Vor 100 Jahren: Die Hölle von Verdun

Verdun ist eine kleine Stadt ohne große Bedeutung. Es ist eine Festungsstadt in Lothringen mit noch nicht einmal 20.000 Einwohnern, an einer Flussschleife der Maas (Meuse) gelegen und mit einer schmalen Durchgangsstraße als einziger Verbindung zum Rest der Welt. Eigentlich ist sie kaum der Rede wert. Doch dann beginnt am Morgen des 21. Februar 1916 die deutsche Operation „Gericht“ und lässt die beschauliche Kleinstadt Verdun –  wie 27 Jahre später auch Stalingrad – zum Synonym für die Grausamkeit und Sinnlosigkeit von Kriegen werden.

Die Bedeutungslosigkeit Verduns endet in den frühen Morgenstunden des 21. Februars 1916. In den kommenden zwölf Stunden werden die französischen Verteidigungsstellungen vor der Stadt mit rund zwei Millionen Granaten beschossen, danach marschiert die deutsche Infanterie. Am 24. Februar durchbrechen Infanteristen der deutschen Fünften Armee die französische Hauptabwehrlinie, nehmen Tausende französische Soldaten gefangen und erbeuten Dutzende Geschütze.

Der Angriff hat die Franzosen kalt erwischt. Ganze Einheiten lösen sich auf und fliehen, das mörderische Sperrfeuer der Deutschen und der unvermittelte Angriff reißen tiefe Lücken in die Verteidigungsstellungen. Die gesamte Verteidigung der Stadt steht auf der Kippe.
Dabei galt die Stadt als uneinnehmbar; ein Jahr zuvor war das von einer französischen Heereskommission noch amtlich festgestellt worden, und ein General, der das anders sah, wurde entlassen.

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Als am 25. Februar 1916 auch noch die wichtige Stellung Fort Douaumont den Deutschen in die Hände fällt, scheint das Schicksal der Stadt besiegelt zu sein. Nach nur wenigen Tagen, so sieht es zumindest im Moment aus, ist der Plan der beiden deutschen Chefstrategen – der Oberkommandierende General Erich von Falkenhayn und Kronprinz Wilhelm – aufgegangen.

Warum Verdun?

In früheren Kriegen hatte der gesiegt, der eine feindliche Armee auf dem Schlachtfeld schlug oder Schlüsselstellungen wie beispielsweise die Hauptstadt besetzte (oder zu besetzen drohte). Doch der Erste Weltkrieg ist anders, und es scheint, als ob die Militärs jener Zeit das Prinzip des „modernen“ Krieges tatsächlich erst während seines Verlaufs begreifen.
Es sind nicht nur die neuen Waffen, die den einst „ritterlichen“ Kampf Mann gegen Mann durch anonymes Artillerie-Sperrfeuer und Dauerbeschuss feindlicher Stellungen ablösen, es sind auch Eisenbahnen, Telefone, Funk und Gulaschkanonen, die Logistik und Organisation des Krieges komplett verändern, die Flugzeuge und Zeppeline, die zunächst zur Luftaufklärung, später auch zum Bombenwerfen eingesetzt werden.
Die Technologie hat sich weiterentwickelt, die militärische Strategien dagegen nicht. Wer würde sonst auf die Idee kommen, Kavallerie mit Säbeln und zu Pferde und Infanteristen zu Fuß ins gegnerische Trommelfeuer laufen zu lassen? Eine nicht unübliche Praxis  in den ersten Schlachten des Jahres 1914.

800px-River_Crossing_NGM-v31-p338Ende 1914 hatte man diese „neue“ Art von Krieg schmerzhaft und mit großem Blutzoll begriffen, der einst von vielen bejubelte und ersehnte Erste Weltkrieg war an der Westfront zum Stellungskrieg erstarrt.
Ein knappes halbes Jahr nach Kriegsbeginn ist es beiden feindlichen Lagern unmöglich, die gegnerischen Stellungen zu durchbrechen, den Feind vom Schlachtfeld zu vertreiben und wichtige strategische Ziele einzunehmen. Logistik wird zum fast wichtigsten Problem, denn man muss schnell genug Soldaten, Kriegsgerät, Munition und Proviant von einem Kriegsschauplatz zum nächsten bringen, bevor der Feind einen erfolgreichen Gegenangriff beginnen kann. Einen Sieg wird in diesem Krieg nur der erringen, der seine Gegner zermürbt oder die Kriegskosten so in die Höhe treibt, dass das feindliche Lager nicht mehr mithalten kann und einen Frieden um jeden Preis akzeptiert.


