Hitlers Krieg 1941

Hitlers Krieg Generationengespräch 1941 deutsch-sowjetischer Nichtangrisspakt Unternehmen Barbarossa Kriegserklärung gegen die USA


Hit­lers Krieg 1941: Ab März 1941 berich­ten immer mehr sowje­ti­sche Spio­ne von einem nicht enden wol­len­den Strom deut­scher Trup­pen, die Rich­tung Osten mar­schie­ren.

Doch Sta­lin wie­gelt ab: In Ber­lin gäbe es „Fal­ken“ und „Tau­ben“, wobei Hit­ler zu den „Tau­ben“ zähle …

Der Hitler-Stalin-Pakt 1939: Ein deutsch-sowjetisches Schmierenstück und seine Folgen

Die Ouver­tü­re zu einem der fürch­ter­lichs­ten und grau­sams­ten Krie­ge in der Geschich­te hat­te rund zwei Jah­re zuvor begonnen.

Um genau zu sein: In der Nacht vom 23. auf den 24. August 1939.
In Mos­kau unter­schrei­ben im Bei­sein Sta­lins Reichs­au­ßen­mi­nis­ter von Rib­ben­trop für Deutsch­land und der sowje­ti­schen „Volks­kom­mis­sar für Aus­wär­ti­ge Ange­le­gen­hei­ten“ Molo­tow den Deutsch-Sowje­ti­schen Nicht­an­griffs­pakt.

Sowjet­uni­on, August 1939, Sta­lin und Reichs­au­ßen­mi­nis­ter von Rib­ben­trop nach der Unter­zeich­nung des Nicht­an­griffs­pakts. Bild: Bun­des­ar­chiv, Bild 183-H27337/

Die Vor­ver­hand­lun­gen zum Nicht­an­griffs­pakt waren lang und zäh, doch als die deut­sche Dele­ga­ti­on zur Unter­zeich­nung per Flug­zeug anreist, kommt ihr Besuch fürs sowje­ti­sche Pro­to­koll trotz­dem sehr überraschend.

Man muss die Haken­kreuz­fah­nen für den gebüh­ren­den Emp­fang aus einem Film­stu­dio besor­gen, in dem gera­de ein Anti-Nazi-Film gedreht wird. Auf eini­gen Fah­nen sind die Haken­kreu­ze spie­gel­ver­kehrt aufgenäht.

Im Pakt zwi­schen „Bes­tie” (Hit­ler über Sta­lin) und „Unmensch” (Sta­lin über Hit­ler) wer­den offi­zi­ell gegen­sei­ti­ge Neu­tra­li­tät im Kriegs­fall und Kon­sul­ta­tio­nen bei Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten ver­trag­lich festgelegt.

Außer­dem erhält Deutsch­land umfang­rei­che Roh­stoff­lie­fe­run­gen, die es drin­gend für die Auf­rüs­tung braucht.

Der eigent­li­che Zünd­stoff des Pak­tes liegt im „Gehei­men Zusatz­pro­to­koll“, in dem bei­de Dik­ta­to­ren ihre „Inter­es­sensphä­ren in Ost­eu­ro­pa“ abgren­zen: Der Osten Euro­pas wird zwi­schen der Sowjet­uni­on und Groß­deutsch­land auf­ge­teilt, sou­ve­rä­ne Natio­nen wie Polen oder Finn­land sol­len dafür von der Land­kar­te verschwinden.

Am Mor­gen danach fährt Sta­lin zufrie­den in sei­ne Dat­scha und prahlt vor füh­ren­den Genossen:

Ich weiß, was Hit­ler im Schil­de führt. Er glaubt, er ist schlau­er als ich, aber in Wirk­lich­keit habe ich ihn überlistet.”

 Sta­lin im August 1939

Sta­lin will vor allem Zeit gewin­nen, denn ihm ist bewusst, dass sei­ne „gesäu­ber­te“ Rote Armee nicht in der Lage ist, einen Krieg gegen das hoch­ge­rüs­te­te, vor Kraft strot­zen­de Groß­deutsch­land zu bestehen.

Dass es in abseh­ba­rer Zeit zu einem Krieg in Euro­pa kom­men wird, ist im August 1939 eigent­lich allen klar.
Sta­lins Plan ist, dass sich Deut­sche, Bri­ten und Fran­zo­sen in einem Abnut­zungs­krieg gegen­sei­tig erschöp­fen und die Sowjet­uni­on am Ende als eigent­li­che und ein­zi­ge Sie­ger­macht aus dem Tumult hervorgeht.

Er hät­te es bes­ser wis­sen müs­sen, schließ­lich ist er einer der weni­gen aus­län­di­schen Spit­zen­po­li­ti­ker, die Hit­lers „Mein Kampf“ gele­sen haben. Dort stand alles drin, was er von Hit­ler zu erwar­ten hat.

ANZEIGE

Der nor­ma­le NS-All­tag zwi­schen Dezem­ber 1938 und Novem­ber 1939: Der Jour­na­list und His­to­ri­ker Till­mann Ben­di­kow­ski über die ent­schei­den­den Monat kurz vor und nach dem Aus­bruch des 2. Welt­kriegs aus der Sicht der “klei­nen” Leu­te und das nor­ma­le Leben, wenn man zur “Volks­ge­mein­schaft” gehör­te.
Toll geschrie­ben und sehr infor­ma­tiv, um die­se Zeit bes­ser zu ver­ste­hen.

Till­mann Ben­di­kow­ski, Hit­ler­wet­ter: Das ganz nor­ma­le Leben in der Dik­ta­tur: Die Deut­schen und das Drit­te Reich 1938/39* ‎ C.Bertelsmann Ver­lag, 2022

Unternehmen Barbarossa

Der Deutsch-Sowje­ti­sche Nicht­an­griffs­pakt hält dem „Drit­ten Reich“ den Rücken im Osten frei und macht den Kriegs­be­ginn, am 1. Sep­tem­ber 1939 erst möglich.

Aber Hit­lers eigent­li­ches Kriegs­ziel ist von Anfang an der ras­sis­ti­sche und ideo­lo­gi­sche Ver­nich­tungs­krieg im Osten, die Erobe­rung von „Lebens­raum“ für den Fort­be­stand der „ari­schen Ras­se“.  Zunächst muss er dafür aller­dings eini­ge “Blitz­krie­ge” zur Vor­be­rei­tung führen.

