Der 2. Weltkrieg: Kriegsende – Zusammenbruch – Befreiung

Hitlers Krieg

4474 Tage dau­er­te das “1000-jäh­ri­ge Reich” auf deut­schem Boden.
Dann brach es am 8. Mai 1945 in einem Infer­no aus Blut, Trä­nen und Mil­lio­nen Toten zusam­men. Eine Chro­no­lo­gie des fürch­ter­lichs­ten Krie­ges in der Welt­ge­schich­te.

Der eigent­li­che Irr­sinn war, dass im Jahr 1939, 20 Jah­re nach dem Ende des 1. Welt­krie­ges, fast nie­mand einen neu­en Krieg will.
Bri­ten und Fran­zo­sen nicht, die Sowjets nicht und auch nicht die meis­ten Deut­schen.

Die ein­zi­ge trei­ben­de Kraft hin­ter einer der größ­ten Kata­stro­phe in der Geschich­te ist Adolf Hit­ler.

Nach Kriegs­en­de, Heil­bronn 1945 After the end of the war, 1945, By US Army, Public Domain

Sei­nen Wahn vom deut­schen „Lebens­raum“ konn­te jeder seit 1925 in „Mein Kampf“ nach­le­sen. Fast nie­mand glaub­te dem, was da zu lesen war; bis auf Sta­lin kann­ten die meis­ten Staats­ober­häup­ter nicht ein­mal Hit­lers Pam­phlet.

Doch der “Füh­rer” mein­te es ernst: Seit der „Macht­er­grei­fung“ im Jahr 1933 wur­de die deut­sche Außen- und Innen­po­li­tik, die Wirt­schafts- und Finanz­po­li­tik ein­zig und allein auf die­ses eine Ziel aus­ge­rich­tet.

Seit 1936 war sein Ziel mili­tä­risch, aber vor allem auch wirt­schaft­lich unum­kehr­bar: Krieg.

Die Ouvertüre: Appeasement 1938

Wenn Hit­ler Ende 1938 einem Atten­tat zum Opfer gefal­len wäre, wür­den nur weni­ge zögern, ihn einen der größ­ten Staats­män­ner der Deut­schen zu nen­nen”, schreibt Joa­chim Fest in sei­ner exzel­len­ten Hit­ler-Bio­gra­phie*.

Sebas­ti­an Haff­ner schil­dert in sei­nen ‚Anmer­kun­gen zu Hit­ler‘ (1978) einen Zeit­raum vom Früh­jahr 1938 bis zum Früh­jahr 1939, in dem bis zu 90 Pro­zent aller Deut­schen Hit­ler-Anhän­ger gewe­sen sein sol­len. In die­ser Zeit scheint dem “Füh­rer” alles zu gelin­gen.

Trotz­dem ist das Auf­at­men der Deut­schen uner­mess­lich groß, als am Abend des 29. Sep­tem­ber 1938, das Münch­ner Abkom­men ver­kün­det wird.
Einen Krieg soll es nicht geben. Den will in Deutsch­land außer Hit­ler und eini­ge sei­ner Getreu­en nie­mand — nicht ein­mal die meis­ten sei­ner Mili­tärs.

Einwohner von Eger beim Einrücken deutscher faschistischen Verbände. Herausgabedatum: 5. Oktober 1938, Scherl / Weltbild, Bundesarchiv, Bild 183-H13160 / CC BY-SA 3.0
Ein­woh­ner von Eger beim Ein­rü­cken deut­scher faschis­ti­schen Ver­bän­de. Her­aus­ga­be­da­tum: 5. Okto­ber 1938, Scherl / Welt­bild, Bun­des­ar­chiv, Bild 183-H13160 / CC BY-SA 3.0

Hit­ler hat­te auch die­ses Mal sein Vaban­que­spiel gewon­nen: Die Appease­ment-Poli­ti­ker Frank­reichs und Groß­bri­tan­ni­ens geben nach einer mona­te­lan­gen Kri­se im Som­mer 1938 ihre Zustim­mung zum Anschluss des Sude­ten­lan­des an das Deut­sche Reich, die Tsche­chen und Slo­wa­ken sind nicht ein­mal gefragt wor­den.

Dies sei nun die letz­te For­de­rung, die ich an die Welt zu stel­len habe”, ver­kün­det Hit­ler in einer Rede kurz nach dem Abkom­men.
Es ist wie so oft eine Lüge.

ANZEIGE

Die dra­ma­ti­sche Zwi­schen­kriegs­zeit 1918 bis 1939 in Euro­pa nach­ge­spielt auf der Basis von Tage­bü­chern und Brie­fen und zusam­men mit bis­lang unver­öf­fent­lich­tem Ori­gi­nal-Film­ma­te­ri­al per­fekt in Sze­ne gesetzt.
Kei­ne Erklär-Show mit Wis­sen­schaft­lern aus dem Off — son­dern Men­schen mit ihren Träu­men und Schick­sa­len brin­gen uns eine Zeit nahe, die unser Leben bis heu­te beein­flusst.
Sehr sehens­wert!
Krieg der Träu­me 1918–1939 [3 DVDs]*, 2018, FSK 12


Nach der Beset­zung des Sude­ten­lan­des lau­fen die Kriegs­vor­be­rei­tun­gen auf Hoch­tou­ren.
Die Rest-Tsche­chei sei kein lebens­fä­hi­ger Staat, heißt es wenig spä­ter, die deut­sche Gene­ra­li­tät mache sich Sor­gen über die geo­po­li­ti­sche Lage die­ses Staa­tes, der – auf der Land­kar­te betrach­tet – wie ein Pfahl im Fleisch des groß­deut­schen Rei­ches säße.

Goeb­bels’ Pro­pa­gan­da­mi­nis­te­ri­um lässt in den Zei­tun­gen und über den Rund­funk fast täg­lich Berich­te über angeb­li­che Gräu­el­ta­ten ver­brei­ten, die Tsche­chen an harm­lo­sen Sude­ten­deut­schen ver­übt haben sol­len.
Immer wie­der heißt es, dass Böh­men für die Rus­sen eine idea­le Flug­ba­sis bil­de.