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Und genau das ist von Falkenhayns und Kronprinz Wilhelms Strategie, als sie im Februar 1916 die deutsche Fünfte Armee gegen die Kleinstadt Verdun marschieren lassen. Mit dieser Schlacht sollen französische Reserven gebunden, am besten vernichtet werden, Frankreich soll „ausbluten“ und zum Frieden gezwungen werden.
An der Stadt selbst hat man kein Interesse, aber sie liegt strategisch günstig in einem relativ ruhigen Frontabschnitt; zudem hatten französische Militärs sich in falscher Sicherheit gewogen und zahlreiche schwere Geschütze abgezogen, die Garnison umfasst nur noch drei Divisionen. Für die Verteidiger ist Verdun wegen seiner schlechten Verkehrsanbindung ein Desaster; für die deutschen Angreifer dagegen günstig, denn nur 20 Kilometer entfernt liegt ein großer Bahnhof, mit dem der Nachschub an Munition, Menschen, Gerät und Proviant organisiert werden kann.

Die Knochenmühle

Fast jeder französische Soldat, der im Ersten Weltkrieg gekämpft hat, durchlief mindestens einmal die „Knochenmühle“ Verdun. Am Ende der Offensive im Dezember 1916 waren auf französischer Seite 555.000 Soldaten tot oder vermisst, auf deutscher 450.000. Verdun ist mit insgesamt 1 Million Gefallener und Vermisster die verlustreichste Schlacht des Ersten Weltkrieges.

Aus strategischer Sicht ist der ursprüngliche Plan der Deutschen nicht unvernünftig: Eine Stadt angreifen, die der Feind verteidigen muss und dann seine Ressourcen durch Artilleriebombardements erschöpfen und ihn zum Aufgeben zwingen. Doch je länger der Angriff dauert, desto mehr verlieren sie ihre Strategie aus den Augen; ihre Ziele verlagern sich, und schließlich zerfleischt sich die deutsche Armee für eine Stadt, die sie weder wollte noch braucht.

800px-Fort_Douaumont_Anfang_1916Als am 25. Februar 1916 der deutsche Befreiungsschlag zu gelingen droht, und die wichtige französische Verteidigungsstellung Fort Douau- mont von nur 300 deutschen Soldaten eingenommen werden konnte, wird General Philippe Pétain mit der Verteidigung der Stadt betraut.
Pétain, nach Verdun als Nationalheld gefeiert, später wegen seiner Kollaboration mit den Nazis während des Zweiten Weltkrieges als Verräter zu lebenslanger Haft verurteilt, ergreift zunächst die in dieser verzweifelten Situation aus strategischer Sicht einzige richtige Maßnahme: Er kommandiert Tausende von Männern zum Straßenbau ab und lässt die einspurige Durchgangsstraße, die Verdun mit der Außenwelt verbindet, zum Voie Sacrée (Heiliger Weg) ausbauen.
Schon bald können 6000 LKWs täglich auf der Straße fahren und mehr als eine halbe Million Soldaten gelangen auf ihr mit Munition und Verpflegung in die Stadt und wieder heraus. Pétain beschließt auch, dass die Soldaten nach 15 Tagen im Schützengraben eine Ruhepause brauchen, so dass sich täglich ein endloser Pendlerstrom auf dem Voie Sacrée bewegt.

Nach einer kurzen Phase relativer Ruhe flammen vor Verdun am 5. März 1916 die Kämpfe wieder auf. Die neue deutsche Offensive zielt nun auf das westliche Ufer der Maas, genau ins Zentrum einer vorbereiteten Abwehr. Pétain hat seine besten Truppen aufgestellt und lässt sie durch das massive Sperrfeuer eines riesigen Aufgebots an Geschützen unterstützen.
Die Verluste der Deutschen sind verheerend. Bis Mitte April hat von Falkenhayns Fünfte Armee nicht nur Tausende Soldaten, sondern auch viele schwere Geschütze verloren, zudem bringt ein französisches Geschoss ein Munitionslager mit fast einer halben Million Artilleriegranaten zur Explosion. Im März erkennt der Oberkommandierende General, dass eine Fortsetzung der Offensive zu viele Opfer fordern würde und besteht auf der  Beendigung der Operation. Er kann sich gegen Kronprinz Wilhelm nicht durchsetzen.

