Ein Platz an der Sonne oder: Wilhelm, das „Großmaul“

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In Berlin hat man mit Serbien und dem Balkan eigentlich nichts am Hut, seine Majestät, der 55-Jährige Kaiser Wilhelm II – auch „Wilhelm das Großmaul“´genannt – sucht den „Platz an der Sonne“ eher in Übersee. Trotzdem gibt es für ihn und seine Entourage gute Gründe, warum die Deutschen auf die Ermordung des österreichisch-ungarischen Thronfolgerpaars mit einem „Denkzettel für Serbien“ antworten sollen. Weiterlesen

Sissis ‚Franzl‘ und der große Knall: Krieg oder Frieden?

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Ein alter Kaiser, ein Vielvölkerstaat, der von vielen als „Völkerkerker“ em- pfunden wird, und jugendliche Verschwörer, die bereit sind, für ihre Überzeugung zu morden. Das ist der Stoff, aus dem Albträume sind. Oder Geschichte. Ein Hintergrundbericht über die Auslöser des Ersten Weltkrieges.

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Im Krebsgang: Das lange Schweigen

Ruhrgebiet, Luftschutzstollen während FliegeralarmDie ständige Angst vor dem nächsten Bombenangriff, Flucht und Ver-treibung, die allgegenwärtige Kon-frontation mit Tod und Trauer und  der traumatisierende Drill national-sozialistischer Erziehung wirken in der Generation der Kriegs- und Nachkriegskinder lange nach. Erst im Jahr 2002 bricht Günther Grass mit seiner Novelle „Im Krebsgang“ ein Tabu und beschreibt das Leid der Deutschen am Ende des Zweiten Weltkrieges – und die Folgen eines langen Schweigens.

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Wer war eigentlich „Stalin“? (3)

Hitler-Stalin-PaktEs ist ein Treppenwitz der Geschichte, dass aus- gerechnet der sonst bis an die Grenze zur Paranoia misstrauische Stalin die Zeichen der Zeit nicht erkennt:
Ab März 1941 berichten immer mehr sowjetische Spione von einem nicht enden wollenden Strom deutscher Truppen, die Richtung Osten marschieren, täglich bräch- ten bis zu vier Züge deutsche Soldaten und Panzer in die Aufmarschräume in Polen.
Anfang Mai 1941 meldet der Agent Richard Sorge aus Japan nach Moskau, dass ein Angriff der Deutschen mit 150 Divisionen unmittelbar bevor stünde. Geplanter Termin: der 20. Juni 1941.
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9. November 1938: „Kristallnacht“

Herschel_Grynszpan_nov_7_1938Die „Kristallnacht“ am 9. November 1938 war keine spontane Reaktion auf das Attentat des 17jährigen polnischen Juden Herschel Grynszpan auf den deutschen Legationssekretär Ernst Eduard vom Rath und kein plötzlicher Ausbruch des „Volkszorns“.
Der 9. November 1938 war
eine lang geplante und organisierte Gewaltaktion zur Finanzierung des längst beschlossenen Weltkrieges.
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Wer war eigentlich „Stalin“? (2)

TrotzkiLenins „Mann fürs Grobe“ ist ihm am Ende doch zu grob. In seinem politischen Testament empfiehlt der Begründer und erste Regierungschef Sowjetrusslands (ab 1922 in Sowjetunion umbenannt) dringend, Stalin als allmächtigen Generalsekretär der Kommunistischen Partei Russlands abzulösen und einen anderen an seine Stelle zu setzen. Einen anderen Generalsekretär, der sich „in jeder Hinsicht“ vom Genossen Stalin „nur durch einen Vorzug“ unterscheidet, wie Lenin schreibt: „nämlich dadurch, dass er toleranter, loyaler, höflicher und den Genossen gegenüber aufmerksamer, weniger launenhaft usw. ist.“

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Wer war eigentlich „Stalin“? (1)

Iosseb Wissarionowitsch Dschugaschwili, genannt Stalin, gilt neben Adolf Hitler als einer der grausamsten Diktatoren in der Geschichte der Menschheit.
Als Lenins „Mann fürs Grobe“ beginnt er seine Karriere, mit Intelligenz und Skrupel-losigkeit; durch menschenverachtende Härte wird er nach Lenins Tod zum gefürchteten Alleinherrscher über die Sowjetunion.
Am 5. März 1953 (leicht zu merken: 5.3. 53) stirbt der „Generalissimus“ einsam, denn niemand aus seinem Gefolge hat den Mut nachzusehen, warum er Zimmer und Bett nicht verlässt. Nach dem Bekanntwerden seines Todes atmet die Welt auf. Doch trotz seiner Brutalität faszinieren er und sein System „Stalinismus“ auch heute noch viele Menschen.

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30. September 1938: Das Münchner Abkommen. Trommeln in der Nacht …

Hein ins ReichAm 30. September 1938 wurde nach monatelanger Krise das „Münchner Abkommen“ zwischen England, Frankreich, Italien und Deutschland geschlossen. Die Welt und viele Deutsche hoffen, dass durch die Abtretung der sudetendeutschen Gebiete Hitlers  Gier endlich gestoppt, der Frieden gerettet wäre.
Ein Zeitzeugenbericht.

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Der „Schwarze Freitag“: Vom Börsenkrach zur Weltwirtschaftskrise

Berlin, Bankenkrach, Andrang bei der SparkasseTatsächlich war der  „Schwarze Freitag“ ein Donnerstag. Am 24. Oktober 1929 begannen an der New Yorker Wall Street die Aktienkurse zu rutschen. Gegen Mittag steigerte sich die Nervosität in Panik, der große Ausverkauf begann. Der Dow Jones sackte immer weiter ab, der Handel brach mehrmals zusammen, denn jeder versuchte nun, seine Aktien loszuwerden – egal zu welchem Preis.
Der Börsenkrach an der Wall Street, der zunächst vielerorts als Korrektur überhitzter Märkte gedeutet wurde, stürzte die Welt in eine der schlimmsten und folgenschwersten Wirtschaftskrisen ihrer Geschichte. Weiterlesen