Das Zeitalter der Narzissten?

 

Kann man Narziss entkommen

Wer Nar­ziss begeg­net, trifft auf eine glän­zen­de Per­sön­lich­keit, die auf ande­re sehr ver­füh­re­risch wirkt. Aber sobald man einen nar­ziss­tisch ver­an­lag­ten Men­schen näher ken­nen­lernt, zei­gen sich Ris­se in sei­ner per­fek­ten Fas­sa­de: sei­ne Ego­zen­trik, sei­ne Über­zeu­gung, allen ande­ren über­le­gen zu sein, sei­ne Wut. Nar­ziss­ten sind Men­schen, die ihren Mit­men­schen das Leben schwer macht. Kann man Nar­ziss ent­kom­men?

Beim ers­ten Ken­nen­ler­nen sind sie ein­fach umwer­fend: ein Mär­chen­prinz (oder eine Prin­zes­sin), ver­füh­re­risch, char­mant und auf­merk­sam.
Wer die­sen Rei­zen nicht erliegt, muss blind, taub und völ­lig gefühl­los sein.
Oder ein gebrann­tes Kind.

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Denn der schö­ne Schein trügt. Sobald die ers­te Pha­se der Bekannt­schaft oder des Ver­liebt­seins vor­bei ist und der (Bezie­hungs-) All­tag beginnt, wird es Nar­ziss schnell zu lang­wei­lig oder zu eng.

Eine Lie­bes­be­zie­hung mit einem nar­ziss­tisch ver­an­lag­ten Men­schen bedeu­tet immer, dass nur einer von bei­den geliebt wird. Der ande­re liebt und hofft immer ver­zwei­fel­ter auf Gegen­lie­be.

Nar­ziss­ten haben eine Per­sön­lich­keit, die das Leben ihrer Umge­bung, vor allem aber das ihrer Part­ne­rin­nen und Part­ner, zum Alb­traum wer­den lässt. Sie sind geüb­te Mani­pu­la­to­ren und beherr­schen das Spiel mit Zucker­brot und Peit­sche per­fekt.

Narziss: Beim Küssen Ertrinken

In der grie­chi­schen Mytho­lo­gie ist Nar­ziss der schö­ne Sohn des Fluss­got­tes Kephis­sos, der beim Ver­such, sein Spie­gel­bild in einem Teich zu küs­sen, ertrinkt.

Auch im Hier und Heu­te sind Nar­ziss­ten meis­tens Män­ner. Nar­ziss­mus wird mit ‚krank­haf­ter Eigen­lie­be’ umschrie­ben, aber im Gegen­satz zur grie­chi­schen Mytho­lo­gie sind es heu­te nicht die Nar­ziss­ten, die baden gehen, son­dern die Men­schen, die das Pech haben, einen Nar­ziss zu mögen oder zu lie­ben.

Kann man Nar­ziss­ten ent­kom­men?

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Wer mit Nar­ziss zu tun (und zu kämp­fen) hat,
ergreift am bes­ten die Flucht. Umber­ta Tel­fe­ner erklärt anhand vie­ler Fall­bei­spie­le, wie Nar­ziss­ten ‘ticken’ und zeigt Wege aus ver­korks­ten Situa­tio­nen, wenn Flie­hen kei­ne Opti­on ist. Umber­ta Tel­fe­ner, Hil­fe, ich lie­be einen Nar­ziss­ten!*, Taschen­buch, Gold­mann Ver­lag, 2017

NarzissTen sind Manipulatoren

Mani­pu­la­ti­on ist ein klu­ger Schach­zug, wenn man etwas von ande­ren will.

Man kann Men­schen kurz­fris­tig dazu brin­gen, ihr Ver­hal­ten zu ändern, wenn man ihnen eine Pis­to­le an den Kopf hält oder eine genü­gend hohe Geld­sum­me anbie­tet. Sobald aber Druck oder Beloh­nung weg­fällt, tut jeder Mensch wie­der das, was er will.

