Der 2. Weltkrieg: Kriegsende – Zusammenbruch – Befreiung

Der zweite Weltkrieg zusammenfassung www.generationengespräch.de


Dass Hit­ler den 2. Welt­krieg will, ist den meis­ten nicht klar.

Sei­nen Wahn vom “Lebens­raum” kann zwar jeder in „Mein Kampf“ nach­le­sen, aber fast nie­mand glaubt das, was da zu lesen ist.

Eine Chro­nik des fürch­ter­lichs­ten Krie­ges in der Weltgeschichte.

Sebas­ti­an Haff­ner schil­dert in sei­nen ‚Anmer­kun­gen zu Hit­ler‘ (1978) einen Zeit­raum vom Früh­jahr 1938 bis zum Früh­jahr 1939, in dem bis zu 90 Pro­zent aller Deut­schen Hit­ler-Anhän­ger gewe­sen sein sollen. 

In die­ser Zeit scheint dem “Füh­rer” alles zu gelingen.

„… Wenn Hit­ler Ende 1938 einem Atten­tat zum Opfer gefal­len wäre, wür­den nur weni­ge zögern, ihn einen der größ­ten Staats­män­ner der Deut­schen zu nen­nen.”

Joa­chim Fest, Hit­ler — Eine Bio­gra­phie*

Dass Hit­ler Krieg will, ist den meis­ten nicht klar.

Sei­nen Wahn vom deut­schen “Lebens­raum” kann zwar seit 1925 jeder in „Mein Kampf“ nach­le­sen, aber fast nie­mand glaub­te das, was da zu lesen ist. 

Schlim­mer noch: Bis auf Sta­lin hat auch fast kei­ner der Poli­ti­ker und Mäch­ti­gen ande­rer Staa­ten Hit­lers Pam­phlet gelesen.

Doch Hit­ler meint es ernst.

Seit der „Macht­er­grei­fung“ im Jahr 1933 wird die deut­sche Außen- und Innen­po­li­tik, die Wirt­schafts- und Finanz­po­li­tik sys­te­ma­tisch auf ‘Krieg’ ausgerichtet.

Ab 1936 ist Hit­lers Krieg mili­tä­risch, aber vor allem auch wirt­schaft­lich nicht mehr zu vermeiden.

Die Ouvertüre: Appeasement 1938

Der eigent­li­che Irr­sinn ist, dass außer Hit­ler (und sei­ne Entou­ra­ge) im Jahr 1939 — gera­de mal 20 Jah­re nach dem Ende des 1. Welt­krie­ges — fast nie­mand einen neu­en Krieg will. 

Die Bri­ten und Fran­zo­sen nicht, die Sowjets nicht und auch nicht die meis­ten Deutschen. 

Hoch­ran­gi­ge deut­sche Mili­tärs schmie­den wäh­rend der Sude­ten­kri­se 1938 sogar Putsch­plä­ne gegen Hit­ler, soll­te er das Sude­ten­land gewalt­sam besetzen. 

Offi­zier der Wehr­macht war­ten nur noch auf ein posi­ti­ves Zei­chen aus Groß­bri­tan­ni­en und Frank­reich, dann hät­ten sie — im Fal­le einer mili­tä­ri­schen Beset­zung des Sude­ten­lands — los­ge­schla­gen, um Hit­lers Kriegs­plä­ne durch einen Putsch zu stoppen.

Sie war­ten ver­geb­lich: Am Abend des 29. Sep­tem­ber 1938 wird das Münch­ner Abkom­men ver­kün­det, das die Sude­ten­kri­se beendet.

Das Auf­at­men im Reich und in ganz Euro­pa ist uner­mess­lich groß.
Einen Krieg soll es nicht geben.

Hit­ler hat­te ein wei­te­res sei­ner Vaban­que­spie­le gewonnen. 

Die Besetzung der ‘Rest-Tschechei’

Dies sei nun die letz­te For­de­rung, die ich an die Welt zu stel­len habe”, ver­kün­det Hit­ler in einer Rede kurz nach dem Abkom­men.
Es ist wie so oft eine Lüge. 

Nach der Beset­zung des Sude­ten­lan­des lau­fen die Kriegs­vor­be­rei­tun­gen auf Hochtouren.

Die soge­nann­te “Rest-Tsche­cheisei kein lebens­fä­hi­ger Staat, heißt es in der deut­schen Pro­pa­gan­da, die deut­sche Gene­ra­li­tät mache sich Sor­gen über die geo­po­li­ti­sche Lage die­ses Staates.

Auf der Land­kar­te betrach­tet säße er wie “ein Pfahl im Fleisch des groß­deut­schen Rei­ches”.

Goe­b­bels’ Pro­pa­gan­da­mi­nis­te­ri­um lässt in den Zei­tun­gen und über den Rund­funk fast täg­lich Berich­te über angeb­li­che Gräu­el­ta­ten ver­brei­ten, die Tsche­chen an harm­lo­sen Sude­ten­deut­schen ver­übt haben sollen. 

Immer wie­der heißt es, dass Böh­men für die Rus­sen eine idea­le Flug­ba­sis bilde.

Sprachverteilung in der Tschechoslowakei um 1930, „Tschechoslowakei Sprachverteilung um 1930 - erstellt 2008-10-29“ von derivative work: Henry Mühlpfordt (talk)Czechoslovakia1930linguistic.jpg: Mariusz Pazdziora - Czechoslovakia1930linguistic.jpg. Lizenziert unter CC BY 3.0 über Wikimedia Commons
Sprach­ver­tei­lung in der Tsche­cho­slo­wa­kei um 1930, — von deri­va­ti­ve work: Hen­ry Mühl­pfordt. Lizen­ziert unter CC BY 3.0 über Wiki­me­dia Commons 

Wer will, kann ahnen, dass Hit­lers Macht­hun­ger noch lan­ge nicht gestillt ist. 

Ein knap­pes hal­bes Jahr nach dem Münch­ner Abkom­men, im März 1939, mar­schiert die Wehr­macht in Prag ein. 

