Der Mann in der Krise?

 

Geben sich Frauen in ihrer Mutterrolle ein Lebenslänglich?
Ein Kind ver­än­dert eine Bezie­hung, das wis­sen wir alle. Aber: Geben sich Frau­en in ihrer Mut­ter­rol­le selbst ein “Lebens­läng­lich”, opfern sie sich auf und stür­zen damit sich, ihre Män­ner und ihre Söh­ne in die Kri­se?
Und: Ist es Zeit für die Eman­zi­pa­ti­on der Män­ner von der Mut­ter ihrer Kind­heit?

Eine glück­li­che Mut­ter ist für ihre Kin­der lehr­rei­cher
als hun­dert Bücher über Erzie­hung.”


Fest steht: Ein Kind ver­än­dert eine Bezie­hung.

Fest steht für Müt­ter auch: Wer sein Kind liebt, erzieht es selbst und stellt eige­ne Inter­es­sen und Bedürf­nis­se zurück.
Eine schlich­te For­de­rung, aber eben auch eine, die schnell in die weib­li­che Abwärts­spi­ra­le  “Auf­op­fern” und Jam­mern füh­ren kann.

Damit ist nie­man­den gehol­fen.
Auch und vor allem nicht den Kin­dern.

Beziehungsthema Hausarbeit

Abbil­dung: Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en


Väter sind immer glück­li­cher als kin­der­lo­se Män­ner.

Das ist ein Ergeb­nis des 2015 ver­öf­fent­lich­ten European Soci­al Sur­vey, einer groß­an­ge­leg­ten Stu­die, für die 350.000 Euro­pä­er und Euro­päe­rin­nen seit 2002 zum The­ma “Glück­lich­sein” befragt wor­den sind.

Bei Müt­tern hängt das Kin­der-Glück laut Stu­die im Ver­gleich zu kin­der­lo­sen Frau­en dage­gen sehr davon ab, ob es ihnen gelingt, Berufs­tä­tig­keit und Mut­ter­schaft unter einen Hut zu brin­gen.

Job, Part­ner­schaft, Kin­der und Haus­halt — alles unter einen Hut. Das ist nicht immer ein­fach, zumal vie­le Frau­en an sich selbst den Anspruch stel­len, ihre Auf­ga­ben sou­ve­rän und stets lächelnd zu erfül­len, um Kin­dern (und Män­nern) nicht zu scha­den.


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Die Schief­la­ge beginnt oft schon lan­ge vor der Geburt eines Kin­des: Dop­pel­be­las­tung” ist ein Schlag­wort, das man(n) eigent­lich nicht mehr hören kann, akut ist es trotz­dem.

Auch wenn das The­ma alt und ner­vig ist — in einer Zeit, in der Frau­en neben Haus­halt und Kind auch für ihr eige­nes Ein­kom­men sor­gen soll­ten, wird der Dau­er­bren­ner “Bezie­hung und Haus­ar­beit wich­ti­ger denn je, Bei vie­len Paa­ren ist er nach wie vor unge­löst, wie eine aktu­el­le Stu­die zeigt:

Bezie­hungs­the­ma Haus­ar­beit
Das Ungleich­ge­wicht beim The­ma Haus­ar­beit hat nicht (nur) etwas mit Kin­dern zu tun:
Auch in Part­ner­schaf­ten, in denen bei­de Part­ner Voll­zeit arbei­ten, bleibt das Gros der Haus­ar­beit an den Frau­en hän­gen.
Män­ner, die in einer Bezie­hung leben, arbei­ten in der Regel deut­lich weni­ger im Haus­halt als Sin­gles. Umge­kehrt brin­gen Frau­en in einer Part­ner­schaft — auch ohne Kin­der — durch­schnitt­lich sehr viel mehr Zeit für den Haus­halt auf, als wenn sie allei­ne woh­nen.
Eine fai­re Auf­tei­lung lohnt sich: Je gerech­ter Zeit und Auf­ga­ben im Haus­halt ver­teilt sind, des­to weni­ger Ärger gibt es und bei­de Part­ner sind zufrie­de­ner mit ihrer Bezie­hung.
Roh­mann, Schmohr, Bier­hoff: Haus­ar­beit, Erwar­tun­gen und Bezie­hungs­qua­li­tät


Hängt immer alles an den Müttern?

