Vor 70 Jahren: Weltkriegsende – Zusammenbruch – Befreiung

Heilbronn

Nach Kriegs­en­de, Heil­bronn 1945 After the end of the war, 1945, By US Army, Public Domain

4474 Tage währ­te das 1000jährige Reich auf deut­schem Boden.
Dann brach es am 8. Mai 1945 in einem Infer­no aus Blut, Trä­nen und Mil­lio­nen Toten zusam­men. Eine Chro­no­lo­gie des fürch­ter­lichs­ten Krie­ges in der Welt­ge­schich­te.

Lesen Sie auch: Im Som­mer 1936 trifft die Welt zwei Mal auf­ein­an­der: Bei der Olym­pia­de in Ber­lin und auf den Schlacht­fel­dern des Bür­ger­kriegs in Spa­ni­en. Ein Jahr, das ver­hei­ßungs­voll und mit der Hoff­nung beginnt, den Hit­ler-Irr­sinn end­lich ver­eint zu stop­pen, endet in einem Rausch aus Blut und Ter­ror.
1936: Das Jahr des Schei­terns

Der eigent­li­che Irr­sinn ist, dass im Jahr 1939 fast nie­mand einen Krieg will.
Bri­ten und Fran­zo­sen nicht, die Sowjets nicht und auch nicht die meis­ten Deut­schen. Die ein­zi­ge trei­ben­de Kraft hin­ter einer der größ­ten Kata­stro­phe in der Geschich­te ist Adolf Hit­ler. Sei­nen Wil­len, den deut­schen „Lebens­raum“ unter allen Umstän­den zu erwei­tern, hat er 1925 in sei­nem Buch „Mein Kampf“ mani­fes­tiert und in unzäh­li­gen Pro­pa­gan­da­reden stän­dig wie­der­holt.

Seit Hit­lers „Macht­er­grei­fung“ im Jahr 1933 wird die deut­sche Außen- und Innen­po­li­tik, die Wirt­schafts- und Finanz­po­li­tik ein­zig und allein auf sein Ziel aus­ge­rich­tet: Krieg.

Die Ouvertüre: Appeasement 1938

Wenn Hit­ler Ende 1938 einem Atten­tat zum Opfer gefal­len wäre, wür­den nur weni­ge zögern, ihn einen der größ­ten Staats­män­ner der Deut­schen zu nen­nen”, schreibt Joa­chim Fest in sei­ner exzel­len­ten Hit­ler-Bio­gra­phie.
Sebas­ti­an Haff­ner schil­dert in sei­nen ‚Anmer­kun­gen zu Hit­ler‘ (1978) einen Zeit­raum vom Früh­jahr 1938 bis zum Früh­jahr 1939, in dem bis zu 90 Pro­zent aller Deut­schen Hit­ler-Anhän­ger gewe­sen sein sol­len.

Dem “Füh­rer” scheint alles zu gelin­gen.

Trotz­dem ist das Auf­at­men der Deut­schen uner­mess­lich groß, als am Abend des 29. Sep­tem­ber 1938, das Münch­ner Abkom­men ver­kün­det wird. Einen Krieg soll es nicht geben. Den will auch kei­ner außer Hit­ler und eini­ge sei­ner Getreu­en — nicht ein­mal die meis­ten sei­ner Mili­tärs.

Ein­woh­ner von Eger beim Ein­rü­cken deut­scher faschis­ti­schen Ver­bän­de. Her­aus­ga­be­da­tum: 5. Okto­ber 1938, Scherl / Welt­bild, Bun­des­ar­chiv, Bild 183-H13160 / CC BY-SA 3.0


Der “Füh­rer” hat auch die­ses Mal sein Vaban­que­spiel gewon­nen: Die Appease­ment-Poli­ti­ker Frank­reichs und Groß­bri­tan­ni­ens haben ihre Zustim­mung zum Anschluss des Sude­ten­lan­des an das Deut­sche Reich gege­ben, die Tsche­chen und Slo­wa­ken sind nicht ein­mal gefragt wor­den.

Dies sei nun die letz­te For­de­rung, die ich an die Welt zu stel­len habe”, ver­kün­det Hit­ler in einer Rede kurz nach dem Abkom­men.
Es ist eine Lüge — wie so oft. Nach der Beset­zung des Sude­ten­lan­des lau­fen die Kriegs­vor­be­rei­tun­gen auf Hoch­tou­ren.
Die Rest-Tsche­chei sei kein lebens­fä­hi­ger Staat, heißt es wenig spä­ter, die deut­sche Gene­ra­li­tät mache sich Sor­gen über die geo­po­li­ti­sche Lage die­ses Staa­tes, der – auf der Land­kar­te betrach­tet – wie ein Pfahl im Fleisch des groß­deut­schen Rei­ches säße.

Goeb­bels’ Pro­pa­gan­da­mi­nis­te­ri­um lässt in den Zei­tun­gen und über den Rund­funk fast täg­lich Berich­te über angeb­li­che Gräu­el­ta­ten ver­brei­ten, die Tsche­chen an harm­lo­sen Sude­ten­deut­schen ver­übt haben sol­len. Immer wie­der heißt es, dass Böh­men für die Rus­sen eine idea­le Flug­ba­sis bil­de.
Wer will, kann ahnen, dass Hit­lers Macht­hun­ger noch lan­ge nicht gestillt ist. Ein knap­pes hal­bes Jahr nach dem Münch­ner Abkom­men, im März 1939, mar­schiert die Wehr­macht in Prag ein. Die rei­che und hoch­ent­wi­ckel­te Tsche­cho­slo­wa­kei, die einst als die “zwei­te Schweiz Euro­pas” gegol­ten hat, ver­schwin­det von der Land­kar­te.


