Ihr Flüchtlinge! Flucht und Vertreibung 1944 — 1950

Ost­preu­ßen, Flücht­ling­treck“ von Bun­des­ar­chiv, Bild 146‑1976-072–09 / CC-BY-SA 3.0. Lizen­ziert unter CC BY-SA 3.0 de

Von ‚Will­kom­mens-Kul­tur‘ kann kei­ne Rede sein, als in den Jah­ren zwi­schen 1944 und 1950 rund 12 Mil­lio­nen Deut­sche und Deutsch­stäm­mi­ge aus Ost­preu­ßen, Pom­mern, Schle­si­en und dem Sude­ten­land in den Wes­ten flie­hen. In den Augen vie­ler Ein­hei­mi­scher sind sie die „Pola­cken“, die ihnen das Weni­ge, das sie nach dem ver­lo­re­nen Krieg noch haben, weg­neh­men wol­len. Heu­te hal­ten Wirt­schafts­his­to­ri­ker den “Brain­gain”, also den Gewinn an Talen­ten durch die Flücht­lings­wel­le, für eine der wich­tigs­ten Grund­la­gen des  „Wirt­schafts­wun­ders“ — wich­ti­ger als Mar­shall-Plan und Lud­wig Erhard.

Lesen Sie auch: Es war ein Krieg, den eigent­lich nie­mand woll­te. Bri­ten und Fran­zo­sen nicht, die Sowjets nicht und auch nicht die meis­ten Deut­schen. Die ein­zi­ge trei­ben­de Kraft ist Adolf Hit­ler. Seit sei­ner „Macht­er­grei­fung“ im Jahr 1933 wird die deut­sche Außen- und Innen­po­li­tik, die Wirt­schafts- und Finanz­po­li­tik ein­zig und allein auf das Ziel Krieg aus­ge­rich­tet. Eine Chro­no­lo­gie der größ­ten Kata­stro­phe in der Geschich­te der Mensch­heit:
Vor 70 Jah­ren: Welt­kriegs­en­de-Zusam­men­bruch-Befrei­ung

Überrollt

Lan­ge Zeit war den Bewoh­nern Ost­preu­ßens unter Andro­hung schwe­rer Stra­fen die Flucht aus ihrer Hei­mat ver­bo­ten wor­den.

An den “End­sieg” glaubt schon lan­ge nie­mand mehr, aber Hit­ler will Sta­lins vor­rü­cken­der Roten Armee einen mensch­li­chen „Schutz­wall“ ent­ge­gen­stel­len. Natür­lich hat­ten sich die Par­tei­obe­ren schon längst abge­setzt, und da die Män­ner im Krieg sind, sol­len Frau­en, Kin­der und Alte Hit­lers ost­preu­ßi­schen Schutz­wall sein.

Als schließ­lich die sowje­ti­sche Groß­of­fen­si­ve ab dem 12. Janu­ar 1945 in kür­zes­ter Zeit die deut­sche Front ent­lang der Memel und der Weich­sel an vie­len Stel­len durch­bricht, gibt es trotz aller Ver­bo­te kein Hal­ten mehr: die Frau­en, Kin­der und Alten zie­hen in gro­ßen und klei­nen Trecks mit über­la­de­nen Pfer­de­kar­ren, Babys, Klein­kin­dern und Gepäck im Bol­ler­wa­gen oder zu Fuß mit einem Kof­fer in der Hand Rich­tung Wes­ten.

Die Bedin­gun­gen für ihre Flucht sind denk­bar schlecht: Es ist tiefs­ter Win­ter und klir­rend kalt — und die Rote Armee erreicht noch vor den meis­ten Flücht­lings-Trecks das Fri­sche Haff bei Elbing und ver­sperrt ihnen damit den Flucht­weg über Land.

Die Flucht hat­te für vie­le Wochen zu spät begon­nen, sie wer­den von der Ost­front ein­fach „über­rollt“.

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U.S. Depart­ment of Sta­te, Kar­te vom 10. Janu­ar 1945: Ger­ma­ny – Poland Pro­po­sed Ter­ri­to­ri­al Chan­ges – Secret („Vor­schlag zur Gebiets­ver­än­de­rung – Geheim“)


Das Unternehmen ‘Hannibal’

Nach­dem der Land­weg abge­schnit­ten ist, lei­tet Groß­ad­mi­ral Karl Dönitz im Janu­ar 1945 das Unter­neh­men „Han­ni­bal“ ein, die größ­te Eva­ku­ie­rungs­maß­nah­me der Welt­ge­schich­te. Mit 700 Schif­fen der Kriegs­ma­ri­ne wer­den über zwei Mil­lio­nen Flücht­lin­ge über die Ost­see nach Meck­len­burg und Schles­wig-Hol­stein gebracht.

Dabei kommt es zu furcht­ba­ren Kata­stro­phen.
Am 30. Janu­ar 1945 wird der zum Flücht­lings­schiff umfunk­tio­nier­te ehe­ma­li­ge Trup­pen­trans­por­ter Wil­helm Gust­loff von 3 sowje­ti­schen Tor­pe­dos getrof­fen und ver­sinkt inner­halb kur­zer Zeit.
Bis heu­te ist die genaue Zahl der Opfer nicht bekannt, es wird geschätzt, dass 5000 bis 9000 Men­schen ertrin­ken. Beim Unter­gang der Tita­nic im Jahr 1912 star­ben etwa 1600 Men­schen.