Sprachverteilung in der Tschechoslowakei um 1930, „Tschechoslowakei Sprachverteilung um 1930 - erstellt 2008-10-29“ von derivative work: Henry Mühlpfordt (talk)Czechoslovakia1930linguistic.jpg: Mariusz Pazdziora - Czechoslovakia1930linguistic.jpg. Lizenziert unter CC BY 3.0 über Wikimedia Commons
Sprach­ver­tei­lung in der Tsche­cho­slo­wa­kei um 1930, — von deri­va­ti­ve work: Hen­ry Mühl­pfordt. Lizen­ziert unter CC BY 3.0 über Wiki­me­dia Com­mons

Wer will, kann ahnen, dass Hit­lers Macht­hun­ger noch lan­ge nicht gestillt ist. Ein knap­pes hal­bes Jahr nach dem Münch­ner Abkom­men, im März 1939, mar­schiert die Wehr­macht in Prag ein. Die rei­che und hoch­ent­wi­ckel­te Tsche­cho­slo­wa­kei, die einst als die “zwei­te Schweiz Euro­pas” gegol­ten hat, ver­schwin­det von der Land­kar­te.

Die ‘britischen Gouvernanten’ zieren sich

Seit Mit­te der 1930er Jah­re warb Hit­ler bei den Bri­ten für ein gemein­sa­mes Bünd­nis, denn die bri­ti­sche Ober­schicht — und nur die Ober­schicht — hält er für sein Volk “ari­scher Ger­ma­nen” eben­bür­tig.

Ab dem Jahr 1934 fin­den soge­nann­te „Pil­ger­rei­sen“ bri­ti­scher Poli­ti­ker, Jour­na­lis­ten, Adli­ger und Indus­tri­el­ler statt. In Ber­lin oder auf den Ober­salz­berg wer­den sie vom “Füh­rer” per­sön­lich emp­fan­gen, um sie von der Sinn­haf­tig­keit eines sol­chen Bünd­nis­ses zu über­zeu­gen.

Lan­ge Zeit scheint es, als ob man auf der Insel den Plä­nen eines deutsch-bri­ti­schen Tech­tel­mech­tels nicht abge­neigt wäre, aber die “bri­ti­schen Gou­ver­nan­ten” — so nennt Htler die Bri­ten am Ende sei­nes Wer­bens — zie­ren sich und geben ihm nach dem Ein­marsch in Prag im März 1939 end­gül­tig einen Korb.

Nach der Unterzeichnung im Gespräch J.W. Stalin und der deutsche Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop (r.), Bundesarchiv, Bild 183-H27337 / CC BY-SA 3.0
Nach der Unter­zeich­nung im Gespräch J.W. Sta­lin und der deut­sche Reichs­au­ßen­mi­nis­ter Joa­chim von Rib­ben­trop (r.), Bun­des­ar­chiv, Bild 183-H27337 / CC BY-SA 3.0

Danach geschieht das Unfass­ba­re.

Nach meh­re­ren Mona­ten Geheim­ver­hand­lun­gen schlie­ßen Hit­ler und Sta­lin — “Unmensch” und “Bes­tie”, wie sich die Dik­ta­to­ren gegen­sei­tig zu bezeich­nen pfle­gen — im August 1939  einen “Nicht­an­griffs­pakt“.


Die Unter­schrif­ten unter den Ver­trä­gen und dem “gehei­men Zusatz­pro­to­koll” (die Neu­auf­tei­lung Ost­eu­ro­pas, falls es zu “ter­ri­to­ria­len Ver­schie­bun­gen” kommt) ist kaum tro­cken, als die deut­sche Wehr­macht am 1. Sep­tem­ber 1939 ohne Kriegs­er­klä­rung Polen angreift.

Der Zwei­te Welt­krieg hat begon­nen.

ANZEIGE

Preis: EUR 10,99

Was wäre gewe­sen, wenn …
Hit­ler den Krieg gewon­nen hät­te und Groß­deutsch­land vom Rhein bis zum Ural rei­chen wür­de?

Ein groß­ar­ti­ges Buch zwi­schen Fic­tion, Kri­mi und vie­len his­to­risch aus­ge­spro­chen inter­es­san­ten Fak­ten.

Robert Har­ris, Vater­land*. Hey­ne Ver­lag, 2017


Drôle de guerre: der Sitzkrieg

” … Polen hat heu­te Nacht zum ers­ten Mal auf unse­rem eige­nen Ter­ri­to­ri­um auch mit bereits regu­lä­ren Sol­da­ten geschos­sen. Seit 5:45 Uhr wird jetzt zurück­ge­schos­sen! Und von jetzt ab wird Bom­be mit Bom­be ver­gol­ten! Wer mit Gift kämpft, wird mit Gift­gas bekämpft. Wer selbst sich von den Regeln einer huma­nen Kriegs­füh­rung ent­fernt, kann von uns nichts ande­res erwar­ten, als dass wir den glei­chen Schritt tun. Ich wer­de die­sen Kampf, ganz gleich, gegen wen, so lan­ge füh­ren, bis die Sicher­heit des Rei­ches und bis sei­ne Rech­te gewähr­leis­tet sind.“

Adolf Hit­ler am 1. Sep­tem­ber 1939 vor dem Reichs­tag


Als die Deut­schen am 1. Sep­tem­ber 1939 über die Rund­funk­ge­rä­te immer und immer wie­der die Pas­sa­ge hören müs­sen, mit der  Hit­ler vor dem Reichs­tag den Über­fall auf Polen begrün­det, ahnen sie, dass der angeb­li­che Kriegs­grund wie­der eine Lüge ist.

Die meis­ten Deut­schen sind erschüt­tert.
Anders als im August 1914 gibt es auf den Stra­ßen weder hys­te­ri­schen Jubel noch spon­ta­ne patrio­ti­sche Kund­ge­bun­gen oder Gesän­ge. Die Erin­ne­run­gen an den ers­ten Welt­krieg mit Mil­lio­nen von Opfern und der chao­ti­schen Nach­kriegs­zeit sind gera­de ein­mal 20 Jah­re alt. Auf den Stra­ßen sieht man im Sep­tem­ber 1939 nur erns­te Gesich­ter mit zusam­men­ge­bis­se­nen Zäh­nen.

