Deutschland 1934: Die Nacht der langen Messer

Das “Drit­te Reich”

Deutschland 1934: Die Nacht der langen Messer

Deutsch­land 1934: Die wirt­schaft­li­che Lage und die Stim­mung im „Reich“ sind mise­ra­bel, es gibt immer noch sechs Mil­lio­nen Arbeits­lo­sen und die Unzu­frie­den­heit in der Bevöl­ke­rung wächst.

Franz von Papen zün­delt mit sei­ner Mar­bur­ger Rede und Hit­lers alter Kampf­ge­fähr­te Ernst Röhm for­dert eine zwei­te Revo­lu­ti­on. Implo­diert das „Drit­te Reich“?

Röhm Putsch Deutschland 1934 Die Nachte der langen Messer Generationengespräch

Deutschland im Frühjahr 1934

Deutsch­land im Früh­jahr 1934: Die Aus­sich­ten sind alles ande­re als rosig.
Der Wirt­schafts­auf­schwung lässt auf sich war­ten, Hit­ler Ver­spre­chun­gen der ver­gan­ge­nen Wahl­kämp­fe haben sich in kei­ner Wei­se erfüllt.

Die wirt­schaft­li­chen Zah­len im März 1934 sind noch kata­stro­pha­ler als in den Mona­ten zuvor.

Zwar gab es in den ers­ten Mona­ten nach Hit­lers “Macht­er­grei­fung” zar­te Anzei­chen, dass es wirt­schaft­lich bes­ser wird, aber die haben sich Anfang 1934 Luft auf­ge­löst. Die Ursa­che: Der Roh­stoff­man­gel im “Drit­ten Reich” bremst die Indus­trie aus, die Expor­te sin­ken und der Devi­sen­be­stand der Reichs­bank schrumpft.

Noch immer gibt es ein Heer von Arbeits­lo­sen ohne Lohn und Brot; die Geschäf­te kla­gen über feh­len­de Nach­fra­ge, die Bau­ern über zu vie­le Vor­schrif­ten, durch die sie sich gegän­gelt füh­len, den pri­va­ten Haus­hal­ten fehlt es an Nah­rungs­mit­teln. Die deut­sche Haus­frau kämpft tag­täg­lich mit der „Fett‑, Eiweiß- und Faserlücke“.

Die Ernüch­te­rung ist groß.
Auch unter denen, die Hit­ler und sein brau­nes Regime als Heils­brin­ger gefei­ert und her­bei­ge­sehnt haben.

Dem “Füh­rer” legt man das nicht zur Last; die Sym­pa­thie­wer­te für Hit­ler sind nach wie vor hoch.

Der Unmut ent­zün­det sich statt­des­sen an den NS-Par­tei­bon­zen, die für jeder­mann sicht­bar in Luxus schwel­gen und schlem­men statt Ein­topf und Kar­tof­feln wie alle ande­ren zu essen, und an Hit­lers Beam­ten­ap­pa­rat, der kor­rupt ist.

Beson­ders ver­hasst bei vie­len Deut­schen sind die all­ge­gen­wär­ti­gen SA-Trupps, die auch ein Jahr nach der „Macht­er­grei­fung“ maro­die­rend und prü­gelnd durch die Stra­ßen deut­scher Städ­te zie­hen und Angst und Schre­cken ver­brei­ten. Als wäre Hit­ler nicht seit einem Jahr Kanz­ler, die KPD ver­bo­ten, ihre man noch mit­ten in der “Kampf­zeit”

Ernst Röhm, die SA und Adolf Hitler

Auch Hit­ler ist zuneh­mend genervt von der SA und ihrem Chef, sei­nem alten Kampf- und Weg­ge­fähr­ten Ernst Röhm. Dabei ist Röhm einer der weni­gen, die mit Hit­ler so eng sind, dass sie ihn duzen dürfen.

Der klei­ne, gedrun­ge­ne SA-Füh­rer, 1887 als jüngs­ter Sohn des baye­ri­schen Eisen­bahn­ober­inspek­teurs Gui­do Juli­us Josef Röhm und sei­ner Frau Sofia Emi­lie in Mün­chen gebo­ren, ist zwei Jah­re älter als Hit­ler und strotzt vor Selbstbewusstsein.

Röhm Strasser Göring im Sommer 1932

Hit­ler, Gre­gor Stras­ser, Ernst Röhm und Her­mann Göring im Som­mer 1932

Röhm fühlt sich Hit­ler nach der lan­gen gemein­sa­men „Kampf­zeit“ eben­bür­tig; sozu­sa­gen als Füh­rer neben dem „Füh­rer“.

Er war es, der Hit­lers Saal­schutz ab 1921 zu der im wahrs­ten Sinn des Wor­tes schlag­kräf­ti­ge „Sturm­ab­tei­lung“ (SA) auf­ge­baut hat.

Röhm, der sich nach sei­ner Zeit als Haupt­mann im 1. Welt­krieg sein Leben lang als Sol­dat ver­steht und alles Zivi­le ver­ach­tet, drillt sei­ne SA-Män­ner para­mi­li­tä­risch und macht sie zum Schre­cken der Straßen.

Röhm und sei­ne SA sind beim Auf­stieg der NSDAP an die Macht ein wesent­li­cher Fak­tor:

Die „Sturm­ab­tei­lung“ mar­schiert in der “Kampf­zeit” vor 1933, ter­ro­ri­siert, prü­gelt, ver­letzt und tötet, wor­auf­hin die NSDAP den regie­ren­den­den „Sys­tem­par­tei­en“ vor­wer­fen kann, die öffent­li­che Ord­nung nicht gewähr­leis­ten zu können.