Die “Wil­helm Gust­loff” ist die schlimms­te Schiffs­ka­ta­stro­phe in der Geschich­te der Mensch­heit.

Das Laza­rett­schiff Wil­helm Gust­loff im Oslo­er Hafen By Bun­des­ar­chiv, Bild 121‑0665 / CC-BY-SA 3.0

Die­se Geschich­te fing lan­ge vor mir, vor mehr als hun­dert Jah­ren an, und zwar in der meck­len­bur­gi­schen Resi­denz­stadt Schwe­rin. Hier wird 1895 jener Mann gebo­ren, der spä­ter als »Blut­zeu­ge« gefei­ert und einem Schiff den Namen geben wird, des­sen Unter­gang am 30. Janu­ar 1945 die größ­te Kata­stro­phe in der Geschich­te der See­fahrt dar­stellt. Das ehe­ma­li­ge Kraft-durch-Freu­de-Kreuz­schiff »Wil­helm Gust­loff« mit Tau­sen­den von Flücht­lin­gen und Sol­da­ten an Bord wird von den Tor­pe­dos eines sowje­ti­schen U-Boots ver­senkt, schät­zungs­wei­se fünf- bis neun­tau­send Men­schen fin­den in der eisi­gen Ost­see den Tod.“

Gün­ther Grass, Im Krebs­gang


Die neue Reichshauptstadt: Flensburg

’ Han­ni­bal’, aber auch die Tat­sa­che, dass es im Nor­den noch mehr intak­ten Wohn­raum gibt als anders­wo, führt dazu, dass die Pro­vinz Schles­wig-Hol­stein die meis­ten Flücht­lin­ge und Hei­mat­ver­trie­be­nen aus dem Osten auf­nimmt.

Für weni­ge Tage ist Flens­burg hoch im Nor­den sogar die neue Reichs­haupt­stadt.

Ber­lin ist von der Roten Armee ein­ge­kes­selt.

In sei­nem poli­ti­schen Tes­ta­ment hat­te Hit­ler am 30. April 1945
den Ober­be­fehls­ha­ber der deut­schen Kriegs­ma­ri­ne, Groß­ad­mi­ral Karl Dönitz, zu sei­nem Nach­fol­ger als Reichs­prä­si­den­ten und Ober­be­fehls­ha­ber der Wehr­macht erklärt.

Der Admi­ral — Hard­li­ner und bis zur letz­ten Sekun­de treu­er Gefolgs­mann Hit­lers — tritt das Erbe wei­sungs­ge­mäß an, bil­det in Flens­burg-Mür­wik sei­ne geschäfts­füh­ren­de Reichs­re­gie­rung und lässt wei­ter­kämp­fen.

An “End­sieg” oder ein Wun­der kön­nen nach Hit­lers Selbst­mord selbst Hart­ge­sot­te­ne wie er nicht mehr glau­ben; sein Plan ist, so lan­ge durch­zu­hal­ten, bis Ame­ri­ka­nern, Bri­ten und Fran­zo­sen einem Sepa­rat­frie­den zustim­men.

Die­se Hoff­nun­gen wer­den ent­täuscht. Am 8. Mai 1945 muss Dönitz über einen Flens­bur­ger Radio­sen­der die bedin­gungs­lo­se Kapi­tu­la­ti­on der Wehr­macht ver­kün­den, am 9. Mai 1945 unter­zeich­net Gene­ral­feld­mar­schall Wil­helm Kei­tel die bedin­gungs­lo­se Kapi­tu­la­ti­on gegen­über der Sowjet­uni­on.


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Ein span­nen­der Über­blick über 35 Jah­re, die die Welt ver­än­dert haben. Die gewal­ti­gen Tur­bu­len­zen in der euro­päi­schen Geschich­te von 1914 bis 1949 meis­ter­haft, fun­diert und fes­selnd erzählt. Ian Kers­haw, Höl­len­sturz: Euro­pa 1914 bis 1949*. Pan­the­on Ver­lag, 2017


Von mi gift dat nix!

Zwölf Jah­re lang hat­te man die „ deut­sche Volks­ge­mein­schaft“  pro­pa­giert und gefei­ert, jetzt ist sie kei­nen Pfif­fer­ling mehr wert.

Die 12 Mil­lio­nen, die  sich kurz vor oder nach dem Ende des Zwei­ten Welt­krie­ges aus Ost­preu­ßen, Pom­mern, Schle­si­en und dem Sude­ten­land auf die gefähr­li­che Flucht in Rich­tung Wes­ten machen oder von den neu­en Macht­ha­bern im Osten ver­trie­ben wer­den, müs­sen schnell fest­stel­len, dass sie nicht will­kom­men sind.

Für die meis­ten Ein­hei­mi­schen sind die Flücht­lin­ge aus dem Osten die „Habe­nicht­se“, die unein­ge­la­den gekom­men sind, um von dem Weni­gen, das noch übrig ist, zu neh­men. Sie sind die ver­laus­ten “Pola­cken” und „Aso­zia­len“, die in Not­un­ter­künf­ten und Bara­cken hau­sen.

Das wird noch eine gan­ze Wei­le so blei­ben. Bis weit in die 1950er und 1960er Jah­re sind Flücht­lin­ge  die “Ande­ren” — die  out­group -, die von den Ein­hei­mi­schen ver­ach­tet wer­den.