Wer wirk­lich das Herz und den Ver­stand eines Men­schen gewin­nen möch­te und sein Ver­hal­ten dau­er­haft (zuguns­ten des eige­nen Vor­teils) ver­än­dern will, muss sein Gegen­über mani­pu­lie­ren, ohne zu sehr zu drän­gen.

Das Zeitalter der Narzissten:Die Selbstsucht besteht nicht darin, dass man lebt, wie man will, sondern dass man von anderen verlangt, sie sollen leben, wie man will.

Denn wir Men­schen reagie­ren auf Zwang und Kon­trol­le sehr sen­si­bel. Wir has­sen es, kon­trol­liert oder gedrängt zu wer­den — ist der Druck zu groß, wer­den wir miss­trau­isch, füh­len uns beläs­tigt, ärgern uns und pochen dar­auf, unse­re Wahl­mög­lich­keit zu behal­ten.

Dage­gen erken­nen wir cle­ver ein­ge­fä­del­te Mani­pu­la­tio­nen oft nicht ein­mal.

Die Selbst­sucht besteht nicht dar­in, dass man lebt, wie man will, son­dern dass man von ande­ren ver­langt, sie sol­len leben, wie man will.”
Oscar Wil­de


Nar­ziss­ten sind her­vor­ra­gen­de Mani­pu­la­to­ren.
Sie schaf­fen es, ande­re so zu beein­flus­sen, dass die Din­ge tun, die ihnen eigent­lich fremd sind und viel­leicht sogar scha­den.
Nar­ziss zulie­be ver­än­dern sie sich, ohne Zwang und ohne Kon­trol­le, statt­des­sen mit dem Gefühl, sich aus frei­en Stü­cken dazu ent­schlos­sen zu haben.

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Der Sozi­al­psy­cho­lo­ge Robert Levi­ne in einem sehr intel­li­gen­ten Buch über die Psy­cho­lo­gie des Ver­füh­rens und Mani­pu­lie­rens.
Robert Levi­ne, Die gro­ße Ver­füh­rung. Wie die Regeln der Mani­pu­la­ti­on funk­tio­nie­ren*. Piper Taschen­buch, Piper Ver­lag GmbH, Mün­chen, 2005

Woher kommt Narzissmus?

Wir alle sind gebo­re­ne Mani­pu­la­to­ren und jeder Mensch trägt nar­ziss­ti­sche Züge in sich.

Das ist auch gut so und eine gesun­de Über­le­bens­stra­te­gie: Babys haben bei ihrer Geburt zwar viel Hirn und Ent­wick­lungs­po­ten­zi­al, aber nicht vie­le Fähig­kei­ten, um zu über­le­ben.

Sie müs­sen Mama und Papa dazu brin­gen, ihr Leben auf sie abzu­stim­men, andern­falls könn­ten sie die ers­ten hilf­lo­sen Baby- und Klein­kind­jah­re nicht über­ste­hen.

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Jeder, der eige­ne Kin­der hat, weiß, wie gut die­se Mani­pu­la­ti­on funk­tio­niert: Durch­wach­te Näch­te, nicht mal Zeit für eine Dusche, ganz abge­se­hen von frei­en Aben­den allein oder zu zweit für Kino- oder Kon­zert­be­su­che.

In den ers­ten Lebens­jah­ren ist jedes Kind sein eige­nes klei­nes „Ego-Zen­trum“, um das alle ande­ren – vor allem: Mama! – krei­sen sol­len.

