimal für den Friedensnobelpreis nominiert, einmal 1945, als einer der Sieger des Zweiten Weltkrieges, und einmal 1948. Er stirbt am 5. März 1953 nach einem Schlaganfall.

Copyright: Agentur für Bildbiographien, www.bildbiographien.de, 2017

Die Goldenen Zwanziger Jahre sind ein Tanz auf dem Vulkan. Die „Sozialfaschismustheorie“ ist ein Fundament für die Katastrophe des 30. Januar 1933, das wirtschaftliche Desaster folgt am 24. Oktober 1929. Lesen Sie im nächsten Teil: Aktien und Konsum auf Pump: Jetzt kaufen, später zahlen – Die Goldfalle – Vom Börsenkrach zur Weltwirtschaftskrise.
Der „Schwarze Freitag“: Vom Börsenkrach zur Weltwirtschaftskrise

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Weiterführende Links zum Thema:


1923. Reichskanzler Wilhelm Cuno und seine „Regierung der Wirtschaft“ versuchen, die Franzosen aus dem Ruhrgebiet zu vertreiben und lassen dafür Geld drucken. Sehr viel Geld. Mit katastrophalen Folgen für die gebeutelte Weimarer Republik. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit bis zum Kollaps zu sein. Bis zum rechten oder linken Kollaps, das ist auch noch nicht so ganz klar …
Vom Ruhrkampf zum Deutschen Oktober

Stalin ist grob und unbeherrscht – es kann durchaus vorkommen, dass er im Ärger den Kopf eines Mitarbeiters packt und auf die Tischplatte knallt. Doch mittlerweile ist er als Partei-Generalsekretär viel zu mächtig, als dass man Lenins letzten Willen befolgen könnte, sich einen anderen zu suchen. Stalin – die Zeit der „Entkulakisierung“ und des „Großen Terrors“.
Wer war eigentlich Stalin? Teil 2


Tatsächlich ist der  „Schwarze Freitag“ ein Donnerstag. Am 24. Oktober 1929 beginnen an der New Yorker Wall Street die Aktienkurse zu rutschen. Gegen Mittag steigert sich die Nervosität in Panik, der große Ausverkauf beginnt. Der Dow Jones sackt immer weiter ab, der Handel bricht mehrmals zusammen. Der Börsenkrach an der Wall Street stürzt die Welt in eine der schlimmsten und folgenschwersten Wirtschaftskrisen ihrer Geschichte.
Der schwarze Freitag: Vom Börsenkrach zur Weltwirtschaftskrise


Originaltext „Hamburg auf den Barrikaden“ der sowjetischen Schriftstellerin Larissa Reissner
http://gutenberg.spiegel.de/buch/hamburger-oktober-1923-hamburg-auf-den-barrikaden-5587/1


Bundeszentrale für politische Bildung: Der Kampf um die Republik 1919 – 1923.
http://www.bpb.de/izpb/55958/kampf-um-die-republik-1919-1923?p=all


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Bildnachweise:
1. Hafenarbeiter an einer Anlegestelle im Hamburger Hafen im Jahr 1900. Von Johann Hamann (1859-1935) – Johann Hamann: „Hamburg um die Jahrhundertwende. Mit einigen Farbaufnahmen von Heinrich Hamann. Hrsg. von Walter Uka. Mit einem Text von Timm Starl, Nishen-Verlag, Berlin-Kreuzberg 1987, S. 1928. ISBN 3-88940-009-4, Gemeinfrei
2. Verhaftung eines Mitglieds der Proletarischen Hundertschaften durch Reichswehr-Truppen.Bundesarchiv, Bild 102-00191 / CC-BY-SA 3.0
3. Ernst Thälmann als Kandidat bei der Reichspräsidentenwahl 1932. Bundesarchiv, Bild 102-12940 / CC BY-SA 3.0
4. Berlin, Tanztee im „Esplanade“ ADN-Zentralbild/ Archiv Berlin 1926 Im Garten des Berliner Hotels „Esplanada“ spielt zum 5 Uhr-Tee eine Jazzband. Von Bundesarchiv, Bild 183-K0623-0502-001 / CC-BY-SA 3.0,

5. Reichstreffen Rotfrontkämpferbund 1927 (Ernst Thälmann (l.) und Willy Leow (r.)). Bundesarchiv, Bild 183-Z0127-305 / CC-BY-SA 3.0
6. Ernst-Thälmann-Denkmal in Berlin: Die rechte Hand ist zur Faust, dem Gruß des Roten Frontkämpferbundes, erhoben. Denkmal für Ernst Thälmann von Lew Jefimowitsch Kerbel im Berliner Ernst-Thälmann-Park, Bronze auf ukrainischem Marmor, 1981/86. Von SpreeTom – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0
7. Sowjetunion, August 1939, Im Moskauer Kreml wird am 23.8.1939 ein Nichtangriffsvertrag zwischen dem deutschen Reich und der UdSSR unterzeichnet. Nach der Unterzeichnung im Gespräch J.W. Stalin und der deutsche Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop (r.), Bundesarchiv, Bild 183-H27337/CC-BY-SA 3.0

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