Queen Victoria: Onkel Leopold, Prinz Albert und die Liebe

Das 19. Jahrhundert

Die Großmutter Europas (II): Onkel Leopold und Prinz Albert


Eine Kind­heit in bes­se­ren Krei­sen ist im Groß­bri­tan­ni­en des 19. Jahr­hun­derts kein Zucker­schle­cken. Die­se Erfah­rung muss auch Prin­zes­sin Vic­to­ria machen, die ver­einsamt und unglück­lich bei ihrer Mut­ter im Ken­sing­ton Palast auf­wächst.

Aber Vic­to­ria hat Glück. Sie hat Onkel Leo­pold, der sich um ihre Zukunft — und den pas­sen­den Prinz­ge­mahl — kümmert.

Queen Victoria und Onkel Leopold im Regency-England des 19. Jahrhunderts

Das 19. Jahrhundert: Eine Kindheit in besseren Kreisen

Eine Kind­heit im 19. Jahr­hun­dert war auch als Spross einer Adels­fa­mi­lie oder einer bür­ger­li­chen Upper-Class-Sip­pe kein Zucker­schle­cken.

Für schreck­li­che Kind­heits­er­fah­run­gen brauch­te man — wie in Vic­to­ri­as Fall — kei­nen John Con­roy. Kin­der gal­ten in allen Tei­len der Bevöl­ke­rung, egal ob arm oder reich, als klei­ne Erwach­se­ne oder — wenn sie „unge­zo­gen” waren - als eine Art wil­der Tier­chen, die man mit Zucht und Ord­nung in den Griff bekom­men muss­te.

Selbst­ge­nüg­sam­keit, Fleiß, Pflicht­be­wusst­sein und Gehor­sam – vor allem Gehor­sam – waren ers­te Kin­der­pflicht.

Beson­de­res Auf­he­ben um Kin­der­see­len, Zärt­lich­kei­ten oder sogar Mut­ter­lie­be waren nicht üblich und gal­ten sogar als schäd­lich, denn nie­mand woll­te den Nach­wuchs ver­zär­teln und ver­weich­li­chen”.

Wer als höhe­re Toch­ter oder höhe­rer Sohn zur Welt kam, muss­te in der Regel mit einem gele­gent­li­chen Hän­de­druck als Höhe­punkt elter­li­cher Zuwen­dung aus­kom­men.

Bis auf weni­ge Aus­nah­men war die Bot­schaft der neu­en Zeit bei den meis­ten Eltern und Päd­ago­gen noch nicht ange­kom­men.

Die revo­lu­tio­när neu­en Ideen in Sachen Mut­ter­lie­be und roman­ti­scher Lie­be, die seit der fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on und den napo­leo­ni­schen Krie­gen im Umlauf sind, ver­än­dern die Gewohn­hei­ten und den All­tag von Kin­dern in Groß­bri­tan­ni­en nur quä­lend langsam.

Schauermärchen und Prügel

Die Erzie­hung mit har­ter Hand war in den bes­se­ren Krei­sen des 19. Jahr­hun­derts selbst­ver­ständ­lich kei­ne Sache der viel­be­schäf­tig­ten Eltern.

Sie lag in den Hän­den von Gou­ver­nan­ten und Haus­leh­rern, denen die Kin­der oft unbe­auf­sich­tigt und hilf­los aus­ge­lie­fert waren.

Es kam schon mal vor, dass im Kin­der­zim­mer ein ganz per­sön­li­ches Süpp­chen in Fra­gen der Erzie­hung gekocht wur­de: Kin­der, die zu päd­ago­gi­schen Zwe­cken stun­den­lang in Schrän­ke ein­ge­sperrt wur­den, waren kei­ne Sel­ten­heit (böse Zun­gen behaup­ten, dass sich die Gou­ver­nan­te in der Zeit ein Päu­schen gegönnt hat).