“… Hil­de­gard von Kam­cke hat­te kei­ner­lei Talent für die Opfer­rol­le. Den ver­laus­ten Kopf erho­ben, drei­hun­dert Jah­re ost­preu­ßi­schen Fami­li­en­stamm­baum im Rücken, war sie in die eis­kal­te Gesin­de­kam­mer neben der Die­le gezo­gen, die Ida Eck­hoff ihnen als Unter­kunft zuge­wie­sen hat­te.
Sie hat­te das Kind auf die Stroh­ma­trat­ze gesetzt, ihren Ruck­sack abge­stellt und Ida mit ruhi­ger Stim­me und der kor­rek­ten Arti­ku­la­ti­on einer Sän­ge­rin den Krieg erklärt: ‘Mei­ne Toch­ter bräuch­te dann bit­te etwas zu essen.’
Und Ida Eck­hoff, Alt­län­der Bäue­rin in sechs­ter Gene­ra­ti­on, Wit­we und Mut­ter eines ver­wun­de­ten Front­sol­da­ten, hat­te sofort zurück­ge­feu­ert: ‘Von mi gift dat nix!”

Aus: Altes Land von Dör­te Han­sen

Man ver­teilt alle Neu­an­kömm­lin­ge so schnell wie mög­lich auf länd­li­che Gebie­te, wo man durch Schre­ber­gär­ten, Ern­te­ar­beit und “Nach­stop­peln” auf eine bes­se­re Ernäh­rungs­si­tua­ti­on hofft. Oft bleibt aber nur der Schwarz­markt, um sich irgend­wie durch­zu­schla­gen.

Da vie­le Not­un­ter­künf­te unge­heizt sind, wer­den pri­mi­tiv zusam­men­ge­zim­mer­te Brenn­he­xen auf­ge­stellt, Torf ist meis­tens das ein­zi­ge erschwing­li­che Heiz­ma­te­ri­al — wenn es über­haupt etwas zum Hei­zen gibt.
War­me Klei­dung ist knapp, man sam­melt von den Zäu­nen hän­gen­ge­blie­be­ne Schafs­wol­le , um sie zu spin­nen. Neue Hosen und Klei­der ent­ste­hen aus alten Uni­for­men, Decken und Bett­zeug.

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Preis: EUR 10,00

Ein Roman über Fami­lie, Flucht und Ver­trei­bung und ihre Nach­we­hen, über ges­tern und heu­te, die Sehn­sucht nach Hei­mat und das Alte Land bei Ham­burg — groß­ar­tig und mit fei­ner Iro­nie geschrie­ben. Ein span­nen­des Buch, das man erst schwe­ren Her­zens aus der Hand legt, wenn man es durch­ge­le­sen hat. Dör­te Han­sen, Altes Land*, Ver­lags­grup­pe Ran­dom Hou­se GmbH, 2015

Durch die Umver­tei­lung steigt die Ein­woh­ner­zahl der nord­deut­schen Gemein­den und Klein­städ­te rapi­de an:  In den Krei­sen Eckern­för­de und Stor­marn ver­dop­pelt sie sich, in Groß­hans­dorf zählt man kurz nach Kriegs­en­de 1.500 Ein­hei­mi­schen und 3.500 Flücht­lin­ge, in Rends­burg beträgt der Bevöl­ke­rungs­zu­wachs 65 Pro­zent.

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Lebens­mit­tel­zu­tei­lung bei Kriegs­en­de

Bei der ers­ten gesamt­deut­schen Volks­zäh­lung im Okto­ber 1946 leben in Schles­wig-Hol­stein 2,6 Mil­lio­nen Men­schen, das sind rund eine Mil­li­on Ein­woh­ner mehr als vor Kriegs­be­ginn im Jahr 1939.
In Zah­len “kom­men” nach Kriegs­en­de in Schles­wig-Hol­stein drei Flücht­lin­ge auf auf vier Ein­hei­mi­sche, in Nie­der­sach­sen ist das Ver­hält­nis 1:2, in Bay­ern 1:3.

Wir waren die ‚Russen‘

In der sozia­len Hack­ord­nung ste­hen die Flücht­lin­ge ganz unten.

Man mag ihren Dia­lekt, ihr Brauch­tum und ihre Kul­tur nicht, gele­gent­lich stört man sich auch an ihrer Reli­gi­on: Pro­tes­tan­ti­sche und „Pill­kal­ler“ trin­ken­de Ost­preu­ßen sind für katho­li­sche Dorf­ge­mein­schaf­ten in Ober­bay­ern schlicht­weg eine Zumu­tung.

Es gibt zu vie­le Flücht­lin­ge, sagen die Men­schen.
Es gibt zu wenig Men­schen, sagen die Flücht­lin­ge.
Ernst Ferstl

Als die ers­te Not vor­über ist und in Dör­fern und Gemein­den wie­der Tanz­ver­an­stal­tun­gen und Fes­te statt­fin­den, ach­ten die Müt­ter mit Argus­au­gen dar­auf, dass ihre Söh­ne nicht mit einem Flücht­lings­mäd­chen anban­deln oder ihre Töch­ter einem Flücht­ling schö­ne Augen machen.
Man fürch­tet sie, die aus dem Osten, denn sie spre­chen einen frem­den Dia­lekt, haben ande­re Sit­ten, pfle­gen Tra­di­tio­nen und Fei­er­ta­ge, die man hier nicht kennt.

„Dann kam ich nach Neu­en­dorf, einem Dorf bei Elms­horn. Man wur­de Fami­li­en zuge­wie­sen. Da waren wir dann die ‚Rus­sen‘, wir kamen ja aus dem Osten.”

