Die Großmutter Europas (II): Onkel Leopold

Manch­mal sind Män­ner ein­fach die bes­se­ren Müt­ter.
Onkel Leo­pold, seit 1831 König von Bel­gi­en, hilft sei­ner Nich­te Vic­to­ria durch ihre ein­sa­me und trost­lo­se Jugend.

Jetzt sitzt sie als 18-jäh­ri­ge Queen auf dem bri­ti­schen Thron, strotzt vor Selbst­be­wusst­sein und wei­gert sich zu hei­ra­ten.
Wie­der ist es Onkel Leo­pold, der dafür sorgt, dass sei­ne stör­ri­sche Nich­te end­lich unter die Hau­be kommt. Mit ihrem Cou­sin Albert fin­det sie dank ihres Onkels nicht nur den pas­sen­den Prinz­ge­mahl, son­dern auch — und das ist kei­ne Schmon­zet­te — die gro­ße Lie­be ihres Lebens.

Leo­pold I., König der Bel­gi­er, Gemäl­de von Franz Xaver Win­ter­hal­ter

Eine Kindheit in besseren Kreisen

Eine Kind­heit als Spross einer Adels­fa­mi­lie oder einer bür­ger­li­chen Upper-Class-Sip­pe war im 19. Jahr­hun­dert in Groß­bri­tan­ni­en (und auch andern­orts) kein Zucker­schle­cken.
Für schreck­li­che Kind­heits­er­fah­run­gen brauch­te es — wie in Vic­to­ri­as Fall — kei­nen John Conroy.

Prinzessin Victoria im Alter von vier Jahren, 1823, von Stephen Poyntz Denning (1795–1864) - Dulwich College Picture Gallery, Gemeinfrei
Prin­zes­sin Vic­to­ria im Alter von vier Jah­ren, 1823, von Ste­phen Poyn­tz Den­ning (1795–1864) — Dul­wich Col­le­ge Pic­tu­re Gal­le­ry, Gemein­frei

Kin­der gal­ten wahl­wei­se als klei­ne Erwach­se­ne oder — wenn sie “unge­zo­gen” waren — als eine Art uner­zo­ge­ne Tier­chen, die man mit Zucht und Ord­nung in den Griff bekom­men muss­te.
Beson­de­res Auf­he­ben um Kin­der­see­len, Zärt­lich­kei­ten oder sogar Mut­ter­lie­be waren nicht üblich und gal­ten sogar als schäd­lich, denn nie­mand woll­te den Nach­wuchs ver­weich­li­chen.

Wer als höhe­re Toch­ter oder höhe­rer Sohn zur Welt kam, muss­te in der Regel mit einem gele­gent­li­chen Hän­de­druck als Höhe­punkt elter­li­cher Zuwen­dung aus­kom­men.

Selbst­ge­nüg­sam­keit, Fleiß, Pflicht­be­wusst­sein und Gehor­sam – vor allem Gehor­sam – waren ers­te Kin­der­pflicht.
Die Erzie­hung zu einem ordent­li­chen und cha­rak­ter­star­ken Men­schen war natür­lich kei­ne Sache der viel­be­schäf­tig­ten Eltern, son­dern lag in den Hän­den von Gou­ver­nan­ten und Haus­leh­rern, denen die Kin­der unbe­auf­sich­tigt und hilf­los aus­ge­lie­fert waren.

Es kam schon vor, dass im Kin­der­zim­mer ein ganz per­sön­li­ches Süpp­chen in Fra­gen der Erzie­hung gekocht wur­de: Kin­der die zu päd­ago­gi­schen Zwe­cken stun­den­lang in Schrän­ke ein­ge­sperrt wur­den, waren kei­ne Sel­ten­heit (böse Zun­gen behaup­ten, dass sich die Gou­ver­nan­te in der Zeit ein Päu­schen gegönnt hat). Schau­er­mär­chen zur Abschre­ckung waren üblich und gal­ten als päd­ago­gisch sinn­voll.