Nach­dem die Wehr­macht Polen, Frank­reich, Bel­gi­en, die Nie­der­lan­de, Däne­mark und Nor­we­gen in „Blitz­krie­gen“ über­rannt und besetzt hat, ist Groß­bri­tan­ni­en ab dem Som­mer 1940 sein ein­zi­ger ver­blie­be­ner Kriegsgegner.

Nur dass die Bri­ten hart­nä­ckig sind und sich weder durch Frie­dens­ap­pel­le noch Bom­ben in die Knie zwin­gen lassen.

Hit­ler beschließt, nach­dem er sich die Zäh­ne an den Bri­ten in der „Luft­schlacht um Eng­land“ aus­ge­bis­sen hat, sich sei­nem eigent­li­chen Kriegs­ziel, zu wid­men. Erst danach will er sich erneut mit Groß­bri­tan­ni­en befassen.

Einen Zwei­fron­ten­krieg wie im 1. Welt­krieg woll­te das Ober­kom­man­do der Wehr­macht immer ver­mei­den. Aber man lässt sich schließ­lich auf die­ses Wag­nis ein, weil man mit einem kur­zen „Blitz­krieg“ gegen die UDSSR rechnet.

Denn spä­tes­tens seit dem bla­ma­blen sowje­ti­schen Win­ter­krieg gegen Finn­land weiß das deut­sche Ober­kom­man­do, wie schwach die Rote Armee tat­säch­lich ist. 

Der „Füh­rer“ und sei­ne Mili­tärs rech­nen mit einem Feld­zug von nur weni­gen Wochen, einem „Sand­kas­ten­spiel”, wie Hit­ler glaubt. Die Kampf­kraft der von Sta­lin gesäu­ber­ten Rote Armee sei, nach Hit­lers Wor­ten, „nicht mehr als ein Witz”.

Die­ses Mal teilt der deut­sche Gene­ral­stab Hit­lers Zuver­sicht und bestärkt ihn in sei­ner Absicht. Am 18. Dezem­ber 1940 erlässt der „Füh­rer“ die Wei­sung für den Krieg gegen die UDSSR. Geplant wird der Über­fall für März oder April 1941.

… Hit­ler erlitt in sei­ner Kind­heit, außer Schar­lach im Alter von neun Jah­ren, kei­ne schwe­ren Krank­hei­ten — doch der Tod war in sei­ner fami­liä­ren Umge­bung all­ge­gen­wär­tig …
Viel­leicht bestand Hit­ler des­halb dar­auf, den Krieg schon 1939 zu begin­nen, in jenem Jahr, in dem mit gro­ßem Pomp gefei­ert wur­de … Ohne die Sor­ge um einen frü­hen Heim­gang hät­te er mög­li­cher­wei­se auf sei­ne Gene­ra­li­tät gehört, die Deutsch­land 1939 bei Wei­tem noch nicht für kriegs­be­reit hielt, und mit sei­ner Aggres­si­ons­po­li­tik viel­leicht bis etwa 1943/45 gewartet.”

 Aus: Roland D. Gers­te, Wie Krank­hei­ten Geschich­te machen: Von der Anti­ke bis heu­te*

Mussolini hat eigene Pläne

Auch der „Duce”, Ita­li­ens faschis­ti­scher Dik­ta­tor Beni­to Mus­so­li­ni und Ach­sen­ver­bün­de­ter Hit­lers, hat Träu­me. Sein Ziel ist ein ita­lie­ni­sches Impe­ri­um alt­rö­mi­schen Aus­ma­ßes, das den gesam­ten Mit­tel­meer­raum umspannt: „Mare Nos­trum” (latei­nisch für „unser Meer“) als Mit­tel­punkt sei­nes Herrschaftsbereichs.

Mus­so­li­ni rech­net mit einem Krieg in Euro­pa frü­hes­tens ab 1942. Und muss dann 1939 erle­ben, wie sein eins­ti­ger Bewun­de­rer und Meis­ter­schü­ler Adolf Hit­ler inner­halb eines hal­ben Jah­res halb Euro­pa über­rennt. Der „Duce” ist über­zeugt, dass Ita­li­en Ver­gleich­ba­res errei­chen kann. 

Mussolini Hitlers Krieg 1941 Generationengespräch
Bun­des­ar­chiv, Bild 102–09844 / CC-BY-SA 3.0
Typi­sche Red­ner­ges­te Mus­so­li­nis (Mai­land, 1930)

Der „Duce” hat gro­ße Zie­le — aber nur beschränk­te Mit­tel. Denn was er nicht wahr­ha­ben will, ist, dass Ita­li­en weder wirt­schaft­lich noch mili­tä­risch auf einen lan­gen indus­tri­el­len Krieg vor­be­rei­tet ist. Das scheint er dadurch kom­pen­sie­ren zu wol­len, indem er nicht nur einen Feld­zug, son­dern meh­re­re Feld­zü­ge gleich­zei­tig führt, was immer in einer Kata­stro­phe endet.

Ohne Abspra­che mit Hit­ler befiehlt er Ende Okto­ber 1940 gleich­zei­tig Grie­chen­land und Ägyp­ten anzu­grei­fen. Ein Fias­ko, denn Grie­chen­land wehrt sich erbit­tert und besetzt im Gegen­zug sogar ita­lie­nisch besetz­te Gebie­te in Alba­ni­en: 16 grie­chi­sche Divi­sio­nen hal­ten 27 ita­lie­ni­sche in Schach

Mus­so­li­ni muss schließ­lich Hit­ler um Hil­fe bit­ten, um einer bla­ma­blen Nie­der­la­ge zu entgehen.

Der schäumt vor Wut. Wohl oder übel muss „Unter­neh­men Bar­ba­ros­sa“ ver­scho­ben wer­den, um Mus­so­li­ni aus der Pat­sche zu helfen. 

Dazu kommt, dass es im bis­lan­gen ach­sen­freund­li­chen” Jugo­sla­wi­en einen Umsturz gege­ben hat und die neue Regie­rung auf Sei­ten der Bri­ten steht. Für Hit­ler völ­lig inakzeptabel.