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Ils ne passeront pas!

Das mörderische Tauziehen um Verdun geht weiter. Zwar führen die deutschen Angriffe unter fürchterlichen Verlusten von Menschenleben nur zu minimalen Geländegewinnen, doch sie drohen tatsächlich auch wie geplant, die französische Armee auszubluten. Das ändert sich erst, als der Verteidiger Verduns, General Pétain, von seinem Nachfolger General Robert Nivelle abgelöst wird, und die Franzosen ihren Offensivgeist wieder entdecken.
„Ils ne passeront pas!“ (Sie werden nicht durchkommen), ist Pétains Strategie, doch Nivelle will mehr; er will nicht nur die Tür verriegeln, sondern die Deutschen komplett hinauswerfen.

Zunächst rücken die Deutschen allerdings weiter vor. Ihr Marsch auf Verdun ist verlustreich und unendlich langsam, aufzuhalten scheint er jedoch nicht zu sein.
Im Juni 1916 fällt Fort Vaux, eine weitere wichtige Verteidigungsstellung der Franzosen. Zwischen den jeweiligen Großoffensiven besteht die Hölle von Verdun aus einzelnen Überfällen und Gegenstößen, die Artillerie beschießt die feindlichen Schützengräben, die schon längst von Hoffnungslosigkeit, Hunger, Krankheiten und Ungeziefer beherrscht werden. Die Soldaten – die meisten sind keine Berufssoldaten, sondern „Bürger in Uniform“ – sitzen in Matsch und Kugelhagel und wünsche sich nichts sehnlicher, als wieder nach Hause zu dürfen.

French_87th_Regiment_Cote_34_Verdun_1916Die Lage ist verzweifelt. Irgendetwas muss geschehen, man kann aus französischer Sicht nicht länger in der Defensive ver- harren und hoffen, dass die britische See- blockade die Ver- sorgungslage der Deutschen und damit ihre Kriegsbereitschaft irgendwann in die Knie zwingen werde.

Etwas geschieht. Am 1. Juli 1916 beginnen Briten und Franzosen ihre seit Januar geplante Offensive an der Somme, um das Schlachtfeld Verdun zu entlasten. Das Grauen soll mit einem weiteren Grauen bekämpft werden.
Trotz des neuen zweiten Kriegsschauplatzes zwischen den nordfranzösischen Flüssen Somme und Ancre bleibt die Situation vor Verdun zunächst in der Schwebe. Bis Ende Juni rücken deutsche Verbände in winzigen und mühsamen Etappen an die Stadt heran. Doch ihr nächster großer Angriff am 11. Juli 1916 auf die Verteidigungsstellung Fort Souville scheitert und zwingt die Deutschen erst zum Rückzug, später in die Defensive.

Ende August 1916 wird General von Falkenhayn das Kommando über die neuen rumänischen Truppen übertragen, die am Tag zuvor zu den deutschen gestoßen sind, was seiner Degradierung gleichkommt. Seinen Posten übernimmt der „Tannenberg“-Held Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg zusammen mit seinem Strategen und Generalquartiermeister Ludendorff.

Und schließlich zeigt die Somme-Offensive tatsächlich Wirkung: Der Druck auf die französischen Truppen lässt nach, den Deutschen fehlen zunehmend Mensch und Material für weitere Angriffe. Das Blatt wendet sich und in zähen Gegenoffensiven gelingt es Nivelle, Stück für Stück verlorenen Boden vor Verdun zurückzuerobern. Am 24. Oktober 1916 besetzen die Franzosen mit einem Großaufgebot von 170.000 Infanteristen, 700 Geschützen und 150 Flugzeugen Fort Douaumont, Anfang November ist auch Fort Vaux wieder französisch.