Die unge­rech­te Ver­tei­lung in Sachen Haus­ar­beit , die vie­le Paa­re unaus­ge­spro­chen hin­neh­men, kann durch die Geburt eines Kin­des zur ech­ten Kri­se mutie­ren.

Dafür sorgt schlicht und ergrei­fend unse­re Bio­lo­gie: Frau­en reagie­ren von Natur aus viel sen­si­bler als Män­ner auf das Schrei­en von Babys. Sie haben von Anfang an das fei­ne­re Gehör für ihren brül­len­den Säug­ling, selbst dann, wenn bei­de die bes­ten Absich­ten haben.

Foto: Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en


Fazit: Egal, wie wil­lig ein frisch­ge­ba­cke­ner Vater ist — Mama wird immer vor Papa beim Baby sein, das sich des­halb stär­ker an sie bin­det. 

Denn Rest erle­digt die Zeit — ein win­zi­ger gene­ti­scher Unter­schied zwi­schen Män­nern und Frau­en wird schließ­lich zur rie­sen­gro­ßen Asym­me­trie in den Lebens­ver­hält­nis­sen.


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Mütterfalle “Aufopfern”

Die Asym­me­trie wird zur Kri­se, wenn Frau­en zusätz­lich zur Bio­lo­gie noch in die typisch weib­li­che Fal­le des “Auf­op­ferns” tap­pen.

Wenn sie die Zäh­ne zusam­men­bei­ßen und ver­su­chen, den Balan­ce­akt zwi­schen Kind, Haus­halt und Job hin­zu­be­kom­men — auch dann noch lächelnd (oh, weib­li­che Unart!), wenn sie schon längst an ihre Gren­ze gekom­men sind.
Wenn sie eige­ne Wün­sche zurück­stel­len, “es” allein schaf­fen wol­len, sich selbst ver­ges­sen und sich kei­ne Aus­zeit neh­men, obwohl sie die bit­ter nötig hät­ten.

Sie sind immer die ers­ten am Bett­chen.

Sie über­neh­men Ver­ant­wor­tung und haben sämt­li­che Ter­mi­ne vom Kin­der­arzt bis zum Eltern­abend im Kopf. Sie ken­nen die Namen der Erzie­he­rin­nen und hal­ten den Kon­takt zu den Müt­tern der bes­ten Freun­din­nen und Freun­de ihrer Kin­der. (Vätern rutscht sowas schon mal durch. Beson­ders dann, wenn’s gera­de nicht in den Ter­min­ka­len­der passt.) Sie backen für jedes Kin­der­gar­ten­fest einen Kuchen.

Sie sind nicht nur Mut­ter — sie sind die per­fek­te Mut­ter.
Und lau­fen damit Gefahr, ihr eige­nes Glück und das ihrer Kin­der zu rui­nie­ren.

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DEr Weg in die Krise

Vie­le Müt­ter nei­gen dazu, in ihrer Rol­le sich und ande­re zu ver­ges­sen.
Sie stel­len eige­ne Inter­es­sen zurück, damit es den Kin­dern gut geht, zie­hen nicht die Reiß­lei­ne, wenn es zuviel wird, hau­en nicht auf den Tisch, for­dern nicht, neh­men sich nicht ein­fach, wie Män­ner es tun.

Statt­des­sen leben sie mit dem ungu­ten Gefühl, dass alles an ihnen hän­gen bleibt. Und fan­gen an zu nör­geln.

Geben sich zu vie­le Müt­ter selbst ein “Lebens­läng­lich”?
Ja, sagt der Psy­cho­lo­ge und Best­sel­ler­au­tor Robert Betz in sei­nem BuchSo wird der Mann ein Mann:

Sie wech­seln aus dem Mut­ter-Sein nicht mehr zurück in die Rol­le der Frau und zer­stö­ren auf die­se Wei­se die Lie­bes­be­zie­hung zum Mann. Zwi­schen der Ener­gie und Aus­strah­lung einer »Mut­ter« und der einer »Frau« lie­gen Wel­ten.“
Robert Betz: So wird der Mann ein Mann


Nichts ist für Män­ner so unse­xy wie eine lei­den­de, jam­mern­de, sich auf­op­fern­de und wüten­de Frau.

Ein weib­li­ches Jam­mer­tal ist vie­len Män­nern ein­fach nicht geheu­er. Denn in der männ­li­chen (Kommunikations-)Welt gibt es lei­den­des Genör­gel nicht: Man(n) sagt deut­lich, was man will, oder sagt nichts und nimmt sich das, was man braucht.