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In den öffent­li­chen Schu­len und Inter­na­ten wur­de geprü­gelt, was die Rute her­gab.
Die kör­per­li­che Züch­ti­gung galt neben Furcht und Angst als d a s päd­ago­gi­sche All­heil­mit­tel gegen alles, und kam auch zur Vor­beu­gung zum Ein­satz.

So man­cher hat­te übri­gens nach sei­nen Jugend­er­leb­nis­se Gefal­len an der Rute gefun­den; so wird bei­spiels­wei­se von Vic­to­ri­as Lieb­lings-Pre­mier, Lord Mel­bourne, behaup­tet, er hät­te sich als Erwach­se­ner pri­vat ger­ne ver­hau­en las­sen (Jean-Jac­ques Rous­se­au auch; er berich­tet dar­über sogar selbst in einem sei­ner Bücher).


Der men­ta­le Umbruch Euro­pas nach Napo­le­ons Krie­gen, die revo­lu­tio­när neu­en Ide­en in Sachen Mut­ter­lie­be und roman­ti­scher Lie­be ver­än­der­ten Gewohn­hei­ten und All­tag sowohl auf dem Kon­ti­nent als auch auf den bri­ti­schen Inseln quä­lend lang­sam.
Bis auf weni­ge gol­de­ne Aus­nah­men war die Bot­schaft der neu­en Zeit bei den meis­ten Eltern und Päd­ago­gen noch nicht ange­kom­men.

König Leopold und seine beiden Sorgenkinder

Prinzessin Victoria mit Spaniel Dash, Sir George Hayter, 1833, Von nach George Hayter - First upload: Scanned from Hibbert, Christopher (2000) Queen Victoria: A Personal History, London: HarperCollins, ISBN 0-00-638843-4, and then colour adjusted and repaired for flaws. This version is of the copy in the British Royal Collection.Second upload: unknown, Gemeinfrei

Ein Licht­blick in Vic­to­ri­as Kind­heits- und Jugend-Tris­tesse ist Onkel Leo­pold, der Bru­der ihrer Mut­ter.

Leo­pold ist nicht nur ihr Onkel, son­dern war auch der Prinz­ge­mahl der bri­ti­schen Thron­er­bin Char­lot­te Augus­te, die 1817 im Wochen­bett nach vie­len qual­vol­len Stun­den bei der Geburt ihres ers­ten gemein­sa­men Kin­des stirbt; damals ein Schick­sals­schlag für die Bri­ten, der den Lauf der Geschich­te ver­än­dert und Vic­to­ria zur Köni­gin macht.

Onkel Leo­pold, seit 1831 gewähl­ter König Leo­pold I. von Bel­gi­en, hat trotz — oder viel­leicht: gera­de wegen — sei­nes eige­nen schreck­li­chen Ver­lus­tes von Frau und Kind ein Herz für sei­ne unglück­li­chen Nich­ten und Nef­fen.

Fast unbe­merkt und über vie­le Jah­re unter­hält er einen regen Brief­wech­sel mit sei­ner ein­sa­men Nich­te Vic­to­ria. Er ver­sucht mit sei­nen Brie­fen, ihre man­gel­haf­te Bil­dung zu ver­bes­sern, emp­fiehlt ihr Bücher, schickt Manu­skrip­te als Lese­stoff und hat auch sonst ein offe­nes Ohr für die Sor­gen und Nöte sei­ner ein­sa­men Nich­te.

Vic­to­ria ist aller­dings nicht ein ein­zi­ges Sor­gen­kind..
Auch sein Nef­fe Albert, Sohn sei­nes Bru­ders Ernst von Sach­sen-Coburg-Saal­feld, lei­det unter schwie­ri­gen Fami­li­en­ver­hält­nis­sen.

Albert von Sachsen-Coburg und Gotha, Lithographie von Franz Hanfstaengl, 1840, Gemeinfrei

Prinz Albert, wie sei­ne Cou­si­ne Vic­to­ria 1819 gebo­ren, ist der jüngs­te Sohn im win­zi­gen Her­zog­tum Sach­sen-Coburg-Saal­feld, das mit knapp 1500 Qua­drat­ki­lo­me­tern nicht viel grö­ßer als ein her­zög­li­ches ‘Lum­mer­land’ ist.