Athen, His­sen der Haken­kreuz­flag­ge Recolored.jpg, Athen, Akro­po­lis, Foto­graf: Schee­rer, Theo­dor, May 1941, Bild: Bun­des­ar­chiv Bild 101I-164‑0389–23A

Am 6. April 1941 mar­schiert die Wehr­macht ohne Kriegs­er­klä­rung zeit­gleich in Jugo­sla­wi­en und Grie­chen­land ein. Bei­de Feld­zü­ge ver­lau­fen nach Plan und enden in Blitz­sie­gen”: Nach 11 Tage kapi­tu­liert Jugo­sla­wi­en bedin­gungs­los, am 30. April ist das grie­chi­sche Fest­land und die wich­tigs­ten Mit­tel­meer­in­seln außer Kre­ta von der Wehr­macht und ita­li­en­si­schen Ver­bän­den besetzt.

Hun­dert­tau­sen­de Kriegs­ge­fan­ge­ne wer­den als Zwangs­ar­bei­ter ins Reich depor­tiert. In den besetz­ten Gebie­ten beginnt der Terror.

Hitlers Krieg 1941 Generationengespräch
Sol­da­ten der Wehr­macht neben gehäng­ten ser­bi­schen Zivi­lis­ten in Užič­ka Pože­ga (1941), gemeinfrei

Hit­lers Wei­sung, die Sowjet­uni­on bis Ende 1941 zu erobern, besteht aber nach wie vor.
Sei­ne Gene­rä­le sind von den ange­pass­ten Angriffs­plä­nen und dem neu­en Zeit­plan wenig begeis­tert, denn die anvi­sier­ten Gebie­te erstre­cken sich über Tau­sen­de von Kilo­me­tern. Dem Füh­rer” ist das egal.

Denn zwei Din­ge kom­men in Hit­lers stra­te­gi­scher Pla­nung nicht vor: die Wei­ten Russ­lands und die sowje­ti­sche Bevöl­ke­rung. Aber von sol­chen Lap­pa­li­en lässt sich der „Füh­rer“ nicht auf­hal­ten. Drei Mona­te spä­ter als ursprüng­lich geplant beginnt am 22. Juni 1941 das „Unter­neh­men Barbarossa“.

22. Juni 1941: Überfall auf die Sowjetunion

Es ist ein Trep­pen­witz der Geschich­te, dass aus­ge­rech­net der sonst bis zur Para­noia miss­traui­sche Sta­lin die Zei­chen der Zeit nicht erkennt. Aber auch Sta­lin kann sich nicht vor­stel­len, dass Hit­ler und sei­ne Gene­rä­le so ver­rückt sein könn­ten, einen Zwei­fron­ten­krieg zu wagen.

Zwar mel­det der sowje­ti­sche Top-Spi­on Richard Sor­ge im Mai aus Japan, dass ein Angriff der Deut­schen mit 150 Divi­sio­nen für den 20. Juni 1941 geplant sei. Außer­dem ist bekannt, dass täg­lich bis zu vier Züge in die Auf­marsch­räu­me nach Polen fah­ren, um Wehr­machts­ein­hei­ten und Pan­zer in Stel­lung zu bringen.

Aber Sta­lin fin­det die pas­sen­de Erklä­rung: Der „Füh­rer” wol­le ihn mit dem Auf­marsch „nur ein­schüch­tern”, um sich für kom­men­de Ver­hand­lun­gen eine bes­se­re Aus­gangs­po­si­ti­on zu ver­schaf­fen. Er wischt alle War­nun­gen und Hin­wei­se als Mani­pu­la­ti­ons­ver­su­che und west­li­che Pro­pa­gan­da vom Tisch.

Sei­nen Mili­tärs und Bera­tern droht er, „dass Köp­fe rol­len wer­den“, wenn sie ohne sei­ne Erlaub­nis Trup­pen­be­we­gun­gen durch­füh­ren würden.

Als das „Unter­neh­men Bar­ba­ros­sa“ in den frü­hen Mor­gen­stun­den des 22. Juni 1941 beginnt, sind vie­le Divi­sio­nen der Roten Armee weder vor­be­rei­tet noch ange­mes­sen aus­ge­rüs­tet und aus­rei­chend mit Sol­da­ten besetzt.

Sta­lin bricht zusam­men, als er erfährt, dass Hit­lers Trup­pen auf dem Vor­marsch sind.

ANZEIGE

Der His­to­ri­ker Jörg Bab­e­row­ski über Sta­lins Gewalt­herr­schaft,
sei­nen Moti­ven und die Struk­tu­ren, die es ermög­licht haben, das ein Psy­cho­path wie er so viel Macht erlan­gen und unzäh­li­ge sinn­lo­se Ver­bre­chen im Namen von Sozia­lis­mus und Fort­schritt bege­hen konn­te. Lesens­wert!

Jörg Bab­e­row­ski: Ver­brann­te Erde. Sta­lins Herr­schaft der Gewalt*, Fischer Taschen­buch Ver­lag, 2014 

Der große vaterländische Krieg

Das „Unter­neh­men Bar­ba­ros­sa“ ist die größ­te mili­tä­ri­sche Ope­ra­ti­on aller Zei­ten: 3,5 Mil­lio­nen Sol­da­ten der Deut­schen Wehr­macht und ver­bün­de­ter Trup­pen aus Ita­li­en, Ungarn, Finn­land, Rumä­ni­en und der Slo­wa­kei sind im Ein­satz, 4000 Pan­zer und eben­so vie­le Flug­zeu­ge ste­hen für den Vor­marsch bereit. 

Wäh­rend Görings Luft­waf­fe den Groß­teil der sowje­ti­schen Flug­zeu­ge zer­stö­ren kann, weil sie ohne Tar­nung auf den unge­schütz­ten Flug­fel­dern vor den Han­gars ste­hen, und die Boden­trup­pen der Roten Armee unter uner­mess­li­chem Blut­zoll Kilo­me­ter für Kilo­me­ter zurück­wei­chen müs­sen, ist „der Stäh­ler­ne” untröstlich.

Und vor allem: unauf­find­bar. Sogar sei­ne engs­ten Ver­trau­ten wis­sen nicht, wo er steckt.

Wäh­rend­des­sen durch­bricht die deut­sche Wehr­macht eine Ver­tei­di­gungs­li­nie nach der ande­ren, kes­selt ganz Armeen ein und erobert Hun­der­te Qua­drat­ki­lo­me­ter sowje­ti­schen Territoriums.