In Wahl­kämp­fen und in den Par­la­men­ten kann sich die „Hit­ler-Par­tei“ dann immer selbst als ein­zig wah­re „Ord­nungs­macht“ brüs­ten, die den Ter­ror auf den Stra­ßen been­den und für Ruhe und Ord­nung sor­gen wird.

Es ist die­ses per­fi­de, popu­lis­ti­sche und bru­ta­le Macht­spiel, das Hit­ler schließ­lich an die Macht bringt, weil vie­le Men­schen der Lüge glau­ben, die “Sys­tem­par­tei­en” wären das Pro­blem — und nicht Röhms brau­ne Schlager.

Unter Röhms Füh­rung wächst die SA schnell an; sie zieht vor allem die hoff­nungs­lo­sen jun­gen Män­ner ohne Beschäf­ti­gung aus der Unter- und Mit­tel­schicht an, aber auch geschei­ter­te Welt­kriegs­ve­te­ra­nen und Ange­hö­ri­ge der Kriegsjugendgeneration. 

Die SA nach der Machtergreifung

Im Jahr 1934 hat die SA unge­fähr 4 Mil­lio­nen Mit­glie­der.
Das sind deut­lich mehr Mit­glie­der als NSDAP-Mit­glie­der. Und nicht alle SA-Män­ner tei­len die natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Weltanschauung.

Vie­le schlie­ßen sich Röhms Män­nern an, weil es dort Kame­rad­schaft gibt, eine war­me Sup­pe und ein Bett im Wohn­heim. Gemein­sam träumt man von einer bes­se­ren Zukunft und war­tet nach der „Macht­er­grei­fung“ auf sei­ne Beloh­nung.
Vie­le war­ten vergeblich.

Denn auch 1934 sind vie­le SA-Män­ner noch arbeits­los und weit ent­fernt von dem Leben im natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Para­dies, das sie sich erhofft haben.

Die nai­ve Vor­stel­lung von gut dotier­ten Pos­ten bei der Poli­zei, dem Mili­tär oder in der Ver­wal­tung erfüllt sich für sie nicht.

Selbst ein­fa­che Jobs sind für sie nicht zu bekom­men, obwohl die Arbeit­ge­ber­ver­bän­de Hit­ler im Som­mer 1933 ver­spre­chen muss­ten, bevor­zugt SA-Kämp­fer einzustellen.

Aber die Erfah­run­gen der Betrie­be mit den unpünkt­li­chen und oft unge­zü­gel­ten Män­nern, von denen sich vie­le als Speer­spit­ze der Bewe­gung und als „Her­ren­men­schen“ ver­ste­hen, sind schlecht, wes­halb man in der Wirt­schaft lie­ber einen gro­ßen Bogen um Röhms Man­nen auf Arbeits­su­che macht.

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Ernst Röhm hat eigene Pläne

Vier Mil­lio­nen kampf­be­rei­te, para­mi­li­tä­risch aus­ge­bil­de­te, bewaff­ne­te und beschäf­ti­gungs­lo­se Män­ner, die nicht sei­nem direk­ten Kom­man­do unter­ste­hen, sind eine gro­ße Bedro­hung für Hit­lers brau­nes Regime.

Um die Wogen zu glät­ten und Röhm bes­ser unter sei­ne Kon­trol­le zu brin­gen, ernennt Hit­ler ihn des­halb im Dezem­ber 1933 zum „Minis­ter ohne Geschäftsbereich“.

Der neue Minis­ter fühlt sich zwar geschmei­chelt, aber mit sei­nem Gestän­ker gegen die „Bon­zo­kra­tie“, wie er Hit­lers neue Macht­eli­te nennt, hört er nicht auf.

Ernennung SA-Chef Ernst Röhm zum Minister ohne Geschäftsbereich 1933

Ernst Röhm (Mit­te) kurz nach sei­ner Ernen­nung zum Minis­ter ohne Geschäfts­be­reich im Kabi­nett Hit­ler (Dezem­ber 1933).
Rechts SA-Grup­pen­füh­rer Karl Ernst, links Franz von Ste­pha­ni (in der Tuni­ka des Stahlhelms)

Im Gegen­teil: Sei­ne SA lässt Röhm auch als Minis­ter wei­ter­mar­schie­ren und den Boy­kott gegen jüdi­sche Geschäf­te, Anwäl­te und Ärz­te eigen­mäch­tig fort­set­zen. Der wur­de am 1. April 1933 nach nur einem Tag offi­zi­ell wie­der abge­bla­sen, weil er vor allem in den Städ­ten die Bevöl­ke­rung irri­tiert und es aus dem Aus­land schar­fe Pro­tes­te und Boy­kott­an­dro­hun­gen hagelt.

Die SA hält sich nicht dar­an, son­dern beschmiert wei­ter Schau­fens­ter­schrei­ben, pöbelt selbst unbe­tei­lig­te Pas­san­ten an oder ver­prü­gelt wahl­los Men­schen, weil sie ihrer Mei­nung nach jüdisch aussehen.

Ein Pro­blem für Hit­ler, der ange­sichts der pre­kä­ren wirt­schaft­li­chen Lage nichts so wenig brau­chen kann wie Unru­he in der Bevöl­ke­rung und Boy­kott­an­dro­hun­gen aus dem Ausland. 

Wäh­rend der “Füh­rer” ver­sucht, sei­ne Macht zu kon­so­li­die­ren, for­dert Röhm laut­stark eine „zwei­te, radi­ka­le­re Revolution“.

Röhm düpiert die Reichswehr

Zu einem noch grö­ße­ren Pro­blem wird Röhms For­de­rung, die Reichs­wehr in die SA ein­zu­glie­dern und die Sturm­ab­tei­lung damit zur eigent­li­chen und ein­zi­gen Mili­tär­macht des „Drit­ten Reichs“ zu machen.

