Einzig oder artig? Die Marke “Ich”

Einzig oder artig? Wie unser Bedürfnis nach Einzigartigkeit unser Leben beeinflusst

Jeder Mensch möch­te als Indi­vi­du­um wah­ge­nom­men wer­den. Einer­seits. Ande­rer­seits haben wir alle auch den mehr oder weni­ger star­ken Drang, zu einer Grup­pe zu gehö­ren, und sind bereit, unse­re Indi­vi­dua­li­tät dafür zurück­zu­stel­len. Eine Zwick­müh­le zwi­schen zwei star­ken Bedürf­nis­sen, die viel über unse­re Per­sön­lich­keit sagt. Wie uns unse­re “Mar­ke Ich” prägt — und wor­auf Unter­neh­mer und Ver­käu­fer dabei ach­ten soll­ten.

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Wer? Ganz ein­fach. Gute Ver­käu­fer.
7 Tricks für bes­se­res Con­tent Mar­ke­ting

Wer bin ich?

Wer bin ich?  ist die indi­vi­du­el­les­te aller Fra­gen, die sich Men­schen stel­len.

Das tun sie übri­gens schon seit Men­schen­ge­den­ken.

Zunächst ein­mal möch­ten wir alle als Indi­vi­du­um wahr­ge­nom­men wer­den. Des­we­gen pfle­gen wir unse­re Beson­der­hei­ten, die uns von den ande­ren unter­schei­den, des­we­gen trägt Hei­no Son­nen­bril­le und Lady Gaga schril­le Kos­tü­me.

Unser “Bedürf­nis nach Ein­zi­ar­tig­keit” (Need for Uni­que­ness — NfU) macht uns zu dem, was wir sind. Es ist die Grund­la­ge unse­rer Mar­ke Ich.

Einzigartigkeit und Massenpsychologie


Einer­seits.

Ande­rer­seits möch­ten wir aber auch “dazu­ge­hö­ren” und sind bereit, dafür einen Teil unse­rer Indi­vi­dua­li­tät zu opfern.

Denn die Zuge­hö­rig­keit zu einer Grup­pe bedeu­tet Schutz und Sicher­heit, ihr ver­dan­ken wir schö­ne Din­ge wie Lie­be, Fami­lie und Freund­schaf­ten.

Grup­pen­zu­ge­hö­rig­keit gibt uns zudem das gute Gefühl, mit unse­rer Mei­nung und unse­ren Wert­vor­stel­lun­gen nicht allei­ne dazu­ste­hen.

Und außer­dem: Was alle ande­ren tun oder den­ken, kann ja so falsch nicht sein, schließ­lich ist das Mehr­heits­prin­zip der Grund­pfei­ler unse­res demo­kra­ti­schen Sys­tems.

Einzig oder Artig?

Wenn die Klügeren immer nachgeben regieren die Dummen die Welt - Richtige und falsche Vorbilder

Foto: Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en

Indi­vi­dua­li­tät einer­seits, der Wunsch nach Zuge­hö­rig­keit zu einer Grup­pe ande­rer­seits — wie passt bei­des zusam­men?

Die Lösung: Bei­de Bedürf­nis­se las­sen sich mit­ein­an­der ver­ein­ba­ren, müs­sen aber in einer indi­vi­du­el­len “Kom­fort­zo­ne” gut aus­ba­lan­ciert sein.

Das per­sön­li­che Gleich­ge­wicht zwi­schen Indi­vi­dua­li­tät und Grup­pen­zu­ge­hö­rig­keit ist von Mensch zu Mensch unter­schied­lich und bestimmt unser Leben und unse­ren All­tag.

Für vie­le Fuß­ball­fans ist das „Schlach­ten­bum­meln“ am Sams­tag mit den Kum­peln aus dem Fan­club in ein­heit­li­chen Kut­ten und gleich­far­bi­gen Schals, mit Bier und gemein­sa­men wil­den Gesän­gen ein Wochen­hö­he­punkt. Oft ist für sie die Gemein­schaft mit Gleich­ge­sinn­ten, ein­heit­li­chen Ritua­len und Klei­dung wich­ti­ger als der Sport selbst.