Ilse, eine jun­ge Mut­ter, die mit Kin­dern und ver­wun­de­tem Ehe­mann aus dem sude­ten­deut­schen Aus­sig ins frän­ki­sche Ster­pers­dorf zum Bru­der ihres Man­nes – einem Pas­tor – geflo­hen war, schreibt spä­ter in ihren Erin­ne­run­gen:

„Jenes Jahr ’45 wur­de das schwers­te unse­res Lebens.

Es waren nicht die vie­len Unzu­läng­lich­kei­ten im Ver­hält­nis zu unse­ren Ver­wand­ten, unter denen wir lit­ten, es war der völ­li­ge Man­gel an Ver­ständ­nis für unse­re Lage, der mein Herz fast stünd­lich wie mit klei­nen Nadel­sti­chen durch­lö­cher­te. Es ist müßig im Ein­zel­nen dar­über zu berich­ten, es war sicher vie­les nicht böser Wil­le, son­dern ein­fach mensch­li­ches Ver­sa­gen, Dumm­heit und Selbst­ge­rech­tig­keit. Mög­li­cher­wei­se war auch unse­re Hal­tung manch­mal unge­schickt. Auf alle Fäl­le wur­de das Zusam­men­le­ben und Haus­hal­ten von Tag zu Tag schwie­ri­ger.”


1948: Das Jahr der Entscheidung

Es ist kaum zu glau­ben, aber aus dem demo­lier­ten und demo­ra­li­sier­ten Deut­schen Reich wächst in erstaun­lich kur­zer Zeit eine neue Nati­on.

Nach dem ‚Hun­ger­win­ter‘ 1946/47 und vor allem ange­sichts des her­auf­zie­hen­den kal­ten Krie­ges änder­ten sich Ein­stel­lung und Poli­tik der ame­ri­ka­ni­schen Besat­zer gegen­über den Deut­schen; aus Fein­den soll­ten jetzt Freun­de wer­den, nicht zuletzt, um als ‚Boll­werk‘ gegen den neu­en alten Feind, die Sowjet­uni­on, zu die­nen.

Nach Kriegs­en­de, Heil­bronn 1945 After the end of the war, 1945, By US Army, Public Domain


Der Mar­shall-Plan wird ins Leben geru­fen. Er lin­dert die ers­te Not, aber vor allem ist es der Abbau von Han­dels­be­schrän­kun­gen in den drei west­li­chen Zonen, der ab dem Spät­som­mer 1947 in „Tri­zo­ne­si­en“ (die ame­ri­ka­ni­sche, bri­ti­sche und fran­zö­si­sche Besat­zungs­zo­nen unter gemein­sa­mer Ver­wal­tung) einen zag­haf­ten Wirt­schafts­auf­schwung bewirkt.

Das Jahr 1948 wird zum Jahr der Ent­schei­dung.
Die Zwangs­wirt­schaft, also der ratio­nier­te Bezug von Nah­rung und Klei­dung auf Mar­ken, wird  abge­schafft und die D-Mark ein­ge­führt.
Bei­des ist ein abso­lu­tes Muss für ein poli­tisch sta­bi­les und wirt­schaft­lich star­kes (West-) Deutsch­land, doch Wäh­rungs­re­form und die Ein­füh­rung der D-Mark am 20. Juni 1948 mani­fes­tier­ten auch die poli­ti­sche und öko­no­mi­sche Spal­tung von Ost und West.


Die Geschich­te der Deut­schen gut, über­sicht­lich und ver­ständ­lich erklärt. Für alle  Geschichts­in­ter­es­sier­ten pri­ma zum Nach­schla­gen und Quer­le­sen geeig­net. Chris­ti­an v. Dit­furth: Deut­sche Geschich­te für Dum­mies*, Wiley-VCH Ver­lag GmbH & Co. KGaA, Wein­heim, 2012

Drei Tage nach der west­deut­schen Wäh­rungs­re­form erhält die Sowje­tisch Besetz­te Zone (SBZ) mit der „Ost­mark“ ihre eige­ne Wäh­rung.

Als die West­mäch­te in einer Art Macht­pro­be die D-Mark als Zah­lungs­mit­tel in den drei von ihnen kon­trol­lier­ten Sek­to­ren der ehe­ma­li­gen Haupt­stadt Ber­lin ein­set­zen, unter­bre­chen sowje­ti­sche Trup­pen alle Land- und Kanal­ver­bin­dung in die geteil­te Stadt.
Von Juni 1948 bis Mai 1949 flie­gen die „Rosi­nen­bom­ber“, um die Bewoh­ner der west­li­chen Sek­to­ren Ber­lins mit allem Lebens­not­wen­di­gen zu ver­sor­gen.

Ärmel hochkrempeln und Wohlstand für alle

Bezahl­te Arbeit ist knapp, bis zu Beginn des Wirt­schafts­wun­ders die Arbeits­lo­sen­quo­te hoch. Flücht­lin­ge und Ver­trie­be­nen sind von Arbeits­lo­sig­keit viel häu­fi­ger betrof­fen, denn vie­le von ihnen sind fehl- und über­qua­li­fi­ziert und müs­sen umler­nen. Vie­le Ein­hei­mi­sche sehen sich in ihrem Glau­ben bestärkt, dass ‘die aus dem Osten’ ein­fach faul sind.