Schau­er­mär­chen mit bösen Wöl­fen und Mons­tern soll­ten zur Abschre­ckung die­nen und gal­ten als päd­ago­gisch beson­ders wert­voll.

In den öffent­li­chen Schu­len und Inter­na­ten wur­de geprü­gelt, was die Rute her­gab — kör­per­li­che Züch­ti­gung galt neben Furcht und Angst als d a s päd­ago­gi­sche All­heil­mit­tel gegen jede Form von eige­nem Wil­len.

Zur Not auch als Vor­beu­gung”.

So man­cher hat­te übri­gens nach sei­nen Jugend­er­leb­nis­se Gefal­len an der Rute gefun­den: So wird bei­spiels­wei­se von Vic­to­ri­as spä­te­ren Lieb­lings-Pre­mier­mi­nis­ter, Lord Mel­bourne, behaup­tet, er hät­te sich als Erwach­se­ner pri­vat ger­ne ver­hau­en las­sen.

Der Phi­lo­soph Jean-Jac­ques Rous­se­au berich­tet über sei­ne Vor­lie­be für Schlä­ge als Erwach­se­ner sogar selbst in einem sei­ner Bücher.

Onkel Leopold und seine beiden Sorgenkinder

Vic­to­ri­as Onkel Leo­pold, der Bru­der ihrer Mut­ter Vic­toireund Wit­wer der unglück­li­chen bri­ti­schen Thron­er­bin Char­lot­te, ist der ein­zi­ge Licht­blick in Vic­to­ri­as Kind­heits- und Jugend-Tris­tesse.

Seit 1830 amtiert er als Leo­pold I. als ers­ter gewähl­ter König der Bel­gi­er

Für sei­ne unglück­li­che bri­ti­sche Nich­te Vic­to­ria und sei­nen mut­ter­lo­sen Nef­fen in Coburg hat er trotz­dem — oder viel­leicht gera­de des­we­gen — immer Zeit.

Leopold I König von Belgien und Onkel von Queen Victoria

Leo­pold I., König der Bel­gi­er
Gemäl­de von Franz Xaver Winterhalter

Fast unbe­merkt und über vie­le Jah­re unter­hält er einen regen Brief­wech­sel mit sei­ner ein­sa­men und unver­stan­de­nen Nich­te Vic­to­ria.

Mit sei­nen Brie­fen ver­sucht er, ihre man­gel­haf­te Bil­dung zu ver­bes­sern, emp­fiehlt Bücher und schickt ihr Manu­skrip­te als Lese­stoff.

Er ist ihr wich­tigs­ter Rat­ge­ber, auch und vor allem im Dau­er­streit mit ihrer Mut­ter und deren Schat­ten John Conroy.

Vic­to­ria ist aller­dings nicht Leo­polds ein­zi­ges Sor­gen­kind.

Auch sein Nef­fe Albert, Sohn sei­nes Bru­ders Ernst von Sach­sen-Coburg-Saal­feld, lei­det unter schwie­ri­gen Familienverhältnissen.

Prinz Albert von Sachsen-Coburg-Saalfeld

Prinz Albert wird wie sei­ne Cou­si­ne Vic­to­ria 1819 gebo­ren und ist der jüngs­te Sohn im win­zi­gen Her­zog­tum Sach­sen-Coburg-Saal­feld, das mit knapp 1500 Qua­drat­ki­lo­me­tern nicht viel grö­ßer ist als ein her­zög­li­ches ‘Lum­mer­land’.

Doch der Haus­segen hängt in die­sem Lum­mer­land gehö­rig schief, denn die Ehe von Her­zog und Her­zo­gin ist zerrüttet.

Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha im Jahr 1840

Albert von Sach­sen-Coburg und Gotha, Litho­gra­phie von Franz Hanf­staengl, 1840

Alberts Vater, Her­zog Ernst, hat nach der Geburt sei­ner bei­den Söh­ne kein Inter­es­se mehr an sei­ner jun­gen Frau Lui­se und bean­sprucht für sich das Recht, eine außer­ehe­li­che Bezie­hung zu füh­ren.