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Unzu­frie­den­heit und unge­lös­te Pro­ble­me machen uns das Leben schwer. Wie wir uns selbst gele­gent­lich in unbe­frie­di­gen­de Lebens­si­tua­tio­nen manö­vrie­ren — und wie wir aus ihnen wie­der her­aus­kom­men. Sehr lesens­wert!. Rein­hard K. Spren­ger: Die Ent­schei­dung liegt bei dir! Wege aus der all­täg­li­chen Unzu­frie­den­heit*, Cam­pus Ver­lag GmbH, Frankfurt/Main, über­ar­bei­te­te Neu­auf­la­ge 2015

Sich auf­op­fern, lei­den und jam­mern ist in der Män­ner­welt nicht vor­ge­se­hen.
Die Opfer­rol­le hin­ter­lässt bei Ehe­män­nern und Vätern Ver­un­si­che­rung und einen ganz schlech­ten Ein­druck.

Mit Fol­gen: Sie lei­det, er ver­steht nicht war­um und lei­det auch.
Sie jam­mert — er geht schließ­lich.
Zumin­dest emo­tio­nal.

Nörgeln ist der Tod der Liebe


Die Verurteilung der Väter

Die meis­ten Part­ner­schaf­ten zer­bre­chen nicht an der einen gro­ßen Kri­se, den schlim­men Betrug oder dem Auf­tau­chen eines anderen/einer ande­ren.

Bis die Gelieb­te vor der Tür steht, ist die Lie­be meis­tens schon längst lei­se und still an der sprich­wört­li­chen “offe­nen Zahn­pas­ta-Tube” gestor­ben, an den klei­nen All­tags-Ner­verei­en und Unge­rech­tig­kei­ten, mit denen wir uns gegen­sei­tig viel zu oft quä­len.

Ohne glück­li­che Bezie­hung zum Vater ihres Kin­des, zurück­ge­wie­sen und in ihrem Opfer-Dasein gefan­gen, beginnt für die betrof­fe­nen Müt­ter und damit auch für ihre Kin­der eine frus­trie­ren­de Spi­ra­le abwärts, und das bedeu­tet: noch mehr Unglück­lich-Sein.

Von Genera­ti­on zu Genera­ti­on prä­sen­tier­ten sich vie­le Müt­ter ihren Kin­dern als jam­mern­de, lei­den­de und im Kern unglück­li­che Frau­en, ohne befrie­di­gen­de oder beglü­cken­de Bezie­hung.“
Robert Betz: So wird der Mann ein Mann


Ein Kind spürt, ob es sei­ner Mut­ter gut geht, ob sie mit ihrem Leben und ihrer Part­ner­schaft glück­lich ist.

Lei­det sie, so fühlt sich ihr Kind in sei­ner Abhän­gig­keit gezwun­gen, dar­auf zu reagie­ren: Es beginnt, mit­zu­lei­den, will hel­fen und ver­sucht auf irgend­ei­ne Wei­se ihr Leid zu lin­dern.
Beson­ders betrof­fen sind die klei­nen Söh­ne, die sich rit­ter­lich als Ersatz­part­ner anbie­ten: “Ich wäre der bes­se­re Part­ner für Mama. Ich will ihr hel­fen“, schreibt Robert Betz.


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Was macht einen “guten Mann” aus?

Für einen klei­nen Jun­gen ist sei­ne Mut­ter die ers­te gro­ße Lie­be sei­nes Lebens. Lei­det sie, lei­det er mit. Und beginnt, sei­nen abwe­sen­den Vater mit den Augen sei­ner Mut­ter zu sehen:

„Der Mann hat als klei­ner Jun­ge gelernt, dass er kei­nen Vater hat­te, oder einen abwe­sen­den Vater oder einen schwa­chen Vater. Das führt dazu, dass der klei­ne Jun­ge beginnt, uni­so­no mit der Mut­ter sei­nen Vater als Loo­ser, als Ver­sa­ger, als nicht gut genug oder als nicht lieb und nett genug zu ver­ur­tei­len. Denn eben­so haben sich ja vie­le Väter auch ver­hal­ten.“
Robert Betz: So wird der Mann ein Mann

Ein abwe­sen­der Vater ist eine schwie­ri­ge Situa­ti­on sowohl für Söh­ne als auch für Töch­ter. Für klei­ne Jungs wird sie zum dop­pel­ten Dilem­ma, wenn ande­re star­ke männ­li­che Rol­len­vor­bil­der — Groß­vä­ter, Onkel, erwach­se­ne Freun­de der Fami­lie, Leh­rer oder Trai­ner — feh­len.