ANZEIGE

Die gewal­ti­gen Tur­bu­len­zen in der euro­päi­schen Geschich­te von 1914 bis 1949  meis­ter­haft, fun­diert und fes­selnd erzählt. Sehr lesens­wert auch für alle, die sich mit die­sem The­ma noch nicht aus­ein­an­der­ge­setzt haben. Ian Kers­haw, Höl­len­sturz: Euro­pa 1914 bis 1949*. Pan­the­on Ver­lag, 2017


Partnerwahl: Die britischen Gouvernanten zieren sich

Hit­ler wirbt bei den Bri­ten seit Mit­te der 1930er Jah­re für ein gemein­sa­mes Bünd­nis. Sein Ziel ist es, für sei­nen bereits in “Mein Kampf” ange­kün­dig­ten Krieg im Osten den Rücken frei zu haben.

Ab dem Jahr 1934 fin­den soge­nann­te „Pil­ger­rei­sen“ bri­ti­scher Poli­ti­ker, Jour­na­lis­ten, Adli­ger und Indus­tri­el­ler statt. In Ber­lin oder auf den Ober­salz­berg wer­den sie vom “Füh­rer” per­sön­lich emp­fan­gen und von der Sinn­haf­tig­keit eines sol­chen Bünd­nis­ses über­zeugt.

Nach der Unter­zeich­nung im Gespräch J.W. Sta­lin und der deut­sche Reichs­au­ßen­mi­nis­ter Joa­chim von Rib­ben­trop (r.), Bun­des­ar­chiv, Bild 183-H27337 / CC BY-SA 3.0

Lan­ge Zeit scheint es, als ob man auf der Insel den Plä­nen eines deutsch-bri­ti­schen Tech­tel­mech­tels nicht abge­neigt ist, aber die “bri­ti­schen Gou­ver­nan­ten”, wie Hit­ler sei­ne poten­zi­el­len Lieb­lings-Bünd­nis­part­ner schließ­lich nennt, zie­ren sich und win­ken ab.
Eben­so schei­tert sei­ne Idee, die Polen zu einem gemein­sa­men Angriff auf die Sowjet­uni­on zu über­re­den.

Dann geschieht das für vie­le Unfass­ba­re: Im August 1939 schlie­ßen Hit­ler und Sta­lin — “Unmensch” und “Bes­tie”, wie sich die Dik­ta­to­ren gegen­sei­tig zu bezeich­nen pfle­gen — einen Nicht­an­griffs­pakt“.
Die Unter­schrif­ten unter den Ver­trä­gen und dem “gehei­men Zusatz­pro­to­koll” (das die Auf­tei­lung Polens vor­sieht) ist kaum tro­cken, als die deut­sche Wehr­macht am 1. Sep­tem­ber 1939 ohne Kriegs­er­klä­rung Polen angreift und der Zwei­te Welt­krieg beginnt.


ANZEIGE

Preis: EUR 10,99

Was wäre gewe­sen, wenn …
Hit­ler den Krieg gewon­nen hät­te und Groß­deutsch­land vom Rhein bis zum Ural rei­chen wür­de? Ein groß­ar­ti­ges Buch zwi­schen Fic­tion, Kri­mi und vie­len his­to­risch aus­ge­spro­chen inter­es­san­ten Fak­ten.

Robert Har­ris, Vater­land*. Heyne Ver­lag, 2017


Drôle de guerre — Sitzkrieg


„Polen hat heu­te Nacht zum ers­ten Mal auf unse­rem eige­nen Ter­ri­to­ri­um auch mit bereits regu­lä­ren Sol­da­ten geschos­sen. Seit 5:45 Uhr wird jetzt zurück­ge­schos­sen! Und von jetzt ab wird Bom­be mit Bom­be ver­gol­ten! Wer mit Gift kämpft, wird mit Gift­gas bekämpft. Wer selbst sich von den Regeln einer huma­nen Kriegs­füh­rung ent­fernt, kann von uns nichts ande­res erwar­ten, als dass wir den glei­chen Schritt tun. Ich wer­de die­sen Kampf, ganz gleich, gegen wen, so lan­ge füh­ren, bis die Sicher­heit des Rei­ches und bis sei­ne Rech­te gewähr­leis­tet sind.“
Adolf Hit­ler am 1. Sep­tem­ber 1939 vor dem Reichs­tag

Als die Deut­schen am 1. Sep­tem­ber 1939 über die Rund­funk­ge­rä­te immer und immer wie­der die Pas­sa­ge hören müs­sen, mit der  Hit­ler vor dem Reichs­tag den Über­fall auf Polen begrün­det, ahnen die meis­ten, dass der angeb­li­che Kriegs­grund wie­der eine Lüge ist. (Das Bom­bar­de­ment der Dan­zi­ger Wes­ter­plat­te begann außer­dem um 4 Uhr 45.)
Vie­le sind erschüt­tert. Anders als im August 1914 gibt es auf den Stra­ßen weder hys­te­ri­schen Jubel noch spon­ta­ne patrio­ti­sche Kund­ge­bun­gen oder Gesän­ge.