Zwar gibt es kei­ne Begeis­te­rung, aber auch kei­nen Wider­stand oder offen geäu­ßer­te Angst — dafür sind vie­le im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes “zu gut erzo­gen”.
Der Füh­rer wird’s schon rich­ten“ wird zum geläu­fi­gen Spruch, mit dem man sich zu trös­ten ver­sucht. Die Wehr­macht, die Beam­ten­schaft, die Par­tei und nicht zuletzt die Deut­schen funk­tio­nie­ren.

Die Ruinen von Guernica Das von der Legion Condor zerstörte Gernika. Von Bundesarchiv, Bild 183-H25224 / Unbekannt / CC BY-SA 3.0 de
Die Rui­nen von Guer­ni­ca Das von der Legi­on Con­dor zer­stör­te Ger­ni­ka. Von Bun­des­ar­chiv, Bild 183-H25224 / Unbe­kannt / CC BY-SA 3.0 de

Schock­star­re auch in Euro­pa. Spa­ni­en 1936, die Sude­ten­kri­se 1938 und die “Erle­di­gung” der mit den Fran­zo­sen ver­bün­de­ten “Rest-Tsche­chei” im März 1939.
Nach dem Über­fall auf Polen erklä­ren Bri­ten und Fran­zo­sen dem deut­schen Reich den Krieg, aber sie unter­neh­men — wie­der ein­mal — nichts.

Weder Groß­bri­tan­ni­en noch Frank­reich traut sich, mit ihren Arme­en der hoch­ge­rüs­te­ten deut­schen Wehr­macht ent­ge­gen zu tre­ten. Kei­ner wagt es, den ers­ten Schuss abzu­ge­ben.

Wie erstarrt sehen sie zu, wie Hit­lers Wehr­macht im Osten freie Bahn hat, den pol­ni­schen Feld­zug als „Blitz­krieg“ füh­ren und in weni­gen Wochen been­den kann. Im Wes­ten herrscht ein eigen­ar­ti­ger Sitz­krieg — Drô­le de guer­re — “komi­scher Krieg

Eine his­to­ri­sche Chan­ce geht ver­lo­ren, denn es ist klar, dass im Wes­ten nur weni­ge Wehr­macht-Ein­hei­ten zur Ver­tei­di­gung des Deut­schen Rei­ches ste­hen.

ANZEIGE

Die Geschich­te der Deut­schen gut, über­sicht­lich und ver­ständ­lich erklärt.
Neben allen wich­ti­gen Daten und Fak­ten gibt es vie­le Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen und Anek­do­ten, die das Lesen zum Ver­gnü­gen machen und das Ver­ste­hen von his­to­ri­schen Ent­wick­lun­gen erleich­tern. Für’s Nach­schla­gen und zum Quer­le­sen pri­ma geeig­net und sehr emp­feh­lens­wert!

Chris­ti­an v. Dit­furth: Deut­sche Geschich­te für Dum­mies*, Wiley-VCH Ver­lag GmbH & Co. KGaA, Wein­heim, 2012


Blitzkrieg

Die fata­lis­ti­sche Stim­mung der Deut­schen schlägt nach dem raschen Kriegs­er­folg in Polen schließ­lich doch noch in eine Art ver­trau­ens­vol­ler Zuver­sicht um.

Die Wehr­macht scheint unschlag­bar zu sein. Nach Polen wer­den in kur­zen kon­zer­tier­ten Feld­zü­gen Däne­mark, Nor­we­gen, Bel­gi­en, die Nie­der­lan­de, Luxem­burg, ein Groß­teil Frank­reichs, Jugo­sla­wi­en und Grie­chen­land erobert und besetzt.

Nach der Kapi­tu­la­ti­on Frank­reichs am 22. Juni 1940 sind die Bri­ten ein Jahr lang Deutsch­lands ein­zi­ger ver­blie­be­ner Kriegs­geg­ner. Sie ste­hen mit dem Rücken zur Wand.

Knapp einen Mona­te nach der Kapi­tu­la­ti­on der Fran­zo­sen befiehlt Hit­ler die Ope­ra­ti­on See­lö­we, die Lan­dung in Groß­bri­tan­ni­en. Damit die­ser Plan gelin­gen kann, beginnt im August 1940 der Luft­krieg über Eng­land.

Weni­ge Mona­te zuvor hat­te Win­ston Chur­chill das Amt des Pre­mier­mi­nis­ters von Cham­ber­lain über­nom­men.
Es ist ein Schleu­der­sitz. Doch Chur­chill kann sich gegen die Appeaser in sei­nem Kabi­nett, die nach wie vor auf Ver­hand­lun­gen mit Hit­ler drän­gen, durch­set­zen und schwört die Bri­ten auf “Blut, Schweiß und Trä­nen” im Krieg gegen die Deut­schen ein. 

” … You ask, what is our aim? I can ans­wer in one word: Vic­to­ry.
Vic­to­ry at all costs – Vic­to­ry in spi­te of all ter­ror – Vic­to­ry, howe­ver long and hard the road may be, for wit­hout vic­to­ry the­re is no sur­vi­val.“

Win­ston Chur­chill am 13. Mai 1940 vor dem bri­ti­schen Unter­haus, 3 Tage nach sei­ner Ernen­nung zum bri­ti­schen Pre­mier­mi­nis­ter und Nach­fol­ger von Nevil­le Cham­ber­lain

Das Durch­hal­ten der Bri­ten ist für den wei­te­ren Kriegs­ver­lauf von ent­schei­den­der Bedeu­tung.

Das ‘Unternehmen Barbarossa’

Es ist ein Trep­pen­witz der Geschich­te, dass aus­ge­rech­net der sonst bis an die Gren­ze zur Para­noia miss­traui­sche Sta­lin die Zei­chen der Zeit nicht erkennt.