Die rei­che und hoch­ent­wi­ckel­te Tsche­cho­slo­wa­kei, die einst als die “zwei­te Schweiz Euro­pas” gegol­ten hat, ver­schwin­det von der Landkarte. 

Die ‘britischen Gouvernanten’ zieren sich

Seit Mit­te der 1930er Jah­re wirbt Hit­ler bei den Bri­ten für ein gemein­sa­mes Bünd­nis. Denn die bri­ti­sche Ober­schicht — und nur die Ober­schicht — hält er für den Ari­ern ebenbürtig.

Ab dem Jahr 1934 fin­den soge­nann­te Pil­ger­rei­senbri­ti­scher Poli­ti­ker, Jour­na­lis­ten, Adli­ger und Indus­tri­el­ler statt. 

In Ber­lin oder auf dem Ober­salz­berg wer­den sie vom “Füh­rer” per­sön­lich emp­fan­gen, um sie vom Sinn eines sol­chen Bünd­nis­ses zu überzeugen.

Lan­ge Zeit scheint man auf der Insel den Plä­nen eines deutsch-bri­ti­schen Tech­tel­mech­tels nicht abge­neigt zu sein.

Aber die “bri­ti­schen Gou­ver­nan­ten” zie­ren sich.

Nach dem Ein­marsch der Wehr­macht in Prag im März 1939 geben sie ihm end­gül­tig einen Korb. Die bri­ti­schen Appea­ser sind tief ent­täuscht über Hit­lers erneu­tem Wort­bruch, wen­den sich ab und ver­hän­gen Sank­tio­nen gegen die Deutschen.

Freie Bahn für den 2. Weltkrieg: Der Hitler-Stalin Pakt

Danach geschieht das Unfass­ba­re.
Nach meh­re­ren Mona­ten Geheim­ver­hand­lun­gen schlie­ßen im August 1939  “Unmensch” und “Bes­tie”, wie sich die Dik­ta­to­ren Hit­ler und Sta­lin gegen­sei­tig zu bezeich­nen pfle­gen — einen “Nicht­an­griffs­pakt“.

Die Unter­schrif­ten unter den Ver­trä­gen und dem “gehei­men Zusatz­pro­to­koll” (die Neu­auf­tei­lung Ost­eu­ro­pas, wenn es zu “ter­ri­to­ria­len Ver­schie­bun­gen” kommt) ist kaum tro­cken, als die deut­sche Wehr­macht am 1. Sep­tem­ber 1939 ohne Kriegs­er­klä­rung das mit Frank­reich und Groß­bri­tan­ni­en ver­bün­de­te Polen angreift.

Der Zwei­te Welt­krieg hat begonnen.

Im Westen nichts Neues: Der Sitzkrieg

Als die Deut­schen am 1. Sep­tem­ber 1939 über die Rund­funk­ge­rä­te immer wie­der die Pas­sa­ge hören müs­sen, mit der Hit­ler vor dem Reichs­tag den Über­fall auf Polen recht­fer­tigt, ahnen vie­le, dass der angeb­li­che Kriegs­grund wie­der eine Lüge ist. 

” … Polen hat heu­te Nacht zum ers­ten Mal auf unse­rem eige­nen Ter­ri­to­ri­um auch mit bereits regu­lä­ren Sol­da­ten geschos­sen. Seit 5:45 Uhr wird jetzt zurück­ge­schos­sen! Und von jetzt ab wird Bom­be mit Bom­be ver­gol­ten! Wer mit Gift kämpft, wird mit Gift­gas bekämpft. Wer selbst sich von den Regeln einer huma­nen Kriegs­füh­rung ent­fernt, kann von uns nichts ande­res erwar­ten, als dass wir den glei­chen Schritt tun. Ich wer­de die­sen Kampf, ganz gleich, gegen wen, so lan­ge füh­ren, bis die Sicher­heit des Rei­ches und bis sei­ne Rech­te gewähr­leis­tet sind.“ 

Adolf Hit­ler am 1. Sep­tem­ber 1939 vor dem Reichs­tag

Die meis­ten Deut­schen sind tief erschüttert.

Anders als im August 1914 gibt es auf den Stra­ßen weder hys­te­ri­schen Jubel noch patrio­ti­sche Kund­ge­bun­gen oder Gesänge. 

Die Erin­ne­run­gen an den ers­ten Welt­krieg mit Mil­lio­nen von Opfern und der chao­ti­schen Nach­kriegs­zeit sind gera­de ein­mal 20 Jah­re alt. Auf den Stra­ßen sieht man im Sep­tem­ber 1939 nur erns­te Gesich­ter und zusam­men­ge­bis­se­ne Zähne.

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Die Bio­gra­phien von Unity Mit­ford, Pola Negri, Rudolf Höß und vie­ler ande­rer Zeit­zeu­gen zusam­men­ge­fasst in neu­en und alten Bil­dern, die die Zwi­schen­kriegs­zeit zwi­schen 1918 und 1939 zum Leben erwe­cken.

Kein His­to­ri­ker aus dem Off, son­dern Spiel­sze­nen und mit bis­lang unver­öf­fent­lich­tem Ori­gi­nal-Film­ma­te­ri­al basie­rend auf Tage­bü­chern, Brie­fen und Fotos erklä­ren die Zeit, das Lebens­ge­fühl, Träu­me und Schick­sa­le.
Sehr sehens­wert!
Krieg der Träu­me 1918–1939 [3 DVDs]*, 2018, FSK 12 

Es gibt kei­ne Begeis­te­rung für die­sen Krieg, aber auch kei­nen Wider­stand oder offen geäu­ßer­te Angst. 

Der Füh­rer wird’s schon rich­ten“ wird zum geläu­fi­gen Spruch, mit dem man sich zu trös­ten ver­sucht. Die Wehr­macht, die Beam­ten­schaft, die Par­tei und nicht zuletzt die Deut­schen funktionieren. 

Die Ruinen von Guernica Das von der Legion Condor zerstörte Gernika. Von Bundesarchiv, Bild 183-H25224 / Unbekannt / CC BY-SA 3.0 de
Die Rui­nen von Guer­ni­ca Das von der Legi­on Con­dor zer­stör­te Ger­ni­ka. Von Bun­des­ar­chiv, Bild 183-H25224 / Unbe­kannt / CC BY-SA 3.0 de 

Schock­star­re auch in Europa.

Spa­ni­en 1936, die Sude­ten­kri­se 1938 und die “Erle­di­gung” der mit den Fran­zo­sen ver­bün­de­ten “Rest-Tsche­chei” im März 1939. 

Die­ses Mal ist Hit­ler aller­dings zu weit gegan­gen. Nach dem Über­fall auf Polen erklä­ren Bri­ten und Fran­zo­sen dem deut­schen Reich den Krieg.

Aber sie unter­neh­men — wie­der ein­mal — nichts. 

Man hält die hoch­ge­rüs­te­te Wehr­macht für zu über­mäch­tig und traut sich nicht, die Deut­schen anzugreifen.

Kei­ner wagt es, den ers­ten Schuss abzu­ge­ben.

Wie erstarrt sehen Bri­ten und Fran­zo­sen zu, wie Hit­lers Wehr­macht im Osten freie Bahn hat, den pol­ni­schen Feld­zug als „Blitz­krieg“ füh­ren kann und nach weni­gen Wochen Polen — wie­der ein­mal — von der Land­kar­te ver­schwun­den ist. 

Im Wes­ten herrscht wäh­rend­des­sen ein eigen­ar­ti­ger Sitz­krieg — Drô­le de guer­re — “komi­scher Krieg

Eine his­to­ri­sche Chan­ce geht ver­lo­ren, denn im Wes­ten ste­hen nur weni­ge Wehr­macht-Ein­hei­ten zur Ver­tei­di­gung zur Verfügung. 

Hät­ten Frank­reich und Groß­bri­tan­ni­en wäh­rend des Polen­feld­zugs das Deut­sche Reich ange­grif­fen, hät­te nach Mei­nung vie­ler His­to­ri­ker die­ser Krieg ver­mut­lich schon im Keim erstickt wer­den können.

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Der BBC-Jour­na­list Tim Mar­shall
mit einem span­nen­den Blick hin­ter die Kulis­se von Geschich­te und Welt­po­li­tik, mit dem Zusam­men­hän­ge, his­to­ri­sche Ent­wick­lun­gen und auch mög­li­che kom­men­de Sze­na­ri­en nach­voll­zieh­ba­rer und greif­ba­rer wer­den. Ein ‘Must-Read’ für alle, die sich für Geschich­te und Poli­tik inter­es­sie­ren.

Tim Mar­shall, Die Macht der Geo­gra­phie*, dtv Ver­lags­ge­sell­schaft, 2017 


Blitzkriege & Luftschlacht um England

Die fata­lis­ti­sche Stim­mung der Deut­schen schlägt nach dem raschen Kriegs­er­folg in Polen schließ­lich doch noch in eine Art ver­trau­ens­vol­ler Zuver­sicht um.

Die Wehr­macht scheint unbe­sieg­bar zu sein.

Nach Polen wer­den in kur­zen kon­zer­tier­ten Feld­zü­gen Däne­mark, Nor­we­gen, Bel­gi­en, die Nie­der­lan­de, Luxem­burg, ein Groß­teil Frank­reichs, Jugo­sla­wi­en und Grie­chen­land erobert und besetzt.

Nach der Kapi­tu­la­ti­on Frank­reichs am 22. Juni 1940 sind die Bri­ten ein Jahr lang Deutsch­lands ein­zi­ger ver­blie­be­ner Kriegsgegner. 

Aber auch sie ste­hen mit dem Rücken zur Wand: Knapp einen Mona­te nach der Kapi­tu­la­ti­on der Fran­zo­sen befiehlt Hit­ler die Ope­ra­ti­on See­lö­we, die Lan­dung in Großbritannien. 

Als Vor­be­rei­tung beginnt im August 1940 der “Batt­le of Bri­tain”, die Luft­schlacht um Eng­land.

2. Weltkrieg: Als die Briten Europa retteten

Weni­ge Mona­te zuvor hat­te Win­s­ton Chur­chill das Amt des Pre­mier­mi­nis­ters von Cham­ber­lain über­nom­men.
Es ist ein Schleudersitz. 

Doch Chur­chill kann sich gegen die Appea­ser in sei­nem Kabi­nett, die auf Ver­hand­lun­gen mit Hit­ler drän­gen, durch­set­zen und schwört die Bri­ten auf “Blut, Schweiß und Trä­nen” im Krieg gegen die Deut­schen ein. 

Das Durch­hal­ten der Bri­ten ret­tet Euro­pa. Für den wei­te­ren Kriegs­ver­lauf ist es uner­mess­lich wichtig.

22. Juni 1941: Das ‘Unternehmen Barbarossa’

Es ist ein Trep­pen­witz der Geschich­te, dass aus­ge­rech­net der sonst bis an die Gren­ze zur Para­noia miss­traui­sche Sta­lin die Zei­chen der Zeit nicht erkennt.

Ab März 1941 berich­ten immer mehr sowje­ti­sche Spio­ne von einem nicht enden wol­len­den Strom deut­scher Trup­pen, die Rich­tung Osten marschieren. 

Täg­lich bräch­ten bis zu vier Züge deut­sche Sol­da­ten und Pan­zer in die Auf­marsch­räu­me in Polen.

Anfang Mai 1941 mel­det auch Sta­lins Top-Spi­on Richard Sor­ge nach Mos­kau, dass ein Angriff der Deut­schen mit 150 Divi­sio­nen unmit­tel­bar bevor stün­de. Geplan­ter Ter­min: der 20. Juni 1941.

Aber Sta­lin wie­gelt ab.

Er droht sei­nen Mili­tärs und Bera­tern sogar, es wür­den „Köp­fe rol­len“, wenn sie ohne sei­ne Erlaub­nis Trup­pen in Marsch setzen.

Als am 22. Juni 1941 das Infer­no des „Unter­neh­men Bar­ba­ros­sa“, der deut­sche Über­fall auf die Sowjet­uni­on, beginnt, ist der sowje­ti­sche Dik­ta­tor am Boden zerstört. 

Über­rum­pelt und rat­los zieht er sich auf sei­ne Dat­scha zurück und ist für meh­re­re Tage für nie­man­den zu sprechen.

Siegesfanfaren
Von der ‘Wacht am Rhein’ zu ‘Les Préludes’

Der Krieg gegen die Sowjet­uni­on macht den Deut­schen Angst. Unmut – wenn auch sehr lei­se geäu­ßert – brei­tet sich aus.

Um den Wahn­sinn einer zwei­ten Front plau­si­bel zu machen, ver­kauft man “dem Volk” den Krieg gegen den eins­ti­gen Bünd­nis­part­ner Sowjet­uni­on als Aggres­si­on der “Bol­sche­wis­ten“: Der „rus­si­sche Auf­marsch gegen die deut­sche Gren­ze“ sei in vol­lem Gan­ge, heißt es in der Propaganda.

Es sieht fast so aus, als ob Hit­ler auch die­ses Spiel gewin­nen könnte.

Die von den sta­li­nis­ti­schen Säu­be­run­gen in den 1930er Jah­ren dezi­mier­ten sowje­ti­schen Trup­pen erlei­den schwe­re Ver­lus­te und wer­den von der Wehr­macht Rich­tung Osten getrieben. 

In den Wochen­schau­en und im Rund­funk jagt eine Sie­ges­mel­dung die nächs­te.
Zur “Die Wacht am Rhein” als “Son­der­mel­dungs­fan­fa­re” für den Frank­reich-Feld­zug kommt „Les Pré­ludes“ von Franz Liszt als “Russ­land­fan­fa­re”.

Weil Sta­lin sei­nen Trup­pen einen Rück­zug unter Andro­hung der Todes­stra­fe ver­bie­tet, ster­ben in grau­en­haf­ten Kes­sel­schlach­ten Hun­dert­tau­sen­de sowje­ti­sche Sol­da­ten oder gera­ten in deut­sche Kriegs­ge­fan­gen­schaft (was oft dem Tod gleichkommt).

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Was wäre gewe­sen, wenn …
Hit­ler den Krieg gewon­nen hät­te und Groß­deutsch­land vom Rhein bis zum Ural rei­chen wür­de?
Ein groß­ar­ti­ges Buch zwi­schen Fic­tion, Kri­mi und vie­len his­to­risch aus­ge­spro­chen inter­es­san­ten Fak­ten.

Robert Har­ris, Vater­land*. Hey­ne Ver­lag, 2017 


Winter 1941: Der deutsche Vormarsch friert ein und Hitler erklärt Amerika den Krieg

Dann setzt im Okto­ber 1941 der Herbst­re­gen ein, die deut­sche Inva­si­on bleibt nach wochen­lan­gem Vor­marsch im Matsch vor Mos­kau stecken. 

Im Novem­ber 1941 gelingt es eini­gen weni­gen deut­schen Ein­hei­ten noch, die Außen­be­zir­ke Mos­kaus zu errei­chen, dann beginnt der gefürch­te­te rus­si­sche Winter. 

Die Sowjets eva­ku­ie­ren Mos­kau und brin­gen sogar den ein­bal­sa­mier­ten Leich­nam Lenins in Sicher­heit. Dann kommt ihnen der rus­si­sche Win­ter zu Hil­fe. Der Wet­ter­wech­sel ist mäch­ti­ger als alle ihre Armeen.

Maschi­nen und Waf­fen der Deut­schen ver­sa­gen in der klir­ren­den Käl­te.
Vie­le Sol­da­ten erfrie­ren, weil man sie im Ver­trau­en auf einen schnel­len Sieg in Som­mer­aus­rüs­tung nach Russ­land geschickt hat. Die feh­len­de Win­ter­aus­rüs­tung soll nun – viel zu spät – durch Samm­lun­gen in der Hei­mat beschafft werden.

"Vormarsch unserer Truppen durch die Winterlandschaft vor Moskau. Die Wege sind gefroren und trotz der Kälte geht es leicht vorwärts." (Kriegsberichter Cusian, 21.11.41), Bundesarchiv, Bild 183-L20813 / CC BY-SA 3.0
“Vor­marsch unse­rer Trup­pen durch die Win­ter­land­schaft vor Mos­kau. Die Wege sind gefro­ren und trotz der Käl­te geht es leicht vor­wärts.” (Kriegs­be­rich­ter Cusi­an, 21.11.41), Bun­des­ar­chiv, Bild 183-L20813 / CC BY-SA 3.0

Der deut­sche Vor­marsch an der Ost­front friert gera­de im rus­si­schen Win­ter fest, als am 7. Dezem­ber 1941 das mit Deutsch­land und Ita­li­en ver­bün­de­te Japan ohne Kriegs­er­klä­rung den ame­ri­ka­ni­schen Mari­ne­stütz­punkt Pearl Har­bour bom­bar­diert.

Am 11. Dezem­ber erklä­ren die mit Japan ver­bün­de­ten Ach­sen­mäch­te Deutsch­land und Ita­li­en den USA den Krieg.

Das ist die Wen­de.
Der ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­dent Roo­se­velt hat bereits lan­ge Zeit die bedräng­ten Bri­ten und die Sowjet­uni­on mit Waf­fen und Mate­ri­al unter­stützt; offi­zi­ell in den Krieg ein­tre­ten konn­te er gegen den Wil­len einer Mehr­heit der Ame­ri­ka­ner nicht. 

Pearl Har­bour und die Kriegs­er­klä­rung der Ach­sen­mäch­te ändern alles.

Der 2. Weltkrieg und die “Endlösung”

Aus dem inner­eu­ro­päi­schen Krieg ist ein Welt­krieg gewor­den, der mit nie gekann­ter Grau­sam­keit und zuneh­men­der Bru­ta­li­tät auf allen Sei­ten geführt wird.

Nie­mand schert sich mehr um die nach dem ers­ten Welt­krieg müh­sam errun­ge­nen Regeln und Kon­ven­tio­nen. Ein Men­schen­le­ben – sei es das eines Sol­da­ten oder eines Zivi­lis­ten – ist nichts mehr wert.

Es ist kein his­to­ri­scher Zufall, dass am 20. Janu­ar 1942 auf der Wann­see-Kon­fe­renz unter Lei­tung von Rein­hard Heyd­rich die sys­te­ma­ti­sche Ermor­dung von 11 Mil­lio­nen euro­päi­scher Juden beschlos­sen und bis hin zum Eisen­bahn­trans­port orga­ni­siert wird. 

Rudolf Höß expe­ri­men­tiert im Lager Ausch­witz-Bir­ken­au mit Zyklon B, einem Schäd­lings­be­kämp­fungs­mit­tel, und pro­biert es an rus­si­schen Kriegs­ge­fan­ge­nen aus.

Es ist nicht nur die Bana­li­tät, son­dern auch die Büro­kra­tie des Bösen.

Je schlech­ter sich der Front­ver­lauf für die Wehr­macht ent­wi­ckelt, des­to mehr bar­ba­ri­sche Anstren­gun­gen steckt man in die “End­lö­sung”.

Ende 1942 kämp­fen in Nord­afri­ka das ers­te Mal ame­ri­ka­ni­sche gegen deut­sche Trup­pen. Gemein­sam mit Bri­ten und Exil-Fran­zo­sen gelingt es ihnen, den deut­schen ‘Wüs­ten­fuchs’ Erwin Rom­mel aus Nord­afri­ka zu vertreiben.

Von dort als Brü­cken­kopf gelingt es ihnen am 10. Juli 1943 in der Ope­ra­ti­on Hus­ky auf Sizi­li­en zu landen.

Luftkrieg

Bereits seit Mai 1940 hat­te die bri­ti­sche Roy­al Air For­ce (RAF) Luft­an­grif­fe gegen Zie­le in Deutsch­land geflo­gen, aber die Ent­fer­nung ist rie­sig und für die bri­ti­schen Bom­ber kaum zu bewältigen.

Trotz der gerin­gen Aus­sich­ten, dem deut­schen Kriegs­geg­ner ernst­haft zu scha­den, flie­gen sie. Für die Deut­schen sind die RAF-Bom­bar­de­ments mehr psy­cho­lo­gi­sche Nadel­sti­che und kei­ne ernst­haf­te Bedrohung.

Das ändert sich mit dem offi­zi­el­len Kriegs­ein­tritt der Ame­ri­ka­ner im Dezem­ber 1941.
Für die Bri­ten bedeu­tet der neue, nun auch offi­zi­el­le Ver­bün­de­te, die immens wich­ti­ge Ver­stär­kung an Mensch und Material. 

Auch die Stra­te­gie der Bom­ben­an­grif­fe ändert sich: Es geht längst nicht mehr nur dar­um, kriegs­wich­ti­ge Indus­trie­an­la­gen und die deut­sche Infra­struk­tur lahm­zu­le­gen, son­dern um die Demo­ra­li­sie­rung der Zivilbevölkerung.

Seit dem 14. Febru­ar 1942 gilt die bri­ti­sche “Area Bom­bing Direc­ti­ve”, also das Flä­chen­bom­bar­de­ment von Sied­lungs­ge­bie­ten. Im Klar­text geht es von nun an um das Zer­stö­ren von Wohn­häu­sern. Und um’s Töten.

Die deut­sche Zivil­be­völ­ke­rung, die den Krieg bis­lang haupt­säch­lich aus den Son­der­mel­dun­gen im Radio und durch die Bil­der der Wochen­schau im Kino kennt, bekommt ihn jetzt spü­ren: In Lübeck bei­spiels­wei­se am 29. März 1942, in Ham­burg am 28. Juli 1943 mit 30.000 Toten in einer ein­zi­gen Nacht. 

1943: Der totale Krieg

Wollt Ihr den tota­len Krieg?“ hat­te Pro­pa­gan­da­mi­nis­ter Joseph Goe­b­bels in sei­ner Sport­pa­last­re­de vom 18. Febru­ar 1943 in die Men­schen­mas­se gebrüllt und fre­ne­ti­schen Jubel geern­tet.

Trotz­dem: Für vie­le Deut­schen ist die grau­en­vol­len Schlacht bei Sta­lin­grad mit 700.000 Toten und die Kapi­tu­la­ti­on der 6. Armee Ende Janu­ar 1943 die psy­cho­lo­gi­sche Wen­de.
Ab die­sem Zeit­punkt glau­ben vie­le nicht mehr, dass die­ser Krieg zu gewin­nen ist. 

Aber die Angst vor der „rasen­den Rach­sucht“ der Bol­sche­wis­ten und die Wut über den „anglo­ame­ri­ka­ni­schen Bom­ben­ter­ror“ las­sen sie durchhalten. 

Seit Sta­lin­grad treibt die Roten Armee die Deut­sche Wehr­macht in Rich­tung Wes­ten.
Im Früh­jahr 1944 errei­chen sowje­ti­sche Kampf­ver­bän­de die Gren­ze Rumä­ni­ens, der Tsche­cho­slo­wa­kei und des ehe­ma­li­gen Polen.

Die natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Pro­pa­gan­da beschö­nigt den ein­set­zen­den Rück­zug deut­scher Trup­pen an allen Fron­ten als „Front­be­gra­di­gun­gen. Im Radio — vom Volks­mund mitt­ler­wei­le in „Goe­b­bels­schnau­ze“ umge­tauft — wird über Mit­tel- und Lang­wel­le ver­kün­det, dass die Sol­da­ten der deut­schen Wehr­macht erst Hei­mat­bo­den erreicht haben müss­ten, um „das Reich” bes­ser ver­tei­di­gen und die Fein­de zurück­schla­gen zu können.

Am 6. Juni 1944 beginnt schließ­lich die lan­ge geplan­teOpe­ra­ti­on Over­lord“ – der „längs­te Tag“: die Lan­dung eng­li­scher, ame­ri­ka­ni­scher, fran­zö­si­scher und pol­ni­scher Sol­da­ten in der Nor­man­die.

Hit­ler­jun­gen und alte Män­ner wer­den zum „Volks­sturm“ ein­ge­zo­gen, dem letz­ten Auf­ge­bot. War bis weit in den Krieg hin­ein die Ver­sor­gung mit Lebens­mit­teln und Klei­dung gut, so wird jetzt bemerk­bar, dass immer mehr ehe­mals besetz­te Gebie­te nicht mehr aus­ge­beu­tet wer­den können.

Flucht ist der Zivil­be­völ­ke­rung unter Andro­hung schwers­ter Stra­fen verboten.

Beson­ders in Ost­preu­ßen, denn Hit­ler will der vor­rü­cken­den Roten Armee als letz­tes Auf­ge­bot einen mensch­li­chen „Schutz­wall“ ent­ge­gen­stel­len.

Aber die Deut­schen sind schon längst kriegs­mü­de und haben Angst. „Heil Hit­ler“ — der “Deut­sche Gruß” — ver­schwin­det als Begrü­ßungs­for­mel.

Hit­ler for­dert den Kampf bis zum Untergang. 

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Die letz­ten Tage des Drit­ten Rei­ches.
Der gan­ze Irr­witz des natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Sys­tems in einem Film.
Nach einem Tat­sa­chen­ro­man von Joa­chim Fest, mit Bru­no Ganz (Adolf Hit­ler), Corin­na Har­fouch (Mag­da Goe­b­bels), Alex­an­dra Maria Lara (Hit­lers Sekre­tä­rin Traudl Jun­ge) und vie­len wei­te­ren groß­ar­ti­gen Schau­spie­lern.

Oli­ver Hirsch­bie­gel (Regie), Der Unter­gang*, Con­stan­tin Film, 2005, FSK 12 


Der Untergang

Als am 12. April 1945 US-ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­dent Fran­k­lin D. Roo­se­velt über­ra­schend stirbt, froh­lockt Hit­ler für kur­ze Zeit und hofft auf den Zer­fall der alli­ier­ten Koali­ti­on sei­ner Kriegsgegner. 

Zu sei­nem Geburts­tag am 20. April emp­fängt er Gäs­te im Füh­rer­bun­ker. Hit­ler wird 56 Jah­re alt und ist geis­tig und kör­per­lich ein Wrack.

Als er erfährt, dass SS-Ober­grup­pen­füh­rer Felix Stei­ner den befoh­le­nen Ent­satz­an­griff sei­ner Armee­grup­pe in der Schlacht um Ber­lin als undurch­führ­bar ver­wei­gert hat, erlei­det er am am 22. April einen Ner­ven­zu­sam­men­bruch.

Am 25. April 1945 rei­chen sich auf der zer­stör­ten Elb­brü­cke bei Tor­gau Sol­da­ten der 90. US-Infan­te­rie­di­vi­si­on und der sowje­ti­schen Gar­de­di­vi­si­on die Hand.
Ost- und West­front sind jetzt ver­eint, Ber­lin von der Roten Armee eingekesselt.

Drei Tage spä­ter, am 28. April 1945, wird Hit­ler zuge­tra­gen, dass Himm­ler seit Mona­ten Geheim­ver­hand­lun­gen mit den Alli­ier­ten über einen Sepa­rat­frie­den führt. Er lässt dar­auf­hin Himm­lers Kon­takt­mann Herr­mann Fege­lein, den Schwa­ger sei­ner Gelieb­ten Eva Braun, ver­haf­ten und erschießen.

Am 29. April ver­brei­tet sich die Nach­richt von der Erschie­ßung des ita­lie­ni­schen „Duce“ Beni­to Mus­so­li­ni und der Miss­hand­lung sei­ner Leiche.

Am 30. April hei­ra­tet Hit­ler sei­ne Lebens­ge­fähr­tin Eva Braun.
Danach dik­tiert er sein poli­ti­sches Testament. 

Er ernennt sei­nen treu­en Gefolgs­mann und Hard­li­ner, den Ober­be­fehls­ha­ber der deut­schen Kriegs­ma­ri­ne, Großadim­ral Karl Dönitz, zu sei­nem Nach­fol­ger als Reichs­prä­si­den­ten und Ober­be­fehls­ha­ber der Wehr­macht.
Goe­b­bels soll neu­er Reichs­kanz­ler werden.

Göring und Himm­ler wer­den aus der NSDAP aus­ge­schlos­sen.
Die Deut­schen ruft er zur unbe­ding­ten Fort­set­zung des Krie­ges, zur Ein­hal­tung der Nürn­ber­ger Ras­sen­ge­set­ze und zur wei­te­ren „Ver­nich­tung“ der Juden auf.
Er ver­teilt Ampul­len mit Zyan­ka­li und ver­gif­tet sei­ne Schäferhündin.

Am Nach­mit­tag zieht sich Hit­ler mit Eva Braun zurück.
Sie schluckt Gift, er erschießt sich.

Einen Tag spä­ter, am 1. Mai 1945, ver­gif­tet Mag­da Goe­b­bels im Füh­rer­bun­ker ihre sechs klei­nen Kinder.

Die sechs getöteten Goebbels-Kinder, Mai 1945
Foto aus der sowje­ti­schen Wochen­schau 1945: Die sechs getö­te­ten Goebbels-Kinder

Exak­te Schät­zun­gen gibt es nicht, aber es wird ver­mu­tet, dass etwa 60 Mil­lio­nen Men­schen ihr Leben ver­lo­ren haben. Unge­zählt blei­ben die Mil­lio­nen, die ver­letzt, obdach­los, ver­trie­ben, depor­tiert oder inhaf­tiert wurden.

4474 Tage dau­er­te das “1000-jäh­ri­ge Reich” auf deut­schem Boden.
Dann brach es am 8. Mai 1945 in einem Infer­no aus Blut, Trä­nen und Mil­lio­nen Toten zusammen. 

Es hin­ter­ließ uner­mess­li­ches Leid, das nie­mals in Ver­ges­sen­heit gera­ten oder geleug­net wer­den darf.

Copy­right: Agen­tur für Bild­bio­gra­phien, www​.bild​bio​gra​phien​.de, 2015 (über­ar­bei­tet 2022) 

Lesen Sie im nächs­ten Bei­trag: Volks­ge­mein­schaft hin oder her — in den Augen der meis­ten Ein­hei­mi­schen sind die Flücht­lin­ge die „Pola­cken“, die ihnen das Weni­ge, das sie nach dem ver­lo­re­nen Krieg noch haben, weg­neh­men wol­len.
Heu­te hal­ten Wirt­schafts­his­to­ri­ker die Flücht­lings­wel­le nach dem Krieg für eine der wich­tigs­ten Grund­la­gen des  „Wirt­schafts­wun­ders“ — wich­ti­ger noch als Mar­shall-Plan und Lud­wig Erhard.
Ihr Flücht­lin­ge

Buch- und Filmempfehlungen:

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Nach wie vor eine der bes­ten, fun­dier­tes­ten
- und umfang­reichs­ten (über 1000 Sei­ten) — Hit­ler-Bio­gra­fien.
Sehr lesens­wert!

Joa­chim C. Fest, Hit­ler. Eine Bio­gra­phie*
Ull­stein Ver­lag GmbH Ber­lin, Taschen­buch, unge­kürz­te Aus­ga­be, 2002 


Mai 1940, Groß­bri­tan­ni­en steht am Abgrund.
Ein Film-Meis­ter­werk, das die dun­kels­te Stun­de der Bri­ten und den Kampf Chur­chills gegen Hit­ler-Deutsch­land UND die Appea­ser im eige­nen Land zeigt. Ein tol­les His­to­ri­en-Dra­ma, fes­selnd erzählt und gran­di­os dar­ge­stellt. Sehens­wert!

Die dun­kels­te Stun­de* mit Gary Old­man, Kris­tin Scott Tho­mas, u.v.m. Uni­ver­sal Pic­tures Ger­ma­ny GmbH, 2017, FSK: 6 

Der bri­ti­sche Wirt­schafts­his­to­ri­ker Adam Too­ze über Hit­lers Welt­bild, das nicht nur vom Ras­sen­wahn geprägt war, son­dern auch im hohen Maß öko­no­mi­sche Über­le­gun­gen mit ein­be­zo­gen hat. Deutsch­land soll­te nicht nur eine mili­tä­ri­sche, son­dern auch eine wirt­schaft­li­che Super­macht wer­den — kos­te es, was es wol­le. Ein neu­er, bis­lang ziem­lich ver­nach­läs­sig­ter Aspekt — lesens­wert!
Adam Too­ze, Öko­no­mie der Zer­stö­rung. Die Geschich­te der Wirt­schaft im Natio­nal­so­zia­lis­mus*. Pan­the­on Ver­lag, 2018


Die Geschich­te der Deut­schen gut, über­sicht­lich und ver­ständ­lich erklärt
Die­ses Buch macht durch die Infor­ma­tio­nen über Hin­ter­grün­de und klei­ne Anek­do­ten am Ran­de beim Quer­le­sen und Nach­schla­gen viel Spaß und vie­les viel ver­ständ­li­cher!
Sehr emp­feh­lens­wert!

Chris­ti­an v. Dit­furth: Deut­sche Geschich­te für Dum­mies*, Wiley-VCH Ver­lag GmbH & Co. KGaA, Wein­heim, 2019


Die His­to­ri­ke­rin Hei­ke Gör­te­ma­ker
in einem groß­ar­ti­gen Buch über Hit­lers ‘inner cir­cle’. Wer gehör­te dazu? Wie leb­te es sich als High-Socie­ty der Natio­nal­so­zia­lis­ten? Und wel­che Seil­schaf­ten über­leb­ten den Krieg und funk­tio­nier­ten noch in der Bun­des­re­pu­blik? Span­nend zu lesen — sehr emp­feh­lens­wert!

Hei­ke B. Gör­te­ma­ker: Hit­lers Hof­staat. Der inne­re Kreis im Drit­ten Reich und danach*, C.H.Beck Ver­lag, 2019


Die gro­ßen Lini­en in der deut­schen Geschich­te
fak­ten­reich und span­nend erzählt. “Es ent­hält auf 300 Sei­ten weit mehr klu­ge und ori­gi­nel­le Gedan­ken über die deut­sche Geschich­te zwi­schen 1871 und 1945 als der eine oder ande­re dicke Wäl­zer”, heißt es in einer Rezen­si­on.
Stimmt! Des­we­gen: sehr lesens­wert!
Sebas­ti­an Haff­ner, Von Bis­marck zu Hit­ler: Ein Rück­blick*. Droemer Taschen­buch, 2015 

Wei­ter­füh­ren­de Beiträge:

Wirt­schaft im “Drit­ten Reich”: Wirt­schaft­lich stand das Drit­te Reich nie auf siche­ren Bei­nen. Die Öko­no­mie im Natio­nal­so­zia­lis­mus war von Anfang an auf Täu­schung und Expan­si­on – Krieg – gebaut. Über Auto­bah­nen, Arbeits­schlach­ten, MeFo-Wech­sel, Lügen und Täu­schun­gen – ohne die Hit­lers Weg in den Krieg nie funk­tio­niert hät­te.
Auto­bahn und Mefo-Wech­sel: Adolf Hit­lerm die deut­sche Wirt­schaft und der Weg in den 2. Weltkrieg 

Kriegs­wirt­schaft: 1938 geht es den Deut­schen wirt­schaft­lich so gut wie nie, aber das „Drit­te Reich“ steht kurz vor der Staats­plei­te. Aller­höchs­te Zeit für die ‘Kriegs­wirt­schaft’ im Drit­ten Reich: spa­ren, plün­dern und ver­nich­ten
Krieg, Hun­ger und Ver­nich­tung: Adolf Hit­ler, die deut­sche Wirt­schaft und der 2. Weltkrieg