Kin­der haben ein natür­li­ches nar­ziss­ti­sches Bedürf­nis nach Auf­merk­sam­keit und Zuwen­dung.
Von klein auf möch­ten sie als das Zen­trum der eige­nen Akti­vi­tät gese­hen, beach­tet und ernst genom­men wer­den. Im Ide­al­fall ist die Mut­ter der Spie­gel ihrer Gefüh­le. Bei ihr soll­ten sie  ohne Ver­lustangst auch nega­ti­ve Stim­mun­gen wie Angst, Zorn oder Trau­er aus­le­ben dür­fen.
Für die glück­li­che Ent­wick­lung eines Kin­des ist gar nicht viel nötig, spe­zi­el­le Erzie­hungs­kon­zep­te scha­den oft mehr, als das sie nüt­zen:
  • Es genügt, wenn ein Kind als eige­nes Wesen wahr­ge­nom­men wird und so, wie es ist, gestützt und geför­dert wird.
  • Ein Kind muss die Mög­lich­keit haben, sei­ne Eigen­art und Beson­der­heit aus­le­ben zu dür­fen (mit Respekt, aber auch mit Anlei­tung: Vie­le Exper­ten waren und sind erklär­te Geg­ner der „anti­au­to­ri­tä­ren Erzie­hung“).
  • Erst das Aus­pro­bie­ren der eige­nen Bedürf­nis­se und Gefüh­le för­dert beim Klein­kind ein gesun­des Selbst­emp­fin­den und im spä­te­ren Leben ech­tes sozia­les Ver­hal­ten.

Ein Kind, das sich unsi­cher, schwach oder unter­le­gen fühlt, wird zum Schrei­hals, Auf­schnei­der oder Ange­ber, um auf sich und sei­ne Bedürf­nis­se auf­merk­sam zu machen.

Das ist eine sinn­vol­le und bei Kin­dern akzep­tier­te Stra­te­gie, die ver­hin­dert, dass sie sich ver­schreckt zurück­zie­hen, anstatt sich hin­aus­zu­wa­gen, um von ihrer Umwelt zu ler­nen.

Unan­ge­nehm und zur Per­sön­lich­keits­stö­rung wird die­se Art von Nar­ziss­mus erst, wenn Men­schen in die­ser Pha­se ste­cken blei­ben; wenn sich Ego­zen­trik und Eigen­lie­be ins Gren­zen­lo­se stei­gern und zur ein­zi­gen Form des Wohl­be­fin­dens wer­den. Und genau das scheint bei nar­ziss­tisch ver­an­lag­ten Men­schen der Fall zu sein.

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Narziss und die Liebe

Auch wenn man sich mit ihnen die Köp­fe heiß­dis­ku­tiert: Für die Bedürf­nis­se, Vor­lie­ben und Nöte sei­ner Mit­men­schen hat Nar­ziss kein Ohr.

Er kann weder gut zuhö­ren noch ist sein Ver­hal­ten dar­auf aus­ge­legt, eine posi­ti­ve “Win-Win” Situa­ti­on für sich und sei­ne Part­ner zu fin­den: Er will von ande­ren pro­fi­tie­ren und ver­schafft sich durch Ver­füh­rung und Mani­pu­la­ti­on Auf­merk­sam­keit und Aner­ken­nung.

Zu sei­nen Guns­ten — nur zu sei­nen Guns­ten.


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In einer Bezie­hung hält Nar­ziss nach den Regeln der Mani­pu­la­ti­on die Flam­me auf der nied­rigs­ten Stu­fe und gibt gera­de so viel, dass die Part­ne­rin nicht ent­täuscht das Hand­tuch wirft.

Im Gegen­zug voll­bringt sie selbst Höchst­leis­tun­gen, um ihren ver­meint­li­chen Prin­zen gnä­dig zu stim­men. Denn den “Feh­ler” in ihrer Bezie­hung — das ist das Fata­le sol­cher Ver­bin­dun­gen — sucht sie immer bei sich selbst.

“… das grund­le­gen­de Pro­blem von Men­schen mit einer nar­ziss­ti­schen Stö­rung liegt an ihrem Man­gel an ech­ter Selbst­lie­be.
Die­se feh­len­de Lie­be bewirkt, dass sie auf emo­tio­na­ler Ebe­ne so ange­spannt und hilf­los sind, so wehr­los ange­sichts auch nur des gerings­ten Wider­spruchs, dass sie sich äußerst unwohl füh­len — in sol­chem Maße, dass sie ihre Schat­ten­an­tei­le und/oder Span­nun­gen auf die Umge­bung abwäl­zen oder pro­ji­zie­ren müs­sen; oder aber sie machen sich selbst etwas vor und stel­len sich auf ein Podest, um eine Pseu­do-Selbst­ach­tung zu wah­ren.”
Anne van Stap­pen, Das klei­ne Übungs­heft: Mit schwie­ri­gen Zeit­ge­nos­sen umge­hen

Herz­li­che Ges­ten oder Hand­lun­gen machen Nar­ziss­ten Angst, emo­tio­na­le Nähe birgt für sie das Risi­ko des Kon­troll­ver­lus­tes.