Kaum jemand hat die­sen neu­en Krieg gewollt, vie­le fürch­ten ihn. Denn die Erin­ne­run­gen an den ers­ten Welt­krieg mit Mil­lio­nen von Opfern und der chao­ti­schen Nach­kriegs­zeit sind gera­de ein­mal 20 Jah­re alt. Auf den Stra­ßen sieht man im Sep­tem­ber 1939 nur erns­te Gesich­ter mit zusam­men­ge­bis­se­nen Zäh­nen.

Zwar gibt es kei­ne Begeis­te­rung, aber auch kei­nen Wider­stand oder offen geäu­ßer­te Angst — dafür sind vie­le im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes “zu gut erzo­gen”.
Der Füh­rer wird’s schon rich­ten“ ist ein geläu­fi­ger Spruch, mit dem man sich zu trös­ten ver­sucht.
Die Wehr­macht, die Beam­ten­schaft, die Par­tei und nicht zuletzt die Deut­schen funk­tio­nie­ren.

Polen ist mit Frank­reich ver­bün­det, aber ein­grei­fen mögen die Fran­zo­sen nicht. Zwar erklä­ren Fran­zo­sen und Bri­ten den Deut­schen nach dem Über­fall auf Polen den Krieg, aber sie unter­neh­men nichts. Dass ein Bünd­nis mit Frank­reich im Kri­sen­fall nicht viel wert ist, haben die Fran­zo­sen mitt­ler­wei­le schon mehr­mals bewie­sen: in Spa­ni­en 1936, auf dem Höhe­punkt der Sude­ten­kri­se 1938 und auch im März 1939, als die mit den Fran­zo­sen ver­bün­de­te “Rest-Tsche­chei” von der deut­schen Wehr­macht besei­tigt wird, und Frank­reich sich nur auf­rafft, dage­gen zu pro­tes­tie­ren.

Die Rui­nen von Guer­ni­ca Das von der Legi­on Con­dor zer­stör­te Ger­ni­ka. Von Bun­des­ar­chiv, Bild 183-H25224 / Unbe­kannt / CC BY-SA 3.0 de


Wie erstarrt sehen sie zu, wie Hit­lers Wehr­macht im Osten freie Bahn hat, den pol­ni­schen Feld­zug als „Blitz­krieg“ füh­ren und in weni­gen Wochen been­den kann. Im Wes­ten herrscht ein eigen­ar­ti­ger Sitz­krieg — Drô­le de guer­re — “komi­scher Krieg
Eine his­to­ri­sche Chan­ce geht ver­lo­ren, denn es ist klar, dass an der deut­schen West­gren­ze nur weni­ge Ein­hei­ten zur Ver­tei­di­gung Deutsch­lands zur Ver­fü­gung ste­hen.
Trotz­dem: Kei­ner wagt es, den ers­ten Schuss abzu­ge­ben.

BlitzkriegE

Die fata­lis­ti­sche Stim­mung der Deut­schen schlägt nach dem raschen Kriegs­er­folg in Polen schließ­lich doch noch in eine Art ver­trau­ens­vol­ler Zuver­sicht um.

Die Wehr­macht scheint unschlag­bar zu sein. Nach Polen wer­den in kur­zen kon­zer­tier­ten Feld­zü­gen Däne­mark, Nor­we­gen, Bel­gi­en, die Nie­der­lan­de, Luxem­burg, ein Groß­teil Frank­reichs, Jugo­sla­wi­en und Grie­chen­land erobert und besetzt.
Bis Mit­te 1941 jagt im Radio eine Son­der­mel­dung die nächs­te, ein­ge­lei­tet durch die jewei­li­ge “Son­der­mel­dungs­fan­fa­re” (“Die Wacht am Rhein” bei­spiels­wei­se als Frank­reich­fanfa­re, spä­ter  „Les Pré­ludes“ von Franz Liszt als “Russ­land­fan­fa­re”).

Nach der Kapi­tu­la­ti­on Frank­reichs am 22. Juni 1940 bis zum deut­schen Angriff auf die Sowjet­uni­on am 22. Juni 1941 sind die Bri­ten ein Jahr lang Deutsch­lands ein­zi­ger ver­blie­be­ner Kriegs­geg­ner. Sie ste­hen mit dem Rücken zur Wand.


ANZEIGE

Mai 1940, Groß­bri­tan­ni­en steht am Abgrund. Ein Meis­ter­werk, das die dun­kels­te Stun­de der Bri­ten und den Kampf Chur­chills gegen Hit­ler-Deutsch­land UND die Appeaser im eige­nen Land zeigt. Ein tol­les His­to­ri­en-Dra­ma, fes­selnd erzählt und gran­di­os dar­ge­stellt. Sehr sehens­wert! Die dun­kels­te Stun­de* mit Gary Old­man, Kris­tin Scott Tho­mas, u.v.m. Uni­ver­sal Pic­tures Ger­ma­ny GmbH, 2017, FSK: 6


Knapp einen Mona­te nach der Kapi­tu­la­ti­on der Fran­zo­sen, am 16. Juli 1940, befiehlt Hit­ler die Ope­ra­ti­on See­lö­we, die Lan­dung in Groß­bri­tan­ni­en. Damit die­ser Plan gelin­gen kann, beginnt im August 1940 der Luft­krieg über Eng­land.