Ab März 1941 berich­ten immer mehr sowje­ti­sche Spio­ne von einem nicht enden wol­len­den Strom deut­scher Trup­pen, die Rich­tung Osten mar­schie­ren. Täg­lich bräch­ten bis zu vier Züge deut­sche Sol­da­ten und Pan­zer in die Auf­marsch­räu­me in Polen.

Anfang Mai 1941 mel­det auch Sta­lins Top-Agent Richard Sor­ge aus Japan nach Mos­kau, dass ein Angriff der Deut­schen mit 150 Divi­sio­nen unmit­tel­bar bevor stün­de.
Geplan­ter Ter­min: der 20. Juni 1941.

Aber Sta­lin wie­gelt ab.
Er droht sogar sei­nen Mili­tärs und Bera­tern, es wür­den „Köp­fe rol­len“, wenn sie ohne sei­ne Erlaub­nis Trup­pen in Marsch set­zen wür­den. Als am 22. Juni 1941 das Infer­no des „Unter­neh­men Bar­ba­ros­sa“, der deut­sche Über­fall auf die Sowjet­uni­on, beginnt, ist der sowje­ti­sche Dik­ta­tor am Boden zer­stört.

Über­rum­pelt und rat­los zieht sich Sta­lin auf sei­ne Dat­scha zurück und ist für meh­re­re Tage für nie­man­den zu spre­chen.

Der gefürch­te­te „Zwei­fron­ten­krieg“ kommt auch für die deut­sche Bevöl­ke­rung zwei Jah­re nach dem Hit­ler-Sta­lin-Pakt und Freund­schafts­ver­trag mit der Sowjet­uni­on über­ra­schend.

Tief bedrückt ver­neh­men die Deut­schen Hit­lers Pro­pa­gan­da­lü­ge, derrus­si­sche Auf­marsch gegen die deut­sche Gren­ze“ sei in vol­lem Gan­ge. Um den Wahn­sinn einer zwei­ten Front plau­si­bel zu machen, ver­kauft man ihnen den Krieg gegen den eins­ti­gen Bünd­nis­part­ner Sowjet­uni­on als Aggres­si­on der “Bol­sche­wis­ten“.

Die­ser Krieg gegen die Sowjet­uni­on macht den Deut­schen Angst.
Unmut – wenn auch sehr lei­se geäu­ßert – brei­tet sich aus.

ANZEIGE

Eine aus­ge­zeich­net recher­chier­te
und span­nend geschrie­ben Ana­ly­se des Hit­ler-Mythos.
Ein sehr lesens­wer­tes Buch vor allem für die, die sich mit der Fra­ge “Wie konn­te es soweit kom­men?” beschäf­ti­gen.

Ian Kers­haw, Der Hit­ler-Mythos. Füh­rer­kult und Volks­mei­nung*, Pan­the­on Ver­lag, bro­schiert, März 2018


Aber es sieht fast so aus, als ob Hit­lers Feld­zug im Osten gelin­gen könn­te. Die von den sta­li­nis­ti­schen Säu­be­run­gen der vor­an­ge­gan­ge­nen Jah­re dezi­mier­ten sowje­ti­schen Trup­pen erlei­den schwe­re Ver­lus­te und wer­den von der Wehr­macht Rich­tung Osten getrie­ben.
Im Novem­ber 1941 wird Mos­kau eva­ku­iert und sogar der ein­bal­sa­mier­te Leich­nam Lenins Rich­tung Osten in Sicher­heit gebracht.

Im Radio jagt eine Sie­ges­mel­dung die nächs­te.
Zu den bekann­ten  “Son­der­mel­dungs­fan­fa­ren”, bei­spiels­wei­se “Die Wacht am Rhein” als Frank­reich­fanfa­re, kommt „Les Pré­ludes“ von Franz Liszt als “Russ­land­fan­fa­re”.

Dann setzt im Okto­ber 1941 der Herbst­re­gen ein, die deut­sche Inva­si­on bleibt nach wochen­lan­gem Vor­marsch im Matsch vor Mos­kau ste­cken.
Im Novem­ber 1941 gelingt es eini­gen weni­gen deut­schen Ein­hei­ten noch, die Außen­be­zir­ke Mos­kaus zu errei­chen, dann beginnt der gefürch­te­te rus­si­sche Win­ter.
Der Wet­ter­wech­sel ist mäch­ti­ger als alle sowje­ti­schen Arme­en.

Maschi­nen und Waf­fen ver­sa­gen in der klir­ren­den Käl­te. Vie­le Sol­da­ten erfrie­ren, weil man sie im Ver­trau­en auf einen schnel­len Sieg ohne Win­ter­aus­rüs­tung nach Russ­land geschickt hat. Die feh­len­de Aus­rüs­tung soll nun – viel zu spät – durch Samm­lun­gen in der Hei­mat beschafft wer­den.

"Vormarsch unserer Truppen durch die Winterlandschaft vor Moskau. Die Wege sind gefroren und trotz der Kälte geht es leicht vorwärts." (Kriegsberichter Cusian, 21.11.41), Bundesarchiv, Bild 183-L20813 / CC BY-SA 3.0
“Vor­marsch unse­rer Trup­pen durch die Win­ter­land­schaft vor Mos­kau. Die Wege sind gefro­ren und trotz der Käl­te geht es leicht vor­wärts.” (Kriegs­be­rich­ter Cusi­an, 21.11.41), Bun­des­ar­chiv, Bild 183-L20813 / CC BY-SA 3.0

Pearl Harbour

Der deut­sche Vor­marsch an der Ost­front beginnt gera­de im rus­si­schen Win­ter fest­zu­frie­ren, als am 7. Dezem­ber 1941 das mit Deutsch­land und Ita­li­en ver­bün­de­te Japan ohne Kriegs­er­klä­rung den ame­ri­ka­ni­schen Mari­ne­stütz­punkt Pearl Har­bour bom­bar­diert.