Am 18. Dezember 1916 ziehen sich deutsche Truppen vom Schlachtfeld vor der Kleinstadt Verdun zurück. Diese Hölle ist beendet, doch der Krieg, die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“, sollte noch fast zwei weitere fürchterliche Jahre dauern …

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Weiterführende Links:

Opa twittert aus dem Schützengraben: Mehr Infos zum Grimme-Preis nominierten Projekt von Christian Mack lesen Sie im Generationengespräch-Beitrag: Opas Krieg

 


In Berlin hat man mit Serbien und dem Balkan eigentlich nichts am Hut, seine Majestät, der 55-Jährige Kaiser Wilhelm II – auch „Wilhelm das Großmaul“´genannt – sucht den „Platz an der Sonne“ eher in Übersee. Trotzdem gibt es für ihn und seine Entourage gute Gründe, warum die Deutschen auf die Ermordung des österreichisch-ungarischen Thronfolgerpaars mit einem „Denkzettel für Serbien“ antworten sollen.
Ein Platz an der Sonne oder: Wilhelm, das Großmaul

 


Er war das 13. Kind eines dänischen Juden in Hamburg und hat sich mit nur wenigen Schuljahren und ohne Studium zum Generaldirektor der größ- ten Reederei der Welt, der Hapag, hochgearbeitet. Mit Geschick und Fleiß wird er schließlich zum „Reeder des Kaisers“, der ihm, den „jüdischen Parvenü“, wie ihn neidische Höflinge nennen, freundschaftlich verbunden ist. In vielem sind sich der Kaiser und sein Reeder einig, aber in der Frage über Krieg oder Frieden scheiden sich ihre Geister.
Die Welt ist friedlos geworden. Albert Ballin, der Reeder des Kaisers


ZDF „Weltenbrand“: Die Hölle von Verdun
https://www.youtube.com/watch?v=–gDhlsJAQU


Spiegel ONLINE: „Erschieß mich Kamerad. Die Augenzeugen von Verdun“
http://www.spiegel.de/einestages/verdun-augenzeugen-berichte-erschiess-mich-kamerad-a-1075468.html


VeranstaltungsRückblick Ringvorlesung ‚Verdun‘:

Unter dem Titel „Verdun – Eine Jahrhundertschlacht im Kontext der Geschichte“ bietet die Helmut-Schmidt-Universität Hamburg gab es im Frühjahrstrimester 2016 eine Ringvorlesung in der Hauptbibliothek. Hier ein kurzer Rückblick auf Themen und Referenten:

13. April, Prof. Dr. Thomas Höpel (Leipzig): Der deutsch-französische Grenzraum als Kultur- und Kriegslandschaft: Der deutsch-französische Grenzraum war stets eine Zone der Kulturverflechtung und des Kultur- zusammenstoßes und wurde später ein Zankapfel zwischen Deutschland und Frankreich, der die nationalen Emotionen stark aufwühlte. In der Vorlesung wird nach den sich ändernden Grenzkonzepten seit der Frühen Neuzeit gefragt, und es werden die daraus resultierenden Konsequenzen für die deutsch-französischen Beziehungen sowie für die Bewohner des deutsch-französischen Grenzraums analysiert.

27, April, Prof. Dr. Bernd Wegner (Hamburg): Der lange Weg in den großen Krieg: Der 1914 ausbrechende Krieg zwischen Deutschland und Frankreich war weder zufällig noch unvermeidlich. Vielmehr waren die Beziehungen zwischen beiden Ländern im Vorfeld des Ersten Weltkriegs weit vielschichtiger gewesen, als die Schlagworte von „Erbfeindschaft“ und „Revanche“ vermuten lassen. Die Vorlesung wird, ausgehend von einem Rückblick auf das 19. Jahrhundert, sowohl die längerfristigen Ursachen des Kriegs als auch das Verhalten der Berliner und Pariser Regierung in der Julikrise 1914 beleuchten.

4. Mai, Dr. Olaf Jessen (Husum): Die Schlacht bei Verdun: Verdun 1916 – längste Schlacht der Weltgeschichte, Sinnbild des totalen Kriegs, Markstein für das 20. Jahrhundert. Weshalb Verdun? Warum dauerte die Schlacht so lange? In den Generalstäben operierten die Eliten der französischen und deutschen Militärakademien. Ausgerechnet ihnen ist „Verdun passiert“. Was waren die Gründe? Vergessene Quellen erlauben einen neuen Blick auf die Führung beider Seiten. Und dieser Blick beunruhigt noch in unserer Gegenwart.

