Kleine Schwester, großer Bruder: Geschwisterkonstellationen

Kleine Schwester großer Bruder Geschwisterkonstellationen

Foto: Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en

Geschwis­ter sind die Men­schen, mit denen wir die längs­te Bezie­hung unse­res Lebens füh­ren. Egal, ob wir ewi­ge Riva­li­tät oder immer­wäh­ren­de Lie­be pfle­gen, nicht nur der Cha­rak­ter unse­rer Geschwis­ter­be­zie­hung ist von Bedeu­tung, son­dern auch unser Platz in der Geschwis­ter-Rei­hen­fol­ge.

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Die Mar­ke Ich: Sei ein­zig­ar­tig! Oder lie­ber doch nicht?

Held, Spaßvogel oder Nesthäkchen?

Fami­li­en- und Geschwis­ter­kon­stel­la­tio­nen blei­ben uns ein Leben lang erhal­ten.
Ehe­part­ner kom­men und gehen, Eltern ster­ben; die eige­nen Kin­der wach­sen auf und wer­den flüg­ge.
Die Ein­zi­gen, die ein Leben lang blei­ben, sind Geschwis­ter.

Und sie blei­ben wirk­lich, denn auch wenn nach einem Fami­li­en­krach der Kon­takt ab- gebro­chen sein soll­te, kann man sich von Schwes­tern oder Brü­dern weder tren­nen noch schei­den las­sen. Geschwis­ter sind auch da, wenn sie nicht da sind (und man sie mög­li­cher­wei­se gera­de auch nicht haben will).
Das gilt nicht nur ‚lebens­läng­lich‘, son­dern auch welt­weit: „Schwes­ter von … ” oder “Bru­der von …“ wird auf der gan­zen Welt ver­stan­den, egal, ob man in Ham­burg, New York oder in einem Dschun­gel­camp irgend­wo am Ama­zo­nas ist.

Geschwis­ter sind da, und sie prä­gen uns, ob wir wol­len oder nicht.
Ob wir in unse­rem spä­te­ren Leben als Held, Spaß­vo­gel oder schutz­be­dürf­ti­ges Nest­häk­chen auf­tre­ten, hängt ent­schei­dend von ihnen ab. Geschwis­ter beein­flus­sen uns nicht nur durch ihrer Per­sön­lich­keit, son­dern auch durch die Hack­ord­nung in der Geschwis­ter­rei­hen­fol­ge: Unse­re Rol­le als
gro­ße Schwes­ter oder klei­ner Bru­der, als Ein­zel- oder Sand­wich­kind wird uns in die Wie­ge gelegt und spielt neben Erzie­hung bei der Ent­wick­lung unse­rer Per­sön­lich­keit eine gro­ße Rol­le, ohne dass wir einen beson­de­ren Ein­fluss dar­auf neh­men könn­ten.


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Das Rollemnodell unserer Eltern

Wir Men­schen nei­gen dazu, Ver­hal­tens­mus­ter und Rol­len­mo­del­le, die wir in unse­rer Kind­heit gelernt haben, auch als Erwach­se­ne bei­zu­be­hal­ten und an unse­re eige­nen Kin­der wei­ter­zu­ge­ben.
Manch­mal Eins zu eins, manch­mal — wenn wir selbst dar­un­ter gelit­ten haben — genau umge­kehrt:
Ein Vater, der in sei­ner Kind­heit von sei­nem älte­ren Bru­der gepie­sackt wur­de, wird bei Strei­te­rei­en zwi­schen sei­nen eige­nen Söh­ne mit hoher Wahr­schein­lich­keit sehr schnell die Posi­ti­on des jün­ge­ren Soh­nes ergrei­fen, ohne dar­über nach­zu­den­ken.
Eine Mut­ter, die in ihrem Eltern­haus als ältes­te Toch­ter über­mä­ßig vie­le Ver­pflich­tun­gen im Haus­halt oder bei der Betreu­ung ihrer jün­ge­ren Geschwis­ter hat­te, wird ihre eige­ne erst­ge­bo­re­ne Toch­ter eher scho­nen und ver­wöh­nen. Und sie, wenn über­haupt, sehr sel­ten zum Baby­sit­ten oder zur Haus­ar­beit ver­pflich­ten.