Am 11. Dezem­ber erklä­ren die mit Japan ver­bün­de­ten Ach­sen­mäch­te Deutsch­land und Ita­li­en den USA den Krieg.
Der ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­dent Roo­se­velt hat­te bereits lan­ge Zeit die bedräng­ten Bri­ten und die Sowjet­uni­on mit Waf­fen und Mate­ri­al unter­stützt; offi­zi­ell in den Krieg ein­tre­ten konn­te er gegen den Wil­len einer Mehr­heit der Ame­ri­ka­ner nicht.

Der japa­ni­sche Angriff auf Pearl Har­bour und die Kriegs­er­klä­rung der Ach­sen­mäch­te ändern alles.

Ende 1942 kämp­fen in Nord­afri­ka das ers­te Mal ame­ri­ka­ni­sche gegen deut­sche Trup­pen. Aus dem inner­eu­ro­päi­schen Krieg ist ein Welt­krieg gewor­den, der mit nie gekann­ter Grau­sam­keit und zuneh­men­der Bru­ta­li­tät auf allen Sei­ten geführt wird.

Nie­mand schert sich mehr um die nach dem ers­ten Welt­krieg müh­sam errun­ge­nen Regeln und Kon­ven­tio­nen. Ein Men­schen­le­ben – sei es nun das eines Sol­da­ten oder eines Zivi­lis­ten – ist nichts mehr wert.

Luftkrieg

Bereits seit Mai 1940 hat­te die bri­ti­sche Roy­al Air Force (RAF) Luft­an­grif­fe gegen Zie­le in Deutsch­land geflo­gen, aber die Ent­fer­nung ist rie­sig und für die bri­ti­schen Bom­ber kaum zu bewäl­ti­gen.

Trotz der gerin­gen Aus­sich­ten, dem deut­schen Kriegs­geg­ner ernst­haft zu scha­den, flie­gen sie. Für die Deut­schen sind die RAF-Bom­bar­de­ments mehr psy­cho­lo­gi­sche Nadel­sti­che und kei­ne ernst­haf­te Bedro­hung.

Das wird nach dem Kriegs­ein­tritt der Ame­ri­ka­ner Ende 1941 schlag­ar­tig anders.
Für die Bri­ten bedeu­tet der neue, nun auch offi­zi­el­le Ver­bün­de­te, die immens wich­ti­ge Ver­stär­kung an Mensch und Mate­ri­al. Die deut­sche Zivil­be­völ­ke­rung, die den Krieg haupt­säch­lich aus den Son­der­mel­dun­gen im Radio und durch die Bil­der der Wochen­schau im Kino kennt, bekommt ihn jetzt spü­ren.

In Lübeck am 29. März 1942, in Ham­burg am 28. Juli 1943 mit 30.000 Toten in einer ein­zi­gen Nacht.

” … In Ber­lin sitzt der Schock tief. Reichs­rüs­tungs­mi­nis­ter Speer sagt zu Hit­ler, noch sechs sol­che Angrif­fe, und der Krieg sei zu Ende. Und Feld­mar­schall Erhard Milch, der Gene­ral­inspek­teur der Luft­waf­fe, erklärt: ‘Wir haben den Krieg ver­lo­ren! End­gül­tig ver­lo­ren!’ ”

Aus: Geo Epo­che PANORAMA — Ham­burg. Die Geschich­te der Stadt in his­to­ri­schen Fotos*


Der totale Krieg

Wollt Ihr den tota­len Krieg?“ hat­te Pro­pa­gan­da­mi­nis­ter Joseph Goeb­bels in sei­ner Sport­pa­last­re­de vom 18. Febru­ar 1943 in die Men­schen­mas­se gebrüllt und fre­ne­ti­schen Jubel geern­tet.

Für vie­le Deut­schen ist die grau­en­vol­len Schlacht bei Sta­lin­grad mit 700.000 Toten und die Kapi­tu­la­ti­on der 6. Armee Ende Janu­ar 1943 die psy­cho­lo­gi­sche Wen­de: Ab die­sem Zeit­punkt glau­ben vie­le nicht mehr, dass die­ser Krieg zu gewin­nen ist.

Doch die Angst vor der „rasen­den Rach­sucht“ der Bol­sche­wis­ten und die durch geschick­te Pro­pa­gan­da geschür­te Wut über den „anglo­ame­ri­ka­ni­schen Bom­ben­ter­ror“ lässt sie durch­hal­ten.

Ruhrgebiet, Luftschutzstollen während Fliegeralarm, Zentralbild II. Weltkrieg 1939 - 45 Luftschutzstollen im Ruhrgebiet, um 1943. Während eines Fliegeralarms, Ruhrgebiet, 1943, Photographer Unknown Bundesarchiv, Bild 183-R71086 / CC-BY-SA, gemeinfrei
Luft­schutz­stol­len im Ruhr­ge­biet, um 1943. Wäh­rend eines Flie­ger­alarms, Ruhr­ge­biet, 1943, Pho­to­gra­pher Unknown Bun­des­ar­chiv, Bild 183-R71086 / CC-BY-SA, gemein­frei

An der Ost­front treibt die Roten Armee die Deut­sche Wehr­macht Rich­tung Wes­ten. Im Früh­jahr 1944 errei­chen sowje­ti­sche Kampf­ver­bän­de die Gren­ze Rumä­ni­ens, der Tsche­cho­slo­wa­kei und des ehe­ma­li­gen Polen.

Bereits im Som­mer nach Sta­lin­grad, am 10. Juli 1943, waren alli­ier­te Streit­kräf­te in Sizi­li­en gelan­det und kämp­fen sich seit­dem durch Ita­li­en Rich­tung Nor­den. Aber die ent­schei­den­de „Ope­ra­ti­on Over­lord“ – der „längs­te Tag“ beginnt am 6. Juni 1944: die Lan­dung eng­li­scher, ame­ri­ka­ni­scher, fran­zö­si­scher und pol­ni­scher Sol­da­ten in der Nor­man­die.

Die natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Pro­pa­gan­da beschö­nigt den ein­set­zen­den Rück­zug deut­scher Trup­pen an allen Fron­ten als „Front­be­gra­di­gun­gen“.
Im Radio — vom Volks­mund „Goeb­bels­schnau­ze“ genannt — wird über Mit­tel- und Lang­wel­le ver­kün­det, dass die Sol­da­ten der deut­schen Wehr­macht erst Hei­mat­bo­den erreicht haben müss­ten, um „das Reich” bes­ser ver­tei­di­gen und die Fein­de zurück­schla­gen zu kön­nen.