Der Mann in der KriseStar­ke Väter oder ande­re männ­li­che Vor­bil­der, an denen sich Jungs ori­en­tie­ren und ihr zukünf­ti­ges Mann-Sein üben könn­ten?
In einer Fami­lie, in der der Vater mehr abwe­send als anwe­send ist — lei­der viel zu oft  Fehl­an­zei­ge.

Da der Vater meist mehr abwe­send als anwe­send ist, braucht der Sohn unbe­dingt die Auf­merk­sam­keit und Zuwen­dung der Mut­ter für sein eige­nes psy­chi­sches Über­le­ben, wenn nie­mand sonst da ist.“
Robert Betz: So wird der Mann ein Mann


Wie soll ein Sohn ler­nen, was einen rich­ti­gen, einen “guten” Mann aus­macht?
Ein Mann wie sein Vater woll­te der klei­ne Jun­ge nicht sein“, schreibt Robert Betz, aber Infor­ma­tio­nen, wie ein “guter” Mann ist, bekommt er nicht.

Ohne Vor­bil­der bleibt einem klei­nen Jun­gen nichts ande­res übrig, als sich an sei­ne Mut­ter zu hal­ten. Er wird ver­su­chen, ihre Erwar­tun­gen und Wün­sche zu erfül­len — und läuft damit Gefahr, als erwach­se­ner Mann “Mut­ter­er­fah­run­gen” zu wie­der­ho­len.

Klas­sisch sind die Mut­ter­söhn­chen“, die in der eige­nen Frau eine Ersatz­mut­ter suchen.
Ande­re Män­ner ver­su­chen, durch “Frau­en­ret­ten”  unbe­wusst ihr „rich­ti­ges“ Mann-Sein unter Beweis zu stel­len, laut Betz eines der „teu­ers­ten und auf Dau­er frus­trie­rends­ten »Hob­bys« von Män­nern.“

Immer im Bestre­ben eine oder meh­re­re Frau­en par­al­lel oder nach­ein­an­der von ihrem Leid zu befrei­en und ihren Wunsch­bil­dern zu fol­gen.
Und immer mit dem Ergeb­nis, sich und sei­ne Partnerin(nen) unglück­lich zu machen.


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Resi­li­enz kann man üben: Ein sehr lie­be­voll gestal­te­tes Heft aus der Rei­he “Biblio­thek der guten Gefüh­le”, mit kur­zen prä­gnan­ten Tex­ten über unse­re Fähig­keit zur Resi­li­enz und vie­len, ein­fach zu befol­gen­den Übun­gen. Für alle, die gera­de mit einem The­ma beschäf­tigt sind, oder zum Ver­schen­ken. Isa­bel­le Fil­lio­z­at, Das klei­ne Übungs­heft: Stark durch Resi­li­enz*, Tri­ni­ty Ver­lag, 2016


DEr Weg Aus der Krise:
Einfach mal taub stellen

Frei­heit bedeu­tet, sich nicht auf­zu­op­fern.

Um frei zu sein, braucht man eine Fähig­keit,  die resi­li­en­te Men­schen haben: Die Fähig­keit, sich Ver­let­zun­gen und Rück­schlä­ge bewusst zu machen und sie als sinn­vol­le Erfah­run­gen zu sehen, aus denen man ler­nen und an denen man wach­sen kann.

Mythos MutterAuch Väter kön­nen ech­te Mut­ter­qua­li­tä­ten ent­wi­ckeln.
Wenn sie wol­len.

Und wenn man sie lässt.

Es gibt ein „gewal­ti­ges Poten­zi­al an väter­li­cher Für­sor­ge“ sagt bei­spiels­wei­se die ame­ri­ka­ni­sche Anthro­po­lo­gin Sarah Hdry, die vie­le Jah­re die Bezie­hun­gen Mut­ter — Vater — Kind bei Men­schen­af­fen unter­sucht hat. Gegen das fei­ne müt­ter­li­che Gehör emp­fiehlt Hdry Ohro­pax – wenn sich Müt­ter anfangs auch mal taub stel­len und den Vätern den Vor­tritt las­sen, wer­den auch männ­li­che Anten­nen mit der Zeit emp­find­li­cher für’s Kind.