Als ‘trans­ge­ne­ra­tio­na­le Ver­er­bung’ wird die unbe­wuss­te Wei­ter­ga­be von Ver­hal­tens­wei­sen, Stim­mun­gen oder Ein­stel­lun­gen von einer Gene­ra­ti­on auf die nachfolgende(n) bezeich­net.


Auch wenn aus Kin­dern schon längst Leu­te gewor­den sind, schlüp­fen wir bei Fami­li­en­fei­ern oft und schein­bar wider­stands­los in alte Kind­heits­mus­ter.
Bünd­nis­se, Scher­ze aber auch Rei­be­rei­en aus längst ver­gan­ge­nen Tagen wer­den ganz auto­ma­tisch aus der Ver­gan­gen­heit her­vor­ge­holt, zur Freu­de der einen, denen die alten Rol­len aus der Kin­der­zeit Sicher­heit geben, zum Ärger der ande­ren, für die sol­che Fami­li­en­tref­fen Stress pur bedeu­ten kön­nen.

Denn oft sind die Mus­ter als Held, Böse­wicht, Spaß­vo­gel oder Opfer hoff­nungs­los ver­al­tet und haben eine drin­gen­de Revi­si­on nötig: Das zar­te Nest­häk­chen, das tra­di­tio­nell immer von allen beschützt wur­de, ist mitt­ler­wei­le eine erfolg­rei­che erwach­se­ne Frau, die nicht mehr behü­tet – und bevor­mun­det – wer­den möch­te; der jüngs­te ver­spiel­te Bru­der, der immer soviel Unsinn im Kopf und schlech­te Noten in der Schu­le hat­te, hat mitt­ler­wei­le Kar­rie­re gemacht und ist beruf­lich erfolg­reich.

Das Leben der Eltern ist das Buch, in dem Kin­der lesen.”
Augus­ti­nus Aure­li­us


Wem also Weih­nachts- und sons­ti­ge Fami­li­en­tref­fen schon lan­ge vor dem eigent­li­chen Fest­essen schwer im Magen lie­gen, soll­te einen Blick hin­ter die Fami­li­en­ku­lis­se wer­fen und alt­her­ge­brach­te Geschwis­ter-Eti­ket­tie­run­gen auf den Prüf­stand stel­len.
Denn vie­le Cha­rak­te­ri­sie­run­gen, die uns seit unse­rer Kind­heit in unse­rer Her­kunfts­fa­mi­lie (ver-)folgen, haben mit unse­rem eigent­li­chen Cha­rak­ter heu­te und unse­ren Fähig­kei­ten gar nichts (mehr) zu tun, son­dern sind die Über­res­te und das Ergeb­nis der jewei­li­gen Rol­le aus längst ver­gan­ge­nen Kin­der­ta­gen. Jeder hat die Erlaub­nis, sich aus sei­ner Ver­gan­gen­heit zu befrei­en und die Rol­le ein­zu­neh­men, die er oder sie außer­halb der Fami­lie viel­leicht schon seit Jahr­zehn­ten hat.

Die Kunst des “Nein-Sagens”: Ein lie­be­voll gestal­te­tes Heft aus der Rei­he “Biblio­thek der guten Gefüh­le” , mit kur­zen prä­gnan­ten Tex­ten über’s Nein­sa­gen und vie­len ein­fach zu befol­gen­den Übun­gen. Für alle, die gera­de mit einem The­ma beschäf­tigt sind, oder zum Ver­schen­ken. Anne van Stap­pen, Das klei­ne Übungs­heft: Gren­zen set­zen, nein sagen*, Tri­ni­ty Ver­lag, 2012

Das älteste Kind

Sie sind die “Ban­ner­trä­ger” der Fami­lie: Der ältes­te Sohn oder die ältes­te Toch­ter sei­ner Eltern zu sein, ist ein zwei­schnei­di­ges Ver­gnü­gen.
Einer­seits genie­ßen Erst­ge­bo­re­ne – zumin­dest für eine gewis­se Zeit – die vol­le Auf­merk­sam­keit und Zuwen­dung der gesam­ten Fami­lie, ande­rer­seits ruhen auf „den Gro­ßen“ vie­le bewuss­te und unbe­wuss­te Hoff­nun­gen und Erwar­tun­gen.
Im Lau­fe ihres Lebens kann es den Ältes­ten gelin­gen, sich — wenigs­tens teil­wei­se — von der Erwar­tungs­hal­tung ihrer Fami­lie zu befrei­en, oft wer­den sie dann aber ein Leben lang von Gewis­sens­bis­sen oder Schuld­ge­füh­len geplagt.