Die Bri­ten hal­ten durch, mit “Blut, Schweiß und Trä­nen”, ange­führt durch die Stand­fes­tig­keit ihres Pre­miers Winston Chur­chill. Für den wei­te­ren Kriegs­ver­lauf ist das Durch­hal­ten der Bri­ten von ent­schei­den­der Bedeu­tung.

sir-winston-churchill-396973You ask, what is our aim? I can ans­wer in one word: Vic­to­ry.
Vic­to­ry at all costs – Vic­to­ry in spi­te of all ter­ror – Vic­to­ry, howe­ver long and hard the road may be, for without vic­to­ry the­re is no sur­vi­val.“

Winston Chur­chill am 13. Mai 1940 vor dem bri­ti­schen Unter­haus,
3 Tage nach sei­ner Ernen­nung zum bri­ti­schen Pre­mier­mi­nis­ter und Nach­fol­ger von Nevil­le Cham­ber­lain


Das „Unternehmen Barbarossa”

Es ist ein Trep­pen­witz der Geschich­te, dass aus­ge­rech­net der sonst bis an die Gren­ze zur Para­noia miss­traui­sche Sta­lin die Zei­chen der Zeit nicht erkennt.

Ab März 1941 berich­ten immer mehr sowje­ti­sche Spio­ne von einem nicht enden wol­len­den Strom deut­scher Trup­pen, die Rich­tung Osten mar­schie­ren, täg­lich bräch­ten bis zu vier Züge deut­sche Sol­da­ten und Pan­zer in die Auf­marsch­räu­me in Polen.
Anfang Mai 1941 mel­det auch Sta­lins Top-Agent Richard Sor­ge aus Japan nach Mos­kau, dass ein Angriff der Deut­schen mit 150 Divi­sio­nen unmit­tel­bar bevor stün­de. Geplan­ter Ter­min: der 20. Juni 1941.

Aber Sta­lin wie­gelt ab und droht sei­nen Mili­tärs und Bera­tern, es wür­den „Köp­fe rol­len“, wenn sie ohne sei­ne Erlaub­nis Trup­pen­be­we­gun­gen durch­führ­ten. Er ist völ­lig über­rascht und am Boden zer­stört, als am 22. Juni 1941 das Infer­no beginnt: das „Unter­neh­men Bar­ba­ros­sa“, der deut­sche Über­fall auf die Sowjet­uni­on.
Sta­lin hät­te es wis­sen kön­nen, denn er ist einer der weni­gen aus­län­di­schen Staats­män­ner, die Hit­lers Mani­fest “Mein Kampf” gele­sen haben, in dem Hit­ler vom “Volk ohne Raum” schwa­dro­niert und bereit 1925 den Lebens­raum im Osten erobern will. Ü
ber­rum­pelt und rat­los zieht sich Sta­lin auf sei­ne Dat­scha zurück und ist für meh­re­re Tage für nie­man­den zu spre­chen.

Der gefürch­te­te „Zwei­fron­ten­krieg“ kommt auch für die deut­sche Bevöl­ke­rung über­ra­schend. Tief bedrückt ver­neh­men die Deut­schen Hit­lers Pro­pa­gan­da­lü­ge, derrus­si­sche Auf­marsch gegen die deut­sche Gren­ze“ sei in vol­lem Gan­ge: Um den Wahn­sinn einer zwei­ten Front plau­si­bel zu machen, ver­kauft man ihnen den Krieg gegen den eins­ti­gen Bünd­nis­part­ner Sowjet­uni­on als Aggres­si­on der “Bol­sche­wis­ten“ .

Die­ser Krieg gegen die Sowjet­uni­on macht den Deut­schen Angst.
Unmut – wenn auch sehr lei­se geäu­ßert – brei­tet sich aus.

Aber es sieht fast so aus, als ob Hit­lers Feld­zug im Osten gelin­gen könn­te.
Die von den sta­li­nis­ti­schen Säu­be­run­gen der vor­an­ge­gan­ge­nen Jah­re dezi­mier­ten sowje­ti­schen Trup­pen erlei­den schwe­re Ver­lus­te und wer­den von der Wehr­macht Rich­tung Osten getrie­ben. Mos­kau ist bereits eva­ku­iert, sogar der ein­bal­sa­mier­te Leich­nam Lenins wird abtrans­por­tiert.

Dann setzt im Okto­ber 1941 der Herbst­re­gen ein, die deut­sche Inva­si­on bleibt nach wochen­lan­gem Vor­marsch im Matsch vor Mos­kau ste­cken. Im Novem­ber 1941 gelingt es eini­gen weni­gen deut­schen Ein­hei­ten noch, die Außen­be­zir­ke Mos­kaus zu errei­chen. Dann beginnt der gefürch­te­te rus­si­sche Win­ter frü­her als gewöhn­lich. Der Wet­ter­wech­sel ist mäch­ti­ger als alle sowje­ti­schen Arme­en.
Maschi­nen und Waf­fen ver­sa­gen in der klir­ren­den Käl­te. Vie­le Sol­da­ten erfrie­ren, weil man sie im Ver­trau­en auf einen schnel­len Sieg ohne Win­ter­aus­rüs­tung nach Russ­land geschickt hat. Die feh­len­de Aus­rüs­tung soll nun – viel zu spät – durch Samm­lun­gen in der Hei­mat beschafft wer­den.

Vor­marsch unse­rer Trup­pen durch die Win­ter­land­schaft vor Mos­kau. Die Wege sind gefro­ren und trotz der Käl­te geht es leicht vor­wärts.” (Kriegs­be­rich­ter Cusi­an, 21.11.41), Bun­des­ar­chiv, Bild 183-L20813 / CC BY-SA 3.0


Pearl Harbour

Der deut­sche Vor­marsch an der Ost­front beginnt gera­de im rus­si­schen Win­ter fest­zu­frie­ren, als am 7. Dezem­ber 1941 das mit Deutsch­land und Ita­li­en ver­bün­de­te Japan ohne Kriegs­er­klä­rung den ame­ri­ka­ni­schen Mari­ne­stütz­punkt Pearl Har­bour bom­bar­diert.