Doch der Haus­segen in die­sem ‘Lum­mer­land’ hängt schief, denn die Ehe von Her­zog und Her­zo­gin ist zer­rüt­tet.

Alberts Vater, Her­zog Ernst, hat­te nach der Geburt sei­ner bei­den Söh­ne kein Inter­es­se mehr an sei­ner jun­gen Frau Lui­se und bean­spruch­te für sich das Recht, eine außer­ehe­li­che Bezie­hung zu füh­ren. Sei­ner Frau will er die­ses Ver­gnü­gen aller­dings nicht ein­räu­men.

Her­zo­gin Lui­se hielt sich aller­dings nicht an die Vor­stel­lun­gen ihres Gemahls — und ließ auch noch drei Mal erwi­schen.
Das ers­te Mal bei einer ver­mut­lich nur pla­to­ni­schen Tän­de­lei, deren Auf­de­ckung zu einem hef­ti­gen Ehe­krach führ­te. Das zwei­te Mal war es erns­ter, denn Lui­se hat­te eine rich­ti­ge Affä­re mit einem Kam­mer­jun­ker namens von Bülow, die schließ­lich vor einer her­zog­li­chen Kom­mis­si­on lan­de­te und akri­bisch unter­sucht wur­de.

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Nach dem drit­ten Mal ist für den Her­zog Schluss.
Er lässt sich schei­den, ver­bannt sei­ne untreue Gat­tin und ver­fügt außer­dem, dass sie kei­nen Kon­takt mehr zu ihren Söh­nen haben darf

Albert sieht sei­ne Mut­ter als Fünf­jäh­ri­ger zum letz­ten Mal.
Als er 11 Jah­re alt ist, stirbt sie in Paris an Gebär­mut­ter­hals­krebs.

Die Erziehung zum Prinzgemahl

Äußer­lich wächst Albert zu einem gut­aus­se­hen­den, erns­ten, pflicht­be­wuss­ten und ein wenig pedan­ti­schen jun­gen Mann her­an, dem der frü­he Ver­lust sei­ner Mut­ter nicht anzu­mer­ken ist.

Nur sei­ner ältes­ten Toch­ter Vic­to­ria (der spä­te­ren Mut­ter des deut­schen Kai­sers
Wil­helm II.), zu der er ein beson­ders enges Ver­hält­nis hat, ver­traut er ein­mal an, dass sei­ne Kind­heit “unglück­lich und elend” gewe­sen sei und er sich oft “aus die­ser Welt fort­ge­wünscht” habe.

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Ver­mut­lich liegt Onkel Leo­pold das Schick­sal sei­ner Nich­te Vic­to­ria und sei­nes Nef­fen Albert wirk­lich am Her­zen; aber er ist eben auch König, Poli­ti­ker, Stra­te­ge und ein “Kind sei­ner Zeit”.

Bonaparte beim Überschreiten der Alpen am Großen Sankt Bernhard Gemälde von Jacques-Louis David, 1800

Euro­pa kämpft in jener Zeit immer noch mit den Fol­gen der Krie­ge gegen Napo­le­on, der mit sei­nen Arme­en und Ver­bün­de­ten den euro­päi­schen Kon­ti­nent über­rannt und jahr­hun­der­te­al­te Mon­ar­chi­en ein­fach weg­ge­fegt hat­te.
Die neue Frie­dens­ord­nung, die der Wie­ner Kon­gress nach zähem Rin­gen aus­ge­han­delt hat­te, war eini­ger­ma­ßen umsetz­bar; aber das neu­en euro­päi­schen Mit­ein­an­der war brü­chig, außer­dem saß allen noch der “Napoleon”-Schock in den Kno­chen.