Müt­ter soll­ten nicht ver­su­chen, per­fekt zu sein, son­dern glück­lich.


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Denn nur eine glück­li­che und aus­ge­gli­che­ne Mut­ter kann ihren Kin­der das geben, was sie zu geben hat. Das bedeu­tet: sich Aus­zei­ten neh­men und eige­ne Inter­es­sen und Bedürf­nis­se nicht völ­lig zu ver­ges­sen.
Das bedeu­tet auch: sich nicht in einer Opfer­rol­le zu ver­stri­cken.

Eine der inter­es­san­tes­te­ten und wich­tigs­ten Hypo­the­sen der Anthro­po­lo­gin Hdry führt aller­dings wei­ter und zurück in die Ver­gan­gen­heit: zur Groß­fa­mi­lie.

Mythos Mutter

Foto: Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en

Kin­der wach­sen, so Hdry, bes­ser und intel­li­gen­ter auf und haben eine enge­re Bin­dung zur Mut­ter, wenn sich meh­re­re Bezugs­per­so­nen um sie küm­mern.
Auf die­se Wei­se, so ihre anthro­plo­gi­sche Sicht, müss­ten Kin­der sich in ver­schie­de­ne Per­sön­lich­kei­ten hin­ein­ver­set­zen und ler­nen, sie zu mani­pu­lie­ren.

Als Bei­spiel nennt Hdry den ehe­ma­li­gen ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten Barack Oba­ma, der in einer beson­de­ren Fami­li­en­struk­tur aus Mut­ter, Groß­mutter und ver­schie­de­nen ande­ren Bezugs­per­so­nen auf­ge­wach­sen ist, nach tra­di­tio­nel­ler Vor­stel­lung also in eher zer­rüt­te­ten Ver­hält­nis­sen.
Für Hdry ein Segen für sei­ne spä­te­re Kar­rie­re: Genau durch die­se Struk­tur habe er sein außer­ge­wöhn­li­ches Talent, sich in ande­re hin­ein­zu­ver­set­zen und sie für sich zu gewin­nen, ent­wi­ckeln kön­nen.

Eine ein­zel­ne Mut­ter oder ein ein­zel­nes Paar unter den unsi­che­ren Bedin­gun­gen vor etwa 1,8 Mil­lio­nen Jah­ren mit einem Kind?

Die heu­te all­ge­gen­wär­ti­ge Klein­fa­mi­lie ist eine moder­ne Erfin­dung, die aus anthro­po­li­scher Sicht kei­ne Vor­tei­le hat. Im Gegen­teil — in sol­chen klein­tei­li­gen Fami­li­en­ver­hält­nis­sen wäre es unse­ren Vor­fah­ren nie­mals gelun­gen, genü­gend Nah­rung für die Nach­kom­men her­an­zu­schaf­fen.
Erst die Groß­fa­mi­lie, so Sarah Hdrys The­se (und die vie­ler ande­rer), hat uns Men­schen erfolg­reich gemacht.

Liegt die Lösung für den “Mann in der Kri­se” also auf der Hand — und ist seit der Stein­zeit bekannt?


Copy­right: Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en, www.bildbiographien.de, 2015 (Über­ar­bei­tet 2018)


Lesen Sie im nächs­ten Bei­trag: “Dou­ble Bind” — egal was du tust, es wird das Fal­sche sein — ist die Masche, mit der Nar­ziss­ten ihre Mit­men­schen mani­pu­lie­ren. Aber was ist Nar­ziss­mus? Und: kann man Nar­ziss­ten hei­len, ret­ten oder ihnen ent­kom­men?
Das Zeit­al­ter der Nar­ziss­ten

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Ildikó von Kür­thy, Unter dem Her­zen: Ansich­ten einer neu­ge­bo­re­nen Mut­ter*, Rowohlt Taschen­buch Ver­lag, 2013, (Hör­buch als Gra­tis-Down­load im Audi­ble-Pro­be­mo­nat)


Freund­schaft schlie­ßen mit unse­rem „inne­ren Kind“ , Glau­bens­sät­ze erken­nen – und sie ver­än­dern, wenn es not­wen­dig ist. Ein hilf­rei­ches Buch, gut und ver­ständ­lich geschrie­ben, mit vie­len Bei­spie­len und Übun­gen, die hel­fen, inne­re Sack­gas­sen zu ver­las­sen.