  • Men­schen, denen eine star­ke Ver­bun­den­heit mit einer Grup­pe wich­tig ist, haben im Ver­gleich ein nied­ri­ge­res Bedürf­nis nach Ein­zig­ar­tig­keit (nied­ri­ge NfU).
    Sie defi­nie­ren sich stär­ker über ihre Grup­pen­zu­ge­hö­rig­keit und weni­ger über ihre indi­vi­du­el­len Beson­der­hei­ten.
    Gemein­schaft­li­che Ver­hal­tens­re­geln und Nor­men sind für sie kein Pro­blem; als beson­ders sinn­stif­tend kann für sie eine Fremd­grup­pe („out­group“) von „Ande­ren“ oder „Anders­ar­ti­gen“ sein, die als „schlech­ter“ wahr­ge­nom­men wird: “Wir sind St. Pau­li und Ihr nur HSV” , ist eine Form von out­group; Ihr Flücht­lin­ge eine ande­re.

Die Fremd­grup­pe ist ein Weg, um die eige­ne Grup­pe zu defi­nie­ren. “Wir” (St. Pau­li) sind die Guten, die “Ande­ren” (HSV) stei­gen völ­lig ver­dient ab — mit die­ser Ein­tei­lung lässt sich nicht nur das Selbst­wert­ge­fühl der Grup­pe stei­gern, son­dern auch das jedes ein­zel­nen Grup­pen­mit­glieds.

  • Auch Men­schen mit einem hohen Bedürf­nis nach Ein­zig­ar­tig­keit (hohe NfU) kön­nen St. Pau­li (oder HSV) -Fans sein, aber die Vor­stel­lung, sams­tags mit Tau­sen­den ande­ren in ein­heit­li­cher Kluft im Fan­block ste­hen zu müs­sen, ist für sie ein Graus. Selbst wenn sie ein­ge­fleisch­te Fans eines Ver­eins sind, wer­den sie weit­ge­hend jeder Form von Ver­eins­meie­rei — Grup­pen­dy­na­mik und -kon­for­mi­tät — aus dem Weg gehen.
    Wer ein hohes Maß an “NfU” hat, wird mit allen mög­li­chen (und manch­mal auch unmög­li­chen) Mit­teln ver­su­chen, aus der „grau­en Mas­se“ her­vor­zu­ste­chen und sich von der Her­de sei­ner Mit­men­schen abzu­he­ben.

Her­vor­ste­chen geht her­vor­ra­gend durch extra­va­gan­te Klei­dung, einem ris­kan­ten Hob­by oder den Neu­wa­gen der Extra­klas­se. (Wer sich den nicht leis­ten kann, ver­schö­nert wenigs­tens sein altes Auto mit indi­vi­du­el­len Abzieh­bild­chen und Ral­ly­e­strei­fen.)

Pier­cings und Tat­toos, lan­ge Zeit Kör­per­schmuck har­ter See­män­ner und Knast­brü­der, sind auch ein Aus­druck des Bedürf­nis­ses nach Ein­zig­ar­tig­keit, und schon längst in der Mit­te unse­rer Gesell­schaft ange­kom­men, bei­spiels­wei­se auf Schul­tern und Schen­kel rei­fe­rer Damen.


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Die Marke “Ich”

Die indi­vi­du­el­le Kom­fort­zo­ne zwi­schen “ein­zig” und “artig” ist eine sta­bi­le Eigen­schaft, die sich im Lau­fe des Lebens kaum oder nur sehr lang­sam ver­än­dert.

Wer sich in sei­ner Indi­vi­dua­li­tät nicht rich­tig wahr­ge­nom­men fühlt — “zu auf­fäl­lig” oder “zu unauf­fäl­lig” -, fühlt sich nicht wohl und wird unbe­wusst ver­su­chen, sein per­sön­li­ches Gleich­ge­wicht wie­der her­zu­stel­len.

Ein Mensch mit einem star­ken Bedürf­nis nach Ein­zig­ar­tig­keit bei­spiels­wei­se, indem er ver­sucht, mit einer unge­wöhn­li­chen Mei­nung anzu­ecken oder durch sei­nen Klei­dungs­stil auf­zu­fal­len, wenn er sich sich zu sehr als “graue Maus” wahr­ge­nom­men fühlt.

Fazit: Sobald unser Wunsch nach per­sön­li­cher und indi­vi­du­el­ler Anspra­che nicht erfüllt ist, wer­den wir irgend­et­was unter­neh­men, um unse­re Kom­fort­zo­ne wie­der zu errei­chen.