Auch König Leo­pold ver­sucht, die wacke­li­ge neue euro­päi­sche Ord­nung zu sta­bi­li­sie­ren — und vor allem das klei­ne Bel­gi­en vor den Macht­ge­lüs­ten der gro­ßen Nach­barn zu schüt­zen — und setzt dabei auf das stärks­te Bünd­nis jener Zeit: auf’s “ver­nünf­ti­ge” Hei­ra­ten, so wie es seit Jahr­hun­der­ten zwi­schen den Herr­scher­häu­sern Euro­pas prak­ti­ziert wor­den ist.

Er selbst hat­te kurz nach sei­ner Thron­be­stei­gung als gewähl­ter König der Bel­gi­er die fran­zö­si­sche Königs­toch­ter Loui­se von Orléans gehei­ra­tet, um even­tu­el­len Begehr­lich­kei­ten des gro­ßen Nach­barn Frank­reich am klei­nen und jun­gen König­reich Bel­gi­en vor­zu­beu­gen; sei­nen Cobur­ger Nef­fen Fer­di­nand bringt er bei der por­tu­gie­si­schen Köni­gin Maria II. unter.

Und selbst­ver­ständ­lich hat Leo­pold auch Plä­ne für sei­ne Schütz­lin­ge Vic­to­ria und Albert.

Um her­aus­zu­be­kom­men, ob sein Nef­fe tat­säch­lich für die schwie­ri­ge Posi­ti­on eines bri­ti­schen Prinz­ge­mahls geeig­net ist — immer­hin wäre er Unter­tan sei­ner Frau -, lässt er sich regel­mä­ßig von des­sen Haus­leh­rer Bericht erstat­ten.
Als abseh­bar wird, dass Vic­to­ria die neue Köni­gin der Bri­ten wer­den wür­de, schickt er Albert einen sei­ner engs­ten Bera­ter, der einen Maß­nah­men­ka­ta­log für die Erzie­hung des zukünf­ti­gen Prinz­ge­mahls fest­legt.

Unter ande­rem wird vor­ge­schla­gen:

… so ver­langt die Gewis­sen­haf­tig­keit, dass man zuerst ihm das Schwie­ri­ge des Unter­neh­mens von allen Sei­ten dar­stel­le. Schreckt ihn dies nicht ab, so tre­ten nach mei­ner Mei­nung zwei Not­wen­dig­kei­ten ein. Die ers­te ist die einer plan­mä­ßi­gen, kon­se­quent durch­ge­führ­ten Erzie­hung für sei­ne künf­ti­ge Lauf­bahn mit ste­ter Rück­sicht auf das so eigen­tüm­li­che Land und Volk, und die zwei­te ist die, sich die Nei­gung der Prin­zes­sin noch vor der Bewer­bung zu gewin­nen und die Bewer­bung selbst nur erst auf die­se Nei­gung zu grün­den.”


Eine Königin wird verheiratet

Victoria, 1847, Ölgemälde von Franz Xaver Winterhalter - Original painting owned by the Royal Collection. Source of photograph unknown, Gemeinfrei

Vic­to­ria denkt gar nicht dar­an, sich ver­hei­ra­ten zu las­sen.

Sie ist froh, dem Ken­sing­ton-Sys­tem ihrer Kind­heit ent­kom­men zu sein, und fürch­tet, dass ein Mann ver­su­chen wür­de, sie wie ihre Mut­ter und deren Bera­ter John Conroy zu beherr­schen.
Außer­dem hat sie Angst vor Schwan­ger­schaf­ten.

Doch ihre Unter­ta­nen begin­nen zu mur­ren.
Zwei Jah­re lang hat­te sie trotz ihrer Uner­fah­ren­heit sämt­li­che Klip­pen ihres Jung­kö­ni­gin­nen-Daseins mit Bra­vour gemeis­tert, dann patzt sie gleich zwei­mal hin­ter­ein­an­der trotz der guten Rat­schlä­ge ihres Pre­mier­mi­nis­ters und väter­li­chen Freunds Lord Mel­bourne. 