8. Juni, Dr. Arndt Weinrich (Paris): ‚Verdun‘ in der deutschen Erinnerungskultur: Die Schlacht von Verdun ist die einzige Schlacht des Ersten Weltkriegs, die heute noch im kollektiven Gedächtnis der Deutschen verankert ist. Als deutsch-französische Schlacht par excellence steht sie stellvertretend für den Schrecken der Materialschlacht. Der Vortrag zeichnet den Aufstieg ‚Verduns‘ zum Mythos in der Weimarer Republik und im Dritten Reich nach und verfolgt den Aufstieg des ‚Frontkriegers von Verdun‘ zur Verkörperung des Weltkriegssoldaten schlechthin.

15. Juni, Dr. Elise Julien (Lille): ‚Verdun‘ im kollektiven Gedächtnis Frankreichs: Verdun war die längste, vielleicht auch unmenschlichste Schlacht an der Westfront des Ersten Weltkriegs. Sie hat tiefe Spuren in der Erinnerungskultur der Franzosen hinterlassen, wurde bald zu einem Mythos und wandelte sich später zu einem Symbol für den ganzen Ersten Weltkrieg. Der Vortrag wird sich mit der Entstehung und Entwicklung dieser Verdun-Verarbeitung durch Politik und Gesellschaft befassen.

22. Juni, Prof. Dr. Ulrich Lappenküper (Hamburg/Friedrichsruh): Von der ‚Erbfeindschaft‘ zur Versöhnung: Frankreich und Deutschland jenseits von ‚Verdun‘: Vor dem Hintergrund der Gewaltexzesse des 20. Jahrhunderts kann die Aussöhnung zwischen Frankreich und Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg nur als „Wunder“ bezeichnet werden. Dank Adenauer und de Gaulle gewann sie völkerrechtlich Gestalt; später wurde die Achse Paris – Bonn/Berlin gar als „Schicksalsgemeinschaft“ wahrgenommen. Doch zur Verklärung besteht kein Anlass. Unter der Oberfläche von gestanzten Freundschaftsbeteuerungen gären noch heute verdrängte Ängste, verhüllte Drohungen. Die „Erbfreundschaft“ bleibt daher „un plébiscite de tous les jours“.

Weitere Informationen und Aktuelles aus Forschung und Wissenschaft:
http://www.hsu-hh.de/hiswes/

Bildnachweise:

1) Verdun, east bank of the Meuse, 21–26 February 1916, Staff writers – The Times History of the War VI. London: The Times. 1914–1921. OCLC 642276. Diagram showing the east bank of the Meuse at Verdun, 21–26 February 1916, Public Domain
2) An der Höhe 304 während einer Gefechtspause (bei Malancourt-Haucourt) Unbekannt – Veröffentlicht in: „Die Große Zeit. Illustrierte Kriegsgeschichte“. Zweiter Band. Berlin 1920. S. 212., Gemeinfrei
3) French train horses resting in a river on their way to Verdun. 300 ppi scan of the National Geographic Magazine, Volume 31 (1917), page 338: RESERVES CROSSING A RIVER ON THE WAY TO VERDUN. „They shall not pass“ is a phrase which for all time will be associated with the heroic defense of Verdun. To future generations of French people it will bring a thrill of pride even surpassing that enkindled by the glorious „The Old Guard dies, it never surrenders.“ The guardians of the great fortress on the Meuse have proved themselves invincible in attack, invulnerable in defense. Public Domain
4) Fort Doaumont 1916 before the battle (German aerial photograph) By „Photographisches Bild- und Film-Amt“ – German Government, Department of photos and film, Public Domain
5) By Unknown – German postcard with post stamp 5.8.1916 found at http://greatwarpostcards.blogspot.com/2013/08/a-row-of-french-155mm-cannons-mle-1877.html, Public Domain
6) Verdun_and_Vincinity_-_Map.jpg : Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=188781
7) French 87th Regiment Cote 34 Verdun 1916, Public Domain
8) By Oeuvre personnelle – Photographie personnelle prise près de l’ossuaire de Douaumont, Public Domain

Agentur für Bildbiographien, www.bildbiographien.de,2016

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