Kon­trol­le ist für Nar­ziss­ten außer­or­dent­lich wich­tig. Jede Situa­ti­on muss unter allen Umstän­den im Griff behal­ten wer­den; sich zu öff­nen bedeu­tet für sie Schwä­che und schürt ihre Sor­ge, in die Defen­si­ve gera­ten zu kön­nen.

Eige­ne Feh­ler zuzu­ge­ben, fällt Nar­ziss­ten unge­mein schwer, statt­des­sen nei­gen sie dazu, ihre inne­re Unru­he und Lee­re auf ande­re zu pro­ji­zie­ren, um sich bes­ser zu füh­len.

Falls es not­wen­dig ist, insze­nie­ren sie sogar Kri­sen, um die Ober­hand zu behal­ten. Streit, Trä­nen und schließ­lich doch wie­der Ver­söh­nung füllt ihre inne­re Lee­re; Aus­ein­an­der­set­zun­gen sind das Ven­til für ihre eige­nen Sor­gen und Ängs­te und zei­gen ihnen außer­dem, wie viel Macht sie über den ande­ren haben.

Narziss …

  • ist auf den ers­ten Blick fas­zi­nie­rend, intel­li­gent und ver­füh­re­risch.

  • urteilt schnell und pro­vo­ziert ger­ne.

  • ist unbe­re­chen­bar. Ihm macht es Spaß, ande­re zu über­ra­schen.

  • möch­te unent­behr­lich und ein­zig­ar­tig sein. Wird ihm die­ses Gefühl nicht zuge­stan­den, macht jemand mög­li­cher­wei­se sogar Anstal­ten, ihn zu beur­tei­len oder auch nur einem Hauch von Kri­tik zu üben, reagiert ein nar­ziss­tisch ver­an­lag­ter Mensch mit Ableh­nung und Wut.

  • kann sich über Klei­nig­kei­ten maß­los auf­re­gen.

  • wer­tet ande­re ab, um sich selbst auf­zu­wer­ten. Nar­ziss­ten erken­nen intui­tiv die Schwach­stel­len ihres Gegen­übers und hacken ger­ne dar­auf her­um.

  • mag es, wenn sich ande­re schwach zei­gen, damit er ihnen zur Hil­fe eilen und sich als unent­behr­lich und über­le­gen prä­sen­tie­ren kann.

  • hält sei­nen Besitz, sei­ne Hob­bys und sei­ne Vor­lie­ben für nicht zu über­tref­fen, allein weil sie ‚seins‘ sind. Alles, was er hat und ist, wird zur Erwei­te­rung sei­nes Ichs; des­halb gibt es in sei­nen Augen auch kei­ne ande­re, gleich­wer­ti­ge oder sogar bes­se­re Alter­na­ti­ve, auch wenn objek­ti­ve Grün­de dafür spre­chen.

  • gibt sich ger­ne kri­tisch. Auf Part­ne­rin­nen, die ihm zu stark sind, geht er los, um sie zu schwä­chen. Wird die Frau an sei­ner Sei­te aller­dings zu schwach, inter­es­siert er sich nicht mehr für sie und ver­lässt sie.

  • hat Angst vor Nähe. Manch­mal bricht er eine Bezie­hung schlag­ar­tig ab, weil sie ihm zu eng wird. Bleibt er in einer Bezie­hung, möch­te er umsorgt und umhegt wer­den und erwar­tet, dass sei­ne Part­ne­rin sich sei­nen Wün­schen anpasst. All­tag lang­weilt und frus­triert ihn, zur Not insze­niert er Kri­sen, um über­haupt etwas emp­fin­den zu kön­nen. Wenn Nar­ziss kei­ne Anre­gung hat und er sich gelang­weilt fühlt, wird es für sei­ne Mit­men­schen schwie­rig.