Beim ers­ten Skan­dal unter­stellt sie einer Hof­da­me, die an einem Leber­tu­mor erkrankt ist, eine unehe­li­che Schwan­ger­schaft.
So viel Herz­lo­sig­keit ihrer jun­gen Köni­gin empört die Bri­ten, poli­tisch gra­vie­ren­der ist aller­dings der zwei­te Skan­dal, die soge­nann­ten „Hof­da­men-Affä­re“.

Die beginnt damit, dass sich Vic­to­ria hals­star­rig wei­gert, auch eini­ge Damen als Hof­da­men zu akzep­tie­ren, die zur poli­ti­schen Par­tei der Torys gerech­net wer­den.
Die Wahl der Hof­da­men sei ihre Pri­vat­an­ge­le­gen­heit – fin­det sie und beharrt dar­auf.

Doch sie irrt.
Pri­vat ist für die Köni­gin einer kon­sti­tu­tio­nel­len Mon­ar­chie so gut wie gar nichts, und durch ihre Wei­ge­rung bringt sie den par­la­men­ta­ri­schen Betrieb Groß­bri­tan­ni­ens ziem­lich ins Stol­pern.

Immer­hin schafft sie es durch ihre Wei­ge­rung, dass „ihr“ Lieb­lings-Pre­mier Mel­bourne, der zur Par­tei der Whigs gehört, im Amt bleibt. Eigent­lich ist geplant, dass Mel­bourne die Amts­ge­schäf­te an sei­nen Tory-Kon­kur­ren­ten und desi­gnier­ten Nach­fol­ger Sir Robert Peel über­ge­ben muss.

Ohne könig­li­che Hof­da­men, die sei­ner Par­tei nahe ste­hen, will Peel aber auch nicht mehr; er zieht sich schmol­lend zurück und ver­zich­tet dar­auf, neu­er Pre­mier­mi­nis­ter zu wer­den.

Vic­to­ria freut’s und sieht es als poli­ti­schen Erfolg — sie mag Peel nicht und will Mel­bourne behal­ten. Das hat sie durch ihre Wei­ge­rung erreicht.
Das Volk ist aller­dings not amu­sed und sieht die „Hof­da­men-Affä­re“ als gro­be Ein­mi­schung ihrer Köni­gin in die Ange­le­gen­hei­ten des Par­la­ments.
Dort hat Vic­to­ria gemäß des bri­ti­schen Bills of Right nichts zu suchen.

Sie sol­le sich end­lich ver­hei­ra­ten, ist eine For­de­rung, die immer häu­fi­ger auf der Stra­ße und in den fei­nen Salons und Clubs zu hören ist.
Ein Ehe­mann, so die all­ge­mei­ne Hoff­nung, könn­te sie viel­leicht etwas mäßi­gen, denn mit zuneh­men­dem Selbst­be­wusst­sein ent­wi­ckelt Vic­to­ria auch den Eigen­sinn, für den sie spä­ter berühmt sein wird.

Onkel Leo­polds akri­bisch vor­be­rei­te­te Plä­ne für Nich­te und Nef­fe neh­men Fahrt auf.


Copy­right: Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en, www​.bild​bio​gra​phi​en​.de, 2017

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Bill Bry­son, Eine kur­ze Geschich­te der all­täg­li­chen Din­ge*, Gold­mann Taschen­buch, 2013
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Ein span­nen­des Buch über die Zeit,
als alle, die in Euro­pa Rang und Namen hat­ten (… und etwas zu sagen …)
mit­ein­an­der ver­wandt waren. Sehr unter­halt­sam und mit fei­ner Iro­nie geschrie­ben — sehr infor­ma­tiv und lesens­wert!