Am 11. Dezem­ber erklä­ren die mit Japan ver­bün­de­ten Ach­sen­mäch­te Deutsch­land und Ita­li­en den USA den Krieg.
Der US-ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­dent Roo­se­velt hat­te bereits lan­ge Zeit die bedräng­ten Bri­ten und die Sowjet­uni­on mit Waf­fen und Mate­ri­al unter­stützt; offi­zi­ell in den Krieg ein­tre­ten konn­te er gegen den Wil­len einer Mehr­heit der Ame­ri­ka­ner nicht.
Der japa­ni­sche Angriff auf Pearl Har­bour und die Kriegs­er­klä­rung der Ach­sen­mäch­te ändern alles.

Ende 1942 kämp­fen in Nord­afri­ka erst­mals US-ame­ri­ka­ni­sche gegen deut­sche Trup­pen. Aus dem inner­eu­ro­päi­schen Krieg ist ein Welt­krieg gewor­den, der mit nie gekann­ter Grau­sam­keit und zuneh­men­der Bru­ta­li­tät auf allen Sei­ten geführt wird.
Nie­mand schert sich mehr um die nach dem ers­ten Welt­krieg müh­sam errun­ge­nen Regeln und Kon­ven­tio­nen. Ein Men­schen­le­ben – sei es nun das eines Sol­da­ten oder eines Zivi­lis­ten – ist nichts mehr wert.

Luftkrieg

Bereits seit Mai 1940 hat­te die bri­ti­sche Roy­al Air Force (RAF) Luft­an­grif­fe gegen Zie­le in Deutsch­land geflo­gen, aber die Ent­fer­nung ist rie­sig und für die bri­ti­schen Bom­ber kaum zu bewäl­ti­gen.
Trotz der gerin­gen Aus­sich­ten, dem deut­schen Kriegs­geg­ner ernst­haft scha­den zu kön­nen, flie­gen sie. Die RAF-Bom­bar­de­ments sind aller­dings mehr psy­cho­lo­gi­sche Nadel­sti­che und kei­ne ernst­haf­te Bedro­hung für das „Blitz­krieg“ gewöhn­te Deut­sche Reich.

Das wird nach dem Kriegs­ein­tritt der Ame­ri­ka­ner Ende 1941 schlag­ar­tig anders. Für die Bri­ten bedeu­tet der neue, nun auch offi­zi­el­le Ver­bün­de­te, die immens wich­ti­ge Ver­stär­kung an Mensch und Mate­ri­al. Die deut­sche Zivil­be­völ­ke­rung, die den Krieg haupt­säch­lich aus den Son­der­mel­dun­gen im Radio und durch die Bil­der der Wochen­schau im Kino kennt, bekommt ihn jetzt spü­ren.
Tag für Tag und Nacht für Nacht.

B-17 Fly­ing For­t­ress, gemein­frei

Ab Mit­te 1942 gehen die Alli­ier­ten dazu über, gro­ße Bom­ber­pulks nach Deutsch­land zu schi­cken, um sowohl Indus­trie- und Mili­tär­ein­rich­tun­gen zu zer­stö­ren, aber auch um die Moral der Bevöl­ke­rung zu bre­chen.
Die ame­ri­ka­ni­sche USAAF kon­zen­triert sich in Tagesan­grif­fen vor­wie­gend auf Indus­trie­zie­le, wäh­rend die Bom­ber der bri­ti­schen RAF bei Nacht die Städ­te bom­bar­die­ren, um Zivil­be­völ­ke­rung und kämp­fen­de Sol­da­ten zu demo­ra­li­sie­ren.


Der Totale Krieg

Wollt Ihr den tota­len Krieg?“ brüllt Pro­pa­gan­da­mi­nis­ter Joseph Goeb­bels in sei­ner Sport­pa­last­re­de vom 18. Febru­ar 1943 und ern­tet fre­ne­ti­schen Jubel.

Für vie­le Deut­schen ist die grau­en­vol­len Schlacht bei Sta­lin­grad mit 700.000 Toten und die Kapi­tu­la­ti­on der 6. Armee Ende Janu­ar 1943 die psy­cho­lo­gi­sche Wen­de: Ab die­sem Zeit­punkt glau­ben vie­le nicht mehr, dass die­ser Krieg zu gewin­nen ist.
Doch die Angst vor der „rasen­den Rach­sucht“ der Bol­sche­wis­ten und die durch geschick­te Pro­pa­gan­da geschür­te Wut über den „anglo­ame­ri­ka­ni­schen Bom­ben­ter­ror“ lässt sie durch­hal­ten.
Vie­le sind kriegs­mü­de, mobi­li­sie­ren aber ihre letz­ten Kräf­te – und hof­fen trotz aller Zwei­fel auf den ver­spro­che­nen „End­sieg“.

Ruhr­ge­biet, Luft­schutz­stol­len wäh­rend Flie­ger­alarm, Zen­tral­bild II. Welt­krieg 1939 — 45 Luft­schutz­stol­len im Ruhr­ge­biet, um 1943. Wäh­rend eines Flie­ger­alarms, Ruhr­ge­biet, 1943, Pho­to­gra­pher Unknown, Bun­des­ar­chiv, Bild 183-R71086 / CC-BY-SA, gemein­frei

Am 10. Juli 1943 lan­den alli­ier­te Streit­kräf­te in Sizi­li­en und kämp­fen sich durch Ita­li­en Rich­tung Nor­den, ein knap­pes Jahr spä­ter, am 6. Juni 1944 beginnt die „Ope­ra­ti­on Over­lord“ – der „längs­te Tag“: die Lan­dung eng­li­scher, ame­ri­ka­ni­scher, fran­zö­si­scher und pol­ni­scher Sol­da­ten in der Nor­man­die.