Flucht ist den Deut­schen unter Andro­hung schwers­ter Stra­fen ver­bo­ten — beson­ders in Ost­preu­ßen, denn Hit­ler will der vor­rü­cken­den Roten Armee als letz­tes Auf­ge­bot einen mensch­li­chen „Schutz­wall“ ent­ge­gen­stel­len.

Flüchtlingtreck im Raum von Braunsberg (Ostpreußen), 1945
„Ost­preu­ßen, Flücht­ling­treck“ von Bun­des­ar­chiv, Bild 146‑1976-072–09 / Lizen­ziert unter CC BY-SA 3.0 de

Hit­ler­jun­gen und alte Män­ner wer­den zum „Volks­sturm“ ein­ge­zo­gen, dem letz­ten Auf­ge­bot. War bis weit in den Krieg hin­ein die Ver­sor­gung mit Lebens­mit­teln und Klei­dung gut, so wird jetzt bemerk­bar, dass immer mehr ehe­mals besetz­te Gebie­te nicht mehr aus­ge­beu­tet wer­den kön­nen.

Die Deut­schen sind schon längst kriegs­mü­de und haben Angst.
„Heil Hit­ler“ — der “Deut­sche Gruß” — ver­schwin­det als Begrü­ßungs­for­mel.

Hit­ler for­dert den Kampf bis zum Unter­gang.

Der Untergang

Als am 12. April 1945 US-ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­dent Fran­k­lin D. Roo­se­velt über­ra­schend stirbt, froh­lockt Hit­ler für kur­ze Zeit und hofft auf den Zer­fall der alli­ier­ten Koali­ti­on. Die Wehr­macht soll und muss wei­ter­kämp­fen.

Zu „Füh­rers Geburts­tag“ am 20. April emp­fängt er Gäs­te im Füh­rer­bun­ker. Hit­ler wird 56 Jah­re alt und ist geis­tig und kör­per­lich ein Wrack.

Am 22. April erlei­det er einen Ner­ven­zu­sam­men­bruch, als er erfährt, dass SS-Ober­grup­pen­füh­rer Felix Stei­ner den befoh­le­nen Ent­satz­an­griff sei­ner Armee­grup­pe in der Schlacht um Ber­lin als undurch­führ­bar ver­wei­gert hat.

ANZEIGE

Die letz­ten Tage des Drit­ten Rei­ches.
Der gan­ze Irr­witz des natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Sys­tems in einem Film — muss man gese­hen haben! Nach einem Tat­sa­chen­ro­man von Joa­chim Fest, mit Bru­no Ganz (Adolf Hit­ler), Corin­na Har­fouch (Mag­da Goeb­bels), Alex­an­dra Maria Lara (Hit­lers Sekre­tä­rin Traudl Jun­ge) und vie­len ande­ren groß­ar­ti­gen Schau­spie­lern mehr.

Oli­ver Hirsch­bie­gel (Regie), Der Unter­gang*, Con­stan­tin Film, 2005, FSK 12


Am 25. April 1945 rei­chen sich auf der zer­stör­ten Elb­brü­cke bei Tor­gau Sol­da­ten der 90. US-Infan­te­rie­di­vi­si­on und der sowje­ti­schen Gar­de­di­vi­si­on die Hand. Ost- und West­front sind jetzt ver­eint, Ber­lin von der Roten Armee ein­ge­kes­selt.

Am 28. April erfährt Hit­ler von Himm­lers mona­te­lan­gen Geheim­ver­hand­lun­gen mit den Alli­ier­ten über einen Sepa­rat­frie­den und lässt dar­auf­hin Himm­lers Kon­takt­mann Herr­mann Fege­lein ver­haf­ten und erschie­ßen.

Am 29. April ver­brei­tet sich die Nach­richt von der Erschie­ßung des ita­lie­ni­schen „Duce“ Beni­to Mus­so­li­ni und der Miss­hand­lung sei­ner Lei­che.

Am 30. April hei­ra­tet Hit­ler sei­ne Lebens­ge­fähr­tin Eva Braun.
Danach dik­tiert er sein poli­ti­sches Tes­ta­ment: Er ernennt sei­nen treu­en Gefolgs­mann und Hard­li­ner, den Ober­be­fehls­ha­ber der deut­schen Kriegs­ma­ri­ne, Groß­ad­m­ral Karl Dönitz, zu sei­nem Nach­fol­ger als Reichs­prä­si­den­ten und Ober­be­fehls­ha­ber der Wehr­macht. Goeb­bels soll neu­er Reichs­kanz­ler wer­den.

Göring und Himm­ler wer­den aus der NSDAP aus­ge­schlos­sen.
Die Deut­schen ruft er zur unbe­ding­ten Fort­set­zung des Krie­ges, zur Ein­hal­tung der Nürn­ber­ger Ras­sen­ge­set­ze und zur wei­te­ren „Ver­nich­tung“ der Juden auf. Er ver­teilt Ampul­len mit Zyan­ka­li und ver­gif­tet sei­ne Schä­fer­hün­din.

Am Nach­mit­tag zieht sich Hit­ler mit Eva Braun zurück. Sie schluckt Gift, er erschießt sich.

Exak­te Schät­zun­gen gibt es nicht, aber es wird ver­mu­tet, dass zwi­schen 36 und 52 Mil­lio­nen Men­schen ihr Leben ver­lo­ren haben. Unge­zählt blei­ben die Mil­lio­nen, die ver­letzt, obdach­los, ver­trie­ben, depor­tiert oder inhaf­tiert wur­den.

Das „Tau­send­jäh­ri­ge Reich“ war nach zwölf Jah­ren unter­ge­gan­gen. Es hin­ter­ließ Tod, Elend und uner­mess­li­ches Leid.