Die Geburt eines jün­ge­ren Geschwis­ter­kin­des „ent­thront“ die Erst­ge­bo­re­nen, das Gefühl, etwas Beson­de­res zu sein, bleibt aber meis­tens — Erst­ge­bo­re­ne haben oft das Gefühl, im Leben eine wich­ti­ge Auf­ga­be erfül­len zu müs­sen.
Den Eltern ste­hen die Ältes­ten am nächs­ten, und da sie sich häu­fig mit ihnen iden­ti­fi­zie­ren und bei ihnen bis ins Erwach­se­nen­al­ter eine beson­de­re Posi­ti­on als „Ban­ner­trä­ger der Fami­lie“ ein­neh­men, sind ältes­te Kin­der meis­tens kon­ser­va­ti­ver als ihre jün­ge­ren Geschwis­ter.

Ältes­te Söh­ne und Töch­ter sind im Ver­gleich zu jün­ge­ren Geschwis­tern beson­ders gewis­sen­haft, eher ernst als ver­spielt und in der Regel sehr ver­ant­wor­tungs­be­wusst.
Da sie häu­fig nicht nur Ver­ant­wor­tung für jün­ge­re Schwe­tern und Brü­der über­neh­men, son­dern auch Auto­ri­tät aus­üben (müs­sen), sind sie in ihrem Erwach­se­nen­le­ben ‚gebo­re­ne‘ Füh­rungs­per­sön­lich­kei­ten. Erst­ge­bo­re­ne kön­nen sehr selbst­kri­tisch sein, ver­tra­gen aber Kri­tik von ande­ren nicht unbe­dingt gut.

Die ältes­te Toch­ter ver­fügt in der Regel über die glei­che Füh­rungs­fä­hig­kei­ten wie ein ältes­ter Sohn, auch sie ist ver­ant­wor­tungs­be­wusst, ernst- und gewis­sen­haft und hat eine beson­de­re Gabe, für ande­re Sor­ge zu tra­gen.
Wer­den ihr aber – wie es frü­her häu­fig der Fall war – nicht auch die glei­chen Vor­rech­te wie einem ältes­ten Sohn ein­ge­räumt, trägt sie zwar Ver­pflich­tun­gen und Ver­ant­wor­tung, hat aber nicht die Mög­lich­keit, dar­aus auch das ent­spre­chen­de Selbst­be­wusst­sein zu ent­wi­ckeln.

Das jüngste Kind

Kindheit in der Zeit nach dem Zweiten WeltkriegDa der „Thron“ durch das erst­ge­bo­re­ne Kind bereits besetzt ist, müs­sen sich alle nach­ge­bo­re­nen Geschwis­ter­kin­der erst müh­sam eine Nische inner­halb der Fami­lie suchen und erobern, in der sie kon­kur­renz­los sind.

Psy­cho­lo­gen bezeich­nen die­se “Nische” von Geschwis­tern als „Deiden­ti­fi­ka­ti­on” .
Die­ser Pro­zess ist ver­mut­lich einer der wich­tigs­ten Grün­de dafür, dass Geschwis­ter oft sehr unter­schied­lich sind, obwohl sie im Schnitt die Hälf­te ihrer Gene gemein­sam haben.
Als Faust­re­gel gilt: Je gerin­ger der Alters­ab­stand zwi­schen Geschwis­tern ist, des­to grö­ßer sind in der Regel die Unter­schie­de zwi­schen ihren Tem­pe­ra­men­ten und Nei­gun­gen.
Sinn und Zweck der Deiden­ti­fi­ka­ti­on liegt ver­mut­lich dar­in, Riva­li­tät, Eifer­sucht und Neid zu ver­rin­gern; trotz­dem kann es beson­ders zwi­schen Brü­dern mit gerin­gem Alters­ab­stand zu hef­ti­gen Kon­kur­renz­kämp­fen kom­men.

