Mama macht’s sich selber

Foto: Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en

Frau­en haben’s echt schwer!
Kei­ne( r ) macht’s so gut wie wir, und des­halb machen wir’s lie­ber gleich selbst. Sind Frau­en zu gut für die­se Welt? Oder … zu per­fek­tio­nis­tisch?

Lesen Sie im vor­her­ge­hen­den Bei­trag: Mut­ter­lie­be sorgt dafür, dass Frau­en über sich hin­aus­wach­sen und Din­ge tun, die sie nor­ma­ler­wei­se für ande­re Men­schen nicht tun wür­den.
Fehlt Mut­ter­lie­be, muss ein Kind also „mut­ter­see­len­al­lein“ auf­wach­sen, wird es die­sen Man­gel ein Leben lang spü­ren. Aber was ist Mut­ter­lie­be, und wie lässt sie sich erklä­ren?
Was heißt schon Mut­ter­lie­be?

Wel­che Frau lässt sich schon ger­ne bedie­nen?

Das, und eigent­lich nur das, ist ver­mut­lich das grund­le­gen­de Miss­ver­ständ­nis zwi­schen Män­nern und Frau­en: Die einen sind bedient und mer­ken es nicht, weil es so nor­mal und selbst­ver­ständ­lich ist.
Die ande­ren — Frau­en — träu­men davon, umgarnt und bedient zu wer­den, und win­den sich vor Pein­lich­keit, soll­te es dann tat­säch­lich pas­sie­ren. Mög­li­cher­wei­se auch noch unge­recht­fer­tigt und ohne Gegen­leis­tung!

Mama macht’s sich selber

Mama macht’s sich sel­ber“ sag­te beim Abend­essen mei­ne gro­ße Toch­ter zu mei­ner klei­nen Toch­ter, als die­se mir in einem sel­te­nen Anfall von Pflicht­be­wusst­sein Brat­kar­tof­feln auf mei­nen Tel­ler schau­feln woll­te.

Das mag ich tat­säch­lich nicht – ich neh­me mir lie­ber selbst.

Ich war wie­der ein­mal ver­blüfft über die Klug­heit mei­nes Teen­ager­mäd­chens: Sie hat die Welt begrif­fen, bevor sie viel von ihr gese­hen hat.
Genau so funk­tio­niert es: Frau­en machen’s sich eben am liebs­ten sel­ber. Seit Jahr­hun­der­ten. Zwar mit mehr oder min­der lei­sem Genör­gel, aber ohne nen­nens­wer­ten Wider­stand.


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Ein Grund, wes­halb wir so ger­ne alle Auf­ga­ben an uns rei­ßen, könn­te natür­lich sein, dass wir ein­fach bes­ser sind. Kei­ner macht’s so gut wie wir, und des­halb machen wir’s lie­ber gleich selbst.

Den Jungs zei­gen wir ab der Schul­tü­te die Kan­te, wir sind nach­weis­lich schnel­ler und flei­ßi­ger, machen die bes­se­ren Schul­ab­schlüs­se und zie­hen Aus­bil­dung und Stu­di­um gewis­sen­haft und emsig durch.

Wäh­rend wil­de Ker­le bol­zen und lon­ley Cow­boys ihre Zeit mit ein­sa­mem Gitar­ren­ge­klim­per ver­plem­pern, machen wir – Schul­ar­bei­ten.

Soviel Fleiß zahlt sich aus: Heut­zu­ta­ge kön­nen und sol­len jun­ge Frau­en die glei­chen Jobs machen wie jun­ge Män­ner.
Die Löh­ne sind nach wie vor unter­schied­lich, unter ande­rem auch des­we­gen, weil vie­le Frau­en ihr Gehalt schlecht ver­han­deln. Dafür brin­gen wir vie­le Per­so­nal­chefs auch heu­te noch mit unse­rem poten­zi­el­len Kin­der­wunsch ins Schwit­zen, der ja in jeder von uns lau­ern könn­te.

Zum Aus­gleich ver­sucht jede Frau, ihren Job mit min­des­tens 110 Pro­zent aus­zu­fül­len.
Brenn­punkt Stel­len­an­zei­ge: Män­ner bewer­ben sich, wenn cir­ca 60 Pro­zent ihrer Fähig­kei­ten zur Anzei­ge pas­sen, Frau­en erst, wenn sie ALLE Anfor­de­run­gen erfül­len.

 “Wir soll­ten nicht immer gleich anneh­men, wir sei­en absicht­lich gekränkt wor­den.”
Jane Aus­ten

Und immer wieder: Die “K”-Frage

Wir krie­gen Kin­der oder auch nicht, sind emsig, bestrebt und äußerst belast­bar, was auch nötig ist, um die Beu­len, die wir uns immer noch an der „glä­ser­nen Decke“ holen, zu ver­kraf­ten. Wobei die Fra­ge offen bleibt, ob wir nicht selbst ein Teil der glä­ser­nen Decke sind, weil wir uns nicht trau­en.