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Einzigartigkeit für Unternehmer

Für ein Unter­neh­men kann ein Mit­ar­bei­ter mit star­kem Drang nach Indi­vi­dua­li­tät von unschätz­ba­rem Wert sein, denn er kann durch bewuss­tes Abwen­den von herr­schen­den Nor­men und Ein­stel­lun­gen unge­wöhn­li­che Lösungs­mög­lich­kei­ten auf den Weg brin­gen:  Die Glüh­bir­ne, die Rela­ti­vi­täts­theo­rie oder „Face­book“ wur­den von eini­gen weni­gen Quer­den­kern gegen die herr­schen­de Mei­nung ge- oder erfun­den.

 ” … Wer alte Zöp­fe abschnei­det und schein­bar Alt­be­währ­tes “schöp­fe­risch zer­stört”, rich­tet zunächst ein­mal Cha­os an. Doch des­halb ist man noch lan­ge kein Cha­ot, son­dern im Ide­al­fall der Schöp­fer einer neu­en Ord­nung — im Gro­ßen oder ganz beschei­den im Detail. Aller­dings bedarf es schon einer gewis­sen Por­ti­on Mut und Durch­set­zungs­fä­hig­keit, denn “schöp­fe­ri­sche Zer­stö­rer” sind nicht über­all beliebt. Bei vie­len Kol­le­gen nicht, aber auch bei man­chen Chefs nicht, die Ver­än­de­run­gen nicht gou­tie­ren, weil sie mit Risi­ken behaf­tet sind. Und die fata­ler­wei­se nicht bemer­ken, wenn das Fest­hal­ten an alten metho­den und Pro­duk­ten naht­los in Schlaf­müt­zig­keit über­geht. Schlaf­müt­zen aber ver­pen­nen den gesell­schaft­li­chen Wan­del und künf­ti­ge Chan­cen des Mark­tes.”

Aus: Micha­el Brück­ner, Die Geset­ze der Erfolg­rei­chen. Von den Bes­ten ler­nen.

Beson­ders wich­tig ist “NfU” aber auch bei der Kun­den­an­spra­che.

Nach­ge­wie­sen ist, dass in den letz­ten Jahr­zehn­ten der Wunsch nach Indi­vi­dua­li­tät gestie­gen ist. Immer mehr Men­schen haben ein aus­ge­präg­tes Bedürf­nis nach Ein­zig­ar­tig­keit. Das soll­te von Unter­neh­men, Par­tei­en und Orga­ni­sa­tio­nen berück­sich­tigt wer­den.

Kun­den mit hoher NfU wün­schen sich ein­ma­li­ge, mög­lichst exklu­si­ve oder sogar indi­vi­dua­li­sier­te Pro­duk­te und Dienst­leis­tun­gen.
Wich­tig ist dabei, dass Kun­den­zu­frie­den­heit nicht allein durch das Pro­dukt oder die Dienst­leis­tung ent­steht, son­dern auch durch den Ent­schei­dungs­pro­zess, der zum Kauf führt, also durch Mar­ke­ting­stra­te­gi­en und Ver­kaufs­ge­sprä­che.

Viele Homepages verbarrikadieren sich hinter Worthülsen und haben deswegen nur wenig mit guten Texten zu tunAus Angst, irgend­et­was falsch zu machen und Kun­den zu ver­prel­len, ver­bar­ri­ka­die­ren sich Home­pages ger­ne hin­ter Wort­hül­sen, die alles ande­re als ein­zig­ar­tig sind: Leser sind nach dem Lesen nicht schlau­er als vor­her, auf indi­vi­du­el­le Wün­sche und Bedürf­nis­se wird über­haupt nicht ein­ge­gan­gen. Das ist nicht gut.
Mehr über “Bull­shit-Bin­go für Home­pages” lesen Sie unter:
Ein­fach gute Tex­te schrei­ben

Ein guter Ver­käu­fer soll­te nicht nur die Moti­ve sei­nes Kun­den erken­nen, son­dern auch des­sen emo­tio­na­le Bedürf­nis­se.