Da die Nische „Füh­rung und Ver­ant­wor­tung“ bei ihrer Geburt bereits besetzt ist, suchen und fin­den jün­ge­re Geschwis­ter­kin­der ihre Beson­der­heit inner­halb der Fami­lie meis­tens im Bereich Krea­ti­vi­tät. Beson­ders aus­ge­prägt ist das beim jüngs­ten Kind.
Marie Curie, Ben­ja­min Fran­k­lin oder der eben­so erfin­de­ri­sche wie exzen­tri­sche Tho­mas Alva Edi­son sind klas­si­sche Bei­spie­le für jüngs­te Kin­der, Quer­den­ker, die – frei von Ver­ant­wor­tung und Ver­pflich­tun­gen, gewöhnt an älte­re Geschwis­ter, die sich um sie küm­mern – unkon­ven­tio­nell ihren ganz eige­nen Weg gegan­gen sind.

Auch jüngs­te Kin­der haben häu­fig das Gefühl, etwas Beson­de­res zu sein; im Gegen­satz zu den ältes­ten dür­fen sie aber ihre Nei­gun­gen stär­ker aus­le­ben.
Nest­häk­chen sind frei­er und nicht durch Ver­ant­wor­tung für ande­re belas­tet, oft wir­ken sie viel unbe­küm­mer­ter als ihre älte­ren Geschwis­ter und sind viel sel­te­ner von Selbst­zwei­feln geplagt — oft sind die Jüngs­ten die­je­ni­gen, die bereit sind, Din­ge aus­zu­pro­bie­ren, die ihren älte­ren Geschwis­tern nicht im Traum ein­fal­len wür­den.

Woher wis­sen die Müt­ter immer alles, was sie ihren Töch­tern ver­bie­ten?”
Unbe­kannt


Zwar sind jüngs­te Kin­der meis­tens fest ent­schlos­sen, ihren eige­nen, unkon­ven­tio­nel­len Weg zu gehen, gleich­zei­tig sind sie aber auch dar­an gewöhnt, das zu tun, was ande­re ihnen sagen.
Eigen­in­itia­ti­ve oder Füh­rungs­rol­len sind in der Regel nicht ihr Ding, umge­kehrt erwar­ten sie schnel­le Hil­fe und Unter­stüt­zung, sobald sie das Gefühl haben, nicht mehr aus eige­ner Kraft wei­ter­zu­kom­men.
Im Extrem­fall kön­nen jüngs­te Kin­der selbst­be­zo­gen und ver­wöhnt wir­ken, und sind frus­triert, weil ihnen eigent­lich ALLES zustün­de,  ande­re rebel­lie­ren und ver­su­chen ihrem Sta­tus als „Fami­li­en­ba­by“ zu ent­flie­hen.

Das „Sandwich“-Kind

Raufende Jungs in den 1950er JahrenMög­li­cher­wei­se haben mitt­le­re Kin­der die schwie­rigs­te Posi­ti­on inner­halb ihrer Fami­lie erwischt. Oder die ein­fachs­te.

Mitt­le­re Kin­der haben kei­ne be- son­de­re Rol­le. Beson­ders dann, wenn alle Geschwis­ter das glei­che Geschlecht haben, lau­fen Sand­wich­kin­der gro­ße Gefahr, ein­fach ver­ges­sen zu wer­den.


Das kann einer­seits gro­ße Frei­räu­me bie­ten, weil sie de fac­to unter dem elter­li­chen Radar durch­se­geln und ihr eige­nes Ent­wick­lungs­po­ten­zi­al unge­stört von “erzie­he­ri­schen Bemü­hun­gen” aus­schöp­fen kön­nen, ande­rer­seits kann es auch sehr frus­trie­rend sein, sich stän­dig abstram­peln zu müs­sen, um über­haupt wahr­ge­nom­men zu wer­den.

Mei­ne Mut­ter hat­te einen Hau­fen Ärger mit mir, aber ich glau­be, sie hat es genos­sen.”
Mark Twain


Sand­wich­kin­der sind häu­fig die ‚gebo­re­nen‘ Diplo­ma­ten und Ver­hand­lungs­füh­rer.
Sie sind oft deut­lich aus­ge­gli­che­ner als die stär­ker getrie­be­nen ältes­ten Kin­der, aber auch nicht so ver­spielt und wage­mu­tig wie die Nest­häk­chen.
Aller­dings müs­sen sie ihren Platz inner­halb der Fami­lie fin­den, andern­falls kön­nen sie als Erwach­se­ne Schwie­rig­kei­ten haben, sich ande­ren anzu­pas­sen.
Ohne die Pri­vi­le­gi­en des ältes­ten Kin­des und die „Nar­ren­frei­heit“ des jüngs­ten kön­nen sich Sand­wich­kin­der manch­mal ver­lo­ren füh­len, es sei denn, sie sind die einz­ge Toch­ter unter Brü­dern oder der ein­zi­ge Sohn unter Schwes­tern.

