Ihr Flüchtlinge! Flucht und Vertreibung 1944 bis 1950

Ihr Flüchtlinge! Flucht und Vertreibung nach dem 2. Weltkrieg www.generationengespräch.de


Flucht und Vertreibung: Von ‚Willkommens-Kultur‘ kann keine Rede sein, als in den Jahren zwischen 1944 und 1950 rund 12 Millionen Deutsche und Deutschstämmige aus dem Osten vor der heranrückenden Roten Armee in den Westen fliehen.

In den Augen vieler Einheimischer sind sie die „Polacken“, die ihnen das Wenige, das sie nach dem verlorenen Krieg noch haben, wegnehmen wollen.
Ein Rückblick.

Überrollt

Lange Zeit war den Bewohnern Ostpreußens unter Androhung schwerer Strafen die Flucht aus ihrer Heimat verboten.

An den „Endsieg“ glaubt nach Stalingrad außer Hitler zwar fast keiner mehr, aber der Führer hat einen perfiden Plan: Er will Stalins vorrückender Roten Armee in Ostpreußen einen „Schutzwall“ aus Menschen entgegenstellen.

Dafür braucht er die Bevölkerung in Ostpreußen. Deshalb müssen sie bleiben.

Großes Vertrauen in diesen ostpreußischen Wall, der das Reich vor dem Einfall der „rasenden Bolschewisten“ beschützen soll, hat offensichtlich keiner.
Zumindest viele Parteibonzen nicht, denn die setzen sich schnellstmöglich ab.

Und da fast alle Männer im Krieg kämpfen, sind es Frauen, Kinder und Alte, die Hitlers Vorstellung vom Schutzwall Ostpreußen erfüllen sollen.

Als schließlich die Rote Armee in einer Großoffensive ab dem12. Januar 1945 in kürzester Zeit die deutsche Front entlang der Memel und der Weichsel durchbricht, gibt es trotz aller Verbote auch für sie kein Halten mehr.

Frauen und Kinder fliehen mit Großeltern, alten Tanten und Onkeln und ihren wichtigsten Habseligkeiten vor den Russen in großen und kleinen Trecks mit überladenen Pferdekarren, Babys, Kleinkindern und Gepäck im Bollerwagen oder zu Fuß mit einem Koffer in der Hand Richtung Westen.

Die Bedingungen für ihre Flucht sind katastrophal.

Es ist tiefster Winter, klirrend kalt – und die Rote Armee erreicht noch vor den meisten Flüchtlings-Trecks das Frische Haff bei Elbing und versperrt ihnen damit den Fluchtweg über Land.

Die Flucht hat viel zu spät begonnen, deswegen werden die meisten von der Ostfront einfach „überrollt“.

Flüchtlingtreck im Raum von Braunsberg (Ostpreußen), 1945
„Ostpreußen, Flüchtlingtreck“ von Bundesarchiv, Bild 146-1976-072-09 / CC-BY-SA 3.0. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de

Das Unternehmen Hannibal

Nachdem der Landweg abgeschnitten ist, werden für die Flüchtlinge immerhin Hilfsmaßnahmen – so gut es geht – eingeleitet.

Großadmiral Karl Dönitz ordnet im Januar 1945 das Unternehmen „Hannibal“ an, die größte Evakuierungsmaßnahme der Weltgeschichte.

Mit 700 Schiffen der Kriegsmarine werden über zwei Millionen Flüchtlinge über die Ostsee nach Mecklenburg und Schleswig-Holstein gebracht.

Dabei kommt es zu furchtbaren Katastrophen.
Am 30. Januar 1945 wird der zum Flüchtlingsschiff umfunktionierte ehemalige Truppentransporter „Wilhelm Gustloff“ von 3 sowjetischen Torpedos getroffen und versinkt innerhalb kurzer Zeit.

Bis heute ist die genaue Zahl der Opfer nicht bekannt, es wird geschätzt, dass 5000 bis 9000 Menschen in der eiskalten Ostsee ertrinken.
Beim Untergang der Titanic im Jahr 1912 starben etwa 1600 Menschen.

Der Untergang der „Wilhelm Gustloff“ ist die schlimmste Schiffskatastrophe in der Geschichte der Menschheit.

„ … Diese Geschichte fing lange vor mir, vor mehr als hundert Jahren an, und zwar in der mecklenburgischen Residenzstadt Schwerin.
Hier wird 1895 jener Mann geboren, der später als »Blutzeuge« gefeiert und einem Schiff den Namen geben wird, dessen Untergang am 30. Januar 1945 die größte Katastrophe in der Geschichte der Seefahrt darstellt.

Aus: Günther Grass, Im Krebsgang*
Die Wilhelm Gustloff
Das Lazarettschiff Wilhelm Gustloff im Osloer Hafen

Die neue Reichshauptstadt Flensburg

Die meisten Flüchtlinge stranden im Norden Deutschlands.

Hier gibt es mehr intakten Wohnraum als anderswo im kriegszerstörten ‚Reich‘, außerdem landen viele Geflüchtete nach ihrer lebensgefährlichen Flucht übers Meer sowieso in einem der norddeutschen Ostsee-Häfen, von denen viele noch einigermaßen beschiffbar sind.
Unterm Strich nimmt die Provinz Schleswig-Holstein die meisten Flüchtlinge und Heimatvertriebenen aus dem Osten auf.

Für wenige Tage wird sogar Flensburg hoch im Norden die neue Reichshauptstadt, denn Berlin ist von der Roten Armee eingekesselt.

Hitlers Erbe Großadmiral Karl Dönitz

Tief enttäuscht von Himmler, Göring und den anderen NS-Granden seiner Entourage hatte Hitler am 30. April 1945 in seinem politischen Testament den Oberbefehlshaber der deutschen Kriegsmarine, Großadmiral Karl Dönitz, zu seinem Nachfolger als Reichspräsidenten und Oberbefehlshaber der Wehrmacht erklärt.

Der Admiral – Hardliner bis zur letzten Sekunde und treuer Gefolgsmann Hitlers – tritt das Erbe weisungsgemäß an.

Er bildet in Flensburg-Mürwik seine geschäftsführende Reichsregierung und lässt weiterkämpfen.

An den „Endsieg“ oder ein vergleichbares Wunder glauben nach Hitlers Selbstmord selbst die Hartgesottensten wie Dönitz nicht mehr glauben.

Aber man hofft auf einen anderen Plan: So lange weiterkämpfen wie möglich und mit Amerikanern, Briten und Franzosen über einen Separatfrieden verhandeln.

Denn irgendwann, das ist auch den Nationalsozialisten klar, wird die Allianz aus Westmächten und Stalins Sowjetunion auseinanderfallen – müssen.

Eine trügerische Hoffnung, die sich nicht erfüllt:
Am 8. Mai 1945 muss Dönitz über einen Flensburger Radiosender die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht im Westen verkünden, am 9. Mai 1945 unterzeichnet Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel die bedingungslose Kapitulation gegenüber der Sowjetunion.

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Die Historikerin Heike Görtemaker
in einem Buch über Hitlers ‚inner circle‘. Wer gehörte dazu? Wie lebte es sich als High-Society der Nationalsozialisten? Und welche Seilschaften überlebten den Krieg und funktionierten noch in der Bundesrepublik? Spannend zu lesen – sehr empfehlenswert!

Heike B. Görtemaker: Hitlers Hofstaat. Der innere Kreis im Dritten Reich und danach*, C.H.Beck Verlag, 2019

Von mi gift dat nix!

Zwölf Jahre lang hatte man die „ deutsche Volksgemeinschaft“  propagiert und gefeiert, jetzt ist sie keinen Pfifferling mehr wert.

Die 12 Millionen, die  sich kurz vor oder nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges aus Ostpreußen, Pommern, Schlesien und dem Sudetenland auf die gefährliche Flucht in Richtung Westen machen oder von den neuen Machthabern im Osten vertrieben werden, müssen schnell feststellen, dass sie nicht willkommen sind.

Für die meisten Einheimischen sind die Flüchtlinge aus dem Osten die „Habenichtse“, die uneingeladen gekommen sind, um von dem Wenigen, das noch übrig ist, zu nehmen.

Sie sind die verlausten „Polacken“ und „Asozialen“, die in Notunterkünften und Baracken hausen.

Das wird noch eine ganze Weile so bleiben.
Bis weit in die 1950er und 1960er Jahre sind Flüchtlinge  die „Anderen“ – die  outgroup -, die von den Einheimischen verachtet werden:

„… Hildegard von Kamcke hatte keinerlei Talent für die Opferrolle. Den verlausten Kopf erhoben, dreihundert Jahre ostpreußischen Familienstammbaum im Rücken, war sie in die eiskalte Gesindekammer neben der Diele gezogen, die Ida Eckhoff ihnen als Unterkunft zugewiesen hatte.
Sie hatte das Kind auf die Strohmatratze gesetzt, ihren Rucksack abgestellt und Ida mit ruhiger Stimme und der korrekten Artikulation einer Sängerin den Krieg erklärt: ‚Meine Tochter bräuchte dann bitte etwas zu essen.‘
Und Ida Eckhoff, Altländer Bäuerin in sechster Generation, Witwe und Mutter eines verwundeten Frontsoldaten, hatte sofort zurückgefeuert: ‚Von mi gift dat nix!“

Aus: Altes Land* von Dörte Hansen

Man verteilt alle Neuankömmlinge so schnell wie möglich vor allem auf ländliche Gebiete, wo man durch Schrebergärten, Erntearbeit und „Nachstoppeln“ auf eine bessere Ernährungssituation hofft.

Oft bleibt aber nur der Schwarzmarkt, um sich irgendwie durchzuschlagen.

Da viele Notunterkünfte ungeheizt sind, werden primitiv zusammengezimmerte Brennhexen aufgestellt, die mit Torf beheizt werden, meistens das einzige erschwingliche Heizmaterial – wenn es überhaupt etwas zum Heizen gibt.

Warme Kleidung ist knapp, man sammelt Schafswolle, die an den Zäunen hängengeblieben ist, um sie zu spinnen. Neue Hosen und Kleider werden aus alten Uniformen, Decken und Bettzeug geschneidert.

Durch die Umverteilung steigt die Einwohnerzahl der norddeutschen Gemeinden und Kleinstädte rapide an:  In den Kreisen Eckernförde und Stormarn verdoppelt sie sich, in Großhansdorf zählt man kurz nach Kriegsende 1.500 Einheimischen und 3.500 Flüchtlinge, in Rendsburg beträgt der Bevölkerungszuwachs 65 Prozent.

Lebensmittelzuteilung bei Kriegsende

Bei der ersten gesamtdeutschen Volkszählung im Oktober 1946 leben in Schleswig-Holstein 2,6 Millionen Menschen, das sind rund eine Million Einwohner mehr als vor Kriegsbeginn 1939.

In Zahlen „kommen“ nach Kriegsende in Schleswig-Holstein drei Flüchtlinge auf vier Einheimische, in Niedersachsen ist das Verhältnis 1:2, in Bayern 1:3.

Wir waren die ‚Russen‘

In der sozialen Hackordnung stehen die Flüchtlinge ganz unten.

Man mag ihren Dialekt, ihr Brauchtum und ihre Kultur nicht, ihre anderen Sitten und Traditionen und gelegentlich stört man sich auch an ihrer Religion: Protestantische und „Pillkaller“ trinkende Ostpreußen sind für katholische Dorfgemeinschaften in Oberbayern schlichtweg eine Zumutung.

Ihr Flüchtlinge! Flucht und Vertreibung 1944 bis 1950

Als die erste Not vorüber ist und in Dörfern und Gemeinden wieder Tanzveranstaltungen und Feste stattfinden, achten die Mütter mit Argusaugen darauf, dass ihre Söhne nicht mit einem Flüchtlingsmädchen anbandeln oder ihre Töchter einem Flüchtling schöne Augen machen.

Hinter vorgehaltener Hand werden sie „Russen“ oder „Polacken“ genannt, denn sie sind ja aus dem Osten, und sie sind eben allesamt Habenichtse.

Ilse, eine junge Mutter, die mit ihren Kindern und dem verwundetem Ehemann aus dem sudetendeutschen Aussig ins fränkische Sterpersdorf zum Bruder ihres Mannes – einem Pastor – geflohen war, schreibt später in ihren Erinnerungen:

„ … Jenes Jahr ’45 wurde das schwerste unseres Lebens. Es waren nicht die vielen Unzulänglichkeiten im Verhältnis zu unseren Verwandten, unter denen wir litten, es war der völlige Mangel an Verständnis für unsere Lage, der mein Herz fast stündlich wie mit kleinen Nadelstichen durchlöcherte.

Es ist müßig im Einzelnen darüber zu berichten, es war sicher vieles nicht böser Wille, sondern einfach menschliches Versagen, Dummheit und Selbstgerechtigkeit. Möglicherweise war auch unsere Haltung manchmal ungeschickt. Auf alle Fälle wurde das Zusammenleben und Haushalten von Tag zu Tag schwieriger.“

Der ‚Faktor Mensch‘

Es ist eine günstige Mischung aus vielen Faktoren, die Deutschland so kurz nach dem verlorenen Krieg einen Wirtschaftsaufschwung beschert, mit dem niemand gerechnet hatte.

Neben dem Export sind es vor allem der Wohnungsbau und die traditionell starke Automobilindustrie, die zu Konjunkturlokomotiven der boomenden Wirtschaft werden, der Nachholbedarf ist riesig.

Innerhalb weniger Jahre schaffen es die Westdeutschen von der „Stunde Null“ zur Vollbeschäftigung.

Die Währungsreform, die Idee der sozialen Marktwirtschaft und Ludwig Erhard sind wichtig, doch die wichtigste Rolle beim Wirtschaftswunder dürfte der „Faktor Mensch“ gespielt haben:

Gut ausgebildete Arbeitskräfte, die bereit sind, für niedrigen Löhne zu arbeiten, um sich – koste es, was es wolle – eine neue Existenz aufzubauen.

Besonders fleißig sind die, die alles verloren haben – die Flüchtlinge aus dem Osten.
Der „Braingain„, der Gewinn an neuen Talenten durch die vielen Flüchtlinge, war fürs Wirtschaftswunder ein wesentlicher Faktor, sagen Wirtschaftshistoriker heute.

Ludwig Erhard und das deutsche Wirtschaftswunder www.generationengespräch.de
Der Hungerwinter, Marshall-Plan, Trizonesien und die Währungsreform: Wie Deutschland von der Stunde Null zum Wirtschaftswunder kam.

Das hört nicht auf. Nie hört das auf …

„… Ohnehin stand für sie fest, dass sowas [wie das Auftreten jugendlicher Neonazis] nur passieren konnte, weil man jahrzehntelang ‚ieber die Justloff nich reden jedurft hat. Bai ons im Osten sowieso nich. Ond bai dir im Westen ham se, wenn ieberhaupt von frieher, denn immerzu nur von andre schlimme Sachen, von Auschwitz und sowas jeredet„,

lässt Günther Grass die Mutter seines Protagonisten, Tulla Pokriefke, in seiner Novelle Im Krebsgang* sagen.

Es ist bereits 2002, als Im Krebsgang* erscheint, und obwohl Flucht und Vertreibung schon viele Jahrzehnte zurückliegen, ist es ein ungeheurer Tabubruch: Grass widmet sich erstmals dem Leid der Deutschen am Ende des 2. Weltkrieges, das sie durch Flucht und Vertreibung mit etwa 2 Millionen Toten erfahren haben.

Mit nobelpreisverdächtigem Fingerspitzengefühl weist er auf die fatalen Folgen hin, die Deutschen einseitig als Immer-Schuldige darzustellen und nie ihr Leid als Opfer des Krieges sehen zu dürfen.

Eine politische Korrektheit mit weitreichenden Folgen, mit denen wir heute immer noch zu kämpfen haben:

„[…] stellte sich in deutscher und englischer Sprache eine Website vor, die als „www.kameradschaft-konrad-pokriefke.de“ für jemanden warb, dessen Haltung und Gedankengut vorbildlich seien, den deshalb das verhasste System eingekerkert habe. „Wir glauben an dich, wir warten auf dich, wir folgen dir …“ Undsoweiter undsoweiter. Das hört nicht auf. Nie hört das auf.“

Günther Grass, Im Krebsgang*

Copyright: Agentur für Bildbiographien, www.bildbiographien.de, 2015 (überarbeitet 2022)

Lesen Sie im nächsten Beitrag: Nach dem Kriegsende 1945 ist Deutschland zwar ein armes und hungriges Land, ein unterentwickeltes war es nie. Es sind aber nicht nur Fleiß und Ludwig Erhard, die das deutsche  “Wirtschaftswunder” ermöglichen, sondern vor allem der kalte Krieg, die Tatsache, dass Deutschlands Kriegsgegner dieses Mal dazugelernt haben, — und nicht zuletzt 12 Millionen Flüchtlinge.
1948: Das Märchen vom Wirtschaftswunder

Buchempfehlungen:

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Erst im Jahr 2002 brach Günther Grass mit „Im Krebsgang“ ein Tabu
und beschrieb das Leid der Deutschen am Ende des Zweiten Weltkrieges – und die Folgen des langen Schweigens darüber.
Eine vielschichtige Novelle, meisterhaft erzählt und sehr lesenswert!
Günther Grass, Im Krebsgang*, dtv Verlagsgesellschaft, 2004

Die letzten Tage des Dritten Reiches.
Der ganze Irrwitz des nationalsozialistischen Systems in einem Film. Nach einem Tatsachenroman des Hitler-Biografen Joachim Fest, mit Bruno Ganz (Adolf Hitler), Corinna Harfouch (Magda Goebbels), Alexandra Maria Lara (Hitlers Sekretärin Traudl Junge) und vielen anderen. Sehenswert!
Oliver Hirschbiegel (Regie), Der Untergang*, Constantin Film, 2005, FSK 12

Es sind nicht nur Bomben, Flucht und Vertreibung,
die bis heute Auswirkung auf die nachfolgenden Generationen haben, sondern auch die NS-Pädagogik, die viele Kriegskinder am eigenen Leib spüren mussten und die tiefe Spuren hinterlassen hat.
Ein sehr einfühlsames Buch zum Thema Kriegskinder und Kriegsenkel, mit vielen Fallbeispielen und hervorragend beschriebenen Untersuchungsergebnissen.
Anne-Ev Ustorf, Wir Kinder der Kriegskinder*, Verlag Herder GmbH, 2010

Ein berührender Roman über Familie, Flucht und Vertreibung und ihre Nachwehen,
über gestern und heute, die Sehnsucht nach Heimat und das Alte Land bei Hamburg – großartig und mit feiner Ironie geschrieben. Ein tolles Buch, das man erst schweren Herzens aus der Hand legt, wenn man es durchgelesen hat.

Dörte Hansen, Altes Land*, Verlagsgruppe Random House GmbH, 2015

Zwischen Drill und Misshandlung:
Nach wie vor eine der besten Publikationen über den NS- Mütter- und Erziehungskult, der bis heute Wirkung zeigt – sehr empfehlenswert für Betroffene und Interessierte.

Sigrid Chamberlain, Adolf Hitler, die deutsche Mutter und ihr erstes Kind*, Psychosozial-Verlag, 2010 (Erstveröffentlichung: 1997)

Das Schicksal junger Frauen in den 1950er Jahren zwischen moralinsauren „Guten Manieren“, einer schwer traumatisierten Elterngeneration, Rock’n Roll und James Dean. Mit exzellenten Schauspielern wie Sonja Gerhardt, Claudia Michelsen, Maria Ehrich, Emilia Schüle, Heino Ferch und Uwe Ochsenknecht großartig in Szene gesetzt. Sehenswert!

Sven Bohse, Ku’damm 56*, 2016

Die Geschichte der Deutschen gut, übersichtlich und verständlich erklärt.
Außer allen wichtigen Daten und Fakten gibt es viele Hintergrundinformationen und Anekdoten, die das Lesen zum Vergnügen machen und das Verstehen von historischen Entwicklungen erleichtern. Für’s Nachschlagen und zum Querlesen prima geeignet.
Sehr empfehlenswert!
Christian v. Ditfurth: Deutsche Geschichte für Dummies*, Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim, 2019

Weiterführende Beiträge:

Hitlers Hofstaat: Nach der Hochzeit und der Geburt der Kinder wird aus Joseph Goebbels‘ eifersüchtig bewachten Magda seine ‚gute Alte‘. Er hat unzählige Affären und als er sich neu verliebt, bittet er Magda um eine „Ehe zu dritt“. Wer war Magda Goebbels und welche Rolle spilte sie in „Hitlers Hofstaat“?
Magda Goebbels (2): Der Bock von Babelsberg

Der Bombenkrieg: In der Nacht zum 28. Juli 1943 entzünden 3000 britische und US-amerikanische Bomber im Hamburger Osten einen Feuersturm, in dem über 30.000 Menschen sterben.
Der Schock danach sitzt in Berlin tief. Reichsrüstungsminister Speer sagt zu Hitler, noch sechs solche Angriffe, und der Krieg sei zu Ende. Und Feldmarschall Erhard Milch, der Generalinspekteur der Luftwaffe, erklärt: ‘Wir haben den Krieg verloren! Endgültig verloren!
Hamburg 1943: Die Operation Gomorrha

Der Zweite Weltkrieg: Dass Hitler den 2. Weltkrieg will, ist den meisten nicht klar.
Seinen Wahn vom “Lebensraum” kann zwar jeder in „Mein Kampf“ nachlesen, aber fast niemand glaubt das, was da zu lesen ist. Eine Chronik des fürchterlichsten Krieges in der Weltgeschichte.
Der 2. Weltkrieg: Kriegsende-Zusammenbruch-Befreiung

Hitlers Anhänger: Schläge und Schweigen, Verdrängen und Neu-Inszenieren sind die Muster, mit denen die ‚Erziehung mit harter Hand‘ von einer Generation an die nächste weitergegeben wird. Über Alice Miller, Hitlers Mitläufer und Mörder und über schwarze Pädagogik, die aus Opfern Täter macht.
Die Erlaubnis zu hassen

Schwarze Pädagogik: Es war während des Dritten Reiches ein Bestseller und galt als d e r Leitfaden zur Kindererziehung. Über die NS-Pädagogik und Johanna Haarers Machwerk.
Zwischen Drill und Misshandlung: Johanna Haarers „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“

Das Generationengespräch im Überblick: Biografien, Liebe, Opfer, Mord, Krieg und andere Geschichten der letzten 3 Jahrhunderte, die unsere Welt zu dem gemacht haben, die sie heute ist.
Das Generationengespräch: Geschichte(n) im Überblick

Linkempfehlungen:

Die Deutsche Geschichte nach 1945 in alten Kinowochenschauen:
filmothek.bundesarchiv.de

Flucht und Vertreibung aus der Sicht von Zeitzeugen:
https://www.dhm.de/lemo/kapitel/zweiter-weltkrieg/kriegsverlauf/massenflucht

Bildnachweise:

„Ostpreußen, Flüchtlingtreck“ von Bundesarchiv, Bild 146-1976-072-09 / CC-BY-SA 3.0. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de
Das Lazarettschiff Wilhelm Gustloff im Osloer Hafen By Bundesarchiv, Bild 121-0665 / CC-BY-SA 3.0
Privatarchiv

Geschichte und Psychologie Vergangenheit verstehen um mit der Zukunft besser klar zu kommen
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Ich bringe mit meinem Team Lebens-, Familien- und Unternehmensgeschichten ins Buch und schreibe als Ghostwriterin Bücher mit den Schwerpunkten Geschichte und Psychologie.

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2 Kommentare zu „Ihr Flüchtlinge! Flucht und Vertreibung 1944 bis 1950“

  1. ihr lieben menschen die ihr das alles lest,schaut zurück auf diese zeit,war das nicht auch traurig+grausam???? und was haben wir daraus gelernt ??????
    macht eure herzen auf,seid nicht so gemein zu euren mitmenschen,schenkt ein bisschen liebe +friede eurem nächsten das ist doch nicht viel oder???
    „denn die freude die wir geben kehrt ins eigene herz zurück“
    ich weiss von was ich rede,mir als waisenkind,hat auch die liebe +zuneigung gefehlt,zum glück gibt es sie noch die „netten menschen“

  2. Meinerseits möchte ich bemerken das wir, ich 1946 ich als 1/2 jähriges Baby, mit meinen beiden Schwestern 6 und 4 und Jahre mit unseren Eltern aus unserer angestammten Heimat, dem Sudetenland, (mein Geburtsort Annaberg) „damals“Wohnort Wüstseibersdorf „/ Merich -Schönberg,emal. CSSR im Herbst des gleichen Jahres, vertrieben wurden.
    Nach Befehl,der Cechischen Soldaten zwagsläüfig folgend, in Fiehwagongs verladen und Richtung Westen gekarrt wurden.Wir hatten etwa zwei Std Zeit,nur mit dem mann was man am Leibe trug, an der Bahn uns zum Abtransport einzufinden.
    Ich mittlerwile bin 73 Jahre,knapperer immernoch an meinen Erfahrungen und den psüchischen Auswirkungen aus der damaligen Ausgrenzugs und Büßerzei, „als Aussätzige“ aus dem Ostlen, der Jahre (1946 bis weit in die 1970 ger) aus unser Zwangseinweisung bei den Einheimischen, in Hessen.
    Unser zugewiesenes Quartier,ein Schweinestall!
    Der „Viehtransport“ „, wurde auf dem Weg in den Westen, „so aufgelöst:, In dem man immer 10 Personen abzählte,die zu Aussteigen gezwungen wuren,egal ob Kinder, oder Eltern ,Verwante voneinander getrennt wurden.
    Warum lastet man nun immer den Nachkriegsgeneration, noch Jahrhunderte diese .Wetkriegssverbrechen an? Wir befinden uns doch schon fast in einer vierten
    Generation! Diese Mensch haben nich mal einen Hauch von dem damalichen Kriegsgeschehen,im Drude ich selbst,nur aus Dokumentarerzählungen meiner Eltern und Verwanten!

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