An der Ost­front treibt die Roten Armee die Deut­sche Wehr­macht Rich­tung Wes­ten, bereits im Früh­jahr 1944 errei­chen sowje­ti­sche Kampf­ver­bän­de die Gren­ze Rumä­ni­ens, der Tsche­cho­slo­wa­kei und des ehe­ma­li­gen Polen.
Die natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Pro­pa­gan­da beschö­nigt den ein­set­zen­den Rück­zug deut­scher Trup­pen an fast allen Fron­ten als „Front­be­gra­di­gun­gen“.
Im Radio — vom Volks­mund „Goeb­bels­schnau­ze“ genannt — wird über Mit­tel- und Lang­wel­le ver­kün­det, dass die Sol­da­ten der deut­schen Wehr­macht erst Hei­mat­bo­den erreicht haben müss­ten, um „das Reich” bes­ser ver­tei­di­gen und die Fein­de zurück­schla­gen zu kön­nen.

Im zivi­len Deutsch­land wis­sen vie­le nicht wei­ter.
Beson­ders im Osten hat man fürch­ter­li­che — und begrün­de­te — Angst vor den her­an­rü­cken­den „Bol­sche­wi­ken“.
Flucht ist den Bewoh­nern Ost­preu­ßens unter Andro­hung schwe­rer Stra­fen ver­bo­ten wor­den, Hit­ler will der vor­rü­cken­den Roten Armee einen mensch­li­chen „Schutz­wall“ ent­ge­gen­stel­len.
Die Par­tei­bon­zen haben sich selbst natür­lich schon längst in Sicher­heit gebracht.

Hit­ler­jun­gen und alte Män­ner wer­den zum „Volks­sturm“ ein­ge­zo­gen, dem letz­ten Auf­ge­bot. War bis weit in den Krieg hin­ein die Ver­sor­gung mit Lebens­mit­teln und Klei­dung gut, so wird jetzt bemerk­bar, dass immer mehr ehe­mals besetz­te Gebie­te nicht mehr aus­ge­beu­tet wer­den kön­nen.
Die Deut­schen sind erschöpft.
„Heil Hit­ler“ — der “Deut­sche Gruß” — ver­schwin­det.

Hit­ler for­dert den Kampf bis zum Unter­gang.

Der Untergang

Als am 12. April 1945 US-ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­dent Fran­k­lin D. Roo­se­velt über­ra­schend stirbt, froh­lockt Hit­ler für kur­ze Zeit und hofft auf den Zer­fall der alli­ier­ten Koali­ti­on. Die Wehr­macht soll und muss wei­ter­kämp­fen – wie so oft mit der Dro­hung „bol­sche­wis­ti­scher“ Gräu­el­ta­ten.

Zu „Füh­rers Geburts­tag“ am 20. April emp­fängt er Gäs­te im Füh­rer­bun­ker. Hit­ler wird 56 Jah­re alt und ist geis­tig und kör­per­lich ein Wrack.
Am 22. April erlei­det er einen Ner­ven­zu­sam­men­bruch, als er erfährt, dass SS-Ober­grup­pen­füh­rer Felix Stei­ner den befoh­le­nen Ent­satz­an­griff sei­ner Armee­grup­pe in der Schlacht um Ber­lin als undurch­führ­bar ver­wei­gert hat.
Am 25. April 1945 rei­chen sich auf der zer­stör­ten Elb­brü­cke in Tor­gau Sol­da­ten der 90. US-Infan­te­rie­di­vi­si­on und der sowje­ti­schen Gar­de­di­vi­si­on die Hand.
Ost- und West­front sind jetzt ver­eint, Ber­lin von der Roten Armee ein­ge­kes­selt.
Am 28. April erfährt Hit­ler von Himm­lers mona­te­lan­gen Geheim­ver­hand­lun­gen mit den Alli­ier­ten über einen Sepa­rat­frie­den und lässt dar­auf­hin Himm­lers Kon­takt­mann Herr­mann Fegelein ver­haf­ten und erschie­ßen.
Am 29. April ver­brei­tet sich die Nach­richt von der Erschie­ßung des ita­lie­ni­schen „Duce“ Beni­to Mus­so­li­ni und der Miss­hand­lung sei­ner Lei­che.
Am 30. April hei­ra­tet Hit­ler sei­ne Lebens­ge­fähr­tin Eva Braun.

Danach dik­tiert er sein poli­ti­sches Tes­ta­ment: Er ernennt sei­nen treu­en Gefolgs­mann und Hard­li­ner, den Ober­be­fehls­ha­ber der deut­schen Kriegs­ma­ri­ne, Groß­ad­m­ral Karl Dönitz, zu sei­nem Nach­fol­ger als Reichs­prä­si­den­ten und Ober­be­fehls­ha­ber der Wehr­macht. Goeb­bels soll neu­er Reichs­kanz­ler wer­den.
Göring und Himm­ler wer­den aus der NSDAP aus­ge­schlos­sen.
Die Deut­schen ruft er zur unbe­ding­ten Fort­set­zung des Krie­ges, zur Ein­hal­tung der Nürn­ber­ger Ras­sen­ge­set­ze und zur wei­te­ren „Ver­nich­tung“ der Juden auf. Er ver­teilt Ampul­len mit Zyan­ka­li und ver­gif­tet sei­ne Schä­fer­hün­din.