An Stel­le des unter­ge­tauch­ten Sta­lin infor­miert Außen­mi­nis­ter Molo­tow die sowje­ti­sche Bevöl­ke­rung über den Angriff der Deut­schen und ruft sie zum Krieg gegen die Faschis­ten auf. Erst­mals spricht er – in Anleh­nung an den (sieg­rei­chen) Abwehr­kampf Russ­lands gegen Napo­lé­on – vom „Vater­län­di­schen Krieg“.

Man fin­det den „Woschd“ (rus­sisch “Füh­rer”) schließ­lich in sei­ner Dat­scha, wo er weder Tele­fo­na­te ent­ge­gen­nimmt noch Besu­cher emp­fängt. Erst­mals in sei­ner Geschich­te scheint er klein­laut zu sein.

Ein hoch­ran­gi­ger Par­tei­ge­nos­se berich­tet spä­ter, Sta­lin habe in die­sen Tagen ein­fach nicht gewusst, was er dem Volk hät­te sagen sollen.

Als eine Abord­nung von Polit­bü­ro-Mit­glie­dern auf­taucht, fürch­tet er, ver­haf­tet zu wer­den. Aber sei­ne Befürch­tun­gen sind unbe­grün­det. Die Genos­sen drän­gen ihn statt­des­sen, wei­ter­zu­ma­chen. Eine selt­sa­me Bit­te, denn Sta­lin hat offen­kun­dig mit sei­ner Fehl­ein­schät­zung das gan­ze Land in größ­te Gefahr gebracht.

Dazu kommt die Schwä­chung des eige­nen Mili­tärs und die Ter­ro­ri­sie­rung der Gesell­schaft weni­ge Jah­re zuvor. Fast alle Funk­tio­nä­re der Abord­nung, die man zu ihm geschickt hat, haben Ver­wand­te und Freun­de, die Sta­lin ein­sper­ren oder umbrin­gen ließ.

Mit dem Mut der Verzweiflung

Das fast Unglaub­li­che geschieht: Die von Sta­lin ter­ro­ri­sier­ten, geknech­te­ten und gequäl­ten Rus­sen ver­ges­sen das, was Sta­lin ihnen in den Jah­ren der „Ent­ku­la­ki­sie­rung” und des „gro­ßen Ter­rors” ange­tan hat, und zie­hen für ihn und ihre Hei­mat in die­sen fürch­ter­li­chen Krieg.

Frau­en mel­den sich zu Tau­sen­den bei den ört­li­chen Wehr­ko­mi­tees und bet­teln dar­um, an der Front kämp­fen zu dür­fen. Selbst Halb­wüch­si­ge schuf­ten in Rüs­tungs­fa­bri­ken bis zu 12 Stun­den täg­lich, um die Faschis­ten aus ihrer Hei­mat zu vertreiben. 

ANZEIGE

Rund eine Mil­lio­nen rus­si­scher Mäd­chen und Frau­en
zogen in den Krieg gegen die Deut­schen: Als Küchen­hil­fen, Sani­täts­hel­fe­rin­nen, die Ver­letz­te noch wäh­rend der Gefech­te aus den Front­li­ni­en schlepp­ten — und als Sol­da­tin­nen. Die Nobel­preis­trä­ge­rin Swet­la­na Ale­xi­je­witsch hat die jun­gen Frau­en von damals inter­viewt und ihre Geschich­ten auf­ge­schrie­ben. Ein sehr lesens­wer­tes Buch, auch wenn vie­le Erzäh­lun­gen sehr beklem­mend und manch­mal kaum aus­zu­hal­ten sind.
Swet­la­na Ale­xi­je­witsch, Der Krieg hat kein weib­li­ches Gesicht*, Suhr­kamp Taschen­buch, 2015 

Die UDSSR mobi­li­siert mit dem Mut der Ver­zweif­lung ihr unge­heu­res Poten­zi­al.
Unter aller­größ­ten Mühen. Denn vie­le kampf­erprob­te Mili­tärs waren der gro­ßen „Säu­be­run­gen“ zum Opfer gefal­len; ihren Nach­fol­gern fehlt es häu­fig an Mut, Know-how und Erfahrung. 

Unend­lich vie­le Sol­da­ten bezah­len Sta­lins Para­noia der ver­gan­ge­nen Jah­re jetzt mit ihrem Leben.

Ein Soldat der Roten Armee muss bis zum Tod kämpfen“ (Stalin)

Am 3. Juli 1941, gut zwei Wochen nach Kriegs­be­ginn, bricht Sta­lin sein Schwei­gen und spricht im Radio zu sei­nem Volk und sei­nen Truppen.

Genos­sen! Bür­ger! Brü­der und Schwes­tern! Kämp­fer unse­rer Armee und Flot­te, an Euch wen­de ich mich, mei­ne Freunde.”

 Radio­an­spra­che Sta­lins vom 3. Juli 1941

Sein Ton hat sich ver­än­dert. Aus Genos­sen sind nun „Freun­de, Brü­der und Schwes­tern“ gewor­den.

Sta­lins Art der Pro­blem­lö­sung hat sich dage­gen nicht geän­dert: Mit Ter­ror will er die sich immer wei­ter zurück­zie­hen­de Rote Armee zum Kämp­fen und Sie­gen zwingen.

Doch Ter­ror hilft nicht, denn es fehlt der Roten Armee vor allem an Füh­rung und an einer kla­ren Ver­tei­di­gungs­stra­te­gie.
Gan­ze Armeen gehen in fürch­ter­li­chen Kes­sel­schlach­ten unter; in den ers­ten sechs Mona­ten wer­den über 1,5 Mil­lio­nen sowje­ti­sche Sol­da­ten gefan­gen genom­men und ins “Reich” gebracht, wo sie unter fürch­ter­li­chen Bedin­gun­gen Zwangs­ar­beit ver­rich­ten müss­sen. Mehr als 60 Pro­zent über­le­ben die­se Tor­tur nicht. Unzäh­li­ge ihrer Kame­ra­den ster­ben auf den Schlachtfeldern.

Um ein Exem­pel zu sta­tu­ie­ren, lässt Sta­lin den Ober­kom­man­die­ren­den der West­front und wei­te­re Gene­rä­le erschie­ßen. Und ver­kün­det, dass jeder sowje­ti­sche Sol­dat, der in Kriegs­ge­fan­gen­schaft gerät, ein Ver­rä­ter sei. Für die­sen Ver­rat sol­len, so Sta­lins Wil­le, auch die Ange­hö­ri­ge büßen.