Das Einzelkind

Mutter und kleine Tochter 1930er JahreFür Kin­der sind ihre Geschwis­ter die ers­ten Spar­rings­part­ner für das Erler­nen sozia­ler Bezie­hun­gen.

Im Spiel wie im Streit ler­nen sie den Umgang mit Gleich­alt­ri­gen – und genau das kann Ein­zel­kin­dern feh­len, wenn sie, wie etwa Jean-Paul Sartre, ohne die Gesell­schaft ande­rer Kin­der groß wer­den.

Da sie kei­ne Geschwis­ter haben, ori­en­tie­ren sich Ein­zel­kin­der oder auch Geschwis­ter­kin­der, die mit gro­ßem zeit­li­chen Abstand zuein­an­der gebo­ren wor­den sind, stär­ker an Erwach­se­nen, deren Lie­be und Auf­merk­sam­keit sie suchen.
Auch im spä­te­ren Leben blei­ben sie ihren Eltern oft stär­ker ver­bun­den als Kin­der, die mit Geschwis­tern auf­ge­wach­sen sind.
Ein­zel­kin­der ver­ei­nen oft die Ernst­haf­tig­keit und Gewis­sen­haf­tig­keit des ältes­ten Kin­des mit der Über­zeu­gung, auf alles ein Recht zu haben, die cha­rak­te­ris­tisch für das jüngs­te Kind ist.

Die Her­aus­for­de­rung von Ein­zel­kin­dern ist, den sozia­len Umgang mit Gleich­alt­ri­gen mög­lichst früh zu ler­nen.
Über Sart­re wird bei­spiels­wei­se berich­tet, dass er — bei Mut­ter und Groß­el­tern auf­ge­wach­sen — erst im Alter von 12 Jah­ren in eine Schu­le geschickt wor­den ist und dort das ers­te Mal in sei­nem Leben Kon­takt zu ande­ren Kin­dern hat­te.
Die ande­ren Jun­gen aus sei­ner Schul­klas­se konn­ten mit dem mür­ri­schen und streit­ba­ren Neu­zu­gang über­haupt nichts anfan­gen, vor­al­lem, weil er wich­tig­tue­risch und affek­tiert auf­trat, sobald er die Ableh­nung sei­ner Klas­sen­ka­me­ra­den spür­te
.
Spä­ter ver­such­te er, sich Freun­de zu kau­fen, und durch beson­ders spek­ta­ku­lä­re Schü­ler­strei­che auf sich auf­merk­sam zu machen.
Er ver­brach­te viel Zeit allei­ne mit lesen und schrei­ben und fand schließ­lich in einem ande­ren Ein­zel­kind eine ver­wand­te und freund­schaft­lich ver­bun­de­ne See­le.

Geschwister: Die längste Beziehung Unseres Lebens

Geschwis­ter sind da, und sie prä­gen uns, ob wir wol­len oder nicht.
Selbst wenn sich Geschwis­ter nur noch sehr sel­ten oder gar nicht mehr sieht, blei­ben die ent­schei­den­den Prä­gun­gen, Erin­ne­run­gen und Erfah­run­gen einer lan­gen gemein­sa­men Kind­heit erhal­ten. Das kann manch­mal Stress bedeu­ten, beson­ders dann, wenn bei Zusam­men­tref­fen an alten Cha­rak­te­ri­sie­run­gen und Rol­len­mo­del­len fest­ge­hal­ten wird, die schon lan­ge nicht mehr gül­tig sind.
Das kann aber auch viel Halt und Schutz geben — denn unse­re Geschwis­ter sind die Men­schen, zu denen wir die längs­te Bezie­hung in unse­rem Leben haben.

Lesen Sie im nächs­ten Bei­trag: Ein Kind ver­än­dert eine Bezie­hung, das wis­sen wir alle. Aber: Geben sich Frau­en in ihrer Mut­ter­rol­le selbst ein Lebens­läng­lich, opfern sie sich auf und stür­zen damit sich selbst, ihre Män­ner und ihre Söh­ne in die Kri­se?
Der Mann in der Kri­se?