Am Nach­mit­tag zieht sich Hit­ler mit sei­ner Ehe­frau zurück.
Eva Braun schluckt Gift, Hit­ler erschießt sich.

Exak­te Schät­zun­gen gibt es nicht, aber es wird ver­mu­tet, dass zwi­schen 36 und 52 Mil­lio­nen Men­schen ihr Leben ver­lo­ren haben.
Unge­zählt blei­ben die Mil­lio­nen, die ver­letzt, obdach­los, ver­trie­ben, depor­tiert oder inhaf­tiert wur­den.
Das „Tau­send­jäh­ri­ge Reich“ ist nach zwölf Jah­ren unter­ge­gan­gen und hin­ter­lässt Tod, Elend und uner­mess­li­ches Leid.

Lesen Sie im nächs­ten Bei­trag: Über­rollt — Die neue Reichs­haupt­stadt: Flens­burg — Von mi gift dat nix! — Wir waren die Rus­sen — Plötz­lich waren alle Rit­ter­gut­be­sit­zer — Wohl­stand für alle
Ihr Flücht­lin­ge!


Copy­right: Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en, www.bildbiographien.de, 2015


Buch­emp­feh­lun­gen:
(Die mit * gekenn­zeich­ne­ten Links sind soge­nann­te Affi­la­te-Links, die hel­fen, den Blog Gene­ra­tio­nen­ge­spräch zu finan­zie­ren. Wenn Ihnen eine der ange­ge­be­nen Buch­emp­feh­lun­gen
gefällt und Sie das Buch über die­sen Link bestel­len, erhält der Blog dafür eine klei­ne Pro­vi­si­on, ohne dass für Sie Mehr­kos­ten ent­ste­hen. Für Ihren Klick: Herz­li­chen Dank im Vor­aus!)

Die gewal­ti­gen Tur­bu­len­zen in der euro­päi­schen Geschich­te von 1914 bis 1949  meis­ter­haft, fun­diert und fes­selnd erzählt. Sehr lesens­wert auch für alle, die sich mit die­sem The­ma noch nicht aus­ein­an­der­ge­setzt haben. Ian Kers­haw, Höl­len­sturz: Euro­pa 1914 bis 1949*. Pan­the­on Ver­lag, 2017

Die Geschich­te der Deut­schen gut, über­sicht­lich und ver­ständ­lich erklärt. Für alle Geschichts­in­ter­es­sier­ten pri­ma zum Nach­schla­gen und Quer­le­sen geeig­net. Chris­ti­an v. Dit­furth: Deut­sche Geschich­te für Dum­mies*, Wiley-VCH Ver­lag GmbH & Co. KGaA, Wein­heim, 2012

Preis: EUR 10,99

Was wäre gewe­sen, wenn …
Hit­ler den Krieg gewon­nen hät­te und Groß­deutsch­land vom Rhein bis zum Ural rei­chen wür­de? Ein groß­ar­ti­ges Buch zwi­schen Fic­tion, Kri­mi und vie­len his­to­risch aus­ge­spro­chen inter­es­san­ten Fak­ten.

Robert Har­ris, Vater­land*. Heyne Ver­lag, 2017

Ein her­vor­ra­gend recher­chier­tes Buch über die Frau­en der Nazi­grö­ßen und ein span­nen­der Blick hin­ter die Kulis­sen der NS-High­so­cie­ty
Anna Maria Sig­mund, Die Frau­en der Nazis*. Wil­helm Heyne Ver­lag, Mün­chen, 2013

Mai 1940, Groß­bri­tan­ni­en steht am Abgrund. Ein Meis­ter­werk, das die dun­kels­te Stun­de der Bri­ten und den Kampf Chur­chills gegen Hit­ler-Deutsch­land UND die Appeaser im eige­nen Land zeigt. Ein tol­les His­to­ri­en-Dra­ma, fes­selnd erzählt und gran­di­os dar­ge­stellt. Sehr sehens­wert! Die dun­kels­te Stun­de* mit Gary Old­man, Kris­tin Scott Tho­mas, u.v.m. Uni­ver­sal Pic­tures Ger­ma­ny GmbH, 2017, FSK: 6

Wei­ter­füh­ren­de Links zum The­ma:


Für die dama­li­ge Zeit hat­te er eine ganz „nor­ma­le“ Kind­heit. Der Wer­de­gang Adolf Hit­lers vom geprü­gel­ten Sohn eines „erzie­hen­den“ Vaters und einer lie­be­vol­len, aber schwa­chen Mut­ter, zu einem der grau­sams­ten Dik­ta­to­ren der Mensch­heit
Vom ver­bor­ge­nen zum mani­fes­ten Grau­en: Kind­heit und Jugend Adolf Hit­lers


Kon­rad Hen­lein, Sude­ten­deut­scher mit tsche­chi­schem Groß­va­ter, war Turn­leh­rer und woll­te nach eige­nem Bekun­den auch nie etwas ande­res sein. Er wur­de zum Aus­hän­ge­schild natio­nal­so­zia­lis­ti­scher Sude­ten­deut­scher, die in den 1930er Jah­re kräf­tig am Welt­frie­den zün­del­ten. War Hen­lein nur Hit­lers Mario­net­te und Brand­stif­ter — oder auch Bie­der­mann mit einem eigent­lich ernst­haf­ten Anlie­gen?
Bie­der­mann oder Brand­stif­ter: Kon­rad Hen­lein