Ste­fa­nie Stahl, Das Kind in dir muss Hei­mat fin­den*, Kailash Ver­lag, 2015


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Wei­ter­füh­ren­de Links zum The­ma Kin­der & Lebens­glück:


Jahr­tau­sen­de­lang war er eine gefürch­te­te Respekts­per­son, jetzt ist der Vater nur noch ein harm­lo­ser, leicht über­ge­wich­ti­ger Typ in kur­zen Hosen. Wie konn­te es dazu kom­men? Und ist das am Ende viel­leicht sogar ganz gut so? Ein sehr lesens­wer­ter Bei­trag über Väter im Wan­del der Zeit, geschrie­ben von Till Rae­ther, SZ-Maga­zin:
https://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/43384/Papa-Ante-Adipositas


Män­ner und Frau­en I: Wer kennt es nicht, wenn sich nach weni­gen Wochen gro­ßer Lie­be, in denen See­len­ver­wandt­schaf­ten ent­deckt und Zukunfts­plä­ne geschmie­det wer­den, der ange­him­mel­te Liebs­te plötz­lich rar­macht, um Bedenk­zeit bit­tet, selt­sa­me Erklä­run­gen stam­melt und schließ­lich zu einer ande­ren ent­schwin­det? Ist das Psy­cho­lo­gie oder doch wie­der nur ein mise­ra­bler männ­li­cher Hor­mon­haus­halt?
Ist Fremd­ge­hen ange­bo­ren?


Män­ner und Frau­en II: Man kann sein Leben damit ver­brin­gen, wütend zu sein. Oder man kann es gestal­ten. Eins von bei­den — bei­des zusam­men geht meis­tens nicht. Über Geor­ge IV., einen der wütends­ten und unbe­lieb­tes­ten Köni­ge Eng­lands, und sei­ne schmut­zi­ge Schei­dung von sei­ner deut­schen Frau Caro­li­ne von Braun­schweig.
Sze­nen einer arran­gier­ten Ehe


Män­ner und Frau­en III: Män­ner sind seit Jahr­tau­sen­den dar­auf getrimmt, die Bes­ten zu sein, und ande­ren — auch unge­fragt — die Welt zu erklä­ren. Frau­en wol­len tief in ihrem Inne­ren vor allem eins: bloß nicht anecken. Alles nur blö­de Kli­schees? Oder ist der ‘Dia­log der Geschlech­ter’ doch ein ‘Kampf der Geschlech­ter’?
Da röhrt der Hirsch. Über die schwie­ri­ge Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen Män­nern und Frau­en


Erfolg: Wer ein neu­es Pro­jekt mit einem inne­ren “Ich kann nicht” star­tet, wird es auch nicht kön­nen. Und darf sich dann bei sich selbst für eine gelun­ge­ne Selbst­sa­bo­ta­ge durch eine erfüll­te Pro­phe­zei­ung bedan­ken.
Selbst­er­fül­len­de Pro­phe­zei­un­gen


Frü­her war alles bes­ser? Das Leben ist manch­mal wie eine Ketch­upfla­sche. Lan­ge Zeit pas­siert nichts, dann kommt es knüp­pel­dick. Wer’s mit sei­nem Leben gera­de schwer hat, flüch­tet sich ger­ne in schö­ne Erin­ne­run­gen. Dar­aus kön­nen wir neue Kraft schöp­fen. Oder wir nut­zen unser ‘Frü­her’, um uns noch unglück­li­cher zu machen.
Das Spiel mit der Ver­gan­gen­heit. Erin­nern wir uns! Oder doch lie­ber nicht?


Der nor­ma­le Wahn­sinn: Tipps und Tricks, psy­cho­lo­gi­sche Denk­fal­len und viel Wis­sens­wer­tes für ein bewuss­tes Leben fin­den Sie in unse­rer Kate­go­rie:
Tipps für den All­tag


Bild­nach­weis:
Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en, 2015

Wir müssten das alles mal aufschreiben Die Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en bringt seit 2012 Lebens-. Fami­li­en- und Unter­neh­mens­bio­gra­fi­en als Bild­bio­gra­phi­en ins Buch und bie­tet außer­dem einen Ghost­wri­ting-Ser­vice mit den Schwer­punk­ten Geschich­te und Psy­cho­lo­gie an.
Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­den Sie auch auf unse­rer Home­page www.bildbiographien.de



AGENTUR FÜR BILDBIOGRAPHIEN DR. SUSANNE GEBERT

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