Der 1950 aus­bre­chen­de Korea-Krieg, der ers­te Stell­ver­tre­ter-Krieg zwi­schen Ost und West, änder­te alles. Man braucht Waf­fen, und zwar schnell.

Der neue Krieg zün­det ab 1950 ein Export­feu­er­werk in Deutsch­land, denn die moder­nen west­deut­schen Indus­trie­an­la­gen — vie­le von ihnen wur­den erst vor oder wäh­rend des Krie­ges gebaut — , sind anders als Innen­städ­te und Ver­kehrs­we­ge weit­ge­hend intakt geblie­ben. Deut­sche Fir­men haben Kapa­zi­tä­ten frei und kön­nen dank nied­ri­ger Löh­ne güns­tig lie­fern.

Nach dem Kriegs­en­de 1945 ist Deutsch­land zwar ein armes und hung­ri­ges Land, ein unter­ent­wi­ckel­tes war es nie.

Herr Dr. Wehrenkamp (Ukon Verlag) überreicht Dr. Ludwig Erhard sein Buch "Wohlstand für Alle"

Lud­wig Erhard mit sei­nem Buch“ von Bun­des­ar­chiv, B 145 Bild-F004204-0003 / Adri­an, Doris / CC-BY-SA 3.0

Nie­mand ist mit dem deut­schen Wirt­schafts­wun­der so eng ver­bun­den wie Lud­wig Erhard, der von 1949 bis 1963 Wirt­schafts­mi­nis­ter, spä­ter kur­ze Zeit auch Kanz­ler der Bun­des­re­pu­blik war.

Bereits ab 1942 hat­te sich der “Vater des deut­schen Wirt­schafts­wun­ders” mit der öko­no­mi­schen Nach­kriegs­pla­nung beschäf­tigt. 1944 ver­fass­te er im Auf­trag der “Reichs­grup­pe Indus­trie” eine Denk­schrift über Kriegs­fi­nan­zie­rung und Schul­den­kon­so­li­die­rung, in der er Über­le­gun­gen zum Neu­auf­bau der Wirt­schaft nach dem Krieg anstell­te. Unter ande­rem emp­fahl er bereits in die­sem Papier einen Wäh­rungs­schnitt.
“Wohl­stand für alle” ist sein Slo­gan, und kei­ner ver­kör­pert die­ses Prin­zip so wie er. Damit wird er sehr bald zum Vater des Wirt­schafts­wun­ders”, für die Deut­schen ein psy­cho­lo­gi­scher Effekt, der nicht zu unter­schät­zen ist.

(Sehr sehens­wer­te 45 Minu­ten dazu: “Das Mär­chen vom Wirt­schafts­wun­der”, ein Film aus der Rei­he Das Ers­te Geschich­te)


Der Faktor Mensch

Es ist eine güns­ti­ge Mischung aus vie­len Fak­to­ren, die Deutsch­land so kurz nach dem ver­lo­re­nen Krieg einen Wirt­schafts­auf­schwung beschert, mit dem nie­mand gerech­net hat­te.

Neben dem Export sind es vor allem der Woh­nungs­bau und die tra­di­tio­nell star­ke Auto­mo­bil­in­dus­trie, die zu Kon­junk­tur­lo­ko­mo­ti­ven der boo­men­den Wirt­schaft wer­den, der Nach­hol­be­darf ist rie­sig.

Inner­halb weni­ger Jah­re schaf­fen es die West­deut­schen von der „Stun­de Null“ zur Voll­be­schäf­ti­gung.
Die Wäh­rungs­re­form, die Idee der sozia­len Markt­wirt­schaft und Lud­wig Erhard sind wich­tig, doch die wich­tigs­te Rol­le beim Wirt­schafts­wun­der dürf­te der „Fak­tor Mensch“ gespielt haben: Gut aus­ge­bil­de­te Arbeits­kräf­te, die bereit sind, zu nied­ri­gen Are­beits­löh­nen zu schaf­fen, um sich eine neue Exis­tenz auf­zu­bau­en und vor­an­zu­kom­men.

Beson­ders flei­ßig sind die, die alles ver­lo­ren haben — die Flücht­lin­ge aus dem Osten. Der “Brain­gain”, der Gewinn an neu­en Talen­ten, tut sein Übri­ges, sagen Wirt­schafts­his­to­ri­ker.


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Äußer­lich fand Deutsch­land schnell sei­nen Weg in eine bes­se­re Zukunft, inner­lich blie­ben alte Wun­den und Nar­ben. Ein sehr ein­fühl­sa­mes Buch, her­vor­ra­gend recher­chiert und mit vie­len Fall­bei­spie­len über die Nach­wir­kun­gen von Krieg, Flucht und Ver­trei­bung, die teil­wei­se bis in die Gene­ra­ti­on der Kin­der und Enkel zu spü­ren sind. Anne-Ev Ustorf, Wir Kin­der der Kriegs­kin­der*, Ver­lag Her­der GmbH, 2010


Plötzlich waren alle Rittergutbesitzer

Sozia­len Frie­den kann es nur dort geben, wo alle ein gutes wirt­schaft­li­ches Aus­kom­men haben – also jeder etwas zu ver­lie­ren hat. Das ist die gro­ße Idee, die hin­ter dem Las­ten­aus­gleich steckt, einem Sozi­al­aus­gleich, der 1952 in Kraft tritt.