  • schafft es, sei­ne Partnerin(nen) in einer soge­nann­ten „Dou­ble-Bind-Situa­ti­on“ fest­zu­hal­ten: „Egal, was Du tust – es ist das Fal­sche!

Kann man Narziss ändern, „heilen” oder „retten”?

Nar­ziss­tisch ver­an­lag­te Men­schen sind in ihrem Inne­ren tief ver­letzt, wol­len davon aber nichts wis­sen.

Der größ­te Unter­schied zwi­schen einem „nor­ma­len“ Men­schen und einem neu­ro­ti­schen Nar­ziss­ten liegt in ihrer Kri­tik- und Lern­fä­hig­keit.

Neu­ro­ti­ker – zu denen auch Nar­ziss­ten gehö­ren – reagie­ren stur mit immer ein und dem­sel­ben Ver­hal­tens­mus­ter, wäh­rend „Nor­ma­le“ situa­ti­ons­an­ge­passt agie­ren und ihr Ver­hal­ten ändern, sobald ihre her­kömm­li­chen Ver­hal­tens­wei­sen sie nicht wei­ter­brin­gen.

Um über­haupt dazu­ler­nen zu kön­nen, müs­sen wir bereit sein, uns mit uns selbst und unse­rer Umwelt kri­tisch aus­ein­an­der­zu­set­zen. Wir müs­sen ler­nen anzu­er­ken­nen, dass nicht immer „die Ande­ren“ schuld sind, wenn etwas schief läuft – unterm Strich also: Ehr­lich­keit, Selbst­re­flek­ti­on und auch Selbst­kri­tik da, wo sie ange­mes­sen ist.

Und genau das kön­nen Nar­ziss­ten nicht. Sie sind unbe­lehr­bar und emo­tio­nal in ihrer Kind­heit ste­cken­ge­blie­ben.


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Der Ausweg: Zu einer Beziehung gehören immer zwei

In der Regel haben Nar­ziss­ten kei­nen Lei­dens­druck. Den brau­chen sie — ihrer Mei­nung nach — auch nicht, denn in ihrer nar­ziss­ti­schen Welt sind bekannt­lich immer die ande­ren “schuld”, wenn etwas nicht rund läuft. Die Rol­len in einer mani­pu­la­ti­ven Bezie­hung sind damit klar ver­teilt: einer, der han­delt, und einer, der sich behan­deln lässt; ein Mani­pu­lie­ren­der und ein Mani­pu­lier­ter.

Aber es gibt für nie­man­den eine Not­wen­dig­keit, sich an die­ses Dreh­buch zu hal­ten: Zu einer (Liebes-)Beziehung gehö­ren bekannt­lich immer zwei.

Um (s)ein Dra­ma stri­cken zu kön­nen, braucht Nar­ziss ein Opfer.
Doch wenn es kein Opfer mehr gibt, kann es auch kei­ne nar­ziss­ti­schen Mani­pu­la­tio­nen mehr geben.

“Mit Men­schen, die Sie als schwie­rig erle­ben, zusam­men sein und — gera­de wenn Sie Ihnen nahe­ste­hen — , ein offe­nes Herz für sie bewah­ren, das ist eine ech­te Her­aus­for­de­rung! Die­se Her­aus­for­de­rung kann Sie ent­we­der erschöp­fen und zer­stö­ren — oder Sie wach­sen an Ihr! Für die, deren täg­li­ches Los das Zusam­men­le­ben mit solch schwie­ri­gen Men­schen ist, ist es nun an der Zeit, sich von zwei recht ver­brei­te­ten mensch­li­chen Nei­gun­gen zu ver­ab­schie­den: der Nei­gung, sich zu einem Opfer zu machen, das jam­mert und sich ver­tei­digt, oder der, sich zum rache­durs­ti­gen Hen­ker auf­zu­schwin­gen.”
Anne van Stap­pen, Das klei­ne Übungs­heft: Mit schwie­ri­gen Zeit­ge­nos­sen umge­hen


Nar­ziss­mus ist eine Chan­ce.