Aber sein Ter­ror nützt nichts: Im Okto­ber 1941 ist Kiew besetzt, Lenin­grad bela­gert und die Wehr­macht ist schein­bar unauf­halt­bar auf dem Vormarsch.

Die Evakuierung Moskaus

Am 5. Okto­ber 1941, 3 Mona­te nach Beginn des deut­schen Über­falls, ent­deckt ein sowje­ti­sches Auf­klä­rungs­flug­zeug eine deut­sche Pan­zer­ko­lon­ne 130 Kilo­me­ter vor Moskau.

Die Nach­richt ver­brei­tet sich wie ein Lauf­feu­er, in der sowje­ti­schen Haupt­stadt bricht Panik aus. Hohe Beam­te und aus­län­di­sche Bot­schaf­ten wer­den ins 800 Kilo­me­ter öst­lich gele­ge­ne Kui­by­schew (heu­te Sama­ra) eva­ku­iert, sogar der ein­bal­sa­mier­te Leich­nam Lenins wird in einem gekühl­ten Wag­gon abtransportiert.

Hun­der­tau­sen­de Mos­ko­wi­ter stür­men Züge, die Rich­tung Osten fah­ren, der Mob plün­dert in Mos­kau ver­las­se­ne Woh­nun­gen und Geschäfte.

Als Sta­lin die Nach­richt vom schein­bar unauf­halt­sa­men Vor­marsch der Deut­schen hört, soll er in Trä­nen aus­ge­bro­chen sein. Auch für sei­ne Flucht ist alles vor­be­rei­tet. Doch er bleibt. Vie­le Historiker*innen hal­ten das für eine der wich­tigs­ten Ent­schei­dun­gen die­ses Krieges.

Mit­te Okto­ber 1941 setzt dann der Herbst­re­gen ein und bringt mit sint­flut­ar­ti­gen Regen­fäl­len die „Schlamm­zeit“; auf Rus­sisch: Ras­pu­tiza. Die deut­sche Inva­si­on bleibt nach wochen­lan­gem Vor­marsch im Matsch vor Mos­kau ste­cken. Aus der moder­nen moto­ri­sier­ten Wehr­macht wird eine Streit­kraft, die sich zu Fuß und mit Pfer­de­kar­ren durch meter­tie­fe Schlamm­lö­cher kämpft.

Sowjet­uni­on.- Infan­te­rie-Sol­da­ten zie­hen Auto aus dem Schlamm, Depic­ted place Rus­sia, Date Novem­ber 1941, Bundesarchiv

Verbrannte Erde und der russische Winter

Im Novem­ber 1941 beginnt der gefürch­te­te rus­si­sche Win­ter viel frü­her als gewöhn­lich. Zunächst erleich­tern die gefro­re­nen Böden den deut­schen Vor­marsch und sor­gen dafür, dass wei­te­re deut­sche Ein­hei­ten die Außen­be­zir­ke Mos­kaus errei­chen. Es sind nur noch 50 Kilo­me­ter bis zum Ziel.

Aber der rus­si­sche Win­ter erweist sich schnell als der mäch­ti­ge­re Geg­ner. Bei Tem­pe­ra­tu­ren bis minus 52 Grad ver­su­chen deut­sche Sol­da­ten in Som­mer­uni­for­men — man hat­te ja mit einem „Blitz­sieg” bis Ende 1941 gerech­net — schließ­lich nur noch zu über­le­ben. „Väter­chen Frost“ legt die deut­sche Kriegs­ma­schi­ne­rie lahm. Die Wehr­macht zahlt einen hohen Preis dafür, dass Hit­ler das „Unter­neh­men Bar­ba­ros­sa“ um drei Mona­te ver­scho­ben hat.

Dazu kommt, dass die bedräng­te rus­si­sche Bevöl­ke­rung wie im vater­län­di­schen Krieg gegen Napo­le­on das Prin­zip der „ver­brann­ten Erde“ prak­ti­ziert: Häu­ser und Lebens­mit­tel wer­den lie­ber ver­brannt, als sie dem vor­rü­cken­den Feind zu über­las­sen. Gebäu­de und Vor­rä­te wer­den ver­nich­tet, die Infra­struk­tur zerstört. 

Für die Wehr­macht, die sich gemäß Himm­lers „Gene­ral­plan Ost“ wei­test­ge­hend durch Raub und Plün­de­rung selbst ver­sor­gen soll, ein rie­si­ges Pro­blem. Ende 1941 sind über 800.000 Sol­da­ten der Wehr­macht kampf­un­fä­hig oder tot, Pan­zer frie­ren ein, Flug­zeu­ge kön­nen nicht mehr star­ten, Sol­da­ten erfrie­ren in ihren Som­mer­uni­for­men. Die Lage ist so kata­stro­phal, dass sich Gene­ral von Rund­stedt ent­schließt, Hit­ler zu informieren.

Vor­marsch unse­rer Trup­pen durch die Win­ter­land­schaft vor Mos­kau. Die Wege sind gefro­ren und trotz der Käl­te geht es leicht vor­wärts.” (Ori­gi­nal­zi­tat Kriegs­be­richt Cusi­an, 21.11.41), Bild: Bun­des­ar­chiv 183-L20813 / Cusi­an, Albert / CC-BY-SA 3.0

Kampf um Moskau

Am 5. Dezem­ber 1941 beginnt die Gegen­of­fen­si­ve der Roten Armee: Unter der Füh­rung von Gene­ral Schu­kow wer­den für den Win­ter­krieg bes­tens aus­ge­rüs­te­te sibi­ri­sche Ein­hei­ten in den Kampf um Mos­kau geschickt.

Das frie­ren­de und hun­gern­de deut­sche Ost-Heer muss ent­ge­gen Hit­lers Wei­sung den Rück­zug antre­ten und stel­len­wei­se bis zu 200 Kilo­me­ter zurück­wei­chen. Die Wehr­macht ent­geht nur um Haa­res­brei­te der Vernichtung.

“Rot­ar­mis­ten grei­fen an”. Der gro­ße vater­län­di­sche Krieg, Foto von 1941, Source RIA Novos­ti archive

Was allen klar ist, aber nie­mand aus­zu­spre­chen wagt: Der Blitz­krieg im Osten ist gescheitert.