Der Las­ten­aus­gleich soll für sozia­len Frie­den sor­gen, schürt aber erneut Unmut zwi­schen Flücht­lin­gen und Nicht-Flücht­lin­gen. Prin­zi­pi­ell soll das „Gesetz über den Las­ten­aus­gleich“ alle Deut­schen finan­zi­ell ent­schä­di­gen, die „infol­ge des Zwei­ten Welt­krie­ges und sei­ner Nach­wir­kun­gen Ver­mö­gens­schä­den oder beson­de­re ande­re Nach­tei­le erlit­ten hat­ten“.

Doch da die Flücht­lin­ge die größ­te Grup­pe der Geschä­dig­ten sind, wird der Las­ten­aus­gleich in der Öffent­lich­keit als Umver­tei­lung nur zu ihren Guns­ten wahr­ge­nom­men, man sieht in ihm ein wei­te­res “Bon­bon” , das man den unge­be­te­nen Neu­an­kömm­lin­gen aus dem Osten in den Hin­tern schiebt.

Wenig hilf­reich ist dabei, dass in Ein­zel­fäl­len eini­ge die Gunst der Stun­de – den Ver­lust von Urkun­den und Schrift­stü­cken auf der Flucht – nut­zen, um sich die Ent­schä­di­gung für einen Wohl­stand zu erschwin­deln, den sie in ihrer ver­lo­re­nen Hei­mat nie hat­ten: “Plötz­lich waren alle Rit­ter­gut­be­sit­zer” , sagt eine Zeit­zeu­gin, die selbst aus dem Osten geflo­hen ist.

Abfäl­li­ge Bemer­kun­gen, Stamm­tisch­dis­kus­sio­nen, Rem­pe­lei­en und gele­gent­lich auch Hand­greif­lich­kei­ten häu­fen sich.
Freund­schaft hat man man mit denen, die jetzt, nach­dem es wie­der Kapi­tal und Bau­stoff gibt, in die Ost­preu­ßen­stra­ße oder den Pom­mern­ring zie­hen, noch lan­ge nicht geschlos­sen. Man bleibt unter sich. Es ent­ste­hen rei­ne Flücht­lings­sied­lun­gen, in Schles­wig-Hol­stein bei­spiels­wei­se Trap­pen­kamp.

Über die Flücht­lin­ge, die kei­ne Hil­fe in Anspruch neh­men, weil sie zu stolz sind und es aus eige­ner Kraft schaf­fen wol­len, oder weil sie auf die Rück­kehr in ihre Hei­mat hof­fen, spricht nie­mand. Es sind sehr vie­le.

Das hört nicht auf. Nie hört das auf.

Ohne­hin stand für sie fest, dass sowas [wie das Auf­tre­ten jugend­li­cher Neo­na­zis] nur pas­sie­ren konn­te, weil man jahr­zehn­te­lang ‘ieber die Just­loff nich reden jedurft hat. Bai ons im Osten sowie­so nich. Ond bai dir im Wes­ten ham se, wenn ieber­haupt von frie­her, denn immer­zu nur von and­re schlim­me Sachen, von Ausch­witz und sowas jere­det” , lässt Gün­ther Grass die Mut­ter sei­nes Prot­ago­nis­ten, Tul­la Pokrief­ke, in sei­ner Novel­le Im Krebs­gang sagen.

Es ist bereits 2002, als Im Krebs­gang erscheint, und obwohl Flucht und Ver­trei­bung schon vie­le Jahr­zehn­te zurück­lie­gen, ist es ein unge­heu­rer Tabu­bruch: Grass wid­met sich erst­mals dem Leid der Deut­schen am Ende des 2. Welt­krie­ges.

Mit viel Fin­ger­spit­zen­ge­fühl weist er auf die fata­len Fol­gen hin, die Deut­schen ein­sei­tig als “Immer-Schul­di­ge” dar­zu­stel­len und nie ihr Leid als  Opfer des Krie­ges sehen zu dür­fen.

Eine “poli­ti­sche Kor­rekt­heit” mit Kon­se­quen­zen für die nächs­ten Gene­ra­tio­nen:

[…] stell­te sich in deut­scher und eng­li­scher Spra­che eine Web­site vor, die als “www.kameradschaft-konrad-pokriefke.de” für jeman­den warb, des­sen Hal­tung und Gedan­ken­gut vor­bild­lich sei­en, den des­halb das ver­hass­te Sys­tem ein­ge­ker­kert habe. “Wir glau­ben an dich, wir war­ten auf dich, wir fol­gen dir …” Und­so­wei­ter und­so­wei­ter.
Das hört nicht auf. Nie hört das auf.”


Wir müs­sen uns wohl oder übel damit abfin­den, dass wir — altes Stein­zeit­re­likt — Frem­den gegen­über miss­trau­isch sind. Lesen Sie im nächs­ten Bei­trag: Das Imi­tie­ren Ande­rer ist die ein­zi­ge Mög­lich­keit, mit der wir sozia­les Ver­hal­ten ler­nen kön­nen. Unse­re Vor­bil­der kön­nen viel Gutes bewir­ken — oder uns zu Hand­lun­gen ver­lei­ten, die für uns und unse­re Mit­men­schen schäd­lich sind.
Rich­ti­ge und fal­sche Vor­bil­der

Copy­right: Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en, www.bildbiographien.de, 2015 (über­ar­bei­tet 2018)