Nicht für Nar­ziss, der sich nur äußerst sel­ten von sei­nem Weg abrin­gen lässt, son­dern für die­je­ni­gen, die an Nar­ziss lei­den.

Denn jede und jeder darf das schein­bar vor­ge­ge­be­ne Dreh­buch ver­las­sen, um zu wach­sen. Dafür muss man nie­man­den um Erlaub­nis bit­ten.
Auch wenn Nar­ziss das sicher­lich ger­ne hät­te.


Lesen sie im nächs­ten Bei­trag: Geben sich Frau­en als Müt­ter selbst ein “Lebens­läng­lich”? Opfern sie sich auf, wer­den dadurch unglück­lich und nör­geln schließ­lich ihre Män­ner aus dem Haus? Über den schwie­ri­gen Spa­gat zwi­schen Kind und Kegel, Auf­op­fern, Haus­ar­beit, Oro­pax und die müt­ter­li­chen Qua­li­tä­ten von Vätern.
Der Mann in der Kri­se?

Copy­right: Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en, www.bildbiographien.de, 2016 (über­ar­bei­tet 2018)


Buch­emp­feh­lun­gen
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Wie groß ist unser Anteil an einer geschei­ter­ten Lie­be? Ein span­nen­der Bezie­hungs­ratge­ber, der den Blick vom “bösen” Part­ner auf unse­re eige­nen Mus­ter und Bedürf­nis­se lenkt. Eva-Maria Zur­horst, Lie­be dich selbst und es ist egal, wen du hei­ra­test*, Gold­mann Ver­lag, 2009

Freund­schaft schlie­ßen mit unse­rem „inne­ren Kind“ , Glau­bens­sät­ze erken­nen – und sie ver­än­dern, wenn es not­wen­dig ist. Ein hilf­rei­ches Buch, gut und ver­ständ­lich geschrie­ben, mit vie­len Bei­spie­len und Übun­gen, die hel­fen, inne­re Sack­gas­sen zu ver­las­sen. Ste­fa­nie Stahl, Das Kind in dir muss Hei­mat fin­den*, Kailash Ver­lag, 2015

Viel mehr als ein Psy­cho­thril­ler und ner­ven­zer­fet­zen­des Ehe-Dra­ma, son­dern auch ein meis­ter­haft erzähl­tes Buch mit vie­len klu­gen Gedan­ken über die Lie­be — und dar­über, wie sie ent­steht und war­um sie wie­der geht.
Gil­li­an Flynn: Gone Girl*, FISCHER Taschen­buch, 2014

Opfer — Ret­ter — Ver­fol­ger. In Stres­si­tua­tio­nen fal­len wir oft in alte Rol­len-Mus­ter, die wir in der Kind­heit gelernt haben. Wie man Psy­cho­spiel­chen durch­schau­en und durch­bre­chen kann — ein sehr lesens­wer­tes Buch für alle, die das Gefühl haben, sich immer wie­der an der glei­chen Stel­le zu ver­ha­ken. Cor­ne­lia und Ste­phan Schwarz: Schluss mit Psy­cho­spiel­chen*, dtv Ver­lags­ge­sell­schaft, Janu­ar 2018

Der Arzt und Psy­cho­the­ra­peut Russ Har­ris beschreibt sehr anschau­lich und ver­ständ­lich ACT - die Akzep­tanz- und Com­mit­ment­the­ra­pie, die nicht nur ein­fach umzu­set­zen ist, son­dern in vie­len Stu­di­en ande­ren the­ra­peu­ti­schen Ansät­zen mit Leich­tig­keit das Was­ser rei­chen konn­te. Sehr lesens­wert! Russ Har­ris, Wer dem Glück hin­ter­her­rennt, läuft dar­an vor­bei*, Gold­mann Ver­lag, 2013