Copy­right: Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en, www.bildbiographien.de, 2015 (über­ar­bei­tet 2017)


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Die Kunst des “Nein-Sagens”: Ein lie­be­voll gestal­te­tes Heft aus der Rei­he “Biblio­thek der guten Gefüh­le” , mit kur­zen prä­gnan­ten Tex­ten über’s Nein­sa­gen und vie­len ein­fach zu befol­gen­den Übun­gen. Für alle, die gera­de mit einem The­ma beschäf­tigt sind, oder zum Ver­schen­ken. Anne van Stap­pen, Das klei­ne Übungs­heft: Gren­zen set­zen, nein sagen*, Tri­ni­ty Ver­lag, 2012

Preis: EUR 10,00

Bel­le­tris­tik mit Tief­gang: Ein wun­der­bar for­mu­lier­ter Roman über Fami­lie, Flucht und Ver­trei­bung und ihre Nach­we­hen, über ges­tern und heu­te, über Ost­preu­ßen und das Alte Land bei Ham­burg — und über Schwes­tern. Ein Buch, das man erst schwe­ren Her­zens aus der Hand legt, wenn man “durch” ist. Dör­te Han­sen, Altes Land*, 2015, Ver­lags­grup­pe Ran­dom Hou­se GmbH

 Wei­ter­füh­ren­de Links zum The­ma Fami­lie:


Flink wie Wind­hun­de, zäh wie Leder und hart wie Krupp­stahl … ” war kei­nes­wegs eine Erfin­dung der Natio­nal­so­zia­lis­ten. Jahr­hun­der­te­lang hat­te man Sor­ge, sein Kind zu “ver­zär­teln” und zu “ver­weich­li­chen” und es damit nicht gut genug auf’s Leben vor­zu­brei­ten. Zur beson­de­ren Per­ver­si­on geriet die­ses Ide­al in der NS-Zeit, in der die Lun­gen­fach­ärz­tin Johan­na Haa­rer einen Erzie­hungs-Best­sel­ler schrieb, an des­sen Nach­wir­kun­gen auch heu­te noch vie­le lei­den.
Zwi­schen Drill und Miss­hand­lung: Johan­na Haa­rers “Die deut­sche Mut­ter und ihr ers­tes Kind”


Mut­ter­lie­be sorgt dafür, dass Frau­en über sich hin­aus­wach­sen und Din­ge tun, die sie nor­ma­ler­wei­se für ande­re Men­schen nicht tun wür­den. Fehlt Mut­ter­lie­be, muss ein Kind also „mut­ter­see­len­al­lein“ auf­wach­sen, wird es die­sen Man­gel ein Leben lang spü­ren.
Aber was ist Mut­ter­lie­be, und wie lässt sie sich erklä­ren?

Was heißt schon Mut­ter­lie­be?


Glück ist har­te Arbeit. Oder wie es der Vater des „Flow“ , Mihá­ly Csíks­zent­mi­há­lyi, for­mu­liert: Wenn man Men­schen Angst und Stress erspa­ren wür­de, heißt das noch nicht, dass sie dann glück­lich wären. Um glück­lich zu sein, muss man sei­ne Fähig­kei­ten nut­zen, sich auf sei­ne Umwelt ein­las­sen und mit ihr umge­hen kön­nen.“
Die Ener­gie folgt der Auf­merk­sam­keit


Die Kind­heit ist die prä­gends­te Zeit in unse­rem Leben. Über Müt­ter und Väter, Geschwis­ter­lie­be, trans­ge­ne­ra­tio­na­le Ver­er­bung und Kind­heits­mus­ter, die uns unser gesam­tes Leben beglei­ten.
Kin­der, Kin­der


Wir müssten das alles mal aufschreiben
Die Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en ver­öf­fent­licht seit 2012 hoch­wer­ti­ge Bild­bän­de und Chro­ni­ken über Fami­li­en- und Unter­neh­mens-geschich­te. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­den Sie auf unse­rer Home­page Bild­bio­gra­phi­en: Wir müss­ten das alles mal auf­schrei­ben!


Bild­nach­weis: Agen­tur für Bild­bio­gra­phi­en, 2015

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