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Erst im Jahr 2002 brach Gün­ther Grass mit sei­ner Novel­le “Im Krebs­gang” ein Tabu und beschrieb das Leid der Deut­schen am Ende des Zwei­ten Welt­krie­ges — und die Fol­gen des lan­gen Schwei­gens dar­über. Eine viel­schich­ti­ge Novel­le, meis­ter­haft erzählt und sehr lesens­wert! Gün­ther Grass, Im Krebs­gang*, dtv Ver­lags­ge­sell­schaft, 2004
Preis: EUR 10,00

‘Machan­del’ ist ein win­zi­ges Nest irgend­wo in Meck­len­burg Vor­pom­mern - und das Brenn­glas, durch das wir die ver­gan­ge­nen 70 Jah­re unse­rer Geschich­te — Ost und West — im wahrs­ten Sin­ne des Wor­te be- “grei­fen”. Raf­fi­niert ver­wo­be­ne Schick­sa­le, sehr span­nend aus unter­schied­li­chen Per­spek­ti­ven erzählt, sehr lesens­wert! Regi­na Scheer ‚Machan­del*, Pen­gu­in Ver­lag, 2016
Preis: EUR 10,00

Ein Roman über Fami­lie, Flucht und Ver­trei­bung und ihre Nach­we­hen, über ges­tern und heu­te, die Sehn­sucht nach Hei­mat und das Alte Land bei Ham­burg — groß­ar­tig und mit fei­ner Iro­nie geschrie­ben. Ein span­nen­des Buch, das man erst schwe­ren Her­zens aus der Hand legt, wenn man es durch­ge­le­sen hat. Dör­te Han­sen, Altes Land*, Ver­lags­grup­pe Ran­dom Hou­se GmbH, 2015

Schwie­ri­ge Bezie­hun­gen sind oft das Ergeb­nis von Ver­hal­tens­mus­tern, die von Gene­ra­ti­on zu Gene­ra­ti­on wei­ter­ge­ge­ben wer­den. Wer immer wie­der in die glei­chen Fal­len tappt, wird in die­sem sehr lesens­wer­ten Sach­buch vie­le wert­vol­le Infor­ma­tio­nen über „trans­ge­ne­ra­tio­na­le“ Ver­er­bung fin­den. Sehr fun­diert geschrie­ben und mit vie­len Bei­spie­len berühm­ter Fami­li­en. Moni­ca McGold­rick, Wie­der heim­kom­men. Auf Spu­ren­su­che in Fami­li­en­ge­schich­ten*, Carl-Auer-Ver­lag, 2013

Ein sehr ein­fühl­sa­mes Buch zum The­ma Kriegs­kin­der und Kriegsen­kel, mit vie­len Fall­bei­spie­len und her­vor­ra­gend beschrie­be­nen Unter­su­chungs­er­geb­nis­sen. Denn es sind nicht nur Bom­ben, Flucht und Ver­trei­bung, die zum Teil bis heu­te Aus­wir­kun­gen haben, son­dern auch die Erzie­hungs­me­tho­den jener Zeit. Anne-Ev Ustorf, Wir Kin­der der Kriegs­kin­der*, Ver­lag Her­der GmbH, 2010

Die gewal­ti­gen Tur­bu­len­zen in der euro­päi­schen Geschich­te von 1914 bis 1949  meis­ter­haft, fun­diert und fes­selnd erzählt. Ein infor­ma­ti­ver, sehr lesens­wer­ter Über­blick mit vie­len Hin­ter­grün­den, die in kei­nem Geschichts­buch ste­hen. Ian Kers­haw, Höl­len­sturz: Euro­pa 1914 bis 1949*. Pan­the­on Ver­lag, 2017

Wei­ter­füh­ren­de Links:


Das Mär­chen vom Wirt­schafts­wun­der”: Eine sehens­wer­te Zusam­men­fas­sung von Chris­toph Weber als You­tube-Film (ca. 45min):
https://www.youtube.com/watch?v=DV8DsMmS65I


Die Deut­sche Geschich­te nach 1945 in alten Kino­wo­chen­schau­en erle­ben:
filmothek.bundesarchiv.de


Lese­emp­feh­lun­gen:


Hit­lers Anhän­ger: Das Phä­no­men Hit­ler. Was begeis­ter­te Mil­lio­nen Men­schen an Adolf Hit­ler? War­um folg­ten ihm vie­le bedin­gungs­los und wur­den selbst zu Ver­fol­gern? „Ver­fol­gen beruht auf abge­wehr­tem Opfer­sein“, lau­tet eine der wich­tigs­ten The­sen der Psy­cho­ana­ly­ti­ke­rin Ali­ce Mil­ler: Hit­ler gab vie­len sei­ner Anhän­gern die Erlaub­nis zu has­sen.
Die Erlaub­nis zu has­sen


Welt­krieg: Es war ein Krieg, den eigent­lich nie­mand gewollt hat. Bri­ten und Fran­zo­sen nicht, die Sowjets nicht und auch nicht die meis­ten Deut­schen. Die ein­zi­ge trei­ben­de Kraft ist Adolf Hit­ler. Seit sei­ner „Macht­er­grei­fung“ im Jahr 1933 wird die deut­sche Außen- und Innen­po­li­tik, die Wirt­schafts- und Finanz­po­li­tik ein­zig und allein auf das Ziel Krieg aus­ge­rich­tet. Eine Chro­no­lo­gie der größ­ten Kata­stro­phe in der Geschich­te der Mensch­heit:
Vor 70 Jah­ren: Welt­kriegs­en­de-Zusam­men­bruch-Befrei­ung