Ein sehr lie­be­voll illus­trier­tes Heft aus der Rei­he “Biblio­thek der guten Gefüh­le” mit kur­zen, prä­gnan­ten Infor­ma­tio­nen und Übun­gen, um schwie­ri­ge Zeit­ge­nos­sen bes­ser zu ver­ste­hen und mit ihnen klar zu kom­men. Eine wun­der­ba­re Inspi­ra­ti­on und Ein­stiegs­hil­fe für alle, die gera­de mit die­sem The­ma beschäf­tigt sind, oder zum Ver­schen­ken. Anne van Stap­pen, Das klei­ne Übungs­heft: Mit schwie­ri­gen Zeit­ge­nos­sen umge­hen*, Tri­ni­ty Ver­lag, 2014

Wei­ter­füh­ren­de Links zum The­ma Glück und Unglück:


Lie­be: Wer kennt es nicht, wenn sich nach weni­gen Wochen gro­ßer Lie­be, in denen See­len­ver­wandt­schaf­ten ent­deckt und Zukunfts­plä­ne geschmie­det wer­den, der ange­him­mel­te Liebs­te plötz­lich rar­macht, um Bedenk­zeit bit­tet, selt­sa­me Erklä­run­gen stam­melt und schließ­lich zu einer ande­ren ent­schwin­det? Ist das Psy­cho­lo­gie oder doch wie­der nur ein mise­ra­bler männ­li­cher Hor­mon­haus­halt?
Ist Fremd­ge­hen ange­bo­ren?


Resi­li­enz: Schwä­chen repa­rie­ren oder Stär­ken stär­ken? War­um es oft bes­ser ist, sich auf das zu kon­zen­trie­ren, was gut läuft.
Die Ener­gie folgt der Auf­merk­sam­keit


Sei fröh­lich? Es gibt kaum absur­de­re Auf­for­de­run­gen als “Sei spon­tan” oder “Sei fröh­lich”.
War­um man sei­ne Mit­men­schen nicht damit trak­tie­ren soll­te und wes­halb man sol­che Wün­sche als Emp­fän­ger bes­ser igno­rie­ren soll­te:
Sei spon­tan!


Selbst­sa­bo­ta­ge: Wer ein neu­es Pro­jekt mit einem inne­ren “Ich kann nicht” beginnt, wird es auch nicht kön­nen. Und darf sich dann bei sich selbst für die gelun­ge­ne Selbst­sa­bo­ta­ge durch eine erfüll­te Pro­phe­zei­ung bedan­ken.
Selbst­er­fül­len­de Pro­phe­zei­un­gen


Mut­ter­lie­be: Mut­ter­lie­be sorgt dafür, dass Frau­en über sich hin­aus­wach­sen und Din­ge tun, die sie nor­ma­ler­wei­se für ande­re Men­schen nicht tun wür­den.
Fehlt Mut­ter­lie­be, muss ein Kind also „mut­ter­see­len­al­lein“ auf­wach­sen, wird es die­sen Man­gel ein Leben lang spü­ren. Hängt also doch alles an den Müt­tern?
Was heißt schon Mut­ter­lie­be?


Der nor­ma­le Wahn­sinn: Tipps und Tricks, psy­cho­lo­gi­sche Denk­fal­len und viel Wis­sens­wer­tes für ein bewuss­tes Leben fin­den Sie in unse­rer Kate­go­rie:
Tipps für den All­tag


Bild­nach­weis:
Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en, 2016


Wir müssten das alles mal aufschreibenDie Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en bringt seit 2012 Lebens-. Fami­li­en- und Unter­neh­mens­bio­gra­fi­en als Bild­bio­gra­phi­en ins Buch und bie­tet außer­dem einen Ghost­wri­ting-Ser­vice mit den Schwer­punk­ten Geschich­te und Psy­cho­lo­gie an.
Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­den Sie auch auf unse­rer Home­page www.bildbiographien.de



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