Hit­ler ent­lässt 40 Kom­man­deu­re und rich­tet sein Mili­tär neu aus: Er ersetzt erfah­re­ne Befehls­ha­ber durch jun­ge ehr­gei­zi­ge Jung­spun­de, die sich wesent­lich unter­wür­fi­ger ver­hal­ten und ihn nicht kri­ti­sie­ren.
Auch von Rund­stedt wird als Ober­be­fehls­ha­ber der Hee­res­grup­pe Süd entlassen.

Kriegserklärung gegen die USA

Wäh­rend sich die Lage an der Ost­front zuspitzt, trifft Hit­ler eine der ver­hee­rends­ten Ent­schei­dun­gen die­ses Krie­ges: Er erklärt den Ver­ei­nig­ten Staa­ten den Krieg.

Vor­aus­ge­gan­gen war der Luft­an­griff des mit Deutsch­land und Ita­li­en ver­bün­de­ten japa­ni­schen Kai­ser­reichs auf den Stütz­punkt der US-Pazi­fik­flot­te Pearl Har­bor am 7. Dezem­ber 1941.

Die USA wären von sich aus nicht in den Krieg ein­ge­tre­ten; sie wur­den erst durch den Angriff Japans hineingezogen. 

Drei Tage nach­dem der ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­dent Roo­se­velt Japan den Krieg erklärt hat, erklärt Hit­ler am 11. Dezem­ber angeb­lich wegen des Pak­tes mit Japan sei­ner­seits den Ver­ei­nig­ten Staa­ten den Krieg.

ANZEIGE

Der japa­ni­sche Angriff auf die Pazi­fik­flot­te der USA ist in die­sem Monu­men­tal­film (‎2 Stun­den und 56 Minu­ten) eher die Hin­ter­grund­sto­ry; trotz­dem groß­ar­tig, packend und mit sehr ein­drück­lich foto­gra­fier­ten Spiel- und Kampf­sze­nen
Emp­feh­lens­wert!
Pearl Har­bor*, 2005, FSK 12

Aller­dings gilt das deutsch-japa­ni­sche Abkom­men nur für den Fall eines Angriffs auf das Kai­ser­reich. Aber Japan wur­de nicht ange­grif­fen, son­dern war selbst der Angrei­fer. Hit­lers Kriegs­er­klä­rung war nicht notwendig.

Hit­lers Gene­rä­le sind mit sei­ner Ent­schei­dung nicht ein­ver­stan­den, set­zen sich aber auch nicht zur Wehr.
Es ist zu ver­mu­ten, dass Hit­lers Kriegs­er­klä­rung gegen die USA auf sei­ner völ­lig fal­schen Vor­stel­lung beruht; er unter­schätzt ihre Pro­duk­ti­ons­kraft und die US-Army.

Denn 1940 besteht das US-Mili­tär nur aus 140.000 Mann; ver­mut­lich glaubt Hit­ler, damit ein leich­tes Spiel zu haben.
Aber sei­ne Annah­me ist falsch. Gegen Ende des 2. Welt­kriegs arbei­ten 60 Mil­lio­nen Män­ner und Frau­en für die Army oder ste­hen unter Waffen.

Hit­ler und sei­ne Gene­ra­li­tät haben die Wehr­haf­tig­keit der Roten Armee und der sowje­ti­schen Bevöl­ke­rung völ­lig unter­schätzt.
Auch, weil man sie für „ras­sisch“ unter­le­gen wähnt. Nun unter­schätzt man die Schlag­kraft der USA, und hofft, dass sie im Zwei­fron­ten­krieg mit Japan im Süd­pa­zi­fik in Schach gehal­ten werden.

Es ist ein wei­te­rer kata­stro­pha­ler Feh­ler Hit­lers in einer lan­gen Ket­te an kata­stro­pha­len Fehl­ent­schei­dun­gen, die der angeb­li­che „größ­te Feld­herr aller Zei­ten“ in die­sem Krieg trifft …

Lesen Sie im nächs­ten Bei­trag: Nach dem desas­trö­sen Win­ter­krieg 1941/42 in der Sowjet­uni­on hof­fen Hit­lers Gene­rä­le, wenigs­tens einen Teil der Wehr­macht durch einen stra­te­gi­schen Rück­zug ret­ten zu kön­nen. Aber der „Füh­rer“ will kei­nen Rück­zug; er will angrei­fen. Und dass, obwohl sich das Kräf­te­ver­hält­nis Ende 1941 dra­ma­tisch zu Unguns­ten des Drit­ten Reichs ver­scho­ben hat.
Hit­lers Krieg: Kriegs­wen­de 1942

Copy­right: Agen­tur für Bild­bio­gra­phien, www​.bild​bio​gra​phien​.de, 2023, über­ar­bei­tet 2024

Buch- und Film­emp­feh­lun­gen:

Die mit * gekenn­zeich­ne­ten Links sind soge­nann­te Affi­la­te-Links, die hel­fen, den Blog Gene­ra­tio­nen­ge­spräch zu finan­zie­ren. Wenn Ihnen eine der ange­ge­be­nen Emp­feh­lun­gen gefällt und Sie das Buch (oder ein ande­res Pro­dukt) über die­sen Link bestel­len, erhält der Blog dafür eine klei­ne Pro­vi­si­on, ohne dass für Sie Mehr­kos­ten ent­ste­hen. Für Ihren Klick: Herz­li­chen Dank im Voraus!

Pro­fes­sor Karl Schlö­gel gilt als einer der bes­ten Ken­ner der rus­si­schen und sowje­ti­schen Geschich­te. In die­sem span­nen­den Buch beschreibt er den All­tag, die Men­schen, Hin­ter­grün­de und Abgrün­de — und sagt Ent­wick­lun­gen vor­aus, von denen vie­le von uns im Febru­ar 2022 über­rascht wor­den sind. Ein Buch, das man nur ungern aus der Hand legt. Lesens­wert!

Karl Schlö­gel, Das sowje­ti­sche Jahr­hun­dert: Archäo­lo­gie einer unter­ge­gan­ge­nen Welt*, C.H.Beck Ver­lag, 2018 

Russ­land und sei­ne Geschich­te von den “hei­li­gen Zaren” über den heu­te wie­der so hoch ver­ehr­ten Sta­lin bis zu “Väter­chen Zar” Putin. Der His­to­ri­ker Orlan­do Figes ist nicht nur ein her­aus­ra­gen­der His­to­ri­ker, son­dern auch ein tol­ler Erzäh­ler und Schrift­stel­ler. Ein völ­lig zurecht hoch­ge­lob­tes Meis­ter­werk, das hilft, auch die aktu­el­len Ent­wick­lun­gen bes­ser zu ver­ste­hen.