Aller­dings hält er nichts von der Idee, sei­ner Frau das glei­che Recht ein­zu­räu­men.

Das stört die Her­zo­gin zunächst nicht. Von den Vor­stel­lun­gen ihres Gemahls hält sie nichts — und lässt sich unglück­li­cher­wei­se dabei drei Mal erwi­schen.

Das ers­te Mal bei einer ver­mut­lich nur pla­to­ni­schen Tän­de­lei, deren Auf­de­ckung zu einem hef­ti­gen Ehe­krach führt.

Das zwei­te Mal ist es erns­ter, denn Lui­se hat ver­mut­lich eine ernst­zu­neh­men­de Affä­re mit einem Kam­mer­jun­ker namens von Bülow. Als die auf­fliegt, lan­det die Ange­le­gen­heit vor einer her­zog­li­chen Kom­mis­si­on und wird akri­bisch unter­sucht.

Nach der drit­ten Lieb­schaft sei­ner Gat­tin ist Schluss mit der her­zog­li­chen Geduld. Her­zog Ernst lässt sich schei­den, ver­bannt sei­ne untreue Ehe­frau und erlässt zudem eine Kon­takt­sper­re zwi­schen Mut­ter und Söh­nen.

Albert sieht sei­ne Mut­ter als Fünf­jäh­ri­ger zum letz­ten Mal.
Als er 11 Jah­re alt ist, stirbt sie in Paris an Gebärmutterhalskrebs.

Alberts Erziehung zum Prinzgemahl

Äußer­lich wächst Albert zu einem gut­aus­se­hen­den, erns­ten, pflicht­be­wuss­ten und ein wenig pedan­ti­schen jun­gen Mann her­an, dem der frü­he Ver­lust sei­ner Mut­ter nicht anzu­mer­ken ist.

Nur sei­ner ältes­ten Toch­ter Vic­to­ria (der spä­te­ren Mut­ter des deut­schen Kai­sers Wil­helm II.), zu der er ein beson­ders enges Ver­hält­nis hat, ver­traut er ein­mal an, dass sei­ne Kind­heit unglück­lich und elend” gewe­sen sei und er sich oft aus die­ser Welt fort­ge­wünscht” habe.

Ver­mut­lich liegt Onkel Leo­pold das Schick­sal sei­ner Nich­te Vic­to­ria und sei­nes Nef­fen Albert wirk­lich am Her­zen; aber er ist eben auch König, Poli­ti­ker, Stra­te­ge und ein Kind sei­ner Zeit”.

Denn Euro­pa kämpft in jener Zeit immer noch mit den Fol­gen der Krie­ge gegen Napo­le­on, der mit sei­nen Armeen und Ver­bün­de­ten den euro­päi­schen Kon­ti­nent über­rannt und jahr­hun­der­te­al­te Mon­ar­chien ein­fach weg­ge­fegt hatte.

Die neue Frie­dens­ord­nung, die der Wie­ner Kon­gress nach zähem Rin­gen aus­ge­han­delt hat, wird zwar eini­ger­ma­ßen umge­setzt; aber die neu­en euro­päi­schen Macht­ver­hält­nis­se sind wack­lig.

Sämt­li­chen euro­päi­schen Mon­ar­chen sitzt derNapo­le­on-Schock” noch in den Knochen.

Heiraten für die Macht: Onkel Leopolds großer Plan

König Leo­pold ver­sucht, die fra­gi­le euro­päi­sche Ord­nung nach den Napo­leo­ni­schen Krie­gen zu sta­bi­li­sie­ren — und vor allem das klei­ne Bel­gi­en, das ihn zum König gewählt hat, vor den Macht­ge­lüs­ten sei­ner gro­ßen Nach­barn zu schüt­zen.