Copy­right: Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en, www​.bild​bio​gra​phi​en​.de, 2015 (über­ar­bei­tet 2018)

Lesen Sie im nächs­ten Bei­trag: In den Augen der meis­ten Ein­hei­mi­schen sind die Flücht­lin­ge die „Pola­cken“, die ihnen das Weni­ge, das sie nach dem ver­lo­re­nen Krieg noch haben, weg­neh­men wol­len. Heu­te hal­ten Wirt­schafts­his­to­ri­ker den “Brain­gain”, den Gewinn an Talen­ten durch die Flücht­lings­wel­le nach dem Krieg, für eine der wich­tigs­ten Grund­la­gen des  „Wirt­schafts­wun­ders“ — wich­ti­ger als Mar­shall-Plan und Lud­wig Erhard.
Ihr Flücht­lin­ge

Buch- und Film­emp­feh­lun­gen:

Die mit * gekenn­zeich­ne­ten Links sind soge­nann­te Affi­la­te-Links, die hel­fen, den Blog Genera­tio­nen­ge­spräch zu finan­zie­ren. Wenn Ihnen eine der ange­ge­be­nen Emp­feh­lun­gen gefällt und Sie das Buch (oder ein ande­res Pro­dukt) über die­sen Link bestel­len, erhält der Blog dafür eine klei­ne Pro­vi­si­on, ohne dass für Sie Mehr­kos­ten ent­ste­hen. Für Ihren Klick: Herz­li­chen Dank im Vor­aus!

Nach wie vor eine der bes­ten, fun­dier­tes­ten
- und umfang­reichs­ten (über 1000 Sei­ten) — Hit­ler-Bio­gra­fi­en.
Sehr lesens­wert!

Joa­chim C. Fest, Hit­ler. Eine Bio­gra­phie*. Ull­stein Ver­lag GmbH Ber­lin, Taschen­buch, unge­kürz­te Aus­ga­be, 2002

Mai 1940, Groß­bri­tan­ni­en steht am Abgrund.
Ein Film-Meis­ter­werk, das die dun­kels­te Stun­de der Bri­ten und den Kampf Chur­chills gegen Hit­ler-Deutsch­land UND die Appeaser im eige­nen Land zeigt. Ein tol­les His­to­ri­en-Dra­ma, fes­selnd erzählt und gran­di­os dar­ge­stellt. Sehr sehens­wert!

Die dun­kels­te Stun­de* mit Gary Old­man, Kris­tin Scott Tho­mas, u.v.m. Uni­ver­sal Pic­tures Ger­ma­ny GmbH, 2017, FSK: 6

Die letz­ten Tage des Drit­ten Rei­ches.
Der gan­ze Irr­witz des natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Sys­tems in einem Film — muss man gese­hen haben! Nach einem Tat­sa­chen­ro­man von Joa­chim Fest, mit Bru­no Ganz (Adolf Hit­ler), Corin­na Har­fouch (Mag­da Goeb­bels), Alex­an­dra Maria Lara (Hit­lers Sekre­tä­rin Traudl Jun­ge) und vie­len ande­ren groß­ar­ti­gen Schau­spie­lern mehr.

Oli­ver Hirsch­bie­gel (Regie), Der Unter­gang*, Con­stan­tin Film, 2005, FSK 12

Eine groß­ar­ti­ge Mini-Serie über die Zwi­schen­kriegs­zeit 1918 bis 1939
Ein völ­lig neu­es For­mat ohne Zeit­zeu­gen, Wis­sen­schaft­ler oder Spre­cher aus dem Off — son­dern Spiel­sze­nen und altes Film­ma­te­ri­al, die Men­schen, ihre Träu­me und Schick­sa­le in tol­len Bil­dern zei­gen und uns ihre Zeit nahe brin­gen.
Sehr sehens­wert!

Krieg der Träu­me — 1918–1939 [3 DVDs]*, Erschei­nungs­da­tum: 28. Sep­tem­ber 2018, FSK 12

Die Geschich­te der Deut­schen gut, über­sicht­lich und ver­ständ­lich erklärt
Macht durch die Infor­ma­tio­nen über Hin­ter­grün­de und klei­ne Anek­do­ten am Ran­de beim Quer­le­sen und Nach­schla­gen viel Spaß und vie­les viel ver­ständ­li­cher!
Sehr emp­feh­lens­wert!

Chris­ti­an v. Dit­furth: Deut­sche Geschich­te für Dum­mies*, Wiley-VCH Ver­lag GmbH & Co. KGaA, Wein­heim, 2012

Preis: EUR 10,99

Was wäre gewe­sen, wenn …
Hit­ler den Krieg gewon­nen hät­te und Groß­deutsch­land vom Rhein bis zum Ural rei­chen wür­de? Ein groß­ar­ti­ges Buch zwi­schen Fic­tion, Kri­mi und vie­len his­to­risch aus­ge­spro­chen inter­es­san­ten Fak­ten.

Robert Har­ris, Vater­land*. Hey­ne Ver­lag, 2017

Ein span­nen­des Buch über die Frau­en der Nazi­grö­ßen
und ein her­vor­ra­gen­der Blick hin­ter die Kulis­sen der NS-High­so­cie­ty, durch den man vie­les viel bes­ser ver­ste­hen und nach­voll­zie­hen kann.
Sehr gut geschrie­ben und sehr lesens­wert!

Anna Maria Sig­mund, Die Frau­en der Nazis*. Wil­helm Hey­ne Ver­lag, Mün­chen, 2013

Die gro­ßen Lini­en in der deut­schen Geschich­te
fak­ten­reich und span­nend erzählt. “Es ent­hält auf 300 Sei­ten weit mehr klu­ge und ori­gi­nel­le Gedan­ken über die deut­sche Geschich­te zwi­schen 1871 und 1945 als der eine oder ande­re dicke Wäl­zer”, heißt es in einer Rezen­si­on.
Stimmt! Des­we­gen: sehr lesens­wert!