Orlan­do Figes, Eine Geschich­te Russ­lands*. Klett-Cot­ta, 2022 

Nichts für schwa­che Ner­ven
ist die­ser span­nen­de und gleich­zei­tig sehr infor­ma­ti­ver Thril­ler über die Sta­lin-Ära.
Sehr bedrü­ckend und haut­nah geschrie­ben, mit vie­len span­nen­den Details. Ein groß­ar­ti­ges Buch, um die­se fürch­ter­li­che Zeit nicht nur aus Geschichts­bü­chern zu ken­nen, son­dern auch wirk­lich zu ver­ste­hen. Sehr lesens­wert!

Tom Rob Smith, Kind 44*
Gold­mann Ver­lag, 2010 

Die größ­ten Schlach­ten der Mensch­heits­ge­schich­te
klar geglie­dert und sehr gut erklärt. Ein Buch, das auch sehr gut für inter­es­sier­te Lai­en in Sachen Kriegs­stra­te­gien und ‑tak­tik geeig­net ist.

Chris­ter Jor­gen­sen (Her­aus­ge­ber), Schlach­ten: Die größ­ten Gefech­te der Welt­ge­schich­te*. Par­ra­gon Books, gebun­den, deut­sche Aus­ga­be, 2011 

Der BBC-Jour­na­list Tim Mar­shall
mit einem span­nen­den Blick durch die “Geo­gra­phie-Bril­le” hin­ter die Kulis­se von Geschich­te und Welt­po­li­tik.
Er beschreibt span­nend und sehr lesens­wert die Zusam­men­hän­ge, his­to­ri­schen Ent­wick­lun­gen und auch mög­li­che kom­men­de Sze­na­ri­en der Welt­ge­schich­te. Ein ‘Must-Read’ für alle, die sich für Geschich­te und Poli­tik inter­es­sie­ren — auch im Jahr 2023, in dem eini­ges, was Mar­shall in die­sem Buch pro­gnos­ti­ziert, (lei­der) ein­ge­tre­ten ist …

Tim Mar­shall, Die Macht der Geo­gra­phie*
dtv Ver­lags­ge­sell­schaft, 2017 

Das ver­kalk­te Hirn der Welt­re­vo­lu­ti­on
Als Lenin 1924 nach meh­re­ren Schlag­an­fäl­len stirbt, fin­den die Patho­lo­gen in sei­nem Leich­na­men kein Blut­ge­fäß ohne mas­sivs­te arte­rio­skl­ero­ti­sche Abla­ge­run­gen. Nicht pas­sen­den für einen Mann von 53 Jah­ren. Es sei denn, …
Medi­zin­his­to­ri­ker Gers­te beschreibt in die­sem Buch die Krank­hei­ten der Mäch­ti­gen und die gro­ßen Volks­seu­chen und ihren Ein­fluss auf die Geschich­te. Sehr lesens­wert!
Roland D. Gers­te, Wie Krank­hei­ten Geschich­te machen: Von der Anti­ke bis heu­te*, Klett-Cot­ta, 2019

Wei­ter­füh­ren­de Artikel: 

Hit­lers Krieg: Der „Gröfaz“ (größ­ter Feld­herr aller Zei­ten) war ein lau­si­ger Mili­tär­stra­te­ge, dem Wet­ter, Weg­stre­cken und Boden­be­schaf­fen­heit völ­lig egal waren. Im 2. Welt­krieg trifft er meh­re­re schwer­wie­gen­de Fehl­ent­schei­dun­gen und ver­zockt dadurch sein anfäng­li­ches Kriegs­glück.
Hit­lers Krieg: Größ­ter Feld­herr aller Zeiten?

Sta­lin und der gro­ße Ter­ror: Lenins „Mann fürs Gro­be“ ist ihm am Ende doch zu grob. In sei­nem poli­ti­schen Tes­ta­ment emp­fiehlt der Begrün­der und ers­te Regie­rungs­chef Sowjet­russ­lands (ab 1922 in Sowjet­uni­on umbe­nannt) drin­gend, Sta­lin als all­mäch­ti­gen Gene­ral­se­kre­tär der Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei Russ­lands abzu­lö­sen und einen ande­ren an sei­ne Stel­le zu set­zen. Aber es ist zu spät.
Wer war eigent­lich Sta­lin? Teil 2

Kriegs­wirt­schaft: Raub, Aus­plün­de­rung und das Ver­hun­gern­las­sen von 30 Mil­lio­nen nutz­lo­sen Essern in den erober­ten Ost­ge­bie­ten gehör­ten von Anfang an zu Hit­lers Stra­te­gie, um sei­nen Krieg zu finan­zie­ren und die deut­schen Trup­pen zu ver­sor­gen.
Krieg, Hun­ger und Ver­nich­tung: Adolf Hit­ler, die deut­sche Wirt­schaft und der 2. Weltkrieg

The only thing we have to fear is fear its­elf (die ein­zi­ge Angst ist die Angst selbst) sagt Frank­lin D. Roo­se­velt in sei­ner Inau­gu­ra­ti­ons­re­de im März 1933. Den meis­ten Ame­ri­ka­ne­rin­nen und Ame­ri­ka­nern ist in den kom­men­den 12 Jah­ren nicht ein­mal bewusst, dass ihr Prä­si­dent eigent­lich – nach dama­li­gen Ver­ständ­nis – ein „cripp­le“ ist, der selbst schon ein­mal Höl­le und zurück hin­ter sich hat. Über Ame­ri­kas kran­ke Prä­si­den­ten Roo­se­velt, Ken­ne­dy und Wood­row Wil­son. Eine Gefahr für die Welt — oder viel­leicht sogar ein Segen?
Ame­ri­kas kran­ke Prä­si­den­ten: Die schwa­chen Sei­ten der Män­ner im Wei­ßen Haus

Hit­lers Anhän­ger: Schlä­ge und Schwei­gen, Ver­drän­gen und Neu-Ins­ze­­nie­­ren sind die Mus­ter, mit denen die ‚Erzie­hung mit har­ter Hand‘ von einer Gene­ra­ti­on an die nächs­te wei­ter­ge­ge­ben wird. Über Ali­ce Mil­ler, Hit­lers Mit­läu­fer und Mör­der und über schwar­ze Päd­ago­gik, die aus Opfern Täter macht.
Die Erlaub­nis zu hassen