Erzie­hung: Es war wäh­rend des Drit­ten Rei­ches ein Best­sel­ler und galt als d e r Leit­fa­den zur Kin­der­er­zie­hung. Über die NS-Päd­ago­gik und Johan­na Haa­rers Mach­werk.
Zwi­schen Drill und Miss­hand­lung: Die deut­sche Mut­ter und ihr ers­tes Kind


Vor­bil­der: Lan­ge Zeit hat­te man ver­mu­tet, dass nur Kin­der und Jugend­li­che Vor­bil­der haben und sie auch brau­chen, um ihre Per­sön­lich­keit zu ent­wi­ckeln. Das stimmt nicht. Auch Erwach­se­ne haben Vor­bil­der, meis­tens ohne dass sie es mer­ken. Außer­dem glaub­te man, dass ein Vor­bild immer etwas Posi­ti­ves sein müss­te. Auch das ist nicht rich­tig — unse­re Vor­bil­der kön­nen uns gehö­rig in die Irre füh­ren und zu Hand­lun­gen ver­lei­ten, mit denen wir uns und ande­ren scha­den.
Rich­ti­ge und fal­sche Vor­bil­der


Das Gene­ra­tio­nen­ge­spräch über ein Jahr­hun­dert mit Dik­ta­tu­ren, Welt­krie­gen, Mil­lio­nen Kriegs­to­ten, Ver­letz­ten, Flücht­lin­gen und Ver­trie­be­nen, das uns heu­te noch in den Kno­chen steckt.
Das 20. Jahr­hun­dert


Zeit.de: Unse­re Will­kom­mens­kul­tur. Ein Sze­na­rio von Tho­mas Ass­heu­er
http://www.zeit.de/2015/44/fluechtlinge-willkommenskultur-rechte-konservative


Pla­net Wis­sen zum „Wirt­schafts­wun­der“
http://www.planet-wissen.de/geschichte/deutsche_geschichte/wirtschaftswunder/index.html


Deutsch­land­funk: Das Las­ten­aus­gleichs­ge­setz — Geld für Flücht­lin­ge, Ver­trie­be­ne und ande­re Kriegs­op­fer:
http://www.deutschlandfunk.de/geschichte-aktuell-vor-50-jahren.724.de.html?dram:article_id=97439


Flucht und Ver­trei­bung aus der Sicht von Zeit­zeu­gen:
https://www.dhm.de/lemo/kapitel/zweiter-weltkrieg/kriegsverlauf/massenflucht


 Wir müssten das alles mal aufschreibenDie Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en bringt seit 2012 Lebens-. Fami­li­en- und Unter­neh­mens­bio­gra­fi­en als Bild­bio­gra­phi­en ins Buch und bie­tet außer­dem einen Ghost­wri­ting-Ser­vice mit den Schwer­punk­ten Geschich­te und Psy­cho­lo­gie an.
Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­den Sie auch auf unse­rer Home­page www.bildbiographien.de


 Bild­nach­wei­se:
1) „Ost­preu­ßen, Flücht­ling­treck“ von Bun­des­ar­chiv, Bild 146‑1976-072–09 / CC-BY-SA 3.0. Lizen­ziert unter CC BY-SA 3.0 de 
2) U.S. Depart­ment of Sta­te, Kar­te vom 10. Janu­ar 1945: Ger­ma­ny – Poland Pro­po­sed Ter­ri­to­ri­al Chan­ges – Secret („Vor­schlag zur Gebiets­ver­än­de­rung – Geheim“), 4 Vor­schlä­ge des ame­ri­ka­ni­schen Außen­mi­nis­te­ri­ums, genutzt wäh­rend der Kon­fe­renz von Jal­ta und der Pots­da­mer Kon­fe­renz. „Ver­trei­bungs­ge­biet“ von ame­ri­ka­ni­sches Außen­mi­nis­te­ri­um — http://digicoll.library.wisc.edu/cgi-bin/FRUS/FRUS-idx?type=turn&entity=FRUS.FRUS1945Berlinv01.p0881&isize=M http://www.deutschlanddokumente.de/. Lizen­ziert unter CC BY-SA 3.0
3) Das Laza­rett­schiff Wil­helm Gust­loff im Oslo­er Hafen By Bun­des­ar­chiv, Bild 121‑0665 / CC-BY-SA 3.0,

4) Pri­vat­ar­chiv
5) Nach Kriegs­en­de, 1945 After the end of the war, 1945, By US Army, Public Domain

6) „Bun­des­ar­chiv B 145 Bild-F004204-0003, Lud­wig Erhard mit sei­nem Buch“ von Bun­des­ar­chiv, B 145 Bild-F004204-0003 / Adri­an, Doris / CC-BY-SA 3.0. Lizen­ziert unter CC BY-SA 3.0 de



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Ein Gedanke zu „Ihr Flüchtlinge! Flucht und Vertreibung 1944 — 1950

  1. ihr lie­ben men­schen die ihr das alles lest,schaut zurück auf die­se zeit,war das nicht auch traurig+grausam???? und was haben wir dar­aus gelernt ??????
    macht eure her­zen auf,seid nicht so gemein zu euren mitmenschen,schenkt ein biss­chen lie­be +frie­de eurem nächs­ten das ist doch nicht viel oder???
    “denn die freu­de die wir geben kehrt ins eige­ne herz zurück”
    ich weiss von was ich rede,mir als waisenkind,hat auch die lie­be +zunei­gung gefehlt,zum glück gibt es sie noch die “net­ten men­schen”

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