Ange­sichts der Zah­len­ver­hält­nis­se — 4 Mil­lio­nen SA-Män­ner gegen­über 115.000 Sol­da­ten der Reichs­wehr – ist das kei­ne ganz unlo­gi­sche For­de­rung. Aber eine, mit der Röhm Hit­ler in Rage bringt. 

Zitat SA-Chef Ernst Röhm Hitler lächerlicher Gefreiter Deutschland 1934 Generationengespräch

Röhm mit SS-Chef Himm­ler im Som­mer 1933

Denn Röhm düpiert mit sei­ner For­de­rung die Gene­rä­le der Reichs­wehr, um deren Gunst Hit­ler gera­de buhlt.

Der „Füh­rer“ ist kei­nes­falls bereit, auf die kost­ba­re Exper­ti­se der zwar zah­len­mä­ßig unter­le­ge­nen, in mili­tä­ri­schen Fra­gen aber weit über­le­ge­nen Reichs­wehr zu verzichten.

Hit­ler lässt Röhm im Febru­ar 1934 vor ver­sam­mel­ter Mann­schaft im Reichs­wehr­mi­nis­te­ri­um antre­ten, um gemein­sam mit Reichs­wehr­mi­nis­ter Gene­ral Wer­ner von Blom­berg ein Papier zu unter­schrei­ben, das die Reichs­wehr als ein­zi­gen Waf­fen­trä­ger der Nati­on festschreibt.

Die SA, so die Auf­ga­ben­ver­tei­lung, soll die vor­mi­li­tä­ri­sche Aus­bil­dung über­neh­men und zu Hilfs­diens­ten her­an­ge­zo­gen werden.

Die Gene­rä­le der Reichs­wehr sind zufrie­den, Röhm ist es nicht. 

Äußer­lich gezähmt, inner­lich vor Wut kochend, macht er sei­nem Ärger über den Füh­rer­be­fehl im ver­trau­ten SA-Kreis Luft: „Was der lächer­li­che Gefrei­te erklär­te, gilt nicht für uns. Hit­ler ist treu­los und muss min­des­tens auf Urlaub. Wenn nicht mit, so wer­den wir die Sache ohne Hit­ler machen.

Hit­ler weiß, wie gefähr­lich Röhm für ihn wer­den kann.
Bereits seit Anfang 1934 lässt er des­halb die SA von der Gehei­men Staats­po­li­zei beobachten.

Mai 1934: Aktion gegen „Miesmacher und Kritikaster“

Nicht nur Röhm und sei­ne SA berei­ten Pro­ble­me – auch die wach­sen­de Unzu­frie­den­heit in der Bevöl­ke­rung sorgt für Unru­he.

Der anfäng­li­che Begeis­te­rungs­rausch nach der „Macht­er­grei­fung“ ist ver­flo­gen. Beson­ders Bau­ern und der Mit­tel­stand sind ent­täuscht und frus­triert, weil sich wirt­schaft­lich nichts ver­bes­sert. Ihre Unzu­frie­den­heit äußern sie zuneh­mend öffentlich.

Von einer ech­ten Oppo­si­ti­on ist die schlech­te Lau­ne der Deut­schen weit ent­fernt, trotz­dem nimmt man die „Mecke­rer“ und „Nörg­ler“ im Volk sehr ernst.

Um die schlech­te Stim­mung im Land unter Kon­trol­le zu brin­gen, star­tet das Regime ab dem 1. Mai 1934 eine groß ange­leg­te Kam­pa­gne: Bis Ende Juni wer­den im gan­zen Reich Ver­an­stal­tun­gen gegen „Mies­ma­cher und Kri­tik­as­ter“ orga­ni­siert – ver­mut­lich kommt die Anwei­sung dafür direkt vom “Füh­rer”.

Zeit­gleich ver­öf­fent­li­chen die gleich­ge­schal­te­ten Medi­en Arti­kel und Kom­men­ta­re, die die Unzu­frie­de­nen ent­we­der als „ver­kapp­te Mar­xis­ten“ dif­fa­mie­ren (die ins KZ gehö­ren) oder sie mit dem „Dolch­stoß“ ver­glei­chen, der die deut­sche „Volks­ge­mein­schaft“ verrät.

Pro­pa­gan­da­mi­nis­ter Goeb­bels heizt die Stim­mung wei­ter an.
Im Ber­li­ner Sport­pa­last ver­spot­tet er „Kri­tik­as­ter“, „Mies­ma­cher“, „Het­zer“ und „Gerüch­te­ma­cher“ und erklärt es als ver­bre­che­risch, “ande­ren den Mut zu nehmen”.

Einen Sün­den­bock für die wirt­schaft­li­che Mise­re gibt es natür­lich auch: Goeb­bels schiebt die Ver­ant­wor­tung auf einen angeb­li­chen ver­deck­ten Waren­boy­kott des Aus­lands – und macht dafür „unse­re jüdi­schen Mit­bür­ger“ ver­ant­wort­lich.

17. Juni 1934: Franz von Papens Marburger Rede

Unge­mach droht Hit­ler aber auch von einer wei­te­ren und und vor allem: uner­war­te­ten Sei­te Sein Steig­bü­gel­hal­ter ins Kanz­ler­amt und Vize­kanz­ler Franz von Papen schert aus.

Papen ist am 17. Juni 1934 als Fest­red­ner an die Uni Mar­burg gela­den und hält in der Aula vor 600 Pro­fes­so­ren, ehe­ma­li­gen Stu­den­ten, Ehren­gäs­ten und Jour­na­lis­ten eine Rede, mit der er sei­nen Zuhö­rern zunächst die Spra­che ver­schlägt und die mit Bei­falls­stür­men endet.