Unity Val­ky­rie Mit­ford ist in den 1930er Jah­ren ein exzen­tri­sches It-Girl der fei­nen Lon­do­ner Gesell­schaft. Ver­mut­lich mehr aus Lan­ge­wei­le schließt sie sich den bri­ti­schen Faschis­ten an, wird zur glü­hen­den Ver­eh­re­rin Adolf Hit­lers, reist nach Mün­chen, schafft es, den “Füh­rer” ken­nen­zu­ler­nen und in den “inner cir­cle” der neu­en natio­nal­so­zia­lis­ti­schen High-Socie­ty im Drit­ten Reich auf­zu­stei­gen. Ein deutsch-bri­ti­sches Tech­tel­mech­tel — mit Fol­gen?
Hit­lers It-Girl


Adolf Hit­ler und sei­ne Anhän­ger. Wer folg­te den Natio­nal­so­zia­lis­ten und was bringt Men­schen dazu, zu Mör­dern zu wer­den?
Die Erlaub­nis zu has­sen


Es war wäh­rend des Drit­ten Rei­ches ein Best­sel­ler und galt als d e r Leit­fa­den zur Kin­der­er­zie­hung. Über die NS-Päd­ago­gik und Johan­na Haa­rers Mach­werk.
Zwi­schen Drill und Miss­hand­lung: Die deut­sche Mut­ter und ihr ers­tes Kind


Sta­lin, Hit­lers “Bru­der im Geis­te”, war der zwei­te Dik­ta­tor, der die Welt ihn Atem hielt. Und das Ver­blüf­fen­de: Sta­lin “moch­te” Hit­ler und hat ihn tat­säch­lich bewun­dert.
Wer war eigent­lich Sta­lin? Teil 1


Lese­emp­feh­lung:


Was befahl Hit­ler? Gab es einen “Füh­rer­be­fehl” für den Holo­caust? Über die flie­ßen­den Über­gän­ge zwi­schen Befeh­len­den, Nutz­nie­ßern, Pro­fi­teu­ren und “Bystan­dern”:
http://www.zeit.de/zeit-geschichte/2017/01/holocaust-adolf-hitler-befehle-forschung-streit


 Wir müssten das alles mal aufschreiben Die Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en bringt seit 2012 Lebens-. Fami­li­en- und Unter­neh­mens­bio­gra­fi­en als Bild­bio­gra­phi­en ins Buch und bie­tet außer­dem einen Ghost­wri­ting-Ser­vice mit den Schwer­punk­ten Geschich­te und Psy­cho­lo­gie an.
Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­den Sie auch auf unse­rer Home­page www.bildbiographien.de


Bild­nach­wei­se:

1) Nach Kriegs­en­de, 1945 After the end of the war, 1945, By US Army, Public Domain
2) Beset­zung der Tsche­cho­slo­wa­kei durch die deut­schen Trup­pen, Okto­ber 1938, UBz: Ein­woh­ner von Eger beim Ein­rü­cken deut­scher faschis­ti­schen Ver­bän­de. Her­aus­ga­be­da­tum: 5. Okto­ber 1938, Scherl / Welt­bild, Bun­des­ar­chiv, Bild 183-H13160, Okto­ber 1938, UBz: Ein­woh­ner von Eger beim Ein­rü­cken deut­scher faschis­ti­schen Ver­bän­de. Her­aus­ga­be­da­tum: 5. Okto­ber 1938, Scherl / Welt­bild, Bun­des­ar­chiv, Bild 183-H13160 / CC BY-SA 3.0
3) Sowjet­uni­on, August 1939, Im Mos­kau­er Kreml wird am 23.8.1939 ein Nicht­an­griffs­ver­trag zwi­schen dem deut­schen Reich und der UdSSR unter­zeich­net. Nach der Unter­zeich­nung im Gespräch J.W. Sta­lin und der deut­sche Reichs­au­ßen­mi­nis­ter Joa­chim von Rib­ben­trop (r.), Bun­des­ar­chiv, Bild 183-H27337 / CC BY-SA 3.0
4) Das von der Legi­on Con­dor zer­stör­te Ger­ni­ka. Von Bun­des­ar­chiv, Bild 183-H25224 / Unbe­kannt / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5434009

5) Sir Winston Chur­chill, skee­ze, pixabay.com, CC0 Public Domain
6) Vor­marsch unse­rer Trup­pen durch die Win­ter­land­schaft vor Mos­kau. Die Wege sind gefro­ren und trotz der Käl­te geht es leicht vor­wärts. (Kriegs­be­rich­ter Cusi­an, 21.11.41), Bun­des­ar­chiv, Bild 183-L20813 / CC BY-SA 3.0
7) B-17 Fly­ing For­t­ress, gemein­frei, Two B-17 Fly­ing For­tres­ses’ vapor trails light up the night sky over Eas­tern Euro­pe

8) Ruhr­ge­biet, Luft­schutz­stol­len wäh­rend Flie­ger­alarm, Zen­tral­bild II. Welt­krieg 1939 — 45 Luft­schutz­stol­len im Ruhr­ge­biet, um 1943. Wäh­rend eines Flie­ger­alarms, Ruhr­ge­biet, 1943, Pho­to­gra­pher Unknown, Bun­des­ar­chiv, Bild 183-R71086 / CC-BY-SA, gemein­frei
9) Karl_D%C3%B6nitz.jpg#/media/File:Karl_D%C3%B6nitz.jpg, gemein­frei

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.