Sebas­ti­an Haff­ner, Von Bis­marck zu Hit­ler: Ein Rück­blick*. Droemer Taschen­buch, 2015


Wei­ter­füh­ren­de Bei­trä­ge:

Der Bom­ben­krieg: 10 Tage und Näch­te lang bom­bar­die­ren 3000 bri­ti­sche und US-ame­ri­ka­ni­sche Flug­zeu­ge in der “Ope­ra­ti­on Gomor­rha” Ham­burg und wer­fen dabei 9000 Ton­nen ‘Mate­ri­al’ ab — zunächst ‘Wohn­block­kna­cker’, anschlie­ßend Brand­bom­ben. In der Nacht zum 28. Juli 1943 ent­zün­den sie dadurch im Ham­bur­ger Osten einen Feu­er­sturm, in dem über 30.000 Men­schen ster­ben.
Ham­burg 1943: Die Ope­ra­ti­on Gomor­rha

Hit­ler, die Frau­en und die Bri­ten: Adolf Hit­ler hat­te ein sehr gro­ßes Inter­es­se an Frau­en (und umge­kehrt) und war bei wei­tem nicht der “ein­sa­me Wolf”, als der er sich in der Öffent­lich­keit ger­ne dar­stel­len ließ. Adolf Hit­ler, die Frau­en, sein deutsch-bri­ti­sches Tech­tel­mech­tel und die Fra­ge: Wäre Hit­ler ein guter Schwie­ger­sohn gewe­sen?
Vom It-Girl zur Wal­kü­re: Die Welt der Unity Mit­ford

Heim ins Reich: Kon­rad Hen­lein, Sude­ten­deut­scher mit tsche­chi­schem Groß­va­ter, war Turn­leh­rer und woll­te nach eige­nem Bekun­den auch nie etwas ande­res sein. Er wur­de zum Aus­hän­ge­schild natio­nal­so­zia­lis­ti­scher Sude­ten­deut­scher, die in den 1930er Jah­re kräf­tig am Welt­frie­den zün­del­ten. War Hen­lein nur Hit­lers Mario­net­te und Brand­stif­ter — oder auch Bie­der­mann mit einem eigent­lich ernst­haf­ten Anlie­gen?
Bie­der­mann oder Brand­stif­ter: Kon­rad Hen­lein

Adolf Hit­ler und sei­ne Anhän­ger. Wer folg­te den Natio­nal­so­zia­lis­ten und was bringt Men­schen dazu, zu Mör­dern zu wer­den?
Die Erlaub­nis zu has­sen

Das Genera­tio­nen­ge­spräch über ein Jahr­hun­dert mit Dik­ta­tu­ren, Welt­krie­gen, Mil­lio­nen Kriegs­to­ten, Ver­letz­ten, Flücht­lin­gen und Ver­trie­be­nen, das uns heu­te noch in den Kno­chen steckt.
Das 20. Jahr­hun­dert

Bild­nach­wei­se:

Nach Kriegs­en­de, Heil­bronn 1945 After the end of the war, 1945, By US Army, Public Domain

Ein­woh­ner von Eger beim Ein­rü­cken deut­scher faschis­ti­schen Ver­bän­de. Her­aus­ga­be­da­tum: 5. Okto­ber 1938, Scherl / Welt­bild, Bun­des­ar­chiv, Bild 183-H13160 / CC BY-SA 3.0

Sprach­ver­tei­lung in der Tsche­cho­slo­wa­kei um 1930, „Tsche­cho­slo­wa­kei Sprach­ver­tei­lung um 1930 — erstellt 2008–10-29“ von deri­va­ti­ve work: Hen­ry Mühl­pfordt (talk)Czechoslovakia1930linguistic.jpg: Mari­usz Pazd­zio­ra — Czechoslovakia1930linguistic.jpg. Lizen­ziert unter CC BY 3.0 über Wiki­me­dia Com­mons

Sowjet­uni­on, August 1939, Im Mos­kau­er Kreml wird am 23.8.1939 ein Nicht­an­griffs­ver­trag zwi­schen dem deut­schen Reich und der UdSSR unter­zeich­net. Nach der Unter­zeich­nung im Gespräch J.W. Sta­lin und der deut­sche Reichs­au­ßen­mi­nis­ter Joa­chim von Rib­ben­trop (r.), Bun­des­ar­chiv, Bild 183-H27337/ CC BY-SA 3.0

Die Rui­nen von Guer­ni­ca Das von der Legi­on Con­dor zer­stör­te Ger­ni­ka. Von Bun­des­ar­chiv, Bild 183-H25224 / Unbe­kannt / CC BY-SA 3.0 de

“Vor­marsch unse­rer Trup­pen durch die Win­ter­land­schaft vor Mos­kau. Die Wege sind gefro­ren und trotz der Käl­te geht es leicht vor­wärts.” (Kriegs­be­rich­ter Cusi­an, 21.11.41), Bun­des­ar­chiv, Bild 183-L20813 / CC BY-SA 3.0

Ruhr­ge­biet, Luft­schutz­stol­len wäh­rend Flie­ger­alarm, Zen­tral­bild II. Welt­krieg 1939 — 45 Luft­schutz­stol­len im Ruhr­ge­biet, um 1943. Wäh­rend eines Flie­ger­alarms, Ruhr­ge­biet, 1943, Pho­to­gra­pher Unknown Bun­des­ar­chiv, Bild 183-R71086 / CC-BY-SA, gemein­frei

„Ost­preu­ßen, Flücht­ling­treck“ von Bun­des­ar­chiv, Bild 146‑1976-072–09 / CC-BY-SA 3.0. Lizen­ziert unter CC BY-SA 3.0 de


AGENTUR FÜR BILDBIOGRAPHIEN DR. SUSANNE GEBERT

ShopFACEBOOK * XING * PINTEREST
Kon­takt * Daten­schutz * Impres­sum

Geschichte und Psychologie Wir müssten das alles mal aufschreiben

Die Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en bringt seit 2012 Lebens-. Fami­li­en- und Unter­neh­mens­bio­gra­fi­en als Bild­bio­gra­phi­en ins Buch und bie­tet außer­dem einen Ghost­wri­ting-Ser­vice mit den Schwer­punk­ten Geschich­te und Psy­cho­lo­gie an.
Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­den Sie auch auf unse­rer Home­page www​.bild​bio​gra​phi​en​.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.