Franz von Papen Marburger Rede Deutschland 1934 Generationengespräch

Zitat aus Vize­kanz­lers Franz von Papens Mar­bur­ger Rede am 17. Juni 1934

Der Vize­kanz­ler spricht dar­über, dass sich „Eigen­nutz, Cha­rak­ter­lo­sig­keit, Unwahr­haf­tig­keit, Unrit­ter­lich­keit und Anma­ßung unter dem Deck­man­tel der deut­schen Revo­lu­ti­on“ aus­ge­brei­tet habe.

Er bezeich­net einen „fal­schen Per­so­nen­kult“ als „unpreu­ßisch“ und beklagt das Bestre­ben „den Geist mit dem Schlag­wort Intel­lek­tua­lis­mus abzu­tun“.

Fast nach jedem Satz Papens gibt es stür­mi­schen Applaus.

Ver­werf­lich“, sagt Papen, „wäre der Glau­be, ein Volk mit Ter­ror einen zu kön­nen. Und bezeich­net die „Vor­herr­schaft einer ein­zi­gen Par­tei“ als „Über­gangs­zu­stand“.

Denn das eigent­li­che Ziel Papens war und ist ein Staat ohne Par­tei­en, in dem die alten Eli­ten wie­der das Sagen haben. Am bes­ten eine Mon­ar­chie, in jedem Fall aber ohne NSDAP. Und ohne Goeb­bels, Rosen­berg und Göring, für die es in sei­ner Rede unzäh­li­ge Sei­ten­hie­be gibt.

Papens Mar­bur­ger Rede schlägt ein wie eine Bom­be — vie­len Deut­schen spricht sie aus tiefs­tem Herzen.

Obwohl Goeb­bels schnell reagiert und ver­sucht, Papens Rede wie­der ein­zu­fan­gen, erscheint in der Abend­aus­ga­be der „Frank­fur­ter Zei­tung“ vom 17. Juni ein Abdruck.

Goeb­bels lässt die gesam­te Aus­ga­be der Zei­tung beschlag­nah­men und ver­nich­ten, aber es gelingt nicht, alle Exem­pla­re sicher­zu­stel­len. Kur­ze Zeit spä­ter kur­sie­ren heim­lich erstell­te Abdru­cke und Abschrif­ten der Rede im Reich.

Wie spä­ter rekon­stru­iert wird, stammt Papens Rede aus der Feder von Edgar Jung, einem rechts­kon­ser­va­ti­ven Publi­zis­ten und Mit­ar­bei­ter Papens, und Papens Pres­se­re­fe­ren­ten Her­bert von Bose.

Bei­den ist spä­tes­tens Ende 1933 klar, dass die „Zäh­mung“ Hit­lers — “in zwei Mona­ten haben wir Hit­ler in die Ecke gedrückt, dass er quietscht” ‑miss­lun­gen ist. Offen­bar ist das ihr (letz­ter …) Ver­such, rund um den Vize­kanz­ler eine Art rechts­kon­ser­va­ti­ve Oppo­si­ti­on auf­zu­bau­en, um Hit­ler wie­der loszuwerden.

Papen selbst hat die Rede ver­mut­lich im Zug nach Mar­burg das ers­te Mal gese­hen und gele­sen und ist — wie­der ein­mal — nur ein Sprachrohr.

Eine Woche nach der Mar­bur­ger Rede lässt SS-Chef Himm­ler Papens Ghost­wri­ter Edgar Jung verhaften. 

Papen pro­tes­tiert gegen die Ver­haf­tung und gegen das Ver­bot, sei­ne Rede abzu­dru­cken. Es gelingt Hit­ler, sei­nen erbos­ten Vize­kanz­ler hin­zu­hal­ten und ihn damit zu ver­trös­ten, dass man gemein­sam mit Reichs­prä­si­dent Hin­den­burg eine Lösung fin­den werde.

Papen und Hindenburg: Hitlers wiederkehrender Albtraum

Deutsch­land im Früh­som­mer 1934: Nach etwas mehr als einem Jahr nach der „Macht­er­grei­fung“ scheint dem „Füh­rer“ die Macht lang­sam wie­der zu ent­glei­ten.

Röhms Ruf nach einer zwei­ten, radi­ka­le­ren Revo­lu­ti­on, die schlech­te Stim­mung im Reich und jetzt auch noch Papen.

Oder ist da noch mehr?

Zitat Hindenburg Adolf Hitler eignet sich am besten für das Amt eines Postmeisters Generationengespräch

Reichs­prä­si­dent Paul von Hin­den­burg, Hit­lers wie­der­keh­ren­der Alb­traum: 1932 Das Ende der Repu­blik: Papen und Schleicher

Als Hit­ler wütend auf Papens Mar­bur­ger Rede reagiert, zeigt ihm Papen ein Tele­gramm von Hin­den­burg, in dem er Papen zu sei­ner Rede gra­tu­liert.

Der alte Reichs­prä­si­dent, mitt­ler­wei­le 86 Jah­re alt, hat sich die­ses Jahr bereits Anfang Juni beson­ders früh auf sei­nen Land­sitz Gut Neu­deck in Ost­preu­ßen zurück­ge­zo­gen.

Er ist krank. Ein Bla­sen­lei­den heißt es.

  • Noch ist Hin­den­burg Ober­be­fehls­ha­ber der Reichs­wehr, nach sei­nem Tod will Hit­ler ihn beerben.

Dafür braucht er aller­dings auch die Zustim­mung der Gene­ra­li­tät der Reichs­wehr, die nach wie vor loy­al zum Welt­kriegs­hel­den und grei­sen Staats­ober­haupt steht.

Der größ­te Teil der Mili­tärs steht Hit­ler mitt­ler­wei­le posi­tiv gegen­über; man hat sogar frei­wil­lig den „Arier­pa­ra­gra­fen“ über­nom­men und aus frei­en Stü­cken jüdi­sche Sol­da­ten aus der Reichs­wehr ent­las­sen.

Um Hit­ler nach Hin­den­burgs Tod als neu­en Ober­be­fehls­ha­ber zu akzep­tie­ren, ver­lan­gen die Gene­rä­le aller­dings Hit­lers Zusi­che­rung, dass die Reichs­wehr unwi­der­ruf­lich das Waf­fen­mo­no­pol im Reich besitzt.

Das heißt nichts ande­res als: Röhm muss end­gül­tig kalt­ge­stellt wer­den — bevor er wei­ter Por­zel­lan bei der Gene­ra­li­tät zer­schla­gen kann.

Eben­so Papen, der schon immer einen guten Draht zu Hin­den­burg hat­te, und der rechts­kon­ser­va­ti­ve Kreis um ihn her­um. Denn eine neu­er­li­che Alli­anz zwi­schen Papen und Hin­den­burg, die ihm die Macht kos­ten könn­te, ist Hit­lers Albtraum. 

Auf kei­nen Fall will der “Füh­rer” die­sem Droh­po­ten­zi­al Zeit geben, sich zu formieren.

Sommer 1934: Ferien für die SA

Anfang Juni 1934 haben Hit­ler und Röhm ein vier­stün­di­ges Gespräch.

Es gibt kei­ne Zeu­gen und auch kein Pro­to­koll für die­se Unter­hal­tung, aber nichts deu­tet dar­auf hin, dass die bei­den anein­an­der­ge­ra­ten wären oder Hit­ler Röhm gedroht hätte.

Das Ergeb­nis der Unter­re­dung ist, dass die SA – 4 Mil­lio­nen Män­ner – im Juli für 4 Wochen in den Urlaub geschickt wird. Röhm selbst will sich wegen eines alten Rücken­lei­dens auf Kur an den Tegern­see begeben.

Wäh­rend­des­sen haben SS-Füh­rer Hein­rich Himm­ler und SS-Mann Rein­hard Heyd­rich, der seit April die Gesta­po lei­tet, beim Zusam­men­tra­gen von Beweis­ma­te­ri­al gegen Röhm gan­ze Arbeit geleis­tet. Es ist ein heik­les Unter­fan­gen, denn die SS (Schutz­staf­fel) ist for­mal der SA unter­stellt; Röhm ist also eigent­lich der Chef von Himm­ler und Heydrich.

Das stört Himm­ler und Heyd­rich nicht, son­dern sta­chelt ihren Ehr­geiz an, denn bei­de wol­len end­lich aus Röhms lan­gem Schat­ten her­aus­tre­ten, um rich­tig Kar­rie­re zu machen.

Dazu kommt Röhms reichs­weit bekann­te Homosexualität.

Die wird im “Drit­ten Reich” schwer bestraft: Zehn­tau­sen­de que­e­re Män­ner und Frau­en wer­den ver­haf­tet und ins KZ gesteckt; vie­le ster­ben. Zwar kennt auch die Wei­ma­rer Repu­blik jenen Para­graf 175, der Homo­se­xua­li­tät unter Stra­fe stellt, aber er wur­de vor allem in Groß­städ­ten wie Ber­lin rela­tiv locker gehand­habt. Es gab sogar Über­le­gun­gen, ihn abzuschaffen.

Hit­ler war Röhms Homo­se­xua­li­tät immer egal, aber für Himm­ler ist sie ein The­ma.

Der „Reichs­füh­rer SS“, Sohn aus gut-katho­li­schem Hau­se und mit dem Cha­ris­ma eines früh geal­ter­ten und freud­lo­sen Ober­leh­rers aus­ge­stat­tet, hat sich aus ver­schie­de­nen Quel­len sei­ne ganz per­sön­li­che Phi­lo­so­phie über Homo­se­xua­li­tät zurecht­ge­zim­mert.

Die besagt, dass homo­se­xu­el­le Män­ner danach stre­ben, staat­li­che Struk­tu­ren zu unter­wan­dern und zu zer­stö­ren.

Vorbereitung zum Mord unter Freunden

Da die Beweis­la­ge für einen angeb­li­chen “Röhm-Putsch” trotz aller Anstren­gun­gen dünn bleibt, wer­den Himm­ler und Heyd­rich krea­tiv, um Hit­ler end­lich den Vor­wand für einen Schlag gegen Röhm lie­fern zu können.

Beson­ders Heyd­rich gibt sich aller­größ­te Mühe, um das Gespenst eines bevor­ste­hen­den Putschs der SA zu fabri­zie­ren; Doku­men­te wer­den gefälscht, Falsch­mel­dun­gen und Gerüch­te in die Welt gesetzt, schwa­che Indi­zi­en zu Bewei­sen aufgeblasen. 

Heyd­rich erstellt außer­dem akri­bisch Todes­lis­ten mit den Namen der wich­tigs­ten SA-Füh­rern – und allen ande­ren, die man bei der Gele­gen­heit auch aus dem Weg mor­den kann.

Ende Juni taucht in den Rei­hen der Reichs­wehr plötz­lich ein (offen­bar gefälsch­ter) Befehl Röhms an die SA auf, sich für einen Schlag gegen die Reichs­wehr zu bewaff­nen. Ein Schock für die Reichs­wehr, die dar­auf­hin der SS zusi­chert, deren Ent­haup­tungs­schlag gegen die SA mit Waf­fen und Trans­port­mit­teln zu unterstützen.

Am 28. Juni 1934 sind die Vor­be­rei­tun­gen für die „Nacht der lan­gen Mes­ser“ abgeschlossen. 

Wann es los­geht, weiß nie­mand; Hit­ler zögert noch. Ver­mut­lich irgend­wann Ende Juli, kurz bevor die SA aus ihren Feri­en zurück­kehrt. Oder viel­leicht auch später.

Es ist schließ­lich ein Tele­fon­an­ruf, der “die Nacht der lan­gen Mes­ser” ins Rol­len bringt: Am Nach­mit­tag des 28. Juni erhält Hit­ler auf der Hoch­zeit des NSDAP-Gau­lei­ters von Essen tele­fo­nisch die Nach­richt, dass Papen in zwei Tagen nach Ost­preu­ßen rei­sen wer­de, um den kran­ken Reichs­prä­si­den­ten noch ein­mal zu sehen.

Wie alle Betrü­ger und Lüg­ner wit­tert der „Füh­rer“ dahin­ter sofort Lüge und Betrug. Jetzt geht alles ganz schnell: Er legt als Ter­min für den Schlag gegen Röhm (und alle ande­ren, die er für gefähr­lich hält) auf den 30. Juni, den Tag, an dem sein Vize­kanz­ler Hin­den­burg besu­chen will.

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Die Nacht der langen Messer …

Was geschah in der Nacht zum 30. Juni 1934? Woll­te Röhm tat­säch­lich put­schen — und wie hät­te sich die Geschich­te wei­ter­ent­wi­ckelt, wenn es kei­ne “Nacht der lan­gen Mes­ser” gege­ben hät­te?

Der His­to­ri­ker und Hit­ler-Bio­graf Peter Lon­ge­rich beschreibt fes­selnd und sehr erhel­lend die Ereig­nis­se vor, wäh­rend und nach jener Nacht, in der Hit­ler den Deut­schen und der Welt erst­mals die gan­ze Bru­ta­li­tät sei­ner Herr­schaft gezeigt hat …

30. Juni 1934: Die Nacht der langen Messer

Am 30. Juni, früh­mor­gens um 2.00 Uhr, flie­gen Hit­ler und sei­ne Entou­ra­ge nebst Goeb­bels nach Mün­chen, wo sie um 3.30 Uhr lan­den. Göring ist der­weil zurück nach Ber­lin geflo­gen, um dort die Akti­on zu koor­di­nie­ren. Hit­ler befin­det sich am Rand eines hys­te­ri­schen Zusammenbruchs.

Von Mün­chen aus geht es mit drei Limou­si­nen wei­ter nach Bad Wies­see zu Röhms Feri­en­do­mi­zil, dem Kur­heim Hanselbauer

Gegen 6.30 Uhr stür­men Hit­ler und sei­ne Beglei­ter an der ver­blüff­ten Wir­tin vor­bei in den zwei­ten Stock des Kur­heims zum Zim­mer 7, wo Röhm logiert. Schlaf­trun­ken und im Schlaf­an­zug öff­net der die Tür sei­nes Hotel­zim­mers, muss Hit­lers Gebrüll über ihn als „Ver­rä­ter“ über sich erge­hen las­sen, sich anzie­hen und wird zusam­men mit den ande­ren SA-Füh­rern, die bereits im Han­sel­bau­er abge­stie­gen sind, in den Kel­ler der Pen­si­on gesperrt.

Sei­nen Unschulds­be­teue­run­gen glaubt kein Mensch, vor allem nicht sein „Füh­rer“.

Goeb­bels ruft Göring in Ber­lin an und gibt das ver­ein­bar­te Code­wort durch, so dass nun auch dort die Todes­schwa­dro­nen aus­ge­rüs­tet mit Heyd­richs Todes­lis­ten ausschwärmen.

Es gibt kein Entkommen.

Die meis­ten angeb­li­chen Ver­rä­ter wer­den bei oder kurz nach ihrer Ver­haf­tung exe­ku­tiert. Röhm wird ins Mün­che­ner Gefäng­nis Sta­del­heim gebracht. Erst am nächs­ten Tag wird Hit­lers Weg- und Kampf­ge­fähr­te dort exe­ku­tiert, nach­dem er sich wei­gert, sich selbst zu erschießen.

In der „Nacht der lan­gen Mes­ser“ ster­ben auch Edgar Jung, Papens Pres­se­re­fe­rent Bose und wei­te­re Mit­ar­bei­ter des Vize­kanz­lers einen grau­sa­men Tod. Franz von Papen bekommt einen Tipp von Göring, ver­lässt am 30. Juni das Haus nicht und ent­geht so der Ver­wüs­tung sei­nes Büros und der Liqui­die­rung sei­ner Mit­ar­bei­ter. Man stellt ihn unter Haus­ar­rest.

Am 7. August 1934 tritt Papen als Vize­kanz­ler zurück. Er schei­det aus der Reichs­re­gie­rung aus und über­nimmt einen Pos­ten als Gesand­ter in Österreich.

Ande­re haben weni­ger Glück: Im Kugel­ha­gel der staat­lich orga­ni­sier­ten Exe­ku­ti­ons­kom­man­dos ster­ben Hit­lers ehe­ma­li­ger Par­tei­vi­ze Gre­gor Stras­ser eben­so wie Gus­tav Rit­ter von Kahr, jener erz­kon­ser­va­ti­ve baye­ri­sche Poli­ti­ker, der 1923 den Hit­ler­putsch nie­der­schla­gen ließ.

In ihrer Vil­la in Neu­ba­bels­berg ster­ben Hit­lers Vor­gän­ger im Amt des Reichs­kanz­lers Gene­ral Kurt von Schlei­cher und sei­ne Frau, weil er ver­sucht hat­te, Hit­ler von der Macht fern­zu­hal­ten.

Es gibt unzäh­li­ge wei­te­re Todes­op­fer, die nichts mit Röhm, der SA oder Franz von Papen zu tun haben. Vie­le von Himm­lers und Heyd­richs Scher­gen nut­zen die Gunst der Stun­de, um auch pri­va­te offe­ne Rech­nun­gen zu begleichen.

Genaue Opfer­zah­len gibt es nicht, aber man ver­mu­tet, dass dem „Röhm-Putsch“ unge­fähr 200 Men­schen zum Opfer gefal­len sind, dar­un­ter etwa 50 SA-Angehörige.

Am Abend des 30. Juni sto­ßen Offi­zie­re der Reichs­wehr auf den gelun­ge­nen “Röhm-Putsch” mit einem Gläs­chen Sekt an.

Der Röhm-Putsch und seine Folgen: Freie Bahn für den “Führer”

Mit der “Nacht der lan­gen Mes­ser” 1934 kon­so­li­diert Hit­ler sei­ne Macht end­gül­tig.

Als Paul von Hin­den­burg am 2. August 1934 stirbt, beerbt er ihn und wird wunsch­ge­mäß Ober­be­fehls­ha­ber der Reichs­wehr. Nach einer Initia­ti­ve des Reichs­wehr­mi­nis­te­ri­um wird das Gelöb­nis der Sol­da­ten geän­dert; ab sofort schwö­ren sie dem „Füh­rer des Deut­schen Rei­ches und Vol­kes, Adolf Hit­ler“ abso­lu­ten Gehor­sam – und nicht mehr ihrem Land.

Das Amt des Reichs­prä­si­den­ten hat­te Hit­ler sich bereits einen Tag vor Hin­den­burgs Tod von sei­nem Kabi­nett per Gesetz zusi­chern las­sen.

Aller­dings will er den Titel Reichs­prä­si­dent nicht. Statt­des­sen wird die Bezeich­nung „Füh­rer“, die sich bis­lang nur auf die NSDAP bezo­gen hat, nun auch sei­ne offi­zi­el­le staat­li­che Bezeichnung.

Die deut­sche Öffent­lich­keit wird durch Goeb­bels gleich­ge­schal­te­te Pres­se über die „Nacht der lan­gen Mes­ser“ infor­miert und reagiert erleich­tert. Vie­le bewun­dern Hit­lers Durch­set­zungs­kraft und sei­ne Ent­schlos­sen­heit; der Füh­rer­kult im Reich nimmt Fahrt auf.

Am 19. August fin­det eine Volks­ab­stim­mung über Hit­ler als neu­es Staats­ober­haupt statt, 90% der Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler stim­men mit „Ja“ .

Die SS unter Himm­ler und Heyd­rich beherr­schen bald den gesam­ten Poli­zei­ap­pa­rat, wäh­rend die SA wei­ter durch Aus­schluss­ver­fah­ren gesäu­bert wird. Sie schrumpft auf eine Mil­lio­nen Mit­glie­der. Ihre Auf­ga­be ist es, bei NS-Fei­ern zu mar­schie­ren und beim Kata­stro­phen­schutz zu helfen.

Nur das demo­kra­ti­sche Aus­land reagiert mit leich­ter Besorg­nis auf die poli­ti­schen Säu­be­rungs­ak­tio­nen im Som­mer 1934. Vie­le aus­län­di­sche Beob­ach­ter und Jour­na­lis­ten bewer­ten die Ereig­nis­sen aller­dings eher als eine Art mafiö­sen Ban­den­krieg, in dem ein Böse­wicht den ande­ren umbringt.

Was offen­bar nie­mand im Jahr 1934 erkennt: Hit­ler ist ein Dik­ta­tor, der über Lei­chen geht, um sei­ne Macht zu sichern.

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Lesen Sie im nächs­ten Bei­trag: Wäh­rend die Deut­schen im „Drit­ten Reich“ finan­zi­ell gera­de so über die Run­den kom­men, viel Geld für die ver­schie­de­nen NS-Orga­ni­sa­tio­nen spen­den (müs­sen) und müh­sam auf klei­ne Annehm­lich­kei­ten wie ein eige­nes Rund­funk­ge­rät spa­ren, gibt es einen Mann, der im NS-Staat immer rei­cher wird. Es ist der „Füh­rer“ selbst – Adolf Hit­ler.
Hit­lers Mil­lio­nen: Wie sich der „Füh­rer“ an Deutsch­land bereicherte

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Als “März­ge­fal­le­ne” bezeich­net der Volks­mund die­je­ni­gen, die nach der März­wahl 1933 in die NSDAP ein­tre­ten — als abseh­bar ist, dass Hit­ler an der Macht blei­ben wird. In die­ser Zeit spielt Gere­on Raths fünf­ter Kri­mi­nal­fall — man ist mit­ten­drin in der dunk­len Zeit der ‘Macht­er­grei­fung’: Reichs­tags­brand, Kom­mu­nis­ten­het­ze, die letz­te Reichs­tags­wahl im März 1933. Hit­ler-Geg­ner, sei­ne Befür­wor­ter und die gro­ße schwei­gen­de Mehr­heit, von denen vie­le hof­fen, dass die­ser Spuk bald zuen­de ist. Ein groß­ar­ti­ger Kri­mi­nal­ro­man vor his­to­ri­schem Hin­ter­grund — sehr lesens­wert!