Je nach Kin­der- und Betreu­ungs­sta­tus sind wir ent­we­der Raben­müt­ter, Haus­müt­ter­chen oder kar­rie­re­gei­le Zimt­zi­cken, denn Letz­te­re sind kin­der­los, und des­halb auch irgend­wie komisch.

Egal, wie wir die „K“-Frage, die Fra­ge nach den Kin­dern, hand­ha­ben, es wird sich bestimmt jemand fin­den, der uns einen Vor­wurf dar­aus macht.
Zur Not machen wir das auch selbst.


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… aber ver­gesst Euch dabei nicht!

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Denn: Nur eine glück­li­che Mut­ter ist für die Kin­der lehr­rei­cher als hun­dert Lehr­bü­cher über Erzie­hung!


In jedem Fall sind wir flei­ßig.
Auch pri­vat häm­mern, boh­ren und tape­zie­ren sich moder­ne Frau­en ohne Ser­vice durch’s Leben. Beim Auf­bau von „Bil­ly“ kann man sehr ein­sam sein. Das geht Män­nern aller­dings auch so.

Erzie­hungs­geld oder KiTa-Aus­bau? Net­ter Füll­stoff für ein Som­mer­loch in den Medi­en — nor­ma­le Frau­en (und Män­ner) kön­nen es sich bei d e r Schei­dungs­ra­te und d e n immer klei­ner wer­den­den Ren­ten­an­sprü­chen nicht leis­ten, zuguns­ten des Nach­wuch­ses län­ger­fris­tig aus­zu­stei­gen. Bei sol­chen Dis­kus­sio­nen wünscht man/frau sich mehr nor­ma­le Men­schen in der Poli­tik.

Darf’s auch mal etwas weniger sein?

Falls Sie jetzt glau­ben, ein Plä­doy­er für mehr Poli­ti­ke­rin­nen, mehr Vor­stands­che­fin­nen, oder die Frau­en­quo­ten zu lesen, wäre das ein Miss­ver­ständ­nis.
Es geht ja um Neh­mer­qua­li­tä­ten und um’s Bedie­nen (las­sen!), nicht um’s Machen.
Letz­te­res kön­nen wir.

Denn eigent­lich geht es doch dar­um, die Brust ein biss­chen brei­ter zu tra­gen und nicht nur zu pushen.
Das Nör­geln auf­zu­ge­ben. Zwi­chen­durch 60 Pro­zent und nicht 110prozentig sein zu dür­fen, die Füße hoch­zu­le­gen und abzu­war­ten, ob nicht doch eine Bedie­nung vor­bei­schaut, statt lie­ber gleich alles selbst zu machen.

Und das Bedient­wer­den aus vol­lem Her­zen zu genie­ßen!

Bei mei­nen Mäd­chen klappt das übri­gens shon ganz pri­ma.
Bis auf gele­gent­li­ches Brat­kar­tof­fel­schau­feln las­sen sie sich ger­ne bedie­nen.
Naja, sie müs­sen ja auch noch üben …

Lesen Sie im nächs­ten Bei­trag: Män­ner sind seit Jahr­tau­sen­den dar­auf getrimmt, die Bes­ten sein zu wol­len und ande­ren — auch unge­fragt — die Welt zu erklä­ren. Frau­en ticken anders — auch weil sie die Kin­der groß­zie­hen. Das hat mit männ­li­cher oder weib­li­cher Erzie­hung nichts zu tun, son­dern mit Evo­lu­ti­on und einem uralten psy­cho­lo­gi­schen Pro­gramm, das eigent­lich über vie­le tau­send Jah­re gut funk­tio­niert hat. Heut­zu­ta­ge sorgt es für Miss­ver­ständ­nis­se und Rei­be­rei­en.
Da röhrt der Hirsch. Über die schwie­ri­ge Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen Män­nern und Frau­en

Copy­right: Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en, www. bildbiographien.de, 2016


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Der Stern bezeich­net Ildikó von Kür­thy als See­len-Sani­tä­te­rin, mit der sich jede Pro­blem­zo­ne bes­ser ertra­gen lässt. Dem ist eigent­lich nichts hin­zu­zu­fü­gen. Außer, dass neben Wort­witz und schar­fen Beob­ach­tun­gen sehr klu­ge Ansich­ten zu Müt­tern, Vätern und Kin­dern zu lesen sind. Hörens­wert ist übri­gens auch das von der Auto­rin gele­se­ne Hör­buch! Ildikó von Kür­thy, Unter dem Her­zen: Ansich­ten einer neu­ge­bo­re­nen Mut­ter*, Rowohlt Taschen­buch Ver­lag, 2013