Wei­ter­füh­ren­de Links: 

Aus­wär­ti­ges Amt: Kar­te zum deutsch-sowje­ti­schen Nicht­an­griffs­pakt
https://​150​.diplo​.de/​1​5​0​-​j​a​h​r​e​-​d​e​/​z​e​i​t​l​e​i​s​t​e​/​-​/​2​2​7​8​770

LeMO Leben­di­ges Online Muse­um: Beset­zung Grie­chen­lands 1941
https://​www​.dhm​.de/​l​e​m​o​/​k​a​p​i​t​e​l​/​d​e​r​-​z​w​e​i​t​e​-​w​e​l​t​k​r​i​e​g​/​k​r​i​e​g​s​v​e​r​l​a​u​f​/​b​e​s​e​t​z​u​n​g​-​v​o​n​-​g​r​i​e​c​h​e​n​l​a​n​d​-​1​9​4​1​.​h​tml

LeMO Leben­di­ges Online Muse­um: Der “Gene­ral­plan Ost”
https://​www​.dhm​.de/​l​e​m​o​/​k​a​p​i​t​e​l​/​d​e​r​-​z​w​e​i​t​e​-​w​e​l​t​k​r​i​e​g​/​v​o​e​l​k​e​r​m​o​r​d​/​g​e​n​e​r​a​l​p​l​a​n​-​o​s​t​.​h​tml

WELT Geschich­te: Der U‑Boot-Kom­man­dant, der die Enig­ma ver­lor
https://​www​.welt​.de/​g​e​s​c​h​i​c​h​t​e​/​k​o​p​f​-​d​e​s​-​t​a​g​e​s​/​a​r​t​i​c​l​e​2​3​8​5​9​5​2​1​3​/​Z​w​e​i​t​e​r​-​W​e​l​t​k​r​i​e​g​-​D​e​r​-​U​-​B​o​o​t​-​K​o​m​m​a​n​d​a​n​t​-​d​e​r​-​d​i​e​-​E​n​i​g​m​a​-​v​e​r​l​o​r​.​h​tml

Bild­nach­wei­se:

Sowjet­uni­on, August 1939, Im Mos­kau­er Kreml wird am 23.8.1939 ein Nicht­an­griffs­ver­trag zwi­schen dem deut­schen Reich und der UdSSR unter­zeich­net. Nach der Unter­zeich­nung im Gespräch J.W. Sta­lin und der deut­sche Reichs­au­ßen­mi­nis­ter Joa­chim von Rib­ben­trop (r.), Bun­des­ar­chiv, Bild 183-H27337/ CC-BY-SA 3.0
Bun­des­ar­chiv, Bild 102–09844 / CC-BY-SA 3.0
Typi­sche Red­ner­ges­te Mus­so­li­nis (Mai­land, 1930)
Es folgt die his­to­ri­sche Ori­gi­nal­be­schrei­bung, die das Bun­des­ar­chiv aus doku­men­ta­ri­schen Grün­den über­nom­men hat. Die­se kann aller­dings feh­ler­haft, ten­den­zi­ös, über­holt oder poli­tisch extrem sein. Die gros­se poli­ti­sche Rede Mus­so­li­nis in Mai­land ! Die gros­se red­ne­ri­sche Ges­te des ita­lie­ni­schen Dik­ta­tors wäh­rend sei­ner gros­sen poli­ti­schen Rede von der Tri­bü­ne auf dem Dom­platz in Mai­land.
Bun­des­ar­chiv Bild 101I-164‑0389–23A / CC-BY-SA 3.0 , Athen, His­sen der Haken­kreuz­flag­ge Recolored.jpg, Athen, Akro­po­lis, deut­sche Besat­zung, Pro­pa­gan­da­kom­pa­nien der Wehr­macht — Heer und Luft­waf­fe (Bild 101 I)Flagge, Foto­graf: Schee­rer, Theo­dor, May 1941
Sol­da­ten der Wehr­macht neben gehäng­ten ser­bi­schen Zivi­lis­ten in Užič­ka Pože­ga (1941), gemein­frei
Public han­ging of Ser­bi­an civi­li­ans by Ger­man tro­ops in the vil­la­ge of Uzi­cka Poze­ga, Ser­bia.
Autor/-in unbe­kannt — United Sta­tes Holo­caust Memo­ri­al Muse­um, Foto­gra­fie #46702
Sowjet­uni­on.- Infan­te­rie-Sol­da­ten zie­hen Auto aus dem Schlamm, Depic­ted place Rus­sia, Date Novem­ber 1941, Pho­to­grapher Unknown, Bun­des­ar­chiv, Bild 146‑1981-149–34A / CC-BY-SA 3.0
“Vor­marsch unse­rer Trup­pen durch die Win­ter­land­schaft vor Mos­kau. Die Wege sind gefro­ren und trotz der Käl­te geht es leicht vor­wärts.” (Ori­gi­nal­zi­tat Kriegs­be­richt Cusi­an, 21.11.41), Bun­des­ar­chiv, Bild 183-L20813 / Cusi­an, Albert / CC-BY-SA 3.0
“Rot­ar­mis­ten grei­fen an”. Der gro­ße vater­län­di­sche Krieg, Foto von 1941, Source RIA Novos­ti archi­ve, image #613474 / Alpert / CC-BY-SA 3.0, Aut­hor Alpert / Макс Альперт Commons:RIA Novosti

Geschichte und Psychologie Vergangenheit verstehen um mit der Zukunft besser klar zu kommen
Geschich­te & Psy­cho­lo­gie:

Vergangenes verstehen,
um mit der Zukunft besser klar zu kommen.

Ich brin­ge mit mei­nem Team Lebens‑, Fami­li­en- und Unter­neh­mens­ge­schich­ten ins Buch und schrei­be als Ghost­wri­te­rin Bücher mit den Schwer­punk­ten Geschich­te und Psy­cho­lo­gie.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen:
Über uns * Geschen­ke made for Mama * Face­book * Insta­gram * Pin­te­rest
Kon­takt * Daten­schutz * Impres­sum

521170coo­kie-checkHit­lers Krieg 1941

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen