Der Mann in der Krise?

 


Ein Kind ver­än­dert eine Bezie­hung, das wis­sen wir alle. Aber: Geben sich Frau­en in ihrer Mut­ter­rol­le selbst ein “Lebens­läng­lich”, opfern sie sich auf und stür­zen damit sich, ihre Män­ner und ihre Söh­ne in die Kri­se?
Und: Ist es Zeit für die Eman­zi­pa­ti­on der Män­ner von der Mut­ter ihrer Kind­heit?

Eine glück­li­che Mut­ter ist für ihre Kin­der lehr­rei­cher als hun­dert Bücher über Erzie­hung.”


Fest steht: Ein Kind ver­än­dert eine Bezie­hung.
Fest steht für Müt­ter auch: Wer sein Kind liebt, erzieht es selbst und stellt eige­ne Inter­es­sen und Bedürf­nis­se zurück.
Eine schlich­te For­de­rung, aber eben auch eine, die schnell in die weib­li­che Abwärts­spi­ra­le  “Auf­op­fern” und Jam­mern füh­ren kann.
Damit ist nie­man­den gehol­fen — auch und vor allem nicht den Kin­dern.

Beziehungsthema Hausarbeit

Väter sind immer glück­li­cher als kin­der­lo­se Män­ner, ist ein Ergeb­nis des 2015 ver­öf­fent­lich­ten Euro­pean Soci­al Sur­vey, einer groß­an­ge­leg­ten Stu­die, für die 350.000 Euro­pä­er und Euro­päe­rin­nen seit 2002 zum The­ma “Glück­lich­sein” befragt wor­den sind.

Bei Müt­tern hängt das Kin­der-Glück im Ver­gleich zu kin­der­lo­sen Frau­en dage­gen sehr davon ab, ob es gelingt, Berufs­tä­tig­keit und Mut­ter­schaft unter einen Hut zu brin­gen. Beruf, Part­ner­schaft, Kin­der, Haus­halt: Frau­en sol­len alles hin­be­kom­men.
Sie sol­len “es” hin­be­kom­men, und das am liebs­ten sou­ve­rän und stets lächelnd, um ihren Kin­dern (und Män­nern) nicht zu scha­den.

Die Schief­la­ge beginnt oft schon lan­ge vor der Geburt eines Kin­des: Dop­pel­be­las­tung” ist ein Schlag­wort, das man(n) eigent­lich nicht mehr hören kann, akut ist es trotz­dem.
Auch wenn das The­ma alt und ner­vig ist — in einer Zeit, in der Frau­en neben Haus­halt und Kind auch für ihr eige­nes Ein­kom­men sor­gen soll­ten, wird der Dau­er­bren­ner “Bezie­hung und Haus­ar­beit” wich­ti­ger denn je — und ist nach wie vor bei vie­len Paa­ren unge­löst, wie eine aktu­el­le Stu­die zeigt:

Bezie­hungs­the­ma Haus­ar­beit
Das Ungleich­ge­wicht beim The­ma Haus­ar­beit hat nicht (nur) etwas mit Kin­dern zu tun:
Auch in Part­ner­schaf­ten, in denen bei­de Part­ner Voll­zeit arbei­ten, bleibt das Gros der Haus­ar­beit an den Frau­en hän­gen.
Män­ner, die in einer Bezie­hung leben, arbei­ten in der Regel deut­lich weni­ger im Haus­halt als Sin­gles. Umge­kehrt brin­gen Frau­en in einer Part­ner­schaft — auch ohne Kin­der — durch­schnitt­lich sehr viel mehr Zeit für den Haus­halt auf, als wenn sie allei­ne woh­nen.
Eine fai­re Auf­tei­lung lohnt sich: Je gerech­ter Zeit und Auf­ga­ben im Haus­halt ver­teilt sind, des­to weni­ger Ärger gibt es und bei­de Part­ner sind zufrie­de­ner mit ihrer Bezie­hung.
Roh­mann, Schmohr, Bier­hoff: Haus­ar­beit, Erwar­tun­gen und Bezie­hungs­qua­li­tät


Hängt immer alles an den Müttern?

Die Schief­la­ge, die vie­le Paa­re in Sachen Haus­ar­beit oft unaus­ge­spro­chen hin­neh­men, kann durch die Geburt eines Kin­des zur ech­ten Kri­se wer­den. Eine der Ursa­chen dafür ist schlicht und ergrei­fend Bio­lo­gie: Wis­sen­schaft­lich nach­ge­wie­sen ist, dass Frau­en von Natur aus stär­ker auf das Schrei­en von Babys reagie­ren als Män­ner.
Egal, wie wil­lig ein frisch­ge­ba­cke­ner Vater ist: Von Natur aus wird Mama immer vor Papa da sein (selbst wenn bei­de die bes­ten Absich­ten haben).

Allein dadurch wird sich das Kind stär­ker an die Mut­ter bin­den als an den Vater: Ein win­zi­ger gene­ti­scher Unter­schied zwi­schen den Geschlech­tern wird mit der Zeit zur rie­sen­gro­ßen Asym­me­trie der Lebens­ver­hält­nis­se.

Die Asym­me­trie wird dann zur Kri­se, wenn Frau­en zusätz­lich zur Bio­lo­gie noch in die typisch weib­li­che Fal­le des “Auf­op­ferns” tap­pen.
Wenn sie die Zäh­ne zusam­men­bei­ßen und ver­su­chen, den Balan­ce­akt zwi­schen Kind, Haus­halt und Job hin­zu­be­kom­men — auch dann noch lächelnd (oh, weib­li­che Unart!), wenn sie schon längst an ihre Gren­ze gekom­men sind. Wenn sie eige­ne Wün­sche zurück­stel­len, “es” allein schaf­fen wol­len, sich selbst ver­ges­sen und sich kei­ne Aus­zeit neh­men, obwohl sie die bit­ter nötig hät­ten.
Sie sind immer die ers­ten am Bett­chen.
Sie über­neh­men Ver­ant­wor­tung und haben sämt­li­che Ter­mi­ne vom Kin­der­arzt bis zum Eltern­abend im Kopf. Sie ken­nen die Namen der Erzie­he­rin­nen und pfle­gen den Kon­takt zu den Müt­tern der bes­ten Freun­din­nen und Freun­de. (Vätern rutscht sowas schon mal durch, beson­ders dann, wenn’s gera­de nicht in den Ter­min­ka­len­der passt.)

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Die Kunst des “Nein-Sagens”: Ein lie­be­voll gestal­te­tes Heft aus der Rei­he “Biblio­thek der guten Gefüh­le” , mit kur­zen prä­gnan­ten Tex­ten über’s Nein­sa­gen und vie­len ein­fach zu befol­gen­den Übun­gen. Für alle, die gera­de mit dem The­ma beschäf­tigt sind, oder zum Ver­schen­ken. Anne van Stap­pen, Das klei­ne Übungs­heft: Gren­zen set­zen, nein sagen*, Tri­ni­ty Ver­lag, 2012

Und dann pas­siert es: Sie haben das Gefühl, dass alles immer an ihnen hän­gen bleibt. Sie fan­gen an zu jam­mern.
Wer sich auf­op­fert, stellt eige­ne Inter­es­sen zurück — mög­li­cher­wei­se haben das vie­le jun­ge Müt­ter von ihren Müt­tern gelernt. Wer sich auf­op­fert, ist aber auch gestresst und unglück­lich — und nör­gelt, ohne sich zu weh­ren. Wer sich auf­op­fert, sich also als Opfer fühlt, zieht nicht selbst die Reiß­lei­ne. Haut nicht auf den Tisch, for­dert nicht, nimmt sich nicht ein­fach, wie es Män­ner tun. Wer sich auf­op­fert, ist gut?

DEr Weg in die Krise

Vie­le Müt­ter nei­gen dazu, in ihrer Rol­le sich und ande­re zu ver­ges­sen. Sie wol­len alles per­fekt machen, um eine gute Mut­ter zu sein, und lau­fen dadurch Gefahr, so sehr Mut­ter zu sein, dass sie schließ­lich nicht mehr zu einem nor­ma­len Frau­en­le­ben zurück­keh­ren und sich als Mut­ter selbst ein “Lebens­läng­lich” geben, wie es der Psy­cho­lo­ge und Best­sel­ler­au­tor Robert Betz in sei­nem BuchSo wird der Mann ein Mannbeschreibt:

Sie wech­seln aus dem Mut­ter-Sein nicht mehr zurück in die Rol­le der Frau und zer­stö­ren auf die­se Wei­se die Lie­bes­be­zie­hung zum Mann. Zwi­schen der Ener­gie und Aus­strah­lung einer »Mut­ter« und der einer »Frau« lie­gen Wel­ten.“
Robert Betz: So wird der Mann ein Mann


Nichts ist für Män­ner so unse­xy wie eine lei­den­de, jam­mern­de, sich auf­op­fern­de und  wüten­de Frau. Ein weib­li­ches Jam­mer­tal ist vie­len Män­nern ein­fach unge­heu­er — in der männ­li­chen (Kommunikations-)Welt nimmt man sich das, was man braucht, oder sagt wenigs­tens klar und deut­lich, was man(n) will.

Sich auf­op­fern, lei­den und jam­mern ist bei den meis­ten Män­nern nicht vor­ge­se­hen.
Die nör­geln­de Opfer­rol­le hin­ter­lässt bei ihnen Ver­un­si­che­rung und einen ganz schlech­ten Ein­druck.
Mit Fol­gen: Sie lei­det, er lei­det.
Sie jam­mert — er geht. Zumin­dest emo­tio­nal.

“Nör­geln ist der Tod der Lie­be.”
Mar­le­ne Diet­rich

Die Verurteilung der Väter

Die meis­ten Part­ner­schaf­ten zer­bre­chen nicht an der einen gro­ßen Kri­se, den schlim­men Betrug oder dem Auf­tau­chen eines anderen/einer ande­ren.

Bis es soweit kommt, ist die Lie­be meis­tens schon längst lei­se und still an der sprich­wört­li­chen “offe­nen Zahn­pas­ta-Tube” gestor­ben, an den klei­nen All­tags-Ner­verei­en und Unge­rech­tig­kei­ten, mit denen wir uns gegen­sei­tig viel zu oft quä­len.

Ohne glück­li­che Bezie­hung zum Kinds­va­ter, zurück­ge­wie­sen und in ihrem Opfer-Dasein ver­haf­tet, beginnt für die betrof­fe­nen Müt­ter und damit auch für ihre Kin­der eine frus­trie­ren­de Spi­ra­le abwärts, und das bedeu­tet: noch mehr Unglück­lich-Sein.

Von Gene­ra­ti­on zu Gene­ra­ti­on prä­sen­tier­ten sich vie­le Müt­ter ihren Kin­dern als jam­mern­de, lei­den­de und im Kern unglück­li­che Frau­en, ohne befrie­di­gen­de oder beglü­cken­de Bezie­hung.“
Robert Betz: So wird der Mann ein Mann


Ein Kind spürt, ob es sei­ner Mut­ter gut geht, ob sie mit ihrem Leben und ihrer Part­ner­schaft glück­lich ist.
Lei­det sie, so fühlt sich ihr Kind in sei­ner Abhän­gig­keit gezwun­gen, dar­auf zu reagie­ren: Es beginnt, mit­zu­lei­den, will hel­fen und ver­sucht auf irgend­ei­ne Wei­se ihr Leid zu lin­dern.
Beson­ders betrof­fen sind die klei­nen Söh­ne, die sich rit­ter­lich als Ersatz­part­ner anbie­ten:
“Ich wäre der bes­se­re Part­ner für Mama. Ich will ihr hel­fen“, schreibt Robert Betz.

Mütter und Söhne

Für einen klei­nen Jun­gen ist sei­ne Mut­ter die ers­te gro­ße Lie­be sei­nes Lebens.
Ein Kind, das nur die Mut­ter als Bezugs­per­son hat, wird sich inner­lich auf ihre Sei­te stel­len und wird ihr zei­gen: wol­len “Mama, ich bin für dich da, ich hel­fe dir.”

„Der Mann hat als klei­ner Jun­ge gelernt, dass er kei­nen Vater hat­te, oder einen abwe­sen­den Vater oder einen schwa­chen Vater. Das führt dazu, dass der klei­ne Jun­ge beginnt, uni­so­no mit der Mut­ter sei­nen Vater als Loo­ser, als Ver­sa­ger, als nicht gut genug oder als nicht lieb und nett genug zu ver­ur­tei­len. Denn eben­so haben sich ja vie­le Väter auch ver­hal­ten.“
Robert Betz: So wird der Mann ein Mann

Das ist eine schwie­ri­ge Situa­ti­on sowohl für Söh­ne als auch für Töch­ter. Für klei­ne Jungs wird sie zum dop­pel­ten Dilem­ma, wenn der Vater nicht nur abwe­send ist, son­dern auch ande­re star­ke männ­li­che Rol­len­vor­bil­der — Groß­vä­ter, Onkel, erwach­se­ne Freun­de der Fami­lie, Leh­rer oder Trai­ner — feh­len.

“Ostern beim Vater, Pfings­ten bei der Mut­ter, Gerech­tig­keit bis in die Fei­er­ta­ge, es war wohl üblich heu­te, sich ein Kind gerecht zu tei­len, sobald die Lie­be sich erle­digt hat­te.”
Dör­te Han­sen: Altes Land

Das kann pas­sie­ren, denn sobald ein klei­ner Sohn beginnt, sich von sei­ner Mut­ter zu lösen, wird er haupt­säch­lich wie­der mit Frau­en kon­fron­tiert: Im Kin­der­gar­ten über­neh­men meis­tens Erzie­he­rin­nen, in den ers­ten Klas­sen der Schu­le fast aus­schließ­lich Leh­re­rin­nen einen Teil sei­ner Erzie­hung.

Der Mann in der KriseStar­ke Väter und/oder ande­re männ­li­che Vor­bil­der, an denen sich Jungs ori­en­tie­ren und ihr zukünf­ti­ges Mann-Sein üben könn­ten?
In einer Fami­lie, in der der Vater mehr abwe­send als anwe­send ist — lei­der oft sehr sel­ten bis Fehl­an­zei­ge.

So wird ein klei­ner Jun­ge in sei­ner Kind­heit mög­li­cher­wei­se mit un- bewuss­ten, aber fol­gen­schwe­ren Ver­hal­tens­wei­sen kon­fron­tiert, die sein spä­te­res Leben prä­gen:
Ein abwe­sen­der Vater, feh­len­de männ­li­che Vor­bil­der und eine unglück­li­che Mut­ter, die ihr Frau­sein und dadurch letzt­end­lich auch ihre Part­ner­schaft auf­ge­ge­ben hat, und ihrem klei­nen Sohn ein ent­spre­chend nega­ti­ves Män­ner­bild ver­mit­telt.

Da der Vater meist mehr abwe­send als anwe­send ist, braucht der Sohn unbe­dingt die Auf­merk­sam­keit und Zuwen­dung der Mut­ter für sein eige­nes psy­chi­sches Über­le­ben, wenn nie­mand sonst da ist.“
Robert Betz: So wird der Mann ein Mann


Was macht einen guten Mann aus?

Ein in Gedan­ken oder tat­säch­lich dau­er­haft abwe­sen­der Vater und feh­len­de männ­li­che Rol­len­vor­bil­der sind für Söh­ne schwie­ri­ger zu bewäl­ti­gen als für Töch­ter.
Wie soll ein Sohn ler­nen, was einen rich­ti­gen, einen “guten” Mann aus­macht? „Ein Mann wie sein Vater woll­te der klei­ne Jun­ge nicht sein“, schreibt Robert Betz, aber Infor­ma­tio­nen, wie ein “guter” Mann ist, bekommt er nicht.

Ohne Vor­bil­der bleibt einem klei­nen Jun­gen nichts ande­res übrig, als sich an sei­ne Mut­ter zu hal­ten. Er wird ver­su­chen, ihre Erwar­tun­gen und Wün­sche zu erfül­len — und läuft damit Gefahr, als erwach­se­ner Mann “Mut­ter­er­fah­run­gen” zu wie­der­ho­len: .

Sie wol­len ihr zei­gen, dass es auch gute Män­ner gibt und tren­nen sich dadurch inner­lich von ihrem Vater, indem sie ihn wie die Mut­ter als »schlecht« oder »böse« ver­ur­tei­len.“
Robert Betz: So wird der Mann ein Mann


Vie­len Söh­nen und Töch­tern sind  als Erwach­se­ne weder die Abhän­gig­keit von ihrer Mut­ter noch die pre­kä­re psy­chi­sche Situa­ti­on, in die sie durch das Lei­den der Müt­ter und der Abwe­sen­heit der Väter gebracht wor­den sind, bewusst.

Vie­le Men­schen wie­der­ho­len alte Kind­heits- und Erzie­hungs­mus­ter, wenn sie als Erwach­se­ne nicht dar­über nach­den­ken und bewusst einen ande­ren Weg ein­schla­gen.
Klas­sisch sind die
Mut­ter­söhn­chen“, die in der eige­nen Frau eine Ersatz­mut­ter suchen.
Ande­re Män­ner ver­su­chen, durch “Frau­en­ret­ten”  unbe­wusst ihr „rich­ti­ges“ Mann-Sein unter Beweis zu stel­len, laut Betz eines der „teu­ers­ten und auf Dau­er frus­trie­rends­ten »Hob­bys« von Män­nern.“ Immer im Bestre­ben eine oder meh­re­re Frau­en par­al­lel oder nach­ein­an­der von ihrem Leid zu befrei­en und ihren Wunsch­bil­dern zu fol­gen. Und immer mit dem Ergeb­nis, sich und sei­ne Partnerin(nen) unglück­lich zu machen.

DEr Weg Aus der Krise

Mythos MutterFrei­heit bedeu­tet, sich über die Mecha­nis­men, die in die Opfer­rol­le füh­ren, bewusst zu wer­den, sich dage­gen zu ent­schei­den und es anders zu machen.
Um frei zu sein, bedarf es einer Fähig­keit,  die resi­li­en­te Men­schen haben: Die Fähig­keit, sich Ver­let­zun­gen und Rück­schlä­ge bewusst zu machen und schluss­end­lich als sinn­vol­le Erfah­run­gen zu sehen, aus denen man ler­nen und an denen man wach­sen kann.

Auch Väter kön­nen ech­te Mut­ter­qua­li­tä­ten ent­wi­ckeln.
Wenn sie wol­len. Und wenn man sie lässt.
Gegen das fei­ne­re müt­ter­li­che Gehör emp­fiehlt die ame­ri­ka­ni­sche Anthro­po­lo­gin Sarah Hdry bei­spiels­wei­se Ohro­pax – wenn sich Müt­ter anfangs auch mal taub stel­len und den Vätern den Vor­tritt las­sen, wer­den deren Anten­nen mit der Zeit emp­find­li­cher für’s Kind. Männ­li­che Mut­ter­qua­li­tä­ten sei ein „gewal­ti­ges Poten­zi­al an väter­li­cher Für­sor­ge“, das noch nicht geho­ben ist, sagt Hdry.

Müt­ter soll­ten nicht ver­su­chen, per­fekt zu sein, son­dern glück­lich.
Denn nur eine glück­li­che und aus­ge­gli­che­ne Mut­ter kann ihren Kin­der das geben, was sie zu geben hat.
Das bedeu­tet, sich Aus­zei­ten zu neh­men und eige­ne Inter­es­sen und Bedürf­nis­se ernst zu neh­men. Das bedeu­tet auch: sich nicht in einer Opfer­rol­le zu ver­stri­cken.


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Ätherische Ölmischung Forgive für Ruhe und inneren FriedenWir müs­sen mit alten Ver­let­zun­gen abschlie­ßen, damit Neu­es ent­ste­hen kann. Manch­mal ist die­ser Pro­zess schwie­rig und lang­wie­rig, denn Wut, Trau­er und Zorn kön­nen ver­hin­dern, dass wir unse­ren inne­ren Frie­den fin­den und mit Opti­mis­mus und Ener­gie unse­re Zukunft gestal­ten. Die äthe­ri­sche Ölmi­schung “For­gi­ve” und ande­re Aro­ma­öle kön­nen uns unter­stüt­zen, um wie­der ins Gleich­ge­wicht zu kom­men. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zur Kraft der fei­nen Öle fin­den Sie in unse­rem Shop  


Eine der inter­es­san­tes­te­ten und wich­tigs­ten Hypo­the­sen der Anthro­po­lo­gin Hdry führt aller­dings wei­ter und zurück in die Ver­gan­gen­heit: zur Groß­fa­mi­lie.
Kin­der wüch­sen, so Hdry, schnel­ler und intel­li­gen­ter auf und hät­ten nicht zuletzt eine bes­se­re Bin­dung zur Mut­ter, wenn sich meh­re­re Bezugs­per­so­nen um sie küm­mer­ten.
Auf die­se Wei­se, so ihre anthro­plo­gi­sche Sicht, müss­ten Kin­der sich in ver­schie­de­ne Per­sön­lich­kei­ten hin­ein­ver­set­zen und ler­nen, sie zu mani­pu­lie­ren.

Als Bei­spiel nennt Hdry den (ehe­ma­li­gen) ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten Barack Oba­ma, der in einer beson­de­ren Fami­li­en­struk­tur aus Mut­ter, Groß­mut­ter und ver­schie­de­nen ande­ren Bezugs­per­so­nen auf­ge­wach­sen ist, nach tra­di­tio­nel­ler Vor­stel­lung also in eher zer­rüt­te­ten Ver­hält­nis­sen. Für die Anthro­po­lo­gin ein Segen für sei­ne spä­te­re Kar­rie­re: Genau durch die­se Struk­tur habe er sein außer­ge­wöhn­li­ches Talent, sich in ande­re hin­ein­zu­ver­set­zen und sie für sich zu gewin­nen, ent­wi­ckeln kön­nen.

Eine ein­zel­ne Mut­ter oder ein ein­zel­nes Paar unter den unsi­che­ren Bedin­gun­gen vor etwa 1,8 Mil­lio­nen Jah­ren mit einem Kind? Die heu­te all­ge­gen­wär­ti­ge Klein­fa­mi­lie löst bei Anthro­po­lo­gen nur Kopf­schüt­teln aus — in sol­chen klein­tei­li­gen Fami­li­en­ver­hält­nis­sen wäre es Homo sapi­ens nie­mals gelun­gen, genü­gend Nah­rung für die Nach­kom­men her­an­zu­schaf­fen.
Erst die Groß­fa­mi­lie, so Sarah Hdrys The­se (und die vie­ler ande­rer), hat uns Men­schen erfolg­reich gemacht.

Mythos MutterLiegt die Lösung für den “Mann in der Kri­se”, das moder­ne Müt­ter-Dilem­ma und die Bezie­hungs­dra­men nach der Geburt eines Kin­des mit oft über­for­der­ten und unzu­frie­de­nen Frau­en also auf der Hand — und ist seit der Stein­zeit bekannt?

Die Frei­heit, nach der sich jedes Män­ner­herz zutiefst sehnt, ent­steht zual­ler­erst durch die Befrei­ung von der Mut­ter der Kind­heit. Dar­um rate ich jedem Mann zwi­schen acht­zehn und ein­und­acht­zig, sich die­se Auf­ga­be beherzt vor­zu­neh­men.“
Robert Betz: So wird der Mann ein Mann


Copy­right: Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en, www.bildbiographien.de, 2015 (Über­ar­bei­tet 2017)


Lesen Sie im nächs­ten Bei­trag: War­um Män­ner ange­ben — Was Frau­en wol­len — Der Dia­log der Geschlech­ter — Kon­kur­renz ver­sus Har­mo­nie — Wege aus der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kri­se
Da röhrt der Hirsch. Über den schwie­ri­gen Dia­log zwi­schen Män­nern und Frau­en

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So wird der Mann ein Mann: Alte Mus­ter erken­nen und über­win­den, das ande­re Geschlecht mit neu­en Augen sehen und ver­ste­hen. Ein span­nen­des Buch mit vie­len Denk­an­stö­ßen, nicht nur für Män­ner.
Robert Betz: So wird der Mann ein Mann*. 2010, Ver­lags­grup­pe Ran­dom Hou­se GmbH

Wie wir uns selbst gele­gent­lich in unbe­frie­di­gen­de Lebens­si­tua­tio­nen manö­vrie­ren (und aus ihnen wie­der her­aus­kom­men) sehr gut und anhand vie­ler Bei­spie­le erklärt.
Rein­hard K. Spren­ger: Die Ent­schei­dung liegt bei dir! Wege aus der all­täg­li­chen Unzu­frie­den­heit*, Cam­pus Ver­lag GmbH, Frankfurt/Main

Kar­rie­re im Eimer­chen? Nina Puris wun­der­bar geschrie­be­ne Pole­mik über Müt­ter, die Kas­ta­ni­en­männ­chen statt Kar­rie­re bas­teln. Unter­halt­sam, wit­zig, gründ­lich recher­chiert — lohnt sich! Nina Puri: Kar­rie­re im Eimer­chen? War­um Müt­ter nicht zum Arbei­ten kom­men*, Knaur Taschen­buch, 2014

Wei­ter­füh­ren­de Links zum The­ma Kin­der & Lebens­glück:


Jahr­tau­sen­de­lang war er eine gefürch­te­te Respekts­per­son, jetzt ist der Vater nur noch ein harm­lo­ser, leicht über­ge­wich­ti­ger Typ in kur­zen Hosen. Wie konn­te es dazu kom­men? Und ist das am Ende viel­leicht sogar ganz gut so? Ein sehr lesens­wer­ter Bei­trag über Väter im Wan­del der Zeit, geschrie­ben von Till Rae­ther, SZ-Maga­zin:
http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/43384/Papa-Ante-Adipositas


Mit Auf­op­fern, erlern­ter Hilf­lo­sig­keit und selbst­er­fül­len­den Pro­phe­zei­un­gen kann man sich selbst sehr wir­kungs­voll sabotieren.Über unse­re selbst­ge­mach­ten Stol­per­fal­len auf dem Weg zum Lebens­glück:
Selbst­er­fül­len­de Pro­phe­zei­un­gen


Nar­ziss­ten sind gebo­re­ne Mani­pu­la­to­ren, die das Spiel von “Zucker­brot und Peit­sche” per­fekt beherr­schen. Über die Ursa­chen und Aus­wir­kun­gen von Nar­ziss­mus und die Geset­ze der Mani­pu­la­ti­on:
Das Zeit­al­ter der Nar­ziss­ten


Mut­ter­lie­be sorgt dafür, dass Frau­en über sich hin­aus­wach­sen und Din­ge tun, die sie nor­ma­ler­wei­se für ande­re Men­schen nicht tun wür­den.
Fehlt Mut­ter­lie­be, muss ein Kind also „mut­ter­see­len­al­lein“ auf­wach­sen, wird es die­sen Man­gel ein Leben lang spü­ren. Aber was ist Mut­ter­lie­be, und wie lässt sie sich erklä­ren?
Was heißt schon Mut­ter­lie­be?


Tipps und Tricks, psy­cho­lo­gi­sche Denk­fal­len und viel Wis­sens­wer­tes für ein bewuss­tes Leben fin­den Sie in unse­rer Kate­go­rie:
Tipps für den All­tag


Bild­nach­weis:
Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en, 2015


Wir müssten das alles mal aufschreiben Die Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en ver­öf­fent­licht seit 2012 hoch­wer­ti­ge Bild­bän­de und Chro­ni­ken über Fami­li­en- und Unter­neh­mens-geschich­ten. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­den Sie auf unse­rer Home­page Bild­bio­gra­phi­en: Wir müss­ten das alles mal auf­schrei­ben!



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