Einen Inter­es­sen­ten mit hohem Bedürf­nis nach Ein­zig­ar­tig­keit mit dem Argu­ment: “Das ist bewährt, das haben schon vie­le gekauft” locken zu wol­len, wird nicht erfolg­reich sein; bei einem Kun­den mit gerin­gem Maß an “NfU” ist es dage­gen genau das rich­ti­ge Ver­kaufs­ar­gu­ment.

Kun­den­an­spra­che und das per­sön­li­che Maß an NfU müs­sen zusam­men­pas­sen.
Erst dann kann sich ein Kun­de gut auf die Argu­men­te, die für den Kauf spre­chen, ein­las­sen. Außer­dem wird er den Nut­zen sei­nes Kaufs, den er sich im Geist schon aus­malt, als höher bewer­ten und auch nach dem Kauf zufrie­de­ner sein.

Das stärkt die Kun­den­bin­dung und erhöht für den Ver­käu­fer die Wahr­schein­lich­keit, wei­ter­emp­foh­len zu wer­den.

Einzig oder artig? Wie unser Bedürfnis nach Einzigartigkeit unser Leben bestimmt


Für erfolg­rei­che Ver­kaufs­ge­sprä­che hin und wie­der auch hilf­reich zu wis­sen: Man weiß, dass das Bedürf­nis nach Ein­zig­ar­tig­keit mit ande­ren Eigen­schaf­ten einer Per­sön­lich­keit zusam­men­hängt: Men­schen mit hohem “NfU” sind eher extra­ver­tiert und gehen auf ande­re zu, sie sind offen für neue Erfah­run­gen, krea­tiv und risi­ko­freu­dig.


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Micha­el Brück­ner, Die Geset­ze der Erfolg­rei­chen. Von den Bes­ten ler­nen*, Ellert & Rich­ter, 2015

Gesellschaft und Einzigartigkeit

Unter man­chen Bedin­gun­gen kann Grup­pen­zu­ge­hö­rig­keit auch zu Hem­mungs­ver­lust und Gewalt füh­ren, ein Phä­no­men, das Gust­ave Le Bon in sei­ner Arbeit „Psy­cho­lo­gie der Mas­sen“ schon 1895 beschrie­ben hat.

Eine wis­sen­schaft­li­che Meis­ter­leis­tung war sei­ne Ver­öf­fent­li­chung nicht, trotz­dem gilt Gust­ave Le Bon zurecht als Begrün­der der Mas­sen­psy­cho­lo­gie.
Einer­seits schwa­dro­nier­te er Selt­sa­mes über den Ver­lust der ‘edlen Ras­sen­see­le’, ande­rer­seits stell­te er die ent­schei­den­de, bis heu­te gül­ti­ge Fra­ge: War­um beneh­men sich fried­lie­ben­de und zivi­li­sier­te Men­schen in Grup­pen manch­mal völ­lig dane­ben, näm­lich — wie bei­spiels­wei­se Hoo­li­gans — enhemmt und gewalt­tä­tig?

In den 1950er Jah­ren wur­de in der sozi­al­psy­cho­lo­gi­schen For­schung dafür der Begriff der „Deindi­vi­du­ie­rung“ geprägt.

Man geht davon aus, dass das Tra­gen von Uni­for­men, Trach­ten, gleich­far­bi­gen T-Shirts oder Schals in den Ver­eins­far­ben bis zu einem gewis­sen Grad das Abtau­chen in einer gro­ßen Men­schen­men­gen bewirkt und dadurch unbe­wuss­ten auch die unge­schrie­be­nen Geset­ze und Ver­hal­tens­wei­sen die­ser Grup­pe über­nom­men wer­den.

Der Vor­teil einer Grup­pe besteht dar­in, dass die Mit­glied­schaft sta­bil ist und nicht ver­lo­ren gehen kann. Man ist deutsch und nicht pol­nisch oder dänisch, und man bleibt es, auch wenn man sei­nen Job ver­liert.

Heu­te weiß man, dass nicht jede Grup­pie­rung not­wen­di­ger­wei­se die Gefahr von Ent­hem­mung und Gewalt in sich trägt: Ent­schei­dend sind letzt­lich immer die Wer­te und Regeln, die die jewei­li­ge Grup­pe hat.

Fuß­ball-Hoo­li­gans gehö­ren Grup­pie­run­gen an, die Le Bons Mut­ma­ßun­gen bestä­ti­gen, denn ihre Grup­pen­norm beinhal­tet Aus­gren­zung und Gewalt­be­reit­schaft.
Bei Kran­ken­schwes­tern wirkt sich die Grup­pen­zu­ge­hö­rig­keit genau umge­kehrt aus: Sie ver­hal­ten sich bei­spiels­wei­se allein durch das Tra­gen ihres Schwes­tern­kit­tels hilfs­be­rei­ter als ohne. In ihrem Kit­tel mani­fes­tiert sich ihre Zuge­hö­rig­keit zur Grup­pe der Kran­ken­schwes­tern, deren Norm nun ein­mal „Hilfs­be­reit­schaft“ ist.


Fazit:

Men­schen brau­chen bei­des – wir kom­men nicht ohne „unse­re Her­de“ aus, wol­len aber auch nicht so sein, wie alle ande­ren.
Unse­re Mar­ke Ich ist unse­re ganz per­sön­li­che „Kom­fort­zo­ne“ zwi­schen Indi­vi­dua­li­tät einer­seits und unse­rem Bedürf­nis nach Grup­pen­zu­ge­hö­rig­keit ande­rer­seits, in der wir uns wohl füh­len und die sich im Lau­fe des Lebens — wenn über­haupt — kaum und nur sehr lang­sam ver­än­dert.

  • Unser sub­jek­tiv als ange­nehm emp­fun­de­nes Gleich­ge­wicht zwi­schen Grup­pen­zu­ge­hö­rig­keit und Indi­vi­dua­li­tät ist ange­bo­ren, kann aber durch Lebens­um­stän­de und Situa­tio­nen beein­flusst bzw. mani­pu­liert wer­den.
  • Grup­pen geben Men­schen Schutz, Sicher­heit und Ori­en­tie­rung. Das ist an sich nichts Schlech­tes, je nach Grup­pen­norm kann es aber dazu wer­den.
  • Die Angst vor Job­ver­lust ist kon­tra­pro­duk­tiv für Wirt­schafts­un­ter­neh­men, die von der Inno­va­ti­ons­kraft ihrer Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter leben. Es fällt leich­ter, neue Wege zu gehen, wenn ein Gefühl der Sicher­heit herrscht, denn das Risi­ko des Schei­terns besteht gera­de bei Inno­va­tio­nen immer. Wer Angst hat, fügt sich eher der Grup­pen­mei­nung und denkt sel­te­ner quer.
  • Unter­neh­men und Geschäfts­leu­te müs­sen sich dar­auf ein­stel­len, dass immer mehr ihrer Kun­den ein stär­ke­res Bedürf­nis nach Ein­zig­ar­tig­keit haben.

Copy­right: Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en, www.bildbiographien.de, 2016 (über­ar­bei­tet 2018)


Auto­ren:
Hans-Peter Erb ist Pro­fes­sor der Sozi­al­psy­cho­lo­gie mit den For­schungs­schwer­punk­ten Sozia­ler Ein­fluss und Urteils­bil­dung. Seit 2007 lehrt er an der Hel­mut-Schmidt Uni­ver­si­tät in Ham­burg, seit 2017 betreibt er einen eige­nen You­Tube-Kanal mit sozi­al­psy­cho­lo­gi­schen The­men:


Susan­ne Gebert arbei­tet als Ghost­wri­te­rin und ist Inha­be­rin der Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en
https://www.bildbiographien.de


Lesen Sie im nächs­ten Bei­trag: Wie unse­re Stein­zeit­re­lik­te im Kopf aus Frem­den Freun­de machen und uns Vor­bil­der besche­ren, die wir nicht wol­len. Und wie die dann unser Leben beein­flus­sen, ohne dass wir es bemer­ken, geschwei­ge denn auch nur ansatz­wei­se Herr (oder Frau) der Lage sind.
Rich­ti­ge und fal­sche Vor­bil­der

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Der Sozi­al­psy­cho­lo­ge Robert Levi­ne in einem sehr intel­li­gen­ten Buch über Psy­cho­lo­gie und Mecha­nis­men, die hin­ter erfolg­rei­chem (Sich-)Verkaufen ste­cken.
Robert Levi­ne, Die gro­ße Ver­füh­rung. Wie die Regeln der Mani­pu­la­ti­on funk­tio­nie­ren*. Piper Taschen­buch, Piper Ver­lag GmbH, Mün­chen, 2005

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Das Psy­cho­lo­gie-Buch. Wich­ti­ge Theo­ri­en ein­fach erklärt*, Dor­ling Kin­ders­ley Ver­lag GmbH, Mün­chen, 2012

Opfer — Ret­ter — Ver­fol­ger. In Stres­si­tua­tio­nen fal­len wir oft in alte Rol­len-Mus­ter, die wir in der Kind­heit gelernt haben. Wie man Psy­cho­spiel­chen durch­schau­en und durch­bre­chen kann — ein sehr lesens­wer­tes Buch für alle, die das Gefühl haben, sich immer wie­der an der glei­chen Stel­le zu ver­ha­ken. Cor­ne­lia und Ste­phan Schwarz: Schluss mit Psy­cho­spiel­chen*, dtv Ver­lags­ge­sell­schaft, Janu­ar 2018

EINZIGARTIGE — aber vor allem wei­ter­füh­ren­de Links:


Män­ner und Frau­en: Män­ner sind seit Jahr­tau­sen­den dar­auf getrimmt, die Bes­ten zu sein, und ande­ren — auch unge­fragt — die Welt zu erklä­ren. Frau­en wol­len tief in ihrem Inne­ren vor allem eins: bloß nicht anecken. Alles nur blö­de Kli­schees? Oder ist der ‘Dia­log der Geschlech­ter’ doch ein ‘Kampf der Geschlech­ter’?
Da röhrt der Hirsch. Über die schwie­ri­ge Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen Män­nern und Frau­en


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Schrei­ben: Wie Sie die Angst vor dem wei­ßen Papier über­win­den, Ihre Tex­te struk­tu­rie­ren, kon­kret for­mu­lie­ren, pas­sen­de Über­schrif­ten und den roten Faden fin­den. Und wel­ches Ziel die Quä­le­rei eigent­lich hat.
Ein­fach gute Tex­te schrei­ben


Geschich­te: Es sind Grün­der wie Albert Bal­lin, die den Rei­chen und Schö­nen im aus­ge­hen­den 19. Jahr­hun­dert das Leben schwer machen. Empor­kömm­lin­ge aus klei­nen Ver­hält­nis­sen, die eige­ne Unter­neh­men grün­den und sich mit eiser­nem Wil­len und vor allem viel Biss Wohl­stand und Ein­fluss erkämp­fen. Bal­lin steigt nicht nur zum Gene­ral­di­rek­tor der HAPAG auf, son­dern wird auch enger Ver­trau­ter und “Ree­der des Kai­sers”, was man bei Hofe in Ber­lin nicht ger­ne sieht.
Die Welt ist fried­los gewor­den. Albert Bal­lin, der Ree­der des Kai­sers


Der nor­ma­le Wahn­sinn: Tipps und Tricks, psy­cho­lo­gi­sche Denk­fal­len und viel Wis­sens­wer­tes für ein bewuss­tes Leben fin­den Sie in unse­rer Kate­go­rie:
Tipps für den All­tag


 Wir müssten das alles mal aufschreibenDie Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en bringt seit 2012 Lebens-. Fami­li­en- und Unter­neh­mens­bio­gra­fi­en als Bild­bio­gra­phi­en ins Buch und bie­tet außer­dem einen Ghost­wri­ting-Ser­vice mit den Schwer­punk­ten Geschich­te und Psy­cho­lo­gie an.
Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­den Sie auch auf unse­rer Home­page www.bildbiographien.de


Bild­nach­wei­se: Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en



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2 Gedanken zu „Einzig oder artig? Die Marke “Ich”

  1. was ich sehr wich­tig fin­de fürs Ver­ste­hen: dass Sta­lin und Hit­ler bei­de nach 3 früh ver­stor­be­nen Geschwis­tern gebo­ren wur­den, d.h. von tief trau­ern­den Müt­tern, die wenig Kraft gehabt haben dürf­ten, ihre klei­nen Söh­ne vor der Bru­ta­li­tät eines sinn­los prü­geln­den Vaters zu schüt­zen und ihnen weder Lie­be noch Ver­ständ­nis ent­ge­gen­brach­ten. Die­se ” Erzie­hung” bot den idea­len Boden für Mas­sen­mör­der.

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