Wirt­schafts­wun­der: Nach dem Kriegs­en­de 1945 ist Deutsch­land zwar ein armes und hung­ri­ges Land, ein unter­ent­wi­ckel­tes war es nie. Es sind aber nicht nur Fleiß und Lud­wig Erhard, die das deut­sche “Wirt­schafts­wun­der” ermög­li­chen, son­dern vor allem der kal­te Krieg, die Tat­sa­che, dass Deutsch­lands Kriegs­geg­ner die­ses Mal dazu­ge­lernt haben, — und nicht zuletzt 12 Mil­lio­nen Flücht­lin­ge.
1948: Das Mär­chen vom Wirtschaftswunder

Joseph Goe­b­bels: Der Reichs­pro­pa­gan­da­mi­nis­ter ver­stand es, sich, sei­ne Frau und sei­ne sechs Kin­der in Sze­ne zu set­zen — und neben­bei als ‘Bock vom Babels­berg’ ein anstren­gen­des Zweit­le­ben zu füh­ren. Über eine der schil­lernds­ten und merk­wür­digs­ten Paa­re des ‘Drit­ten Reichs’ — Joseph und Mag­da Goe­b­bels.
Mag­da Goe­b­bels (2): “Der Bock von Babelsberg”

Der Bom­ben­krieg: 10 Tage und Näch­te lang bom­bar­die­ren 3000 bri­ti­sche und US-ame­ri­ka­ni­sche Flug­zeu­ge in der “Ope­ra­ti­on Gomor­rha” Ham­burg und wer­fen dabei 9000 Ton­nen ‘Mate­ri­al’ ab — zunächst ‘Wohn­block­kna­cker’, anschlie­ßend Brand­bom­ben. In der Nacht zum 28. Juli 1943 ent­zün­den sie dadurch im Ham­bur­ger Osten einen Feu­er­sturm, in dem über 30.000 Men­schen ster­ben.
Ham­burg 1943: Die Ope­ra­ti­on Gomorrha

Adolf Hit­ler und sei­ne Anhän­ger: Schlä­ge und Schwei­gen, Ver­drän­gen und Neu-Insze­nie­ren sind die Mus­ter, mit denen die ‘Erzie­hung mit har­ter Hand’ von einer Genera­ti­on an die nächs­te wei­ter­ge­ge­ben wird. Über Ali­ce Mil­ler, Hit­lers Mit­läu­fer und Mör­der — und über schwar­ze Päd­ago­gik, die aus Opfern Täter macht.
Die Erlaub­nis zu hassen

Ein Über­blick über Bio­gra­fien, Geschich­te und Geschich­ten, die unse­re Welt zu dem gemacht haben, die sie heu­te ist.
Das Genera­tio­nen­ge­spräch: Geschichte(n) im Überblick

Bild­nach­wei­se:

Ori­gi­nal: Nach Kriegs­en­de, Heil­bronn 1945 After the end of the war, 1945, By US Army, Public Domain
Ori­gi­nal: Ein­woh­ner von Eger beim Ein­rü­cken deut­scher faschis­ti­schen Ver­bän­de. Her­aus­ga­be­da­tum: 5. Okto­ber 1938, Scherl / Welt­bild, Bun­des­ar­chiv, Bild 183-H13160 / CC BY-SA 3.0
Sprach­ver­tei­lung in der Tsche­cho­slo­wa­kei um 1930, „Tsche­cho­slo­wa­kei Sprach­ver­tei­lung um 1930 — erstellt 2008–10-29“ von deri­va­ti­ve work: Hen­ry Mühl­pfordt (talk)Czechoslovakia1930linguistic.jpg: Mari­usz Pazdzio­ra — Czechoslovakia1930linguistic.jpg. Lizen­ziert unter CC BY 3.0 über Wiki­me­dia Com­mons
Ori­gi­nal: Sowjet­uni­on, August 1939, Im Mos­kau­er Kreml wird am 23.8.1939 ein Nicht­an­griffs­ver­trag zwi­schen dem deut­schen Reich und der UdSSR unter­zeich­net. Nach der Unter­zeich­nung im Gespräch J.W. Sta­lin und der deut­sche Reichs­au­ßen­mi­nis­ter Joa­chim von Rib­ben­trop (r.), Bun­des­ar­chiv, Bild 183-H27337/ CC BY-SA 3.0
Die Rui­nen von Guer­ni­ca Das von der Legi­on Con­dor zer­stör­te Ger­ni­ka. Von Bun­des­ar­chiv, Bild 183-H25224 / Unbe­kannt / CC BY-SA 3.0 de
“Vor­marsch unse­rer Trup­pen durch die Win­ter­land­schaft vor Mos­kau. Die Wege sind gefro­ren und trotz der Käl­te geht es leicht vor­wärts.” (Kriegs­be­rich­ter Cusi­an, 21.11.41), Bun­des­ar­chiv, Bild 183-L20813 / CC BY-SA 3.0
Ori­gi­nal: „Ost­preu­ßen, Flücht­ling­treck“ von Bun­des­ar­chiv, Bild 146‑1976-072–09 / CC-BY-SA 3.0. Lizen­ziert unter CC BY-SA 3.0 de
Foto aus der sowje­ti­schen Wochen­schau 1945: Die sechs getö­te­ten Goe­b­bels-Kin­der, gemeinfrei


Geschichte und Psychologie Vergangenheit verstehen um mit der Zukunft besser klar zu kommen
Geschich­te & Psy­cho­lo­gie:

Vergangenes verstehen,
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Ich brin­ge mit mei­nem Team Lebens‑, Fami­li­en- und Unter­neh­mens­ge­schich­ten ins Buch und schrei­be als Ghost­wri­te­rin Bücher mit den Schwer­punk­ten Geschich­te und Psy­cho­lo­gie.

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5260coo­kie-checkDer 2. Welt­krieg: Kriegs­en­de – Zusam­men­bruch – Befrei­ung

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