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Die letz­ten 10 Wochen der Repu­blik Die Intri­gen und Rän­ke­spie­le hin­ter den Kulis­sen der Macht, die zum kata­stro­pha­len Ende der Wei­ma­rer Repu­blik führ­ten — ver­packt in einem sehr lesens­wer­ter Geschichts-Thril­ler. Ein Lehr­stück, wie es nicht geht, das jeder ken­nen soll­te. Sehr infor­ma­tiv und span­nend zu lesen!

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Joseph Goeb­bels, im Volks­mund auch als “Bock von Babels­berg” bekannt, weil ver­mut­lich kei­ne ein­zi­ge ehr­gei­zi­ge Schau­spie­le­rin im Reich an sei­ner Beset­zungs­couch vor­bei­kommt, ist der erge­bens­te Vasall Adolf Hit­lers. Der “Füh­rer” ist und bleibt für ihn seit dem ers­ten Ken­nen­ler­nen Mit­te der 1920er Jah­ren das Son­nen­sys­tem, um das sich sein gan­zes Leben dreht. Kein ande­rer in Hit­lers Füh­rungs­rie­ge ist von ihm so abhän­gig wie Goeb­bels. Über das Leben und das Ster­ben von Joseph und Mag­da Goeb­bels:
Joseph und Mag­da Goeb­bels (2): “Der Bock von Babelsberg”

Wirt­schaft im “Drit­ten Reich”: Wirt­schaft­lich stand das “Drit­te Reich” nie auf sta­bi­len Bei­nen. Die Öko­no­mie im Natio­nal­so­zia­lis­mus war von Anfang an auf Täu­schung und Expan­si­on – Krieg – gebaut. Über Hit­lers Auto­bah­nen, MeFo-Wech­sel, Lügen und Täu­schun­gen – ohne die Hit­lers Weg in den Krieg nie funk­tio­niert hät­te.
Auto­bahn und Mefo-Wech­sel: Adolf Hit­ler, die deut­sche Wirt­schaft und der Weg in den 2. Weltkrieg

Kurt von Schlei­cher: Ende 1932 scheint Hit­lers Auf­stieg zur Macht end­gül­tig gestoppt zu sein.: Die NSDAP ist plei­te, zer­strit­ten und hat am 6. Novem­ber 1932 – das ers­te Mal seit zwei Jah­ren – Wäh­ler­stim­men ver­lo­ren. Und trotz­dem ernennt der Prä­si­dent der Wei­ma­rer Repu­blik, Paul von Hin­den­burg, Adolf Hit­ler am 30. Janu­ar 1933 zum Reichs­kanz­ler. Wie konn­te das pas­sie­ren?
1933 — Das Ende der Repu­blik. Hit­lers Auf­stieg zur Macht

Bun­des­ar­chiv, Bild 146‑1982-159–21A / CC-BY-SA 3.0
Nürn­berg.- Reichs­par­tei­tag; Adolf Hit­ler und Ernst Röhm (SA-Uni­form) Gespräch, 30. August — 3. Sep­tem­ber 1933
Von Bun­des­ar­chiv, Bild 146‑1982-159–21A / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://​com​mons​.wiki​me​dia​.org/​w​/​i​n​d​e​x​.​p​h​p​?​c​u​r​i​d​=​5​4​1​9​284
Gre­gor Stras­ser (2. von links) im Kreis der Füh­rungs­grup­pe der NSDAP bei einer Bespre­chung in Berch­tes­ga­den im Som­mer 1932 (Adolf Hit­ler, Gre­gor Stras­ser, Ernst Röhm and Her­mann Göring during a gathe­ring in Berch­tes­ga­den in 1932)
Von Rudolf Voll­muth (+1943) — Ber­lin Docu­ment Cent­re, Gemein­frei
Ernst Röhm (Mit­te) kurz nach sei­ner Ernen­nung zum Minis­ter ohne Geschäfts­be­reich im Kabi­nett Hit­ler (Dezem­ber 1933). Rechts SA-Grup­pen­füh­rer Karl Ernst, links Franz von Ste­pha­ni (in der Tuni­ka des Stahl­helms), Public domain
SA — Mit­glie­der kle­ben an das Schau­fens­ter eines Ber­li­ner jüdi­schen Geschäfts ein Schil­der mit der Auf­schrift “Deut­sche, wehrt euch, kauft nicht bei Juden” Bun­des­ar­chiv, Bild 102–14468 / Georg Pahl / CC-BY-SA
Ernst Röhm (rechts) mit Kurt Dalue­ge und Hein­rich Himm­ler im August 1933
Von Bun­des­ar­chiv, Bild 102–14886 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://​com​mons​.wiki​me​dia​.org/​w​/​i​n​d​e​x​.​p​h​p​?​c​u​r​i​d​=​5​4​8​1​337
Bun­des­ar­chiv, Bild 183-S00017 / CC-BY-SA 3.0, Franz von Papen im Jah­re 1936
Franz von Papen Der deut­sche Bot­schaf­ter v. Papen, der im Auf­tra­ge der Reichs­re­gie­rung in Anka­ra den Deutsch-Tür­ki­schen Freund­schafts­ver­trag unter­zeich­ne­te. Scherl Archiv [1936] [Franz von Papen (Por­trät)] Abge­bil­de­te Per­so­nen: Papen, Franz von: Reichs­kanz­ler, Vize­kanz­ler, Bot­schaf­ter, Deutschland

Generationengespräch

Geschich­te und Psy­cho­lo­gie
Ver­gan­ge­nes ver­ste­hen, um mit der Zukunft bes­ser klar zu kommen.


Geschichte und Psychologie Vergangenheit verstehen um mit der Zukunft besser klar zu kommen
Dr. Susanne Gebert

Gene­ra­tio­nen­ge­spräch
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