Kar­rie­re im Eimer­chen? Nina Puris wun­der­bar geschrie­be­ne Pole­mik über Müt­ter, die Kas­ta­ni­en­männ­chen statt Kar­rie­re bas­teln. Unter­halt­sam, wit­zig, gründ­lich recher­chiert — lohnt sich!
Nina Puri: Kar­rie­re im Eimer­chen? War­um Müt­ter nicht zum Arbei­ten kom­men*, Knaur Taschen­buch, 2014

Wie wir uns selbst gele­gent­lich in unbe­frie­di­gen­de Lebens­si­tua­tio­nen manö­vrie­ren (und aus ihnen wie­der her­aus­kom­men) sehr gut und anhand vie­ler Bei­spie­le erklärt.
Rein­hard K. Spren­ger: Die Ent­schei­dung liegt bei dir! Wege aus der all­täg­li­chen Unzu­frie­den­heit*, Cam­pus Ver­lag GmbH, Frankfurt/Main

Die Kunst des “Nein-Sagens”: Ein lie­be­voll gestal­te­tes Heft aus der Rei­he “Biblio­thek der guten Gefüh­le” , mit kur­zen prä­gnan­ten Tex­ten über’s Nein­sa­gen und vie­len ein­fach zu befol­gen­den Übun­gen. Für alle, die gera­de mit dem The­ma beschäf­tigt sind, oder zum Ver­schen­ken. Anne van Stap­pen, Das klei­ne Übungs­heft: Gren­zen set­zen, nein sagen*, Tri­ni­ty Ver­lag, 2012

 
Wie groß ist unser Anteil an einer geschei­ter­ten Lie­be? Ein span­nen­der Bezie­hungs­ratge­ber, der den Blick vom “bösen” Part­ner auf unse­re eige­nen Mus­ter und Bedürf­nis­se lenkt. Eva-Maria Zur­horst, Lie­be dich selbst und es ist egal, wen du hei­ra­test*, Gold­mann Ver­lag, 2009

Wei­ter­füh­ren­de Links zum The­ma Müt­ter und Erzie­hung:


Deutsch­land im Jah­re 2017 hat ein Pro­blem mit arbei­ten­den Müt­ter und die Müt­ter Pro­ble­me mit der Arbeit. Wir brau­chen drin­gend mehr Ehr­lich­keit und eine fami­li­en­freund­li­che Unter­neh­mens­kul­tur. Und Kin­der­freund­lich­keit: Weil Bul­ler­bü ist nicht! D e r Blog­bei­trag von notyetaguru.com:
Working Moms ner­ven? War­um Deutsch­land ein Pro­blem hat und ich kei­nen Bock mehr!


In der Wie­ge unse­rer Zivi­li­sa­ti­on, im alten Grie­chen­land, gab es kei­ne Dop­pel­be­las­tung für Müt­ter und von einer weib­li­chen Sinn­kri­se konn­te auch kei­ne Rede sein: Auf müt­ter­li­che Gefüh­le wur­de schlicht und ergrei­fend ver­zich­tet. Das schnör­kel­lo­se Ver­hält­nis anti­ker Eltern zu ihrem Nach­wuchs blieb lan­ge erhal­ten, erst im 18. Jahr­hun­dert ent­stand unser heu­ti­ger Begriff von “Mut­ter­lie­be”. Aber was ist der “Mythos” Mut­ter? Gibt es ihn über­haupt — oder ist er nur eine Erfin­dung, um Frau­en “bei der Stan­ge” zu hal­ten?
Mythos Mut­ter


Nichts ist für Män­ner so unse­xy wie eine lei­den­de, jam­mern­de, sich auf­op­fern­de oder wüten­de Frau.
Geben sich Müt­ter in ihrer Mut­ter­rol­le selbst ein „Lebens­läng­lich“ und ver­trei­ben damit ihre Män­ner? Ste­cken Män­ner – Söh­ne – des­halb in der Kri­se? Ist es Zeit für die Eman­zi­pa­ti­on von der Mut­ter ihrer Kind­heit?
Der Mann in der Kri­se


Die Kind­heit ist die prä­gends­te Zeit in unse­rem Leben. Über Müt­ter und Väter, Geschwis­ter­lie­be, trans­ge­ne­ra­tio­na­le Ver­er­bung und Kind­heits­mus­ter, die uns unser gesam­tes Leben beglei­ten.
Kin­der, Kin­der


Tipps und Tricks, psy­cho­lo­gi­sche Denk­fal­len und viel Wis­sens­wer­tes für ein bewuss­tes Leben fin­den Sie in unse­rer Kate­go­rie:
Tipps für den All­tag


Bild­nach­wei­se:
Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en


Wir müssten das alles mal aufschreiben Die Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en bringt seit 2012 Lebens-. Fami­li­en- und Unter­neh­mens­bio­gra­fi­en als Bild­bio­gra­phi­en ins Buch und bie­tet außer­dem einen Ghost­wri­ting-Ser­vice mit den Schwer­punk­ten Geschich­te und Psy­cho­lo­gie an.
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