Dabei setzt Vic­to­ri­as Onkel auf das ältes­te und wir­kungs­volls­te poli­ti­sche Bünd­nis Euro­pas: dynas­ti­sches Hei­ra­ten.

Seit Jahr­hun­der­ten wer­den arran­gier­te Ehen zwi­schen Herr­scher­häu­sern genutzt, um Alli­an­zen zu schmie­den, Kon­flik­te zu ent­schär­fen und Ein­fluss zu sichern. Leo­pold beherrscht die­ses Spiel meis­ter­haft.

Kurz nach sei­ner Thron­be­stei­gung hei­ra­tet er selbst die fran­zö­si­sche Prin­zes­sin Loui­se von Orlé­ans, um Bel­gi­en diplo­ma­tisch enger an Frank­reich zu bin­den und mög­li­che Begehr­lich­kei­ten des mäch­ti­gen Nach­barn ein­zu­däm­men.

Auch für sei­ne Cobur­ger Ver­wandt­schaft schmie­det Leo­pold ehr­gei­zi­ge Plä­ne: Sei­nen Nef­fen Fer­di­nand ver­hei­ra­tet er mit der por­tu­gie­si­schen Köni­gin Maria II. — und selbst­ver­ständ­lich denkt er dabei auch an sei­ne bei­den Sor­gen­kin­der Vic­to­ria und Albert.

Denn Leo­pold erkennt früh, dass sei­ne bri­ti­sche Nich­te eines Tages den Thron bestei­gen wird.

Und er weiß eben­so genau, wie schwie­rig die Rol­le eines bri­ti­schen Prinz­ge­mahls wer­den kann: Alberts zukünf­ti­ge Stel­lung wäre poli­tisch hei­kel, denn for­mal wäre er der Unter­tan sei­ner eige­nen Ehe­frau.

Des­halb lässt Leo­pold sich regel­mä­ßig aus­führ­lich von Alberts Leh­rern berich­ten. Cha­rak­ter, Bil­dung, Pflicht­ge­fühl und Selbst­be­herr­schung sei­nes Nef­fen wer­den bei­na­he wie bei einem poli­ti­schen Groß­pro­jekt geprüft.

Als Vic­to­ri­as Thron­fol­ge immer wahr­schein­li­cher wird, schickt Leo­pold Albert schließ­lich einen sei­ner engs­ten Bera­ter. Die­ser ent­wirft einen detail­lier­ten Plan für die Aus­bil­dung des zukünf­ti­gen Prinz­ge­mahls — mit erstaun­lich moder­nem Blick auf Psy­cho­lo­gie und öffent­li­che Wir­kung.

Beson­ders wich­tig erscheint ihm dabei ein Punkt: Vic­to­ria soll sich frei­wil­lig in Albert ver­lie­ben.

Leo­polds Maß­nah­men­ka­ta­log für Albert sieht unter ande­rem vor:


Erziehung zum Prinzgemahl

… so ver­langt die Gewis­sen­haf­tig­keit, dass man zuerst ihm das Schwie­ri­ge des Unter­neh­mens von allen Sei­ten dar­stel­le.
Schreckt ihn dies nicht ab, so tre­ten nach mei­ner Mei­nung zwei Not­wen­dig­kei­ten ein.

Die ers­te ist die einer plan­mä­ßi­gen, kon­se­quent durch­ge­führ­ten Erzie­hung für sei­ne künf­ti­ge Lauf­bahn mit ste­ter Rück­sicht auf das so eigen­tüm­li­che Land und Volk, und die zwei­te ist die, sich die Nei­gung der Prin­zes­sin noch vor der Bewer­bung zu gewin­nen und die Bewer­bung selbst nur erst auf die­se Nei­gung zu gründen.”


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Die junge Queen Victoria als Hoffnungsträgerin

Vic­to­ria denkt gar nicht dar­an, sich ver­hei­ra­ten zu las­sen.

Sie ist froh, dem Ken­sing­ton-Sys­tem ihrer Kind­heit ent­kom­men zu sein, und fürch­tet, dass ein Mann ver­su­chen wür­de, sie wie ihre Mut­ter und deren Bera­ter John Con­roy zu beherr­schen.

Den Bri­ten ist das zunächst egal.

Als Vic­to­ria 1837 ihren grei­sen Onkel Wil­helm IV. beerbt und als blut­jun­ge Queen Vic­to­ria den Thron besteigt, fei­ern sie ihre neue Köni­gin als Licht­blick nach einem sehr, sehr lan­gen dunk­len Tunnel.

Queen Victoria im Jahr 1847 gemalt von Franz Xaver Winterhalter

Queen Vic­to­ria 1847
Ölge­mäl­de von Franz Xaver Winterhalter 

Vic­to­ri­as Vor­gän­ger auf dem Thron waren alles ande­re als zum Jubeln. Ihr Groß­va­ter Geor­ge III. ver­brach­te sein Leben mit Krie­ge füh­ren und danach die letz­ten 20 Jah­re im Deli­ri­um.

Sein Sohn und Nach­fol­ger, Vic­to­ri­as ewig miss­mu­ti­ger Onkel Geor­ge IV. , war ein äußerst unbe­lieb­ter König, der sei­ne Unter­ta­nen mit sei­ner Schei­dungs­af­fä­re, sei­ner Arro­ganz und sei­ner Maß­lo­sig­keit zur Weiß­glut ärgerte.

Den bei­den folgt schließ­lich Vic­to­ri­as eher rus­ti­ka­ler Onkel Wil­helm IV. auf den Thron, der von Glanz, Eti­ket­te und vor­neh­men Beneh­men unge­fähr so weit ent­fernt war wie die mit Schmutz und Unrat über­frach­te­te Them­se der dama­li­gen Zeit von einem spru­deln­den Trinkwasserresservoir.

Queen Vic­to­ri­as Fami­li­en-Stamm­baum:

Prinz­re­gent Geor­ge
Sze­nen einer arran­gier­ten Ehe
König Geor­ge IV.
Pains & Pen­al­ties: Schei­dung auf bri­tisch
Queen Vic­to­ria (1)
Die Groß­mutter Euro­pas
Queen Vic­to­ria (2)
Onkel Leo­pold
Queen Vic­to­ria (3)
Vic­to­ria & Albert
Kai­ser Wil­helm II.
Wil­helm, das Groß­maul
Edward VIII. und Wal­lis Simpson
Appease­ment: Hit­ler und die Briten

Queen Victoria: Die ersten Affären als Königin

Die ers­ten zwei Jah­re als Köni­gin schlägt sich Vic­to­ria über­ra­schend gut.

Zu ihrem gro­ßen Glück fin­det sie in „ihrem“ ers­ten Pre­mier­mi­nis­ter, Lord Mel­bourne, einen väter­li­chen Freund und Rat­ge­ber, der sie bis zu Klei­der­fra­gen geschickt um poli­ti­sche und sons­ti­ge Klip­pen ihres neu­en Köni­gin­nen-Daseins manö­vriert.

Dann patzt die jun­ge Vic­to­ria zwei Mal kurz hin­ter­ein­an­der und stol­pert so unbe­hol­fen und bera­tungs­re­sis­tent durch bei­de Affä­ren, dass sie bei den Bri­tin­nen und Bri­ten erheb­lich an Anse­hen ver­liert.

Beim ers­ten Skan­dal unter­stellt sie einer Hof­da­me, die an einem Leber­tu­mor erkrankt ist, eine unehe­li­che Schwan­ger­schaft. So viel Herz­lo­sig­keit ihrer jun­gen Köni­gin empört ihren Hof­staat und ihre Unter­ta­nen glei­cher­ma­ßen.

Poli­tisch gra­vie­ren­der ist aller­dings der zwei­te Skan­dal, die soge­nann­ten „Hof­da­men-Affä­re“.
Die beginnt damit, dass sich Vic­to­ria hals­star­rig wei­gert, auch eini­ge Damen als Hof­da­men zu akzep­tie­ren, die zur poli­ti­schen Par­tei der Torys gerech­net wer­den.

Die Wahl ihrer Hof­da­men sei ihre Pri­vat­an­ge­le­gen­heit.
Fin­det sie und beharrt auf ihrem Irr­tum, denn pri­vat ist für eine bri­ti­sche Köni­gin — Groß­bri­tan­ni­en ist seit Jahr­hun­der­ten eine kon­sti­tu­tio­nel­len Mon­ar­chie — so gut wie gar nichts.

Zwar schafft sie es durch ihre Wei­ge­rung ihren Lieb­lings-Pre­mier Mel­bourne, der zur Par­tei der Whigs gehört, im Amt zu hal­ten, denn sein Tory-Kon­kur­ren­ten und desi­gnier­ter Nach­fol­ger, Sir Robert Peel, will ohne könig­li­che Hof­da­men, die sei­ner Par­tei nahe ste­hen, nicht antre­ten und zieht sich schmol­lend zurück.

Aber der Scha­den ist ange­rich­tet und der par­la­men­ta­ri­sche Betrieb Groß­bri­tan­ni­ens durch die Köni­gin höchst­per­sön­lich beträcht­lich ins Stol­pern gera­ten. Dar­über ist das Volk not amu­sed.

Die „Hof­da­men-Affä­re“ wird in der Öffent­lich­keit als gro­be Ein­mi­schung der Köni­gin in die Ange­le­gen­hei­ten des Par­la­ments gese­hen und dort hat Vic­to­ria gemäß des bri­ti­schen Bill of Rights nichts zu suchen.

Sie sol­le sich end­lich ver­hei­ra­ten, ist eine For­de­rung, die immer häu­fi­ger auf der Stra­ße, in der Pres­se und in den fei­nen Salons und Clubs zu lesen und zu hören ist.

Ein Ehe­mann, so die all­ge­mei­ne Hoff­nung, könn­te sie viel­leicht etwas mäßi­gen, denn mit zuneh­men­dem Selbst­be­wusst­sein ent­wi­ckelt Vic­to­ria auch den Eigen­sinn, für den sie spä­ter berühmt und berüch­tigt sein wird.

Onkel Leo­polds akri­bisch vor­be­rei­te­ter Plan für Nich­te und Nef­fe nimmt Fahrt auf.

Mehr lesen:

Albert ist wirk­lich so über­mä­ßig attrak­tiv, so schö­ne Augen und eine exqui­si­te Nase und so ein hüb­scher Mund. Eine schö­ne Figur, breit in den Schul­tern mit einer fei­nen Tail­le.“ Kein Zwei­fel — Köni­gin Vic­to­ria ist ver­liebt. Aber wie wird sich der deut­sche Prinz Albert ent­schei­den?
Die Groß­mutter Euro­pas (3): Vic­to­ria und Albert 

Copy­right: Agen­tur für Bild­bio­gra­phien, www​.bild​bio​gra​phien​.de, 2017, über­ar­bei­tet 2026


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Queen Victoria als junge Königin im Film Victoria Die junge Königin mit Emily Blunt

Die jun­ge Köni­gin Victoria

Mit gera­de ein­mal 18 Jah­ren wird Queen Vic­to­ria plötz­lich zur Köni­gin eines Impe­ri­ums — uner­fah­ren, aber ent­schlos­sen, sich in einer Welt der Macht­spie­le zu behaup­ten.
In Die jun­ge Köni­gin ent­fal­tet sich eine berüh­ren­de Mischung aus poli­ti­schem Dra­ma und gro­ßer Lie­be, als Prinz Albert ihr Leben betritt und alles ver­än­dert. Ein opu­len­ter, roman­ti­scher His­to­ri­en­film, der Geschich­te leben­dig, emo­tio­nal und wun­der­schön erzählt.

Auch als Prime Video*


Queen Victoria als junge Königin in der Serie Victoria Staffel 1 im britischen Königshaus

Vic­to­ri­as Anfän­ge als Queen

Wie aus der ein­sa­men Prin­zes­sin die legen­dä­re Queen Vic­to­ria wird.
Die Serie ver­bin­det pracht­vol­le Regen­cy- und Vik­to­ria­nik mit Roman­tik, Skan­da­len und einer jun­gen Köni­gin, die ler­nen muss, sich gegen Hof, Poli­tik und ihre eige­ne Fami­lie zu behaup­ten. Opu­lent, emo­tio­nal und per­fekt für Fans von „Bridger­ton“, „The Crown“ und gro­ßer bri­ti­scher Geschichte.


Biografie über Queen Victoria – die mächtigste Königin des viktorianischen Zeitalters

Die Unbeug­sa­me

Aus der ein­sa­men jun­gen Prin­zes­sin im Ken­sing­ton Palace wird die mäch­tigs­te Frau Euro­pas.
Die­se packend geschrie­be­ne Bio­gra­fie zeigt Queen Vic­to­ria nicht als stei­fe Mon­ar­chin, son­dern als klu­ge, ehr­gei­zi­ge und oft wider­sprüch­li­che Frau, die ein gan­zes Zeit­al­ter präg­te. Per­fekt für alle, die bri­ti­sche Geschich­te, roya­le Fami­li­en­dra­men und die Welt zwi­schen Regen­cy und Vik­to­ria­ni­schem Zeit­al­ter lieben.


Skandale und Intrigen an Europas Königs- und Kaiserhäusern im 19 und 20 Jahrhundert

Skan­da­le und Intri­gen an Euro­pas Königs- und Kaiserhäusern

Ein fas­zi­nie­ren­des Buch über die Welt hin­ter den höfi­schen Fas­sa­den: vol­ler Intri­gen, Affä­ren, Macht­spie­le und fami­liä­rer Kata­stro­phen — oft span­nen­der als jede Net­flix-Serie über Royals und Königshäuser.


Jane Eyre und Mr Rochester im viktorianischen England

Jane Eyre – Der welt­be­rühm­te vik­to­ria­ni­sche Roman von Char­lot­te Brontë

Jane Eyre“ ist weit mehr als eine Lie­bes­ge­schich­te: Der Roman erzählt von einer jun­gen Frau, die sich gegen Unge­rech­tig­keit, gesell­schaft­li­che Zwän­ge und männ­li­che Bevor­mun­dung behaup­tet — und dabei ihren eige­nen Weg sucht. Düs­ter, roman­tisch und vol­ler vik­to­ria­ni­scher Atmo­sphä­re: ein zeit­lo­ser Klas­si­ker zum Ver­sin­ken und Verlieben.


Eine kurze Geschichte der alltäglichen Dinge – Kulturgeschichte von Wohnen, Alltag und Gewohnheiten

Der His­to­ri­ker Bill Bry­son über Kind­heit und Erziehung,

Arm und Reich, Seu­chen, Geburts­zan­gen, Mode, Dan­dys und vie­lem mehr.