Leon­hard Horow­ski, Das Euro­pa der Köni­ge*, Rowohlt Buch­ver­lag, März 2017, 1120 Sei­ten


Wei­ter­füh­ren­de Bei­trä­ge:

Das Ken­sing­ton-Sys­tem: Vic­to­ri­as Leben fängt mehr als beschei­den an, ohne Vater und mit einer Mut­ter, die sie als eine Art Faust­pfand für die eige­ne Zukunft betrach­tet. Zwei Onkel bestim­men Vic­to­ri­as Schick­sal: Ihr selt­sa­mer Onkel Geor­ge, den sie auf dem bri­ti­schen Thron beer­ben wird, und Onkel Leo­pold, der sich um ihr Lebens­glück und ihre Zukunft küm­mert.
Die Groß­mutter Euro­pas (I)

Kind­heit & Erzie­hung: Mit “Mut­ter­lie­be” hat­te der fran­zö­si­sche Phi­lo­soph Jean-Jac­ques Rous­se­au nichts im Sinn, als er 1762 sei­nen Roman “Emi­le oder über die Erzie­hung” ver­öf­fent­lich­te. Eigent­lich woll­te er mit sei­nem Roman ein Zei­chen gegen die abso­lu­tis­ti­sche Stän­de­ge­sell­schaft set­zen, die ihn anwi­der­te. Doch dann kommt die Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on, Mut­ter­lie­be wird zum neu­en Trend und bald zum ein­zi­gen Lebens­in­halt von Frau­en.
Die Erfin­dung der Mut­ter­lie­be

Die fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on, Napo­le­on und die gro­ße Lie­be: Mut­ter­lie­be, wah­re Lie­be und das Schei­dungs­recht kamen in Kon­ti­nen­tal-Euro­pa als Fol­ge der fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on und mit Napo­le­on in Mode. Mehr über die “neu­en” gro­ßen Gefüh­le:
Mätres­sen­wirt­schaft, Revo­lu­ti­on und die gro­ße Lie­be

Lie­be: Wer kennt es nicht, wenn sich nach weni­gen Wochen gro­ßer Lie­be, in denen See­len­ver­wandt­schaf­ten ent­deckt und Zukunfts­plä­ne geschmie­det wer­den, der ange­him­mel­te Liebs­te plötz­lich rar­macht, um Bedenk­zeit bit­tet, selt­sa­me Erklä­run­gen stam­melt und schließ­lich zu einer ande­ren ent­schwin­det? Ist das Psy­cho­lo­gie oder doch wie­der nur ein mise­ra­bler männ­li­cher Hor­mon­haus­halt?
Ist Fremd­ge­hen ange­bo­ren?

Kind­heit & Lebens­glück: Die Kind­heit ist die prä­gends­te Zeit in unse­rem Leben. Über Müt­ter und Väter, Geschwis­ter­lie­be, trans­ge­nera­tio­na­le Ver­er­bung und Kind­heits­mus­ter, die uns unser gesam­tes Leben beglei­ten.
Kin­der, Kin­der

Bild­nach­wei­se:

Leo­pold I., König der Bel­gi­er, Gemäl­de von Franz Xaver Win­ter­hal­ter, gemein­frei

Prin­zes­sin Vic­to­ria im Alter von vier Jah­ren, 1823, von Ste­phen Poyn­tz Den­ning (1795–1864) — Dul­wich Col­le­ge Pic­tu­re Gal­le­ry, Gemein­frei

Prin­zes­sin Vic­to­ria mit Spa­ni­el Dash, Sir Geor­ge Hay­ter, 1833, Von nach Geor­ge Hay­ter — First upload: Scan­ned from Hib­bert, Chris­to­pher (2000) Queen Vic­to­ria: A Per­so­nal Histo­ry, Lon­don: Har­per­Col­lins, ISBN 0–00-638843–4, and then colour adjus­ted and repai­red for flaws. This ver­si­on is of the copy in the Bri­tish Roy­al Collection.Second upload: unknown, Gemein­frei

Albert von Sach­sen-Coburg und Gotha, Litho­gra­phie von Franz Hanf­sta­engl, 1840, Gemein­frei

Bona­par­te beim Über­schrei­ten der Alpen am Gro­ßen Sankt Bern­hard, Von Jac­ques-Lou­is David — The Yorck Pro­ject.

Vic­to­ria, 1847, Ölge­mäl­de von Franz Xaver Win­ter­hal­ter — Ori­gi­nal pain­ting owned by the Roy­al Collec­tion. Source of pho­to­graph unknown, Gemein­frei


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