Ein unter­halt­sa­mer Streif­zug durch die Kul­tur­ge­schich­te Euro­pas, wit­zig geschrie­ben und die bes­te Emp­feh­lung für alle, die Spaß an ‘Geschich­te durch Geschich­ten’ haben.
Sehr hörens­wert ist auch das Hör­buch*, gele­sen von Rufus Beck


Weiterführende Beiträge zu Liebe & History

Das Ken­sing­ton-Sys­tem: Vic­to­ri­as Leben fängt mehr als beschei­den an, ohne Vater und mit einer Mut­ter, die sie als eine Art Faust­pfand für die eige­ne Zukunft betrach­tet. Zwei Onkel bestim­men Vic­to­ri­as Schick­sal: Ihr selt­sa­mer Onkel Geor­ge, den sie auf dem bri­ti­schen Thron beer­ben wird, und Onkel Leo­pold, der sich um ihr Lebens­glück und ihre Zukunft küm­mert.
Die Groß­mutter Euro­pas (I)

Mätres­sen­wirt­schaft: Jahr­hun­der­te­lang war es für Köni­ge und Aris­to­kra­ten üblich, eine Gelieb­te — Mätres­se — zu haben. Oft waren das ambi­tio­nier­te Frau­en, von denen man­che viel Ver­gnü­gen an Macht, Ein­fluss und am Regie­ren hat­ten. Die berühm­tes­te und ein­fluss­reichs­te „maî­tres­se en tit­re“ in der Geschich­te war die Mar­qui­se de Pom­pa­dour, die legen­dä­re Gelieb­te des Uren­kels des Son­nen­kö­nigs, König Lud­wig XV.
Die Mar­qui­se de Pompadour

In der Wie­ge unse­rer Zivi­li­sa­ti­on, im alten Grie­chen­land, gab es kei­ne Dop­pel­be­las­tung für Müt­ter und von einer weib­li­chen Sinn­kri­se konn­te auch kei­ne Rede sein: Auf müt­ter­li­che Gefüh­le wur­de schlicht und ergrei­fend ver­zich­tet. Über das schnör­kel­lo­se Ver­hält­nis anti­ker Eltern bis zum Hoch­mit­tel­al­ter mit Maria und dem Jesus­kind.
Mythos Mut­ter: Die Hand an der Wie­ge bewegt die Welt

Vic­to­ri­as miss­mu­ti­ger Onkel Geor­ge IV.: Es war das bri­ti­sche Schei­dungs­dra­ma vor Charles und Dia­na — Prinz­re­gent Geor­ge und sei­ne deut­sche Frau Caro­li­ne von Braun­schweig-Wol­fen­büt­tel, ihre unglück­li­che arran­gier­te Ehe und Geor­ges Ver­su­che, sei­ne Gat­tin wie­der los­zu­wer­den.
Pains and Pen­al­ties: Schei­dung auf britisch


Bild­nach­wei­se:

Ori­gi­nal: Leo­pold I., König der Bel­gi­er, Gemäl­de von Franz Xaver Win­ter­hal­ter, gemein­frei
Albert von Sach­sen-Coburg und Gotha, Litho­gra­phie von Franz Hanf­staengl, 1840, Gemein­frei
Vic­to­ria, 1847, Ölge­mäl­de von Franz Xaver Win­ter­hal­ter — Ori­gi­nal pain­ting owned by the Roy­al Coll­ec­tion. Source of pho­to­graph unknown, Gemeinfrei


Generationengespräch

Geschich­te und Psy­cho­lo­gie
Ver­gan­ge­nes ver­ste­hen, um mit der Zukunft bes­ser klar zu kommen.


Geschichte und Psychologie Vergangenheit verstehen um mit der Zukunft besser klar zu kommen
Dr. Susanne Gebert

Gene­ra­tio­nen­ge­spräch
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Geschich­te & Psy­cho­lo­gie
Die Ver­gan­gen­heit ver­ste­hen, um mit der Zukunft bes­ser klar zu kommen

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Susan­ne Autorin bei Gene­ra­tio­nen­ge­spräch & Agen­tur für Bildbiographien
Dr. Susan­ne Gebert schreibt über Psy­cho­lo­gie, Fami­li­en­ge­schich­te und emo­tio­na­le Prä­gun­gen. In ihrem Blog „Gene­ra­tio­nen­ge­spräch“ zeigt sie, wie unse­re Kind­heit uns formt – und wie wir uns von alten Mus­tern lösen können. 

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